Schön, mein zweiter Falk-Roman ist just erschienen. Heute habe ich mein Belegexemplar erhalten und bin begeistert. Das Hardcover mit Schutzumschlag und dem Hansrudi Wäscher-Covermotiv ist schmuck wie immer. Ich habe gleich ein wenig darin geblättert und mir die enthaltenen Zeichnungen aus der Hand des Altmeisters angesehen.
Das Buch präsentiert die Fortsetzung von "Ritter ohne Furcht und Tadel" und enthält auf über 200 Seiten die Adaption der Comics aus den Piccolo-Heften 18 bis 35. Darin erlebt der junge Ritter wieder allerlei Abenteuer in der Welt des Mittelalters. Er wird ebenso mit dunklen Schurken konfrontiert, wie er die Bekanntschaft eines edlen Burgfräuleins macht. Mehr als einmal muß er sich auf einen Wettlauf mit dem Tod einlassen.
Schweren Herzens verläßt Falk den Hof von Fürst Gottfried. Er will endlich das Geheimnis seiner Herkunft aufdecken. Niemand kann besser darüber Auskunft geben als der intrigante Graf Armin. Doch das Schicksal hält andere Pläne für den jungen Ritter bereit. Bevor Falk sich seiner selbst auferlegten Aufgabe stellen kann, wird er in einen Strudel verheerender Ereignisse gezogen. Die Schwarzen Teufel überziehen das Land mit Feuer und Tod. Und sie werden angeführt von Edelleuten, die aus dem Verborgenen heraus wirken.
Wie der Verlag verlautbaren läßt, beginnt die Auslieferung an Abonnenten und Vorbesteller Anfang kommender Woche.
Mein Leben spielt sich ab zwischen Dom und Rhein. Zwischen Schreibtisch, Fußballplatz, Konzerthalle und Kneipe. Auf der Straße. Virtuell und in der Wirklichkeit. Und sogar in den Köpfen mancher Leute. Ein bißchen von alledem findet hier seinen Niederschlag.
Freitag, 11. Juli 2014
Mittwoch, 9. Juli 2014
Historischer Sieg
Ich bin immer noch perplex von dem, was sich gestern abend in Belo Horizonte ereignet hat. Mit sage und schreibe 7:1 fegte die deutsche Nationalmannschaft Brasilien aus dem Turnier. Den Gastgeber, den selbsternannten Titelfavoriten. Die angeblich so spielstarken Wunderfußballer. Was für ein großartiger, rauschender Fußballabend. Phasenweise dachte ich, ich träume, als die Tore fast im Minutentakt fielen. Ich saß fassungslos da, und den Leuten um mich herum erging es nicht anders. So richtig glauben konnte das keiner.
Nie zuvor gab es einen so hohen Sieg in einem WM-Halbfinale. Und der war verdient, wenn vielleicht auch um ein oder zwei Tore zu hoch. Doch spätestens nach dem zweiten deutschen Tor lief bei den Brasilianern nichts mehr zusammen. Es war erschreckend zu sehen, wie die Mannschaft auseinanderfiel. Kein Aufbäumen, es wurde nicht dagegen gehalten. Nach dem 2:0 durch Klose hatte ich den Eindruck, man habe sich aufgegeben.
Umso vehementer verwehre ich mich dennoch dagegen, Deutschland sei fürs Endspiel nun der ganz große Favorit. Weder Argentinien noch die Niederlande als mögliche Gegner werden es Jogis Truppe so leicht machen wie Brasilien, das in der Abwehr riesige Lücken erkennen ließ, den Deutschen unwahrscheinliche Räume bot und in der Abwehr neben dem Ball herlief, statt sich den Angreifern konsequent entgegenzustellen. Schweinsteiger und Co konnten mehr oder weniger schalten und walten, wie sie wollten. Solch ein einfaches Spiel werden wir im Finale nicht haben, auf keinen Fall, obwohl ich dem zuversichtlich entgegensehe.
Gefreut habe ich mich über Miro Kloses 16. WM-Treffer. An vier Weltmeisterschaften teilgenommen und nun alleiniger Rekordtorschütze vor Ronaldo. Das muß ihm irgendwann erst mal einer nachmachen. Richtig schön wäre es natürlich, wenn er bei seiner letzten WM-Teilnahme den Titel mit nach Hause nehmen würde.
