Mittwoch, 15. August 2018

Seuchenherd Milchstraße

Vom Titelbild des Buches, das mir der Zusteller ins Haus brachte, schauen mich drei meiner Lieblingsfiguren aus der Ren Dhark-Serie an: der Ingenieur Chris Shanton, der Mysterious Arc Doorn und der Roboterhund Jimmy. Handlungsschauplätze sind diesmal die Milchstraße, speziell Munros Stern III, sowie Jahrzehntausende in der Vergangenheit eine nicht näher bestimmte Galaxis.

Die 77. Ausgabe von Ren Dhark - Weg ins Weltall ist erschienen. Das Buch trägt den Titel Seuchenherd Milchstraße. Nach einem Exposé von Ben B. Black wurde der Roman von Nina Morawietz, Jan Gardemann und mir verfasst. Das Bild auf dem Cover stammt wie üblich von Ralph Voltz.

Der Klappentext des Buches lautet wie folgt: "Die Wissenschaftler an Bord der POINT OF haben gut und schnell gearbeitet, ein Gegenmittel gegen die auf der Siedlerwelt Sahara grassierende Seuche scheint gefunden zu sein. Bert Stranger, der von der Krankheit gezeichnete Starreporter von Terra-Press, stellt sich als Proband für das Heilmittel zur Verfügung, doch das zeigt unerwartete Nebenwirkungen. Für Ren Dhark und seine Getreuen fängt damit der Kampf gegen denjenigen, der unschuldige Wesen mit tödlichen Krankheiten überzieht, jedoch erst an, denn die Galaxis scheint sich zu verwandeln in den Seuchenherd Milchstraße."

Montag, 13. August 2018

Die Promet und der Gravitationslinseneffekt

Es wird wissenschaftlich. Dass Licht von großen Massen abgelenkt wird, ist bekannt. Dies geschieht durch Sterne ebenso wie durch Galaxien oder andere astronomische Objekte. In der Astronomie gibt es den Begriff des Gravitationslinseneffekts. Wenn man eine Lichtquelle beobachtet, die hinter einem massereichen Objekt liegt, dessen Schwerkraft das Licht ablenkt, so wirkt die Gravitation ähnlich wie eine optische Linse das täglichen Gebrauchs. Sie gaukelt dem Beobachter die beobachtete Quelle an einem anderen als dem realen Ort vor. Sprich: man sieht die Quelle dort, wo sie sich tatsächlich gar nicht befindet.

Was das mit Promet zu tun hat? Ich bin eben mit der Überarbeitung meines Manuskripts für Raumschiff Promet 21, Titel Flucht aus der Terrorstadt, fertig geworden und habe dieses an den Exposé-Autor Gerd Lange geschickt. In dem Roman spielt der oben genannte Gravitationslinseneffekt eine wichtige Rolle. Peet Orell und seine Freunde werden nämlich von einem solchen Objekt genarrt und begeben sich auf einen Raumflug über eine Strecke von 12.000 Lichtjahren. Am Ziel werden sie nicht nur mit der titelgebenden Terrorstadt konfrontiert, sie machen auch die Bekanntschaft eines faszinierenden Wesens. Sie lernen Khuur kennen, den Letzten seines Volkes.

Sonntag, 12. August 2018

Noch ein Coloniacon-Plakat

Das offizielle Veranstalter-Plakat für den diesjährigen Coloniacon habe ich schon vor geraumer Zeit an dieser Stelle vorgestellt. Nun gibt es ein weiteres Plakat, und zwar eins aus dem Hause Perry Rhodan. Das finde ich toll. Schade ist zwar, dass das Bild das selbe Motiv zeigt wie vor zwei Jahren. Aber sei's drum.

Dass ich als Ehrengast mitaufgeführt werde, ist sicherlich nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich bin selbst überrascht - wenngleich positiv, das gebe ich gern zu. Wer die aufgeführten Namen zusammengestellt hat, weiß ich nicht.


 

Donnerstag, 9. August 2018

Cover Promet 20 und 21

Die Neuschreibung der Klassiker von Raumschiff Promet geht bekanntlich munter weiter. Die Titelbilder für meine nächsten beiden Romane, die Nummern 20 und 21, sind fertig. Die Taschenbücher erscheinen im Herbst, rechtzeitig zur 84. Intercomic in Köln.

Hier schon mal die Titelbilder. Beide Motive entstammen dem umfangreichen Schaffenswerk des Künstlers Rudolf Sieber-Lonati.





Mittwoch, 8. August 2018

Hetzjagd durchs Telin-Imperium

Ich habe die Arbeit an Ren Dhark 412 abgeschlossen. Der Teilroman ist vorgesehen für das 79. Buch von Weg ins Weltall, das den vielsagenden Titel Der Seuchenbringer tragen wird. Eifrige Dhark-Leser können sich nun sicher schon denken, um wen es sich bei demjenigen mit dem wenig schmeichelhaften Namen handelt.

Nicht denken können werden sie sich hingegen, wozu diese Figur noch fähig ist. Der Kommandant des Ringraumers Point of und seine Getreuen wissen es auch nicht. Sie werden unversehens mit einem Vorgang konfrontiert, den sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorzustellen gewagt hätten und der sie vor eine erschreckende Tatsache stellt. Aber Ren Dhark wäre nicht Ren Dhark, wenn er sich nicht auch dieser für ihn neuen und überhaupt einzigartigen Situation stellen würde.

