Als Uwe Koschinat vor sieben Jahren das Traineramt bei Fortuna Köln übernahm, erwies er sich als Glücksgriff für den Verein aus Köln-Zollstock. Gemeinsam mit dem Präsidenten Klaus Ulonska führte er die Südstädter in die 3. Liga und damit zurück in den Profifußball.
Nach Klaus Ulonskas Tod wurde Uwe Koschinat sogar noch wichtiger für die Fortuna. Neben seinem offiziellen Status als Trainer war er inoffiziell Kaderplaner, Sportdirektor, Sprachrohr und Gesicht der Fortuna in einem. Die Anhänger, so auch ich, standen hinter ihm. Sie teilten seine Leidenschaft für den Fußball, und er die ihre. Er konnte, wenn es besonders hitzig wurde, auch schon mal am Spielfeldrand seinen Gefühlen freien Lauf lassen. Trainer und Fans sprachen dieselbe Sprache.
Künftig wird Uwe Koschinat nun nicht mehr als Trainer im Südstadion stehen, sondern in gleicher Position beim SV Sandhausen tätig sein, von dem er ein Angebot bekam, das er annahm. Wer will es ihm verdenken, in die 2. Liga zu wechseln, wenn sich die Chance dazu bietet? Zumal er mit seinen 47 Jahren nicht mehr der Jüngste im Trainergeschäft ist.
Vielen Dank für deine sieben Jahre Arbeit und Enthusiasmus bei der Fortuna, Uwe, und für die Erfolge und Emotionen, die du uns geschenkt hast. Und viel Glück an deiner neuen Wirkungsstätte! Der Schlachtruf: "Hier schreit nur einer, Uwe und sonst keiner!" wird von den Rängen nicht mehr zu hören sein.
Mein Leben spielt sich ab zwischen Dom und Rhein. Zwischen Schreibtisch, Fußballplatz, Konzerthalle und Kneipe. Auf der Straße. Virtuell und in der Wirklichkeit. Und sogar in den Köpfen mancher Leute. Ein bißchen von alledem findet hier seinen Niederschlag.
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Dienstag, 16. Oktober 2018
Montag, 7. Dezember 2015
Fortuna Köln - Der Film
Bernhard Küchler und Valentin Scholz haben einen Film über
den SC Fortuna Köln gedreht. In dem Portrait der beiden Filmemacher geht es
nicht um die Vergangenheit des Traditionsvereins aus der Kölner Südstadt,
sondern um das Hier und Heute. Küchler und Scholz haben sich der Mannschaft und
des Vereins seit 2014 angenommen, seit dem Aufstieg in die 3. Liga und der
Rückkehr in den Profifußball. Das ist aktuell, das ist modern – und, wie ich
finde, für eine rund neunzigminütige Produktion wie diese ungewöhnlich genug.
Ich hatte das Vergnügen, den Film gestern im Odeon-Kino auf der Severinstraße
zu sehen.
Eingangs kommen einige der Aufstiegshelden zu Wort, mit
launigen und nachdenklichen Stellungnahmen zu den Kollegen. Darunter sind
Kapitän Daniel Flottmann, Dauerläufer Thomas Kraus und der überragende
Torschütze Ercan Aydogmus. Allein schon aus deren Aussagen kann man
heraushören, was die Spieler zu einer Mannschaft zusammengeschweißt hat, die
unter Präsident Klaus Ulonska und Trainer Uwe Koschinat das große Ziel
erreichte, das die Fußballfans in der Südstadt so sehr herbeigesehnt hatten.
Natürlich kommen im Laufe des Films auch die beiden
letztgenannten zu Wort, ebenso wie von anderen über sie gesprochen wird. Man
sieht Uwe Koschinat in seiner engagierten Art an der Seitenlinie, man lauscht
noch einmal den Worten des großartigen Klaus Ulonska, der uns leider so früh
verlassen hat. Das im Kino anwesend Publikum lauschte ohnehin gebannt, doch
besonders bei einer Sequenz herrschte andächtige Stille.
Klaus Ulonska hatte gerade ein Interview gegeben und wurde
an dessen Ende gefragt, ob er in Kürze noch für ein paar weiterreichende Fragen
zur Verfügung stehe. Das täte er selbstverständlich jederzeit, entgegnete er
in seiner offenen und herzlichen Art. Dann gibt es einen Schnitt. Man sieht
Laub, Bäume, den Schwenk auf ein Grab, auf dem sein Name steht. Wieder ein
Schnitt: Spieler, Vereinsangehörige, Offizielle und Zuschauer bei der
Schweigeminute vor dem Anpfiff des folgenden Heimspiels, dem ersten, an dem
Klaus nach seinem überraschenden Tod nicht mehr teilnehmen konnte.
Die wunderbare Helge Ulonska plaudert über ihren
verstorbenen Mann. Sie erzählt noch einmal, wie er von Fans dazu gedrängt
wurde, die Geschicke der Fortuna zu übernehmen, wie er es nur ein Vierteljahr
lang machen wollte – und es schließlich mehr als zehn Jahre machte.
Den traurigen und besinnlichen Szenen folgt Klaus Ulonskas
größter Triumph. Vorn auf der Leinwand laufen die entscheidenden Szenen des
Rückspiels der Relegation zwischen der 2. Mannschaft des FC Bayern München und
der Fortuna, die nach der regulären Spielzeit eigentlich schon tot war, in der
letzten Sekunde der Nachspielzeit aber das entscheidende Tor zum Aufstieg
schoss, dass bei den Kölner Anhängern alle Dämme brechen ließ. Schön, das an
dieser Stelle noch einmal nachzuerleben.
Doch es gibt noch mehr. Johannes Rahn kommt zu Wort, Michael
Schwetje, ebenso die ehemaligen Fortuna-Spieler Hans Sarpei und Tim Wiese, dazu
Sportjournalisten und »Fußball-Philosoph« Bruno Laberthier. Und für Insider: auch Elli. :-) Nicht ausgespart
bleibt die bittere Pokalpleite im Stadtderby gegen die Viktoria. Die gehört
dazu.
Herausgekommen ist ein sehr schöner Film, bewegend und
nachdenklich, melancholisch und euphorisch, begeistert und begeisternd. Oder
wie man in Köln sagt: himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Es ist ein
Film, der ans Herz geht und der eine Menge Herz besitzt, obwohl es sich bei
Küchler und Scholz nicht um erklärte Fortuna-Fans handelt – was das Ergebnis
aufgrund der gewissen Distanz aber umso wertvoller macht.
Mit dem
Fortuna-Portrait gab es 2015 nach »Heinz Flohe – Der mit dem Ball tanzte«
jedenfalls den zweiten gelungenen und mich berührenden Kölner Fußballfilm, den
ich mir sicher mehr als nur einmal anschauen werde. Beim Abspann brach das
Kinopublikum in spontanen Applaus aus, und das haben sich Küchler und Scholz
mit ihrem tollen Portrait absolut verdient. Ich warte dann mal auf die DVD.
Samstag, 21. März 2015
Klaus Ulonska 1942 - 2015
„Fortuna Kölns Herz schlägt nicht mehr“, titelte der Kölner
Express über den unerwarteten Tod von Klaus Ulonska. Der Präsident von Fortuna
Köln starb am 14. März 2015 völlig überraschend an einem Herzinfarkt.
Denn Klaus Ulonska entdeckte seine Liebe zur Fortuna, für die er schon
bald von morgens bis abends aktiv war, häufig bis spät in die Nacht hinein. Wie
zu Beginn unterstützte seine Frau ihn dabei und ließ ihm alle Freiheiten, die
er benötigte, um die Fortuna in ruhigeres Fahrwasser zu manövrieren. Dem
leidenschaftlichen Ulonska gelang aber noch viel mehr als das: unter seiner Ägide konnte der Verein sich wirtschaftlich
konsolidieren und steht heute schuldenfrei dar. Dafür sorgten unter anderem all
die Förderer und Sponsoren, die er durch seine vielfältigen Kontakte gewinnen
konnte. Zudem erfüllte er den Traum aller Fortuna-Fans: nach dem
zwischenzeitigen Aufstieg aus der Verbandsliga führte er den Verein 2014 in die
3. Liga und damit zurück in den Profifußball.
Das Entsetzen war groß in Köln in den vergangenen Tagen, und
es zog sich durch alle Schichten und Altersklassen. Ich bekam die Welle von
Anteilnahme in den Medien mit und im Vereinsheim, wo ein Kondolenzbuch auslag.
Ich spürte die Wertschätzung und Liebe, die Ulonska genossen hat, bei der
Gedenkfeier in St. Aposteln. Die Bläck Fööss sangen, und die Fortuna-Spieler
trugen den Sarg. Es war ergreifend, ebenso wie die anschließende Beisetzung auf
Melaten, wo viele Freunde und Weggefährten von Klaus Ulonska
zusammenkamen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen, darunter auch viele Anhänger
von Fortuna Köln. Ich hatte mit den Tränen zu kämpfen, als ich mich auf dem
Friedhof von Klaus’ Frau Helge verabschiedete und ihr für alles dankte, was sie
und ihr Klaus zehn Jahre lang für die Fortuna getan haben.
Schon in jungen Jahren begeisterte sich Ulonska für den
Sport, dem er in verschiedenen Bereichen sein Leben lang treu blieb. Für den
ASV Köln war er als Sprinter über 100 und 200 Meter sowie als Staffelläufer
über die 4 x 100 Meter aktiv. Mit der Staffel wurde er 1962 Europameister. Nach
seiner aktiven Karriere blieb er dem Sport weiterhin verbunden. Er war über
viele Jahre Präsident des Kölner
Eis-Klubs, wirkte als Organisator der großen Leichtathletik-Sportfeste des ASV
und setzte sich für die Gründung des Kölner Seniorensportvereins sowie des
Kölner Behindertensportvereins ein.
Auch außerhalb des Sports war sein Schaffen breit gestreut.
Als Mitglied des Traditionskorps der Altstädter Köln lebte er seine
Begeisterung für den Karneval und das
Kölner Brauchtum aus. 1973 gehörte er als Jungfrau Claudia dem Kölner
Dreigestirn an. Seitdem leitete er unzählige Sitzungen, zumeist als Clown
verkleidet. Kaum ein anderes Kostüm hätte seine Lebensfreude besser ausdrücken
können.
