Das neue Magazin des Hansrudi Wäscher Fanclubs habe ich von der letzten Intercomic mitgenommen - ganz so brandneu ist es von daher also gar nicht mehr. Jetzt bin aber endlich dazu gekommen, es zu lesen.
Die 45. Ausgabe steht überwiegend im Zeichen von Nick, denn in diesem Jahr wird der Weltraumfahrer sage und schreibe 60 Jahre alt. Im Februar 1959 kamen die ersten Nick-Piccolos an die Kiosks.
Sowohl das Titelbild als auch die vordere Umschlaginnenseite zeigen Nick-Motive. Beide stammen aus Privatbesitz und wurden den Magazinmachern freundlicherweise zum Abdruck zur Verfügung gestellt. Wie gewohnt erfreut auch eine Menge weiteres Bildmaterial das Auge des Betrachters.
Einen Einblick in Hansrudi Wäschers Arbeitsweise verschafft die Nick-Kladde, das Skript-Buch der frühen Nick-Geschichten. Interessant und durchaus mit Romanexposés vergleichbar. Außerdem gibt es die Anfänge von gleich zwei alten Nick-Geschichten, die nicht aus der Feder von Wäscher stammen und offenbar seinerzeit nicht fortgeführt wurden.
Dieter Herold erfreut mit dem umfangreichen ersten Teil eines Artikels über die Außerirdischen in Nick. Gelungen und kurzweilig - ich freue mich auf die Fortsetzung. Der selbe Autor legt den mehrseitigen Teil 1 einer Nick-Checkliste vor.
Überhaupt ist Dieter Herold maßgeblich am Inhalt der vorliegenden Ausgabe beteiligt: Er beschäftigt mit Falk-Telefonkarten, mit den neuen Abenteuern von Akim, mit Titelbildern der 2. Tibor-Piccoloserie und bei dieser speziell mit Wurgo, dem Schrecklichen. Den Wurgo-Comic gibt es komplett dazu. Wurgo ist ein bärenstarker Gorilla, gegen den selbst Tibor machtlos ist. Kein Wunder, handelt es sich bei Wurgo doch um einen ferngesteuerten Roboter. Die Geschichte hätte vielleicht besser zu Nick gepasst.
Von Helga Wäscher gibt es einen vierseitigen Brief mit Erinnerungen an ihren Mann Hansrudi. Waldemar Petelin berichtet über eine Comicausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn, und Rudi Mahl plaudert darüber, wie er vor 50 Jahren von Winnetou zu Sigurd kam. Dazu gibt es die eine oder andere Ergänzung mehr.
Ich schrieb es schon früher, wiederhole es aber gern noch einmal: Das Hansrudi Wäscher Magazin wird zwar von den Mitgliedern des Wäscher-Fanclubs gemacht, macht aber einen absolut professionellen Eindruck. Es ist immer wieder beeindruckend, mit wie viel Herzblut und Enthusiasmus die Wäscher-Fans ihrem Hobby nachgehen. Nicht weniger erstaunlich ist, dass sie immer wieder neue Facetten entdecken und in jeder Magazinausgabe mit neuem Material aufwarten können. Da frage ich mich nicht zum ersten Mal: Wo holen die das nur immer her?
Mein Leben spielt sich ab zwischen Dom und Rhein. Zwischen Schreibtisch, Fußballplatz, Konzerthalle und Kneipe. Auf der Straße. Virtuell und in der Wirklichkeit. Und sogar in den Köpfen mancher Leute. Ein bißchen von alledem findet hier seinen Niederschlag.
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Dienstag, 9. Oktober 2018
Freitag, 20. Juli 2018
Die Sprechblase 238
Auch die 238. Ausgabe des
Comicmagazins, das inzwischen im 43. Jahr erscheint, wartet wieder
mit einer Materialfülle auf, die ihresgleichen sucht. Diesmal kommen
nicht nur Comicfans auf ihre Kosten, sondern auch die Liebhaber von
Romanheften, was mich freut. Doch der Reihe nach.
Thematisch passend und mit zahlreichen Abbildungen werden gleich zwei Covermaler vorgestellt, die Titelbilder zu Pegg-Romanen lieferten. Dies ist zum einen der mir bis dato unbekannte Günther König und zum anderen der famose Rudolf Sieber-Lonati, dessen Science Fiction-Bilder auch schon einige meiner Werke schmückten. Tatsächlich ist an dieser Stelle das Titelbild eines meiner Promet-Romane zu sehen. Schick.
Ein Motiv des
Tunga-Zeichners Edouard Aidans schmückt das Titelbild. Tunga kenne
ich ebenso wie Tony Stark noch aus der Zack-Zeit der Achtziger Jahre.
Dass Aidans über diese beiden Serien hinaus noch viel mehr gemacht
hat, beleuchtet der erste von zwei Teilen der von Bernd Weckwert
geschriebenen Biografie.
Der gleiche Autor befasst sich danach
mit einem zeitlosen Klassiker der Comic-Kunst. QRN ruft Brezelburg
ist politisch wie kein zweiter Spirou und nicht allein von daher für
mich ein besonders bemerkenswertes Spirou-Abenteuer. Nicht von
ungefähr besitzt das 1966 erschienene Album einen beinahe legendären
Ruf. Weckwerts Artikel beleuchtet spannend die widrigen Umstände,
unter denen dieses Kleinod entstand. Wusste ich gar nicht. Sehr
Lesenswert!
Nicht weniger interessant ist Gerhard
Försters elfseitiges Interview mit Helga Wäscher. Frau Wäscher
erinnert sich nicht nur an ihr Leben mit Sigurd-Zeichner Hansrudi,
sondern auch an die eigene Karriere, die durchaus auch in den
Comicbereich hineinreichte. Neben zahlreichen Erinnerungen und
Anekdoten gibt es eine Menge Bilder. Der Beitrag hätte meinetwegen
noch länger sein dürfen.
Abermals Gerhard Förster befasst sich
unter Mitarbeit von Stefan Meduna mit Heftromanheld Billy Jenkins,
der derzeit bei Bastei neu aufgelegt wird. Und weiter geht es mit
Heftromanen. Ein ausführliches Interview mit Florian Beck alias
Jonny Pegg folgt, in dem der Westernautor über sein umfangreiches
Werk seit den Sechziger Jahren Rede und Antwort steht.
Thematisch passend und mit zahlreichen Abbildungen werden gleich zwei Covermaler vorgestellt, die Titelbilder zu Pegg-Romanen lieferten. Dies ist zum einen der mir bis dato unbekannte Günther König und zum anderen der famose Rudolf Sieber-Lonati, dessen Science Fiction-Bilder auch schon einige meiner Werke schmückten. Tatsächlich ist an dieser Stelle das Titelbild eines meiner Promet-Romane zu sehen. Schick.
Samstag, 30. Dezember 2017
Hansrudi Wäscher Magazin 44
Hansrudi Wäschers Buffalo Bill-Comics
habe ich nie gelesen. Entweder interessierten mich als Jungen nicht,
oder ich habe sie damals gar nicht wahrgenommen. Ich weiß es nicht
mehr. Bei Western mochte ich Bessy und schwor später auf Leutnant
Blueberry. Die 44. Ausgabe des Hansrudi Wäscher-Magazins ziert
allerdings ein sehr schönes Buffalo Bild-Motiv. Ich war auf Anhieb
sicher, es noch nie gesehen zu haben. Kein Wunder, verrät das
Vorwort doch, dass es sich um ein bislang unveröffentlichtes Gemälde
aus Privatbesitz handelt. Wobei ich einmal mehr bedaure, kein
einziges Wäscher-Original zu besitzen.
Der Heftinhalt beginnt traurig, nämlich
mit einem Nachruf auf den verstorbenen Herbert Karbaumer, der die
vorangegangene Ausgabe noch redaktionell betreut hatte, und einem
offenen Brief von Herberts Bruder Konrad an den HRW-Fanclub, der das
Magazin herausgibt.
Amüsant zu lesen sind hingegen stets
die Blicke in die Vergangenheit. Der Schweizer Wäscher-Fan Reinhard
Schneider erzählt, wie die Comics des Lehning-Verlags Anfang der
Sechziger Jahre ihren Weg auch an die Schweizer Kiosks fanden. Gustav
Gaisbauer erinnert sich an den 1973 von ihm besuchten Internationalen
Comic-Salon in Berlin. Herbert Karbaumer erzählt von einer
Begebenheiten, die sich 1973/74 zutrug, als sein Bruder einen Stapel
Tibor-Comics verlieh, diese nicht zurückbekam und sie stattdessen
eines Tages auf dem Lesetisch im Wartebereich eines Friseursalons
lagen.
Herr Wäschers Witwe Helga, Club und Magazin gleichermaßen
verbunden, gibt eine tolle Anekdote zum besten. Anfang der Sechziger
Jahre stand nämlich eines Sommertages plötzlich ein lebender
Elefant unter dem Fenster von Hansrudi Wäschers Arbeitszimmer, der,
wie sich später herausstellte, zu einem durchziehenden Zirkus
gehörte. Sogar ein Foto des Elefantenjungen mit seiner Mutter ist
erhalten geblieben und hier zu sehen.
Anlässlich des 50. Geburtstags von Roy
Stark, zu dem ja auch meine Roman-Adaption erschienen ist,
präsentiert Herbert Karbaumer eine Checkliste der Roy
Stark-Veröffentlichungen. Der Leser erfährt von Abwicklungen, die
man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen kann. Als nämlich in
den Sechziger Jahren Roy Stark auch in Frankreich erscheinen sollte,
wurden die Originalzeichnungen kurzerhand auf dem Postweg dorthin
geschickt. Sie kamen dann jedoch nicht auf gleichem Weg zurück,
sondern verschwanden – um erst Jahrzehnte später im Internet bei
Ebay wieder aufzutauchen. Eine eigene abenteuerliche Geschichte, die
sich Hansrudi Wäscher nicht einmal auszudenken brauchte.
Die Fortsetzung der chronologischen
Titelauflistung aller Wäscher-Erstdrucke hat mich dann fast
erschlagen. Seiten über Seiten Titel mit Erscheinungsdatum und
weiteren Informationen, nein, das ist nichts für mich. Puristen und
Biographen finden vielleicht Gefallen daran, aber ich habe Dieter
Herolds Fleißarbeit überblättert. Vom selben Autor sehr
interessant hingegen fand ich einen Blick auf Sigurd-Manuskripte.
Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich nicht weniger als
handschriftliche sowie maschinengeschriebene Exposés Herrn Wäschers,
die HRW als Vorlage für die daraus entstandenen Comics benutzte. Für
mich aufschlussreich, da ich bekanntlich selbst sehr viel mit
Exposévorgaben arbeite.
Reich bebilderte Berichte von
verschiedenen Clubtreffen, das Finale eines Buffalo Bill-Comics und
Leserbriefe runden das bunte Magazin ab. Nummer 45 erscheint zur
kommenden Intercomic-Messe Anfang Mai 2018 in Köln.
