Montag, 15. Februar 2016

Promet-Abenteuer auf Ten

Mein nächstes Raumschiff Promet-Manuskript ist fertig. Damit schreitet die Neuschreibung von Kurt Brands klassischen Weltraumabenteuern aus den Siebziger Jahren munter voran.

In der vorliegenden Geschichte zieht es Peet Orell und den Moraner Arn Borul mit ihren Freunden weiter weg von der Erde denn je zuvor. Eigentlich suchen die Raumfahrer nach einem erdähnlichen Planeten, der sich zur Kolonisierung durch Menschen eignet, doch dann stoßen sie auf ein mysteriöses Hypersignal, das sie zu einer mysteriösen Anlage auf einem fremden Planeten führt, wo sie wiederum mysteriöse Hinweise auf ein mysteriöses Sonnensystem entdecken. Es geht also ganz schön geheimnisvoll zu.

In einer parallelen Handlungsschiene dreht sich diesmal alles um Harry T. Orell. Der Gründer der HTO-Corporation, eines mächtigen Raumfahrtkonzerns, muss sich nicht nur gegen öffentliche Anfeindungen der Medien zur Wehr setzen, er steht zudem im Fadenkreuz einer nationalistischen Gruppe, die sich »Terra den Terranern« nennt. So lautet der Arbeitstitel für den Roman bezeichnenderweise: Tötet Harry T. Orell!

In dem Roman gibt es übrigens einen Planeten namens »Ten«. Nachdem ich den Namen vier oder fünf Mal getippt hatte, fiel mir plötzlich das gleichnamige Album von Pearl Jam ein, das ich schon ewig nicht mehr gehört habe, und ich erinnerte mich an das grandiose Pearl Jam-Konzert, das ich 2007 in Düsseldorf gesehen habe. Da ich beim Schreiben ohnehin meistens Musik höre, war das genau der richtige Anlass, um mir Ten endlich wieder einmal zu Gemüte zu führen. Als Eddie Vedders markante Stimme ertönte, war ich sicher, genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben, allein schon wegen Alive und Jeremy.

Freitag, 5. Februar 2016

Tibor kriegt nasse Füße

Klippen, ein Wasserfall - und der Herr des Dschungels in der Bredouille. Das Titelbild für den nächsten Tibor-Roman, denn dann schon neunten, liegt vor. Es ist wieder ein sehr schönes, dynamisches Motiv des kürzlich verstorbenen Hansrudi Wäscher.

Mit dem Schreiben dauert es zwar noch eine Weile, doch das Cover kann ich schon zeigen. Wenn es interessiert, das Manuskript steht für April auf meiner Agenda. Vorher sind noch weitere Promet-Arbeiten und ein Sonderband für Ren Dhark dran.




Donnerstag, 4. Februar 2016

Das Ende einer Ära?

Das könnte man zumindest denken, wenn man den (Arbeits)Titel meines nächsten Manuskripts für Raumschiff Promet liest. Dieser lautet nämlich "Das Ende der Promet". Nun wird bekanntlich nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ob es in dem 15. Taschenbuch der Neuschreibung der klassischen Promet-Geschichten wirklich zum Äußersten kommt oder ob es sich bei dem Romantitel doch nur um einen Bluff handelt, lasse ich dahingestellt.

"Ich weiß nicht, ob wir es bis zur Erde schaffen", warnte Arn Borul. Mit diesem Satz beginnt der Roman jedenfalls, in dessen Verlauf es die Promet auf einen fremden Planeten verschlägt, auf dem die Besatzung mit einem merkwürdigen Volk konfrontiert wird. Zudem stoßen die Raumfahrer um Peet Orell und den Moraner Arn Borul auf Hinweise, dass die Schwarzen Raumer der Zyklops diese Welt vor über tausend Jahren heimgesucht haben.

Wer mit den alten Geschichten vertraut ist, wird diesen Planeten - ich verrate seinen Namen, er heißt Glütsch - und die dort stattfindenden dramatischen Ereignisse vergeblich suchen. Sie sind in den Classics nämlich nicht zu finden. In dem Roman wird der bisherige Handlungsbogen abgeschlossen, und ich musste einen passenden dramaturgischen Übergang zu einer Veränderung schaffen, mit der es in Band 16 weitergehen wird.

Übrigens fiel mir auf, dass dies der zwanzigste Roman ist, den ich zu Raumschiff Promet beigesteuert habe. Hätte ich mir damals auch nicht träumen lassen.

Freitag, 22. Januar 2016

Der nächste Zyklus - Ren Dhark bricht auf zu neuen Ufern

Der Abschlussband des hinter uns liegenden Zyklus ist noch nicht erschienen, er kommt Mitte Februar heraus. Dann werden die Fragen um das Miniuniversum beantwortet, und ein gehöriger Schock erwartet Ren Dhark. Unser liebster Weltraumfahrer wird mit einer Entwicklung konfrontiert, an der er noch lange zu knabbern haben wird. Der Startschuss für die Fortsetzung ist zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits erfolgt, sprich: der Beginn des kommenden Zyklus auf den Weg gebracht.