Der Commander der Planeten bekommt in diesem Roman einen neuen Verbündeten an die Seite gestellt. Um wen es sich handelt, verrate ich nicht. Ein bisschen Überraschung muss ja auch sein. Zudem tritt ein legendäres Waffensystem der Mysterious in Aktion. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in meinen Dhark-Beiträgen schon einmal mit dieser Waffe gearbeitet habe.

Auf jeden Fall gestattete es die Exposé-Vorgabe nicht nur, dass ich es reichlich krachen lassen kann, sie machte es sogar zwingend erforderlich. Wer auf Action und Raumschlachten steht, der wird, so viel kann ich voraussagen, bestens bedient.

Sonntag, 22. Juli 2018

Hartmut Priess verlässt die Bläck Fööss

Hartmut Priess und ich im Kölner Südstadion.
Sie sind die Mutter aller kölschen Bands, die Stadtchronisten und die Stimme Kölns. 1970 gegründet, sind sie längst eine Institution, lebende Legenden und bis heute nicht aus dem Karneval und dem kölschen Mundartgesang wegzudenken – und dazu, neben BAP, eine meiner beiden Kölner Lieblingsbands. Von wem anders als den Bläck Fööss kann die Rede sein?
 
Die Urbesetzung bestand aus Sänger Tommy Engel, Ernst „Erry“ Josef Stoklosa (Gesang, Gitarre, Percussion), Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (Gesang, Gitarre, Banjo, Mandoline, Violine, Bouzouki), Hartmut Reinhold Priess (Bass, Gitarre, Mandoline), Franz Peter Schütten (Gesang, Gitarre, Percussion) und Dieter „Joko“ Jaenisch (Gesang, Piano, Akkordeon). Der 1998 verstorbene Jaenisch war (mit Unterbrechung) bis 1980 dabei, Engel stieg 1994 aus und wandelt seitdem auf Solopfaden, Schütten zog sich 2017 aufs Altersruheteil zurück.
 
Nun verabschiedet sich also auch Fööss-Urgestein Hartmut Priess. Bis zum Jahresende macht er noch weiter. Das Silvesterkonzert in der KölnArena soll sein Abschiedskonzert werden, dann ist er 76 Jahre alt. Wie für die anderen vor ihm ist auch für Hartmut bereits ein jüngerer Nachfolger gefunden, der in seine Fußstapfen treten wird. Was sein Ausstieg bedeutet, zeigen die öffentlichen Reaktionen. Es raschelt nicht nur in der Kölner Tagespresse, sondern im ganzen rheinischen Blätterwald.
 
Bei Fööss-Konzerten, von denen ich in den vergangenen vierzig Jahren unzählige gesehen habe, stand Hartmut mit seinem Bass meist bescheiden im Hintergrund, ein ruhiger, besonnener und meist wortkarger Mann. Ich weiß nicht, wie oft ich die Band allein am Tanzbrunnen gesehen habe, wo sie jedes Jahr im Sommer auftreten, und den auch Hartmut so gerne mag.
 
Wenn Hartmut Priess dann ab 2019 bei Bläck Fööss-Auftritten nicht mehr auf der Bühne stehen wird, sind von den Gründungsmitgliedern nur noch der Erry und der Bömmel übrig. Bei der Vorstellung überkommt mich eine gehörige Portion Wehmut. Ich hoffe, die beiden machen noch viele Jahre weiter.
 
Dir aber, lieber Hartmut, herzlichen Dank für all die Konzerte und die unzähligen kölschen Momente, die du mir und so vielen anderen geschenkt hast. Mit den Bläck Fööss hast du dich um Köln, die kölsche Musik und die kölsche Mundart verdient gemacht und gehörst zum kollektiven Bewusstsein dieser Stadt. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute.

Samstag, 21. Juli 2018

Nick 9 bei phantastik-news

Meine Romanadaptionen der NICK-Piccolos von Hansrudi Wäscher sind mittlerweile Geschichte. Der letzte Roman ist geschrieben, das Buch steht in meinem Regal. Doch das letzte Wort dazu ist noch nicht gesprochen, denn kurz nach Erscheinen von Landeverbot bespricht Carsten Kuhr den Roman für das Online-Portal phantastik-news.
 
So schreibt Kuhr: „Und das Gespann Wäscher/Mehnert fährt noch einmal auf, was der Fan klassischer Weltraum-Abenteuer schätzt. Die Erforschung exotischer Planeten, Überbleibsel technischer Hochkulturen, fremdes, kristallines Leben und die Dramatik einer Rebellion – für Aufregung und Kurzweil ist also gesorgt.“
 
Der Roman gefällt dem Rezensenten, was wiederum mir gefällt. Kuhr bescheinigt mir bei der Umsetzung Enthusiasmus und Routine, in dem Roman sieht er „beste klassische Space Opera“. Das gebe ich gern an Hansrudi Wäscher weiter, der diese tollen Geschichten schließlich erdacht und in Comicform gebracht hat. Ohne ihn gäbe es die Romane überhaupt nicht.
 