Dienstag, 5. Dezember 2017
Sammlerherz 18
Ich hinke ein wenig hinterher mit
meiner Besprechung, muss ich gestehen, denn kürzlich ist bereits die
19. Ausgabe von Sammlerherz erschienen, dem Magazin für den Comic-
und Nostalgiefreund. Doch widmen wir uns zunächst der Nummer 18,
deren Titelbild eine Zeichnung von Johann Kiefersauer präsentiert
und die einmal mehr als abwechslungsreicher und bunter Lesespaß
daherkommt.
Gleich der erste Artikel – oder Bildreportage, wie es im Heft steht – von Hans-Joachim Neupert nahm mich gefangen, fühlte ich mich doch in meine eigene Kindheit zurückversetzt. Um Quartette geht es, jene Kartenspiele, die uns als Kinder begeisterten und an die ich schon lange, lange nicht mehr gedacht habe. Unzählige Motive gab es, wie hier nachzulesen ist: Winnetou und Tarzan, Grzimeks Tierbilder und Märchenfiguren, Städte und bekannte Persönlichkeiten. Ich erinnere mich daran, dass ich und meine Brüder Autos, Rennwagen, Schiffe und Flugzeuge bevorzugten, den technischen Kram also. Das Raumpatrouille- und das Perry Rhodan-Quartett sind zu meinem Leidwesen allerdings völlig an mir vorbeigegangen. Dafür erinnere ich mich an das Bonanza-Quartett, ja, das habe ich besessen. Heute leider nicht mehr, schade. Das wäre wie die beiden davor genannten ein schönes Sammlerstück. Dafür war es ein schöner Artikel, mein Favorit in dieser Ausgabe.
Gleich der erste Artikel – oder Bildreportage, wie es im Heft steht – von Hans-Joachim Neupert nahm mich gefangen, fühlte ich mich doch in meine eigene Kindheit zurückversetzt. Um Quartette geht es, jene Kartenspiele, die uns als Kinder begeisterten und an die ich schon lange, lange nicht mehr gedacht habe. Unzählige Motive gab es, wie hier nachzulesen ist: Winnetou und Tarzan, Grzimeks Tierbilder und Märchenfiguren, Städte und bekannte Persönlichkeiten. Ich erinnere mich daran, dass ich und meine Brüder Autos, Rennwagen, Schiffe und Flugzeuge bevorzugten, den technischen Kram also. Das Raumpatrouille- und das Perry Rhodan-Quartett sind zu meinem Leidwesen allerdings völlig an mir vorbeigegangen. Dafür erinnere ich mich an das Bonanza-Quartett, ja, das habe ich besessen. Heute leider nicht mehr, schade. Das wäre wie die beiden davor genannten ein schönes Sammlerstück. Dafür war es ein schöner Artikel, mein Favorit in dieser Ausgabe.
Echte Raritäten gibt es zu bestaunen
in Eckhardt Walters reich bebildertem Beitrag „Schätze aus dem 19.
Jahrhundert“, die er selbst bei einem Spezialisten bewundern
durfte. Die Titelbilder und Illustrationen von Märchenbüchern,
Westernromanen wie Lederstrumpf, Piratengeschichten und Ritterstories
aus jener Zeit sind eine Augenweide. Glücklich, wer solche Schätze
in seiner privaten Bibliothek stehen hat. Eine echte Leiche hingegen
möchte wohl niemand im Haus haben – Hans Erich Dingel blickt weit
über den Tellerrand hinaus und ruft den Mordfall Rosemarie Nitribitt
in Erinnerung.
Marco Löffelhölz berichtet über
Hörspiele, und Peter Kronhagel rezensiert den mir unbekannten Comic
„Tex & Mex“ von Peter Wiechmann. Dessen humorige Extrablätter
klagen zudem die Comic Prohibition an und klären Grandma Daltons
Verschwinden. Comicsammler Eckhardt Walter liefert einen
Erfahrungsbericht über seinen Umzug. Den kann ich als Büchersammler
bestens nachvollziehen. Es gibt den zweiten Teil von Daniel Kaufungs
Artikel über Johann Kiefersauers Mecki, einen Blick auf Waldbilder
des spätromantischen (und in der vorigen Ausgabe ausführlich
gewürdigten) Naturmalers Hermann Vogel. Zur Erheiterung reizt ein
Fundstück von Hans-Joachim Neupert, das er auf der Rückseite der
Neujahrsausgabe der Hörzu aus dem Jahr 1957 entdeckte, nämlich wie
man sich damals die Welt anno 2000 vorstellte.
Hans Simon beschäftigt sich mit dem
Historiencomic Quetzalcoatl. Klingt heftig, spannend und gut und
wirft bezeichnende Schlaglichter auf den Konquistador Cortéz, den
Neil Young einst im gleichnamigen Lied folgerichtig als „Cortéz
the Killer“ bezeichnete. Bildberichte von Clubtreffen runden
Sammlerherz 18 ab. Dazu gibt es selbstverständlich die Fortsetzungen
des Comics um „Hauptmann Greko“ sowie von Hans Simons Roman
„Arthur“.
Freitag, 28. Juli 2017
Hansrudi Wäscher Magazin 43
Der Hansrudi Wäscher Fanclub wurde 1997 gegründet, er feiert im September sein zwanzigjähriges Bestehen und legte jüngst die 43. Ausgabe seines Magazins vor. Zum Jubiläum passt es gut, gleich auf dem Cover mit einem Schmankerl aufzuwarten. Bei dem Titelbild, das den Dschungelhelden Tibor zeigt, handelt es sich um eine bislang unveröffentlichte Zeichnung Wäschers, die ursprünglich für die Softcover-Reihe des Hethke-Verlags vorgesehen war, dort aber aus unbekannten Gründen nicht verwendet wurde.
Inhaltlich bietet das 80 Seiten dicke Magazin wieder eine Menge Material rund um den Künstler, der uns Nick und Tibor, Sigurd und Falk schenkte. Hansrudis Witwe Helga beispielsweise erzählt über die Autos der Wäschers, zu denen er eine besondere Beziehung hatte. Angeblich lautete das erste Wort, das der kleine Hansrudi aussprechen konnte, nicht "Mama" oder "Papa", sondern "Auto". Eine nette Anekdote, deren Wahrheitsgehalt sich heute nicht mehr nachprüfen lässt.
Dieter Herold beschäftigt sich bereits im sechsten Teil mit Originalzeichnungen, die als Vorlage für Telefonkarten dienten, und Gerhart Renner liefert einen Rückblick auf die Verleihung des Ritters der Neunten Kunst auf der 80. Intercomic an den Comicautor Ingraban Ewald. Dieter Herold ist überhaupt sehr präsent in der vorliegenden Ausgabe: ob die Falk Piccolo-Titelliste, ein Blick auf den echten Revolver, den Herr Wäscher daheim als Vorlage für Buffalo Bill-Comics benutzte, verschwundene Buffalo Bill-Zeichnungen, Tibor-Titelbilder für Hethke, Sigurd-Manuskripte oder Akims neue Abenteuer. Er erfreut sogar mit Hansrudi Wäschers letzter Zeichnung, einem Sigurd-Motiv, das vielleicht der Beginn eines neuen Abenteuers hätte sein können.
Wäscher-Fans berichten, wie sie als Kinder Falk und Tibor in der Schule oder Sigurd auf dem Bauernhof gelesen haben. Derlei Berichte sind als kleine Zeitreisen immer amüsant zu lesen. Comic-Verleger Manfred Wildfeuer gedenkt des verstorbenen Zeichners Achim Danz. Wir bekommen den zweiten Teil der schönsten Sprechblase-Titelbilder ebenso zu sehen wie die Fortsetzung eines Wäscherschen Buffalo Bill-Comics mit einer prächtigen Kolorierung von Toni Rohmen.
Nachdenklich stimmt die Unterschrift unter dem Vorwort des Magazins. Dort stehen nämlich die Namen der beiden Redakteure Herbert Karbaumer und Dieter Herold. Dies war Herberts letzte Ausgabe, er ist vor wenigen Wochen verstorben.
Inhaltlich bietet das 80 Seiten dicke Magazin wieder eine Menge Material rund um den Künstler, der uns Nick und Tibor, Sigurd und Falk schenkte. Hansrudis Witwe Helga beispielsweise erzählt über die Autos der Wäschers, zu denen er eine besondere Beziehung hatte. Angeblich lautete das erste Wort, das der kleine Hansrudi aussprechen konnte, nicht "Mama" oder "Papa", sondern "Auto". Eine nette Anekdote, deren Wahrheitsgehalt sich heute nicht mehr nachprüfen lässt.
Dieter Herold beschäftigt sich bereits im sechsten Teil mit Originalzeichnungen, die als Vorlage für Telefonkarten dienten, und Gerhart Renner liefert einen Rückblick auf die Verleihung des Ritters der Neunten Kunst auf der 80. Intercomic an den Comicautor Ingraban Ewald. Dieter Herold ist überhaupt sehr präsent in der vorliegenden Ausgabe: ob die Falk Piccolo-Titelliste, ein Blick auf den echten Revolver, den Herr Wäscher daheim als Vorlage für Buffalo Bill-Comics benutzte, verschwundene Buffalo Bill-Zeichnungen, Tibor-Titelbilder für Hethke, Sigurd-Manuskripte oder Akims neue Abenteuer. Er erfreut sogar mit Hansrudi Wäschers letzter Zeichnung, einem Sigurd-Motiv, das vielleicht der Beginn eines neuen Abenteuers hätte sein können.
Wäscher-Fans berichten, wie sie als Kinder Falk und Tibor in der Schule oder Sigurd auf dem Bauernhof gelesen haben. Derlei Berichte sind als kleine Zeitreisen immer amüsant zu lesen. Comic-Verleger Manfred Wildfeuer gedenkt des verstorbenen Zeichners Achim Danz. Wir bekommen den zweiten Teil der schönsten Sprechblase-Titelbilder ebenso zu sehen wie die Fortsetzung eines Wäscherschen Buffalo Bill-Comics mit einer prächtigen Kolorierung von Toni Rohmen.
Nachdenklich stimmt die Unterschrift unter dem Vorwort des Magazins. Dort stehen nämlich die Namen der beiden Redakteure Herbert Karbaumer und Dieter Herold. Dies war Herberts letzte Ausgabe, er ist vor wenigen Wochen verstorben.
Sonntag, 26. März 2017
Sprechblase 236
Die 236. Ausgabe der Sprechblase legt den Schwerpunkt auf Michel Vaillant, den ich aus den Zack-Heften der Siebziger Jahre kenne. Die Rennfahrerserie, die Zeichner und Autor Jean Graton, heute 93 Jahre alt, 1957 schuf, umfasst mittlerweile über siebzig Alben und erfreut sich bis heute mit neuen Geschichten großer Beliebtheit. Auf dreißig Seiten befasst sich die Sprechblase mit dem bekannten, dem neuen und dem unbekannten Michael Vaillant und wartet dabei mit einer Fülle an Informationen und Bildmaterial auf. Interessant fand ich vor allem den Bericht über diverse Vaillant-Kurzgeschichten, die für die Werbebranche entstanden und nie auf Deutsch erschienen sind. Eins dieser Abenteuer, vierseitig, findet sich hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung.
