Samstag, 2. Januar 2016

Poster an der Wand

Nachdem ich eben vom Einkauf nach Hause kam und die Wohnungstür geöffnet hatte, fiel mein erster Blick auf das Jahr des Pferdes. Year of the Horse ist ein Film von Jim Jarmusch über den Musiker Neil Young und dessen Band Crazy Horse, den ich, wenn ich mich recht erinnere, in irgendeinem kleinen Programmkino gesehen habe. Das Kinoplakat hängt im A1-Format in meinem Flur.

Ich drückte die Tür hinter mir zu, und mein Blick blieb an dem auf seiner Gitarre schrammelnden Neil Young hängen. Beziehungsweise an der Gitarre, denn sie steht als Motiv im Mittelpunkt der Abbildung. Dass es Onkel Neil ist, der sie spielt, ist nicht erkennbar, sondern erschließt sich nur aus dem Kontext, wenn man mit der Musik oder dem Film vertraut ist.

Auf einmal fiel mir ein, dass mich Poster an den Wänden schon seit meinen jungen Jahren begleiten. Das war bereits in meinem Kinderzimmer in der elterlichen Wohnung so. Damals stammten die Poster, wen wundert’s, aus der Bravo oder diesem anderen Ding, dessen Name verschwommen ist. PopRocky oder so hieß die Jugendzeitschrift. Die Motive? Es dürften Smokie und Kim Wilde gewesen sein, Kenny, Sweet und sogar Deep Purple. Ganz sicher bin ich mir heute nicht mehr.

Jahre später zog ich von zu Hause aus und mit meiner damaligen Freundin zusammen. Natürlich kamen keine Poster an die Wände. Viel zu infantil! Was hätte sie denn von mir denken sollen? Ich war schließlich kein pubertierender Jugendlicher mehr, sondern ein ernst zu nehmender Erwachsener. Doch das änderte sich im Laufe der Zeit wieder, und ein paar Fußballplakate schmückten die Wand. Danach war es für viele Jahre eine großformatige, ja riesenhafte Fotographie von Köln: der Rhein mit der Altstadt, der Hohenzollernbrücke und dem Kölner Dom. Das klassische Motiv eben.

Gehe ich heute durch den Flur, flankieren mich drei Plakate von Konzerten, die ich besucht habe: The Eagles 2001 in der KölnArena, Crosby Stills & Nash 2009 in Bonn auf dem Museumsplatz sowie im selben Jahr an gleicher Stelle Heaven & Hell – das war die damalige Neuauflage von Black Sabbath, noch mit dem stimmgewaltigen, mittlerweile leider verstorbenen Ronnie James Dio als Sänger.

Neben diesen drei Plakaten hängt halt Jim Jarmuschs A Tale About 4 Guys Who Like To Rock, wie der Untertitel des Films über Neil Young and Crazy Horse lautet. Irgendwann werde ich auch diese Poster wieder austauschen. Gegen welche anderen, das weiß ich nicht, aber sie werden mit Musik zu tun haben, soviel steht fest.

Freitag, 1. Januar 2016

Hansrudi Wäscher Magazin 40

Das neue HRW-Magazin wartet wieder mit einer Vielzahl kleiner und großer Beiträge aus der Welt des Hansrudi Wäscher auf. Professionelle Aufmachung, A4-Format, 80 Seiten Umfang, kartonierter Umschlag und reichlich bebildert, so kommt die 40. Ausgabe daher. Ich muss mir immer wieder vor Augen rufen, dass es Fans und Leser sind, die dieses Magazin gestalten und herausgeben. Diesmal ziert ein schönes Falk-Motiv das Cover.

Inhaltlich geht es los mit den Abbildungen von Sigurd-Telefonkarten und Tarot-Karten, einem kleinen Bericht über Akims neue Abenteuer und dem Ausschnitt aus einem Akim-Comic, später folgt ein Falk-Puzzle aus dem Lehning Verlag.

Dazwischen wird es morbid. Werner Wandschneider listet akribisch und mit Schilderung der betreffenden Szenen auf, welche 27 Halunken Sigurds jugendlicher Freund, der Junker Cassim, bei zahlreichen Kämpfen ins Jenseits befördert hat. Dazu gibt es diverse Abbildungen, auf denen man sieht, wie die Schurken zu Tode kommen, natürlich ausnahmslos in Notwehr.

Dann folgt ein echtes Highlight. Nach über 47 Jahren sind nämlich die als verschollen geglaubten Bleistiftvorzeichnungen von zwei Falk-Piccolos aufgetaucht, und zwar für die Piccolos 23 und 24. Den Anfang dieser Scribbles bekommen wir auf sechs Seiten zu sehen, der Rest soll in den kommenden Magazinausgaben folgen. Das nenne ich ein wertvolles Fundstück.

Weiter geht es mit der Checkliste zu den fliegenden Abenteurern Bob und Ben. Telefonkarten, Titelbilder, Postkarten, Anstecknadeln – was es nicht alles gab. Auch Thomas Knips im Verlag Peter Hopf erschienene Romanadaption von Bob und Ben wird aufgeführt. Ebenfalls wird die Nizar-Checkliste fortgesetzt. Abgerundet wird das Heft durch einen Rückblick auf die Clubtreffen des abgelaufenen Jahres sowie durch zwei Comics. Das ist zum einen Teil 2 von »Lanowen – Magier des Königs« in Schwarzweiß, und zum anderen in Farbe der erste Teil der Sigurd-Geschichte »Der rachsüchtige Dieb« von Hansrudi Wäscher.

Das neue Magazin ist wieder eine abwechslungsreiche Sache. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Themen und wie viel Bildmaterial die Wäscher-Enthusiasten aus dem Ärmel ziehen.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Tschüß, Lemmy

Lemmy ist tot! Mit bürgerlichem Namen hieß der Frontmann und Bassist von Motörhead Ian Fraser Kilmister, doch für seine Fans, für Musikhörer und für die ganze Hardrockszene war er eben einfach nur der Lemmy. So auch für mich.