„Man kann vor Achims Arbeit nur den Hut ziehen“, endet Carsten Kuhrs Buchbesprechung. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich und mache Schluss mit der Lobhudelei.
 
Die komplette Rezension gibt es hier:

Freitag, 20. Juli 2018

Die Sprechblase 238

Auch die 238. Ausgabe des Comicmagazins, das inzwischen im 43. Jahr erscheint, wartet wieder mit einer Materialfülle auf, die ihresgleichen sucht. Diesmal kommen nicht nur Comicfans auf ihre Kosten, sondern auch die Liebhaber von Romanheften, was mich freut. Doch der Reihe nach.
 
Ein Motiv des Tunga-Zeichners Edouard Aidans schmückt das Titelbild. Tunga kenne ich ebenso wie Tony Stark noch aus der Zack-Zeit der Achtziger Jahre. Dass Aidans über diese beiden Serien hinaus noch viel mehr gemacht hat, beleuchtet der erste von zwei Teilen der von Bernd Weckwert geschriebenen Biografie.
 
Der gleiche Autor befasst sich danach mit einem zeitlosen Klassiker der Comic-Kunst. QRN ruft Brezelburg ist politisch wie kein zweiter Spirou und nicht allein von daher für mich ein besonders bemerkenswertes Spirou-Abenteuer. Nicht von ungefähr besitzt das 1966 erschienene Album einen beinahe legendären Ruf. Weckwerts Artikel beleuchtet spannend die widrigen Umstände, unter denen dieses Kleinod entstand. Wusste ich gar nicht. Sehr Lesenswert!
 
Nicht weniger interessant ist Gerhard Försters elfseitiges Interview mit Helga Wäscher. Frau Wäscher erinnert sich nicht nur an ihr Leben mit Sigurd-Zeichner Hansrudi, sondern auch an die eigene Karriere, die durchaus auch in den Comicbereich hineinreichte. Neben zahlreichen Erinnerungen und Anekdoten gibt es eine Menge Bilder. Der Beitrag hätte meinetwegen noch länger sein dürfen.
 
Abermals Gerhard Förster befasst sich unter Mitarbeit von Stefan Meduna mit Heftromanheld Billy Jenkins, der derzeit bei Bastei neu aufgelegt wird. Und weiter geht es mit Heftromanen. Ein ausführliches Interview mit Florian Beck alias Jonny Pegg folgt, in dem der Westernautor über sein umfangreiches Werk seit den Sechziger Jahren Rede und Antwort steht.

Thematisch passend und mit zahlreichen Abbildungen werden gleich zwei Covermaler vorgestellt, die Titelbilder zu Pegg-Romanen lieferten. Dies ist zum einen der mir bis dato unbekannte Günther König und zum anderen der famose Rudolf Sieber-Lonati, dessen Science Fiction-Bilder auch schon einige meiner Werke schmückten. Tatsächlich ist an dieser Stelle das Titelbild eines meiner Promet-Romane zu sehen. Schick.

Mittwoch, 18. Juli 2018

Doorn, Shanton und Jimmy

Diesmal in aller Kürze und ohne viele Erklärungen: das actiongeladene Titelbild für Ren Dhark 77, natürlich wie immer von Ralph Voltz.

Anmerken möchte ich nur, dass drei meiner Lieblingsfiguren zu sehen sind, nämlich Chris Shanton und sein Roboterhund Jimmy sowie der Worgunmutant Arc Doorn. Es gefällt mir, mal alle drei zusammen in einer Szene zu sehen.



Donnerstag, 12. Juli 2018

Landeverbot

Heute ist mal wieder ein schmuckes Hardcover des Verlags Peter Hopf bei mir eingetroffen. Es handelt sich um den Nick-Roman Landeverbot, meine neunte Adaption der Comicabenteuer von Hansrudi Wäschers Weltraumfahrer Nick. Da ich das fertige Buch jetzt in Händen halte, kommt glatt ein Anflug von Wehmut auf. Als wir 2013 mit Nick begannen, also vor fünf Jahren, war das auch für mich ein neues Abenteuer, in das ich mich mit Begeisterung stürzte. Diese Begeisterung hielt bis zuletzt an, doch nun ist die Umsetzung der ersten Nick-Piccolo-Serie abgeschlossen und damit auch meine Arbeit an den Buchausgaben.
 
Als Bonus enthält das Buch die Kurzgeschichte Geheimauftrag Venus 3. Sie bildet gewissermaßen einen Übergang zwischen den Piccolos und den späteren Nick-Großbänden, die mein Kollege und persönlicher Bekannter Thomas Newton adäquat in Romanform umsetzt. Geheimauftrag Venus 3 stellt indes den letzten Beitrag Hansrudi Wäschers zur klassischen Nick-Piccolo-Serie dar. Hierzu äußert sich Wäscher-Experte und Preisträger des „Ritters der Neunten Kunst“ Ingraban Ewald in gewohnt fachkundiger Manier in einem Vorwort zur Kurzgeschichte.
 
Ich habe natürlich wie üblich gleich ein wenig im Buch geschmökert. Seit ich das Manuskript an den Verlag geschickt habe, ist ja schon eine Weile ins Land gezogen. Außerdem bin ich immer gespannt, welche Wäscher-Illustrationen es ins Buch geschafft haben. Bei den meisten der zwölf Zeichnungen hatte ich gleich wieder die von mir geschriebene Szene im Kopf. Dazu gibt es wie immer die Cover-Abbildungen sämtlicher Piccolos, die in den Roman eingeflossen sind.
 