Nie zuvor gab es einen so hohen Sieg in einem WM-Halbfinale. Und der war verdient, wenn vielleicht auch um ein oder zwei Tore zu hoch. Doch spätestens nach dem zweiten deutschen Tor lief bei den Brasilianern nichts mehr zusammen. Es war erschreckend zu sehen, wie die Mannschaft auseinanderfiel. Kein Aufbäumen, es wurde nicht dagegen gehalten. Nach dem 2:0 durch Klose hatte ich den Eindruck, man habe sich aufgegeben.
Umso vehementer verwehre ich mich dennoch dagegen, Deutschland sei fürs Endspiel nun der ganz große Favorit. Weder Argentinien noch die Niederlande als mögliche Gegner werden es Jogis Truppe so leicht machen wie Brasilien, das in der Abwehr riesige Lücken erkennen ließ, den Deutschen unwahrscheinliche Räume bot und in der Abwehr neben dem Ball herlief, statt sich den Angreifern konsequent entgegenzustellen. Schweinsteiger und Co konnten mehr oder weniger schalten und walten, wie sie wollten. Solch ein einfaches Spiel werden wir im Finale nicht haben, auf keinen Fall, obwohl ich dem zuversichtlich entgegensehe.
Gefreut habe ich mich über Miro Kloses 16. WM-Treffer. An vier Weltmeisterschaften teilgenommen und nun alleiniger Rekordtorschütze vor Ronaldo. Das muß ihm irgendwann erst mal einer nachmachen. Richtig schön wäre es natürlich, wenn er bei seiner letzten WM-Teilnahme den Titel mit nach Hause nehmen würde.
Montag, 7. Juli 2014
Sonntag, 6. Juli 2014
Verregnetes Zollstocker Sommerfest
Dieser Sommer wird von Regen und Sturm dominiert. So war es auch gestern beim Sommerfest in Köln-Zollstock, das zum vierten Mal von den Freunden des Zollstocker Dienstagszugs organisiert wurde. Es regnete an einer Tour, was mich aber nicht von einem Abstecher abhielt. Trotz kurzer Hose und T-Shirt war es warm, und das Kölsch war kalt.
Das musikalische Rahmenprogramm war noch kälter. Zumindest ließ es mich extrem kalt. Mit Schlagern und Stimmungsmusik kann ich nun mal nichts anfangen. Der singende Türsteher, Der Engeln, Thommy Walter und gar eine Helene Fischer Tribute Show, ärger hätte es mich kaum treffen können. Ist Helene Fischer an sich nicht schlimm genug? Muß es noch Epigonen von ihr geben? Von mir aus, der Musik wegen bin ich ja nicht nach Zollstock gefahren.
Sondern wegen Fortuna Köln. Nach der Regionalliga-Meisterschaft wurde die Mannschaft inklusive der Neuzugänge für die 3. Liga vorgestellt. Präsident Klaus Ulonska und Trainer Uwe Koschinat plauderten zwanglos, und die Spieler hatten reichlich Spaß auf der Bühne. Besonders bei der Helene Fischer-Mimin. Den Jungs sollte bei Gelegenheit jemand gute Musik nahebringen. Räuber und Domstürmer hätte ich mir angesehen, aber bei deren Auftritt war ich schon weg.
Denn ich fuhr ich nach Weiden, wo ein Vorbereitungsspiel für die kommende Saison stattfand. Die Südstädter traten gegen Hennef 05 an. Die Hennefer sind in die Regionalliga West aufgestiegen, welche die Fortuna just eine Liga weiter nach oben verlassen hat. Es entwickelte sich ein munteres Spiel, bei dem Hennef kurz nach dem Anpfiff in Führung ging, sich aber mit 4:1 geschlagen geben mußte. Michael Kessel, Aufstiegsheld Oliver Laux, Kusi Kwame und Publikumsliebling Ercan Aydogmus, der Spieler der Saison 2013/2014 machten die Sache für die künftigen Drittliga-Profis klar. Und Uwe Koschinat wechselte in der Halbzeitpause komplett durch.