Vor wenigen Tagen beendete ich die Arbeit an meinem Roman, ebenso schlossen Jan Gardemann und Nina Morawietz ihre Teilromane für das 61. Buch ab, welches den Titel Einsatz auf Blue Star tragen wird. Ich kann an dieser Stelle schon verraten, dass es zwischen den beiden Zyklen einen Zeitsprung gibt, über die Länge schweige ich mich aus. Wichtiger ist, dass ein ganz neuer Handlungsabschnitt einsetzt. Wer als neuer Leser einsteigt, wird also wenig Schwierigkeiten haben, sich in der Welt des Ren Dhark zurechtzufinden.

Mein Manuskript beginnt in der irdischen Hauptstadt Alamo Gordo und auf Luna. Ich hole eine Figur in die Serie zurück, die schon lange nicht mehr aufgetaucht ist, einen jungen Terraner mit besonderen Fähigkeiten. Er begibt sich auf die menschliche Kolonialwelt Xing und gerät dort in einen Strudel verbrecherischer Aktivitäten.

Montag, 11. Januar 2016

Schlomo zum Neunten

Schlomo hat wieder zugeschlagen. Bereits zum neunten Mal beschäftigt sich der Ren Dhark-Enthusiast in seiner Zauberspiegel-Kolumne in unnachahmlicher Weise mit Dhark und dem Weltall. Diesmal hat Schlomo sich das im Dezember erschienene 59. Buch (Verfasser: Gardemann, Morawietz und Mehnert) vorgenommen. Im Gegensatz zu seinen letzten Kolumnen lässt er dabei weniger aus seinem persönlichen Leben und Umfeld einfließen, was einige Leser begrüßen und andere bedauern werden. Doch letztere seien beruhigt, ganz ohne geht es natürlich nicht.

Ausführlich, nämlich Kapitel für Kapitel, beschäftigt Schlomo sich mit Kampf um das Miniuniversum. Er lässt seiner Begeisterung freien Lauf. Fein. Ungereimtheiten fallen ihm ebenso auf. Auch fein. In der vorliegenden Ausgabe geht es mit großen Schritten auf das Zyklusende zu. Bei Schlomos Besprechung wird natürlich kräftig gespoilert. Die Dhark-Leser, die den Roman noch vor sich haben, sollten Schlomos Ausführungen daher erst nach der Lektüre des Buches lesen. Ich lese seine Kolumne weiterhin mit Vergnügen. Ach ja, quasi en passant nimmt er sich auch noch Perry Rhodan Heftroman 2837 vor.

Sonntag, 10. Januar 2016

Kondolenzbuch für Hansrudi Wäscher

Darauf möchte ich gern noch hinweisen: Der Hansrudi Wäscher Fanclub hat ein Kondolenzbuch für den vor drei Tagen Verstorbenen eingerichtet. Es haben sich bereits zahlreiche HRW- Fans und Comic-Fans dort eingetragen.

Auf der Clubseite gibt es einen entsprechenden Link zum Anklicken: www.hrw-fanclub.de
Oder der direkte Weg: http://www.burg-eckbertstein.de/kondolenz/hansrudi_waescher_hrw.php

Freitag, 8. Januar 2016

Hansrudi Wäscher 1928 - 2016

Hansrudi Wäscher und der Ritter Sigurd
Hansrudi Wäscher kann mit Fug und Recht als ein Pionier des deutschen Comics bezeichnet werden. In den Fünfziger und Sechziger Jahren entwickelte er für den Lehning-Verlag die Serien, die ihn berühmt machten und die in dieser ungewöhnlichen Heftgröße erschienen, die bis heute unvergessen ist, nämlich als Streifenheftchen oder als, ja, richtig, Piccolos. Allein die Bezeichnung löst noch heute bei mir Faszination aus.

Es muss irgendwann in den frühen Siebziger Jahren gewesen sein, als ich auf eben jene Piccolos aufmerksam wurde. Beim ersten Anblick habe ich mich als kleiner Junge in die kleinen Dinger verliebt. Ich entdeckte sie in einem der damals noch weitverbreiteten An- und Verkaufsläden, in denen mein Opa seine gelesenen Western und Krimis gegen andere ebenfalls schon gelesene eintauschte.

Da lagen sie also, die Nicks und Tibors, die Sigurds, Falks und Akims. Was werden die Piccolos, die schon mehrere Vorbesitzer gehabt hatten und teilweise auch so aussehen, damals gekostet haben? Zwanzig Pfennig vielleicht? Ich weiß es nicht mehr. Durch die Perry-Comics war ich zu jener Zeit bereits Science Fiction-Fan, und so wundert es nicht, dass Nick unter den Wäscher-Helden auf Anhieb mein Liebling wurde.

Allmächtiger! - Das Standardwerk über HRW
Beheimatet war Hansrudi Wäscher jedoch gleichermaßen im Dschungel (Akim, Tibor) und in der mittelalterlichen Welt der Ritter (Sigurd, Falk), zu denen sich später Bob und Ben sowie Roy Stark gesellten. Ich las die Piccolos, wie sie mir gerade in die Finger fielen, ohne auf eine chronologische Abfolge zu achten. Da es sich ausnahmslos um Endlosfortsetzungen handelte, wäre ein solches Leseverhalten heute für mich unvorstellbar, doch in meinen Kindertagen war es mir egal. Ich hatte großen Spaß damit.