Der Klappentext zum Roman verrät Folgendes. „In den Tiefen der Milchstraße, weit entfernt von der Erde, gerät Nicks Raumschiff in den Bann eines veränderlichen Sterns. Als die Menschen einen in zwei Hälften geteilten Planeten entdecken, stoßen sie auf einen lebenden Nebel, der sich von Energie ernährt. Bei der Suche nach einer Waffe gegen die kosmische Bedrohung tappen die Raumfahrer in eine jahrhundertealte Falle von Gestaltwandlern. Beim Versuch, aus der Gefangenschaft zu fliehen, muss Nick zunächst seinen eigenen Doppelgänger überwinden.“

Samstag, 7. Juli 2018

Makrito bei phantastiknews

Robert Monners beleuchtet einmal mehr den aktuellen Ren Dhark-Roman. Im Online-Portal www.phantastik-news.de beschäftigt er sich mit Makrito.

Monners dazu: "Der titelgebende Makrito wird uns vorgestellt, über sein Leben, sein Leiden und seine Flucht an Bord eines Raumschiffes einer Maschinenzivilisation wird berichtet - was dies aber mit den Vorgängen auf Sahara zu tun hat, bleibt noch offen."

Und das war an dieser Stelle vom Autorenteam auch so beabsichtigt. Allerdings werden sich den Lesern die engen Zusammenhänge in den kommenden Bänden erschließen.

Die komplette Besprechung ist hier zu finden:


Freitag, 6. Juli 2018

Sigurds erste Reise

Sigurd war der erste Comic-Held, den Hansrudi Wäscher in den Fünfziger Jahren für den Lehning-Verlag aus der Taufe hob. Im Oktober 1953, also vor sage und schreibe 65 Jahren, betrat der blonde Recke mit der Haartolle die deutschsprachige Comicszene, und das gleich mit durchschlagendem Erfolg. Sigurd ist nicht nur die älteste, sondern die bis heute bekannteste Wäscher-Figur, deren Abenteuer ihr Erfinder zunächst in 324 Piccolos schilderte. Diese klassische erste Phase von Sigurd dauerte bis im Februar 1960 an.
 
Nun endlich, mehr als ein halbes Jahrhundert später, schickt sich auch Sigurd an, in literarischer Form das Licht der Welt zu erblicken. Peter Hopf, der sich mit den in seinem Verlag erscheinenden Romanadaptionen der Wäscher-Comics seit Jahren einen Namen gemacht hat, bringt künftig auch die Sigurd-Geschichten in Romanform heraus. Man mag sich fragen, weshalb das mit der beliebtesten Wäscher-Figur erst nach Tibor und Nick, nach Bob & Ben und Roy Stark geschieht. Die Antwort ist simpel: Die Rechte an Sigurd waren schlicht und einfach nicht frei. Sie lagen bis vor Kurzem in den Händen einer Filmgesellschaft. Als sie endlich frei wurden, schlug Peter Hopf sofort zu.
 
Gestern habe ich die Schreibarbeit am ersten Sigurd-Roman abgeschlossen. Das Manuskript ist ziemlich umfangreich geworden, umfangreicher, als ich vor Schreibbeginn dachte. Dabei hatte ich mit gewissen Widrigkeiten zu kämpfen. In der Frühzeit von Sigurd ließ Hansrudi Wäscher ein wenig die stringente Handlungsführung vermissen. Phasenweise gewann man beim ersten Abenteuer den Eindruck einer Aneinanderreihung von kürzeren Einzelgeschichten, denen ein wenig das verbindende Element fehlte – gleichwohl ein sagenumwobener Schatz den roten Faden bildet. Ich habe mich beim Schreiben bemüht, den Romancharakter stärker hervorzuheben als in den Piccolos.
 
In der Geschichte lernt Sigurd seine künftigen Weggefährten kennen. Das ist zum einen der jugendliche Cassim und zum anderen Junker Bodo, zunächst Sigurds Feind, der jedoch schnell zu einem treuen Freund wird. Bei der Suche nach dem legendären Schatz König Ringangs und dem Schwert, das seinen Träger angeblich unbesiegbar macht, trifft Sigurd gleich auf mehrere finstere Feinde, die er bezwingen muss.
 
Das Schreiben dauerte länger als ursprünglich von mir einkalkuliert. Dazu trug auch bei, dass ich die eine oder andere Szene im Verlauf der Geschichte noch einmal umschreiben musste, weil sich sonst Logiklöcher aufgetan hätten, denen Herr Wäscher offenbar nicht allzu viel Bedeutung beimaß. Dennoch hat die Arbeit am ersten Sigurd-Roman, den die Welt sehen wird, viel Spaß gemacht. Ich freue mich jetzt schon wie Hulle auf das fertige Buch, das voraussichtlich im September erscheinen wird.
 