Lemmy ist tot! Als ich die Nachricht eben las, war ich wie vor den Kopf geschlagen, denn Lemmy war für mich »unkaputtbar«, wie es mal in einer Werbung hieß. Zwar musste er in jüngerer Vergangenheit das eine oder andere Konzert absagen, weil es ihm gesundheitlich nicht gut ging, doch schon nach kurzer Zeit kehrte er stets auf die Bühne zurück.

Und sie, eben jene Bühne, war Lemmys Leben. Ich habe Motörhead im Laufe der Jahre ein paar Mal live gesehen. Stets stand er mit seinem Bass stoisch vorn in der Mitte der Bühne. Die meisten Konzerte begann er mit der Ansage »We are Motörhead, and we play Rock’n’Roll« oder mit »We are Motörhead, and we kick your ass«. Und dann ging es ab.

Auf der Bühne wolle er sterben, habe ich einmal gelesen. Auf der Bühne bei einem Konzert. Das war ihm nicht vergönnt. Erst vor wenigen Tagen wurde Krebs bei ihm diagnostiziert, ein sehr aggressiver Krebs, wie es heißt. Dagegen half auch kein stoischer Dickkopf.

Vier Tage nach seinem 70. Geburtstag, den er auf Heiligabend feierte, verstarb Lemmy. Vierzig Jahre lang stand er mit Motörhead auf der Bühne, von 1975 bis 2015. Künftig bleibt Ace of Spades ungespielt, und die Rockszene ist um eine Institution auf der Bühne ärmer.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Ein frohes Fest 2015

Es ist wieder soweit. Weihnachten steht vor der Tür, auch wenn das Wetter etwas anderes behauptet. Ich hätte nichts gegen ein paar Schneeflocken einzuwenden, aber anscheinend hat NATHAN mal wieder Probleme mit der Wetterkontrolle.

Doch Wetter hin oder her, ich wünsche allen Lesern meines Blogs ein schönes und ruhiges, ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest. Kommt gut ins neue Jahr, und schaut hier gern mal wieder rein. Ich freue mich drüber.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Classic Rock 46

Das ELO-Ufo hat mir schon in meinen jungen Jahren gefallen, nun schmückt es das Titelbild der Dezember-Ausgabe von Classic Rock. Anlass ist das neue Album des Electric Light Orchestra und die damit verbundene Titelstory im aktuellen Heft. Ein Artikel über die Band, die Millionen und Abermillionen Alben verkaufte, wird garniert mit einem Interview mit ELO-Mastermind Jeff Lynne. Der Mann ist ein Könner an der Gitarre und als Songwriter, doch gab es über Dekaden hinweg nicht wirklich viel von ELO, was mich vom Hocker riss. Zwei oder drei Alben, einige tolle Stücke, doch oft genug war mir die ELO-Musik gar zu sehr pop-lastig, oder sie behinderte sich selbst durch Lynnes klangakustische Extravaganzen. Mehr sagte mir seine Partizipation bei den Traveling Wilburys zu, wo er  in einem Geflecht von Musikern wie Bob Dylan, George Harrison, Tom Petty und Roy Orbinson eingebunden war, das ohne jegliche Starallüren auskam.

Dazu gibt es Interviews mit Bartmann Billy Gibbons, der abseits seines Hauptjobs ZZ Top neuerdings mit Zweitband seiner Liebe zu kubanischer Latino-Musik frönt, mit Cockney-Rebel-Frontmann Steve Harley und mit Bryan Adams. ZZ Top, die ja nun wirklich einige Kracherstücke aufweisen können, habe ich vor rund 20 Jahren bei einem Open Air mal als Opener für Neil Young gesehen, und sie haben mich einfach nur gelangweilt, weil einfach gar nichts rüberkam. Steve Harley, ich gebe es zu, ist für mich gleichbedeutend mit einem Song, und Bryan Adams hätte ich zu gern mal in den Achtzigern live gesehen, zur Zeit von »Reckless« und Summer of 69.

Interessant finde ich, das Def Leppard wieder da sind, und anscheinend mit einem verdammt guten Album. Das ist nun wahrlich kein zweiter Frühling mehr, sondern ein Dritter. Der Artikel liest sich gut, die neue Scheibe klingt vielversprechend, ja, da muss ich reinhören. Jedwedes Fitzelchen über den rastlosen Rebellen Neil Young verschlinge ich ohnehin, und die Rückblende auf die Entstehung von David Bowies Heroes bringt mich gefühlsmäßig in der Zeit weit zurück. War ein großer Song in Zusammenarbeit mit Brian Eno und Robert Fripp, vor allem im Kontext mit Berlin, aber auch in dem mit den Kindern vom Bahnhof Zoo. Das Stück mag ich heute noch.

Samstag, 19. Dezember 2015

De Nosskracher

Seit ein paar Jahren tauche ich in der Adventszeit in die Erinnerungen meiner Kindheit ein. Ich besuche nämlich alljährlich mit Vergnügen die Weihnachtsvorstellung des Puppenspieltheaters der Stadt Köln. Es ist zwar eine Aufführung, die für Kinder gedacht ist, und doch besteht das Publikum zu etwa drei Vierteln aus Erwachsenen jeden Alters. So auch gestern.

»De Nosskracher« heißt die diesjährige Aufführung, auf Hochdeutsch also »Der Nusskracher«. Vorab wunderte ich mich über den Titel. Dass man einen Nussknacker auch als Nusskracher bezeichnet ist mir neu. Die Vorstellung war ausverkauft, wie vermutlich ebenso die vorangegangenen und alle, die bis Weihnachten noch folgen werden.

Der titelgebende Nusskracher spielt eine wichtige Rolle. Doppelt so groß wie die Akteure, ersetzt er den von den Knollendorfern sehnlich erwarteten Weihnachtsbaum, der auf dem Markt zwischen den Buden aufgestellt werden soll. Da anstelle des Prachtbaumes aber nur ein mickriges Gehölz geliefert wird, machen die Puppen aus der Not eine Tugend, indem sie den in einem Keller vergessenen Nusskracher reaktivieren.