Denn Klaus Ulonska war ein durch und durch positiver Mensch,
ein gläubiger Mensch, dem alle gleich viel wert waren und der für jeden ein
offenes Ohr hatte. Als Ratsherr der Stadt Köln arbeitete er unermüdlich zum
Wohl der Stadt, später setzte er sein soziales Engagement auf anderer Ebene
fort, beispielsweise als Unterstützer des Kölner Obdachlosenfrühstücks. Für
seinen Einsatz für die Menschen von Köln und seine vielfältigen Verdienste um
den Sport wurde ihm 2014 das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Mir wurde Klaus Ulonska bekannt, als er 2004 die Geschicke
von Fortuna Köln übernahm. Es war eine Zeit, in der die Fortuna sowohl
finanziell als auch sportlich in ziemliche Schieflage geraten war. Nach dem Tod
von Jean „Schäng“ Löring rutschte der Verein bis in die 5. Liga ab, der Konkurs
schien kaum noch abzuwenden. Der Südstadtclub stand vor dem Aus.
Damals, so weiß es die Legende zu berichten, schellten ein
paar enthusiastische Fortuna-Fans bei Klaus Ulonska, um ihn als neuen starken
Mann für die Fortuna zu gewinnen. Er wollte nicht, zunächst, doch seine Frau
Helge bat die Fans in die Wohnung. Ein stundenlanges Gespräch folgte, an dessen
Ende sich Ulonska bereiterklärte, es zu machen – für sechs Wochen. Aus diesen
sechs Wochen wurden mehr als zehn Jahre.
Eine schöne Sache – und eine, die im Fußball ganz und gar
ungewöhnlich ist – drückt die Beliebtheit von Klaus Ulonska aus. Nicht nur
Kölner bringen ihm große Sympathie entgegen, sondern auch die Fans der
Gastmannschaften waren von ihm begeistert. Bei Heimspielen begrüßte Ulonska
sämtliche Gästefans persönlich. Das wurde ihm niemals zuviel. »Wer war dieser
freundliche Mann eben?«, wurde dann häufig gefragt. Und groß war die
Überraschung, wenn es hieß: »Klaus Ulonska, der Präsident von Fortuna Köln.«
In den sozialen Netzwerken fiel es mir in den vergangenen
Tagen besonders auf. Die Anteilnahme über Ulonskas Tod kommt von
Fußballanhängern aus ganz Deutschland, die mit ihren Vereinen auf die Fortuna
getroffen sind: ob von Preußen Münster oder den Bayern, den Stuttgarter Kickers
oder Borussia Dortmund. Voller Wärme und Mitgefühl war der mehrseitige Nachruf
eines BVB-Fanclubs über den „sympathischsten Fußballpräsident der Welt“.
Längst zur Legende geworden ist Klaus Ulonskas Spendenball.
Mit dem durchschritt er bei jedem Heimspiel die Reihen der Besucher, um Geld zu
sammeln für die Jugendmannschaften der Fortuna. Denn die vielen hundert Kinder
und Jugendlichen aus 23 Nationen, die bei der Fortuna kicken, waren ihm –
ebenso wie seinem Vorgänger Jean Löring – eine Herzensangelegenheit.
So oft ich Klaus Ulonska begegnete, er war nie abweisend,
hatte niemals schlechte Laune. »Viel
Glück und Segen auf allen Fortuna-Wegen«, so pflegte er stets zu sagen. Mit
seinem sonnigen Gemüt und seiner Herzlichkeit lachte er gern und viel. Nur
einmal habe ich ihn anders gesehen, nämlich nach dem entscheidenden
Relegationsspiel in München gegen die zweite Mannschaft der Bayern. Nach dem
Fortuna-Erfolg und dem Aufstieg in die 3. Liga heulte Klaus Rotz und Wasser. Es
waren Tränen der Freude und der Erleichterung. Er hatte sein Ziel erreicht –
eigentlich nur ein weiteres Zwischenziel, denn mit einem Auge schielte er für
die kommenden Jahre bereits auf die 2. Liga. Diesen Traum wird er sich und den
Fortuna-Anhängern nun leider nicht mehr erfüllen.
Klaus Ulonska hat ein großes, ein respektables Lebenswerk
hinterlassen. Dieser freundliche, herzensgute und sympathische Mann wird der
Fortuna ebenso sehr fehlen wie vielen anderen Menschen in Köln. Sein Verlust
ist kaum zu kompensieren. Noch vor kurzem haben wir ein paar Worte gewechselt, und wie immer sprühte er vor Energie. Nichts ließ ahnen, dass er schon bald nicht mehr bei uns sein würde. Ich danke Klaus und seiner Frau Helge für alles, was
sie für die Fortuna getan haben. Wo wären wir heute ohne euch?
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Freitag, 6. März 2015
Der Schäng ist unvergessen
Ich erinnere mich noch gut an jenen Tag im März 2005, an dem die Trauerfeier für Jean Löring stattfand. Die kleine Kapelle auf dem Südfriedhof platzte aus allen Nähten, als sich der langjährige Präsident des SC Fortuna Köln auf seinen letzten Weg machte. Der Schäng, wie ihn jeder nannte, war am 6. März gestorben, und die Anteilnahme in Köln war groß.
Heute jährte sich sein Todestag zum zehnten Mal. Ich unternahm einen Abstecher auf den Südfriedhof und schaute am Familiengrab der Lörings vorbei. Bei meinem Eintreffen legte eine junge Frau, eine Familienangehörige möglicherweise, gerade einen Strauß Lilien ab. Zuvor waren bereits andere da gewesen, hatten Blumen hinterlassen und Kerzen angezündet. Daneben steckte ein Wimpel des Fortuna-Fanclubs "Schäng Gäng".
Das hat mir gefallen. Es beweist, dass der Schäng nicht vergessen ist. Ich verweilte kurz und sagte dem Mann, der die Fortuna über Jahrzehnte hinweg verkörperte wie kein zweiter, noch einmal Tschüss.
Heute jährte sich sein Todestag zum zehnten Mal. Ich unternahm einen Abstecher auf den Südfriedhof und schaute am Familiengrab der Lörings vorbei. Bei meinem Eintreffen legte eine junge Frau, eine Familienangehörige möglicherweise, gerade einen Strauß Lilien ab. Zuvor waren bereits andere da gewesen, hatten Blumen hinterlassen und Kerzen angezündet. Daneben steckte ein Wimpel des Fortuna-Fanclubs "Schäng Gäng".
Das hat mir gefallen. Es beweist, dass der Schäng nicht vergessen ist. Ich verweilte kurz und sagte dem Mann, der die Fortuna über Jahrzehnte hinweg verkörperte wie kein zweiter, noch einmal Tschüss.
Samstag, 15. November 2014
Fortuna überwintert im Pokal
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, es war mein erster Besuch im Erftstadion in Euskirchen. Anlaß war die zweite Runde im FVM-Pokal. Für diejenigen, die sich im Fußball nicht auskennen: das ist der Pokal des Fußballverbandes Mittelrhein. Die Mannschaft, die ihn gewinnt, ist für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal in der kommenden Saison qualifiziert.
Die Auslosung bescherte Fortuna Köln das Gastspiel beim Verbandsligisten TSC Euskirchen. Vom Papier her eine klare Angelegenheit für den Drittligisten aus der Kölner Südstadt. Allerdings hat die Fortuna sich in den vergangenen Jahren bei niederklassigeren Vereinen mehr als nur einen Ausrutscher erlaubt.
Das war diesmal anders. Von Beginn an entwickelte sich ein munteres Spiel. Man merkte Euskirchen an, daß der Verbandsligist sich nicht verstecken wollte, sondern mutig nach vorne spielte. Das große Manko offenbarte sich aber schnell. Zwar wurde das Mittelfeld mehrfach mit schnellen, direkten Bällen überbrückt, doch die Hausherren fanden dabei vorne viel zu selten einen Abnehmer. Die meisten Vorstöße verpufften oder blieben in der Kölner Abwehr hängen.
Da war die Fortuna wesentlich effizienter. Goalgetter Ercan Aydogmus schob nach einer halben Stunde im Anschluß an eine Ecke ziemlich unbedrängt zur Führung ein und hätte mit einem Elfmeter schon vor der Pause alles klarmachen können. Er scheiterte jedoch sowohl mit dem Strafstoß als auch mit dem Nachschuß am nicht nur in dieser Situation starken Euskirchener Torwart Griesehop. So sahen die Zuschauer bis zur Pause ein abwechslungsreiches Spiel, in dem die Hausherren nun auch zu ein paar Torchancen kamen. Die Mehrzahl und die besseren hatte trotzdem die Fortuna.
Nach der Halbzeitpause verflachte das Spiel zunehmend, erst recht nach dem zweiten Gästetreffer durch Oliver Laux. Da war noch keine Stunde gespielt. Gleich mehrfach hätte die Fortuna das Ergebnis noch deutlicher gestalten können, traf aber erst kurz vor Spielschluß durch Cauly Oliveira Souza zum längst überfälligen 3:0. Das Fazit fällt leicht. Auch wenn Euskirchen mit Leidenschaft kämpfte und rannte, fehlten doch die Möglichkeiten, den zwei Spielklassen höher antretenden Gästen Paroli bieten zu können.
Dank des hochverdienten Erfolgs überwindert die Fortuna im Mittelrheinpokal. Ich bin gespannt, wen sie als Gegner fürs Viertelfinale zugelost bekommt.
Die Auslosung bescherte Fortuna Köln das Gastspiel beim Verbandsligisten TSC Euskirchen. Vom Papier her eine klare Angelegenheit für den Drittligisten aus der Kölner Südstadt. Allerdings hat die Fortuna sich in den vergangenen Jahren bei niederklassigeren Vereinen mehr als nur einen Ausrutscher erlaubt.
Das war diesmal anders. Von Beginn an entwickelte sich ein munteres Spiel. Man merkte Euskirchen an, daß der Verbandsligist sich nicht verstecken wollte, sondern mutig nach vorne spielte. Das große Manko offenbarte sich aber schnell. Zwar wurde das Mittelfeld mehrfach mit schnellen, direkten Bällen überbrückt, doch die Hausherren fanden dabei vorne viel zu selten einen Abnehmer. Die meisten Vorstöße verpufften oder blieben in der Kölner Abwehr hängen.
Da war die Fortuna wesentlich effizienter. Goalgetter Ercan Aydogmus schob nach einer halben Stunde im Anschluß an eine Ecke ziemlich unbedrängt zur Führung ein und hätte mit einem Elfmeter schon vor der Pause alles klarmachen können. Er scheiterte jedoch sowohl mit dem Strafstoß als auch mit dem Nachschuß am nicht nur in dieser Situation starken Euskirchener Torwart Griesehop. So sahen die Zuschauer bis zur Pause ein abwechslungsreiches Spiel, in dem die Hausherren nun auch zu ein paar Torchancen kamen. Die Mehrzahl und die besseren hatte trotzdem die Fortuna.