Thematisch naheliegend ist die neue Welle der Rennfahrercomics im Windschatten von Michel Vaillant, eine mehrseitige Fleißarbeit, so dass das halbe Heft von diesem Thema beherrscht wird. Anderweitige Artikel fallen demzufolge eher kurz aus. Mit dem zur Verfügung stehenden Platz hat die Sprechblase bei dem stets vorliegenden Material ohnehin in jeder Ausgabe zu kämpfen. Stefan Meduna beschäftigt sich mit der Rückkehr des Corto Maltese, und Herbert Heinzelmann blickt zurück auf den 17. Erlanger Comic Salon. Eine Würdigung erfährt der im vergangenen Jahr verstorbene italienische Zeichner Gallieno Ferri, ebenso die Luxemburger Ikone Luke Haas durch die Worte seiner Tochter Natalie. Herausgeber Gerhard Förster beschäftigt sich mit Russ Mannings in Zeitungen erschienenen Tarzan Daily Strips, und Asterix erobert wieder einmal Rom.
Opulente achtzehn Comicseiten schließen das neue Sigurd-Abenteuer um die Rätsel von Rothenstein ab. Anlässlich der auch bereits in Albumform publizierten Geschichte, die Gerhard Förster und Martin Frei auf die Beine gestellt haben, interviewt der eine den anderen. Der schöne zweiseitige Funny "Gefährliche Liebschaften" legt augenzwinkernd dar, wie Gerhard sich bei der Ausarbeitung der weiblichen Figuren in eben jene verliebt hat. Harrys bunter Medienmix und die Generation Lehning runden das Heft ab. Hundert proppevolle Magazinseiten bieten wieder einmal eine Menge, sodass die Sprechblase Pflichtlektüre und Lesevergnügen gleichermaßen bleibt.
Thematisch naheliegend ist die neue Welle der Rennfahrercomics im Windschatten von Michel Vaillant, eine mehrseitige Fleißarbeit, so dass das halbe Heft von diesem Thema beherrscht wird. Anderweitige Artikel fallen demzufolge eher kurz aus. Mit dem zur Verfügung stehenden Platz hat die Sprechblase bei dem stets vorliegenden Material ohnehin in jeder Ausgabe zu kämpfen. Stefan Meduna beschäftigt sich mit der Rückkehr des Corto Maltese, und Herbert Heinzelmann blickt zurück auf den 17. Erlanger Comic Salon. Eine Würdigung erfährt der im vergangenen Jahr verstorbene italienische Zeichner Gallieno Ferri, ebenso die Luxemburger Ikone Luke Haas durch die Worte seiner Tochter Natalie. Herausgeber Gerhard Förster beschäftigt sich mit Russ Mannings in Zeitungen erschienenen Tarzan Daily Strips, und Asterix erobert wieder einmal Rom.
Opulente achtzehn Comicseiten schließen das neue Sigurd-Abenteuer um die Rätsel von Rothenstein ab. Anlässlich der auch bereits in Albumform publizierten Geschichte, die Gerhard Förster und Martin Frei auf die Beine gestellt haben, interviewt der eine den anderen. Der schöne zweiseitige Funny "Gefährliche Liebschaften" legt augenzwinkernd dar, wie Gerhard sich bei der Ausarbeitung der weiblichen Figuren in eben jene verliebt hat. Harrys bunter Medienmix und die Generation Lehning runden das Heft ab. Hundert proppevolle Magazinseiten bieten wieder einmal eine Menge, sodass die Sprechblase Pflichtlektüre und Lesevergnügen gleichermaßen bleibt.
Sonntag, 15. Januar 2017
Sammlerherz 17
Das „Magazin für den Comic- und
Nostalgiefreund“, so der Untertitel, erscheint einmal im Jahr. Die
Ausgabe 17 habe ich von der letzten Intercomic mitgenommen. Seit ich
das Sammlerherz dort vor zwei Jahren entdeckte, gehört es neben der
Sprechblase und dem Hansrudi Wäscher-Magazin zu den Comic-Magazinen,
die ich regelmäßig lese.
Das dynamische Titelbild nimmt einen
auf den ersten Blick gefangen: ein sich aufbäumendes Pferd neben
einer bellenden Hundemeute, dazu im Hintergrund eine Figur, die an
einen Zauberer aus der einschlägigen Literatur erinnert und dem Bild
einen Hauch von Fantasy verleiht. Ich wurde auf Anhieb neugierig,
weil ich meinte, von dem Künstler noch nie etwas in einem Magazin
oder Fanzine gesehen zu haben. Kein Wunder, denn der Künstler
Hermann Vogel lebte von 1854 bis 1921. Im Heftinneren findet sich ein
Artikel samt Lebensgeschichte des Plaueners, der als einer der besten
und bekanntesten Illustratoren seiner Zeit galt. Unter anderem
illustrierte er Märchen von Christian Andersen. Noch heute stellt
das Vogtlandmuseum Plauen Werke von Vogel aus. Schöne Entdeckung
eines mir bis dahin völlig unbekannten Künstlers.
Ein anderer interessanter Mensch
scheint Luke Haas gewesen zu sein, „Den Toxkapp aus der Hiel“.
Was Toxkapp bedeutet, erschließt sich mir zwar nicht, aber Hiel ist
ein Stadtteil der Luxemburger Stadt Esch an der Alzette, die ich von
häufigen Durchfahrten mit dem Auto kenne. Luke, gebürtig Lucien,
Haas, dem Hans Simon einen längeren Nachruf widmet, war offenbar
eine bekannte Luxemburger Größe. Er gehörte als Sänger, Gitarrist
und Bassist verschiedenen Luxemburger Bands an, spielte dabei
Rock'n'Roll, Prog-Rock und Balladen nicht nur in Luxemburgisch,
sondern auch in Englisch, Französisch und Deutsch. Als
Schriftsteller verfasste er das „Luxemburger Rock-Lexikon“ und
den Bestseller „Luxemburger Rockstory“. Er war Comicsammler,
Comiczeichner und publizierte das schwergewichtige Comicbuch „Comics
in, aus und über Luxemburg“. Bemerkenswert ist, dass Luke Haas von
der Kultusministerin für seine Pionierarbeit gewürdigt wurde, das
kulturelle Leben in Luxemburg als Rockmusiker jahrzehntelang
mitbestimmt zu haben. Ein umtriebiger, kreativer Mann, der mir
bestimmt gefallen hätte, hätte ich ihn persönlich gekannt.
Zwei weitere Nachrufe finden sich in
der vorliegenden Ausgabe. Auch Sammlerherz gedenkt des verstorbenen
Hansrudi Wäscher, sowie zudem Dieter Lob, Sammler und profunder
Kenner der Szene. Um einen – allerdings schon lange –
Verblichenen geht es im Artikel „Georg Armstrong Custer – Die
Schlacht am Little Big Horn“ von Hans Erich Dingel, in dem der
Verfasser sich mit eben jenem Thema und Custers militärischer
Laufbahn beschäftigt. Was mich im ersten Moment verwunderte, ist so
erstaunlich gar nicht, dienten doch Custer, Crazy Horse und die
Schlacht am Little Big Horn nicht nur als Vorlage für diverse Filme,
sondern auch für eine Reihe von Comics. Erfreulich, dass Custers
Wirken – exemplarisch der Angriff und das Massaker an den Cheyenne
unter Black Kettle – durchaus kritisch betrachtet wird. Ein
lesenswerter Blick über den Tellerrand.
Ein wichtiger Bestandteil im
Sammlerherz ist die Fanszene. So findet sich ein Interview mit Detlef
Lorenz, dem Vater des „Logbuch des Robinson Crusoe“, sowie ein
weiteres mit dem Tarzan-Sammler Anton. Letzteren besuchte
Fragesteller Eckhardt Walter zudem zu Hause und berichtet samt
zahlreichen Bildern von einer Wohnung voller Tarzan-Schätze und
anderer Dinge.
Der erste Teil eines zweiteiligen
Artikels über – allerdings den neuen von Johann Kiefersauer –
Mecki führt mich zurück in meine Kindheit. Als kleiner Junge habe
ich auch Mecki gelesen, daran erinnere ich mich aber nur noch sehr
verschwommen. Thematisch verwandt ist die Erinnerung an Werbehefte
für Kinder in Comicform, wie sie vor einem halben Jahrhundert in
Geschäften verteilt wurden, sei es Rotkäppchen oder
Rumpelstilzchen, Der kleine Muck oder Max und Moritz. Wenn meine
Eltern mit mir Schuhe kaufen gingen, durfte das niemals in einem
anderen als in einem Salamander-Schuhgeschäft geschehen. Schließlich
gab es dort bei jedem Einkauf immer die kostenlosen Lurchi-Heftchen
dazu, sowie gelegentlich Gummifiguren von Lurchi oder seinen
Freunden. Leider hat bei mir nichts davon überlebt. Das Zeug dürfte
heute beim Verkauf einen ordentlichen Preis erzielen.
Neuland war für mich der Bericht über
„Saint-Tin und sein Freund Lou“, eine Persiflage auf Tim und
Struppi, die wegen Plagiatsverdachts sogar die französischen
Gerichte beschäftigte. Als selbst kreativ Schaffender stehe ich
dieser Tim und Struppi-Parodie äußerst skeptisch gegenüber.
Weitaus mehr erwärmen könnte ich mich vermutlich für das
französisch-belgische Comicepos „Hopfen und Malz“, das die
Geschichte einer Bierbrauer-Dynastie über einen Zeitraum von 150
Jahren erzählt.
Ein Comic darf nicht fehlen. Hier ist
es „Hauptmann Greko“ von Johannes Günther. Der Zeichenstil
gefällt mir sehr. Allerdings werfen die fünf Seiten der
Fortsetzungsgeschichte nicht mehr als ein kurzes Schlaglicht. Dies
dürfte jedoch, nehme ich zumindest an, dem für das Magazin
reichlich vorliegenden Material geschuldet sein. Gleiches gilt wohl
auch für die siebenseitige Romanfortsetzung „Arthur – Die
Odyssee“ von Hans Simon, illustriert ebenfalls von Johannes
Günther. Der Text kommt nämlich ziemlich gedrängt daher, der Satz
könnte durchaus ein wenig mehr Auflockerung und Struktur vertragen.
Aber bei der Fülle des Materials, das die Herausgeber in ihrem
Magazin unterbringen, ist das ein Jammern auf hohem Niveau.
Abgerundet wird die vorliegende Ausgabe
durch die Sammlerherz Extrablätter, einen launig-bebilderten Bericht
über die Bettelarmbänder Charms und eine Rezension zur
Trigan-Neuauflage bei Panini. Während ich Storm schon als
Jugendlicher klasse fand, habe ich zu Trigan nie einen Bezug
gefunden. Römer im Comic-Weltraum? Das passte für mich einfach
nicht zusammen.
Sammlerherz 17, herausgegeben von Hans
Simon und Eckhardt Walter, kommt ausgesprochen abwechslungsreich
daher und berührt auch Themen, die ich nicht unbedingt erwarte, die
aber dennoch oder gerade deshalb zum Schmökern einladen. Die
vollgepackten 68 Seiten im Magazinformat sind professionell
aufgemacht, wunderbar bebildert und durchgängig lesenswert.
Weitere
Informationen findet der Interessierte hier: www.sammlerherz.com.
Dort kann man das Magazin auch bestellen.