Der Vollständigkeit halber seien die Piccolos aufgezählt, die die Comicvorlage für den Roman bildeten: 1 Die Falle, 2 In letzter Minute, 3 Haggard, der Räuber, 4 Tödliches Gold, 5 Gaspards Verrat, 6 Duell im Tal der Nebel, 7 Die Wächterin vom Feuersee, 8 Weg durch die Hölle, 9 Der Schatz, 10 In Sklavenketten, 11 Hongo, der Teufel, 12 Der Schiffbruch, 13 Gefahren der Wälder, 14 Grausame Rache, 15 List gegen List, 16 Gefährliche Jagd, 17 Kampf zwischen Himmel und Erde, 18 Die Schlangenhöhle, 19 Gefängnis des Satans, 20 Irrgarten des Todes.
 

Mittwoch, 4. Juli 2018

Vierzig Jahre PRBCBS

Sage und schreibe 40 Jahre ist das schon her? Du liebe Güte! Im Juni 1978 gründeten ein paar jugendliche Science Fiction-Fans den PRBCBS, den Perry Rhodan Briefclub Bullys Schreibtisch. Wie es der Name ausdrückt, befasste sich der bundesweit aktive Fanclub vorwiegend mit Perry Rhodan, öffnete sich aber später auch anderen Themen, vorzugsweise aus dem weiten Feld der Science Fiction.

Zu jener Zeit gab es zahlreiche SF-Clubs, in denen sich Leser und Fans organisierten, um in Kontakt mit Gleichgesinnten zu kommen. Neben dem PRBCBS sind mir in guter Erinnerung der Science Fiction Club Deutschland (SFCD), der Atlan Club Deutschland (ACD) sowie der Kölner Science Fiction Club Die Terraner (SFCDT). Der SFCD ist als eingetragener Verein heute noch mit mehreren hundert Mitgliedern aktiv und so etwas wie das Flaggschiff des deutschen SF-Fandoms.

Die Kontakte fanden Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger Jahre entweder bei den Con genannten Treffen statt oder eben in brieflicher Form. An eine Kommunikation via Internet war damals noch nicht zu denken. Ich hätte mir nicht mal träumen lassen, jemals einen Computer zu besitzen. Es war noch nicht daran zu denken, dass diese Dinger eines Tages in jedem Haushalt stehen würden – heute eine Selbstverständlichkeit.

Es muss im Sommer 1980 gewesen sein, dass ich durch eine Anzeige in Perry Rhodan auf den PRBCBS aufmerksam wurde, und so trat ich in diesen verrückten Haufen ein. Das Clubmotto lautete nicht von ungefähr: PRBCBS – Wahnsinn mit Methode. Der Monatsbeitrag lag damals, glaube ich, bei 2,50 oder 3 Mark. Dafür erhielt man das monatlich erscheinende Fanzine CN, was für Clubnachrichten stand. In den CN erschienen Stories, Zeichnungen und Artikel der Clubmitglieder. In den Leserbriefen wurde eifrig diskutiert und sich zuweilen gezofft, bis die Fetzen flogen.
 
Meine Mitgliedsnummer war, wenn ich mich recht erinnere, die 61, und meine erste jemals geschriebene Story erschien in den CN. Heute dürfte sie einfach nur noch peinlich sein, aber die Möglichkeit, sie dort überhaupt publizieren zu können, entfachte meine Begeisterung fürs Schreiben. Es war eine tolle Zeit damals, die ich im Nachhinein nicht missen möchte. Durch den PRBCBS habe ich eine Menge Leute kennengelernt, von denen ich einigen bis heute freundschaftlich verbunden bin.
 
Im Laufe der Jahre und der Jahrzehnte veränderte sich die mediale Landschaft immer weiter, und auch den PRBCBS gibt es in seiner damaligen Form längst nicht mehr. Ganz verschwunden von der Bildfläche ist er aber nicht. Bei Facebook besteht er als Gruppe weiter, und wenn diese auch durch weitgehende Inaktivität glänzt, sind in ihr doch einige der damaligen Clubmitglieder versammelt. Zahlreiche CN sind ohnehin noch in meinem Besitz, und von denen werde ich mich auch nicht trennen.
 
Auf 40 Jahre PRBCBS und Wahnsinn mit Methode. Herzlichen Glückwunsch, Bully.

Dienstag, 26. Juni 2018

Vormarsch der Isolationisten

Es geht weiter mit Raumschiff Promet, ich habe nämlich die Arbeit am zwanzigsten Band der Neuschreibung der klassischen Abenteuer abgeschlossen. Das Exposé habe ich diesmal nicht selbst geschrieben. Es stammt von Gerd Lange, bei dem ich mich an dieser Stelle dafür bedanken möchte. Seine Mitarbeit bei Promet stellt für mich eine nicht zu unterschätzende zeitliche Entlastung dar. Gerds Exposés für die nächsten Bände liegen bereits vor, was mich freut.

Zusätzlich zum klassischen Inhalt der Romane aus den frühen Siebziger Jahren finden bekanntlich auch neue Handlungselemente Einzug in die Geschichten. So habe ich im neuesten Manuskript den Handlungsstrang um die Isolationisten von "Terra den Terranern" fortgesetzt. Aus Angst vor Außerirdischen wie dem Moraner Arn Borul erhält die nationalistische Gruppierung weltweit Zulauf, ein Phänomen, mit dem sich auch Peet Orell und seine Freunde von der Promet herumschlagen müssen. In diesem Roman erleben die Raumfahrer der HTO die tödliche Seite der Bestrebungen, alle Fremden von der Erde fernzuhalten.