Und nicht nur ich, sondern eine ganze Generation, denn Wäscher war ein großartiger Erzähler, dessen Geschichten teilweise epischen Umfang erreichten. Noch heute spricht man von der Generation Lehning. Allein Sigurd verkaufte sich zu besten Zeiten mehr als eine halbe Million mal wöchentlich. Doch als ich selbst in den Siebzigern auf die Piccolos stieß, war deren Zeit bereits vorbei. Die Comicszene in Deutschland veränderte sich und wurde wesentlich größer, und Ende der Sechziger Jahre ging der Lehning-Verlag in Konkurs. Das war das - vorläufige - Aus für Hansrudi Wäschers Kultserien.



Wäscher selbst kam danach bei Bastei unter. Einige Jahre zeichnete er Buffalo Bill und Gespenstergeschichten, für die auch meine ehemaligen Ren Dhark-Kollegen Hajo F. Breuer und Uwe Helmut Grave tätig waren. Zu jener Zeit setzte eine Entwicklung ein, mit der Hansrudi Wäscher selbst nicht gerechnet hatte. Seine Klassiker aus den Fünfzigern und Sechzigern wurden neu aufgelegt und brachten eine große und eingeschworene Fanszene hervor. Es geschah, was sich so mancher Künstler wünscht: Hansrudi Wäschers Werk machte sich selbständig und wurde größer als sein Schöpfer.

Wie Nick und Sigurd, Tibor und Falk war Hansrudi Wäscher plötzlich selbst Kult. Ich hatte ihn zu jener Zeit längst aus den Augen verloren und bekam gar nicht mit, dass er als Mittfünfziger nun Fortsetzungen schrieb und zeichnete und mit der Fantasygeschichte Fenrir sogar eine neue Serie schuf. Ich entdeckte ihn erst wieder, als er eines Tages bei der Intercomic-Messe in Köln auf der Bühne stand, bei der er dann noch mehrmals zu Gast war.

Hansrudi Wäscher mit dem Preis "Ritter der 9. Kunst"
Persönlich kennengelernt habe ich Hansrudi Wäscher nie, aber ich sehe ihn noch da oben hinter einem Tisch sitzen, diesen freundlichen, lächelnden älteren Herrn, vor dem eine lange Menschenschlange anstand. Die zahlreichen Wäscher-Fans warteten geduldig für ihr Autogramm, für eine persönliche Zeichnung des Meisters oder für ein Foto, auf dem sie gemeinsam zu sehen sind. Auf der 67. Intercomic im Jahr 2010 wurde er mit dem "Ritter der 9. Kunst" ausgezeichnet, eine Ehre, die für das umfangreiche Werk, das er hinterlassen hat, damit dem richtigen Mann zuteil wurde.

Bekanntlich habe ich seit 2012 das Vergnügen, Wäschers Comics Tibor, Nick und Falk für den Verlag Peter Hopf in literarische Form zu bringen, sie also als Romane zu adaptieren. Das ist nicht nur dahingesagt, denn es ist wirklich ein Vergnügen, das mir großen Spaß macht. Das eine oder andere Mal war angedacht, Hansrudi Wäscher zu besuchen. Ich hätte mir gern ein paar meiner Romane, die auf seinen Vorlagen basieren, von ihm signieren lassen, doch dazu ist es nie gekommen.

Am gestrigen 7. Januar 2016 ist Hansrudi Wäscher im stolzen Alter von 87 Jahren in Freiburg gestorben. Sein Werk aber, da bin ich sicher, wird noch lange weiterleben.

Dienstag, 5. Januar 2016

Der Coloniacon geht in die 22. Runde


In diesem Jahr findet wieder ein Coloniacon statt, zum 22. Mal mittlerweile. Seit 1982 ist das Treffen für Science Fiction im Speziellen und für Phantastik im Allgemeinen eine feste Institution in Köln. Es dauert zwar noch ein paar Tage/Wochen/Monate bis zum Veranstaltungswochenende, aber ich möchte alle Interessierten jetzt schon darauf hinweisen.

Nachdem 2015 ein coloniaconfreies Jahr war, geht die Veranstaltung in diesem Jahr am 28.und 29. Mai über die Bühne, natürlich wieder im idyllischen Kölner Jugendpark gleich oberhalb des Rheinufers. Ich mag den rustikalen Charme des alten Gebäudes mit dem Blick auf den Strom und mit dem Grillplatz, der auch in diesem Jahr am Samstag Abend wieder genutzt werden wird.

Schon 1982, bei der ersten Ausrichtung, gehörte ich zu den Mitveranstaltern, und das war mit Unterbrechungen bis 2014 so. Bekanntlich haben Ralf Zimmermann und ich beim letzten Mal das Staffelholz an die neuen Veranstalter Bernd Robker und Daniel von Euw weitergegeben. Dennoch freue ich mich nicht weniger auf den Con als all die Jahre zuvor. Als einfacher Besucher werde ich ihn aus einer ganz anderen Perspektive erleben und nicht ständig hin und her rennen.