Das musikalische Rahmenprogramm war noch kälter. Zumindest ließ es mich extrem kalt. Mit Schlagern und Stimmungsmusik kann ich nun mal nichts anfangen. Der singende Türsteher, Der Engeln, Thommy Walter und gar eine Helene Fischer Tribute Show, ärger hätte es mich kaum treffen können. Ist Helene Fischer an sich nicht schlimm genug? Muß es noch Epigonen von ihr geben? Von mir aus, der Musik wegen bin ich ja nicht nach Zollstock gefahren.
Sondern wegen Fortuna Köln. Nach der Regionalliga-Meisterschaft wurde die Mannschaft inklusive der Neuzugänge für die 3. Liga vorgestellt. Präsident Klaus Ulonska und Trainer Uwe Koschinat plauderten zwanglos, und die Spieler hatten reichlich Spaß auf der Bühne. Besonders bei der Helene Fischer-Mimin. Den Jungs sollte bei Gelegenheit jemand gute Musik nahebringen. Räuber und Domstürmer hätte ich mir angesehen, aber bei deren Auftritt war ich schon weg.
Denn ich fuhr ich nach Weiden, wo ein Vorbereitungsspiel für die kommende Saison stattfand. Die Südstädter traten gegen Hennef 05 an. Die Hennefer sind in die Regionalliga West aufgestiegen, welche die Fortuna just eine Liga weiter nach oben verlassen hat. Es entwickelte sich ein munteres Spiel, bei dem Hennef kurz nach dem Anpfiff in Führung ging, sich aber mit 4:1 geschlagen geben mußte. Michael Kessel, Aufstiegsheld Oliver Laux, Kusi Kwame und Publikumsliebling Ercan Aydogmus, der Spieler der Saison 2013/2014 machten die Sache für die künftigen Drittliga-Profis klar. Und Uwe Koschinat wechselte in der Halbzeitpause komplett durch.
Samstag, 5. Juli 2014
20. Todestag von Hans Peschke
Ich habe nicht gesehen, daß es irgendwo erwähnt wurde, auch nicht auf den einschlägigen Internet-Seiten. Ist der Mann schon in Vergessenheit geraten? Gestern vor 20 Jahren, am 4. Juli 1994, verstarb in Köln der Science Fiction-Autor Hans Peschke, der vorwiegend als Harvey Patton publizierte, aber auch unter weiteren Pseudonymen.
Peschke begann mit Veröffentlichungen in Fanzines, dann folgten in den Sechziger Jahren erste professionelle Romane. Anfang der Siebziger holte ihn Kurt Brand als Mitautor zu dessen neuer Serie Raumschiff Promet. Es folgten Terra Astra, Atlan, Perry Rhodan, Commander Scott. Und natürlich die Orion. Für die Rhodan-Hauptserie lieferte er nur einen einzigen Beitrag. Den habe ich seltsamerweise, ohne nachschauen zu müssen, noch heute im Kopf. Es war der Roman Die Körperlosen von Grosocht, Heft 747.
Ich sehe Hans Peschke noch da stehen, auf der Bühne im Jugendpark. Ein wenig gebeugt und körperlich nicht mehr ganz auf der Höhe. Es war der Coloniacon 1993, zu dem wir ihn als Gast eingeladen hatten. Er war nicht mobil und nicht mehr allzu gut auf den Beinen. Am Samstag Morgen fuhren wir mit dem Auto nach Köln-Porz, um ihn aus seiner bescheidenen kleinen Mietwohnung abzuholen. Wirtschaftlich ging es ihm nicht allzu gut. Ich glaube, er lebte im Alter von Sozialhilfe.
Hans Peschke zeigte sich als ruhiger, bescheidener Mann. Eher unauffällig, wie er sich im Publikum und auf der Bühne bewegte. Aber auch einer, dem es gut tat, noch einmal ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen. Das Schreiben fiel ihm schwer, mit dem Sprechen klappte es nicht mehr allzu gut. Um seine motorischen Fähigkeiten stand es nicht zum besten.
