Manchmal denke ich nicht an die Sachen, über die ich hier unbedingt schreiben wollte, sollte, möchte und müsste. So jetzt geschehen mit meinem neuen TIBOR-Roman. Denn Band 8 mit Titel Expedition in die Urzeit habe ich bisher glatt vergessen zu erwähnen. Dabei ist er bereits vor rund zwei Wochen erschienen und wurde vergangenen Samstag vom Verlag Peter Hopf auf der Intercomic präsentiert. Dort habe ich gleich mein Belegexemplar eingesackt. Bis zur Messe hatte ich das Buch noch gar nicht gesehen.
Es ist mit rund 350 Seiten ein umfangreicher Roman geworden, kein Wunder, umfasst das Abenteuer doch die Wäscher-Piccolos 81 bis 120. Wie üblich habe ich gleich darin geblättert und mir die verwendeten Illustrationen zu Gemüte geführt. Dabei dachte ich daran, dass es meine erste veröffentlichte Adaption nach dem Tod Hansrudi Wäschers ist. Irgendwie eine merkwürdige Vorstellung. Zuvor hatte Herr Wäscher immer Gelegenheit, meine nach seinen Comicvorlagen geschriebenen Romane zu begutachten. Das geht nun nicht mehr.
Entsprechend des Umfangs ist auch der Inhalt recht weißt gefasst. Tibor bringt zwei Paläontologen hinter die Toten Sümpfe, wo noch zahlreiche urzeitliche Saurier leben. Schon bald muss sich der Sohn des Dschungels auf die Suche nach einer entführten Frau begeben. Dabei trifft er auf die Nachfahren von Wikingern, auf an Yetis erinnernde Schneemenschen, auf wilde Krieger und einen unberechenbaren Tyrannen, dem er sich mit all seiner Kraft und seinem ganzen Geschick entgegenstellen muss. Der Gorilla Kerak ist natürlich wie immer mit von der Partie.
Es gibt Menschen, die versetzen mich in Erstaunen. Einer davon ist Carsten Kuhr, der meine Tibor-, Nick- und Falk-Umsetzungen stets für das Online-Portal Phantastik News rezensiert. Diesmal hat er sich selbst übertroffen. Ich hatte das Buch kaum in der Hand, da entdeckte ich bereits seine Besprechung. Nicht genug damit, dass er mich als "sympathischen Autor" bezeichnet - das geht runter wie Öl -, spricht er auch von einem "Gespann Wäscher/Mehnert". So habe ich das noch nie gesehen, aber es freut mich.
"Das übt in seiner ungewohnten Kombination einen fast unwiderstehlichen Reiz auf den Leser aus, lässt uns tief in die Handlung eintauchen und an der Seite unseres Recken in den gerechten Kampf eintreten. Dass Tibor immer wieder versucht, möglichst gewaltfrei und ohne seine Gegner zu ermorden vorzugehen, ist ebenfalls erwähnenswert. Hier propagieren Ideengeber und Autor ein gerade in der Trivialliteratur seltenes humanistisches Gedankengut, das sich von der Konkurrenz wohltuend abhebt", schreibt Carsten Kuhr in seinem Fazit zu dem Roman.
Die komplette Rezension ist hier zu finden:
http://www.phantastiknews.de/index.php/rezensionen/11978-tibor-8-expedition-in-die-urzeit-achim-mehnert-buch
Mein Leben spielt sich ab zwischen Dom und Rhein. Zwischen Schreibtisch, Fußballplatz, Konzerthalle und Kneipe. Auf der Straße. Virtuell und in der Wirklichkeit. Und sogar in den Köpfen mancher Leute. Ein bißchen von alledem findet hier seinen Niederschlag.
Donnerstag, 12. Mai 2016
Mittwoch, 11. Mai 2016
Intercomic 79
Am Samstag öffnete die Intercomic, die halbjährlich stattfindende internationale Comic- und Romanmesse, zum 79. Mal ihre Pforten. Während in der Stadthalle Köln-Mülheim Händler, Aussteller und Verlage ihre Stände aufbauten, die Bühne gerichtet wurde und ich mir an der Bar einen Kaffee genehmigte, bildete sich draußen bereits eine auf Einlass wartende Besucherschlange. Die Sonne schien, endlich, was sich allerdings für die Messe als Nachteil erwies. Es fanden sich deutlich weniger Besucher ein als im vergangenen November. Anscheinend hatten viele Leute bei dem schönen Frühlingstag anderes zu tun, als sich durch die engen Gänge der Halle zu quetschen.
Ich selbst lasse mir die Intercomic seit vielen Jahren nicht entgehen, weder im Frühjahr noch im Herbst. Der Besuch ist eine schöne Tradition und hat auch nach all den Jahren nichts von seinem Reiz verloren. So war es auch diesmal wieder. Ich traf eine Menge Bekannte aus Köln, aus der SF- und Phantastikszene, stöberte in den Auslagen, nahm Bücher und Comics zur Hand, beobachtete den einen oder anderen anwesenden Künstler beim Live-Zeichnen und führte eine sehr liebe Bekannte durchs Gewirr.
Autogramme schreiben durfte ich auch. Beim Blitz-Verlag gab es meinen neuen Raumschiff Promet-Roman, und beim Verlag Peter Hopf wurde mein neuer Tibor-Roman präsentiert. Besonders von Lesern meiner Wäscher-Adaptionen wurde ich immer wieder angesprochen. Natürlich freut es mich, dass die Romanumsetzungen der alten Comics ausnahmslos positiv aufgenommen werden. Ich kenne wirklich keine einzige negative Reaktion seitens der Wäscher-Fans. Vielleicht trauen sich die Kritiker nicht, oder sie sind zufällig immer da, wo ich nicht bin.
Am Ende nahm ich zwei Magazine mit, die neue Sprechblase und das neue Wäscher-Magazin. Beide werde ich, sobald ich sie gelesen habe, an dieser Stelle besprechen.
Ich selbst lasse mir die Intercomic seit vielen Jahren nicht entgehen, weder im Frühjahr noch im Herbst. Der Besuch ist eine schöne Tradition und hat auch nach all den Jahren nichts von seinem Reiz verloren. So war es auch diesmal wieder. Ich traf eine Menge Bekannte aus Köln, aus der SF- und Phantastikszene, stöberte in den Auslagen, nahm Bücher und Comics zur Hand, beobachtete den einen oder anderen anwesenden Künstler beim Live-Zeichnen und führte eine sehr liebe Bekannte durchs Gewirr.
Autogramme schreiben durfte ich auch. Beim Blitz-Verlag gab es meinen neuen Raumschiff Promet-Roman, und beim Verlag Peter Hopf wurde mein neuer Tibor-Roman präsentiert. Besonders von Lesern meiner Wäscher-Adaptionen wurde ich immer wieder angesprochen. Natürlich freut es mich, dass die Romanumsetzungen der alten Comics ausnahmslos positiv aufgenommen werden. Ich kenne wirklich keine einzige negative Reaktion seitens der Wäscher-Fans. Vielleicht trauen sich die Kritiker nicht, oder sie sind zufällig immer da, wo ich nicht bin.
Am Ende nahm ich zwei Magazine mit, die neue Sprechblase und das neue Wäscher-Magazin. Beide werde ich, sobald ich sie gelesen habe, an dieser Stelle besprechen.
Dienstag, 10. Mai 2016
Zwei Jahre später - Schlomo wird Dreizehn
Zum dreizehnten Mal beschäftigt sich Schlomo in seiner Kolumne im Online-Magazin Zauberspiegel mit Ren Dhark. Ich lese sie immer gern, deshalb habe ich schon mehrmals darauf hingewiesen - was hiermit abermals getan sei.
Diesmal nimmt sich Schlomo Band 61 vor, Einsatz auf Blue Star. Es ist der erste Band des neuen Zyklus, und seit den dramatischen Ereignissen in Band 60 sind in der Handlung zwei Jahre vergangen. Schlomo beleuchtet die Handlung des Buches in seiner unnachahmlichen Art, die man sich am besten selbst zu Gemüte führt. Doch Vorsicht, dabei wird kräftig gespoilert.
Erwähnen möchte ich lediglich Schlomos Fazit: "Ideal für Neueinsteiger. Man kommt praktisch ohne Vorwissen aus, da eigentlich alles was man wissen muss, geschickt in die Geschichten eingeflochten ist." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Den vollständigen Artikel findet man hier: http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/zauberstern-kolumnen-mainmenu-75/ren-dhark-das-all/28414-2-jahre-spaeter-ein-neuer-zyklus-schlomos-dreizehnte-kolumne
Diesmal nimmt sich Schlomo Band 61 vor, Einsatz auf Blue Star. Es ist der erste Band des neuen Zyklus, und seit den dramatischen Ereignissen in Band 60 sind in der Handlung zwei Jahre vergangen. Schlomo beleuchtet die Handlung des Buches in seiner unnachahmlichen Art, die man sich am besten selbst zu Gemüte führt. Doch Vorsicht, dabei wird kräftig gespoilert.