Der endgültige Romantitel steht noch nicht fest. Ich habe zwei passende Titel vorgeschlagen und kann mich noch nicht recht entscheiden, welcher schlussendlich auf dem Cover stehen wird. Fest steht hingegen der Erscheinungstermin für das Taschenbuch, das übrigens mein 24. Romanbeitrag für Raumschiff Promet ist. Es kommt rechtzeitig zur Anfang November stattfindenden Intercomic-Messe in Köln heraus.

Sonntag, 17. Juni 2018

Makrito

Gestern flatterte mir der neue Ren Dhark ins Haus. Band 78 habe ich zusammen mit Nina Morawietz und Jan Gardemann geschrieben. Das Exposé stammte wie üblich von Ben B. Black, das Titelbild wie immer von Ralph Voltz. Ich habe gleich ein wenig darin geschmökert, nicht in meinem eigenen Text, sondern in den Romananteilen der geschätzten Kollegen Jan und Nina.
 
Die Geschichte führt den Leser weit zurück in die Vergangenheit. In den vor vielen Jahrtausenden spielenden Ereignissen wird ein außerirdisches Kind geboren, dem eine Zukunft bestimmt ist, von der es erst Jahrzehnte später erfahren soll. Dieses Wesen, Makrito genannt, spielt in der aktuellen Ren Dhark-Handlung des Jahres 2073 eine wichtige Rolle, ist dort allerdings unter einem anderen Namen bekannt.

In eben diesem Jahr spielt die zweite Handlungsebene, und zwar auf Sahara, dem dritten Planeten von Munros Stern. Hier taucht nach längerer Abwesenheit der allseits beliebte Kugelblitz Bert Stranger wieder auf, der rasende Reporter des Ren Dhark-Kosmos.
 

Samstag, 16. Juni 2018

Falk Sonderband 1

Ich freue mich, dass er nun da ist: ein Falk außerhalb der Reihe, auch für mich ein Novum. Der erste Falk-Sonderband folgt nicht der bei den Lesern bekannten Umsetzung der „langen“ Geschichten. Das Buch enthält nämlich keinen Roman, wie ich sie sonst nach den Falk-Geschichten Hansrudi Wäschers schreibe.
 
Vielmehr präsentiert es die Adaptionen von fünf Kurzgeschichten, die HRW in den Jahren 1965 und 1966 schuf und die damals jeweils abgeschlossen in einem Heft erschienen. Die Titel der Geschichten lauten: Ausgeraubt!, Nur ein Windstoß, Bingo in der Klemme, Wer andern eine Grube gräbt und Der Drachentöter. Abenteuerliche, spannende und dabei humorige Geschichten. Für letzteres sorgt nicht zuletzt der einmalige, unvergleichliche Bingo, Falks Freund und Weggefährte.
 
Wie die Romane enthält auch der Kurzgeschichtenband zahlreiche Illustrationen von Hansrudi Wäscher. Zudem gibt es ein lesenswertes Vorwort des Wäscher-Experten und RITTER DER NEUNTEN KUNST-Preisträgers Ingraban Ewald.

Freitag, 15. Juni 2018

BAP auf Familientour

Mindestens einmal im Jahr muss ich BAP live sehen, seit Jahrzehnten schon. Natürlich gibt es Jahre, da das nicht möglich ist, weil Wolfgang Niedecken mit seiner Band eine Pause einlegt. Dafür klappt es dann in anderen Jahren zweimal oder öfter. Derzeit sind die Kölsch-Rocker wieder auf einer bundesweiten Tour, die sie – wie könnte es anders sein – natürlich auch wieder in die KölnArena führte.
 
Die laufende Tour trägt – ganz BAP-untypisch – keinen Namen. Bei mir firmiert sie unter der Bezeichnung Familientour. Denn Wolfgang Niedecken hat zuletzt in New Orleans sein sogenanntes Familienalbum aufgenommen. Darauf, auf den Inhalt und auf seine Familie wird er in den gut drei Stunden Spielzeit immer wieder eingehen. Ich habe das Gefühl, je älter der mittlerweile 67 Jahre zählende BAP-Chef wird, desto enger wird die Verbindung zu seinem Clan. So grüßt er zwei seiner Tanten, die irgendwo in der mit 13.000 Besuchern gefüllten Arena sind, die eine davon 98 Jahre alt. Seinem längst verstorbenen Vater widmet Niedecken mehrere Stücke, seiner Mutter, über die er zudem die eine oder andere Anekdote preisgibt, desgleichen.
 
Los geht es gleich rockig mit Drei Wünsch frei und dem Waschsalon vom zweiten Album. Wer aus einem Fundus von über fast vier Jahrzehnte erschienenen Alben auswählen kann, besitzt eine glänzende Ausgangsposition, um keinen Moment musikalische Langeweile aufkommen zu lassen. Das belegt die Band eindrucksvoll und routiniert. Man merkt schnell, dass BAP hier ein Heimspiel genießt. Das Publikum ist ausgesprochen textsicher, und die Musiker auf der Bühne werden frenetisch gefeiert. „Oh, wie ist das schön“, schallt es vieltausendstimmig durch die Halle. Kein Wunder, denn da vorn steht eine echte kölsche Legende.
 