Ich ließ mir ein Autogramm von ihm geben. "Hans Pe." schrieb er mit zittriger Hand. Mehr bekam er nicht mehr zustande. Er wollte, doch es gelang ihm nicht. Das versetzte mir einen kleinen Stich. Daß Hans Peschke an seinem 20. Todestag kaum irgendwo Erwähnung findet, finde ich bedauerlich. Umso mehr freue ich mich über den folgenden Gastbeitrag seines ehemaligen Kollegen Horst Hoffmann. Vielen Dank dafür, lieber Horst.
Horst Hoffmann
Um Hans Peschke zu charakterisieren, gibt es für mich nur ein Wort: der Science-Fiction-Gentleman. Ich traf Hans zum ersten Mal im Zug nach Offenbach, von wo es weiter ging nach Heusenstamm zu meiner ersten Autorenkonferenz anlässlich des ATLAN-Zyklus ab Band 300. Ich hatte Muffensausen ohne Ende, denn bald würde ich den großen Idolen meiner Leseleidenschaft gegenüberstehen oder sitzen, von denen ich – bis auf Willi Voltz – alle bisher nur vom Schmökern oder Schreiben/telefonieren kannte. Johnny Bruck, Hans Kneifel, Clark Darlton … und und und …
Zur Beruhigung der Nerven tigerte ich, in Ergänzung zu den vorsorglich mitgenommenen Bierdosen, im Zug (der damals noch den schönen Rhein mit den tollen Burgen entlang fuhr) von Abteil zu Abteil, und in einem dieser Abteile saß ein kleiner, schmächtiger Mann, der mir von den wenigen Bildern, die es damals von ihm gab, bekannt vorkam. Ich schob die Tür auf und fragte, ob er Hans Peschke sei. Er war es, und von da an flatterten uns gemeinsam die Nerven, denn es war auch Hans‘ erste Konferenz. Wir waren schnell im Gespräch und ich lernte ihn als einen überaus liebenswürdigen, netten und bescheidenen Menschen kennen, der eigentlich gar nicht wusste, warum er eigentlich eingeladen war, denn ihm stand – im Gegensatz zu mir nach einem mehr als peinlichen „Wettbewerb“ mit Roland Rosenbauer um eine ATLAN-Chance – gar keine konkrete Aussicht auf einen Serieneinstieg in Aussicht.
Die bekam er auch erst einmal nicht, jedenfalls was ATLAN betraf. Hans hielt sich dann auch, als wir zuerst bei Johnny und Walter Ernsting am Tisch saßen, die bereits mindestens eine Whiskyflasche auf Walters Hotelzimmer erfolgreich vernichtet hatten, sowie beim anschließenden Essen mit der nach und nach eintreffenden Autorenmeute und erst recht beim damals noch üblichen Besäufnis meist still und vor sich hin schmunzelnd zurück und war auch als erster aufs Zimmer verschwunden, während ich vom gefürchteten und allmächtigen Cheflektor Kurt Bernhardt ins Verhör genommen wurde („Was arbeiten Sie denn so, Herr Hoffmann?“ – „Ich hab VWL studiert, aber abgebrochen.“ – „Das ist gut, dann können wir Sie gebrauchen.“).
Als wir am anderen Morgen beim Frühstück saßen, Marianne Sydow hatte mir mit ihren vorsorglich mitgeführten Alka Seltzer das Leben gerettet, war Hans wohl der einzige ohne Kater und verzog auch keine Miene, als er in Sachen ATLAN leer ausging – dafür aber ins brandneue Team für die bevorstehende ORION-Serie unter der Regie von H.G.Ewers berufen wurde, die bald legendäre 4-H-Crew: Horst Gehrmann, Hans Kneifel, Horst Hoffmann und … Harvey Patton! Hans-Harvey war selig und sprühte auf seine bescheidene Art schon auf unserer Rückfahrt vor Ideen.
Unsere zweite Begegnung war der Kleve-Con 1977 mit wiederum fast der gesamten PR-Prominenz, K.H.Scheer war auch da und … naja, jedenfalls teilten wir uns ein Zimmer im Con-Hotel, was insofern für ihn etwas unglücklich war, weil er sich wieder schon relativ früh von unserer geselligen Runde zum Schlafen zurückgezogen hatte und recht spät in der Nacht von dem damals recht prominenten SFCDler Frank Flügge und meiner Wenigkeit in Begleitung einer überaus attraktiven jungen Fännin aus allen Träumen geweckt wurde, mit der wir, nach Schließung der Bar, unbedingt noch einen Absacker aus der Minibar trinken mussten. Dass daraus nicht mehr wurde, war ein Verdienst, das ihm gar nicht hoch genug angerechnet werden konnte. Hans ertrug und meisterte die Situation mit dem Lächeln und Schweigen des Gentlemans.