Erwähnen möchte ich lediglich Schlomos Fazit: "Ideal für Neueinsteiger. Man kommt praktisch ohne Vorwissen aus, da eigentlich alles was man wissen muss, geschickt in die Geschichten eingeflochten ist." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Den vollständigen Artikel findet man hier: http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/zauberstern-kolumnen-mainmenu-75/ren-dhark-das-all/28414-2-jahre-spaeter-ein-neuer-zyklus-schlomos-dreizehnte-kolumne
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Ren Dhark,
Science Fiction Magazin,
Zauberspiegel
Montag, 25. April 2016
Peter Schmitz-Hellwing hat Heimweh noh Kölle
Schon vorletzte Woche begab sich Peter
Schmitz-Hellwing mit seiner Band im Hennefer Wirtshaus auf eine
musikalische Zeitreise, die ich mir nicht entgehen lassen wollte.
Dass ich erst jetzt dazu komme, etwas über das sehr schöne Konzert
zu schreiben, tut dem Vergnügen an jenem Abend keinen Abbruch. Das
gemütliche Wirtshaus kam mir bekannt vor, und dann erinnerte ich
mich. Dort war ich vor Jahren schon einmal gewesen, als Fortuna Köln
noch in einer Liga mit Hennef spielte. Nach dem Auswärtsspiel sind
wir damals mit der ganzen Fortuna-Bande dort eingekehrt.
Dieser Abend nun stand zwar ebenfalls im Zeichen
kölscher Tradition, hatte aber nichts mit Fußball zu tun, sondern
mit einem, wenn nicht dem bekanntesten Kölner Krätzchensänger.
Gemeint ist natürlich der 1876 geborene Komponist und Liederdichter
Willi Ostermann, der der Nachwelt eine Vielzahl von Krätzchen hinterlassen hat. Für
Nichtkölner: Krätzchen sind in kölscher Mundart gesungene Heimat- und
Karnevalslieder, mal humorig, mal bissig, mal nachdenklich,
bemerkenswerten Gegebenheiten verpflichtet, Alltagsbeobachtungen und
den Menschen in den Veedeln.
Peter Schmitz-Hellwings Band setzt sich zusammen
aus dem (klassischen) Bassisten Gerd Brenner, dem Keyboarder Andreas
Orwat und dem Schlagzeuger Udo Kempen. Der kleine Saal war mit rund
fünfzig Leuten ausverkauft, und ich dürfte so ziemlich der jüngste
im Publikum gewesen sein. Dieses war, zumindest bei den Refrains, recht textsicher, und es entwickelte sich von Beginn an eine Art
„Loss mer singe“-Konzert mit dem Augenmerk auf Willi Ostermann.
Es ging los mit Däm Schmitz sing Frau ess
durchgebrannt (aus dem Jahrt 1907) und Am dude Jüd
(1906). Ich stellte schnell fest, dass ich die meisten der alten
Lieder kenne, fast alle sogar. Später folgten unter anderem De Wienanz han 'nen
Has em Pott sowie Kutt erop! Kutt erop! Kutt erop! und
Jetz hät dat Schmitze Billa, allesamt um die hundert Jahre
alte Klassiker, die in Köln längst als Evergreen-Charakter haben. Für mich
sind es Lieder mit Herz und Seele, für Herz und Gemüt, und weit
entfernt von dem leider heute im Karneval weit verbreiteten Gegröhle,
das weder mit Mundart noch kölscher Tradition zu tun hat.
Zwischendurch streute Peter Schmitz-Hellwing immer
wieder Hintergrundinformationen und Anekdötchen über Willi
Ostermann ein, über alte Kölsche Musik und Namen der Zwanziger und
Dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und über Hintergründe
der Entstehung der einzelnen Lieder. So erfuhr ich, dass Willi Ostermann
keine Noten lesen konnte und doch als so etwas wie der Erfinder der
Kölner Karnevalsmusik gilt. Denn er war der erste, der nicht auf
überlieferte Klänge zurückgriff, sondern neben seinen Texten auch
eigene Melodien komponierte. Auch thematisierte Peter
Schmitz-Hellwing im Kontext der Musik historische Gegebenheiten wie
die Einflussnahme der NSDAP auf den Rosenmontag(szug) in den späten
Dreißiger Jahren und den Wiederaufbau des Gürzenichs, der guten
Kölner Stube, in den Fünfzigern.
Auf der Zielgeraden und als Höhepunkt ging es
dann Schlag auf Schlag, und nicht allein nur von Willi Ostermann. Bei
seinem Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia wurde
mir warm ums Herz, bei Karl Berbuers Trizonesien-Song, gleich
nach Ende des zweiten Weltkriegs eine Ersatzbundeshymne, erwischte ich
mich beim Mitklatschen, und bei Ludwig Sebus' großartigem Luur ens vun Düx noh
Kölle geriet ich ins Schwelgen.
Unter großem Applaus gab es dann natürlich Heimweh noh Kölle,
auch bekannt als Ich möch zo Foß noh Kölle jon. Dieses
Lied, bis heute die inoffizielle Kölner Stadthymne, schrieb Willi
Ostermann 1936 im Krankenhaus auf dem Sterbebett, und allein damit hat er sich in Köln unsterblich gemacht. Nach einem „Dreimol Kölle
Alaaf!“ folgte als Zugabe Drink doch eine met von den Bläck Fööss,
ebenfalls längst ein Klassiker.
Es ist wunderbar, und ich finde es wichtig, dass
die alten Stücke nicht vergessen sind. Mehr noch, dass es heute
Künstler gibt, die sie noch und wieder spielen, denn diese kleinen
Schätze dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Peter
Schmitz-Hellwing und Band habe ich jedenfalls nicht zum letzten Mal
gesehen.
Atlan - Die geträumte Welt
Mein Atlan-Roman Die geträumte Welt erschien im Februar 2012 in der damals laufenden Atlan-Taschenbuchreihe. Es war der sechste Band, den ich seinerzeit beisteuerte und der erste der Polychora-Trilogie. Den phantastischen Dreiteiler um den physikalischen Begriff des Quantenschaums entwarf Exposéautor Götz Roderer mit beeindruckendem Hintergrundwissen, das mich - ich erinnere mich gut daran - vor eine große Herausforderung stellte. Zur Klärung diverser physikalischer Details habe ich damals mehr als nur einmal mit Götz telefoniert.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der unsterbliche Arkonide Atlan, Perry Rhodans bester Freund. Er wird Augenzeuge eines wissenschaftlichen Experiments, das gründlich misslingt. In der Folge gelangt Atlan in eine Welt, die so phantastisch wie bedrohlich für die Existenz der Galaxis ist. Er muss nicht nur einen Rückweg finden, sondern sich der Gefahren des manipulierten Quantenschaums und eines ganz besonderen Gegners erwehren.
Als ich jetzt noch einmal die Zusammenfassung las - zu finden unter: http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Quelle:ATB26 -, konnte ich mich an die Handlung kaum noch erinnern. Zu viele andere Manuskripte folgten seither. Am besten in Erinnerung sind mir immer noch die Auftritte der wunderbaren greisen Piratenlady Tipa Riordan und das unheimliche Erscheinen von Glitter. Bei der Durchsicht der Zusammenfassung habe ich richtig Lust bekommen, den Roman mit zeitlichem Abstand noch einmal zu lesen.
Kann ich auch, und sogar in einer Neuausgabe. Denn nun, rund vier Jahre später, wurde die Geschichte wieder aufgelegt, und zwar als Hardcover in der Reihe der sogenannten Grünbände. Das freut mich natürlich, und das Hardcover macht sich gut in dem Regal mit meinen Belegexemplaren.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der unsterbliche Arkonide Atlan, Perry Rhodans bester Freund. Er wird Augenzeuge eines wissenschaftlichen Experiments, das gründlich misslingt. In der Folge gelangt Atlan in eine Welt, die so phantastisch wie bedrohlich für die Existenz der Galaxis ist. Er muss nicht nur einen Rückweg finden, sondern sich der Gefahren des manipulierten Quantenschaums und eines ganz besonderen Gegners erwehren.
Als ich jetzt noch einmal die Zusammenfassung las - zu finden unter: http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Quelle:ATB26 -, konnte ich mich an die Handlung kaum noch erinnern. Zu viele andere Manuskripte folgten seither. Am besten in Erinnerung sind mir immer noch die Auftritte der wunderbaren greisen Piratenlady Tipa Riordan und das unheimliche Erscheinen von Glitter. Bei der Durchsicht der Zusammenfassung habe ich richtig Lust bekommen, den Roman mit zeitlichem Abstand noch einmal zu lesen.