Dienstag, 3. Januar 2017
Hansrudi Wäscher Magazin 42
Die 42. Ausgabe dieses immer wieder
schönen Magazins ist bereits im November zur Intercomic erschienen,
nun bin ich endlich dazu gekommen, sie zu lesen. Das Titelbild
schmückt diesmal ein Motiv von „Jim, der Cowboy“. Wäscher
fertigte die Zeichnung bereits 2002 für die SPRECHBLASE an, dort ist
sie aber nie erschienen. Wir haben also tatsächlich eine
Erstveröffentlichung vor Augen.
Erstveröffentlichungen gibt es auch im
Heftinneren. Der Bastei-Verlag ließ einst beim Abdruck von Buffalo
Bill-Comics diverse Zeichnungen oder gar ganze Seiten weg. Die
verschwundenen Zeichnungen sind wieder aufgetaucht und werden an
dieser Stelle in Fortsetzungen nachgeliefert. Den Anlass nutzen die
Macher des Magazins dazu, gleich einen ganzen Buffalo Bill-Comic zu
präsentieren – neu handgelettert und mit einer tollen Colorierung!
Die ersten zwölf Seiten des Abenteuers Abrechnung mit den
Skalpjägern finden sich in diesem Heft.
Sympathisch rüber kommt das Interview
mit Herrn Wäschers Witwe Helga, die Einblick gibt in die gemeinsamen
Tagesabläufe und in Arbeitsabläufe ihres Mannes. Dazu passen
weitere Berichte von Lesern über ihren Besuch bei den Wäschers
sowie Fan-Rückblicke in die Vergangenheit, beispielsweise Herbert
Karbaumers Betrachtung von begossenen Lehning-Anstecknadeln,
Hans-Joachim Neuperts Jugenderinnerungen an Eisblumen, Wundertüten
und Old Shatterhand oder Dieter Herolds Gedenken an einen schlechten
Tausch. Solche persönlichen Eindrücke aus einer längst vergangenen
Zeit lese ich immer gern.
Akribische Leserarbeit darf in einem
Wäscher-Magazin nicht fehlen, so zu finden in Form einer Check-Liste
zu Jim, was sich bei dem Titelbild ja anbietet, oder eines Berichtes
von Dietmar Taubert über Sigurd-Piccolo-Titelbilder. Ohnehin findet
sich wieder eine Menge Bildmaterial aus dem Schaffenswerk Wäschers.
Nicht nur wird der Abdruck von Telefonkarten-Originalen mit dem
fünften Teil fortgesetzt, die Herausgeber haben ein bislang völlig
unbekanntes Akim-Motiv aufgetrieben.
Man beginnt des weiteren mit dem
Abdruck der schönsten Sprechblase-Titelbilder. Auf die bin ich
gespannt, da ich natürlich längst nicht alle Sprechblase-Ausgaben
kenne. Hinzu kommt die Fortsetzung der Bleistiftvorzeichnungen eines
Falk-Piccolos – derlei bekommt man nur selten zu sehen – sowie
der dritte und abschließende Teil eines Lanowen-Comics von Jan
Hoffmann. Und noch eine schöne Sache: Hansrudi Wäscher hat ein zwei
Piccolos umfassendes Nick-Abenteuer mit Titel Das Zeiträtsel
hinterlassen, von dem wir als Vorabdruck das Titelbild und drei
Piccolo-Streifen zu sehen bekommen.
Abgerundet wird die 42. Nummer des
abwechslungsreichen und lesenswerten Wäscher-Magazins durch einen
Blick auf Sigurd-Puzzles aus dem Jahr 1967, Bilder von den
Clubtreffen der rührigen Wäscher-Entusiasten und Leserbriefe. Das
Heft, und nicht nur diese Ausgabe, ist wie immer mehr als nur einen
Blick wert.
Montag, 11. Juli 2016
Die Sprechblase 235
Das Comicmagazin „Die Sprechblase“ war
Hansrudi Wäscher stets eng verbunden. Kein Wunder also, dass die
aktuelle Ausgabe den Verstorbenen ausführlich würdigt. Mehr noch,
das 100 Seiten dicke Heft entpuppt sich als Special rund um den Künstler,
der verschiedene deutsche Comicklassiker wie Nick und Sigurd, Tibor und Falk, Roy
Stark, Nizar, Bob & Ben schuf, für Bastei den Buffalo Bill
ebenso zeichnete wie die Gespenstergeschichten.
Herausgeber Gerhard Förster geht dabei einen anderen Weg als gewohnt. Normalerweise versucht er soviel Text und Inhalt wie möglich auf kleinem Raum unterzubringen. Ohnehin liegt ihm meistens so viel Material vor, dass er nicht alles veröffentlichen kann, was er gern möchte, und oft genug Beiträge in die folgende Ausgabe verschieben muss. Diesmal jedoch gibt er Text und Bildern Raum zu atmen. Das stellt sich sowohl optisch gefällig als auch inhaltlich spannend, interessant und abwechslungsreich dar. Die meisten kleinen Geschichten und Anekdoten von und rund um HRW, die hier versammelt sind, sind mir neu und geben mir eine Menge mir bislang unbekannter Einblicke in das Leben des Künstlers, der nach dem Krieg maßgeblich dazu beitrug, den Comic in Deutschland populär zu machen, wenn auch gegen zahlreiche Widerstände.
„Wäschers Leben in kommentierten Bildern“, so die Überschrift des Ganzen, trifft es ausgezeichnet. Eine Fülle von Fotografien, Titelbildern und Comicauszügen vollzieht die Lebensgeschichte Wäschers vom kleinen Jungen bis zum mit diversen Preisen ausgezeichneten Idol einer ganzen Lesegeneration nach, von ersten öffentlichen Auftritten bis hin zum letzten Besuch der Intercomic. Dabei kommen interessante Details zutage. Wer weiß schon, dass HRW den Bill Cody, den er als Buffalo Bill zeichnete, unter anderem wegen dessen unmäßigen Büffeljagden als äußerst unsympathischen Menschen empfand? Genau wie ich, und das gefällt mir. Der Bogen spannt sich von Betrachtungen über Lehning und Hethke bis zum Ärger mit der Bundesprüfstelle und Wäschers Alterswerk.
Auch neben dem Hauptartikel ist HRW das zentrale Thema der vorliegenden Ausgabe: Gerhard Förster interviewt Wäscher-Verleger Manfred Wildfeuer, Klaus Papendorf befasst sich in „Mit flacher Klinge“ mit des Meisters Werk, und Herbert Heinzelmann erinnert sich in „Die Kunst im Keller“ an die Entdeckungen, die er bei einem Wäscher-Besuch machte. Der ehemalige Ren Dhark-Autor Ewald Fehlau, jahrzehntelang für Bastei tätig und dort mit Wäscher zusammenarbeitend, wagt den „Versuch einer Annäherung an ein unvergessenes Phänomen“. Gerhard Förster erinnert sich daran, wie der Kaplan seinen geliebten Sigurd in die Badewanne warf, und „Das Beste aus 13 Interviews mit Hansrudi Wäscher“ lässt einen schmunzeln, nachdenken und fast ein wenig melancholisch werden.
Und abseits von Herrn Wäscher? Gibt es wie üblich Harrys bunten Medienmix und eine Besprechung des neuen Comic-Preiskatalogs, dazu einen Blick auf den Künstler Philippe Druillet und seinen Weltraumhelden Lone Sloane, auf den amerikanischen Superheldencomic Secret Wars und auf ASH, die Austrian Superheroes. Ich gebe zu, neben der geballten Wäscher-Ladung interessierte mich der ohnehin nur marginale Rest diesmal eher wenig, doch allein der reich bebilderte Hauptartikel macht Spaß. Fazit: Eine sehr gelungene und im Hinblick auf Hansrudi Wäschers Tod mehr als würdige Ausgabe der Sprechblase.
Herausgeber Gerhard Förster geht dabei einen anderen Weg als gewohnt. Normalerweise versucht er soviel Text und Inhalt wie möglich auf kleinem Raum unterzubringen. Ohnehin liegt ihm meistens so viel Material vor, dass er nicht alles veröffentlichen kann, was er gern möchte, und oft genug Beiträge in die folgende Ausgabe verschieben muss. Diesmal jedoch gibt er Text und Bildern Raum zu atmen. Das stellt sich sowohl optisch gefällig als auch inhaltlich spannend, interessant und abwechslungsreich dar. Die meisten kleinen Geschichten und Anekdoten von und rund um HRW, die hier versammelt sind, sind mir neu und geben mir eine Menge mir bislang unbekannter Einblicke in das Leben des Künstlers, der nach dem Krieg maßgeblich dazu beitrug, den Comic in Deutschland populär zu machen, wenn auch gegen zahlreiche Widerstände.
„Wäschers Leben in kommentierten Bildern“, so die Überschrift des Ganzen, trifft es ausgezeichnet. Eine Fülle von Fotografien, Titelbildern und Comicauszügen vollzieht die Lebensgeschichte Wäschers vom kleinen Jungen bis zum mit diversen Preisen ausgezeichneten Idol einer ganzen Lesegeneration nach, von ersten öffentlichen Auftritten bis hin zum letzten Besuch der Intercomic. Dabei kommen interessante Details zutage. Wer weiß schon, dass HRW den Bill Cody, den er als Buffalo Bill zeichnete, unter anderem wegen dessen unmäßigen Büffeljagden als äußerst unsympathischen Menschen empfand? Genau wie ich, und das gefällt mir. Der Bogen spannt sich von Betrachtungen über Lehning und Hethke bis zum Ärger mit der Bundesprüfstelle und Wäschers Alterswerk.
Auch neben dem Hauptartikel ist HRW das zentrale Thema der vorliegenden Ausgabe: Gerhard Förster interviewt Wäscher-Verleger Manfred Wildfeuer, Klaus Papendorf befasst sich in „Mit flacher Klinge“ mit des Meisters Werk, und Herbert Heinzelmann erinnert sich in „Die Kunst im Keller“ an die Entdeckungen, die er bei einem Wäscher-Besuch machte. Der ehemalige Ren Dhark-Autor Ewald Fehlau, jahrzehntelang für Bastei tätig und dort mit Wäscher zusammenarbeitend, wagt den „Versuch einer Annäherung an ein unvergessenes Phänomen“. Gerhard Förster erinnert sich daran, wie der Kaplan seinen geliebten Sigurd in die Badewanne warf, und „Das Beste aus 13 Interviews mit Hansrudi Wäscher“ lässt einen schmunzeln, nachdenken und fast ein wenig melancholisch werden.
Und abseits von Herrn Wäscher? Gibt es wie üblich Harrys bunten Medienmix und eine Besprechung des neuen Comic-Preiskatalogs, dazu einen Blick auf den Künstler Philippe Druillet und seinen Weltraumhelden Lone Sloane, auf den amerikanischen Superheldencomic Secret Wars und auf ASH, die Austrian Superheroes. Ich gebe zu, neben der geballten Wäscher-Ladung interessierte mich der ohnehin nur marginale Rest diesmal eher wenig, doch allein der reich bebilderte Hauptartikel macht Spaß. Fazit: Eine sehr gelungene und im Hinblick auf Hansrudi Wäschers Tod mehr als würdige Ausgabe der Sprechblase.