Und genau damit beginnen die Irrungen und Wirrungen. Der Legende nach gibt es im Wald nämlich eine goldene Nuss, und derjenige, der sie findet und von dem Knacker knacken lässt, der hat einen Wunsch frei. Hänneschen und Bärbelchen machen sich auf die Suche, weil sie einem durch gebrochenen Flügel nicht mehr flugfähigen Engel in den Himmel zurück helfen wollen.

Schäl, wie immer verschlagen und auf den eigenen Vorteil bedacht, hat selbstverständlich ganz anderes im Sinn. Er sieht sich schon in einem Swimming Pool voll Gold schwimmen. Vorher hat er bereits eine Biberfamilie entführt, für die der Lehrer und die Schüler, allen voran Hänneschen und Bärbelchen, ein Biberreservat anlegen. Oder ein „Biberreserverad«, wie Hänneschen radebrecht, weil er das Wort nicht aussprechen kann. Schäl will die entführten Biber ohnehin viel lieber gewinnbringend verkaufen.

In den vier Aufzügen spielen auch einige der anderen bekannten Puppen mit: der Tünnes und der Speimanes, Maritzebill und der Mählwurm, dazu Dorfpolizist Schnäuzerkowski und der hillije Mann, der vom Himmel auf die Erde hinabsteigt. Neben den Bibern spielen auch die Tiere des Waldes wieder mit, die häufig dabei sind. Sowohl Menschen als auch Tiere – ohnehin samt und sonders Puppen – singen zwischendurch das eine oder andere Weihnachtslied. In den vier Aufzügen gibt es einige gelungene Gags, über die sowohl Kinder als auch Erwachsene lachen. Wie es sich für das Hänneschen-Theater gehört, wird all das in Kölscher Mundart dargeboten.

Am Ende sind es natürlich Hänneschen und Bärbelchen, die alles zum Guten wenden, doch die Paraderolle hat der Schäl, dem es tatsächlich gelingt, die goldene Nuss zu finden und sie vom Nosskracher knacken zu lassen. Doch siehe da, gerade als er am Ziel seiner Träume zum reichen Mann ist, wird der Bursche geläutert und tut endlich mal ein gutes Werk, indem er den gefallenen Engel wieder fliegen lässt.

Drei verschiedene Bühnenbilder gibt es diesmal, wieder liebevoll entworfen und ausgeführt. Da ist zunächst der Knollendorfer Marktplatz mit den noch geschlossenen Weihnachtsständen, gefolgt von einem winterlichen, schneebedeckten Wald und anschließend der guten Stube vom Schäl, in der der Halunke die entführten Biber eingesperrt hat. Zum Finale im vierten Aufzug geht es dann zurück auf den Knollendorfer Marktplatz, wo die Marktstände inzwischen beleuchtet sind und Puppen und Publikum gemeinsam singen.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Titelbild fürs Zyklusfinale

Im kommenden Februar erscheint Ren Dhark - Weg ins Weltall 60. Der Buchtitel Das Wissen der Quun'ko'Aaraan ist bereits in Umlauf. Nun liegt auch die Titelbild-Graphik von Ralph Voltz vor. Da ich die Szene im Abschlussband geschrieben habe, weiß ich schon, wie gut Ralph sie graphisch umgesetzt hat.

Was fliegt denn da? Ein Planet, ja, das ist offensichtlich. Doch um welche Welt handelt es sich? Das verrate ich natürlich ebenso wenig wie die Natur des leuchtenden Gebildes, das den Planeten einhüllt. Das nächste Ren Dhark-Buch liefert die Antworten.


Samstag, 12. Dezember 2015

Kampf um das Miniuniversum

Der letzte REN DHARK-Band 2015 ist eingetroffen. Kaum zu glauben, dass schon wieder ein Jahr mit sieben Büchern plus drei Sonderbänden vergangen ist. »Weg ins Weltall 59« trägt den vielsagenden Titel Kampf um das Miniuniversum, und es geht darin mit großen Schritten auf das Zyklusende zu. Dieses wird mit dem kommenden, im Februar 2016 erscheinenden Buch erreicht werden. Doch soweit sind wir noch nicht.

Die Ereignisse um das Miniaturuniversum, das nahe des Milchstraßenzentrums entstanden ist und sich immer weiter ausbreitet, spitzen sich zu. Während die Menschen vor Ort unter der Leitung von Dan Riker versuchen, der Bedrohung durch das geheimnisvolle Phänomen auf friedlichem Weg zu begegnen, lassen es die Rateken auf eine Raumschlacht ankommen. Störrische Knallköppe, man kennt sie ja. Währenddessen ist Ren Dhark an einem anderen Schauplatz aktiv. Bei der Jagd nach einem Phantom untersucht er eine uralte Hinterlassenschaft.

Die drei Teilromane im vorliegenden Buch stammen von Jan Gardemann, Nina Morawietz und mir, das Exposé aus der Ideenschmiede von Ben B. Black. Die Titelbildgraphik wurde wie immer von Ralph Voltz beigesteuert – eine schöne Raumschlacht, bei der Ringraumer und Ikosaeder sowie Doppelwulstschiffe der Rateken zu sehen sind. Das Motiv würde sich auch als Poster fürs Arbeitszimmer gut machen.

Freitag, 11. Dezember 2015

Ab in den Hyperraum

Nick gerät diesmal in einen zunächst undurchsichtigen Wettstreit zwischen zwei interplanetaren Tierfängern. Dass es dabei mit harten Bandagen zugeht, zeigen verschiedene Anschläge, von denen auch der Weltraumfahrer und sein Freund Tom Brucks nicht verschont bleiben. Erst nach und nach beginnt Nick zu erkennen, wer der wahre Feind ist, und dieser, das kann ich verraten, wird unseren Freunden noch eine Menge Probleme bereiten – nicht nur in diesem Band, sondern auch im darauf folgenden.