Ich bekomme viele meiner Lieblingsstücke zu hören, viel von den Salzjebäck- und Usszeschnigge-Alben. Auch das spätere Nix wie bessher darf nicht fehlen. Überraschungen gibt es auch. Den Jebootsdaachpogo, von dem ich nicht weiß, ob ich ihn überhaupt jemals live erlebt habe, gibt es in einer Cajun-Version. Die dreiköpfige Bläsersektion, bestehend aus Trompeter, Posaunist und Saxophonist, stellt sich als echte Bereicherung heraus. Besonders positiv fällt das auf bei den Intros, die früher zu einigen Songs einfach dazugehörten, beispielsweise bei Diss Nach ess alles drin oder dem legendären Klassiker Jupp. Die Bläser reihen sich mühelos ein in die Riege großartiger Musiker, die Wolfgang Niedecken zur jüngsten Reinkarnation von BAP um sich geschart hat.
 
Zwischendurch kommt der Liedermacher Björn Heuser auf die Bühne, um mit Wolfgang Niedecken zusammen Wie schön dat wöhr anzustimmen. Ein Problem zog sich allerdings durch das gesamte Konzert, der Hall von der Rückseite der Halle, der bei manchen Stücken, besonders aber bei den Ansagen dazwischen auffiel. Ich habe schon oft von den Akustikproblemen in der KölnArena gehört, jetzt sind sie mir zum ersten Mal richtig aufgefallen.
 
Der Klasse des Konzerts tut das indes keinen Abbruch. BAP wird von Mal zu Mal besser, so war es auch diesmal. Gleich drei Zugabenteile mit jeweils mehreren Liedern gab es, dabei ganz zum Schluss endlich mal wieder Verdamp lang her als finaler Höhepunkt. Oder jedenfalls fast ganz zum Schluss. Dass sie danach nach gut drei Stunden nämlich noch Jraaduss spielten, schien die Musiker am Ende selbst überrascht zu haben.

Donnerstag, 14. Juni 2018

Die Biologin und der Flashpilot

Wir schreiben den September 2073, und Ren Dhark ist in der Milchstraße unterwegs. Dhark und seine Getreuen von der Point of suchen nach dem geheimnisvollen Kharamak, der mit seinen tödlich verlaufenden Virenangriffen bereits die Bewohner mehrerer Welten auf dem Gewissen hat. Die Spur führt gleich zu zwei Völkern, mit denen die Terraner schon in der Vergangenheit zu tun hatten, und das nicht im besten Sinne. Bei beiden ergab sich für mich die Möglichkeit, neue Figuren in die Handlung einzuführen.
 
Ich habe die Arbeit an meinem Romanteil für Ren Dhark 78 abgeschlossen. An einem Handlungsschauplatz bot sich mir die Gelegenheit, Rani Atawa und Pjetr Wonzeff in den Mittelpunkt der Geschehnisse zu stellen, beziehungsweise die dramatischen Ereignisse aus ihrer beider Perspektive zu schildern. Seit ich der zum Kreis der Unsterblichen gehörenden Biologin und dem Flashpiloten vor ein paar Bänden ein Techtelmechtel angedichtet habe, entwickeln die beiden Figuren ein gewisses Eigenleben, zumindest in meinen Romanbeiträgen. Das hatte ich ursprünglich gar nicht so geplant, aber mir gefällt die Richtung, in die es mit der Inderin und dem Ukrainer geht. Da Rani unsterblich ist, Pjetr hingegen nicht und zudem nichts von der Unsterblichkeit seiner Gefährtin weiß, sind Konflikte zwangsläufig vorprogrammiert.
 
Einen kleinen Gag habe ich mir zudem in der Handlung erlaubt. Er steht in Zusammenhang mit dem bei den Lesern sehr beliebten Ingenieur Chris Shanton, der auch zu meinen persönlichen Lieblingsfiguren gehört. In einer Szene mit Shanton und seinem Roboterhund Jimmy nehme ich Bezug auf einen anderen in der Science Fiction äußerst bekannten Ingenieur: Scotty! Die Leser von Ren Dhark dürfen sich überraschen lassen. Das Buch mit Titel Die letzten Menschen von Babylon wird voraussichtlich im Oktober erscheinen.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Dem Tod geweiht

Ralph Voltz hat das Titelbild für Ren Dhark 76 abgeliefert. In einer stimmungsvollen Szene sehen wir ein freundliches, liebenswertes Intelligenzwesen, das in diesem Buch eine tragende Rolle einnimmt. Der feurige Schweif im Hintergrund wird zum Schicksal für dieses Wesen werden. Der Roman mit Titel Makrito erscheint Mitte Juni.



Sonntag, 13. Mai 2018

Laudatio auf Rüdiger Schäfer

Vorgestern fandet ihr an dieser Stelle die erste der beiden Laudationen, die ich vergangenen Samstag auf der Intercomic 83 gehalten habe. Sie galt dem Preisträger für 2017, Hajo F. Breuer. Heute folgt nun meine Laudatio für Rüdiger Schäfer, den Preisträger des DARK STAR 2018.


