Donnerstag, 8. August 2013

Ren Dhark auf dem Buchmessecon 2013

Anläßlich der Frankfurter Buchmesse findet jedes Jahr im Oktober der Buchmessecon statt. Der BuCon, der sich die verschiedenen Spielarten der phantastischen Literatur auf die Fahne geschrieben hat, geht in diesem Jahr bereits in die 28. Runde. Eine respektable Leistung der Veranstalter, finde ich. Ich hoffe, daß er noch viele weitere Auflagen erlebt. Vier verschiedene Programmschienen gehen dabei parallel über die Bühne - zusätzlich zum Treiben im Hauptsaal, in dem sich Verleger und Verlage phantastischer Literatur ein Stelldichein geben.

Veranstaltungsort ist wieder das etwas außerhalb von Frankfurt gelegene Bürgerhaus in Dreieich-Sprendlingen, der Termin der 12. Oktober, wie immer ein Samstag. Ich habe den Con im vergangenen Jahr besucht und war sowohl von den Räumlichkeiten als auch von dem regen Besucherzuspruch angetan. An den zahlreichen Ständen der Kleinverleger läßt sich prima stöbern. Für dieses Jahr hatte ich ihn daher ohnehin in mein Pflichtprogramm aufgenommen.

Nun hat es sich sogar ergeben, daß ich mich an der Programmgestaltung beteilige. Mit meinem Ren Dhark-Kollegen Ben B. Black werde ich am Samstag aus dem Dhark-Nähkästchen plaudern. Unser Panel wird unter dem Motto "REN DHARK - eine SF-Serie im Wandel der Zeiten" stehen. Selbstverständlich freuen wir uns nicht nur über die Teilnahme von Dhark-Lesern, sondern auch von an der Serie Interessierten und von SF- und Phantastik-Fans generell.

In Kürze geht das komplette Programm auf der Internetseite der Converanstalter online. Dort finden such auch alle anderen wichtigen Daten und Informationen rund um den BuCon.
www.buchmessecon.info

Samstag, 3. August 2013

Tolle Fortuna bietet dem Bundesligisten Paroli



Darauf hatte man in der Kölner Südstadt lange gewartet. Dreizehn Jahre, um genau zu sein. Denn so lange ist es her, seit Fortuna Köln zum letzten Mal im DFB-Pokal stand. Das Los schenkte unserer Regionalligatruppe gleich einen Bundesligisten. Mit dem FSV Mainz 05 war es zwar nicht einer der größten Namen, aber ein veritabler Erstligavertreter, der in der höchsten deutschen Spielklasse in den letzten Jahren durchaus von sich Reden gemacht hatte.

Schon seit Wochen war die Vorfreude auf die Begegnung groß. Der Zuschauerandrang übertraf meine Erwartungen sogar noch. Rund 8.000 Besucher dürften den Weg nach Zollstock gefunden haben. Rings um das Südstadion waren Fanmassen aus beiden Lagern unterwegs, nicht getrennt, wie das häufig bei Fußballspielen der Fall ist, sondern bunt gemischt. Die Polizeipräsenz war groß, wurde aber nicht gebraucht, und das ist gut so. Zwischen Fortunen und Meenzern gab es keine Animositäten, keine Feindseligkeiten und schon gar keinen Krawall.

Als die Begegnung endlich angepfiffen wurde, war die Begeisterung riesig, und schnell entwickelte sich ein munteres Spiel. Natürlich hatte der Bundesligist mehr Ballbesitz und ein optisches Übergewicht. Gemacht wurde aber nichts daraus. Die Angriffe der Mainzer sahen gefällig aus, endeten aber meist vor der gut gestaffelten Abwehr der Fortuna. In der Offensive brachten sie wenig zustande. Fortuna hingegen suchte aus der gut und sicher stehenden Defensive immer wieder den Weg nach vorn. So machte Kraus nach einer schönen Kombination das 1:0 für Köln. Noch in der ersten Halbzeit gelang dem FSV der Ausgleich, und dieser Spielstand war völlig leistungsgerecht.

So ging es bis zur Pause wieder. Beide Mannschaften spielten gefällig, hochkarätige Torchancen blieben aber Mangelware. Irgendwie hatte ich ständig das Gefühl, die Mainzer spielten mit angezogener Handbremse und würden früher oder später eine Schippe drauflegen. So war es aber nicht, wie sich in der zweiten Halbzeit zeigte.

Die Mainzer Schwäche in der Offensive setzte sich nämlich fort, und Fortuna setzte weiterhin Nadelstiche, wurde in der Folgezeit sogar noch eine Spur mutiger. Von einem Klassenunterschied zwischen beiden Teams war über die gesamte Spielzeit hinweg nichts zu sehen, ein Unterschied von drei Klassen schon gar nicht. Die Profis waren nicht stärker als die Amateure. Oder soll man sagen: die Amateure haben auf Augenhöhe mit den Profis mitgehalten.

Beinahe hätten sie den Mainzern sogar gewaltig die Suppe versalzen. Kurz vor Spielende hatte die Fortuna gleich zwei hochkarätige Torchancen, um in Führung zu gehen. Daß die Gäste das noch einmal umgebogen hätten, ist zu bezweifeln. Doch ein satter Schuß strich übers Tor, und beim nächsten konnte der Gästetorwart gerade noch mit dem Fuß klären. Der Jubel der ohnehin begeisterten Fortuna-Fans hätte wohl kein Halten mehr gekannt.

Doch da beide Chancen vergeben wurden, kam es, wie es kommen mußte. Auf der anderen Seite legte ein Mainzer Einwechselspieler einen fulminanten Sonntagsschuß hin, nach dem sich Poggenborg vergeblich streckte. Das Ding hätte wohl auch kein Torwand in der Bundesliga gehalten. Drei Minuten vor der Verlängerung war die Fortuna wie aus dem Nichts geschlagen. Und zwar unverdient, das kann ich guten Gewissens behaupten.