Nach der Halbzeitpause verflachte das Spiel zunehmend, erst recht nach dem zweiten Gästetreffer durch Oliver Laux. Da war noch keine Stunde gespielt. Gleich mehrfach hätte die Fortuna das Ergebnis noch deutlicher gestalten können, traf aber erst kurz vor Spielschluß durch Cauly Oliveira Souza zum längst überfälligen 3:0. Das Fazit fällt leicht. Auch wenn Euskirchen mit Leidenschaft kämpfte und rannte, fehlten doch die Möglichkeiten, den zwei Spielklassen höher antretenden Gästen Paroli bieten zu können.
Dank des hochverdienten Erfolgs überwindert die Fortuna im Mittelrheinpokal. Ich bin gespannt, wen sie als Gegner fürs Viertelfinale zugelost bekommt.
Montag, 29. September 2014
Sie nannten ihn Schäng
Er sei bei einem Stromausfall auf den Flutlichtmast geklettert und habe eigenhändig die Kabel aneinandergehalten, damit ein Heimspiel der Kölner Fortuna zu Ende geführt werden könne. So wird eine Geschichte in verschiedenen Variationen seit vielen Jahren kolportiert. Sie stimmt natürlich nicht, zeigt aber, welch Hansdampf in allen Gassen der Schäng war.
Denn es gibt ähnliche Anekdoten, und von denen entsprechen eine ganze Menge der Wahrheit. Nachzulesen ist das im neuen Sonderheft der Fußballzeitschrift 11 FREUNDE. Von 1966 bis 2001 war Jean Löring, den in Köln alle nur den Schäng nannten, Präsident von Fortuna Köln. Er hat in seiner Eigenschaft als Mäzen - nicht als Sponsor oder gar Investor, der irgendwann eine Rendite herausholen will - zig Millionen in sein Vereinchen gesteckt.
Leider umfaßt der Artikel nur vier Seiten. Kein Wunder, das Heft beleuchtet schließlich 40 Jahre Zweite Liga. Daß der Schäng da überhaupt seinen Platz eingeräumt bekommt - und wer will daran zweifeln, daß er das verdient hat? -, finde ich schön. In der Südstadt, bei den Fortuna-Fans ist er ohnehin unvergessen. Da ist es passend, daß die gesamte Sportanlage um das Südstadion in Köln-Zollstock jetzt Jean-Löring-Sportpark heißt.
Einmal schrieb er auf den Spielberichtsbogen eines Schiedsrichters: "Alles gelogen." Auch eine Anekdote, aber die stimmt. Ebenso daß er dem DFB mal ein Schnippchen geschlagen hat. Weil er während eines Heimspiels einen Schiedsrichter zu heftig angegangen war, wurde er mit einem Stadionverbot belegt. Es war vor Weihnachten, und so fand er sich im Nikolauskostüm ein und blieb unerkannt und unbehelligt. So war er, unser Schäng.
Denn es gibt ähnliche Anekdoten, und von denen entsprechen eine ganze Menge der Wahrheit. Nachzulesen ist das im neuen Sonderheft der Fußballzeitschrift 11 FREUNDE. Von 1966 bis 2001 war Jean Löring, den in Köln alle nur den Schäng nannten, Präsident von Fortuna Köln. Er hat in seiner Eigenschaft als Mäzen - nicht als Sponsor oder gar Investor, der irgendwann eine Rendite herausholen will - zig Millionen in sein Vereinchen gesteckt.
Leider umfaßt der Artikel nur vier Seiten. Kein Wunder, das Heft beleuchtet schließlich 40 Jahre Zweite Liga. Daß der Schäng da überhaupt seinen Platz eingeräumt bekommt - und wer will daran zweifeln, daß er das verdient hat? -, finde ich schön. In der Südstadt, bei den Fortuna-Fans ist er ohnehin unvergessen. Da ist es passend, daß die gesamte Sportanlage um das Südstadion in Köln-Zollstock jetzt Jean-Löring-Sportpark heißt.
Einmal schrieb er auf den Spielberichtsbogen eines Schiedsrichters: "Alles gelogen." Auch eine Anekdote, aber die stimmt. Ebenso daß er dem DFB mal ein Schnippchen geschlagen hat. Weil er während eines Heimspiels einen Schiedsrichter zu heftig angegangen war, wurde er mit einem Stadionverbot belegt. Es war vor Weihnachten, und so fand er sich im Nikolauskostüm ein und blieb unerkannt und unbehelligt. So war er, unser Schäng.
Sonntag, 27. Juli 2014
Willkommen in der 3. Liga
Es ist gerade zwei Wochen her, daß Deutschland Fußballweltmeister wurde, und schon geht es wieder los mit den nationalen Ligen. Das für einen Fußballfan unerträgliche Sommerloch mit der spielfreien Zeit war dank der WM auf ein Minimum verkürzt. Keine Langeweile, keine Entzugserscheinungen. Ich finde das gut. Es muß nicht immer Bundesliga sein. Bekanntlich bin ich ja auch Anhänger des unterklassigen Fußballs, womit, was ich bei der WM einmal mehr gehört habe, viele Eventfans nichts anfangen können.
Gestern legte die 3. Liga los. Ich gestehe ihr Reiz und Attraktivität zu. Sage und schreibe neun ehemalige Bundesligisten sind in der Liga am Start. Die Sportschau ließ es sich nicht nehmen, mehrere Spiele als Livestream zu zeigen. Zunächst schaute ich mir die Begegnung zwischen Jahn Regensburg und dem MSV Duisburg an, später die Partie zwischen dem VfL Osnabrück und Energie Cottbus. Die nach dem Abstieg aus der 2. Liga völlig neu zusammengestellte Truppe aus der Niederlausitz hat schön gespielt, verdient gewonnen und gehört für mich mit zu den Aufstiegsfavoriten.
Davon kann der Aufsteiger Fortuna Köln natürlich nur träumen. Doch selbst das wäre vermessen. Keine Frage, für meine Südstädter kann es in dieser Saison nur ein Ziel geben, nämlich den Klassenerhalt. Das hat sich gleich am ersten Spieltag bestätigt. Heute griff die Fortuna ins Geschehen ein. Nach vierzehn Jahren das erste Punktspiel im Profifußball. Darauf hätte vor ein paar Jahren kaum jemand einen Pfifferling gesetzt, doch drei Aufstiege seit 2008 haben es möglich gemacht.
Auf dem Plan stand heute die Auswärtsbegegnung bei der SG Sonnenhof Großaspach. Nach der anfänglichen Führung mußte die Fortuna sich dem Mitaufsteiger aus Württemberg am Ende knapp mit 2:1 geschlagen geben. Ein Tor geschossen, aber keinen Punkt erobert. Schade. Es war ein Vorgeschmack auf das, was uns in dieser Saison in dieser Liga erwartet. Meiner Freude darüber, überhaupt in den Profifußball zurückgekehrt zu sein, tut das keinen Abbruch. Ich freue mich auf das erste Heimspiel. Am kommenden Samstag erwartet Fortuna die Zweitvertretung von Mainz 05 im Südstadion.
Gestern legte die 3. Liga los. Ich gestehe ihr Reiz und Attraktivität zu. Sage und schreibe neun ehemalige Bundesligisten sind in der Liga am Start. Die Sportschau ließ es sich nicht nehmen, mehrere Spiele als Livestream zu zeigen. Zunächst schaute ich mir die Begegnung zwischen Jahn Regensburg und dem MSV Duisburg an, später die Partie zwischen dem VfL Osnabrück und Energie Cottbus. Die nach dem Abstieg aus der 2. Liga völlig neu zusammengestellte Truppe aus der Niederlausitz hat schön gespielt, verdient gewonnen und gehört für mich mit zu den Aufstiegsfavoriten.
Davon kann der Aufsteiger Fortuna Köln natürlich nur träumen. Doch selbst das wäre vermessen. Keine Frage, für meine Südstädter kann es in dieser Saison nur ein Ziel geben, nämlich den Klassenerhalt. Das hat sich gleich am ersten Spieltag bestätigt. Heute griff die Fortuna ins Geschehen ein. Nach vierzehn Jahren das erste Punktspiel im Profifußball. Darauf hätte vor ein paar Jahren kaum jemand einen Pfifferling gesetzt, doch drei Aufstiege seit 2008 haben es möglich gemacht.
Auf dem Plan stand heute die Auswärtsbegegnung bei der SG Sonnenhof Großaspach. Nach der anfänglichen Führung mußte die Fortuna sich dem Mitaufsteiger aus Württemberg am Ende knapp mit 2:1 geschlagen geben. Ein Tor geschossen, aber keinen Punkt erobert. Schade. Es war ein Vorgeschmack auf das, was uns in dieser Saison in dieser Liga erwartet. Meiner Freude darüber, überhaupt in den Profifußball zurückgekehrt zu sein, tut das keinen Abbruch. Ich freue mich auf das erste Heimspiel. Am kommenden Samstag erwartet Fortuna die Zweitvertretung von Mainz 05 im Südstadion.
Montag, 2. Juni 2014
Fortuna Köln steigt in die 3. Bundesliga auf
Es war ein sehr emotionaler Moment, als Oliver Laux den Ball in der 94. Spielminute ins Tor köpfte. Sein Treffer war ein kleines Wunder, denn mit dieser dramatischen Wendung hatte ich nicht mehr gerechnet. Das erste der beiden Relegationsspiele um den Aufstieg in die 3. Liga hatte Fortuna Köln zu Hause mit 1:0 für sich entschieden, durch einen Treffer von Thomas Kraus erst kurz vor Spielende. Eine recht gute Ausgangsposition für das Rückspiel in München gegen die 2. Mannschaft des FC Bayern, jedoch beileibe keine beruhigende.
Die Bayern egalisierten das Hinspielresultat bereits nach 20 Minuten und waren fortan die stärkere, technisch bessere und spielbestimmende Mannschaft. Als Kölner Anhänger mußte man mehr als einmal tief durchatmen. Wäre allerdings Markus Pazureks Kracher von der Unterkante der Latte nicht zurück aufs Spielfeld geprallt, sondern hinter die Torlinie, ich bin sicher, das Spiel wäre zu Gunsten der Fortuna entschieden gewesen. Denn dann hätten die Bayern gegen die starke Defensive der Südstädter weitere zwei Tore schießen müssen, und daran glaubte ich nicht.