Ich habe die Arbeit am sechsten NICK-Roman abgeschlossen, und ich hatte wieder einen Heidenspaß an der Schreibarbeit. Hansrudi Wäscher verwendete in seinen Comics Elemente, die mir in Science Fiction-Romanen erst viele Jahre später bekannt wurden. War dies bei Nicks letztem Abenteuer der Mikrokosmos, so sind es nun ein Kugelraumer mit Teleskoplandestützen, Energieschirme und der Hyperraum, durch den Raumsprünge in annähernder Nullzeit möglich sind.

Was den folgenden siebten Nick-Roman angeht, kann ich übrigens eine Überraschung ankündigen. Er wird nämlich zum ersten Mal nicht aus meiner Feder stammen, sondern von einem Gastautor geschrieben werden. Ich muss zugeben, ich freue mich auf seinen Roman, denn es handelt es sich um einen von mir sehr geschätzten Autor aus der deutschen SF- und Romanszene. Sobald die Sache in trockenen Tüchern ist und der Verlag sein Okay gibt, werde ich an dieser Stelle mehr darüber berichten.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Falk und der böse Wolf

Mit dem Schreiben am Roman habe ich noch nicht begonnen. Falk 5 ist in meinem Terminplan für Februar 2016 angesetzt, und erscheinen wird das Buch voraussichtlich im Juni 2016. Das tolle Cover habe ich aber jetzt schon erhalten. Das Motiv mit dem gefangenen Ritter und dem großen, bösen Wolf gefällt mir ausgezeichnet. Daher möchte ich es den Wäscher-Fans und den Lesern meiner Falk-Bücher nicht bis nächstes Jahr vorenthalten.


Montag, 7. Dezember 2015

Fortuna Köln - Der Film

Bernhard Küchler und Valentin Scholz haben einen Film über den SC Fortuna Köln gedreht. In dem Portrait der beiden Filmemacher geht es nicht um die Vergangenheit des Traditionsvereins aus der Kölner Südstadt, sondern um das Hier und Heute. Küchler und Scholz haben sich der Mannschaft und des Vereins seit 2014 angenommen, seit dem Aufstieg in die 3. Liga und der Rückkehr in den Profifußball. Das ist aktuell, das ist modern – und, wie ich finde, für eine rund neunzigminütige Produktion wie diese ungewöhnlich genug. Ich hatte das Vergnügen, den Film gestern im Odeon-Kino auf der Severinstraße zu sehen.

Eingangs kommen einige der Aufstiegshelden zu Wort, mit launigen und nachdenklichen Stellungnahmen zu den Kollegen. Darunter sind Kapitän Daniel Flottmann, Dauerläufer Thomas Kraus und der überragende Torschütze Ercan Aydogmus. Allein schon aus deren Aussagen kann man heraushören, was die Spieler zu einer Mannschaft zusammengeschweißt hat, die unter Präsident Klaus Ulonska und Trainer Uwe Koschinat das große Ziel erreichte, das die Fußballfans in der Südstadt so sehr herbeigesehnt hatten.

Natürlich kommen im Laufe des Films auch die beiden letztgenannten zu Wort, ebenso wie von anderen über sie gesprochen wird. Man sieht Uwe Koschinat in seiner engagierten Art an der Seitenlinie, man lauscht noch einmal den Worten des großartigen Klaus Ulonska, der uns leider so früh verlassen hat. Das im Kino anwesend Publikum lauschte ohnehin gebannt, doch besonders bei einer Sequenz herrschte andächtige Stille.

Klaus Ulonska hatte gerade ein Interview gegeben und wurde an dessen Ende gefragt, ob er in Kürze noch für ein paar weiterreichende Fragen zur Verfügung stehe. Das täte er selbstverständlich jederzeit, entgegnete er in seiner offenen und herzlichen Art. Dann gibt es einen Schnitt. Man sieht Laub, Bäume, den Schwenk auf ein Grab, auf dem sein Name steht. Wieder ein Schnitt: Spieler, Vereinsangehörige, Offizielle und Zuschauer bei der Schweigeminute vor dem Anpfiff des folgenden Heimspiels, dem ersten, an dem Klaus nach seinem überraschenden Tod nicht mehr teilnehmen konnte.

Die wunderbare Helge Ulonska plaudert über ihren verstorbenen Mann. Sie erzählt noch einmal, wie er von Fans dazu gedrängt wurde, die Geschicke der Fortuna zu übernehmen, wie er es nur ein Vierteljahr lang machen wollte – und es schließlich mehr als zehn Jahre machte.

Den traurigen und besinnlichen Szenen folgt Klaus Ulonskas größter Triumph. Vorn auf der Leinwand laufen die entscheidenden Szenen des Rückspiels der Relegation zwischen der 2. Mannschaft des FC Bayern München und der Fortuna, die nach der regulären Spielzeit eigentlich schon tot war, in der letzten Sekunde der Nachspielzeit aber das entscheidende Tor zum Aufstieg schoss, dass bei den Kölner Anhängern alle Dämme brechen ließ. Schön, das an dieser Stelle noch einmal nachzuerleben.

Doch es gibt noch mehr. Johannes Rahn kommt zu Wort, Michael Schwetje, ebenso die ehemaligen Fortuna-Spieler Hans Sarpei und Tim Wiese, dazu Sportjournalisten und »Fußball-Philosoph« Bruno Laberthier. Und für Insider: auch Elli. :-) Nicht ausgespart bleibt die bittere Pokalpleite im Stadtderby gegen die Viktoria. Die gehört dazu.

Herausgekommen ist ein sehr schöner Film, bewegend und nachdenklich, melancholisch und euphorisch, begeistert und begeisternd. Oder wie man in Köln sagt: himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Es ist ein Film, der ans Herz geht und der eine Menge Herz besitzt, obwohl es sich bei Küchler und Scholz nicht um erklärte Fortuna-Fans handelt – was das Ergebnis aufgrund der gewissen Distanz aber umso wertvoller macht.