Am Ende war die 1:2-Niederlage bitter, weil sie so spät kam, so unglücklich und mit jede Menge Dusel für die Mainzer, die da schon hätten auf der Verliererstraße sein können. Unserer Mannschaft ist jedenfalls kein Vorwurf zu machen. Die Jungs haben toll gekämpft und alles gegeben. Vor dem Spiel hatte ich nicht damit gerechnet, doch heute war mehr drin. Es war schön und hat einen Heidenspaß gemacht, endlich mal wieder große Fußballluft schnuppern zu dürfen. Und wie heißt es doch so schön? Jetzt können wir uns voll und ganz auf die Liga konzentrieren. Nach dem heutigen Auftritt ist mir für die kommenden Wochen nicht bange.

Dienstag, 30. Juli 2013

Domstadt-Blues für lau

Mein Kriminalroman Domstadt Blues hat schon einige Jahre auf dem Buckel, in der Print-Ausgabe wohlgemerkt. In der gedruckten Form ist er vergriffen. Seit einer Weile ist er jedoch als Ebook erhältlich, seit der Berliner Autor und Verleger Thomas Knip ihn in sein Verlagsprogramm aufgenommen hat.

Unter anderem ist der Roman - selbstverständlich - bei Amazon erhältlich. Dort wird er nun zwei Tage lang kostenlos herunterzuladen sein, nämlich heute und morgen. Thomas Knip und ich würden uns freuen, wenn viele Leute die Gelegenheit ergreifen würden, zumindest einen Blick hineinzuwerfen. Zu finden ist er bei Amazon unter folgendem Link:

http://www.amazon.de/Domstadt-Blues-ebook/dp/B005OPKG1O/

Ren Dhark bei Phantastik-News

Immer mal wieder schaue ich bei Phantastik-News hinein, und immer mal wieder finden sich dort Besprechungen zu den aktuellen Ren Dhark-Romanen - so wie zu vielen anderen. Phantastik-News ist ein Portal für alle möglichen Spielarten der Phantastik, gemacht von Fans für Fans. Das Online-Magazin verspricht tägliche phantastische Nachrichten, und ein Blick lohnt sich.

Jetzt wurden die beiden jüngst erschienenen Bücher aus dem Universum von Ren Dhark besprochen. Das eine, den Unitall-Sonderband namens Hundert Jahre Krieg, habe ich verfaßt. Bei dem anderen, dem 42. Band aus der Hauptserie Weg ins Weltall mit Titel Pyrrhussieg, handelt es sich um eine Gemeinschaftsarbeit von Jan Gardemann, Uwe Helmut Grave und mir, geschrieben nach einem Exposé von Hajo F. Breuer.

Die Rezensionen stammen einmal mehr von Robert Monners, der ein fleißiger Dhark-Leser zu sein scheint. Sie sind kurz, knackig und doch aussagekräftig. Zu finden sind sie unter den folgenden Links:

http://www.phantastiknews.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=7051:ren-dhark-weg-ins-weltall-42-pyrrhussieg-hajo-f-breuer-hrsg-buch&catid=42:rezensionen&Itemid=62

http://www.phantastiknews.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=7052:ren-dhark-unitall-22-hundert-jahre-krieg-achim-mehnert-buch&catid=42:rezensionen&Itemid=62

Montag, 29. Juli 2013

Bob und Ben, die fliegenden Abenteurer

Vor einiger Zeit kam der Verleger Peter Hopf auf die Idee, einige der legendären Comics von Hansrudi Wäscher als Romane zu veröffentlichen. Die Bücher mit den alten Wäscher-Helden stellen mittlerweile ein Herzstück des Verlags dar. Los ging es mit dem Dschungelhelden TIBOR, dann folgte der Raumfahrer NICK mit seinen Sciene Fiction-Geschichten, und demnächst kommt der erste Band mit den Abenteuern des Ritters FALK heraus. Da es von diesen drei Serien zahlreiche Piccolo-Hefte und Großbände gab, werden auch entsprechend viele Romanadaptionen erscheinen.

Etwas anders sieht die Sache bei BOB UND BEN aus. Die Erlebnisse der beiden Kunstpiloten brachten es 1963 lediglich auf 9 Piccolos und 14 Großbände. Anstatt zwei oder drei Bücher daraus zu machen, gingen Herausgeber Peter Hopf und der Berliner Autor Thomas Knip gleich in die Vollen. Die tollkühnen Geschichten der beiden fliegenden Abenteurer und unzertrennlichen Freunde Bob und Ben liegen jetzt, 50 Jahre nach der Veröffentlichung der Comics, in einem 340 Seiten starken Band endlich auch als Roman vor. Das Titelbild läßt ahnen, daß es inhaltlich alles andere als handzahm zugeht.

Wer sich für das Buch interessiert, folgt einfach dem nachfolgenden Link zur Verlagsseite:
http://www.verlag-peter-hopf.de/detail-abenteuer-bob-und-ben-001.php

Sonntag, 28. Juli 2013

Im Weltall geht's hoch her

Wieder eine meisterliche Graphik von Ralph Voltz. Sie ist an anderer Stelle bereits publik gemacht worden; nun komme ich endlich dazu, das Bild auch hier einzustellen. Es wird REN DHARK - WEG INS WELTALL 43 schmücken. Das Buch trägt den Titel Tödliche Flut und erscheint Anfang September.


Mittwoch, 24. Juli 2013

Springsteen and I

Für seine Fans ist Bruce Springsteen viel mehr als nur ein Künstler. Mit seiner Musik und seinen Texten ist er einer von ihnen, ein Weggefährte, ein Freund, jemand der in ihrem Leben einen besonderen Stellenwert einnimmt und den nicht wenige von ihnen lieben. Seine Fangemeinde erstreckt sich über den ganzen Globus und läßt sich nur schwerlich beziffern.