Kann ich auch, und sogar in einer Neuausgabe. Denn nun, rund vier Jahre später, wurde die Geschichte wieder aufgelegt, und zwar als Hardcover in der Reihe der sogenannten Grünbände. Das freut mich natürlich, und das Hardcover macht sich gut in dem Regal mit meinen Belegexemplaren.
Labels:
Atlan,
Science Fiction,
Veröffentlichung
Sonntag, 24. April 2016
MarburgCon 2016
![]() |
| Mehnert, Rückert, Appel (c) Anke Brand |
Überhaupt Programm, davon gab es einiges: Eine Menge Lesungen und Vorträge - die ich aber nicht besuchte. Ich stöberte lieber an den Verlagsständen und führte eine Menge netter Gespräche, mit Verlegern und Herausgebern, mit Autoren und alten Bekannten aus der Szene. Der unermüdliche Wilfried A. Hary war ebenso da wie Tausendsassa Walter Appel alias Earl Warren und Zamorra-Autor Manfred H. Rückert, Markus Korb, Michael Buttler und mein Ren Dhark-Kollege Andreas Zwengel, Erik Schreiber, Wolfgang Brand, Gerhard Schäffer und Moderator Dirk van den Boom. Und natürlich die fleißigen Con-Veranstalter.
Ich habe Lesefutter von Andreas Zwengel und Markus Korb erstanden, das ich nach der Lektüre an dieser Stelle besprechen werde. Und ich freue mich, dass ich ein Terranauten-Taschenbuch von Robert Quint gefunden habe, das mir fehlte. Für die, die es nicht wissen: Bei Robert Quint handelt es sich neben Thomas Ziegler um ein weiteres Autorenpseudonym des Kölner Schriftstellers Rainer Zubeil.
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Con,
Fandom,
Marburg-Con,
Thomas Ziegler
Samstag, 23. April 2016
Malte Schulz Sembten 1965 - 2016
Am Vorabend des MarburgCons erfuhr ich, dass Malte Schulz Sembten gestorben ist. Eine erschreckende Vorstellung, denn Malte war gerade 50 Jahre alt, viel zu jung also, um von der künstlerischen Bühne und der Bühne des Lebens abzutreten. Die Gedankenassoziation zum anstehenden Con war sofort da, denn ich wusste, dass Malte gebürtiger Marburger war.
Persönlich begegnet sind wir uns nie. Ich kannte Malte von seinen Fußabdrücken in der deutschen Phantastik-Szene. Schon vor vielen Jahren fielen mir seine Zeichnungen und Illustrationen auf, anfangs im legendären Berliner Horrormagazin "Nachtschatten". Doch Malte war nicht nur als Graphiker tätig, sondern mehr noch als Autor, vorzugsweise als Verfasser von Kurzgeschichten. Sie erschienen in Magazinen, Anthologien und Storysammlungen. 1997 wurde Malte Schulz Sembten mit dem Kurd Lasswitz Preis ausgezeichnet.
Persönlich begegnet sind wir uns nie. Ich kannte Malte von seinen Fußabdrücken in der deutschen Phantastik-Szene. Schon vor vielen Jahren fielen mir seine Zeichnungen und Illustrationen auf, anfangs im legendären Berliner Horrormagazin "Nachtschatten". Doch Malte war nicht nur als Graphiker tätig, sondern mehr noch als Autor, vorzugsweise als Verfasser von Kurzgeschichten. Sie erschienen in Magazinen, Anthologien und Storysammlungen. 1997 wurde Malte Schulz Sembten mit dem Kurd Lasswitz Preis ausgezeichnet.
Freitag, 22. April 2016
Tyrannosaurus Rex
Ich kann stolz und zufrieden verkünden, dass TIBOR 9 fertig ist. Nicht das Buch, sondern das Romanmanuskript. Nach einer letzten Durchsicht habe ich es vergangene Nacht samt Klappentext an den Verleger geschickt. Am Rande der Hölle ist, entsprechend der Comicvorlage, ein recht kurzes Abenteuer geworden.
Noch immer ist Tibor mit dem Forscher Professor Dobbs bei einer Expedition hinter den toten Sümpfen unterwegs. Dabei muss sich der Herr des Dschungels nicht nur mit dem übertriebenen Ehrgeiz des Wissenschaftlers herumschlagen, sondern auch mit Pygmäen und Kannibalen, mit den eingeborenen Tombos und einer urzeitlichen Bestie. Das Titelbildmotiv, das unten zu sehen ist, lieferte Stoff für eine ziemlich intensive Romanszene.
Für die Adaption fanden als Vorlage folgende Piccolos Verwendung: 121 Bestrafte Ungeduld, 122 Ist der Vorsprung noch aufzuholen?, 123 Gefährliche Flussfahrt, 124 Die Rache der Pygmäen, 125 Am Rande der Hölle, 126 Eine große Enttäuschung, 127 Aufschlussreiche Spuren, 128 Verlorenes Vertrauen, 129 Unerwünschte Hilfe, 130 Die Höhle des Schweigens, 131 Späte Einsicht, 132 Sturz in den Tod, 133 Im Dickicht verborgen.
Noch immer ist Tibor mit dem Forscher Professor Dobbs bei einer Expedition hinter den toten Sümpfen unterwegs. Dabei muss sich der Herr des Dschungels nicht nur mit dem übertriebenen Ehrgeiz des Wissenschaftlers herumschlagen, sondern auch mit Pygmäen und Kannibalen, mit den eingeborenen Tombos und einer urzeitlichen Bestie. Das Titelbildmotiv, das unten zu sehen ist, lieferte Stoff für eine ziemlich intensive Romanszene.
Für die Adaption fanden als Vorlage folgende Piccolos Verwendung: 121 Bestrafte Ungeduld, 122 Ist der Vorsprung noch aufzuholen?, 123 Gefährliche Flussfahrt, 124 Die Rache der Pygmäen, 125 Am Rande der Hölle, 126 Eine große Enttäuschung, 127 Aufschlussreiche Spuren, 128 Verlorenes Vertrauen, 129 Unerwünschte Hilfe, 130 Die Höhle des Schweigens, 131 Späte Einsicht, 132 Sturz in den Tod, 133 Im Dickicht verborgen.
Labels:
Comics,
Hansrudi Wäscher,
Manuskript,
Tibor
Dienstag, 19. April 2016
Einsatz auf Blue Star
Ren Dhark-Belegexempare sind eingetroffen, das
freut mich jedes Mal aufs neue. Der neue Band von „Weg ins Weltall“ ist
just erschienen. Das Buch, das ich gemeinsam mit Nina Morawietz und Jan Gardemann geschrieben habe, trägt den Titel Einsatz auf Blue Star. Das Titelbild von Ralph Voltz zeigt zwei GSO-Agenten im Einsatz.
Band 61 schlägt ein neues Kapitel in der Saga um den Weltraumforscher Ren Dhark und seinen legendären Ringraumer, die POINT OF, auf. Denn in diesem Roman beginnt ein neuer Zyklus mit einem ganz neuen Handlungsabschnitt, was für Interessierte die beste Möglichkeit bietet, jetzt in die Serie einzusteigen.
Band 61 schlägt ein neues Kapitel in der Saga um den Weltraumforscher Ren Dhark und seinen legendären Ringraumer, die POINT OF, auf. Denn in diesem Roman beginnt ein neuer Zyklus mit einem ganz neuen Handlungsabschnitt, was für Interessierte die beste Möglichkeit bietet, jetzt in die Serie einzusteigen.
In meinem Romanteil befasse ich mich mit dem
parapsychisch begabten Multitalent Chris Nev, einem sympathischen Burschen, der seinen Platz in der Gesellschaft sucht. Chris verlässt die
Begabtenschule auf dem Mond, um sich auf der Kolonialwelt Xing neuen
Herausforderungen zu stellen. Nachdem der junge Mutant lange Zeit
nicht in der Handlung aufgetaucht ist, war es eine schöne Aufgabe,
die Figur wieder einzuführen – und ich glaube, das merkt man der
Geschichte auch an. In den nächsten Ausgaben wird übrigens nichts
von mir zu finden sein, da ich eine Ren Dhark-Pause einlege.