Doch der Ball ging eben nicht ins Tor, und das Drama nahm seinen Lauf. In der 80. Spielminute stellte der Schiedsrichter Fortunas Mittelfeldregisseur Kristoffer Andersen vom Platz. Eine enorme Schwächung für Köln, besonders in Hinblick auf eine mögliche Verlängerung. Doch die war passe, als die Bayern in der 88. Spielminute ihren zweiten Treffer markierten. Ich war geschockt, fassungslos. In diesem Moment war die Fortuna tot, ich hatte mit dem Aufstieg abgeschlossen. Ich hätte heulen können.
Doch denkste. Vier Minuten Nachspielzeit wurden signalisiert, und dann geschah eben dieses kleine Wunder. Bayerns Torhüter griff bei einem Flankenball daneben, Laux war zur Stelle und nickte ein. In der vierten Minute der Nachspielzeit! Von einer solchen Szene, von einem solchen Szenario kann man normalerweise nur träumen, mehr nicht. Denn unrealistischer geht es nicht. Und doch war es soeben geschehen. Bei den Kölner Anhängern brachen verständlicherweise alle Dämme, denn die Münchener hatten nichts mehr dagegenzusetzen, und kurz darauf war Schluß. Es dauerte eine Weile, bis ich es realisiert hatte: die Fortuna war aufgestiegen und spielt in der kommenden Saison in Liga 3. Nun mußte ich wirklich heulen, vor Freude. Nicht einmal Alfred Hitchcock hätte das Drehbuch dramatischer schreiben können.
Spät in der Nacht ging es in die Südstadt ins Vereinsheim, wo zwischen 2 und 3 Uhr der aus München kommende Mannschaftsbus eintraf. Daß Trainer und Spieler frenetisch empfangen wurde, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Anschließend sangen und tanzten Kölner Spieler und Fans gemeinsam zu kölscher Musik. Als ich nach Hause ging, setzte bereits die Morgendämmerung ein.
Die Bayern egalisierten das Hinspielresultat bereits nach 20 Minuten und waren fortan die stärkere, technisch bessere und spielbestimmende Mannschaft. Als Kölner Anhänger mußte man mehr als einmal tief durchatmen. Wäre allerdings Markus Pazureks Kracher von der Unterkante der Latte nicht zurück aufs Spielfeld geprallt, sondern hinter die Torlinie, ich bin sicher, das Spiel wäre zu Gunsten der Fortuna entschieden gewesen. Denn dann hätten die Bayern gegen die starke Defensive der Südstädter weitere zwei Tore schießen müssen, und daran glaubte ich nicht.
Doch der Ball ging eben nicht ins Tor, und das Drama nahm seinen Lauf. In der 80. Spielminute stellte der Schiedsrichter Fortunas Mittelfeldregisseur Kristoffer Andersen vom Platz. Eine enorme Schwächung für Köln, besonders in Hinblick auf eine mögliche Verlängerung. Doch die war passe, als die Bayern in der 88. Spielminute ihren zweiten Treffer markierten. Ich war geschockt, fassungslos. In diesem Moment war die Fortuna tot, ich hatte mit dem Aufstieg abgeschlossen. Ich hätte heulen können.
Doch denkste. Vier Minuten Nachspielzeit wurden signalisiert, und dann geschah eben dieses kleine Wunder. Bayerns Torhüter griff bei einem Flankenball daneben, Laux war zur Stelle und nickte ein. In der vierten Minute der Nachspielzeit! Von einer solchen Szene, von einem solchen Szenario kann man normalerweise nur träumen, mehr nicht. Denn unrealistischer geht es nicht. Und doch war es soeben geschehen. Bei den Kölner Anhängern brachen verständlicherweise alle Dämme, denn die Münchener hatten nichts mehr dagegenzusetzen, und kurz darauf war Schluß. Es dauerte eine Weile, bis ich es realisiert hatte: die Fortuna war aufgestiegen und spielt in der kommenden Saison in Liga 3. Nun mußte ich wirklich heulen, vor Freude. Nicht einmal Alfred Hitchcock hätte das Drehbuch dramatischer schreiben können.
Spät in der Nacht ging es in die Südstadt ins Vereinsheim, wo zwischen 2 und 3 Uhr der aus München kommende Mannschaftsbus eintraf. Daß Trainer und Spieler frenetisch empfangen wurde, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Anschließend sangen und tanzten Kölner Spieler und Fans gemeinsam zu kölscher Musik. Als ich nach Hause ging, setzte bereits die Morgendämmerung ein.
Mittwoch, 21. August 2013
Voller Mond überm Ruhrpott
Es war nicht der Mond von Wanne-Eickel, der beim Schlußpfiff gestern Abend über dem Niederrhein-Stadion von Rot-Weiß Oberhausen hing. Beeindruckend war er dennoch. Vor einem wolkenlosen, dunklen, stahlblauen Himmel prangte die fette gelbe Scheibe wie ein imposantes Auge, das sich soeben die Begegnung zwischen Rot-Weiß Oberhausen und Fortuna Köln angesehen hatte. Er dürfte mir zustimmen, daß das Unentschieden zwischen den beiden Traditionsvereinen völlig in Ordnung ging.
Überhaupt das Thema Tradition und die damit verbundenen Vereine. Man schaue sich nur vier der ersten fünf Ligabegegnungen an, die für Fortuna auf dem Programm standen. Alemannia Aachen, der KFC Uerdingen und die genannten Oberhausener. Und am kommenden Sonntag tritt Wattenscheid 09 im Südstadion an. Das sind in meinen Ohren trotz Regionalliga klingende Namen mit Vergangenheit und Wiedererkennungswert. Viele, viele Jahre lang trafen diese Mannschaften in der 2. Liga aufeinander. Sie alle sind nach Gründung der Bundesliga 1963 sogar irgendwann in der höchsten deutschen Spielklasse angetreten. Nun also in der vierten Liga.
Keine zehn Meter von der Stadionmauer entfernt fließt der Rhein-Herne-Kanal, und aus der so genannten Kanalkurve, dem Stehplatzbereich für die Gäste-Fans, sieht man das Wahrzeichen von Oberhausen aufragen, das Gasometer. Die äußeren Bedingungen sind also durchaus idyllisch. Hinzu kommt die Traditionsspielstätte an sich und die Tatsache, daß man bei der Namensgebung des Stadions noch nicht dem Lockruf des Goldes gefolgt ist. Wie viel sympathischer klingt doch Stadion am Niederrhein als etwa Signal Iduna Park, Mage Solar Stadion oder Trolli-Arena.
Noch einmal, die Punkteteilung am gestrigen Abend ging vollkommen in Ordnung. Die Hausherren legten los wie die Feuerwehr und trafen bereits in der zweiten Minute die Latte, doch dann bekam Fortuna das Spiel immer besser in den Griff und verschaffte sich deutliche Feldvorteile. Das erste Tor durch Kraus nach einer halben Stunde wurde zwar noch wegen Foulspiels verweigert, doch wenige Minuten später war es erneut Kraus, der die diesmal reguläre Kölner Führung erzielte. Wieder Kraus, schon mit seinem vierten Saisontreffer, und im Anschluß an einen Eckball. Bei Standardsituationen ist die Fortuna sehr stark derzeit.
Mit der verdienten Führung ging es in die Pause. Nach der Rückkehr aus den Kabinen legten die Rot-Weißen eine Schippe drauf und erspielten sich nun ihrerseits Feldvorteile und eine optische Überlegenheit, bei der auch die eine oder andere Torchance heraussprang. Doch auch Fortuna setzte immer wieder Nadelstiche mit gefährlichen Kontern und weiteren Standardsituationen. Der Ausgleich für Oberhausen fiel eine Viertelstunde vor Spielende, verdient zu diesem Zeitpunkt.
Danach blieb es weiter ein sehenswertes, abwechslungsreiches Spiel, zwar ohne die ganz großen Hochkaräter, in dem dennoch jederzeit ein weiteres Tor in der Luft lag. Beide Mannschaften hätten noch als Sieger vom Platz gehen können, doch keine traf mehr in den gegnerischen Kasten. So blieb es bei einem gerechten 1:1, mit dem sowohl Hausherren als auch Gäste leben können, da der Anschluß nach oben gewahrt bleibt.
Überhaupt das Thema Tradition und die damit verbundenen Vereine. Man schaue sich nur vier der ersten fünf Ligabegegnungen an, die für Fortuna auf dem Programm standen. Alemannia Aachen, der KFC Uerdingen und die genannten Oberhausener. Und am kommenden Sonntag tritt Wattenscheid 09 im Südstadion an. Das sind in meinen Ohren trotz Regionalliga klingende Namen mit Vergangenheit und Wiedererkennungswert. Viele, viele Jahre lang trafen diese Mannschaften in der 2. Liga aufeinander. Sie alle sind nach Gründung der Bundesliga 1963 sogar irgendwann in der höchsten deutschen Spielklasse angetreten. Nun also in der vierten Liga.
Keine zehn Meter von der Stadionmauer entfernt fließt der Rhein-Herne-Kanal, und aus der so genannten Kanalkurve, dem Stehplatzbereich für die Gäste-Fans, sieht man das Wahrzeichen von Oberhausen aufragen, das Gasometer. Die äußeren Bedingungen sind also durchaus idyllisch. Hinzu kommt die Traditionsspielstätte an sich und die Tatsache, daß man bei der Namensgebung des Stadions noch nicht dem Lockruf des Goldes gefolgt ist. Wie viel sympathischer klingt doch Stadion am Niederrhein als etwa Signal Iduna Park, Mage Solar Stadion oder Trolli-Arena.
Noch einmal, die Punkteteilung am gestrigen Abend ging vollkommen in Ordnung. Die Hausherren legten los wie die Feuerwehr und trafen bereits in der zweiten Minute die Latte, doch dann bekam Fortuna das Spiel immer besser in den Griff und verschaffte sich deutliche Feldvorteile. Das erste Tor durch Kraus nach einer halben Stunde wurde zwar noch wegen Foulspiels verweigert, doch wenige Minuten später war es erneut Kraus, der die diesmal reguläre Kölner Führung erzielte. Wieder Kraus, schon mit seinem vierten Saisontreffer, und im Anschluß an einen Eckball. Bei Standardsituationen ist die Fortuna sehr stark derzeit.
Mit der verdienten Führung ging es in die Pause. Nach der Rückkehr aus den Kabinen legten die Rot-Weißen eine Schippe drauf und erspielten sich nun ihrerseits Feldvorteile und eine optische Überlegenheit, bei der auch die eine oder andere Torchance heraussprang. Doch auch Fortuna setzte immer wieder Nadelstiche mit gefährlichen Kontern und weiteren Standardsituationen. Der Ausgleich für Oberhausen fiel eine Viertelstunde vor Spielende, verdient zu diesem Zeitpunkt.