Für mich war der Boss immer jemand, der für jede Situation in meinem Leben den richtigen Soundtrack parat hatte. Woran sich seit den Achtzigern bis heute nichts geändert hat. Bei Bruce kann man feiern, lachen, tanzen, in sich gehen, nachdenken und weinen - und niemals hat man das Gefühl, daß irgendein Stück von ihm, irgendeine Textzeile nicht ehrlich ist. Seine unbedingte Authentizität ist einer der Schlüssel für dieses Miteinander, das schwer zu beschreiben ist. Man muß es in einem Konzert erleben, oder man muß dem Mann einfach nur zuhören.

Am 22. Juli lief weltweit der Musik-Dokumentationsfilm "Springsteen and I" in den Kinos. Natürlich geht es darin um das Leben und die Musik des Ausnahmekünstlers, doch geschieht dies aus einer ganz speziellen Warte, nämlich aus der Sicht seiner Fans. Sie wurden gebeten, zu schildern, was sie mit dem Boss und seiner Musik verbindet. Rund 2.000 selbstgedrehte Videos wurden eingereicht, aus denen Baillie Walsh ein einzigartiges filmisches Dokument über den Mann produzierte, der die Rockmusik auf seine eigene persönliche Weise definiert hat.

Ich bin freudig gespannt ins Kino gegangen, aber nicht voller Überschwang. Vor zwei Wochen erst habe ich ein grandioses Springsteen-Konzert live miterlebt. Da mutet ein Dokumentarfilm doch eher zweitrangig an, ein bißchen bieder vielleicht, aber von wegen. Es ist Walsh gelungen, Springsteens Magie und das innige, das vertraute Verhältnis zwischen seinen Fans und ihm auf die Leinwand zu bringen. Es gab rührende Beiträge, bewegende Momente und große Augenblicke. Bei einigen Beiträgen habe ich Tränen gelacht, so humorvoll und zugleich liebevoll sind sie gelungen. Und immer wieder mußte ich nicken, weil ich genau nachvollziehen konnte, was die Leute über ihren Bruce zu sagen hatten.

Der Film ist ein wunderbares Kleinod und auf DVD für ein zweites und drittes Wiedersehen fest eingeplant. Es gibt keine einzige Länge, nicht eine Minute, weil er einen kaum weniger in den Bann zieht als ein Konzert des Boss. Was übrigens nicht nur für seine Fans gelten dürfte. Ich bin sicher, allen Rockfans, auch wenn sie keine expliziten Springsteen-Jünger sind, wird der Dokumentarfilm bestens gefallen. Ich kann ihn ohne die geringste Einschränkung empfehlen. Dank der zahlreichen Einspielungen von Auftritten aus den Siebziger Jahren bis heute eignet er sich zudem bestens, um die konzertlose Zeit zwischen zwei Tourneen des Boss zu überbrücken. Laßt euch verzaubern. Der Film schafft das.

Montag, 15. Juli 2013

Ein Leser äußert sich zu Pyrrhussieg

Der durchaus kritische Ren Dhark-Leser Reinhard Dorn schrieb einen Brief zu dem jüngst erschienenen neuen Roman von Weg ins Weltall. Da die Bücher erst kürzlich an die Abonnenten verschickt wurden, war Herr Dorn wirklich fix mit dem Lesen von Pyrrhussieg. Ich habe mich über seinen Leserbrief sehr gefreut, was sicher auch für meine Kollegen gilt.

Mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentliche ich seine Reaktion für die Dhark-Leser, die sich in meinem Blog tummeln, an dieser Stelle. Natürlich auch für alle anderen, die sich dafür interessieren.

Werte Redaktion!

Zweimal habe ich mich kritisch zu einzelnen Bänden der Ren-Dhark-Reihe und ein bisschen auch zur Konzeption, wie die Handlung ausgestaltet ist und zu verschiedenen Abläufen geäußert. Dabei war mir sehr wohl bewusst, dass eine so lange laufende Serie ein gehöriges Maß an Koordination, Kreativität und Systematik erfordert. Leser wollen halt immer wieder etwas Neues, noch nie Dagewesenes, den Kick.


Mir ist auch klar, dass veränderte Einstellungen der Leserschaft, wandelnder Zeitgeist und neue Errungenschaften in der Technik und Forschung auf Stil und Inhalt Einfluss nehmen, ebenso, wie Autoren ihre eigene Schreibe haben.

Ich räume freimütig ein, dass ich in den letzten beiden Jahren mehrfach ernsthaft darüber nachgedacht habe, mich aus der Serie zu verabschieden. Letztendlich hat aber mein jugendliches Nostalgiedenken die Oberhand behalten. Von einer lieb gewordenen Gewohnheit trennt man sich eben nicht so gern.

Nun kann ich sagen: Das Warten hat sich gelohnt! Pyrrhussieg war für mich wieder einmal ein Highlight. Keine Seite langweilig, kein Moralisieren, abwechslungsreiche Handlung in den unterschiedlichen Erzählsträngen - diesmal kann ich dem letzten Teilsatz des Rückentextes "Spannungs-SF, wie sie heute nur noch selten geschrieben wird" zustimmen. Es gibt für mich nur wenige Bände, die mich so gefesselt haben wie dieser. Hier ist es gelungen, Spannungsbögen aufzubauen und zum richtigen Zeitpunkt an einen anderen Schauplatz zu wechseln, was richtig Appetit macht auf die Fortsetzung. Ich bin endlich einmal wieder gespannt, wie die Geschichte in jedem einzelnen Passus weitergeht.


Wie ich vor einigen Jahren in meiner ersten E-Mail geschrieben habe: Offene Fragen machen neugierig, regen die Fantasie an, das Mitdenken, das Spekulieren. Das macht Spaß! Dieser Band kommt aus meiner Sicht der Erzählkunst von Kurt Brand sehr nahe, ist ihr wohl gleichwertig. Für diesen Band kann ich uneingeschränkt Danke sagen.