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Rüdiger Schäfer wurde 1965 in Kassel geboren, lebte dort aber nicht lange, da er wegen des beruflichen Werdegangs seines Vaters in seiner Kindheit und Jugend mehrmals umziehen musste. Das scheint ein wenig auf Rüdiger abgefärbt zu haben. Nach dem Abitur und einem betriebswirtschaftlichen Studium in Göttingen verschlug es ihn nach Leverkusen zu einem großen chemisch-pharmazeutischen Unternehmen. Seine berufliche Tätigkeit brachte mehrjährige Auslandsaufenthalte unter anderem in Polen und Australien mit sich. Seit dem Jahr 2000 lebt und arbeitet er für besagten Konzern wieder in Deutschland.
 
Was das alles mit Rüdiger Schäfers Schreiberei und der Nominierung für den DARK STAR zu tun hat? Gar nichts. Die Auszeichnung, die ihm auf der 83. Intercomic verliehen wird, bekommt er für sein zweites Standbein, nämlich die Tätigkeit als Science-Fiction-Autor.
 
Wie viele andere in der deutschen Sciene Fiction-Szene Tätige ist auch Rüdiger ein Kind des Fandoms. Schon in jungen Jahren, im Alter von Zehn, wurden die Weichen für seine spätere Autorentätigkeit gestellt – nämlich als seine Mutter dem erkrankten Jungen zwei Perry Rhodan-Hefte mit nach Hause brachte. Unversehens wurde er von einer weiteren Krankheit gepackt, denn das Virus des galaktischen Weltraumhelden Perry Rhodan ließ ihn nicht mehr los. Rüdiger selbst drückt es folgendermaßen aus: „Ich las, verstand kein Wort und war hellauf begeistert. Es war der Beginn einer wunderbaren Leidenschaft.“
 
Eine Leidenschaft, die dazu führte, dass der jugendliche Rüdiger mit dem Verfassen eigener Geschichten begann – wie so viele andere aus der heutigen Profiszene, denen das Lesen nicht mehr genügte. Die selbst schreiben wollten. Er stieß auf das Science-Fiction-Fandom, die organisierte Fan-Szene mit ihren Clubs und mit viel Herzblut gemachten Fanmagazinen, den sogenannten Fanzines.
 
Rüdiger trat in den Atlan-Club-Deutschland ein und erreichte erstmals eine größere Leserschaft. Als Erklärung für diejenigen, die Atlan nicht kennen: Atlan war eine seit 1969 laufende eigenständige Heftromanserie um eben jenen unsterblichen Arkoniden, die im Perry-Rhodan-Kosmos spielte und 1988 eingestellt wurde. Im Atlan-Club-Deutschland, kurz ACD, gehörte Rüdiger rund 20 Jahre dem Vorstand an. Er wurde zudem auf dem Coloniacon 2006 bei der Jahreshauptversammlung der Perry-Rhodan-Fanzentrale e.V. zu deren Vorsitzendem gewählt.
 
Doch Rüdiger Schäfer war und ist Atlan-Fan und Kenner gleichermaßen. Daher entwarf er nach der Einstellung der Profi-Serie ein Konzept für eine Fan-Serie, die von der damaligen Verlagsunion Pabel-Moewig abgesegnet wurde und die es, geschrieben von einem Autorenteam, auf immerhin 23 Bände brachte. Mit dem Erfolg der von ihm gesteuerten Fanserie im Rücken stand Rüdiger der Sprung ins Profilager offen.
 
1998 kehrte Atlan mit einer Reihe von jeweils zwölfbändigen Minizyklen offiziell ins literarische Rampenlicht zurück. Nach mehreren im Perry-Rhodan-Universum spielenden Kurzgeschichten schrieb und veröffentliche Rüdiger Schäfer 2005 seinen ersten Profiroman, einen, wie könnte es anders sein, Atlan-Roman mit Titel Fluchtpunkt Craddyn. Ein weiterer Roman folgte schnell, und schon im Folgejahr übernahm Rüdiger vorübergehend die redaktionelle Bearbeitung der Leserkontaktseite der Atlan-Miniserien.
 
Später etablierte er sich als einer der Hauptautoren der von 2006 bis 2012 zunächst bei Fantasy Productions und anschließend bei Ulysses erscheinenden Atlan-Taschenbücher. Rüdiger und ich lieferten uns ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wer die meisten Taschenbücher zu der Reihe beisteuert. Ich musste mich Rüdiger mit 6:7 geschlagen geben. Als 2013 der Versuch unternommen wurde, die klassischen Atlan-Romane des sogenannten Sol-Zyklus in Form von Taschenheften erneut zu publizieren, war Rüdiger für deren Bearbeitung verantwortlich.
 
Ebenfalls 2013 steuerte er seinen ersten Beitrag zu Perry Rhodan Neo bei, der Neuschreibung der klassischen Perry Rhodan-Serie. Nach Band 100 übernahm er – gemeinsam mit dem mittlerweile verstorbenen Michael H. Buchholz – die Exposégestaltung, die Rüdiger bis zum heutigen Tage innehat. Für Perry Rhodan Neo hat er mittlerweile 20 Romane geschrieben, zudem einige Beiträge für die Stardust-Miniserie.
 
Der DARK STAR 2018 geht an Rüdiger Schäfer für seine Verdienste um die deutsche Science Fiction und die deutsche SF-Romanszene.