Labels:
Ren Dhark,
Science Fiction,
Veröffentlichung
Montag, 18. April 2016
Thomas Ziegler: Bekenntnisse eines Ökoterroristen
Thomas Ziegler schrieb Science Fiction, Fantasy
und Kriminalromane. In erstgenanntem Genre war er im
deutschsprachigen Raum einer der herausragenden Autoren, in den
beiden anderen mindestens einer der guten. Mit BEKENNTNISSE EINES ÖKOTERRORISTEN AUS DEM JAHRE 1988 – so der vollständige Titel des
Werkes aus dem Jahr 1987 – begab sich Ziegler auf den
anarchistischen Boden der Polit-Satire, und da gleich in die Vollen.
»Militante Heimwerker, sägende Gummizellen und
andere Freizeitanarchos aus der Ökoszene kämpfen mit
Molotow-Cocktails und Sprengsätzen gegen den Atomstaat. Ihr Motto:
Schweine ins Weltall. Ihr Operationsgebiet: Wackersdorf ist überall.
Ihr Programm: Alle Tage Sabo-Tage. Jeder Tag ein Anschlag ist längst
zu wenig. Statt aneinander vorbeizureden wird aneinander
vorbeigebombt. Fleißig mit dabei ist Tommy Z.«
So verrät es uns der Klappentext. Tommy Z. ist
übrigens auch als Autor angegeben, nicht Thomas Ziegler. So ganz
will sich mir der Sinn nicht erschließen. Passte Tommy Z. besser zu
der abgedrehten Geschichte, als es der bekannte Name Thomas Ziegler
getan hätte? Zumal der spinnerte und sympathisch rüberkommende
Protagonist Tommy Z. heißt. Seine wahre Identität verbergen wollte
Ziegler jedenfalls nicht, sie wird allzu deutlich in der
Autorenbeschreibung hervorgehoben.
Von einem Roman zu sprechen, weigere ich mich
übrigens. So etwas bezeichnet man wohl als Novelle. Denn so sperrig
der Titel, so dünn das Büchlein. Das schmalbrüstige
Goldmann-Bändchen bringt es auf kaum mehr als 100 Seiten. Das ist
schon ziemlich anarchistisch, ebenso wie die Titelbildgestaltung, die
jeder Beschreibung spottet: eine handgekritzelte Schreibmaschine mit
bunten Farben. Ich vermute, damit wollte der Verlag Titel und Thema
gerecht werden. Das hätte man sicher auch anders lösen können,
zumindest weniger abschreckend. In der Buchhandlung wäre mir das
Ding damals jedenfalls nicht aufgefallen. Ist es offensichtlich ja
auch nicht.
Ich habe lange nach dem Büchlein gesucht. Es war
einfach nicht zu bekommen. Als ich vor vielen Jahren einmal im
Arbeitszimmer von Rainer Zubeil alias Thomas Ziegler alias Tommy Z.
saß, kamen Rainer und ich auch auf dieses Thema zu sprechen. Er
konnte mir damals kein Exemplar vermachen, weil er selbst nur ein
einziges besaß. Ein alter Fandom-Bekannter aus dem Saarland hat es
mir kürzlich freundlicherweise zukommen lassen. Auf diesem Weg noch
einmal »Vielen Dank!«, lieber Ralf.
Nach dem Tschernobyl-Freitag ist alles anders,
auch in der Kölner Südstadt. Tommy Z., der zum ersten Mal in seinem
Leben eine Wohnung gemietet hat, hat wie viele andere den Kopf voller
anarchistischer Gedanken. Gestalt annehmen lässt er sie jedoch
nicht, denn eigentlich hat er ganz andere, wesentlich existenziellere
Dinge im Kopf, nämlich seine Cognac-Flasche, das religiös bedingte
Schwarzfahren mit der KVB und wie er das nächste vom Arbeitsamt aufs
Auge gedrückte Jobangebot abbiegen kann. Ganz besonders aber seinen
mystischen Sack voll Geld.
So durchgeknallt wie die anderen ist Tommy Z.
längst nicht. Er macht nur widerstrebend mit bei den Aktionen des
Commando Carlo Chaos. Das setzt sich zusammen aus seiner
durchgeknallten, amphetaminsüchtigen Freundin Linda, dem abstinenten
Alkoholiker »Haste mal 'nen Heiermann?«-Apo-Shorty, der von
Visionen heimgesucht wird und am liebsten alles und jeden in die Luft
bomben möchte, Cora, deren Hund grinsen und telefonieren kann, und
ein paar weiteren skurrilen Gestalten, wie man sie aus Zieglers
Oeuvre kennt. Gemeinsam mit ihnen geht Tommy Z. Baumaschinen eines
Wackersdorf-Lieferanten in die Luft jagen, Strommasten absägen und
Horden von Beagles aus Otties Tier-KZ befreien. Auch Papst Jupp von
der Aktion Karneval am Strommast, Sweet Sixteen von den
Revolutionären Gartenzwergen und Professor Gurke von der
Sägenden Zelle Herne Zwo sind dabei.
»In rasender Eile knacken wir die Zwinger mit der
Beißzange, und die Beagles geraten vollends außer Rand und Band.
Überall schlackernde lange Ohren, treue braune Hundeaugen, hin- und
herdüsende Geschosse auf vier Beinen. … Sie kläffen und jaulen,
springen auf uns herum, lecken uns ab und treiben sonstigen Unfug,
der meiner Hundeliebe nicht gerade dienlich ist.«
Ziegler zieht alle Register, um den Staat und die
Politmafia als ebensolche darzustellen und die bombenden und sägenden
Anarchos als Bande gutmeinender Deppen zu karikieren. Natürlich wird
kräftig gegen die damalige Polit-Prominenz ausgeteilt, gegen Kanzler
Kohl aus dem Gemüsefeld, gegen Waldschrat Kiechle, gegen Zimmermann,
Riesenhuber, Blüm und Bangemann, gegen den Minister für
Innerdeutsches und Außersinnliches Windelen und den begnadeten
Rückentwicklungsminister Warnke. Auch gleich gegen das gesamte
Justizministerium, das nach der Tschernobyl-Katastrophe einen
Gesetzesentwurf gegen die illegale Einreise sowjetischer Atome plant.
Das Commando Carlo Chaos, die Revolutionären Gartenzwerge
und all die anderen Freizeit-Anarcho-Fuzzies kommen kein Deut besser
weg. Das ist – wenngleich es in Teilen längst den damals aktuellen
Bezug verloren hat – vollkommen überdreht, mal komisch, zuweilen
grotesk und gelegentlich zu dick aufgetragen – sofern man das von
einer Polit-Satire wie dieser sagen kann, aber stets im passenden,
treffenden Tonfall gehalten. Ziegler war eben ein Meister des Wortes,
egal in welchem Genre er sich gerade tummelte.
Das wird besonders auf den letzten fünf Seiten
deutlich, als es einen drastischen sprachlichen Bruch in der
Erzählweise gibt. Aus der Kapriolen schlagenden Satire wird
unerwartet eine Tragödie, die das amüsierte Grinsen aus dem Gesicht
vertreibt und Betroffenheit bewirkt, wo man längst mit einem
blödelnden Abschluss gerechnet hatte. Genau hier, ganz am Schluss,
in dieser kurzen Passage, hat die Geschichte ihre stärksten, ihre eindringlichsten Momente
und zeigt statt des flapsigen Sarkasten Tommy Z. den stilsicheren
Literaten Thomas Ziegler.
Sehr sympathisch war mir persönlich beim Lesen
natürlich das räumliche Umfeld mit Orten, die in der Handlung
explizit genannt werden: Die Südstadt, in der Tommy Z. in der
Geschichte vorzugsweise unterwegs ist, trage ja auch ich im Herzen.
Der Chlodwigplatz ist für mich einer der zentralen und die Stadt
definierenden Orte Köln. Mit dem Severinstor verbinden mich tausend
Erinnerungen, Gefühle und Anekdoten. In der Opera habe ich während
meiner Oberstufenzeit mehr als nur einen Abend verbracht. Und im
Filos habe ich gelegentlich mit Rainer Zubeil alias Thomas Ziegler
alias Tommy Z. gesessen. Kein Wunder, dass Rainer all diese Orte in
die Geschichte hat einfließen lassen, schließlich lebte er bis zu
seinem Tod in der Südstadt, und er lebte gerne dort.
Aktuell ist das abgedrehte Literaturstückchen
übrigens als E-Book bei Amazon erhältlich, wie ich mir habe sagen
lassen. Anarchistisches Vergnügen mit Tommy Z. und den wahnsinnigen
Sägemeistern aus der Kölner Südstadt!