Mit freundlichem Gruß


Reinhard Dorn

Dienstag, 9. Juli 2013

Ein Karton voll Dhark

Von jedem REN DHARK-Roman, den ich verfaßt oder mitverfaßt habe, erhalte ich einen Stapel Belegexemplare. Das ist Usus, freut mich aber trotzdem jedes Mal aufs Neue. Es gibt kaum etwas Schöneres, als das fertige Produkt seiner Schreibtätigkeit in Händen zu halten. Ich blättere dann stets gleich ein wenig darin herum und rufe mir die eine oder andere Szene, die ich Wochen zuvor geschrieben habe, noch einmal in Erinnerung.

Heute brachte die Post einen besonders großen Karton. Er enthielt die Belegexemplare gleich zweier neuer Dhark-Romane, die soeben erschienen sind. Das ist zum einen der 42. Band der Hauptserie "Weg ins Weltall" mit Titel Pyrrhussieg. Die aktuelle Fortsetzung habe ich gemeinsam mit den Kollegen Jan Gardemann und Uwe Helmut Grave geschrieben. Mit dem vorliegenden Buch feiert der laufende Zyklus auch schon wieder Halbzeit. Damit ist schon wieder weit mehr als ein Jahr vergangen seit unserer letzten Autorenkonferenz.

Der zweite Roman heißt Hundert Jahre Krieg und stammt allein aus meiner Feder. Es handelt sich um den 22. Band von Unitall, einer Reihe mit abgeschlossenen Geschichten aus dem Kosmos von Ren Dhark. Ich finde es schön, daß auch die Sonderbände stetig weiterlaufen. Zu beiden hat wie immer Hajo F. Breuer die Exposés geschrieben, und die Titelbildgraphiken stammen obligatorisch von dem in den USA lebenden Künstler Ralph Voltz. Deshalb sind sie auch gut wie immer.

Samstag, 6. Juli 2013

Because The Night Belongs To Us

Als die Musiker um Viertel vor Acht unter donnerndem Applaus auf die Bühne kamen, bezweifelte wohl keiner im weiten Rund, daß dieser Abend "uns" gehört. Also dem Boss und seinem Publikum. Denn ein Auftritt von Bruce Springsteen ist ein Konzert - und noch viel mehr. Wenn Bruce gut drauf ist - und wann ist er das nicht? Ich habe ihn noch nicht schlecht aufgelegt erlebt - ist eine magische Nacht garantiert.

Dabei gleicht keines seiner Konzerte dem anderen. Springsteen ist stets für eine Überraschung gut. In Mönchengladbach begann er mit dem selten gespielten Jackson Cage, und es folgte gleich My Love Will Not Let You Down. Habe ich das überhaupt schon mal live erlebt? Später gab es One Way Street und Bill Haleys Shake Rattle And Roll. Reichlich Überraschendes also. Neben mehreren Stücken vom aktuellen Album "Wrecking Ball" gaben sich diverse Klassiker ein Stelldichein, beispielsweise Rosalita, Waiting on a Sunny Day und Born In The USA.

Ist es überhaupt nötig, die musikalische Klasse der E Street Band zu erwähnen? Springsteen und seine Mitstreiter gelten völlig zu recht als die beste Live-Band der Welt. Links und rechts von ihm standen die Gitarristen Nils Lofgren und Little Steven, dahinter der Rest der Truppe, verstärkt durch eine mehrköpfige Bläser-Sektion. Es gibt für mich zwei Bands, die aufgrund ihrer Qualität und ihrer musikalischen Kongenialität einfach mit ihrem jeweiligen Songschreiber zusammengehören. Mehr noch als Neil Youngs Crazy Horse ist das eben die E Street Band.

Zum Line Up ist noch etwas anderes zu sagen. Es war das erste Springsteen-Konzert, das ich nach dem Tod von Clarence Clemons gesehen habe. Der neue Saxofonist ist eine Klasse für sich. Dennoch habe ich den grandiosen Clemons vermißt. Sein Portrait wurde im Zugabeteil bei 10th Avenue Freeze-Out auf Leinwand eingeblendet. So war der Big Man zumindest auf diese Weise noch einmal auf der Bühne zu sehen.

Nicht nur bei Promised Land wurde das Konzert wie eine Messe zelebriert, und Badlands haut mich immer noch von den Socken. Born To Run und Thunder Road, zwei meiner Springsteen-Lieblingsstücke, sind sowieso weniger Rocksongs als Synonyme für Freiheit und Aufbruch, mithin Begriffe, die kaum jemand so sehr mit Leben füllt wie der Boss. Mit Dancing In The Dark und John Fogertys Rockin' All Over The World legte die E Street Band ein furioses Finale hin, das auch den letzten Besucher vom Sitz riß.

Übrigens war es mein erster Besuch überhaupt im neuen Mönchengladbacher Stadion, in dem die Fohlen ihre Heimspiele austragen. Es ist, das muß man auch als Anhänger des Erzrivalen neidlos anerkennen, eine beeindruckend schöne Arena. Müngersdorfer Stadion und Borussia-Park stehen sich in nichts nach.

In den exakt drei Stunden Spielzeit brachten Boss und Band 29 Stücke auf die Bühne. Dabei sah man Springsteen in jeder Minute die enorme Spielfreude an. Das Lächeln und die Begeisterung in seinem Gesicht sprechen für sich. Er lebt seinen Traum, und das Publikum lebt ihn mit. Ich war begeistert. Es war ein tolles Konzert, ein großes Konzert. Wie anfangs gesagt, ein magischer Abend. Springsteen kann einfach nicht anders.

Sonntag, 30. Juni 2013

Et rüsch noh Kristallnaach

Die drei Kronen vom Kölner Stadtwappen bestimmten das Bühnenbild, und die Glocken des Kölner Doms erklangen. Bei Auftritten in Bonn spricht Wolfgang Niedecken ja gern von Heimspielen. Um kurz nach neunzehn Uhr betraten BAP die Bühne. Die Band um Mastermind Niedecken, grauhaarig, mit Hut, Bart und Schnäuzer, rockte gleich los mit Halv su wild und Ne schöne Jrooss.