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Sonntag, 22. Mai 2016
Hansrudi Wäscher Magazin 41
Von der Intercomic habe ich das neue Magazin des Hansrudi Wäscher- Fanclubs mitgenommen. Wie immer ist es professionell und sehr schön aufgemacht. Die nunmehr 41. Ausgabe umfasst 72 Seiten, vom Titelbild blickt einem noch einmal der Meister entgegen, lächelnd mit einem Modellauto in der Hand und umgeben von einigen seiner Figuren.
Inhaltlich liegt der Schwerpunkt, wen wundert's,
auf dem Tod Herrn Wäschers. Magazinmacher, Weggefährten und
persönliche Bekannte denken an den Mann zurück, der so viel für
die Comicszene des tristen Nachkriegs-Deutschlands getan hat. Fans
erinnern sich an persönliche Begegnungen mit ihrem Idol oder gar an
ihre Besuche bei Helga und Hansrudi Wäscher.
Neben einem kurzen Lebenslauf werden die Ehrungen
aufgelistet, die HRW zuteil wurden: der »Deutsche Comicpreis« und
der »Goldene Pen«, der »Deutsche Fantasypreis« und der
»Max-und-Moritz-Preis«, der »Peng!-Comic-Preis« und der
»Internationale Comic-Ehrenpreis Ritter der Neunten Kunst«.
Im Guinness Buch der Rekorde ist Wäscher als produktivster deutscher
Comic-Zeichner verewigt. Wusste ich gar nicht.
Zeitungsartikel über den Tod des Comic-Pioniers
und Auszüge aus einem virtuellen Kondolenzbuch runden die
Erinnerungen an ein langes, produktives und ausgefülltes
Künstlerleben ab. Man merkt, die vielen Wäscher-Fans sind betroffen
und trauern um ihr großes und doch stets so sympathisch bescheiden
gebliebenes Idol.
Dazu gibt es die Skribbles einer verloren
geglaubten Falk-Story aus dem Jahr 1968 und einen kleinen Bericht
über verschwundene Buffalo Bill-Zeichnungen, die Wäscher einst für
Bastei angefertigt hat, Titellisten von Sigurd-Großbänden, einen
Blick auf Wäschersche Tarot-Karten und einen kurzen Rückblick auf
die 78. Intercomic. Komplettiert wird das wieder rundum gelungene
Heft durch zahlreiche schöne Illustrationen und den zweiten und
abschließenden Teil eines Sigurd-Comics.
Freitag, 1. Januar 2016
Hansrudi Wäscher Magazin 40
Das neue HRW-Magazin wartet wieder mit einer Vielzahl
kleiner und großer Beiträge aus der Welt des Hansrudi Wäscher auf.
Professionelle Aufmachung, A4-Format, 80 Seiten Umfang, kartonierter Umschlag
und reichlich bebildert, so kommt die 40. Ausgabe daher. Ich muss mir immer
wieder vor Augen rufen, dass es Fans und Leser sind, die dieses Magazin
gestalten und herausgeben. Diesmal ziert ein schönes Falk-Motiv das Cover.
Inhaltlich geht es los mit den Abbildungen von
Sigurd-Telefonkarten und Tarot-Karten, einem kleinen Bericht über Akims neue
Abenteuer und dem Ausschnitt aus einem Akim-Comic, später folgt ein Falk-Puzzle
aus dem Lehning Verlag.
Dazwischen wird es morbid. Werner Wandschneider listet
akribisch und mit Schilderung der betreffenden Szenen auf, welche 27 Halunken
Sigurds jugendlicher Freund, der Junker Cassim, bei zahlreichen Kämpfen ins
Jenseits befördert hat. Dazu gibt es diverse Abbildungen, auf denen man sieht,
wie die Schurken zu Tode kommen, natürlich ausnahmslos in Notwehr.
Dann folgt ein echtes Highlight. Nach über 47 Jahren sind
nämlich die als verschollen geglaubten Bleistiftvorzeichnungen von zwei
Falk-Piccolos aufgetaucht, und zwar für die Piccolos 23 und 24. Den Anfang
dieser Scribbles bekommen wir auf sechs Seiten zu sehen, der Rest soll in den
kommenden Magazinausgaben folgen. Das nenne ich ein wertvolles Fundstück.
Weiter geht es mit der Checkliste zu den fliegenden
Abenteurern Bob und Ben. Telefonkarten, Titelbilder, Postkarten, Anstecknadeln
– was es nicht alles gab. Auch Thomas Knips im Verlag Peter Hopf erschienene
Romanadaption von Bob und Ben wird aufgeführt. Ebenfalls wird die
Nizar-Checkliste fortgesetzt. Abgerundet wird das Heft durch einen Rückblick
auf die Clubtreffen des abgelaufenen Jahres sowie durch zwei Comics. Das ist
zum einen Teil 2 von »Lanowen – Magier des Königs« in Schwarzweiß, und zum
anderen in Farbe der erste Teil der Sigurd-Geschichte »Der rachsüchtige Dieb«
von Hansrudi Wäscher.
Das neue Magazin ist wieder eine abwechslungsreiche Sache.
Es ist immer wieder erstaunlich, welche Themen und wie viel Bildmaterial die
Wäscher-Enthusiasten aus dem Ärmel ziehen.
Freitag, 4. Dezember 2015
Sammlerherz 16
»Sammlerherz« war mir bis vor kurzem gänzlich unbekannt.
Das »Magazin für den Comic- und Nostalgiefreund« wurde mir auf der letzten
Intercomic nahegelegt, weil ich angeblich gleich zweimal darin vertreten sei.
Stimmt sogar, wie ich später beim Durchschmökern feststellte. A4-formatig, mit
nettem Covermotiv und 68 Seiten Umfang weiß das Magazin von Hans Simon und
Eckhard Walter optisch auf Anhieb zu gefallen.
Inhaltlich bietet es genau das, was der Untertitel
verspricht, nämlich eine Menge Informationen über die eher nostalgische
Abteilung der deutschen Comic-Szene. Dabei geht es gleich ein wenig sentimental
los. Einem kleinen Rückblick auf den vor acht Jahren verstorbenen
Comic-Verleger Norbert Hethke und einem Interview mit dessen Frau Ursula lässt
Hans Simon einen gefühlvollen Nachruf auf Werner Fleischer folgen. Ach, Werner
– da muss ich gleich wieder an seine nächtlichen Anrufe denken, wenn ihm eine
Idee zu einem Projekt gekommen war, zu dem er gleich etwas wissen wollte. Das
war manchmal ein wenig nervig – aber weitaus mehr doch engagiert,
enthusiastisch und charmant.
Danach geht es um Johannes Günther und sein Schaffen zu
diversen Abenteuerserien, um Kit Carson und neue frankobelgische
Abenteuercomics, um den 1845 geborenen Zeichner Adolf Oberländer, um Tim &
Struppi und einiges andere mehr. Leserbriefe gibt es auch, ebenso einen
»Hauptmann Greko«-Comic und den 11. Teil eines Romans um »Arthur – Der Herr von
Drachenfels«. Es wird zurückgeblickt auf ein Treffen der Comic-Nostalgiefreunde
auf der Ronneburg in Hessen so wie auf Toni Rohmens »Hubertushöhe-2«-Treffen,
bei dem ich im Spätsommer zugegen war.
Im kleinen Städtchen Sulzbach-Rosenberg wurde in diesem Jahr
tatsächlich zum ersten Mal eine Comicbörse durchgeführt. Irgendwie witzig, die
Vorstellung. Bei dem Ortsnamen dachte ich gleich an die von dort stammenden
zeichnenden Brüder Anton und Stefan Atzenhofer, die vor vielen Jahren so manche
Illustration zu meinem damaligen Fanzine »Denebola« beigesteuert haben.
Mittwoch, 24. Juni 2015
Hansrudi Wäscher Magazin 39
Wieder hat der Hansrudi Wäscher-Fanclub eine neue Ausgabe seines Magazins produziert. Diesmal gibt es ein inoffizielles Schwerpunktthema, nämlich Akim, der folgerichtig als Titelmotiv herhält. Mehrere Artikel befassen sich mit dem Dschungelhelden: es gibt eine Akim-Checkliste von 2005 bis 2015, Motive von Akim-Wimpeln und Akim-Lesezeichen sowie ein Akim-Gedicht und sogar eine unveröffentlichte Akim-Zeichnung des Altmeisters. Für Akim-Fans ist also viel zu entdecken.
Aber nicht nur für die. Der zweite Teil der Auflistung der Sigurd-Veröffentlichungen zwischen 2004 und 2014 zeigt sich wieder als Fleißarbeit. Für mich zuviel Fleißarbeit, um mich darin zu vertiefen. Wäschers Titelbild-Parade habe ich mir dafür komplett zu Gemüte geführt. Eine gelungene Fotostrecke untermalt Sepp Schrottners Bericht, der sich daran erinnert, wie es "Zu Besuch bei Wäschers" war. Der Abdruck eines Old Shatterhand-Fotoromans aus der Bild und Funk geht weiter. Ich erinnere mich daran, dass in dieser Fernsehzeitung in den frühen Siebzigern auch Fotoromane von Raumschiff Enterprise abgedruckt waren. Die habe ich damals mit großer Begeisterung gesammelt. Sie müssten sogar noch in irgendeinem Ordner stecken.
Mir gefallen immer die kleinen "Damals war's"-Episoden, in denen alte Wäscher-Fans darüber plaudern, wie sie in grauer Vergangenheit zu seinen Comics gekommen sind. Damals in den Fünfziger oder Sechziger Jahren. Witzig ist auch der Nachdruck eines kleinen Artikels aus der evangelischen Kirchenzeitung "Unsere Kirche". Uwe Herrmann erzählt darin, "Was nur Tibor konnte". In einer solchen Publikation erwartet man nun wirklich nicht, auf Hansrudi Wäscher zu stoßen.
Gleich drei Berichte steuert Gerhart Renner über die Intercomic in Köln bei. Er erinnert an die Verleihung des Dark Star an Horst Hoffmann und an Alfred Kelsner sowie an die Verleihung des Ritters der Neunten Kunst an Toni Rohmen. Zu letzterer findet man auch den Wortlaut der von Gerhard Förster gehaltenen Laudatio. Für mich eine schöne Nachlese, da ich bei allen drei Veranstaltungen zugegen war. Zugleich kommt ein wenig Wehmut auf, ist doch auf einem Foto der inzwischen verstorbene Eckhard Schwettmann als Laudator für Horst Hoffmann zu sehen. Anlässlich dieser Veranstaltung bin ich Eckhard zum letzten Mal begegnet.
Fazit: Alles in allem wieder eine gelungene, reich bebilderte Ausgabe, in der mich wie immer nicht alles interessiert, in der ich jedoch genug Material finde, welches das Magazin für mich lesenswert macht. Und das gelingt zudem ohne übermäßigen Zeitaufwand in den kleinen Pausen zwischendurch.
Donnerstag, 15. Mai 2014
Sigurd im Schnee
Die neue Ausgabe des Hansrudi Wäscher Fanclub-Magazins macht wieder richtig was her. Hundert Seiten Umfang, kartonierter Umschlag und auf dem Titelbild ein schönes Sigurd-Motiv in düsterer Schneelandschaft von Hansrudi Wäscher. Dazu über 30 Seiten Sigurd-Comic. Ich staune jedesmal wieder über den abwechslungsreichen Inhalt und die professionelle Aufmachung, die einige Fans, Amateure und Enthusiasten auf die Beine stellen.