Mit dem Fortuna-Portrait gab es 2015 nach »Heinz Flohe – Der mit dem Ball tanzte« jedenfalls den zweiten gelungenen und mich berührenden Kölner Fußballfilm, den ich mir sicher mehr als nur einmal anschauen werde. Beim Abspann brach das Kinopublikum in spontanen Applaus aus, und das haben sich Küchler und Scholz mit ihrem tollen Portrait absolut verdient. Ich warte dann mal auf die DVD.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Jürgen Zeltinger im Südstadion

Er ist der selbsternannte »Asi mit Niwoh«, auch »De Plaat« gerufen. Es ist mir immer schwer gefallen, ihn musikalisch zu verorten mit seiner Mischung aus Hardrock, Punk und ein bisschen Kitsch, zuweilen auch Asi-Rock betitelt. Seit mehr als dreieinhalb Dekaden ist Jürgen Zeltinger in der Kölner Musikszene aktiv, ein echtes Urgestein also. Gestern Abend gastierte der Liebling einer eingeschworenen Fangemeinde im Vereinsheim des Südstadions, unplugged und ohne seine Band. Ihm zur Seite stand allein Dennis Kleimann an der akustischen Gitarre und zur gesanglichen Unterstützung. Der Konzerttitel »Avjespeck« bezog sich dann auch viel mehr auf die fehlenden Stromgitarren als auf Zeltingers leiblichen Umfang.

Sein bissiger Panzerfahrer erinnert mich noch heute an meine Zeit bei der Bundeswehr. Das schön dreckige (Mir sin alles) Kölsche Junge wird vom überwiegend männlichen Publikum lautstark und vielstimmig begleitet. Mehr noch gilt das für seinen Gassenhauer Asi mit Niwoh, und wie auf Knopfdruck mutiert das gesamte Auditorium zu Asis mit Niveau, die Kritikern die Fressen polieren und das Abendessen für die Band machen. Das ist einfach nur herrlich. Der Spaß ist groß und das Gelächter kaum weniger. Ich bin unvermittelbar lässt Zeltinger uns wissen, und andere alte Sachen folgen. Dass die Zeltinger-Band fehlt, fällt kaum auf, auch weil der junge (ebenfalls zur Band gehörende) Dennis Kleimann ein echtes As an der akustischen Klampfe ist.

Doch Zeltinger spielt nicht nur eigene »Stückchen«, wie er selbst seine Songs nennt, sondern auch einige seiner Lieblingslieder von anderen kölschen Bands. So hört das geneigte Publikum, das seinen Zeltinger immer wieder mit lautstarken »Jürgen! Jürgen!«-Sprechchören feiert, BAP, die Höhner und die Bläck Fööss. Besonders Die drei von der Linie 2 von den Fööss, irgendwann aus den Siebziger Jahren stammend, wird begeistert mitgegrölt. Aber auch Paar Daach fröher aus der Feder von Wolfgang Niedecken und Hey, Kölle kommen gut an.

Doch natürlich sind die Leute gekommen, um Zeltingers eigene Stücke zu hören, was er sichtlich genießt. Er interagiert sehr viel mit dem Publikum, erzählt Anekdötchen und schwaad eben so, wie ihm die kölsche Asi-Schnüss gewachsen ist. Zwischendurch kippt er immer mal wieder ein kleines Fläschchen, von dem ich annehme, dass es Wodka enthält.

Auf der Zielgerade jagen Zeltinger und das Publikum dann noch mal richtig los. Denn als Höhepunkt gibt es wie immer das von 1979 und seinem ersten Album stammende Kombistück Mein Vater war ein Wandersmann und Müngersdorfer Stadion. Obendrauf kommt – frei nach Lou Reed – schließlich der Stüverhoff, die Geschichte vom schwulen Stricher, der beklagt, dass mitten in der Nacht noch immer kein Freier aufgetaucht ist. Schwul war der Jürgen schon immer, und daraus hat er nie ein Hehl gemacht.

Der gestrige Auftritt war klasse und besaß einen enormen Spaßfaktor, woran wiederum das Publikum keinen Zweifel ließ. Ich muss Zeltinger unbedingt mal wieder mit Band abrocken sehen. War schön, Jürgen.

Freitag, 4. Dezember 2015

Sammlerherz 16

»Sammlerherz« war mir bis vor kurzem gänzlich unbekannt. Das »Magazin für den Comic- und Nostalgiefreund« wurde mir auf der letzten Intercomic nahegelegt, weil ich angeblich gleich zweimal darin vertreten sei. Stimmt sogar, wie ich später beim Durchschmökern feststellte. A4-formatig, mit nettem Covermotiv und 68 Seiten Umfang weiß das Magazin von Hans Simon und Eckhard Walter optisch auf Anhieb zu gefallen.

Inhaltlich bietet es genau das, was der Untertitel verspricht, nämlich eine Menge Informationen über die eher nostalgische Abteilung der deutschen Comic-Szene. Dabei geht es gleich ein wenig sentimental los. Einem kleinen Rückblick auf den vor acht Jahren verstorbenen Comic-Verleger Norbert Hethke und einem Interview mit dessen Frau Ursula lässt Hans Simon einen gefühlvollen Nachruf auf Werner Fleischer folgen. Ach, Werner – da muss ich gleich wieder an seine nächtlichen Anrufe denken, wenn ihm eine Idee zu einem Projekt gekommen war, zu dem er gleich etwas wissen wollte. Das war manchmal ein wenig nervig – aber weitaus mehr doch engagiert, enthusiastisch und charmant.

Danach geht es um Johannes Günther und sein Schaffen zu diversen Abenteuerserien, um Kit Carson und neue frankobelgische Abenteuercomics, um den 1845 geborenen Zeichner Adolf Oberländer, um Tim & Struppi und einiges andere mehr. Leserbriefe gibt es auch, ebenso einen »Hauptmann Greko«-Comic und den 11. Teil eines Romans um »Arthur – Der Herr von Drachenfels«. Es wird zurückgeblickt auf ein Treffen der Comic-Nostalgiefreunde auf der Ronneburg in Hessen so wie auf Toni Rohmens »Hubertushöhe-2«-Treffen, bei dem ich im Spätsommer zugegen war.