Bis zum Konzertende hielt sich der blaue Himmel mit Sonnenschein. Seit Tagen hatte es geregnet, bis zum Nachmittag noch, doch das gesamte Konzert in Bonn auf dem Gelände Kunst!Rasen war mit schönem Wetter gesegnet. Das war ein bißchen so, wie man es vom kölschen Karneval her kennt. Das Wetter kann so schlecht sein, wie es will, spätestens Rosenmontag scheint die Sonne. Der Wettergott muß in der Tat ein Kölner sein.

Wolfgang Niedecken war locker und gut drauf, wie seine Ansagen zwischen den einzelnen Stücken zeigten. Er gab sich augenzwinkernd, sogar ein wenig selbstironisch. Das Programm war bunt gemischt. Es gab einige Stücke vom letzten Album, andere aus der Anfangszeit von BAP. Bei einer Karriere, die nun schon über 30 Jahre anhält, gibt es reichlich Material, aus dem die Band auswählen kann. So wurden in den knapp drei Stunden Spielzeit satte 26 Songs präsentiert, und dennoch vermißt man zwangsläufig das eine oder andere seiner Lieblingsstücke.

Verdamp lang her wurde diesmal bereits vor dem Zugabenteil angestimmt. In dem gab es Kristallnaach und Arsch huh, mit die politischsten Stücke von BAP. Neben der Politik ging es in den Texten um Glaube und Religion, um Liebe und Trennung. Es gab alles, wofür die Fans ihren Südstadt-Dylan lieben, Dylan natürlich auch, wie etwa mit My Back Pages. Ruhige Nummern wie Do kanns zaubere wechselten mit Up Tempo Stücken wie Unger Krahnebäume und Diss Naach ess alles drin ab.

Daß das Publikum Wellenreiter alleine singt, ist längst Tradition. Vieltausendstimmig und textsicher schallte es über den Platz. Niedecken klatschte danach Applaus. Die Interaktion zwischen BAP und Publikum gelang wie immer bestens. Beendet wurde der Abend mit dem wundervollen Jraaduss. Danach wurde Heimweh noh Kölle von Willi Ostermann eingespielt. Ein weiteres großartiges BAP-Konzert war vorüber. Mit Live-Auftritten halten sie sich dieses Jahr in Deutschland zurück. Daran dürfte die Arbeit am kommenden neuen Album schuld sein. Vielleicht sogar an zweien, wie hinter vorgehaltener Hand getuschelt wird.

Marianne Sydow gestorben

Wie erst jetzt bekannt wurde, starb die am 24. Juli 1944 geborene Schriftstellerin Marianne Sydow bereits Anfang dieses Monats, nämlich am 2. Juni 2013. Als ich die Nachricht eben im Internet las, war ich schon ein wenig geschockt. Ihr Name hat in der deutschen Science Fiction-Szene einiges an Gewicht und bei mir auch einen schönen Klang.

Marianne Sydow schrieb zunächst für Terra Astra und Atlan, bevor sie zur Perry Rhodan kam. Für Atlan verfaßte sie eine Weile sogar die Exposes. Sie steuerte auch Romane für Utopia und Zauberkreis SF bei. Weit über hundert Romane veröffentlichte sie bei Atlan und Perry Rhodan, bei dem sie die erste Autorin in der Männerriege war. Unabhängig von der Qualität ihrer Romane, war sie allein schon von daher bahnbrechend und ebnete den Weg für spätere Kolleginnen wie Uschi Zietsch und andere.

Nach ihrem Einstieg bei Perry Rhodan mit dem Debut Netz des Todes stieg sie - freiwillig oder unfreiwillig, das sei dahingestellt und steht bis heute nicht ganz fest - mit ihrem Roman Die falsche Kette bei Rhodan wieder aus. Nach ihrer Aussage waren innerverlagliche Differenzen daran schuld, besonders mit dem damaligen Lektor Günter M. Schelwokat. Vielleicht hatte Marianne Sydow einfach zu viel eigene Meinung und ließ sich nicht so gern in ihre Manuskripte reinreden, wie manche das gern gehabt hätten.

Als Autorin habe ich sie danach leider nicht mehr wahrgenommen. Dafür widmete sie sich seit dem Tod ihres Mannes Heinz-Jürgen Ehrig im Jahre 2003 dem Katalogisieren der so genannten "Sammlung Ehrig". Deren Bestand umfaßt unter dem Namen Villa Galactica über 130.000 Exponate aus dem Bereich der phantastischen Literatur seit dem 18. Jahrhundert. Was nun aus dieser außergewöhnlichen Sammlung werden soll, steht buchstäblich in den Sternen.

Mit Marianne Sydow verliert die deutsche Science Fiction-Szene eine Vorreiterin. Sie hat den Weg geebnet für junge Autorinnen der heutigen Generation, die es als Normalität ansehen, in diese Szene hineingefallen zu sein. Ich habe Marianne Sydows Ausstieg bei Perry Rhodan seinerzeit sehr bedauert. Persönlich kennengelernt habe ich sie leider nie.

Samstag, 29. Juni 2013

Intravenös 219

Nach zwei schmalbrüstigen gibt es diesmal wieder eine dickere Ausgabe des Clubmagazins des ACD. 58 Seiten haben die Mitglieder des gemeinhin aktiven Atlan-Clubs an Material zusammengetragen. Allerdings ist es wieder die gute Handvoll Aktiver, die für den Inhalt sorgen.

Der setzt sich, finde ich, aus wenig zusammen. Es gibt allein zwei Berichte zum diesjährigen Garching-Con, die ich nur überflogen habe. Dazu einen sage und schreibe vierzehn Seiten langen Artikel, oder besser: Reisenotizen. Venedig ist eine Reise wert. Sorry, aber interessierte mich an dieser Stelle wirklich nicht. Den Rest des Inhalts hatte ich in wenigen Minuten durch.