Goldmann Verlag, München, 1987
Taschenbuch, ca. 110 Seiten
DM 7,80
ISBN 3-442-21008-9
Sonntag, 17. April 2016
Böser Zwilling
Und schon wieder ein schönes Taschenbuch aus
meiner Feder. Die Belegexemplare habe ich mir bei einem Verlagsbesuch
persönlich abgeholt. Böser Zwilling erschien soeben in der
Serie Raumschiff Promet – Von Stern zu Stern, also der
Neuschreibung der klassischen Serie, inoffiziell auch unter
Raumschiff Promet Neo laufend. Worum sich die Handlung dreht, verrät
der Klappentext:
»Peet Orell liegt im Koma, während in der Promet
ein Phantom sein Unwesen treibt. Der Reihe nach schaltet der
Unheimliche die Besatzungsmitglieder aus. Der Schattenmann ist nicht
aufzuhalten, die Promet scheint verloren.«
Insgesamt erschienen sogar gleich drei Titel auf
einen Schlag: Band 11 Zegastos Kinder stammt von meinem Ren
Dhark-Kollegen Ben B. Black, Band 12 Fremde Seelen von Michael
Edelbrock und mein oben genannter Roman ist Band 13. Damit liegen die
drei Ausgaben rechtzeitig für den MarburgCon und die
Intercomic-Messe vor.
Die Bände 14 bis 16 (Arbeitstitel: Sternentod,
Das Ende der Promet und Tötet Harry T. Orell) habe ich
übrigens schon vor geraumer Zeit geschrieben, und derzeit arbeite
ich an Nummer 17 und 18. Man sieht, mit der Promet geht es also
weiter munter voran.
Labels:
Raumschiff Promet,
Science Fiction,
Veröffentlichung
Montag, 11. April 2016
Prominenter Gastautor schreibt NICK 7
Da Peter Hopf es nun auf seiner Verlagsseite
verraten hat, kann ich es auch an dieser Stelle ausplaudern. Ich lege
bei Nick eine kleine Pause ein – denn Nick 7 wird von einem
Gastautor geschrieben. Das ist schon seit längerem geplant, und nun
klappt es endlich. Immerhin ist der Autor ziemlich beschäftigt.
Um wen es sich handelt, wird noch nicht verraten.
Ich kann aber sagen, dass ich von besagtem Herrn schon so manchen
Roman gelesen habe, sowohl unter seinem richtigen Namen als auch
unter Pseudonym. Nein, keiner davon stand in irgendeinem Zusammenhang
mit Hansrudi Wäscher. Es darf gern spekuliert werden, um wen es sich
bei unserem Prominenten im Sack handelt.
Doch zunächst erscheint im Mai mein Nick 6 namens
Gefährlicher Ehrgeiz. Vielleicht wird er sogar bis zur
Intercomic-Messe in Köln fertig, das steht aber noch nicht fest. Der
Gastroman des Autors, dessen Werke ich wirklich gern lese, folgt dann
im Herbst, und Band 8 wird wieder wie gewohnt aus meiner Feder
stammen.
Labels:
Comics,
Hansrudi Wäscher,
Hubert Haensel,
Nick
Sonntag, 10. April 2016
Falk mit alternativem Ende
Ich habe die Arbeit am fünften Falk-Roman
abgeschlossen. Die sehr umfangreiche Geschichte schildert die
Abenteuer um den Großen Wolf, einen maskierten Räuberhauptmann, der
mit seiner Bande Angst und Schrecken verbreitet. Falk und der Gaukler
Bingo bekommen es mit dem geheimnisvollen Räuber zu tun, als sie
durch Zufall in den Besitz eines wertvollen Edelsteins gelangen, der
aus einem ruchlosen Kirchenraub stammt. Falks Bemühungen, den
Unbekannten zu enttarnen, scheinen ein ums andere Mal zum scheitern
verurteilt.
Der Roman hat alles, was ein spannendes Abenteuer
aus dem Mittelalter braucht: den furchtlosen Ritter ohne Fehl und
Tadel, eine prachtvolle Burg, ein edles Burgfräulein, Ränke und
Intrigen, unterirdische Geheimgänge, einen versteckten Schatz –
und einen finsteren Gegner, der es geschickt versteht, seine
Identität vor aller Welt zu verbergen. Dazu kommt das reizvolle
Szenario einer verschneiten Winterlandschaft, vor deren Hintergrund
sich die farbenprächtige Geschichte entfaltet.
Falk 5 wartet dabei mit einem Novum auf. Denn
Parallel zum eigentlichen Verlauf der Handlung hat Hansrudi Wäscher
damals ein alternatives Ende entworfen, das im Vergleich sogar noch
mit einer weiteren dicken Überraschung aufwartet, die ich an dieser
Stelle natürlich nicht verrate. Jedenfalls habe ich auch das
alternative Ende in Romanform gebracht. Es wird, gewissermaßen als
kleines Schmankerl, ebenfalls im Buch enthalten sein.
Für Falk 5 dienten folgende Piccolo-Comics als
Vorlage: 90 Von Wölfen umringt, 91 Nächtlicher Aufruhr, 92
Fortgeritten, 93 Kurz vor der Hütte, 94 Vom Schnee überrascht, 95
Freund oder Feind, 96 Der Gehetzte, 97 Der Hinterhalt an der
Weggabelung, 98 Der Galgen droht, 99 Im Fieber gesprochen,
Jubiläumsband 100 Ein Hinweis in der Mühle, 101 Trotz Knebel und
Fesseln, 102 Im „Roten Ochsen“, 103 Fehlgeschlagen, 104 Bingos
Pechsträhne, 105 Retter wider Willen, 106 Im Schlupfwinkel der
Bande, 107 Der Große Wolf, 108 Alle Spuren verwischt, 109 Der Tod
lauert im Rücken, 110 Jagd in der Nacht, 111 Ein Schlupfloch
weniger, 112 Trauriges Wiedersehen, 113 Bewaffnet, 114 Von
Verzweiflung übermannt, 115 Abgelenkt, 116 Eine unerwartete
Begegnung, 117 Unter der alten Eiche, 118 In die Falle gegangen, 119
Ein Edelmann, 120 Die Entscheidung naht, 121 In der Schatzkammer des
Großen Wolfes, 122 Verläuft alles nach Plan, 123 Das Ende des
Schreckens.
Labels:
Comics,
Falk,
Hansrudi Wäscher,
Manuskript
Samstag, 9. April 2016
George R.R. Martin: Armageddon Rock
Im Jahr 1971 sind die Nazgûl am Zenit ihrer
Karriere angelangt, als deren charismatischem Sänger Patrick Henry
Hobbins bei einem Open Air Konzert vor 60.000 Zuschauern auf offener
Bühne von einem Scharfschützen der Schädel weggeblasen wird. In
jener Nacht stirbt nicht nur der »Hobbit«, wie Hobbins genannt
wird, sondern die gesamte Band, eine Legende. Der Mörder wird nie
gefunden.
Der Schriftsteller Sandie Blair, einst Journalist
des Untergrundmagazins Hedgehog und längst Buchautor, geht der Sache
nach, um einen Artikel über Lynchs Tod zu schreiben. Die Suche nach
den Hintergründen wird für ihn eine Kreuzfahrt durch mehrere
Bundesstaaten, bei der er in die Vergangenheit eintaucht, alten
Freunden aus seiner Studienzeit wiederbegegnet und sich mit seinen
früheren Idealen konfrontiert sieht. Dabei gelingt es Martin, ohne
belehrend zu wirken oder Partei zu ergreifen, in düsteren,
atmosphärisch dichten Bildern und Visionen, die Blair heimsuchen,
mit der gewalttätigen Reaktion auf die Gegenkultur der Nixon-Ära
abzurechnen. Dies geschieht eindringlich und doch mehr oder weniger
en passant, ohne dabei den Handlungsfluss der eigentlichen Geschichte
zu unterbrechen. Was wie ein amerikanisches Thema erscheint –
Nixon, Vietnam, Hippies und Straßenkämpfe – ist für einen
deutschen Leser nebensächlich, weil es Martin eben gelingt, das
Trauma, auch Sandy Blairs Trauma, in seine Grundgeschichte
einzuweben, ohne diese dabei zu vernachlässigen. Blair muss sich die
Frage stellen, was geblieben ist von den Idealen der
Flower-Power-Bewegung, was sie bewirkt und erreicht hat und wie viel
davon noch in ihm selbst steckt.