Im kleinen Städtchen Sulzbach-Rosenberg wurde in diesem Jahr tatsächlich zum ersten Mal eine Comicbörse durchgeführt. Irgendwie witzig, die Vorstellung. Bei dem Ortsnamen dachte ich gleich an die von dort stammenden zeichnenden Brüder Anton und Stefan Atzenhofer, die vor vielen Jahren so manche Illustration zu meinem damaligen Fanzine »Denebola« beigesteuert haben.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Rock Classics Sonderheft 13 - Iron Maiden

Sie gehören zu den größten, bekanntesten und erfolgreichsten Bands – nicht nur im Bereich des Heavy Metal, sondern der Rockmusik generell. Vierzig Jahre nach ihrer Gründung 1975 haben sie mit »The Book Of Souls« zum ersten Mal ein Doppelalbum veröffentlicht, und dieses Album beinhaltet all die typischen Musikelemente, mit denen sie bekannt geworden sind und die sie zu Weltruhm geführt haben: virtuose Gitarren, melodischer Metal Rock, treibende Beats, große Harmoniebögen, Science Fiction-Elemente und immer wiederkehrende Verweise auf literarische Klassiker.

Natürlich ist die Rede von der britischen Band Iron Maiden. Kaum jemand, der sich in den vergangenen Dekaden für Rockmusik interessierte, ist nicht schon einmal über den ikonischen Schriftzug des Bandnamens gestolpert oder über Eddy, das Maskottchen, das es in zahlreichen Varianten und Variationen gibt. Anlässlich des vierzigsten Geburtstags der Gruppe, des neuen Albums und natürlich der erfolgreich überwundenen Krebserkrankung von Luftsirene Bruce Dickinson hat Rock Classic – nicht zu verwechseln mit Classic Rock – ein Sonderheft über die eisernen Jungfrauen herausgegeben.

Das hundertseitige Magazin hat es in sich. Es ist umfangreich und bietet eine Fülle an Material. Dabei gelingt es den Verfassern, alte Maiden-Anhänger gleichermaßen anzusprechen wie Leute, die die Band vielleicht erst vor wenigen Jahren oder vor kurzem entdeckt haben. Bei mir liegt das zwar keine vierzig Jahre zurück, aber immerhin dreieinhalb Dekaden. Zuerst live gesehen habe ich Iron Maiden 1983, und in dem Jahr gleich zweimal: zunächst im November in der Messehalle in Hamburg und dann einen Monat später beim legendären »Rockpop in Concert«-Festival in der Dortmunder Westfalenhalle. Danach immer wieder und schließlich in der Oberhausen Arena bei The Final Frontier, ihrer bisher letzten Tour.

Das Rock Classics Sonderheft spannt den Boden von der Frühzeit der Band bis ins Heute. Die einzelnen Musiker kommen in Interviews ausführlich zu Wort, Vinylraritäten werden ebenso besprochen wie Sekundärliteratur über die Band, Filme, Fankultur und Coverbands. Am interessantesten fand ich die Besprechung sämtlicher erschienener Alben in chronologischer Reihenfolge im Kontext ihres Entstehungsprozesses. Das Magazin bescherte mir ein paar äußerst kurzweilige Lesestunden, und dass für das nächste Sonderheft Motörhead angekündigt ist, finde ich auch nicht schlecht.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Für immer verloren

Ich freue mir immer noch ein Loch in den Bauch, wenn ein neues Buch von mir erscheint und ich es endlich in Händen halte. Schon wieder ist ein Belegexemplar bei mir eingetroffen. Der Postbote brachte mir ein wunderschön aufgemachtes Hardcover aus dem Verlag Peter Hopf ins Haus. Es handelt sich um meine vierte Romanadaption nach dem klassischen Ritter-Comic FALK von Hansrudi Wäscher. Das Buch trägt den Titel Für immer verloren.

Auf dem Cover ist eine dramatische Szene aus der Geschichte zu sehen. Mit dem Dolch, den ein mieser Finsterling in die Tiefe stößt, hat es eine besondere Bewandtnis. Im Grunde dreht sich in Falks neuem Abenteuer alles um diese Waffe. Dass der auf den ersten Blick schäbige alte Dolch keinen Wert besitzt, ist ein gewaltiger Trugschluss, denn das Gegenteil ist der Fall.

Der Klappentext verrät: "Ein im Sterben liegender Edelmann überreicht Falk und Bingo einen unscheinbaren alten Dolch. Von da an sind die Freunde ihres Lebens nicht mehr sicher. Gedungene Mörder, die um jeden Preis verhindern wollen, dass der Dolch seinen Bestimmungsort erreicht, heften sich an ihre Fersen. Falk und Bingo geraten in einen Strudel aus Mord und Ränke. Zwielichtige Gestalten wollen den Dolch an sich bringen, denn er ist der Schlüssel zu einem uralten Geheimnis – und zu einem unermesslichen Schatz."

Wie all das zusammenhängt, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Wer es erfahren will, muss schon den Roman lesen. Rund 250 Buchseiten sind es geworden, garniert mit zahlreichen Illustrationen und den Titelabbildungen sämtlicher Piccolos, die für die Romanumsetzung Verwendung fanden. Ich habe das Buch gleich von vorn bis hinten durchgeblättert, um zu sehen, welche Illustrationen es diesmal ins Innere geschafft haben.

Freitag, 27. November 2015

Todesdrohung Schwarzer Raumer

Ich bin ins Universum des Raumschiffs Promet zurückgekehrt. Bei den Neuschreibungen des Klassikers ist gerade ein weiteres Taschenbuch von mir erschienen. Heute habe ich die Belegexemplare des neuen Romans Todesdrohung Schwarzer Raumer erhalten. Cool sieht das Buch aus, und das Lonati-Cover verleiht ihm den passenden klassischen Anstrich.

Auf Moran wird das Gewölbe des Wissens aktiv, und die alten Meister warnen vor den todbringenden Schwarzen Raumern, die die Galaxis schon einmal mit Schrecken und Vernichtung überzogen haben. Jahrtausendelang hat man nichts von ihnen gehört, doch nun rühren sie sich wieder. Nicht genug damit, wird Peet Orell, der Kommandant der Promet, in einen Strudel persönlicher Schicksalsschläge gezogen. Peet wird von düsteren Visionen geplagt, denn in seinem Inneren lauert eine Bestie in Ketten.