Schon bei den letzten Intra-Ausgaben hatte ich das Gefühl, daß bei mir ein wenig die Luft raus ist. Folgerichtig bin ich jetzt aus dem ACD ausgetreten. Zumindest gönne ich mir eine Pause. Vielleicht werde ich irgendwann wieder dabei sein, vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht.

Freitag, 28. Juni 2013

We Can Change The World

Daran, daß man die Welt mit Musik verändern kann, glauben sie noch immer. Allein dafür muß man sie lieben. So bringen sie weiterhin ihre politischen Texte auf die musikalische Bühne, scheren sich einen Dreck um irgendwelche Modeströmungen in der Musik und sprechen an, was ihnen mißfällt - auch und besonders in ihrem eigenen Land. Das war einst so gegen den Vietnam-Krieg und zuletzt gegen den Irak-Krieg bei ihrer "Freedom of Speech"-Tour mit Neil Young. Seit Ende der Sechziger Jahre haben sie zahlreiche Hits geschrieben. Jeder der drei Folkrocker für sich ist eine Legende und als Songwriter eine Koryphäe, gemeinsam dürften sie wohl die erste sogenannte Super Group der Musikgeschichte gewesen sein.

Die Rede ist natürlich von David Crosby, Stephen Stills und Graham Nash. Zuletzt habe ich sie vor drei Jahren in Bonn auf dem Museumsplatz gesehen. Jetzt spielten sie wieder in Bonn, allerdings an neuer Stätte. Ein wenig trauere ich der Museumsmeile nach. Das Konzertgelände war mindestens zur Hälfte überdacht und daher auch bei schlechtem Wetter eine Bank. Das neue Gelände, Kunst!Rasen genannt, liegt gleich am Rhein, schön im Grünen und bietet mehr Platz. Wenn es regnet, steht man allerdings im Matsch. Das war beim Auftritt der drei alten Haudegen zum Glück nicht so. Es war zwar den ganzen Tag bedeckt und grau, aber angesichts des Auftritts der drei Legenden hatte der Regen ein Einsehen und blieb, wo er war.

Das Konzert wäre aber auch einen kräftigen Wolkenguß wert gewesen. Denn Crosby Stills & Nash waren glänzend aufgelegt. Neben zahlreichen bekannten Liedern brachten sie neue Stücke, die dahinter nicht zurückstehen. Dazu hatten sie sich zu ihren eigenen drei Gitarren und Stimmen musikalische Unterstützung mit auf die Bühne gebracht. Eine weitere Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und Piano brachten die rockigen Elemente ebenso gut rüber wie die folkigen. Abgerockt wurde besonders, wenn Klassegitarrist Stephen Stills in die Seiten griff. Ein Faszinosum ist für mich David Crosbys Stimme. Mit Anfang Siebzig singt der Mann immer noch so glasklar wie vor Dekaden.

Die knapp drei Stunden vergingen wie im Flug. Es kommt selten vor, daß ich bei einem Konzert nicht bei dem einen oder anderen Stück abschalte. Diesmal gab es keine Minute der Langweile. Ein wunderbarer Auftritt, den ich so von Crosby Stills & Nash wieder erwartet hatte. Was nicht nur mir so ging, sondern einigen veritablen Angehörigen der Kölner Musikszene. Josef Loup von De Familich war da, und Klaus Major Heuser ging an mir vorbei. Ich sah Bömmel Lückerath von den Bläck Fööss und begegnete Wolfgang Niedecken. Dazu ein paar weiteren tausend Zuschauern, die von dem Konzert nicht weniger begeistert waren als ich. Bitte nicht wieder drei Jahre bis zur nächsten Tour.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Dirks Coloniacon-Retrospektive

Manchmal stößt man beim Stöbern im Netz auf eine nette Überraschung. So ging es mir soeben mit dem Video-Blog von Dirk van den Boom. Vlog nennt man so ein Ding wohl. Der Beitrag, auf den ich bei Youtube gestoßen bin, ist zwar nicht mehr ganz frisch, aber nicht weniger nett. Er stammt aus dem vorigen Jahr und beschäftigt sich mit dem Coloniacon 2012.

Dirk, aus dessen Feder unter anderem die Kaiserkrieger-Serie stammt, liefert eine Reihe von Video-Impressionen mit entsprechenden Kommentaren. Der Bericht dauert gut acht Minuten. Unter anderem ist ein Ausschnitt aus meiner Begrüßungsansprache an die Conbesucher zu sehen. Der launige Bericht hat mir gut gefallen und ist eine schöne Erinnerung an den Con.

Zu finden ist er hier: http://www.youtube.com/watch?v=yXJkSeWoogg

Sonntag, 23. Juni 2013

Das beste Pokalfinale aller Zeiten

Heute vor 40 Jahren, also am 23. Juni 1973, kam es im DFB-Pokal zu einem Endspiel, das bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat. Es wird gemeinhin als das beste Finale aller Zeiten bezeichnet. In einem legendären Spiel trafen der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach aufeinander.

Auf dem Weg ins Finale, das im Düsseldorfer Rheinstadion ausgetragen wurde, hatten die Geißböcke den Stadtrivalen Fortuna Köln sowie den Hamburger SV, Eintracht Braunschweig und Kickers Offenbach ausgeschaltet. Die Fohlen waren über den Freiburger FC, den FC Schalke 04, den 1. FC Kaiserslautern und den SV Werder Bremen ins Endspiel gelangt.

In der entscheidenden Begegnung um den Pott standen sich in Düsseldorf zwei Mannschaften gegenüber, die mit Spielern gespickt waren, bei deren Namensnennung Fußballfans heute noch mit der Zunge schnalzen. Auf Kölner Seite waren das unter anderem Wolfgang Overath, das geniale Gespann Heinz Flohe und Herbert Neumann, Bulle Weber und Hannes Löhr. Bei Gladbach Berti Vogts, Rainer Bonhof und Hacki Wimmer, sowie Uli Stielicke und Jupp Heynckes.