Danach blieb es weiter ein sehenswertes, abwechslungsreiches Spiel, zwar ohne die ganz großen Hochkaräter, in dem dennoch jederzeit ein weiteres Tor in der Luft lag. Beide Mannschaften hätten noch als Sieger vom Platz gehen können, doch keine traf mehr in den gegnerischen Kasten. So blieb es bei einem gerechten 1:1, mit dem sowohl Hausherren als auch Gäste leben können, da der Anschluß nach oben gewahrt bleibt.
Sonntag, 18. August 2013
Kein Stadion Sonnenblume mehr
Wenn ich mich recht erinnere, habe ich in der NRW-Liga zuletzt ein Fußballspiel in Velbert gesehen. Damals trug das inmitten idyllischen Grüns gelegene Stadion noch den malerischen Namen Sonnenblume. Der paßte irgendwie und hat mir gut gefallen. Jetzt heißt die Sportanlage Christopeit Sport Arena, wofür auch immer das stehen mag.
Inzwischen stehen sich die SSV Velbert und Fortuna Köln in der Regionalliga West gegenüber. Das Stadion mit seinem ganze Drumherum ist mir immer wieder sympathisch. Eine nette Anlage, freundliche Ordner und nicht nur Stadionwurst gibt es, sondern sogar selbstgemachten Kuchen. Die können's einfach, die Bauers ... äh, die Velberter. Gestern trat die Fortuna wieder dort an und ging als Favorit in die Begegnung, vor rund 500 Zuschauern, die sich in etwa paritätisch auf die beiden Fanlager verteilten.
Ihrer Favoritenrolle wurde die Mannschaft aus dem Kölner Süden auch gleich von Beginn an gerecht. Fortuna machte Druck und traf schon in der 4. Spielminute die Latte. Zwei Minuten später folgte die Führung durch Kraus, die sich auch in der Folgezeit als gerechtfertigt erwies. Fortuna spielte weiterhin nach vorn und wollte das Ergebnis erhöhen, doch hatte ich häufig den Eindruck, daß die letzte Konsequenz fehlte, so als wollte man sich gegen diesen Gegner nicht allzu sehr verausgaben. Dennoch war das 0:2 durch Yilmaz folgerichtig und verdient. Bis dahin war von Velbert in Richtung Tor nur wenig zu sehen, und zwar bis zu einem Lattenkracher, der fast mit dem Pausenpfiff noch den Anschlußtreffer bedeutet hätte.
Zu Beginn der 2. Halbzeit setzten sich die Kräfteverhältnisse zunächst fort. Kurz nach der Pause hätte Fortuna mit einem Elfmeter schon alles klarmachen können. Der gefoulte Kialka scheiterte jedoch, und danach kamen die Hausherren immer besser ins Spiel. Der Druck auf das Kölner Tor nahm zu, und Velbert spielte sich einige gute Torchancen heraus. Der Anschlußtreffer nach einer Stunde war der Lohn und hochverdient. Doch als hätte es dieses Treffers gebraucht, wurde die Fortuna noch einmal wach und übernahm ihrerseits wieder das Kommando Ein schöne Kopfballvorlage des eben erst eingewechselten Aydogmus zimmerte erneut Kraus rechts hoch in den Velberter Kasten.
Damit war das Spiel entschieden, wenngleich die Heimmannschaft sich noch ein paar schöne Chancen erspielte. Doch auf beiden Seiten sprang nicht mehr heraus als jeweils ein Aluminiumtreffer. Hätten die Velberter in dieser Phase den Anschluß erzielt, wäre es vielleicht noch einmal sehr eng geworden. So jedoch geht der Fortuna-Sieg in Ordnung. Auch was die Punkte angeht, ist Velbert für die Südstädter Mannschaft und ihre Anhänger also immer eine Reise wert.
Inzwischen stehen sich die SSV Velbert und Fortuna Köln in der Regionalliga West gegenüber. Das Stadion mit seinem ganze Drumherum ist mir immer wieder sympathisch. Eine nette Anlage, freundliche Ordner und nicht nur Stadionwurst gibt es, sondern sogar selbstgemachten Kuchen. Die können's einfach, die Bauers ... äh, die Velberter. Gestern trat die Fortuna wieder dort an und ging als Favorit in die Begegnung, vor rund 500 Zuschauern, die sich in etwa paritätisch auf die beiden Fanlager verteilten.
Ihrer Favoritenrolle wurde die Mannschaft aus dem Kölner Süden auch gleich von Beginn an gerecht. Fortuna machte Druck und traf schon in der 4. Spielminute die Latte. Zwei Minuten später folgte die Führung durch Kraus, die sich auch in der Folgezeit als gerechtfertigt erwies. Fortuna spielte weiterhin nach vorn und wollte das Ergebnis erhöhen, doch hatte ich häufig den Eindruck, daß die letzte Konsequenz fehlte, so als wollte man sich gegen diesen Gegner nicht allzu sehr verausgaben. Dennoch war das 0:2 durch Yilmaz folgerichtig und verdient. Bis dahin war von Velbert in Richtung Tor nur wenig zu sehen, und zwar bis zu einem Lattenkracher, der fast mit dem Pausenpfiff noch den Anschlußtreffer bedeutet hätte.
Zu Beginn der 2. Halbzeit setzten sich die Kräfteverhältnisse zunächst fort. Kurz nach der Pause hätte Fortuna mit einem Elfmeter schon alles klarmachen können. Der gefoulte Kialka scheiterte jedoch, und danach kamen die Hausherren immer besser ins Spiel. Der Druck auf das Kölner Tor nahm zu, und Velbert spielte sich einige gute Torchancen heraus. Der Anschlußtreffer nach einer Stunde war der Lohn und hochverdient. Doch als hätte es dieses Treffers gebraucht, wurde die Fortuna noch einmal wach und übernahm ihrerseits wieder das Kommando Ein schöne Kopfballvorlage des eben erst eingewechselten Aydogmus zimmerte erneut Kraus rechts hoch in den Velberter Kasten.
Damit war das Spiel entschieden, wenngleich die Heimmannschaft sich noch ein paar schöne Chancen erspielte. Doch auf beiden Seiten sprang nicht mehr heraus als jeweils ein Aluminiumtreffer. Hätten die Velberter in dieser Phase den Anschluß erzielt, wäre es vielleicht noch einmal sehr eng geworden. So jedoch geht der Fortuna-Sieg in Ordnung. Auch was die Punkte angeht, ist Velbert für die Südstädter Mannschaft und ihre Anhänger also immer eine Reise wert.
Samstag, 3. August 2013
Tolle Fortuna bietet dem Bundesligisten Paroli
Darauf hatte man in der Kölner Südstadt lange gewartet. Dreizehn Jahre, um genau zu sein. Denn so lange ist es her, seit Fortuna Köln zum letzten Mal im DFB-Pokal stand. Das Los schenkte unserer Regionalligatruppe gleich einen Bundesligisten. Mit dem FSV Mainz 05 war es zwar nicht einer der größten Namen, aber ein veritabler Erstligavertreter, der in der höchsten deutschen Spielklasse in den letzten Jahren durchaus von sich Reden gemacht hatte.
Schon seit Wochen war die Vorfreude auf die Begegnung groß. Der Zuschauerandrang übertraf meine Erwartungen sogar noch. Rund 8.000 Besucher dürften den Weg nach Zollstock gefunden haben. Rings um das Südstadion waren Fanmassen aus beiden Lagern unterwegs, nicht getrennt, wie das häufig bei Fußballspielen der Fall ist, sondern bunt gemischt. Die Polizeipräsenz war groß, wurde aber nicht gebraucht, und das ist gut so. Zwischen Fortunen und Meenzern gab es keine Animositäten, keine Feindseligkeiten und schon gar keinen Krawall.
Als die Begegnung endlich angepfiffen wurde, war die Begeisterung riesig, und schnell entwickelte sich ein munteres Spiel. Natürlich hatte der Bundesligist mehr Ballbesitz und ein optisches Übergewicht. Gemacht wurde aber nichts daraus. Die Angriffe der Mainzer sahen gefällig aus, endeten aber meist vor der gut gestaffelten Abwehr der Fortuna. In der Offensive brachten sie wenig zustande. Fortuna hingegen suchte aus der gut und sicher stehenden Defensive immer wieder den Weg nach vorn. So machte Kraus nach einer schönen Kombination das 1:0 für Köln. Noch in der ersten Halbzeit gelang dem FSV der Ausgleich, und dieser Spielstand war völlig leistungsgerecht.
So ging es bis zur Pause wieder. Beide Mannschaften spielten gefällig, hochkarätige Torchancen blieben aber Mangelware. Irgendwie hatte ich ständig das Gefühl, die Mainzer spielten mit angezogener Handbremse und würden früher oder später eine Schippe drauflegen. So war es aber nicht, wie sich in der zweiten Halbzeit zeigte.
Die Mainzer Schwäche in der Offensive setzte sich nämlich fort, und Fortuna setzte weiterhin Nadelstiche, wurde in der Folgezeit sogar noch eine Spur mutiger. Von einem Klassenunterschied zwischen beiden Teams war über die gesamte Spielzeit hinweg nichts zu sehen, ein Unterschied von drei Klassen schon gar nicht. Die Profis waren nicht stärker als die Amateure. Oder soll man sagen: die Amateure haben auf Augenhöhe mit den Profis mitgehalten.
Beinahe hätten sie den Mainzern sogar gewaltig die Suppe versalzen. Kurz vor Spielende hatte die Fortuna gleich zwei hochkarätige Torchancen, um in Führung zu gehen. Daß die Gäste das noch einmal umgebogen hätten, ist zu bezweifeln. Doch ein satter Schuß strich übers Tor, und beim nächsten konnte der Gästetorwart gerade noch mit dem Fuß klären. Der Jubel der ohnehin begeisterten Fortuna-Fans hätte wohl kein Halten mehr gekannt.
Doch da beide Chancen vergeben wurden, kam es, wie es kommen mußte. Auf der anderen Seite legte ein Mainzer Einwechselspieler einen fulminanten Sonntagsschuß hin, nach dem sich Poggenborg vergeblich streckte. Das Ding hätte wohl auch kein Torwand in der Bundesliga gehalten. Drei Minuten vor der Verlängerung war die Fortuna wie aus dem Nichts geschlagen. Und zwar unverdient, das kann ich guten Gewissens behaupten.