Wie man es von Wäscher-Fans erwarten kann, beschäftigt sich der Großteil des DinA4-Magazins mit den Werken des Altmeisters. Die 2. Falk-Serie, Nick-Telefonkarten, Rückblicke der Mitarbeiter auf ihre mit Wäscher-Comics gesegnete Kindheit, der Werdegang vom skizzierten Entwurf zum fertigen Comic. Die Themenvielfalt um ihr Zeichneridol scheint unerschöpflich. Den Machern fallen immer wieder neue Nuancen ein, die zu beleuchten es lohnt. Eine davon sind auch die Sigurd-Hörspiele, die seit einiger Zeit in Joachim Ottos Verlag Romantruhe erscheinen.
Doch Redakteure und Mitarbeiter erschöpfen sich nicht bei Herrn Wäscher. Sie blicken über den Tellerrand hinaus, diesmal mit Western-Schwerpunkt. Der Old Shatterhand-Kinofilm wird erörtert und die daraus resultierende Bildserie in der Zeitschrift Bild und Funk aus dem Jahr 1964. Dazu paßt das Interview mit Walter Förster über seine wilde Zeit bei den Karl-May-Festspielen.
Es gibt einen Artikel über die Dark Star-Preisverleihung an Eckhard Schwettmann, über die ich bereits im vergangenen Jahr in meinem Blog berichtet habe. Nur für speziell Interessierte dürfte der Bericht über die TV-Jugendbuchreihen sein, die der Neue Tessloff Verlag zu Fernsehserien der Sechziger Jahre wie Fury, Lassie oder Rin Tin Tin herausgebracht hat. Die Rückkehr der illustrierten Klassiker sprach mich mehr an. Von den Comic-Adaptionen klassischer Literatur habe ich in meiner Kindheit einige Ausgaben besessen. An die Titel kann ich mich nicht mehr erinnern, finde es aber schön, daß diese kleinen Schmuckstücke in der deutschen Ausgabe jetzt fortgesetzt werden.
Wie man es von Wäscher-Fans erwarten kann, beschäftigt sich der Großteil des DinA4-Magazins mit den Werken des Altmeisters. Die 2. Falk-Serie, Nick-Telefonkarten, Rückblicke der Mitarbeiter auf ihre mit Wäscher-Comics gesegnete Kindheit, der Werdegang vom skizzierten Entwurf zum fertigen Comic. Die Themenvielfalt um ihr Zeichneridol scheint unerschöpflich. Den Machern fallen immer wieder neue Nuancen ein, die zu beleuchten es lohnt. Eine davon sind auch die Sigurd-Hörspiele, die seit einiger Zeit in Joachim Ottos Verlag Romantruhe erscheinen.
Doch Redakteure und Mitarbeiter erschöpfen sich nicht bei Herrn Wäscher. Sie blicken über den Tellerrand hinaus, diesmal mit Western-Schwerpunkt. Der Old Shatterhand-Kinofilm wird erörtert und die daraus resultierende Bildserie in der Zeitschrift Bild und Funk aus dem Jahr 1964. Dazu paßt das Interview mit Walter Förster über seine wilde Zeit bei den Karl-May-Festspielen.
Es gibt einen Artikel über die Dark Star-Preisverleihung an Eckhard Schwettmann, über die ich bereits im vergangenen Jahr in meinem Blog berichtet habe. Nur für speziell Interessierte dürfte der Bericht über die TV-Jugendbuchreihen sein, die der Neue Tessloff Verlag zu Fernsehserien der Sechziger Jahre wie Fury, Lassie oder Rin Tin Tin herausgebracht hat. Die Rückkehr der illustrierten Klassiker sprach mich mehr an. Von den Comic-Adaptionen klassischer Literatur habe ich in meiner Kindheit einige Ausgaben besessen. An die Titel kann ich mich nicht mehr erinnern, finde es aber schön, daß diese kleinen Schmuckstücke in der deutschen Ausgabe jetzt fortgesetzt werden.
Freitag, 11. April 2014
You are Number Six
Hansrudi Wäschers SIGURD wie Sechzig. Kein Wunder, daß sich die aktuelle Ausgabe des Comic-Magazins Sprechblase mit diesem Jubiläum beschäftigt. Andreas C. Knigge, der Autor der Wäscher-Biographie "Allmächtiger", steht Gerhard Förster Rede und Antwort. Dazu gibt es einen mehrseitigen Sigurd-Comic. Nicht aus der Feder des Altmeisters, sondern von Förster und Martin Frei. Der blonde Held kann seine Ähnlichkeit zum Original nicht leugnen, kommt mir, wie andere Figuren auch, aber ein wenig kantiger vor als bei Wäschers Pinselstrich.
Zahlreiche Comic-Neuerscheinungen werden besprochen und obligatorisch die Generation Lehning abgehandelt. Ich bin stets aufs Neue verblüfft, wie viel Wäscher wiederveröffentlicht wird, sei es im Wildfeuer Verlag, bei Ingraban Ewald, dem Nostalgiker Verlag oder beim rührigen Heinz Mohlberg. Die Stan Lee-Story wird mit Teil 3 fortgesetzt, und Macher aus der Comic-Szene äußern sich zum neuen Asterix. Dem stehe ich immer noch gespalten gegenüber. Im Vergleich zum zuvor erschienen Murks bedeutet er zwar fast einen Quantensprung, hechelt aber dennoch angezählt den besten Werken von Goscinny und Uderzo hinterher.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die aus den Sechziger Jahren stammende britische Fernsehserie "The Prisoner", die in Deutschland unter dem nicht weniger passenden Titel "Nummer 6" ausgestrahlt wurde. Ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen, denn die Serie klingt ziemlich interessant. Sie scheint mit Patrick McGoohan nicht nur einen außerordentlich charismatischen Hauptdarsteller gehabt zu haben, sondern auch inhaltlich über einiges zu verfügen, was ich mag. Umso verwunderlicher, daß ich nie damit in Berührung gekommen bin.
Doch hoppla, so ganz stimmt das wiederum nicht. Schließlich höre ich seit über dreißig Jahren Iron Maiden. Das Musikstück The Prisoner auf dem Maiden-Album "Number of the Beast" beginnt mit einem mysteriös klingenden Dialog zwischen zwei Personen mit Namen Number Two und Number Six. Daß es sich dabei um ein Sample jenes Dialogs handelt, der in der Fernsehserie am Ende des Vorspanns gesprochen wird, war mir nicht bewußt.
Obwohl "The Prisoner" es lediglich auf 17 Folgen brachte, gilt die Serie heute als ein Meilenstein der Fernsehunterhaltung und wird mit ihren Mystery-Elementen gar als einer der frühen Vorläufer von Akte X genannt. Da weiß ich doch, was als nächstes auf meiner DVD-Liste steht.
Zahlreiche Comic-Neuerscheinungen werden besprochen und obligatorisch die Generation Lehning abgehandelt. Ich bin stets aufs Neue verblüfft, wie viel Wäscher wiederveröffentlicht wird, sei es im Wildfeuer Verlag, bei Ingraban Ewald, dem Nostalgiker Verlag oder beim rührigen Heinz Mohlberg. Die Stan Lee-Story wird mit Teil 3 fortgesetzt, und Macher aus der Comic-Szene äußern sich zum neuen Asterix. Dem stehe ich immer noch gespalten gegenüber. Im Vergleich zum zuvor erschienen Murks bedeutet er zwar fast einen Quantensprung, hechelt aber dennoch angezählt den besten Werken von Goscinny und Uderzo hinterher.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die aus den Sechziger Jahren stammende britische Fernsehserie "The Prisoner", die in Deutschland unter dem nicht weniger passenden Titel "Nummer 6" ausgestrahlt wurde. Ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen, denn die Serie klingt ziemlich interessant. Sie scheint mit Patrick McGoohan nicht nur einen außerordentlich charismatischen Hauptdarsteller gehabt zu haben, sondern auch inhaltlich über einiges zu verfügen, was ich mag. Umso verwunderlicher, daß ich nie damit in Berührung gekommen bin.
Doch hoppla, so ganz stimmt das wiederum nicht. Schließlich höre ich seit über dreißig Jahren Iron Maiden. Das Musikstück The Prisoner auf dem Maiden-Album "Number of the Beast" beginnt mit einem mysteriös klingenden Dialog zwischen zwei Personen mit Namen Number Two und Number Six. Daß es sich dabei um ein Sample jenes Dialogs handelt, der in der Fernsehserie am Ende des Vorspanns gesprochen wird, war mir nicht bewußt.
Obwohl "The Prisoner" es lediglich auf 17 Folgen brachte, gilt die Serie heute als ein Meilenstein der Fernsehunterhaltung und wird mit ihren Mystery-Elementen gar als einer der frühen Vorläufer von Akte X genannt. Da weiß ich doch, was als nächstes auf meiner DVD-Liste steht.
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Sonntag, 11. August 2013
Die Sprechblase 227
Seit 1978 gibt es das Comicmagazin Die Sprechblase mittlerweile, seit stolzen 35 Jahren also, wie Herausgeber Gerhard Förster im Vorwort der aktuellen Ausgabe ausführt. Nach dem Tod Norbert Hethkes im April 2007 hat er das Magazin übernommen und Hethkes Arbeit mit fundierten Kenntnissen, großem Aufwand und viel Liebe fortgeführt. In jeder Ausgabe präsentiert Förster eine fast unüberschaubare Fülle an Informationen, Graphiken, Comics und mit Hintergrundwissen gespickten Artikeln.
So auch in der vorliegenden Nummer 227, die noch ein wenig umfangreicher ist als sonst und es auf satte 96 Seiten bringt. Ich gebe zu, ich habe nur einen Teil des Inhalts gelesen, den kleineren. Es ist einfach zu viel Material enthalten, als daß ich es mir zwischen den anderen Sachen, die ich lese, komplett zu Gemüte führen könnte. Zudem sind es für mich, der ich beileibe nicht der ausgemachte Comicfan bin - meine diesbezüglichen Vorlieben beziehen sich auf verschiedene Serien, die ich überwiegend noch aus den alten Zack-Zeiten kenne -, immer wieder nur Schlaglichter, die mich interessieren. Doch auch das spricht für und nicht gegen Die Sprechblase. Durch den breit gestreuten Inhalt dürfte jeder, der auch nur eine ansatzweise Affinität zu Comics hat, für sich etwas darin finden.
Mich sprach in der aktuellen Ausgabe vor allem der 1. Teil der Stan Lee-Story an. Der Mann, aus dessen Ideenschmiede Comic-Heroen wie Spider-Man und die X-Men stammen, die Fantastischen Vier, die Avengers, Daredevil, Thor, Hulk und Iron Man, ist mittlerweile 90 und immer noch vielseitig aktiv. Auf 12 Seiten, wie immer reichlich mit Illustrationen garniert, ist es einmal mehr Stefan Meduna, der einen gleichermaßen kompetenten wie lesenswerten Artikel liefert. Hier geht es explizit um Stanley Martin Liebers - so heißt Stan Lee nämlich mit Geburtsnamen - frühen Jahre, die für den späteren Comic-Superstar alles andere als ein Zuckerschlecken waren. Ich freue mich auf die Fortsetzungen in den kommenden Ausgaben.