Günter Netzer saß bei seinem letzten Spiel für Mönchengladbach, bevor er zu Real Madrid wechselte, in der regulären Spielzeit nur auf der Ersatzbank. Nach 90 tollen Minuten stand es verdientermaßen 1:1 zwischen beiden Teams, aufgrund der Torchancen hätte es aber auch gut und gerne 5:5 stehen können. Die Partie ging also in die Verlängerung.

Was folgte, ist Fußball-Geschichte. Netzer wechselte sich selbst ein und schoß, kaum vier Minuten auf dem Platz, das 2:1. Da keine weiteren Tore fielen, war Borussia Mönchengladbach Pokalsieger. Beim Abpfiff dachte sicher noch niemand daran, welchen Stellenwert dieses Spiel im Laufe der Jahre und Jahrzehnte erlangen sollte. Vielleicht rührt die ewige Rivalität zwischen den geographisch benachbarten Traditionsvereinen sogar aus dem Endspiel von 1973 her.

Dienstag, 18. Juni 2013

Sprung ins Jenseits

Zwischen 2006 und 2012 erschienen Abenteuer um den Arkoniden Atlan im Taschenbuch-Format, zunächst bei Fantasy Productions, später im Ulisses-Verlag. Zu den Autoren gehörten unter anderem der legendäre, leider mittlerweile verstorbene Altmeister Hans Kneifel sowie Arndt Ellmer, der in diesen Tagen seine dreißigjährige Tätigkeit im Autorenteam von Perry Rhodan feiert.

Für diejenigen, die Alan nicht kennen: Es handelt sich um einen unsterblichen Handlungsträger aus der Perry Rhodan-Serie, dort eine der beliebtesten Figuren schlechthin. So wurden Geschichten um den besten Freund Perry Rhodans schon seit Jahrzehnten in verschiedenen Formaten als Spin Offs veröffentlicht.

Die Taschenbücher präsentierten neue Geschichten, zumeist als Trilogien angelegt. Es gab aber auch einen Sechsteiler, den so genannten Monolith-Zyklus, für den Götz Roderer die Exposés lieferte. Insgesamt wurden in der Reihe 28 Bücher publiziert, geschrieben von 15 Autoren. Ich hatte das außerordentliche Vergnügen, gleich sechs Romane beisteuern zu dürfen. Einer davon war der Abschlußband des Monolith-Sechsteilers, Sprung ins Jenseits betitelt.

Den erhielt ich nun als Belegexemplar in völlig neuer Aufmachung. Denn seit einiger Zeit werden die damaligen Taschenbücher als Hardcover-Ausgaben bei Bertelsmann neu aufgelegt. Aufgrund der überwiegend grün gehaltenen Umschlaggestaltung werden sie auch als Grünbände bezeichnet. Im Regal schön nebeneinander stehend, bilden sie eine schmucke Reihe.

An die Geschichte erinnere ich mich noch gut, an den Handlungsablauf nur in groben Zügen. Gestaunt habe ich eben beim Durchblättern über die illustre Schar auftauchender Figuren. Die hätte ich nicht mehr annähernd zusammenbekommen. Neben Atlan sind das vor allem der Risikospezialist Santjun und ihr gemeinsamer Gegenspieler, Silberherr Malcher. Perry Rhodan hat ebenso einen Auftritt wie Reginald Bull, der Mausbiber Gucky und der Smiler Ronald Tekener. Sehr schön fand ich sowohl den Roboter Calipher-SIM als auch den für die SolAb arbeitenden Doppelagenten der Cardmanosch namens Habakuk. Nicht weniger den posbischen Botschafter Zabuzet und ganz besonders Tipa Riordan, die alte Piratenlady Tante Tipa. Das Zentralplasma der Posbis spielt eine Rolle, die Verlorenen und der Hyperkokon Ordhogan. Die Tiefe wirkt in die Handlung hinein, jene interdimensionale Grenzschicht zwischen den Raum-Zeit-Kontinua des Multiversums, und sogar die Horden von Garbesch. Schließlich die Monolithen, um die sich der ganze Zyklus dreht. Da kommen in der Tat eine Menge Erinnerungen hoch.

Ich freue mich, nach der Taschenbuch-Ausgabe von Sprung ins Jenseits nun auch einen Hardcover-Band im Bücherschrank zu haben. Die Arbeit an den Atlan-Taschenbüchern hat mir immer viel Spaß gemacht. Ich bedaure sehr, daß sie im vergangenen Jahr eingestellt wurden. Umso schöner ist es, die damaligen Werke im Laufe der Zeit im neuen Format ein zweites Mal zugeschickt zu bekommen. Für Sprung ins Jenseits gilt das besonders, da der Abschlußband mich seinerzeit vor eine große Herausforderung gestellt hat.

Montag, 17. Juni 2013

Steven Trainor auf den Spuren von Indiana Jones

Bel Air ist eine Welt mit heilsamen Eigenschaften. Ganz besondere Aromen in der Luft wirken sich wohltuend auf den Organismus von Bewohnern und Besuchern aus. Verantwortlich dafür sind spezielle Kristalle im Boden. Doch welches Geheimnis steckt eigentlich hinter ihnen? Es ist kein Wunder, daß nicht nur die Menschen sich diese Frage stellen. Ebenso wenig verwunderlich ist, daß die heilende Wirkung Begehrlichkeiten bei anderen Völkern weckt.

Dies ist erst der Anfang einer phantastischen Geschichte, die nicht nur durch Raum und Zeit führt, sondern an einen Ort, den niemand jemals für möglich gehalten hätte. Es beginnt ein Spiel mit unterschiedlichen Zeitabläufen. Unversehens gerät Steven Trainor in einen Konflikt, mit dem eigentlich weder er zu tun hat, noch die Menschheit. Eigentlich, denn zuweilen entstehen Freundschaften, mit denen man niemals gerechnet hätte.