Ein bisschen helfen werde ich natürlich trotzdem, außerdem habe ich einen Programmpunkt. Nicht ich allein, sondern gemeinsam mit meinen Kollegen vom Ren Dhark-Team. Wir werden über die Dhark-Serie plaudern, und es wird wohl auch eine kleine Vorablesung aus einem dann noch unveröffentlichen Manuskript geben.

Ich hoffe, dass wieder viele Besucher den Weg zu der langjährigen Traditionsveranstaltung finden. Köln ist eine Reise wert, der Jugendpark ist es und der Coloniacon sowieso. Diejenigen, die schon einmal oder häufiger da waren, wissen das ohnehin. Andere Interessierte sollten es herausfinden. Weitere Information zum bevorstehenden Coloniacon 22 und auch zu früheren Ausgaben finden sich hier: www.coloniacon.eu


Montag, 4. Januar 2016

Eisläufer

Der nächste Ren Dhark-Sonderband in der Unitall-Reihe wird den Titel Ewiger Winter tragen. Er stammt aus der Feder von Andreas Zwengel. Zum Roman selbst oder dem Inhalt kann ich noch nichts sagen, da ich auch nicht mehr weiß als die geneigten Leser.

Das Titelbild von Ralph Voltz hingegen ist bereits auf der inoffiziellen Ren Dhark-Homepage (www.rendhark-universe.net) zu sehen, daher kann ich es auch an dieser Stelle präsentieren. Die Riiin, von den Menschen Eisläufer genannt, stellen ein prächtiges Motiv dar, das von Ralph kongenial umgesetzt wurde. Ein tolles Bild.


Samstag, 2. Januar 2016

Poster an der Wand

Nachdem ich eben vom Einkauf nach Hause kam und die Wohnungstür geöffnet hatte, fiel mein erster Blick auf das Jahr des Pferdes. Year of the Horse ist ein Film von Jim Jarmusch über den Musiker Neil Young und dessen Band Crazy Horse, den ich, wenn ich mich recht erinnere, in irgendeinem kleinen Programmkino gesehen habe. Das Kinoplakat hängt im A1-Format in meinem Flur.

Ich drückte die Tür hinter mir zu, und mein Blick blieb an dem auf seiner Gitarre schrammelnden Neil Young hängen. Beziehungsweise an der Gitarre, denn sie steht als Motiv im Mittelpunkt der Abbildung. Dass es Onkel Neil ist, der sie spielt, ist nicht erkennbar, sondern erschließt sich nur aus dem Kontext, wenn man mit der Musik oder dem Film vertraut ist.

Auf einmal fiel mir ein, dass mich Poster an den Wänden schon seit meinen jungen Jahren begleiten. Das war bereits in meinem Kinderzimmer in der elterlichen Wohnung so. Damals stammten die Poster, wen wundert’s, aus der Bravo oder diesem anderen Ding, dessen Name verschwommen ist. PopRocky oder so hieß die Jugendzeitschrift. Die Motive? Es dürften Smokie und Kim Wilde gewesen sein, Kenny, Sweet und sogar Deep Purple. Ganz sicher bin ich mir heute nicht mehr.

Jahre später zog ich von zu Hause aus und mit meiner damaligen Freundin zusammen. Natürlich kamen keine Poster an die Wände. Viel zu infantil! Was hätte sie denn von mir denken sollen? Ich war schließlich kein pubertierender Jugendlicher mehr, sondern ein ernst zu nehmender Erwachsener. Doch das änderte sich im Laufe der Zeit wieder, und ein paar Fußballplakate schmückten die Wand. Danach war es für viele Jahre eine großformatige, ja riesenhafte Fotographie von Köln: der Rhein mit der Altstadt, der Hohenzollernbrücke und dem Kölner Dom. Das klassische Motiv eben.

Gehe ich heute durch den Flur, flankieren mich drei Plakate von Konzerten, die ich besucht habe: The Eagles 2001 in der KölnArena, Crosby Stills & Nash 2009 in Bonn auf dem Museumsplatz sowie im selben Jahr an gleicher Stelle Heaven & Hell – das war die damalige Neuauflage von Black Sabbath, noch mit dem stimmgewaltigen, mittlerweile leider verstorbenen Ronnie James Dio als Sänger.

Neben diesen drei Plakaten hängt halt Jim Jarmuschs A Tale About 4 Guys Who Like To Rock, wie der Untertitel des Films über Neil Young and Crazy Horse lautet. Irgendwann werde ich auch diese Poster wieder austauschen. Gegen welche anderen, das weiß ich nicht, aber sie werden mit Musik zu tun haben, soviel steht fest.

Freitag, 1. Januar 2016

Hansrudi Wäscher Magazin 40

Das neue HRW-Magazin wartet wieder mit einer Vielzahl kleiner und großer Beiträge aus der Welt des Hansrudi Wäscher auf. Professionelle Aufmachung, A4-Format, 80 Seiten Umfang, kartonierter Umschlag und reichlich bebildert, so kommt die 40. Ausgabe daher. Ich muss mir immer wieder vor Augen rufen, dass es Fans und Leser sind, die dieses Magazin gestalten und herausgeben. Diesmal ziert ein schönes Falk-Motiv das Cover.