Samstag, 21. November 2015

Deep Purple in bester Spiellaune

Dass Deep Purple zu meinen all time favourites gehören, dürfte hinlänglich bekannt sein, und dass ich hingehe, wenn sie mal wieder auf Tour sind, ist eine klare Sache. Mit einem neuen Album im Gepäck touren sie derzeit wieder, auch durch deutsche Hallen. Ich freute mich wie Hulle auf das Konzert in Oberhausen, und ich wurde nicht enttäuscht.

Zugegeben, ein bisschen hüftsteif ist Ian Gillan mittlerweile schon, doch wen will das verwundern? Immerhin hat der Sänger der britischen Hardrock-Legenden mittlerweile 70 Jahre auf dem Buckel. In einem Alter, in dem andere längst in Rente sind, ist er von der Bühne ebenso wenig wegzudenken wie seine Weggefährten. Und Gillans Stimme ist bestens in Schuss, wie sich in der Arena zeigte.

Vor jedem von mir besuchten Deep Purple-Konzert schließe ich mit mir selbst eine Wette ab, mit welchem Lied sie wohl beginnen werden. Ich tippe stets auf Highway Star und liege meistens richtig. So auch diesmal - was allerdings keine große Kunst ist, denn mit diesem Stück legen sie schon seit vielen Jahren los.

Es folgt ein bestens sortiertes Paket von Klassikern, vorwiegend, aber nicht nur aus den Siebziger Jahren. Strange Kind of Woman und Lazy, Bloodsucker und Demon's Eye. Erfreulicherweise immer noch im Programm ist auch das herausragende Perfect Strangers vom grandiosen gleichnamigen Reunion-Album aus dem Jahr 1984. Bis damals glaubte ich, Deep Purple niemals live sehen zu können, da sich die Band 1976 aufgelöst hatte. Ein großer Irrtum - zum Glück!

(c) Ralf Schmidt
Natürlich ist jedes Bandmitglied ein Virtuose an seinem jeweiligen Instrument, und so bekam auch jeder seine Soloeinlage. Vorneweg brillierte Steve Morse mehrmals an der Gitarre, doch Berserker Ian Paice am Schlagzeug brauchte sich dahinter genauso wenig zu verstecken wie das zweite Purple-Gründungsmitglied Roger Glover am Bass oder der erst im neuen Jahrtausend nach dem Ausstieg von Jon Lord dazugekommene Don Airey an Keyboards und Hammond-Orgel. Zwischendurch griff Ian Gillan sogar zur Mundharmonika.

Auch vom aktuellen Album, in das ich noch nicht reingehört habe, spielten sie etwas. Das hat mir gefallen, und die Scheibe muss her. Ein Stück erinnerte mich ein wenig an Black Sabbath. Doch egal ob bei den vielen alten oder den wenigen neuen Liedern, die fünf Herren waren in bester Spiellaune und glänzend aufgelegt. Angesichts von soviel Qualität und musikalischem Können müsste jeder heutige Chart-Depp vor Scham im Boden versinken. Macht aber leider keiner. Deep Purple jedenfalls lieben, was sie tun, und sie lieben ihre Songs, das merkt man.

(c) Ralf Schmidt
Mit Space Trucking und Smoke on the Water gingen sie unter dem frenetischen Beifall der 7000 Besucher von der Bühne. Letzteres kann ich mir ohnehin immer wieder mit größter Begeisterung anhören, egal wie oft ich das Stück schon gehört habe. Das ist so ähnlich wie bei Born to Run, bei Verdamp lang her oder Sultans of Swing. Auch die Zugaben hatten es noch einmal in sich. Hush von ihrem Debütalbum aus dem Jahr 1968 gehört dankenswerterweise seit einigen Jahren wieder zum Standard-Repertoire, und Black Night kommt als finaler Kracher immer wieder gut.

Insgesamt spielten Deep Purple 16 Stücke in rund zwei Stunden, ohne dass auch nur einen Moment lang Langeweile aufkam. Sie sind halt nicht nur absolute Profis, sondern mit Begeisterung bei der Sache. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die älteren Herren ans Aufhören denken. Dazu machen ihnen ihre Auftritte unübersehbar viel zu viel Spaß. Ich hoffe es jedenfalls nicht, denn ich freue mich schon auf die nächste Tour und das nächste Konzert von Deep Purple.

Donnerstag, 19. November 2015

Götter der Niapave

Gegen Jahresende geht es Schlag auf Schlag, weil die Ren Dhark-Bücher da nicht zweimonatlich erscheinen, sondern im letzten Jahresquartal monatlich. Finde ich gut, so flattern die Romane auch monatlich ins Haus. So wie jetzt Band 58 mit Titel Götter der Niapave.

Die Bedrohung für die Wächter ist vorerst abgewendet, der unheimliche Angreifer wurde besiegt. Sein mörderisches Volk lauert dennoch weiterhin im Verborgenen. Ren Dhark jedenfalls hat endlich Zeit, sich dem drängenden Problem des Miniaturuniversums zu stellen, dessen Herkunft weiterhin unbekannt bleibt. Allerdings fehlen jegliche Hinweise, wie die Menschen sich der Anomalie annehmen könnten - bis ein weiteres Mal der Bakterienmann mit kryptischen Hinweisen in der Point of auftaucht.

Das vorliegende Buch habe ich zusammen mit Jan Gardemann und Nina Morawietz geschrieben. Das Exposé stammte von Ben B. Black, das Titelbild wie gewohnt und in gewohnter Qualität von Ralph Voltz. Es geht auf das Zyklusende zu. Zwei Bücher bleiben noch bis zum großen Showdown.

Freitag, 13. November 2015

Zyklusende um das Miniaturuniversum

Die Abenteuer um das Miniaturuniversum sind Geschichte, jedenfalls für die daran beteiligten Autoren. Einen Zyklus lang, also zwölf Bücher, hat die sphärische Anomalie uns in Atem gehalten. Sie hat nicht nur uns ein ums andere Mal in Verwirrung gestürzt, sondern auch Ren Dhark und die Besatzung der Point of. Doch nun ist es vorbei.