Die näheren Umstände finden sich in Hundert Jahre Krieg. Am Wochenende habe ich die Arbeit am nächsten Sonderband für Ren Dhark abgeschlossen und das Manuskript an den Verlag geschickt. Mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Hajo F. Breuer, der ein spannendes und selbst unter philosophischen Gesichtspunkten interessantes Vorwort zu meinem Roman beigesteuert hat, präsentiere ich den Freunden von Ren Dhark schon mal einen kurzen Textauszug.
»Sie huschten wie Gespenster durch den dichten Wald, kaum mehr als Schatten ihrer Selbst. Nicht nur die Bäume boten Deckung, auch das Unterholz erschwerte die Sicht. Durch das fast vollständig geschlossene Blätterdach fiel wenig Licht ein. An manchen Stellen stachen Sonnenstrahlen wie Lanzen durch das Grün, an wenigen anderen fielen flirrende Lichtvorhänge bis zum Boden. Sie schufen eine unwirkliche Atmosphäre, lieferten märchenhafte Anklänge, welche sie aus einer Traumsequenz in die Wirklichkeit transportierten.
Die Freunde umgingen eine Kolonie doppelt mannshoher Farn­gewächse, aus der vielstimmiges Zirpen erklang. Ganz un­bewohnt war der Wald also doch nicht. Das bestätigte sich, als ein unterarmlanges Pelzbündel, einem Opossum ähnlich, ihren Weg kreuzte. Es hielt kurz inne, betrachtete die Zweibeiner aus schwarzglänzenden Knopfaugen und wieselte weiter. Mit den Händeln der Menschen wollte es nichts zu schaffen haben.
Trainor bewegte sich an der Spitze der Gruppe. Er hatte sei­nen Multikarabiner geschultert und hielt nach möglichen Wach­posten Ausschau. Es schien keine zu geben. Weit abseits jegli­cher Zivilisation fühlten sich die unbekannten Gräber sicher. Schließlich lagen Tausende Kilometer zwischen ihnen und der nächsten Ansiedlung, und die Ruinenstadt war der planetaren Bevölkerung nicht bekannt. Das dachten sie zumindest – ohne von den Satellitenaufnahmen Kenntnis zu haben. 
Zwischen den Bäumen erhob sich wie gewachsen eine stei­nerne Stele. Ornamente bedeckten den oberen Teil, auf dem sich Grünspan abgesetzt hatte. Dämonische Fratzen mit leeren Au­genhöhlen starrten den Besuchern entgegen. Die meisten waren insektoiden Charakters. Die Feuchtigkeit des Waldes vermittelte den Eindruck von Eigenleben, das sich jeden Moment in Bewe­gungen ausdrücken konnte. Offenbar war der Eindruck beab­sichtigt gewesen. Die steinernen Monumente hatten furchtsame Gemüter in die Flucht schlagen sollen. Am Fuß des uralten Ar­tefakts rankte Dornengestrüpp, das in Fugen und im vom Zahn der Zeit angenagten Material Halt fand. Ein paar Meter weiter erhoben sich weitere Hinterlassenschaften des unbekannten uralten Volkes. Die Ruinenlandschaft war ausgedehnter als zunächst angenommen.
Für einen Augenblick glaubte Trainor statt des Multikarabi­ners eine Peitsche über seiner Schulter hängen zu haben. Er vermochte die Assoziation nicht zu greifen. Vermutlich stammte die Sequenz aus einem uralten Film, den er als Kind gesehen hatte, doch ihm gelang keine Zuordnung. Er wischte den Gedanken beiseite und griff, wie um in die Wirklichkeit zurückzukehren, nach dem Handstück des Karabiners. Denn Stimmen drangen durch den Wald, vom Wind herübergetragene Wortfetzen, die keinen Sinn ergaben.«

Sonntag, 16. Juni 2013

Gegen den Ball getreten

Ich habe das Fußballspielen vor rund zehn Jahren aufgegeben und vermisse es manchmal. Seit damals hat es sich aber nie wieder ergeben, daß ich meine alten Treter geschnürt habe. Sie stehen sogar noch in der hintersten Ecke eines Wandschranks. Gestern Abend habe ich unerwartet mal wieder gegen den Ball getreten. Spontan. Auf dem asphaltierten Parkplatz am Südstadion. In normaler Straßenkleidung. Ein Tisch bildete das eine Tor, zwei Taschen das andere.

Davor war im Presseraum von Fortuna Köln die Auslosung für die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal auf Leinwand zu sehen gewesen. Die Spannung war groß. Wer würde der Fortuna zugelost werden? Als Wunschgegner wurde von vielen der 1. FC Köln für ein Stadtderby genannt, aber natürlich auch die großen Gegner wie die Bayern oder Dortmund, die jeder Amateurligist gern empfinge.

Von denen wurde es keiner, sondern der FSV Mainz 05, also ein anderer Bundesligist. Viel weniger reizvoll, stimmt, ohne das Mainz gegenüber despektierlich zu meinen. Unsere Chancen dürften dennoch nicht besonders groß sein. Andererseits ging mir der alte Spruch durch den Kopf: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Mal sehen, wie sich die Fortuna, deren nächstjährige Zusammensetzung erst zu Teilen feststeht, gegen die drei Spielklassen höheren Meenzer schlagen wird.

Nach der Auslosung wurden ein paar Kölsch getrunken. Vor den Halle war ein Zelt aufgebaut, mit Grill und Bierstand. Und dann hatte plötzlich irgendwer diesen vermaledeiten Lederball in der Hand und kickte ihn in die Menge. Was sich daraus ergab, steht oben. Nach zehn Minuten hatte ich keine Puste mehr, spielte aber tapfer weiter. Dafür spüre ich heute jede Bewegung, die ich gestern gemacht habe. So ein Kaltstart ist nicht unbedingt empfehlenswert.

Doch das war es wert. Schließlich habe ich die 1:0-Führung erzielt, in den Kasten, der ein Tisch war, auf dem unsere Biere standen. So agieren Profis. Später zogen wir noch durch die Gegend. Trierer Eck, Kölsche Jung, Metronom und Boogaloo. Es wurde spät.