Am Ende war die 1:2-Niederlage bitter, weil sie so spät kam, so unglücklich und mit jede Menge Dusel für die Mainzer, die da schon hätten auf der Verliererstraße sein können. Unserer Mannschaft ist jedenfalls kein Vorwurf zu machen. Die Jungs haben toll gekämpft und alles gegeben. Vor dem Spiel hatte ich nicht damit gerechnet, doch heute war mehr drin. Es war schön und hat einen Heidenspaß gemacht, endlich mal wieder große Fußballluft schnuppern zu dürfen. Und wie heißt es doch so schön? Jetzt können wir uns voll und ganz auf die Liga konzentrieren. Nach dem heutigen Auftritt ist mir für die kommenden Wochen nicht bange.
Dienstag, 11. Juni 2013
11. Juni 1983, Köln gegen Köln
Heute ist es 30 Jahre her und doch - zumindest in Köln - unvergessen. Am 11. Juni 1983 fand im Müngersdorfer Stadion ein Ereignis statt, daß es davor im deutschen Fußball noch nie gegeben hatte - und danach bis heute auch nie wieder geben sollte. Zum ersten und einzigen Mal standen sich im Endspiel des DFB-Pokals zwei Mannschaften aus einer Stadt gegenüber. Der 1. FC Köln traf auf Fortuna Köln.
Zu jener Zeit spielten beide Mannschaften in ihren Ligen um die oberen Tabellenränge mit. Im Fall des FC war das die Bundesliga, wo man zuletzt fünf Jahre zuvor, also 1978, Deutscher Meister geworden war. Für die Fortuna galt es in der 2. Bundesliga. 1973 waren die Südstädter noch in die Bundesliga aufgestiegen, traten aber am Ende der Saison gleich wieder den Weg in die 2. Liga an. In den Folgejahren klopfte man immer wieder an die Tür zur höchsten deutschen Spielklasse, zuletzt 1986, als es zu den Relegationsspielen gegen den Drittletzten der Bundesliga Borussia Dortmund kam. Nach einem 2:0-Erfolg in Köln und einer 1:3-Niederlage in Dortmund mußte sich die Fortuna erst im entscheidenden dritten Spiel geschlagen geben. Mit dem Aufstieg in die Bundesliga klappte es danach nie wieder.
Dafür aber eben ins Pokalfinale 1983. Auf dem Weg dorthin schaltete die Fortuna in den ersten beiden Hauptrunden den SC Freiburg und den SSV Ulm aus, siegte im Achtelfinale mit 2:1 bei Eintracht Braunschweig und traf im Viertelfinale auf Borussia Mönchengladbach. Damals wurden Pokalspiele noch nicht durch Elfmeterschießen entschieden. Stand es nach einer Verlängerung Unentschieden, gab es ein Wiederholungsspiel. So war es gegen die Fohlenelf. Nach einem 2:2 in Gladbach entschied die Fortuna die zweite Begegnung in Köln mit 2:1 für sich. Was schon Sensation genug war, wurde im Halbfinale noch deutlich übertroffen. Denn da fegte die Fortuna Borussia Dortmund mit sage und schreibe 5:0 vom Platz.
Leider mußte der Zweitligist aus der Kölner Südstadt sich im Endspiel dem FC mit 0:1 geschlagen geben. Die Fortuna hatte die größeren Spielanteile, die besseren Torchancen und die Sympathien des Kölner Publikums auf ihrer Seite. Der FC hingegen hatte Pierre Littbarski, der mit seinem Siegtreffer in der 68. Minute für die Geißböcke den Unterschied ausmachte.
Ich selbst konnte das Spiel damals leider nicht im Stadion verfolgen. Als es stattfand, war ich bei der Bundeswehr, weit weg von Köln. Genauer gesagt stationiert in Neumünster, in der Diaspora irgendwo zwischen Hamburg und Kiel. In der Kleinen Holstenhalle in Neumünster habe ich seinerzeit sogar einmal BAP live gesehen, aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Wie gesagt, das legendäre Pokalfinale zwischen zwei Kölner Mannschaften ist heute auf den Tag 30 Jahre her. Wie es der Zufall oder der Fußballgott will, stand die Fortuna dieses Jahr nach dem verlorenen Endspiel von 1983 endlich wieder in einem Pokalfinale. Zwar nicht in dem großen, sondern in dem des Fußballverbands-Mittelrhein, aber immerhin. Dabei gab es im Bonner Sportpark Nord vor knapp zwei Wochen einen 2:1-Sieg gegen Alemannia Aachen, und der ist auch was wert. Denn mit ihm gewann die Fortuna nicht nur den kleinen Pokal, sondern sicherte sich für die kommende Saison auch das Antrittsrecht in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Sollte die Auslosung den 1. FC Köln als Gegner bescheren, hätte der Fußballgott wohl wirklich seine Finger im Spiel.
Bewegte Bilder von 1983 gibt es übrigens auch, nämlich einen etwa fünzehnminütigen Zusammenschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=fMXVIWsNT34. Und im Südstadion gibt es einen Fanclub von Fortuna Köln, der zur Erinnerung an das damalige Ereignis gegründet wurde. Er trägt den klingenden Namen "Kommando 11. Juni".
Zu jener Zeit spielten beide Mannschaften in ihren Ligen um die oberen Tabellenränge mit. Im Fall des FC war das die Bundesliga, wo man zuletzt fünf Jahre zuvor, also 1978, Deutscher Meister geworden war. Für die Fortuna galt es in der 2. Bundesliga. 1973 waren die Südstädter noch in die Bundesliga aufgestiegen, traten aber am Ende der Saison gleich wieder den Weg in die 2. Liga an. In den Folgejahren klopfte man immer wieder an die Tür zur höchsten deutschen Spielklasse, zuletzt 1986, als es zu den Relegationsspielen gegen den Drittletzten der Bundesliga Borussia Dortmund kam. Nach einem 2:0-Erfolg in Köln und einer 1:3-Niederlage in Dortmund mußte sich die Fortuna erst im entscheidenden dritten Spiel geschlagen geben. Mit dem Aufstieg in die Bundesliga klappte es danach nie wieder.
Dafür aber eben ins Pokalfinale 1983. Auf dem Weg dorthin schaltete die Fortuna in den ersten beiden Hauptrunden den SC Freiburg und den SSV Ulm aus, siegte im Achtelfinale mit 2:1 bei Eintracht Braunschweig und traf im Viertelfinale auf Borussia Mönchengladbach. Damals wurden Pokalspiele noch nicht durch Elfmeterschießen entschieden. Stand es nach einer Verlängerung Unentschieden, gab es ein Wiederholungsspiel. So war es gegen die Fohlenelf. Nach einem 2:2 in Gladbach entschied die Fortuna die zweite Begegnung in Köln mit 2:1 für sich. Was schon Sensation genug war, wurde im Halbfinale noch deutlich übertroffen. Denn da fegte die Fortuna Borussia Dortmund mit sage und schreibe 5:0 vom Platz.
Leider mußte der Zweitligist aus der Kölner Südstadt sich im Endspiel dem FC mit 0:1 geschlagen geben. Die Fortuna hatte die größeren Spielanteile, die besseren Torchancen und die Sympathien des Kölner Publikums auf ihrer Seite. Der FC hingegen hatte Pierre Littbarski, der mit seinem Siegtreffer in der 68. Minute für die Geißböcke den Unterschied ausmachte.
Ich selbst konnte das Spiel damals leider nicht im Stadion verfolgen. Als es stattfand, war ich bei der Bundeswehr, weit weg von Köln. Genauer gesagt stationiert in Neumünster, in der Diaspora irgendwo zwischen Hamburg und Kiel. In der Kleinen Holstenhalle in Neumünster habe ich seinerzeit sogar einmal BAP live gesehen, aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Wie gesagt, das legendäre Pokalfinale zwischen zwei Kölner Mannschaften ist heute auf den Tag 30 Jahre her. Wie es der Zufall oder der Fußballgott will, stand die Fortuna dieses Jahr nach dem verlorenen Endspiel von 1983 endlich wieder in einem Pokalfinale. Zwar nicht in dem großen, sondern in dem des Fußballverbands-Mittelrhein, aber immerhin. Dabei gab es im Bonner Sportpark Nord vor knapp zwei Wochen einen 2:1-Sieg gegen Alemannia Aachen, und der ist auch was wert. Denn mit ihm gewann die Fortuna nicht nur den kleinen Pokal, sondern sicherte sich für die kommende Saison auch das Antrittsrecht in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Sollte die Auslosung den 1. FC Köln als Gegner bescheren, hätte der Fußballgott wohl wirklich seine Finger im Spiel.
Bewegte Bilder von 1983 gibt es übrigens auch, nämlich einen etwa fünzehnminütigen Zusammenschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=fMXVIWsNT34. Und im Südstadion gibt es einen Fanclub von Fortuna Köln, der zur Erinnerung an das damalige Ereignis gegründet wurde. Er trägt den klingenden Namen "Kommando 11. Juni".
Freitag, 31. Mai 2013
Fortuna Köln ist Pokalsieger
Allmählich habe ich es realisiert. Der Sieger im Endspiel des Mittelrhein-Pokals heißt Fortuna Köln. Seit ein paar Jahren nennt er sich Bitburger-Pokal, von mir aus. Wie er heißt ist zweitrangig, entscheidend ist seine Bedeutung. Denn die Siegermannschaft reckte nach dem Abpfiff im Bonner Sportpark Nord nicht nur den Pokal in die Höhe, sondern tritt kommende Saison in der ersten Runde des DFB-Pokals an. Da warten dann möglicherweise Borussia Dortmund oder Bayern München als Gegner, oder der 1. FC Köln.
Vor dem Spiel gegen die Drittligisten Alemannia Aachen hatte ich ein wenig Angst, daß die Jungs aus der Südstadt am Ende mit leeren Händen dastehen. Die Fortuna hat eine tolle Saison gespielt. Unvergeßlich ist das grandiose 4:1 gegen die Sportfreunde Siegen. Mehr noch sind es die beiden Stadtderbys gegen Viktoria Köln, die beide mit 3:1 gewonnen wurden. In der Endabrechnung ist die Fortuna in der Liga mit 79 Punkten der beste Zweite aller Zeiten, aber eben nur Tabellenzweiter, während der Meister Sportfreunde Lotte um den Aufstieg in die 3. Liga spielt. Wäre das Pokalendspiel verloren gegangen ... ich darf gar nicht dran denken. Dieser klasse Saison hätte einfach die Krönung gefehlt.