Inhaltlich geht es los mit den Abbildungen von Sigurd-Telefonkarten und Tarot-Karten, einem kleinen Bericht über Akims neue Abenteuer und dem Ausschnitt aus einem Akim-Comic, später folgt ein Falk-Puzzle aus dem Lehning Verlag.

Dazwischen wird es morbid. Werner Wandschneider listet akribisch und mit Schilderung der betreffenden Szenen auf, welche 27 Halunken Sigurds jugendlicher Freund, der Junker Cassim, bei zahlreichen Kämpfen ins Jenseits befördert hat. Dazu gibt es diverse Abbildungen, auf denen man sieht, wie die Schurken zu Tode kommen, natürlich ausnahmslos in Notwehr.

Dann folgt ein echtes Highlight. Nach über 47 Jahren sind nämlich die als verschollen geglaubten Bleistiftvorzeichnungen von zwei Falk-Piccolos aufgetaucht, und zwar für die Piccolos 23 und 24. Den Anfang dieser Scribbles bekommen wir auf sechs Seiten zu sehen, der Rest soll in den kommenden Magazinausgaben folgen. Das nenne ich ein wertvolles Fundstück.

Weiter geht es mit der Checkliste zu den fliegenden Abenteurern Bob und Ben. Telefonkarten, Titelbilder, Postkarten, Anstecknadeln – was es nicht alles gab. Auch Thomas Knips im Verlag Peter Hopf erschienene Romanadaption von Bob und Ben wird aufgeführt. Ebenfalls wird die Nizar-Checkliste fortgesetzt. Abgerundet wird das Heft durch einen Rückblick auf die Clubtreffen des abgelaufenen Jahres sowie durch zwei Comics. Das ist zum einen Teil 2 von »Lanowen – Magier des Königs« in Schwarzweiß, und zum anderen in Farbe der erste Teil der Sigurd-Geschichte »Der rachsüchtige Dieb« von Hansrudi Wäscher.

Das neue Magazin ist wieder eine abwechslungsreiche Sache. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Themen und wie viel Bildmaterial die Wäscher-Enthusiasten aus dem Ärmel ziehen.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Tschüß, Lemmy

Lemmy ist tot! Mit bürgerlichem Namen hieß der Frontmann und Bassist von Motörhead Ian Fraser Kilmister, doch für seine Fans, für Musikhörer und für die ganze Hardrockszene war er eben einfach nur der Lemmy. So auch für mich.

Lemmy ist tot! Als ich die Nachricht eben las, war ich wie vor den Kopf geschlagen, denn Lemmy war für mich »unkaputtbar«, wie es mal in einer Werbung hieß. Zwar musste er in jüngerer Vergangenheit das eine oder andere Konzert absagen, weil es ihm gesundheitlich nicht gut ging, doch schon nach kurzer Zeit kehrte er stets auf die Bühne zurück.

Und sie, eben jene Bühne, war Lemmys Leben. Ich habe Motörhead im Laufe der Jahre ein paar Mal live gesehen. Stets stand er mit seinem Bass stoisch vorn in der Mitte der Bühne. Die meisten Konzerte begann er mit der Ansage »We are Motörhead, and we play Rock’n’Roll« oder mit »We are Motörhead, and we kick your ass«. Und dann ging es ab.

Auf der Bühne wolle er sterben, habe ich einmal gelesen. Auf der Bühne bei einem Konzert. Das war ihm nicht vergönnt. Erst vor wenigen Tagen wurde Krebs bei ihm diagnostiziert, ein sehr aggressiver Krebs, wie es heißt. Dagegen half auch kein stoischer Dickkopf.

Vier Tage nach seinem 70. Geburtstag, den er auf Heiligabend feierte, verstarb Lemmy. Vierzig Jahre lang stand er mit Motörhead auf der Bühne, von 1975 bis 2015. Künftig bleibt Ace of Spades ungespielt, und die Rockszene ist um eine Institution auf der Bühne ärmer.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Ein frohes Fest 2015

Es ist wieder soweit. Weihnachten steht vor der Tür, auch wenn das Wetter etwas anderes behauptet. Ich hätte nichts gegen ein paar Schneeflocken einzuwenden, aber anscheinend hat NATHAN mal wieder Probleme mit der Wetterkontrolle.

Doch Wetter hin oder her, ich wünsche allen Lesern meines Blogs ein schönes und ruhiges, ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest. Kommt gut ins neue Jahr, und schaut hier gern mal wieder rein. Ich freue mich drüber.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Classic Rock 46

Das ELO-Ufo hat mir schon in meinen jungen Jahren gefallen, nun schmückt es das Titelbild der Dezember-Ausgabe von Classic Rock. Anlass ist das neue Album des Electric Light Orchestra und die damit verbundene Titelstory im aktuellen Heft. Ein Artikel über die Band, die Millionen und Abermillionen Alben verkaufte, wird garniert mit einem Interview mit ELO-Mastermind Jeff Lynne. Der Mann ist ein Könner an der Gitarre und als Songwriter, doch gab es über Dekaden hinweg nicht wirklich viel von ELO, was mich vom Hocker riss. Zwei oder drei Alben, einige tolle Stücke, doch oft genug war mir die ELO-Musik gar zu sehr pop-lastig, oder sie behinderte sich selbst durch Lynnes klangakustische Extravaganzen. Mehr sagte mir seine Partizipation bei den Traveling Wilburys zu, wo er  in einem Geflecht von Musikern wie Bob Dylan, George Harrison, Tom Petty und Roy Orbinson eingebunden war, das ohne jegliche Starallüren auskam.