Die Romanhandlung von Armageddon Rock setzt zehn
Jahre später ein, als es zu einer weiteren Bluttat kommt. Jamie
Lynch, ehemaliger Promoter und Manager der Band, wird am Jahrestag
von Hobbins' Tod in seinem Haus bestialisch ermordet. Lynch liegt auf
einem alten Plakat der Nazgûl, und im Hintergrund läuft eine Platte
der Band, »Music To Wake The Dead«, während jemand ihm das Herz
aus dem Leib reißt. In dieser oder ähnlicher Form schon gehört,
möchte man meinen, doch weit gefehlt, denn George R.R. Martins Roman
stammt aus dem Jahr 1983 und hat nichts von seiner Faszination
verloren. Zudem entwickelt sich, was anfängt wie ein Krimi oder ein
Psycho-Thriller, schnell zu einem Parforceritt, der nicht nur in die
amerikanische Geschichte der Sechziger und Siebziger Jahre eintaucht,
sondern vor allem knietief in die Musik jener Ära. Ich habe die
Neuausgabe des Berliner Golkonda-Verlags als willkommenen Anlass
genommen, das Buch nach langer Zeit wieder einmal zu lesen und war,
soviel vorweg, nicht weniger begeistert als vor Jahren beim ersten
oder zweiten Lesen.
Im Verlauf der Handlung wird, ähnlich wie in Twin
Peaks, die Suche nach dem Mörder zur Nebensache, und fast von Beginn
an hatte ich das Gefühl, ein zwischen zwei Buchdeckel gepacktes
Rockalbum zu hören, das mich mit jeder weiteren Seite mehr in seinen
Bann schlug. In der bei FanPro erschienenen deutschen Erstausgabe aus
dem Jahr 1986 lautete der Untertitel des Romans passenderweise »Ein
Langspiel-Roman in Stereo«, und für Stephen King ist Armageddon
Rock »der beste Roman über die Popmusik-Kultur der 60er Jahre«
überhaupt.
![]() |
| FanPro-Ausgabe 1986 |
Bei seiner Selbstfindungstour und der Jagd nach
den Hintergründen des offensichtlichen Ritualmordes an Lynch taucht
Blair immer tiefer in die Musikszene und in das Umfeld der Nazgûl
ein, die sich wiedervereint anschicken, einen zweiten Triumphzug zu
starten. Hierbei kommt das phantastische Element zum tragen, das sich
sparsam eingesetzt wie ein unterschwelliger Faden durch den Roman
zieht, als schleichendes Mysterium unheimlicher wirkt als derbe
Effekte und aus Armageddon Rock tatsächlich – auch! – einen
Phantastik- und Horrorroman macht. Denn protegiert werden die Musiker
auf ihrem Weg zu alter Herrlichkeit von dem undurchsichtigen Edan
Morse, einer apokalyptisch angelegten Figur, die übernatürliche
Kräfte heraufbeschwört, um die Nazgûl wieder an die Spitze zu
bringen. Morse wirkt mit Akten blutiger Selbstverstümmelung darauf
hin, Patrick Henry Hobbins auferstehen zu lassen und der vor einer
Dekade gescheiterten Revolution der Gegenkultur mit Hilfe der Nazgûl
doch noch zum Sieg zu verhelfen, indem er Armageddon heraufbeschwört,
die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse. Doch so, wie sie alle
Gefangene der Umstände sind, Sandy Blair ebenso wie die Musiker, ist
es auch der von seinen eigenen Dämonen getriebene Edan Morse. Er,
der scheinbare Strippenzieher, durchschaut die düstere Wahrheit so
wenig wie alle anderen. Unterdessen drängt sich Blair die Frage auf,
wer hier eigentlich Gut und wer Böse ist, was Schwarz und was Weiß.
Als er die Wahrheit zu erkennen glaubt, scheint es
nur einen Ausweg zu geben. Die Geschichte muss sich wiederholen. Der
neue Hobbins darf den Armageddon Rag nicht bis zum Ende singen, wenn
es nicht zur Apokalypse kommen soll. Ein Funken Zweifel jedoch bleibt
und warnt Blair davor, dass alles vielleicht ganz anders ist, als es
zu sein scheint.
In der Tat ist der Roman purer Rock'n'Roll, doch
er ist vor allem eins, nämlich eine extrem spannende Geschichte mit
finsteren Abgründen. Und zudem mit vielen Gefühlen: mit düsteren
Gefühlen der Trauer, herzzerreißenden Gefühlen der Sorge um einen
alten Freund, tröstenden Gefühlen der Hoffnung und der Liebe. Man
beobachtet Sandy Blairs Rücktransformation von einem an sich selbst
zweifelnden und in den Mechanismen des Marktes verankerten Buchautor
zu dem Idealisten, der er einst war. Zugleich demonstriert George
R.R. Martin die Kraft, die Macht und die Magie einer Musik, die etwas
zu sagen hatte, einer Musik, die mit ihrem Herz und ihrer Seele in
der Lage war, die Jugend zu berühren und in den Köpfen etwas
auszulösen. Auch das ist – in meinen Augen jedenfalls – eine
Aufgabe guter und ehrlicher Rockmusik, womit sie diametral dasteht zu
dem ganzen Schmonzes, der einem heute aus dem Radio entgegendudelt,
und zu den sich endlos selbst wiederholenden Sangesklonen in den
Hitlisten.
Martin schreibt wortreich, sehr spannend und sehr
dicht, so dicht, dass ich mich bei mehr als nur einer Szene direkt in
die Handlung hineinversetzt fühlte und den Eindruck hatte, die
Nazgûl vor mir zu stehen zu sehen und ihre Musik, die infernalische
Musik, um die Toten zu wecken, im Ohr hörte. Martin nimmt den Leser
gefangen, ohne ihn bei seiner wilden Fahrt quer durch die Vereinigten
Staaten, bei seinem Road Movie, bei seinem Langspielplatte und
Rockkonzert gewordenen Literaturklassiker wieder loszulassen, ehe
der Leser die Auflösung der Geschichte und den einzigen Ausgang aus
dem apokalyptischen Drama kennt.
In einer Zeit, in der jeder über »Das Lied von
Eis und Feuer« redet und sich »Game of Thrones« anschaut, kann und
will ich George R.R. Martins wirkliches Meisterwerk nur wärmstens
empfehlen – und ein Meisterwerk ist der Armageddon Rock. Ich liebe
dieses Buch, es gehört zu meinen All Time Favourites, und zweifellos
habe ich es nicht zum letzten Mal gelesen.
Golkonda Verlag, Berlin, 2014
Klappenbroschur, ca. 400 Seiten
Euro 16,90
ISBN 978-3-944720-35-7
Freitag, 8. April 2016
Gogul kehrt zurück
Endlich, endlich, endlich habe ich die
Schreibarbeit an einem weiteren REN DHARK-Sonderband für die
Unitall-Reihe abgeschlossen, und das war diesmal wirklich ein hartes
Stück Arbeit. Ich glaube, so schwer ist es mir noch nie gefallen,
einen Dhark-Roman fertigzustellen.
Das liegt zum einen an persönlichen Dingen und
zum anderen an einem dicken, fetten Lapsus, der mir in dem Manuskript
unterlaufen ist. Denn dieser Fehler, so klein er im Grunde war, hatte
Auswirkungen auf den gesamten Fortgang der Handlung und den logischen
Ablauf der Geschichte. Sprich: der Roman funktionierte vorne und
hinten nicht mehr. Dummerweise fiel mir das erst ganz am Ende auf,
wodurch ich zu umfangreichen und ziemlich zeitaufwendigen Korrekturen
und streckenweise sogar zum Umschreiben gezwungen war. Aus diesem Grund war es zuletzt auch so ruhig in meinem Blog.
Letztendlich ist das Missgeschick ausgemerzt, doch
es hat mich nicht nur Zeit und Mehrarbeit gekostet, sondern eine
Menge Nerven. Zwischendurch hatte ich sogar einmal das Gefühl, den
Roman richtiggehend zu hassen, dabei kann der arme Kerl doch nichts
dafür. Inzwischen habe ich mich halbwegs mit ihm versöhnt.
Wie es die Überschrift dieses Post verrät,
taucht Gogul wieder auf. Wobei das untertrieben ist, denn er taucht
nicht nur wieder auf, sondern spielt die zentrale Rolle in der
Geschichte. Wer meinen Sonderband 27 Verborgene Erkenntnis
gelesen hat, wird sich an den Schattenlosen und seine Flugzelle
erinnern. Diejenigen, die mehr über Gogul und seine Vergangenheit
wissen wollten, werden auf ihre Kosten kommen. Der Roman trägt den –
zumindest vorläufigen – Titel Goguls Armee.
Labels:
Manuskript,
Ren Dhark,
Science Fiction
Donnerstag, 7. April 2016
Über den Eigelstein ins Agnesviertel
Ein erster Sonnentag in Köln, da konnte ich gar
nicht anders, als ein wenig durch die Stadt zu spazieren. Ich hatte
richtig Lust, mir das am Himmel stehende gelbe Ding auf den Pelz
brennen zu lassen. Von »brennen« konnte allerdings nur bedingt die
Rede sein. Solange die Sonne sichtbar im Himmel stand, war es
angenehm warm, und ich konnte die Jacke schultern. Sobald sich jedoch
Wolken vor unser Zentralgestirn schoben, wurde es gleich empfindlich
kälter. Daher also: Jacke aus, Jacke an, Jacke wieder aus und so
weiter.