Doch Fortuna legte vor knapp 5.000 Zuschauern, darunter 2.000 Kölner Anhänger, von Spielbeginn an los wie die Feuerwehr. Das gilt zwar auch für die Alemannia, doch hatte ich in Halbzeit Eins nie das Gefühl, die Aachener könnten uns wirklich gefährlich werden. Die Führung in der 19. Minute durch Kraus spiegelt die Kölner Überlegenheit wieder. Mit ihr ging es verdientermaßen in die Pause.
Was sich bis dahin gezeigt hatte, ging nach dem Seitenwechsel weiter. Beide Mannschaften spielten offensiv nach vorne. Das war kein Rasenschach, wie er bei manchen Endspielen zu befürchten ist, sondern von beiden Seiten attraktiver, herzerfrischender Angriffsfußball. Hüben wie drüben gab es fortan dicke Torchancen. Die Alemannia hatte sich in der Halbzeit geschüttelt und wollte es nun wissen. Ein Pfostenschuß nach glänzender Parade von Poggenborg hätte schon der Ausgleich sein können. Der fiel in der 78. Minute. Er hatte sich abgezeichnet und war auch nicht unverdient.
Meine Befürchtungen kehrten zurück. Ich sah das Horrorszenario buchstäblich vor mir: Noch in der regulären Spielzeit macht Aachen ein weiteres Tor. Es passierte aber nicht, und auch eine mögliche Verlängerung blieb uns erspart, denn Fortuna setzte ein dickes Ausrufezeichen. In der 82. Minute zog Fink ab, der Ball wurde stark abgefälscht und landete im Tor. Das Glück des Tüchtigen, endlich stand es mal auf unserer Seite.
Was danach kam, war Zittern. Aachen drängte mit Macht auf den erneuten Ausgleich. In den letzten Sekunden gab es noch einmal einen Eckball, doch auch er blieb wirkungslos. Dann war Schlußpfiff, und bei den Kölner Fans brachen alle Dämme. Ich begriff es in dem Jubel gar nicht so richtig. Gewonnen. Pokalsieger. Kommende Saison DFB-Pokal. Wovon wir die ganze Spielzeit geträumt hatten, war tatsächlich in Erfüllung gegangen. Beim Schreiben dieser Zeilen läuft es mir immer noch kalt den Rücken runter.
Sie haben etwas Tolles geleistet, unsere Mannschaft, unser Trainer Uwe Koschinat und unser Präsident Klaus Ulonska. Es war ein wundervoller Abend mit einem Erfolg, den wir so sehr herbeigesehnt hatten. Entsprechend wurde gefeiert. Danke, Jungs!
Vor dem Spiel gegen die Drittligisten Alemannia Aachen hatte ich ein wenig Angst, daß die Jungs aus der Südstadt am Ende mit leeren Händen dastehen. Die Fortuna hat eine tolle Saison gespielt. Unvergeßlich ist das grandiose 4:1 gegen die Sportfreunde Siegen. Mehr noch sind es die beiden Stadtderbys gegen Viktoria Köln, die beide mit 3:1 gewonnen wurden. In der Endabrechnung ist die Fortuna in der Liga mit 79 Punkten der beste Zweite aller Zeiten, aber eben nur Tabellenzweiter, während der Meister Sportfreunde Lotte um den Aufstieg in die 3. Liga spielt. Wäre das Pokalendspiel verloren gegangen ... ich darf gar nicht dran denken. Dieser klasse Saison hätte einfach die Krönung gefehlt.
Doch Fortuna legte vor knapp 5.000 Zuschauern, darunter 2.000 Kölner Anhänger, von Spielbeginn an los wie die Feuerwehr. Das gilt zwar auch für die Alemannia, doch hatte ich in Halbzeit Eins nie das Gefühl, die Aachener könnten uns wirklich gefährlich werden. Die Führung in der 19. Minute durch Kraus spiegelt die Kölner Überlegenheit wieder. Mit ihr ging es verdientermaßen in die Pause.
Was sich bis dahin gezeigt hatte, ging nach dem Seitenwechsel weiter. Beide Mannschaften spielten offensiv nach vorne. Das war kein Rasenschach, wie er bei manchen Endspielen zu befürchten ist, sondern von beiden Seiten attraktiver, herzerfrischender Angriffsfußball. Hüben wie drüben gab es fortan dicke Torchancen. Die Alemannia hatte sich in der Halbzeit geschüttelt und wollte es nun wissen. Ein Pfostenschuß nach glänzender Parade von Poggenborg hätte schon der Ausgleich sein können. Der fiel in der 78. Minute. Er hatte sich abgezeichnet und war auch nicht unverdient.
Meine Befürchtungen kehrten zurück. Ich sah das Horrorszenario buchstäblich vor mir: Noch in der regulären Spielzeit macht Aachen ein weiteres Tor. Es passierte aber nicht, und auch eine mögliche Verlängerung blieb uns erspart, denn Fortuna setzte ein dickes Ausrufezeichen. In der 82. Minute zog Fink ab, der Ball wurde stark abgefälscht und landete im Tor. Das Glück des Tüchtigen, endlich stand es mal auf unserer Seite.
Was danach kam, war Zittern. Aachen drängte mit Macht auf den erneuten Ausgleich. In den letzten Sekunden gab es noch einmal einen Eckball, doch auch er blieb wirkungslos. Dann war Schlußpfiff, und bei den Kölner Fans brachen alle Dämme. Ich begriff es in dem Jubel gar nicht so richtig. Gewonnen. Pokalsieger. Kommende Saison DFB-Pokal. Wovon wir die ganze Spielzeit geträumt hatten, war tatsächlich in Erfüllung gegangen. Beim Schreiben dieser Zeilen läuft es mir immer noch kalt den Rücken runter.
Sie haben etwas Tolles geleistet, unsere Mannschaft, unser Trainer Uwe Koschinat und unser Präsident Klaus Ulonska. Es war ein wundervoller Abend mit einem Erfolg, den wir so sehr herbeigesehnt hatten. Entsprechend wurde gefeiert. Danke, Jungs!
Donnerstag, 4. April 2013
Fortuna Köln steht im Pokalfinale
Es war bitter kalt in Hennef, und der Wind pfiff einem um die Ohren. Am gestrigen Abend trat die Fortuna im Halbfinale des Mittelrhein-Pokals beim FC Hennef 05 an. Bitburger-Pokal nennt er sich ja inzwischen, aber für mich bleibt es der Mittelrhein-Pokal. Hennef war der Titelverteidiger. Letztes Jahr gewannen sie das Endspiel und standen deshalb diese Saison in der ersten Runde des DFB-Pokals. Da will die Fortuna auch mal wieder hin, aber das wird schwer. Schließlich ist in der zweiten noch ausstehenden Halbfinalpaarung kein geringerer als Alemannia Aachen am Start.
Gestern legte die Fortuna los wie die Feuerwehr und ging schnell durch einen Doppelschlag von Kialka in Führung. Als man schon dachte, das Spiel sei gelaufen, schlugen die Hennefer jedoch zurück. Das setzte sich bis zur Pause fort. Fortuna traf zum Zweitorevorsprung, Hennef verkürzte. Zum Seitenwechsel stand es 4:2, und gleich nach Wiederanpfiff schlugen die Hausherren erneut zu. Die Abwehrschwächen in der Kölner Deckung waren teilweise eklatant. Was die Mannschaft sich im Angriff an Vorteilen herausspielte, wurde in der Abwehr wieder eingerissen. In manchen Situationen war ich der Verzweiflung nahe, besonders als Hennef vier dicke Chancen kurz hintereinander hatte, darunter einen Innenpfostentreffer. Über den Ausgleich hätten wir uns in dieser Phase wirklich nicht beschweren dürfen.
Am Ende rettete die Fortuna den Sieg und damit den Einzugs ins Finale aber über die Zeit, mit einer gehörigen Portion Dusel. Danach ging es ins Hennefer Brauhaus am Bahnhof, und später gab es in Köln auch noch ein paar Bier. Der Finaleinzug mußte schließlich gebührend gefeiert werden.
Gestern legte die Fortuna los wie die Feuerwehr und ging schnell durch einen Doppelschlag von Kialka in Führung. Als man schon dachte, das Spiel sei gelaufen, schlugen die Hennefer jedoch zurück. Das setzte sich bis zur Pause fort. Fortuna traf zum Zweitorevorsprung, Hennef verkürzte. Zum Seitenwechsel stand es 4:2, und gleich nach Wiederanpfiff schlugen die Hausherren erneut zu. Die Abwehrschwächen in der Kölner Deckung waren teilweise eklatant. Was die Mannschaft sich im Angriff an Vorteilen herausspielte, wurde in der Abwehr wieder eingerissen. In manchen Situationen war ich der Verzweiflung nahe, besonders als Hennef vier dicke Chancen kurz hintereinander hatte, darunter einen Innenpfostentreffer. Über den Ausgleich hätten wir uns in dieser Phase wirklich nicht beschweren dürfen.
Am Ende rettete die Fortuna den Sieg und damit den Einzugs ins Finale aber über die Zeit, mit einer gehörigen Portion Dusel. Danach ging es ins Hennefer Brauhaus am Bahnhof, und später gab es in Köln auch noch ein paar Bier. Der Finaleinzug mußte schließlich gebührend gefeiert werden.
Sonntag, 24. Februar 2013
Fortuna trotzt dem Schnee
Zum ersten Mal in diesem Jahr fand ich den Weg ins Südstadion. Die letzten Spiele in der Regionalliga West fielen dem Wetter zum Opfer, doch die gestrige Partie von Fortuna Köln gegen die Spielvereinigung Velbert wurde angepfiffen. Eigenartig angesichts der äußeren Umstände. Mehr als 500 Zuschauer fanden den Weg auch nicht ins Stadion. Der Platz war weiß, und die gesamte Begegnung fand in dichtem Schneetreiben statt. Kurz vor dem Anpfiff und in der Halbzeitpause wurden die Seitenlinien und sonstige Markierungen von einem Gebläse freigelegt. Es war bitterkalt, und blöderweise trieb der Wind den Schnee genau in die Kurve, in der ich stand. Am Getränkestand gab es keinen Glühwein, sondern kaltes Bier. Darauf habe ich dankend verzichtet.
Ein gutes Fußballspiel oder gar technische Kunststückchen durfte man auf dem Untergrund natürlich nicht erwarten. Es ging nur über Einsatz und Kampf. In der ersten Halbzeit riß das Spiel wahrlich nicht vom Hocker. Kurz vor der Pause ging die Fortuna dennoch in Führung, es hätte aber durchaus auch andersrum passieren können. Nach dem Seitenwechsel erspielten oder besser erkämpften sich die Südstädter dann aber ein deutliches Übergewicht. Neben weiteren Chancen wurde zwei Mal die Latte getroffen. Am Ende blieb es bei dem knappen 1:0 und einem Arbeitssieg, doch der war hoch verdient.