Dazu gibt es Interviews mit Bartmann Billy Gibbons, der abseits seines Hauptjobs ZZ Top neuerdings mit Zweitband seiner Liebe zu kubanischer Latino-Musik frönt, mit Cockney-Rebel-Frontmann Steve Harley und mit Bryan Adams. ZZ Top, die ja nun wirklich einige Kracherstücke aufweisen können, habe ich vor rund 20 Jahren bei einem Open Air mal als Opener für Neil Young gesehen, und sie haben mich einfach nur gelangweilt, weil einfach gar nichts rüberkam. Steve Harley, ich gebe es zu, ist für mich gleichbedeutend mit einem Song, und Bryan Adams hätte ich zu gern mal in den Achtzigern live gesehen, zur Zeit von »Reckless« und Summer of 69.

Interessant finde ich, das Def Leppard wieder da sind, und anscheinend mit einem verdammt guten Album. Das ist nun wahrlich kein zweiter Frühling mehr, sondern ein Dritter. Der Artikel liest sich gut, die neue Scheibe klingt vielversprechend, ja, da muss ich reinhören. Jedwedes Fitzelchen über den rastlosen Rebellen Neil Young verschlinge ich ohnehin, und die Rückblende auf die Entstehung von David Bowies Heroes bringt mich gefühlsmäßig in der Zeit weit zurück. War ein großer Song in Zusammenarbeit mit Brian Eno und Robert Fripp, vor allem im Kontext mit Berlin, aber auch in dem mit den Kindern vom Bahnhof Zoo. Das Stück mag ich heute noch.

Samstag, 19. Dezember 2015

De Nosskracher

Seit ein paar Jahren tauche ich in der Adventszeit in die Erinnerungen meiner Kindheit ein. Ich besuche nämlich alljährlich mit Vergnügen die Weihnachtsvorstellung des Puppenspieltheaters der Stadt Köln. Es ist zwar eine Aufführung, die für Kinder gedacht ist, und doch besteht das Publikum zu etwa drei Vierteln aus Erwachsenen jeden Alters. So auch gestern.

»De Nosskracher« heißt die diesjährige Aufführung, auf Hochdeutsch also »Der Nusskracher«. Vorab wunderte ich mich über den Titel. Dass man einen Nussknacker auch als Nusskracher bezeichnet ist mir neu. Die Vorstellung war ausverkauft, wie vermutlich ebenso die vorangegangenen und alle, die bis Weihnachten noch folgen werden.

Der titelgebende Nusskracher spielt eine wichtige Rolle. Doppelt so groß wie die Akteure, ersetzt er den von den Knollendorfern sehnlich erwarteten Weihnachtsbaum, der auf dem Markt zwischen den Buden aufgestellt werden soll. Da anstelle des Prachtbaumes aber nur ein mickriges Gehölz geliefert wird, machen die Puppen aus der Not eine Tugend, indem sie den in einem Keller vergessenen Nusskracher reaktivieren.

Und genau damit beginnen die Irrungen und Wirrungen. Der Legende nach gibt es im Wald nämlich eine goldene Nuss, und derjenige, der sie findet und von dem Knacker knacken lässt, der hat einen Wunsch frei. Hänneschen und Bärbelchen machen sich auf die Suche, weil sie einem durch gebrochenen Flügel nicht mehr flugfähigen Engel in den Himmel zurück helfen wollen.

Schäl, wie immer verschlagen und auf den eigenen Vorteil bedacht, hat selbstverständlich ganz anderes im Sinn. Er sieht sich schon in einem Swimming Pool voll Gold schwimmen. Vorher hat er bereits eine Biberfamilie entführt, für die der Lehrer und die Schüler, allen voran Hänneschen und Bärbelchen, ein Biberreservat anlegen. Oder ein „Biberreserverad«, wie Hänneschen radebrecht, weil er das Wort nicht aussprechen kann. Schäl will die entführten Biber ohnehin viel lieber gewinnbringend verkaufen.

In den vier Aufzügen spielen auch einige der anderen bekannten Puppen mit: der Tünnes und der Speimanes, Maritzebill und der Mählwurm, dazu Dorfpolizist Schnäuzerkowski und der hillije Mann, der vom Himmel auf die Erde hinabsteigt. Neben den Bibern spielen auch die Tiere des Waldes wieder mit, die häufig dabei sind. Sowohl Menschen als auch Tiere – ohnehin samt und sonders Puppen – singen zwischendurch das eine oder andere Weihnachtslied. In den vier Aufzügen gibt es einige gelungene Gags, über die sowohl Kinder als auch Erwachsene lachen. Wie es sich für das Hänneschen-Theater gehört, wird all das in Kölscher Mundart dargeboten.