Ich war lange nicht mehr im Agnesviertel, fiel mir
ein, also schlenderte ich, vom Dom kommend, über den neugestalteten
Breslauer Platz und anschließend den Eigelstein entlang. Noch ist
dort die Gaffel-Brauerei ansässig, doch die zieht bald an einen
anderen Standort, und das Gelände wird frei. Es hat sich, so las ich
dieser Tage, bereits irgendeine Gruppe unter den Nagel gerissen. Ich
gehe davon aus, dass auf dem Areal ein weiteres Hotel entsteht. Noch
mehr Hotels braucht Köln ja wesentlich dringender als bezahlbare
Wohnungen.
Am vorderen Teil der urkölschen Meile Eigelstein
standen ein paar leichte Mädels in der Tür – schwere Junge habe
ich hier schon lange keine mehr gesehen. Der Kiosk, den mal ein
Bekannter von mir, ein ehemaliger Bauhaus-Kollege, betrieb, ist
längst von einem Türken übernommen worden. Vor dem Weinhaus Vogel
standen die Män mit ihrem Kölsch in der Hand, einheimische
Schnäuzer und bunte Touristen. Am Kölsche Boor ging ich vorbei,
ohne dass mir überhaupt irgendwer auffiel – was mir wiederum erst
später auffiel. Unter dem Eigelsteintor schritt ich beinahe
ergriffen hindurch, so wie immer, wenn ich durch eins der vier
erhaltenen Stadttore gehe. Irgendwie liegt da immer besonders viel
Stadtgeschichte in der Luft. Zumindest bilde ich mir das ein.
Dort, wo der Eigelstein zu Ende ist und man in
früheren Zeit die Stadt verließ, empfing mich der Ebertplatz mit
seiner Hektik, seinem Verkehrslärm, seiner unansehnlichen Optik und
seiner seit Jahren defekten Rolltreppe. Schade, dass dort nichts zum
Verweilen einlädt, gleichwohl im Rat seit Jahren Umgestaltungspläne
mit mehr Grün und ebenerdiger Fußgängerführung gewälzt werden.
Ich lief die Treppe hinunter, quer über den kahlen Platz mit seinen
vermutlich seit Jahrzehnten leerstehenden Pavillons und den
Zufluchtsnischen für Obdachlose, mit den trostlosen, verwinkelten
Gängen und dem Brunnen, den ich schon als Kind hässlich fand, und
auf der anderen Seite die Stufen wieder hinauf.
Vor mir lag die Neusser Straße, das Agnesviertel.
Auch dort geht es laut und hektisch zu, doch es ist der Puls des
Lebens, der Menschen, die im Veedel wohnen und einkaufen, nicht der
Lärm des Verkehrs. Ich schlenderte die Neusser hinunter Richtung
Agneskirche, die dem Viertel einst seinen Namen verlieh, und dachte
wie gewöhnlich an diesem Ort an meine vor zwölf Jahren verstorbene
Oma Agnes. Die Sonne schien wieder, ungetrübt von Wolken, und meine
Jacke hing über der Schulter. Nach hundertfünfzig Metern schallte
mir eine Stimme entgegen, mein Name wurde gerufen. Ich entdeckte
einen grinsenden Uwe, der sich an einem Tisch vor dem Balthasar
flegelte und mir hektisch zuwinkte.
Schönes Zusammentreffen, ja, wirklich! Uwe hatte
ich lange nicht gesehen. Ich ließ mich an seinem Tisch nieder und
bestellte ein Kölsch. Uwe ist Gastronom, Musiker und Karnevalsjeck
in Personalunion. Wir badeten in der Sonne und plauderten übers
Griechenmarktviertel, aus dem wir uns kennen, übers Reissdorf
Brauhaus, in dem er mal gearbeitet hat, und über diesen und jenen
gemeinsamen Bekannten. Wir man das nun mal so macht. Da das Auge
bekanntlich mitisst, genoss ich bei unserem Verzällchen einen
kulinarischen Leckerbissen: zu meiner Rechten erhob sich das
Eigelsteintor in seiner historischen Bedeutsamkeit, ohne dass ich den
kahlen Platz davor zu Gesicht bekam, und zu meiner Linken wuchs die
altehrwürdige Agneskirche dem Himmel entgegen.
Erst nach einer Viertelstunde bekam ich mit, dass
aus dem Balthasar Musik auf die Straße drang. Als ich bewusst
hinhörte, erkannte ich die Stimme auf Anhieb. Sie gehörte Holger
Landrock, in Köln auch bekannt als »The Voice of Joe Cocker«. Denn
Holgers Röhre klingt verdammt nach Joe Cocker. Mit seiner One Man
Show, bei der kaum eine Minute ohne Zigarette in der Hand dasitzt,
gibt er Rock, Blues, Country und Oldies zum besten, und bei allem
klingt er wie Cocker. Zeit, um Helene Fischer hochzunehmen, bleibt
dabei auch noch, wenn er vergnügt Hackevoll durch die Nacht
anstimmt. In unserem Veedel von den Bläck Fööss sollte er
sich aber lieber verkneifen, Creedence kriegt er ungleich besser hin.
In einer Pause zwischen zwei Liedern ging ich
hinein und begrüßte Holger, den ich ebenfalls aus dem
Griechenviertel kenne, ursprünglich speziell aus der
Griechenschänke. Dort hing vor Jahren ein Plakat im Eingang mit
einer Konzertankündigung: LANDROCK LIVE. Ich kenne viele Spielarten
der Rockmusik, doch was Landrock sein sollte, wollte sich mir nicht
erschließen. Bis ich dann erfuhr, dass der Mann so heißt.
Ich verabschiedete mich und begab mich ins schräg
gegenüberliegende Stüsser, ein alteingesessenes Brauhaus mit
klangvollem Namen in der ganzen Stadt. Dort sitzen immer noch die
Lück aus dem Agnesveedel, vermischt mit ein paar grauhaarigen
Intellektuellen und dem einen oder anderen gealterten Künstler. Ich
kondolierte bei Ingrid Stüsser, deren Mann Peter vor kurzem
verstorben ist, und ertappte mich dabei, in die Ecke zu schielen, in
der P3, wie Peter Stüsser meist genannt wurde, zu sitzen pflegte. So
etwas gehört zu einem unbeschwerten Spaziergehtag wohl auch dazu.
Als ich etwas später ins Balthasar zurückkehrte,
spielte Holger Landrock immer noch. Selbst wenn Holger nur ein
Dutzend Zuhörer hat, kann er nicht aufhören. Uwe holte indessen
nach, was er zuvor versäumt hatte. Er drückte mir einen Flyer in
die Hand für eine Blues und Blues Rock Band namens »Daniel Klaus
and the Dukes«, die in Kürze zwei Auftritte in Köln hat, im
Söckchen und im Stüsser. Dass Uwe selbst einer der drei Musiker auf
dem Bild ist, fiel mir beim besten Willen nicht auf. Mit weißem Hemd
und schwarzem Jacket, Krawatte, Hut und Sonnenbrille sieht er aus wie
Jake Blues. Da werde ich mal vorbeischauen.
Als ich aufbrach, dunkelte es bereits. Ich ging
den selben Weg zurück, den ich gekommen war, legte dann am
Hauptbahnhof, der ja seit Silvester bundesweit bekannt ist, einen
Schlenker ein und machte einen kurzen Abstecher ins Gasthaus
Dominikaner, das seit einiger Zeit von einem alten Kumpel und
ehemaligen Arbeitskollegen von mir geführt wird. Leider war Norbert
nicht da.
Dafür kam ich mit drei jüngeren und bestens
aufgelegten Typen ins Gespräch. Sie gehören zu einer britischen
Folk-Punk Band namens »The Roughneck Riot«, die wohl aus Manchester
stammt, seit rund zehn Jahren besteht und derzeit auf Tour ist. Am
Vorabend hatten sie ein Konzert in Essen gespielt, wie mir ihr
Leadsänger Matty Humphries erzählte, und für den nächsten Tag
stand ein Gig in Braunschweig auf dem Programm. Den freien Abend ohne
Auftritt verbrachten sie gutgelaunt in Köln. Bis dato hatte ich noch
nie von »The Roughneck Riot« gehört, inzwischen habe ich mir bei
youtube ein paar ihrer Stücke zu Gemüte geführt und muss sagen:
Ziemlich gute Mucke. So brachte mein Heimweg noch eine nette
Überraschung zum Tagesausklang mit sich.