Wie gesagt, es ist unmöglich, auf den gesamten Inhalt einzugehen. Da geht es um Walter Neugebauers bebilderten Winnetou, um das Lehning-Phantom Harry Ehrt, um Prinz Eisenherz, Tarzan und Capitan Terror. Es gibt ein Interview mit Émile Bravo, Material zu Don Camillo und Peppone sowie den 6. Teil der Lurchi-Chronik. Den habe ich mir wie den Stan Lee-Artikel vom Anfang bis zum Ende reingezogen. Schließlich gab es, als ich ein kleiner Junge war, für meine Eltern beim Schuhkauf eine unabdingbare Pflicht. Kein anderes als ein Salamander-Schuhgeschäft kam in Frage. Denn dort gab es nicht nur Schuhe, sondern immer auch den neuesten Comic mit Salamander Lurchi und seinen Freunden.
So auch in der vorliegenden Nummer 227, die noch ein wenig umfangreicher ist als sonst und es auf satte 96 Seiten bringt. Ich gebe zu, ich habe nur einen Teil des Inhalts gelesen, den kleineren. Es ist einfach zu viel Material enthalten, als daß ich es mir zwischen den anderen Sachen, die ich lese, komplett zu Gemüte führen könnte. Zudem sind es für mich, der ich beileibe nicht der ausgemachte Comicfan bin - meine diesbezüglichen Vorlieben beziehen sich auf verschiedene Serien, die ich überwiegend noch aus den alten Zack-Zeiten kenne -, immer wieder nur Schlaglichter, die mich interessieren. Doch auch das spricht für und nicht gegen Die Sprechblase. Durch den breit gestreuten Inhalt dürfte jeder, der auch nur eine ansatzweise Affinität zu Comics hat, für sich etwas darin finden.
Mich sprach in der aktuellen Ausgabe vor allem der 1. Teil der Stan Lee-Story an. Der Mann, aus dessen Ideenschmiede Comic-Heroen wie Spider-Man und die X-Men stammen, die Fantastischen Vier, die Avengers, Daredevil, Thor, Hulk und Iron Man, ist mittlerweile 90 und immer noch vielseitig aktiv. Auf 12 Seiten, wie immer reichlich mit Illustrationen garniert, ist es einmal mehr Stefan Meduna, der einen gleichermaßen kompetenten wie lesenswerten Artikel liefert. Hier geht es explizit um Stanley Martin Liebers - so heißt Stan Lee nämlich mit Geburtsnamen - frühen Jahre, die für den späteren Comic-Superstar alles andere als ein Zuckerschlecken waren. Ich freue mich auf die Fortsetzungen in den kommenden Ausgaben.
Wie gesagt, es ist unmöglich, auf den gesamten Inhalt einzugehen. Da geht es um Walter Neugebauers bebilderten Winnetou, um das Lehning-Phantom Harry Ehrt, um Prinz Eisenherz, Tarzan und Capitan Terror. Es gibt ein Interview mit Émile Bravo, Material zu Don Camillo und Peppone sowie den 6. Teil der Lurchi-Chronik. Den habe ich mir wie den Stan Lee-Artikel vom Anfang bis zum Ende reingezogen. Schließlich gab es, als ich ein kleiner Junge war, für meine Eltern beim Schuhkauf eine unabdingbare Pflicht. Kein anderes als ein Salamander-Schuhgeschäft kam in Frage. Denn dort gab es nicht nur Schuhe, sondern immer auch den neuesten Comic mit Salamander Lurchi und seinen Freunden.
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Sprechblase
Samstag, 25. Mai 2013
Überwiegend Bilder im neuen Wäscher-Magazin
Der Hansrudi Wäscher-Fanclub hat die 36. Ausgabe seines Clubmagazins vorgelegt. Ich staune immer wieder über die absolut professionelle Aufmachung des Heftes, das die Clubmitglieder in ihrer Freizeit auf die Beine stellen. Gebunden, mit 68 Seiten Umfang und weitgehend vierfarbig gestaltet, braucht es keinen Vergleich mit im Laden erhältlichen Comicmagazinen zu scheuen. Der einzige Unterschied ist, daß es sich nicht mit dem Comic im allgemeinen beschäftigt, sondern sich überwiegend Hansrudi Wäscher widmet.
Meistens bietet der Inhalt eine ausgewogene Mischung aus Comics und Texten, das ist diesmal anders. Gleich zwei mehrseitige Bildergeschichten beanspruchen den meisten Platz für sich. Das ist zum einen eine colorierte Buffalo Bill-Geschichte von Wäscher und zum anderen ein Schwarzweiß-Comic namens Greif, der Gaukler. Der Zeichner und bekennende Wäscher-Fan Gerhard Schreppel hat seine Arbeit als exklusive Erstveröffentlichung zur Verfügung gestellt. Zusammen bringen es die beiden Comics auf satte 47 Seiten, zu denen sich weitere Graphiken gesellen. So handelt es sich bei dem Titelbild, einem Buffalo Bill-Motiv von Wäscher, ebenfalls um eine Erstveröffentlichung. Man kann den Magazin-Machern nur zu ihren guten Beziehungen gratulieren.
Wie erwähnt, stehen in der vorliegenden Ausgabe die Texte dahinter zurück. Ganze vier an Zahl finden sich, und bei denen handelt es sich um recht kurze Artikel. So plaudert ein Sammler darüber, wie ihm unverhofft eine unbekannte Wäscher-Zeichnung aus dem Jahr 1969 in die Hände fiel. Ein anderer schwärmt davon, wie eine Nick-Büste, offenbar ein Unikat, in seinen Besitz gelangte. Nicht schlecht. Nick, das ist übrigens jener Weltraumfahrer aus Wäschers Feder, den ich seit kurzem für den Verlag Peter Hopf in Romanform adaptiere.
Ein weiterer Artikel befaßt sich mit dem so genannten "Ritter der Neunten Kunst", dem internationalen Comic-Ehrenpreis, der alljährlich auf der Intercomic in Köln an Personen, Verlage oder Institutionen verliehen wird, die sich um das Medium Comic verdient gemacht haben. Ich habe die auf einem Marmorsockel stehende Statue - knapp 50 Zentimeter hoch und rund 13 Kilogramm schwer - schon gesehen und kann nur sagen, daß es sich um einen auch optisch beeindruckenden Preis handelt.
Schließlich gibt es noch einen kleinen Text zur Verleihung des Dark Star-Preises 2012 an einen gewissen Achim Mehnert. Ein schönes Foto ist mit abgedruckt, wo ich vor dem Stand des Mohlberg-Verlags stehe und die erhaltene Urkunde in die Kamera halte. Nett, aber auch schon wieder ein Jahr her. Ich frage mich, wo es geblieben ist.
Meistens bietet der Inhalt eine ausgewogene Mischung aus Comics und Texten, das ist diesmal anders. Gleich zwei mehrseitige Bildergeschichten beanspruchen den meisten Platz für sich. Das ist zum einen eine colorierte Buffalo Bill-Geschichte von Wäscher und zum anderen ein Schwarzweiß-Comic namens Greif, der Gaukler. Der Zeichner und bekennende Wäscher-Fan Gerhard Schreppel hat seine Arbeit als exklusive Erstveröffentlichung zur Verfügung gestellt. Zusammen bringen es die beiden Comics auf satte 47 Seiten, zu denen sich weitere Graphiken gesellen. So handelt es sich bei dem Titelbild, einem Buffalo Bill-Motiv von Wäscher, ebenfalls um eine Erstveröffentlichung. Man kann den Magazin-Machern nur zu ihren guten Beziehungen gratulieren.
Wie erwähnt, stehen in der vorliegenden Ausgabe die Texte dahinter zurück. Ganze vier an Zahl finden sich, und bei denen handelt es sich um recht kurze Artikel. So plaudert ein Sammler darüber, wie ihm unverhofft eine unbekannte Wäscher-Zeichnung aus dem Jahr 1969 in die Hände fiel. Ein anderer schwärmt davon, wie eine Nick-Büste, offenbar ein Unikat, in seinen Besitz gelangte. Nicht schlecht. Nick, das ist übrigens jener Weltraumfahrer aus Wäschers Feder, den ich seit kurzem für den Verlag Peter Hopf in Romanform adaptiere.
Ein weiterer Artikel befaßt sich mit dem so genannten "Ritter der Neunten Kunst", dem internationalen Comic-Ehrenpreis, der alljährlich auf der Intercomic in Köln an Personen, Verlage oder Institutionen verliehen wird, die sich um das Medium Comic verdient gemacht haben. Ich habe die auf einem Marmorsockel stehende Statue - knapp 50 Zentimeter hoch und rund 13 Kilogramm schwer - schon gesehen und kann nur sagen, daß es sich um einen auch optisch beeindruckenden Preis handelt.
Schließlich gibt es noch einen kleinen Text zur Verleihung des Dark Star-Preises 2012 an einen gewissen Achim Mehnert. Ein schönes Foto ist mit abgedruckt, wo ich vor dem Stand des Mohlberg-Verlags stehe und die erhaltene Urkunde in die Kamera halte. Nett, aber auch schon wieder ein Jahr her. Ich frage mich, wo es geblieben ist.
Samstag, 26. Januar 2013
Die Sprechblase 226
Mit 80 prall gefüllten Seiten legt der Wiener Gerhard Förster wieder eine rappelvolle Ausgabe der Sprechblase vor. Es war, wie er anmerkt, so viel Material vorhanden, daß ein Teil auf die nächste Ausgabe verschoben werden mußte. Inhaltlich wird eine Menge geboten, die Qualität der zahlreichen Beiträge ist gewohnt hoch.
Zwei Herzstücke finden sich diesmal. Das ist zum einen eine Hommage an den mir völlig unbekannten Künstler Josep Marti Capell, dessen Geschichten sich quer durch sämtliche Genres erstrecken. In Deutschland veröffentlichte er unter anderem in Fix und Foxy sowie Yps und lieferte sämtliche Zeichnungen für die Comic-Geschichten der TKKG-Romane. Anfang der Achtziger Jahre produzierte er zwei Episoden für den SF-Funnie Mischa. Als echte Raritäten finden sie sich in der zu dieser Sprechblase beigelegten 3. Ausgabe der Kleinen Sprechblase.
Das andere Highlight ist ein umfangreicher Artikel mit dem Titel "Der unbekannte Asterix". Er beschäftigt sich mit so genannten Raubcomics, speziell am Beispiel von Asterix. Das hatte schon anarchistischen Charakter, was ein Künstler vor über dreißig Jahren tat. Er nahm Uderzos Asterix-Abenteuer, montierte die Bilder zu neuen Geschichten um und versah sie mit eigenen Texten, was Herrn Uderzo verständlicherweise gar nicht recht war. Das erfolgreichste dieser Werke war "Asterix und das Atomkraftwerk", das es Schätzungen zufolge auf dem Schwarzmarkt zu einer sechsstelligen Auflagenhöhe brachte. Ein höchst lesenswerter Beitrag, der mir an der einen oder anderen Stelle ein Grinsen ins Gesicht lockte, obwohl ich wahrlich kein Freund von Raubkopien, Plagiaten und unlizensierten Nachahmungen bin. Die Identität besagten Künstlers bleibt dem Publikum übrigens bis heute verborgen.