Am Ende sind es natürlich Hänneschen und Bärbelchen, die alles zum Guten wenden, doch die Paraderolle hat der Schäl, dem es tatsächlich gelingt, die goldene Nuss zu finden und sie vom Nosskracher knacken zu lassen. Doch siehe da, gerade als er am Ziel seiner Träume zum reichen Mann ist, wird der Bursche geläutert und tut endlich mal ein gutes Werk, indem er den gefallenen Engel wieder fliegen lässt.

Drei verschiedene Bühnenbilder gibt es diesmal, wieder liebevoll entworfen und ausgeführt. Da ist zunächst der Knollendorfer Marktplatz mit den noch geschlossenen Weihnachtsständen, gefolgt von einem winterlichen, schneebedeckten Wald und anschließend der guten Stube vom Schäl, in der der Halunke die entführten Biber eingesperrt hat. Zum Finale im vierten Aufzug geht es dann zurück auf den Knollendorfer Marktplatz, wo die Marktstände inzwischen beleuchtet sind und Puppen und Publikum gemeinsam singen.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Titelbild fürs Zyklusfinale

Im kommenden Februar erscheint Ren Dhark - Weg ins Weltall 60. Der Buchtitel Das Wissen der Quun'ko'Aaraan ist bereits in Umlauf. Nun liegt auch die Titelbild-Graphik von Ralph Voltz vor. Da ich die Szene im Abschlussband geschrieben habe, weiß ich schon, wie gut Ralph sie graphisch umgesetzt hat.

Was fliegt denn da? Ein Planet, ja, das ist offensichtlich. Doch um welche Welt handelt es sich? Das verrate ich natürlich ebenso wenig wie die Natur des leuchtenden Gebildes, das den Planeten einhüllt. Das nächste Ren Dhark-Buch liefert die Antworten.


Samstag, 12. Dezember 2015

Kampf um das Miniuniversum

Der letzte REN DHARK-Band 2015 ist eingetroffen. Kaum zu glauben, dass schon wieder ein Jahr mit sieben Büchern plus drei Sonderbänden vergangen ist. »Weg ins Weltall 59« trägt den vielsagenden Titel Kampf um das Miniuniversum, und es geht darin mit großen Schritten auf das Zyklusende zu. Dieses wird mit dem kommenden, im Februar 2016 erscheinenden Buch erreicht werden. Doch soweit sind wir noch nicht.

Die Ereignisse um das Miniaturuniversum, das nahe des Milchstraßenzentrums entstanden ist und sich immer weiter ausbreitet, spitzen sich zu. Während die Menschen vor Ort unter der Leitung von Dan Riker versuchen, der Bedrohung durch das geheimnisvolle Phänomen auf friedlichem Weg zu begegnen, lassen es die Rateken auf eine Raumschlacht ankommen. Störrische Knallköppe, man kennt sie ja. Währenddessen ist Ren Dhark an einem anderen Schauplatz aktiv. Bei der Jagd nach einem Phantom untersucht er eine uralte Hinterlassenschaft.

Die drei Teilromane im vorliegenden Buch stammen von Jan Gardemann, Nina Morawietz und mir, das Exposé aus der Ideenschmiede von Ben B. Black. Die Titelbildgraphik wurde wie immer von Ralph Voltz beigesteuert – eine schöne Raumschlacht, bei der Ringraumer und Ikosaeder sowie Doppelwulstschiffe der Rateken zu sehen sind. Das Motiv würde sich auch als Poster fürs Arbeitszimmer gut machen.

Freitag, 11. Dezember 2015

Ab in den Hyperraum

Nick gerät diesmal in einen zunächst undurchsichtigen Wettstreit zwischen zwei interplanetaren Tierfängern. Dass es dabei mit harten Bandagen zugeht, zeigen verschiedene Anschläge, von denen auch der Weltraumfahrer und sein Freund Tom Brucks nicht verschont bleiben. Erst nach und nach beginnt Nick zu erkennen, wer der wahre Feind ist, und dieser, das kann ich verraten, wird unseren Freunden noch eine Menge Probleme bereiten – nicht nur in diesem Band, sondern auch im darauf folgenden.

Ich habe die Arbeit am sechsten NICK-Roman abgeschlossen, und ich hatte wieder einen Heidenspaß an der Schreibarbeit. Hansrudi Wäscher verwendete in seinen Comics Elemente, die mir in Science Fiction-Romanen erst viele Jahre später bekannt wurden. War dies bei Nicks letztem Abenteuer der Mikrokosmos, so sind es nun ein Kugelraumer mit Teleskoplandestützen, Energieschirme und der Hyperraum, durch den Raumsprünge in annähernder Nullzeit möglich sind.

Was den folgenden siebten Nick-Roman angeht, kann ich übrigens eine Überraschung ankündigen. Er wird nämlich zum ersten Mal nicht aus meiner Feder stammen, sondern von einem Gastautor geschrieben werden. Ich muss zugeben, ich freue mich auf seinen Roman, denn es handelt es sich um einen von mir sehr geschätzten Autor aus der deutschen SF- und Romanszene. Sobald die Sache in trockenen Tüchern ist und der Verlag sein Okay gibt, werde ich an dieser Stelle mehr darüber berichten.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Falk und der böse Wolf

Mit dem Schreiben am Roman habe ich noch nicht begonnen. Falk 5 ist in meinem Terminplan für Februar 2016 angesetzt, und erscheinen wird das Buch voraussichtlich im Juni 2016. Das tolle Cover habe ich aber jetzt schon erhalten. Das Motiv mit dem gefangenen Ritter und dem großen, bösen Wolf gefällt mir ausgezeichnet. Daher möchte ich es den Wäscher-Fans und den Lesern meiner Falk-Bücher nicht bis nächstes Jahr vorenthalten.