Mittwoch, 9. März 2016
Der Schattenmann
Ein sehr gutes, weil sehr gelungenes Cover für meinen nächsten Promet-Roman erreichte mich heute. Der Arbeitstitel lautete Der Schattenmann, der Roman trägt nun den endgültigen Titel Böser Zwilling. Das Taschenbuch erscheint voraussichtlich kommenden Monat, liegt also zur Intercomic-Messe Anfang Mai in Köln vor und wird dort präsentiert.
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Titelbild
Dienstag, 1. März 2016
Mit der GSO im Einsatz
Nicht nur die Manuskripte wurden bereits vor Wochen geschrieben, auch das Titelbild liegt inzwischen vor. Ralph Voltz hat diesmal zwei Agenten der Galaktischen Sicherheitsorganisation GSO in den Mittelpunkt des Motivs gestellt: Ömer Giray und Liv Sanders. Giray ist optisch einem persönlichen Bekannten des früheren Herausgebers Hajo F. Breuer nachempfunden. Mich erinnert er an Leo Lukas, den österreichischen Schriftsteller und Kabarettisten.
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Ren Dhark,
Science Fiction,
Titelbild
Mittwoch, 17. Februar 2016
Classic Rock 47
»Machen wir uns nichts
vor: Wir gehen auf das Ende unserer gemeinsamen Karriere zu.« Alex Lifeson
sagt es, wie es (wohl) ist. Seit nunmehr 41 Jahren feiern Rush mit ihrer
eigenen Mixtur aus ProgRock und Heavy Metal weltweit musikalische Erfolge. Die
aktuelle Ausgabe von Classic Rock widmet den drei Herren daher die Titelstory,
und das auf satten 16 Seiten. Alex Lifeson und Geddy Lee antworten im
Interview, und sie haben eine Menge zu sagen. Dass sie dabei auch über ihre
persönlichen Tour-Wehwehchen wie Arthritis und Sehnenentzündungen erzählen,
gehört wohl dazu und ist dem Alter der drei Unermüdlichen geschuldet. Doch "unermüdlich" könnte sich auf die Vergangenheit beziehen, wie auch der
einleitende Satz verdeutlicht. Eine weitere große Tour liegt hinter Rush, das
letzte Konzert ist gespielt. Wie es weitergeht, wissen sie anscheinend selbst
nicht. Hören sie auf, machen sie weiter? Ich bin gespannt und hoffe auf
letzteres.
»Sollte seit unserer
Drucklegung nichts Dramatisches passiert sein, zieht der Tourtross zum 40.
Jubiläum gerade durch Europa.« Das ist eine Zwischenbemerkung während eines
Interviews, das Dave Ling für Classic Rock mit Lemmy Kilminster führte und
welches in der aktuellen Ausgabe abgedruckt ist. »Was ist mit Lemmy los und
wird er wieder gesund?«, lautet der dazugehörige Artikel. Nein, wird er leider
nicht. Die Realität hat die Berichterstattung überholt. Lemmy ist tot, und der
Motörhead-Tross ist nicht mehr unterwegs, wird es ohne ihn wohl auch nie wieder
sein. Erst im November hatte sich zuvor Phil Taylor von der Bühne des Lebens
verabschiedet. Der Nachruf auf »Philty Animal«, der viele Jahre lang bei
Motörhead am Schlagzeug saß, findet sich ebenfalls in dieser Ausgabe.
Auch Jimmy Page wird interviewt, und er lässt durchblicken,
dass er noch mal ein Album zu machen gedenkt. In den Rock-Mythen geht es
diesmal um die »Geisterstunde in der Abbey Road«, als Syd Barrett bei Pink
Floyds abschließenden Arbeiten an Wish
You Were Here im Studio auftauchte. Da war er nur noch ein Schatten seiner
selbst, den die anderen erst gar nicht erkannten und danach auch nie
wiedersahen. Wirklich unheimlich – und traurig. Einen schönen, wenn auch leider
viel zu kurzen Artikel gibt es über den Beat-Club, der vor meiner Zeit war,
aber richtig cool gewesen sein muss. Die Werkschau beschäftigt sich im
vorliegenden Heft mit Boston.
Rankings finde ich immer gut, weil ich sie gern mit meinen
persönlichen Vorlieben vergleiche. Sie sind immer so schön subjektiv – sollen
sie ja auch sein. Wo stimme ich zu? Wo
gibt es ansatzweise Konsens? Wo stehe ich konträr? Die Classic Rock-Redaktion
hat die 50 besten Alben des vergangenen Jahres gekürt. Walter Trout ist dabei
und Bob Dylan, Toto, Def Leppard (habe ich noch nicht gehört) und Killing Joke,
Neil Young, Motörhead (auch noch nicht gehört) und The Pretty Things. Vor Jeff
Lynne’s ELO und dem alten Knittergesicht Keith Richards liegt auf Platz 1 doch
tatsächlich – und das haut mich nun wirklich um – The Book Of Souls, das aktuelle Doppelalbum von Iron Maiden. Bei
diesem maidenschen Geniestreich, der an alte Großtaten der eisernen Jungfrauen
erinnert, stimme ich nur allzu gerne zu.
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Musik,
Musikmagazin,
Rockmusik
Dienstag, 16. Februar 2016
Das Wissen der Quun'ko'Aaraan
Über sechs Wochen musste ich auf meine erste Veröffentlichung im schon gar nicht mehr so neuen Jahr warten. Nun ist sie da. Das neue Ren Dhark-Buch ist erschienen, und heute brachte mir die Post einen Stapel Belegexemplare ins Haus. Die Freude ist die übliche wie bei jeder Neuerscheinung, das Procedere ebenfalls. Der Karton wird eilig aufgerissen, das Buch von vorn und hinten begutachtet, dann aus der Folie befreit und irgendwo aufgeschlagen, damit es atmen kann. Dann blättere ich ein wenig darin herum, lese die eine oder andere Textstelle, klappe das Buch zu, schlage es erneut auf, drehe und wende es. Wunderbar, das macht mir Spaß. So auch diesmal.
Allmählich kriege ich mich dann wieder ein und kann ein paar Zeilen dazu im Blog schreiben. Also: Der neue Roman aus dem Universum des Weltraumfahrers Ren Dhark und seiner Point of trägt den Titel Das Wissen der Quun'ko'Aaraan. Das Buch habe ich mit den Kollegen Jan Gardemann und Nina Morawietz geschrieben. Na gut: der Kollegin Nina Morawietz, um genau zu sein. Normalerweise gendere ich hier ja nicht, und so soll das die Ausnahme bleiben. Das Titelbild stammt wie üblich - muss ich es überhaupt noch erwähnen? - von dem großartigen Ralph Voltz, das Exposé von Ben B. Black.
Band 60 von "Ren Dhark - Weg ins Weltall" ist ein besonderes Buch. Es bildet nämlich den Abschluss und damit den Höhepunkt des Zyklus um das Miniaturuniversum, um das sich 12 Bücher, also 36 Romane lang alles drehte. Die meisten Fragen zu dem zu Ende gehenden Handlungsabschnitt werden beantwortet, nicht alle zur Zufriedenheit von Ren Dhark, der ja manchen Nackenschlag gewöhnt ist. Die eine oder andere Frage bleibt auch offen und leitet in den nächsten Zyklus über, der mit Band 61 beginnt. Die ersten Manuskripte dafür sind, da ich diese Zeilen verfasse, bereits geschrieben.
Allmählich kriege ich mich dann wieder ein und kann ein paar Zeilen dazu im Blog schreiben. Also: Der neue Roman aus dem Universum des Weltraumfahrers Ren Dhark und seiner Point of trägt den Titel Das Wissen der Quun'ko'Aaraan. Das Buch habe ich mit den Kollegen Jan Gardemann und Nina Morawietz geschrieben. Na gut: der Kollegin Nina Morawietz, um genau zu sein. Normalerweise gendere ich hier ja nicht, und so soll das die Ausnahme bleiben. Das Titelbild stammt wie üblich - muss ich es überhaupt noch erwähnen? - von dem großartigen Ralph Voltz, das Exposé von Ben B. Black.
Band 60 von "Ren Dhark - Weg ins Weltall" ist ein besonderes Buch. Es bildet nämlich den Abschluss und damit den Höhepunkt des Zyklus um das Miniaturuniversum, um das sich 12 Bücher, also 36 Romane lang alles drehte. Die meisten Fragen zu dem zu Ende gehenden Handlungsabschnitt werden beantwortet, nicht alle zur Zufriedenheit von Ren Dhark, der ja manchen Nackenschlag gewöhnt ist. Die eine oder andere Frage bleibt auch offen und leitet in den nächsten Zyklus über, der mit Band 61 beginnt. Die ersten Manuskripte dafür sind, da ich diese Zeilen verfasse, bereits geschrieben.
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