Ein weiterer mehrseitiger Schwerpunkt liegt auf der Piratengeschichte Der rote Korsar, die ich noch aus der Zack-Ära der Achtziger Jahre kenne. Abgerundet wird die vorliegende Ausgabe der SB durch den abschließenden 23. Teil eines Fenrir-Abenteuers von Hansrudi Wäscher.
Zwei Herzstücke finden sich diesmal. Das ist zum einen eine Hommage an den mir völlig unbekannten Künstler Josep Marti Capell, dessen Geschichten sich quer durch sämtliche Genres erstrecken. In Deutschland veröffentlichte er unter anderem in Fix und Foxy sowie Yps und lieferte sämtliche Zeichnungen für die Comic-Geschichten der TKKG-Romane. Anfang der Achtziger Jahre produzierte er zwei Episoden für den SF-Funnie Mischa. Als echte Raritäten finden sie sich in der zu dieser Sprechblase beigelegten 3. Ausgabe der Kleinen Sprechblase.
Das andere Highlight ist ein umfangreicher Artikel mit dem Titel "Der unbekannte Asterix". Er beschäftigt sich mit so genannten Raubcomics, speziell am Beispiel von Asterix. Das hatte schon anarchistischen Charakter, was ein Künstler vor über dreißig Jahren tat. Er nahm Uderzos Asterix-Abenteuer, montierte die Bilder zu neuen Geschichten um und versah sie mit eigenen Texten, was Herrn Uderzo verständlicherweise gar nicht recht war. Das erfolgreichste dieser Werke war "Asterix und das Atomkraftwerk", das es Schätzungen zufolge auf dem Schwarzmarkt zu einer sechsstelligen Auflagenhöhe brachte. Ein höchst lesenswerter Beitrag, der mir an der einen oder anderen Stelle ein Grinsen ins Gesicht lockte, obwohl ich wahrlich kein Freund von Raubkopien, Plagiaten und unlizensierten Nachahmungen bin. Die Identität besagten Künstlers bleibt dem Publikum übrigens bis heute verborgen.
Ein weiterer mehrseitiger Schwerpunkt liegt auf der Piratengeschichte Der rote Korsar, die ich noch aus der Zack-Ära der Achtziger Jahre kenne. Abgerundet wird die vorliegende Ausgabe der SB durch den abschließenden 23. Teil eines Fenrir-Abenteuers von Hansrudi Wäscher.
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Donnerstag, 25. Oktober 2012
Die Ducks aus Entenhausen in Köln
Dagobert Duck und Klaas Klever jagen einem Schatz nach, die Suche führt sie duch verschiedene deutsche Städte. In der Micky Maus-Ausgabe 40 verschlägt ein Rätsel in Gedichtform die Kontrahenten nach Köln. So kommt es, daß Onkel Dagobert, Donald und dessen Neffen Tick, Trick und Track in der Domstadt nach weiteren Hinweisen suchen.
Das ist durchaus nett gemacht, da das Stadtbild schön in die Jagd nach dem Schatz integriert wird. So lernt die Duck-Sippe die Hohenzollernbrücke kennen, den Kölner Dom und das mittelalterliche Hahnentor. Auch andere Sehenswürdigkeiten wie Groß Sankt Martin und die Altstadt tauchen in den Zeichnungen auf. Im Dom hält Dagobert den Dreikönigsschrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige zunächst für die gesuchte Beute. Im Hahnentor, einst ein Gefängnis, werden die Ducks mit Angehörigen der Ehrengarde und somit mit dem Karneval konfrontiert. Was Onkel Dagobert zu der launigen Aussage veranlaßt: »Ob Narren oder Knastbrüder. Mir egal, solange ich nur meinen Schatz finde.«
Gleichermaßen witzig wie authentisch ist die Szene, in der Donald in ein Brauhaus geht und sich einen Halven Hahn bestellt. Die dabei auftretende Verwirrung kenne ich von einigen meiner Bekannten, die zum ersten Mal in Köln waren und diese Bestellung tätigten. Donald sieht rot, als er statt des erwarteten halben Hähnchens ein halbes Röggelchen mit Käse serviert bekommt. Wutentbrannt wirft er es dem Kürbis, wie er den Köbes nennt, an den Kopf.
Ein wenig Klischee gibt es auch, wenn die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf thematisiert wird oder Angehörige der deutschen Panzerknacker-Fraktion in Karnevalskostümen der Village People auf den Plan treten, wenn Dagobert Ärger bekommt, weil er nicht weiß, daß ein Bützchen ein Küßchen ist oder er sich als Stimmungskanone in der Bütt versucht.
Am Ende flüchten die Ducks mit einem Wagen des Rosenmontagszugs aus Köln, weil der nächste Hinweis bei der Schatzsuche nach Stuttgart führt. Die Geschichte ist eine schöne Idee, die mir das eine oder andere Schmunzeln zu entlocken vermochte.
Das ist durchaus nett gemacht, da das Stadtbild schön in die Jagd nach dem Schatz integriert wird. So lernt die Duck-Sippe die Hohenzollernbrücke kennen, den Kölner Dom und das mittelalterliche Hahnentor. Auch andere Sehenswürdigkeiten wie Groß Sankt Martin und die Altstadt tauchen in den Zeichnungen auf. Im Dom hält Dagobert den Dreikönigsschrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige zunächst für die gesuchte Beute. Im Hahnentor, einst ein Gefängnis, werden die Ducks mit Angehörigen der Ehrengarde und somit mit dem Karneval konfrontiert. Was Onkel Dagobert zu der launigen Aussage veranlaßt: »Ob Narren oder Knastbrüder. Mir egal, solange ich nur meinen Schatz finde.«
Gleichermaßen witzig wie authentisch ist die Szene, in der Donald in ein Brauhaus geht und sich einen Halven Hahn bestellt. Die dabei auftretende Verwirrung kenne ich von einigen meiner Bekannten, die zum ersten Mal in Köln waren und diese Bestellung tätigten. Donald sieht rot, als er statt des erwarteten halben Hähnchens ein halbes Röggelchen mit Käse serviert bekommt. Wutentbrannt wirft er es dem Kürbis, wie er den Köbes nennt, an den Kopf.
Ein wenig Klischee gibt es auch, wenn die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf thematisiert wird oder Angehörige der deutschen Panzerknacker-Fraktion in Karnevalskostümen der Village People auf den Plan treten, wenn Dagobert Ärger bekommt, weil er nicht weiß, daß ein Bützchen ein Küßchen ist oder er sich als Stimmungskanone in der Bütt versucht.
Am Ende flüchten die Ducks mit einem Wagen des Rosenmontagszugs aus Köln, weil der nächste Hinweis bei der Schatzsuche nach Stuttgart führt. Die Geschichte ist eine schöne Idee, die mir das eine oder andere Schmunzeln zu entlocken vermochte.
Sonntag, 7. Oktober 2012
Die Sprechblase 225
Auf 80 Seiten bietet die neue Ausgabe des Magazin für bunte Bilder wieder Artikel und zahlreiche Informationen zu aktuellen und klassischen Comics. Ein Drittel des Umfangs macht diesmal ein Special über Albert Weinberg aus. Die Sprechblase widmet sich dem im vergangenen Jahr verstorbenen Belgier und seiner bekanntesten Comicfigur, dem kanadischen Piloten Dan Cooper, in ausführlicher Manier. Sehr schön.
Einen netten, wenn leider auch nur einseitigen Artikel gibt es zu Rick Master, den ich wie Dan Cooper in den Siebziger und Achtziger Jahren in Zack gelesen habe. Comicadaptionen zu James Bond werden ebenso beleuchtet wie solche zu Karl May. Der Leser findet Besprechungen zu neu erschienenen Comics, einen Artikel über Pecos Bill und einen Bericht zum 15. Internationalen Comicsalon in Erlangen. Comics selbst gibt es ebenfalls, nämlich einen Michel Vaillant aus dem Jahre 1957, einen Pecos Bill und einen Fenrir von Hansrudi Wäscher.
Ich werde auch genannt. In der regelmäßigen Rubrik Generation Lehning geht Gerhard Förster auf meinen Band 1 der angekündigten Romanadaptionen von Wäschers Nick ein. »Mehnert ist übrigens auch ein etablierter Autor von Perry Rhodan und anderen Romanserien«, schreibt Förster. Das allerdings sehe ich anders. Ich mag durchaus ein etablierter Autor von Ren Dhark sein, nicht jedoch von Perry Rhodan. Etablierte Autoren von Rhodan sind für mich solche, die sich über Jahre in der Erstauflage verdient gemacht haben, jedoch keine die wie ich nur für Ableger wie Perry Rhodan Action und Nebenserien wie Atlan tätig sind oder die wie andere Perry Rhodan als Perry Rhodan Neo einen Neuaufguß geben.
Ich lese nicht die gesamte Sprechblase durch. Manche Artikel überfliege ich, andere überblättere ich gar. Der Großteil des Inhalts interessiert mich aber, und mir gefällt, daß das Magazin durchgehend reich bebildert ist. Als Beilage gibt es zum zweiten mal Die kleine Sprechblase, diesmal mit zwei Westernraritäten.
Einen netten, wenn leider auch nur einseitigen Artikel gibt es zu Rick Master, den ich wie Dan Cooper in den Siebziger und Achtziger Jahren in Zack gelesen habe. Comicadaptionen zu James Bond werden ebenso beleuchtet wie solche zu Karl May. Der Leser findet Besprechungen zu neu erschienenen Comics, einen Artikel über Pecos Bill und einen Bericht zum 15. Internationalen Comicsalon in Erlangen. Comics selbst gibt es ebenfalls, nämlich einen Michel Vaillant aus dem Jahre 1957, einen Pecos Bill und einen Fenrir von Hansrudi Wäscher.
Ich werde auch genannt. In der regelmäßigen Rubrik Generation Lehning geht Gerhard Förster auf meinen Band 1 der angekündigten Romanadaptionen von Wäschers Nick ein. »Mehnert ist übrigens auch ein etablierter Autor von Perry Rhodan und anderen Romanserien«, schreibt Förster. Das allerdings sehe ich anders. Ich mag durchaus ein etablierter Autor von Ren Dhark sein, nicht jedoch von Perry Rhodan. Etablierte Autoren von Rhodan sind für mich solche, die sich über Jahre in der Erstauflage verdient gemacht haben, jedoch keine die wie ich nur für Ableger wie Perry Rhodan Action und Nebenserien wie Atlan tätig sind oder die wie andere Perry Rhodan als Perry Rhodan Neo einen Neuaufguß geben.
Ich lese nicht die gesamte Sprechblase durch. Manche Artikel überfliege ich, andere überblättere ich gar. Der Großteil des Inhalts interessiert mich aber, und mir gefällt, daß das Magazin durchgehend reich bebildert ist. Als Beilage gibt es zum zweiten mal Die kleine Sprechblase, diesmal mit zwei Westernraritäten.
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