Nach dem Schlusspfiff verdrückten wir uns schnell ins Vereinsheim. Dort war es mollig warm und der Glühwein heiß. Spätestens nach dem zweiten Becher lief der Körper wieder auf Betriebstemperatur. Da auch der FC gewonnen hat - nämlich 2:0 gegen Union Berlin -, war es ein gelungener Fußballsamstag.
Ein gutes Fußballspiel oder gar technische Kunststückchen durfte man auf dem Untergrund natürlich nicht erwarten. Es ging nur über Einsatz und Kampf. In der ersten Halbzeit riß das Spiel wahrlich nicht vom Hocker. Kurz vor der Pause ging die Fortuna dennoch in Führung, es hätte aber durchaus auch andersrum passieren können. Nach dem Seitenwechsel erspielten oder besser erkämpften sich die Südstädter dann aber ein deutliches Übergewicht. Neben weiteren Chancen wurde zwei Mal die Latte getroffen. Am Ende blieb es bei dem knappen 1:0 und einem Arbeitssieg, doch der war hoch verdient.
Nach dem Schlusspfiff verdrückten wir uns schnell ins Vereinsheim. Dort war es mollig warm und der Glühwein heiß. Spätestens nach dem zweiten Becher lief der Körper wieder auf Betriebstemperatur. Da auch der FC gewonnen hat - nämlich 2:0 gegen Union Berlin -, war es ein gelungener Fußballsamstag.
Samstag, 24. November 2012
Fortuna Köln siegt im Stadtderby
Vor dem heutigen Tag war ich lange nicht mehr im Sportpark in Köln-Höhenberg. Dort trägt Viktoria Köln seine Heimspiele in der Regionalliga West aus, in der auch der SC Fortuna Köln spielt. Neben Traditionsclubs wie Rot Weiß Essen und dem Wuppertaler SV tummeln sich in jenen Niederungen auch diverse Zweitvertretungen, beispielsweise von Schalke 04, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen und des 1. FC Köln.
Vor dem Spieltag waren die Fronten klar. Viktoria ging mit 36 Punkten als Tabellenführer und leichter Favorit ins Rennen gegen die mit 35 Punkten dichtauf folgenden Südstädter. Der Sportpark im Rechtsrheinischen war mit 6.214 Zuschauern ausverkauft - wohlgemerkt, es handelt sich um die 4.Liga. Die Tribüne war gefüllt mit Fans von Viktoria, die Gegengerade fest in der Hand der Fortuna-Anhänger. Die Stimmung - ich muß sagen, da habe ich mehr erwartet - seitens der Viktorianer war recht mau.
Spielerisch gewann Fortuna schon in der 1. Halbzeit ein Übergewicht und hatte auch mehr Torchancen. Dennoch stand es zur Pause 0:0. Nach dem Seitenwechsel legte die Fortuna aber noch eine Schippe drauf. Nach einem Doppelschlag zur 2:0-Führung kam Viktoria mit dem Anschlußtreffer zwar noch einmal heran, mußte sich wenig später nach dem dritten Tor der Südtstädter aber endgültig geschlagen geben.
Der Sieg war nicht nur verdient, Fortuna übernahm damit auch die Tabellenführung. Das hat richtig Spaß gemacht. Entsprechend gut war die Stimmung unter den Fortuna-Anhängern, wohingegen die rechtsrheinischen Fans ihr Stadion fluchtartig verließen.
Vor dem Spieltag waren die Fronten klar. Viktoria ging mit 36 Punkten als Tabellenführer und leichter Favorit ins Rennen gegen die mit 35 Punkten dichtauf folgenden Südstädter. Der Sportpark im Rechtsrheinischen war mit 6.214 Zuschauern ausverkauft - wohlgemerkt, es handelt sich um die 4.Liga. Die Tribüne war gefüllt mit Fans von Viktoria, die Gegengerade fest in der Hand der Fortuna-Anhänger. Die Stimmung - ich muß sagen, da habe ich mehr erwartet - seitens der Viktorianer war recht mau.
Spielerisch gewann Fortuna schon in der 1. Halbzeit ein Übergewicht und hatte auch mehr Torchancen. Dennoch stand es zur Pause 0:0. Nach dem Seitenwechsel legte die Fortuna aber noch eine Schippe drauf. Nach einem Doppelschlag zur 2:0-Führung kam Viktoria mit dem Anschlußtreffer zwar noch einmal heran, mußte sich wenig später nach dem dritten Tor der Südtstädter aber endgültig geschlagen geben.
Der Sieg war nicht nur verdient, Fortuna übernahm damit auch die Tabellenführung. Das hat richtig Spaß gemacht. Entsprechend gut war die Stimmung unter den Fortuna-Anhängern, wohingegen die rechtsrheinischen Fans ihr Stadion fluchtartig verließen.
Sonntag, 9. Oktober 2011
Fortuna siegt in Alfter
In der ersten Runde des Mittelrheins-Pokals der Saison 2011/2012 trat Fortuna Köln beim Vfl Alfter an. Alfter liegt in der Nähe von Bonn, wir waren mit dem Auto also recht schnell da. Vor ein paar Jahren war ich schon einmal dort. Das war vor den beiden Aufstiegen der Fortuna bei einem Ligaspiel, und wir gewannen damals sehr deutlich.
Diesmal gestaltete sich die Begegnung weitaus schwieriger. Obwohl der Vfl zwei Ligen tiefer spielt, war über weite Phasen des Spiels kein Klassenunterschied festzustellen. Fortuna bot wahrlich keine überzeugende Leistung, und Alfter hielt engagiert dagegen. Bei der einen oder anderen Situation hätten wir durchaus in Rückstand geraten können. Daß wir am Ende durch zwei späte Tore mit 2:0 die Oberhand behielten, lag wohl an der Routine des Höherrangigen und an einem Quentchen Glück. Nach einem solchen Spiel zählt am Ende wirklich nur eins: Hauptsache gewonnen und die nächste Runde erreicht.
Diesmal gestaltete sich die Begegnung weitaus schwieriger. Obwohl der Vfl zwei Ligen tiefer spielt, war über weite Phasen des Spiels kein Klassenunterschied festzustellen. Fortuna bot wahrlich keine überzeugende Leistung, und Alfter hielt engagiert dagegen. Bei der einen oder anderen Situation hätten wir durchaus in Rückstand geraten können. Daß wir am Ende durch zwei späte Tore mit 2:0 die Oberhand behielten, lag wohl an der Routine des Höherrangigen und an einem Quentchen Glück. Nach einem solchen Spiel zählt am Ende wirklich nur eins: Hauptsache gewonnen und die nächste Runde erreicht.
Freitag, 1. Juli 2011
Noch mehr Bilder. Ich mit Legenden
Und noch ein paar Fotos vom Fortuna-Grillfest. Bild 1: Mit Wolfgang Fahrian, Bild 2: Mit Martin Luppen, Bild 3: Mit Günter Hutwelker, Bild 4: Mit Hartmut Priess.
Fotos vom Grillen mit Legenden
Ein paar Fotos vom Grillen am Fortuna-Vereinsheim seien hiermit nachgereicht. Den Bericht gabs schon am 20. Juni. Darin findet sich auch mehr zu den nachfolgend abgelichteten Mitwirkenden.
Bild 1: Ülepooz Trio, Bild 2: Cornel Wachter, Bild 3: Wolfgang Fahrian und Hartmut Priess, Bild 4: Philipp Oebel, Bild 5: Hartmut Priess und Philipp Oebel.
Bild 1: Ülepooz Trio, Bild 2: Cornel Wachter, Bild 3: Wolfgang Fahrian und Hartmut Priess, Bild 4: Philipp Oebel, Bild 5: Hartmut Priess und Philipp Oebel.
Montag, 20. Juni 2011
Grillen mit Legenden
Unter diesem Motto lockte Fortuna Köln seine Freunde zum Grillen in die Südstadt. Aufhänger war der 70. Geburtstag von Wolfgang Fahrian. Das Sonntagwetter allerdings schien uns die Petersilie verhageln zu wollen. Es schüttete wie aus Eimern. Doch rechtzeitig zum Beginn des Grillfestes vorm Vereinsheim hatte der Himmel ein Einsehen. Es blieb zwar grau und stürmisch, regnete aber nicht mehr. Natürlich wurde nicht nur gegrillt und Bier getrunken. Im Vordergrund standen der Fußball und die Fachsimpeleien. Und natürlich die teilnehmenden Fortuna-Legenden Wolfgang Fahrian, Martin Luppen, Günter Hutwelker und Kalli Mödrath.Wolfgang Fahrian bestritt unter Sepp Herberger einige Länderspiele und stand von 1969 bis zu seinem Karriereende 1976 im Tor der Fortuna, also auch im Jahr der Bundesligazugehörigkeit. Martin Luppen war mehrfach Trainer in der Südstadt. In seine Amtszeit fielen die beiden größten Erfolge der Fortuna, nämlich 1973 der Aufstieg in die Bundesliga sowie der Einzug ins DFB-Pokalfinale 1983, das äußerst unglücklich mit 0:1 gegen den 1. FC Köln verloren ging. Auf dem Weg ins Endspiel hatte Luppens Truppe zuvor den SC Freiburg, den SSV Ulm, Eintracht Braunschweig und Borussia Mönchengladbach ausgeschaltet und im Halbfinale Borussia Dortmund mit 5:0 deklassiert. Günter Hutwelker brachte es zwischen 1982 und 1990 auf 216 Zweitliga-Einsätze für die Fortuna, in denen ihm als Abwehrspieler 4 Tore gelangen. Er trainiert heute die 2. Mannschaft. Torschützenlegende Karl-Heinz Mödrath, genannt Kalli, spielte zehn Jahre lang in der Südstadt. Von 1972 bis 1982 erzielte er in 247 Spielen 143 Tore.
Ein Rahmenprogramm runs ums Grillen gab es auch. Zunächst sorgte das Ülepooz Trio für musikalische Unterhaltung, danach begeisterte Philipp Oebel mit kölschen Krätzjern. Ich kannte ihn bisher nicht, doch den Namen werde ich mir merken und bei Gelegenheit sicher mal wieder einen seiner Auftritte ansehen. Auch Bläck Fööss-Bassist Hartmut Priess war zugegen.
Gewohnt unaufdringlich und charmant führte der Kölner Künstler Cornel Wachter durchs Programm. Es war ein rundum gelungener Nachmittag, und als er vorüber war, fing es prompt auch wieder zu regnen an. Das war dann nicht mehr schlimm.
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