Ich habe das Zyklusende geschrieben und muss im Nachhinein feststellen, dass das ein schweres Stück Arbeit war. Denn sehr viele Fragen waren noch offen, mussten beantwortet werden, sträubten sich aber mit einigen Haken und Ösen, die ich - zum Glück nur vorübergehend - nicht so richtig in den passenden Kontext brachte. Wie weit es letztendlich doch noch geklappt hat, müssen die Leser beurteilen.

Sie haben den Höhepunkt des laufenden Zyklus erst noch vor sich. Das Buch mit Titel Das Wissen der Quun'ko'Aaraan erscheint erst im Februar. Vorher sind noch zwei weitere Bücher fällig, von denen eines diesen Monat und das andere im Dezember publiziert wird. Am Ende wird dann selbstverständlich geklärt, woher das Miniuniversum stammt und wie es entstanden ist. Da kommt eine dicke Überraschung auf die Leser zu.

Doch intern geht es bereits weiter. Während die Leser noch auf den Abschluss des Zyklus' warten, beginnen wir bereits mit den Arbeiten am nächsten Zyklus, dessen Grundlagen wir kürzlich bei der Dhark-Konferenz ausgetüftelt haben. Momentan ist Ben B. Black dabei, die ersten Exposés für den kommenden Handlungsabschnitt zu erstellen.

Donnerstag, 12. November 2015

Intercomic 78

Die Abstände von einer Intercomic zur nächsten scheinen immer kürzer zu werden. Zumindest kommt es mir so vor. Das ist natürlich Unsinn, denn immer noch liegt jeweils ein halbes Jahr zwischen den einzelnen Veranstaltungen. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit. Die Stadthalle in Köln-Mülheim öffnete für die 78. internationale Comicmesse ihre Pforten. Vor dem Eingang stand bereits eine lange Menschenschlange, und das Foyer und die Halle füllten sich schnell. Gleich zu Beginn schlenderte ich durch die wie stets sehr engen Gänge zwischen all den Ständen. Am Anfang ist das noch recht mühelos möglich, später wird es mir immer zu voll.

Spätestens wenn mir das Gedränge zu groß wird, verkrümele ich mich zu den Verlagen, mit denen mich dies oder das verbindet. Sei es, dass dort Romane von mir erscheinen, oder sei es, dass ich mit den Verlegern befreundet bin. Am Eingang Jörg Kaegelmanns Blitz-Verlag und der Verlag Peter Hopf, mitten drin Heinz Mohlberg und weiter durch, gleich vor der Bühne, Joachim Ottos Romantruhe. Am Stand des Hansrudi Wäscher Clubs besorgte ich mir das neue Magazin (Besprechung folgt) und etwas weiter die aktuelle Ausgabe von "Sammlerherz - Das Magazin für den Comic- und Nostalgiefreund" (Besprechung folgt ebenfalls). Das kannte ich bisher gar nicht und wurde nur darauf aufmerksam, weil mir jemand steckte, ich sei gleich zweimal darin vertreten. Stimmt sogar.

Auf die Jungs vom Kölner SF-Stammtisch ist Verlass. Ich freue mich immer, sie auf der Messe zu treffen, so auch diesmal. Mit Helmut, Hajo und Norbert trank ich ein Bier an der Bar, und wir lästerten über den einen oder anderen Nichtanwesenden. Der Autor Des Romero lief mir ebenso über den Weg wie der Maler Toni Rohmen und der stets freundliche und lächelnde Illustrator Ertugrul Edirne.

Sehr gefreut habe ich mich, Werner Fuchs und Rüdiger Schaefer zu treffen. Mit beiden hatte ich nicht gerechnet. Über Werner, ein Urgestein der deutschen SF-Szene, ein Wort zu verlieren, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Mit Werner halte ich immer gern ein Schwätzchen. Und Rüdiger hat sich in letzter Zeit auf der Intercomic rar gemacht. Dafür hat der Mann - schließlich ist er inzwischen Exposé-Schreiber für Perry Rhodan Neo - inzwischen eigene Autogrammkarten, von denen ich mir sofort eine signieren ließ. "Für Achim! In ewiger Liebe!", schrieb der Leverkusener Rabauke. :-) Wir alberten eine ganze Weile herum, und Rüdiger erinnerte an eine gemeinsame Begebenheit mit Klaus Bollhöfener. "Weißt du noch, damals da oben auf der Bühne?" Natürlich wusste ich, worauf er anspielte - doch das braucht an dieser Stelle nicht weiter thematisiert zu werden.

Inmitten des lockeren Spaßes hatte ich indes auch ernste Aufgaben zu erledigen. Mit Verleger Peter Hopf ging ich die Planung der Roman-Adaptionen nach Wäscher-Comics für 2016 durch. Schließlich wollen wir den Fans auch im kommenden Jahr wieder ein Roman-Feuerwerk aus Nick, Tibor und Falk präsentieren. Zudem hielt ich zum zweiten Mal die Laudatio auf den "Dark Star"-Preisträger. In diesem Jahr ging die Auszeichnung anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens seines Blitz-Verlags an den Verleger Jörg Kaegelmann für seine Verdienste um die phantastische deutsche Romanszene.

Auch der "Ritter der Neunten Kunst" wurde wieder verliehen, diesmal an Manfred Wildfeuer, der in der Kategorie "Verlage - Verleger - Herausgeber" für sein Lebenswerk geehrt wurde. Die Laudatio (http://www.comicforum.de/showthread.php?149234-HRW-Comic-Roman-und-Nostalgiefreunde-zum-78-Mal-zu-Gast-in-Köln&p=5076318&viewfull=1#post5076318 hielt der Wiener Gerhart Förster, Herausgeber des Comicmagazins "Die Sprechblase". Beide Preisverleihungen wurden wie gewohnt von dem rührigen Gerhart Renner auf den Weg gebracht.