Montag, 7. Dezember 2015

Fortuna Köln - Der Film

Bernhard Küchler und Valentin Scholz haben einen Film über den SC Fortuna Köln gedreht. In dem Portrait der beiden Filmemacher geht es nicht um die Vergangenheit des Traditionsvereins aus der Kölner Südstadt, sondern um das Hier und Heute. Küchler und Scholz haben sich der Mannschaft und des Vereins seit 2014 angenommen, seit dem Aufstieg in die 3. Liga und der Rückkehr in den Profifußball. Das ist aktuell, das ist modern – und, wie ich finde, für eine rund neunzigminütige Produktion wie diese ungewöhnlich genug. Ich hatte das Vergnügen, den Film gestern im Odeon-Kino auf der Severinstraße zu sehen.

Eingangs kommen einige der Aufstiegshelden zu Wort, mit launigen und nachdenklichen Stellungnahmen zu den Kollegen. Darunter sind Kapitän Daniel Flottmann, Dauerläufer Thomas Kraus und der überragende Torschütze Ercan Aydogmus. Allein schon aus deren Aussagen kann man heraushören, was die Spieler zu einer Mannschaft zusammengeschweißt hat, die unter Präsident Klaus Ulonska und Trainer Uwe Koschinat das große Ziel erreichte, das die Fußballfans in der Südstadt so sehr herbeigesehnt hatten.

Natürlich kommen im Laufe des Films auch die beiden letztgenannten zu Wort, ebenso wie von anderen über sie gesprochen wird. Man sieht Uwe Koschinat in seiner engagierten Art an der Seitenlinie, man lauscht noch einmal den Worten des großartigen Klaus Ulonska, der uns leider so früh verlassen hat. Das im Kino anwesend Publikum lauschte ohnehin gebannt, doch besonders bei einer Sequenz herrschte andächtige Stille.

Klaus Ulonska hatte gerade ein Interview gegeben und wurde an dessen Ende gefragt, ob er in Kürze noch für ein paar weiterreichende Fragen zur Verfügung stehe. Das täte er selbstverständlich jederzeit, entgegnete er in seiner offenen und herzlichen Art. Dann gibt es einen Schnitt. Man sieht Laub, Bäume, den Schwenk auf ein Grab, auf dem sein Name steht. Wieder ein Schnitt: Spieler, Vereinsangehörige, Offizielle und Zuschauer bei der Schweigeminute vor dem Anpfiff des folgenden Heimspiels, dem ersten, an dem Klaus nach seinem überraschenden Tod nicht mehr teilnehmen konnte.

Die wunderbare Helge Ulonska plaudert über ihren verstorbenen Mann. Sie erzählt noch einmal, wie er von Fans dazu gedrängt wurde, die Geschicke der Fortuna zu übernehmen, wie er es nur ein Vierteljahr lang machen wollte – und es schließlich mehr als zehn Jahre machte.

Den traurigen und besinnlichen Szenen folgt Klaus Ulonskas größter Triumph. Vorn auf der Leinwand laufen die entscheidenden Szenen des Rückspiels der Relegation zwischen der 2. Mannschaft des FC Bayern München und der Fortuna, die nach der regulären Spielzeit eigentlich schon tot war, in der letzten Sekunde der Nachspielzeit aber das entscheidende Tor zum Aufstieg schoss, dass bei den Kölner Anhängern alle Dämme brechen ließ. Schön, das an dieser Stelle noch einmal nachzuerleben.

Doch es gibt noch mehr. Johannes Rahn kommt zu Wort, Michael Schwetje, ebenso die ehemaligen Fortuna-Spieler Hans Sarpei und Tim Wiese, dazu Sportjournalisten und »Fußball-Philosoph« Bruno Laberthier. Und für Insider: auch Elli. :-) Nicht ausgespart bleibt die bittere Pokalpleite im Stadtderby gegen die Viktoria. Die gehört dazu.

Herausgekommen ist ein sehr schöner Film, bewegend und nachdenklich, melancholisch und euphorisch, begeistert und begeisternd. Oder wie man in Köln sagt: himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Es ist ein Film, der ans Herz geht und der eine Menge Herz besitzt, obwohl es sich bei Küchler und Scholz nicht um erklärte Fortuna-Fans handelt – was das Ergebnis aufgrund der gewissen Distanz aber umso wertvoller macht.

Mit dem Fortuna-Portrait gab es 2015 nach »Heinz Flohe – Der mit dem Ball tanzte« jedenfalls den zweiten gelungenen und mich berührenden Kölner Fußballfilm, den ich mir sicher mehr als nur einmal anschauen werde. Beim Abspann brach das Kinopublikum in spontanen Applaus aus, und das haben sich Küchler und Scholz mit ihrem tollen Portrait absolut verdient. Ich warte dann mal auf die DVD.