Danach haben wir uns leider nie wieder gesehen, doch im Rahmen der ORION-Arbeit oft telefoniert oder geschrieben. Auf Hans Peschke war immer Verlass und er ging in der 4-H-Crew auf, hatte ständig neue Ideen und entwickelte diese auch nach der Einstellung der Serie weiter, seine Gedanken fanden ihren Niederschlag in Form einer „inoffiziellen“ Fortführung durch talentierte Fan-Autoren, die ihm auf diese Weise ein Denkmal setzten.
Hans Peschke war ein wundervoller Mensch, von dem wir uns alle noch viel mehr Romane gewünscht hätten. Dass er, nach einem einzigen Roman, nicht in der Verschleißmaschinerie von PERRY RHODAN verbraten wurde, hat ihm zu schaffen gemacht, was er aber nie offen zeigte. So gesehen, war er zwar ein kleiner Verlierer, aber ein großer Mensch, der sich den Spaß und die Freude am Schreiben nie hat nehmen lassen. Ich bin froh, dass ich ihn kennen lernen und mit ihm arbeiten durfte.
Horst Hoffmann
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Donnerstag, 3. Juli 2014
Planetenromane werden eingestellt
Die sogenannten Perry Rhodan-Planetenromane waren ursprünglich Taschenbücher mit abgeschlossenen Geschichten aus dem Rhodan-Universum. Häufig brachten sie Handlungsstränge zu Ende, die in der Hauptserie keinen befriedigenden Abschluß gefunden hatten. Ich hatte das Vergnügen, mit Band 405 Rückkehr nach Derogwanien einen Roman beisteuern zu dürfen. Insgesamt 415 Ausgaben erschienen in den Jahren von 1964 bis 1998. Dann war leider Schluß.
Ab 2009 gab es ein Wiedersehen mit den Planetenromanen. Zwar veröffentlichte der Verlag keine neuen Abenteuer, legte aber in zweimonatlichem Turnus ausgewählte Romane wieder auf, in einem anderen als dem ursprünglichen Format. Nun nicht mehr als Taschenbuch, sondern in Form von Taschenheften. Den Anfang machte Hubert Haensels Agent für Terra.
Ich freute mich durchaus, nach vielen Jahren die eine oder andere Geschichte wiederlesen zu können. Ich denke beispielsweise an Robert Feldhoffs großartiges Werk Terra in Trance, das ich hier im Blog besprochen habe, oder an William Voltz' Meilenstein Invasion der Puppen. Andere, ich gebe es unumwunden zu, haben mich schlicht gelangweilt.
Gefreut hat mich natürlich auch, daß unter den Wiederveröffentlichungen Rückkehr nach Derogwanien war. Meine auf dem Planet der Puppen spielende Geschichte um Ganerc-Callibso trug dabei den leicht veränderten Titel Tod über Derogwanien. Das Taschenheft erschien mit der Nummer 11 im März 2011. Kaum zu glauben, daß seitdem auch schon wieder mehr als drei Jahre vergangen sind.
Jetzt gab VPM bekannt, daß die Taschenhefte nicht weitergeführt werden. Mit Band 30, SOS aus dem Weltall von Clark Darlton, ist Schluß. Als Grund gibt der Verlag stark schwankende Verkaufszahlen an. Ich hatte gehofft, es käme irgendwann Thomas Zieglers herrliche SF-Humoreske Der Narrenturm an die Reihe. Nicht nur aus diesem Grund finde ich die Einstellung sehr bedauerlich.
Ab 2009 gab es ein Wiedersehen mit den Planetenromanen. Zwar veröffentlichte der Verlag keine neuen Abenteuer, legte aber in zweimonatlichem Turnus ausgewählte Romane wieder auf, in einem anderen als dem ursprünglichen Format. Nun nicht mehr als Taschenbuch, sondern in Form von Taschenheften. Den Anfang machte Hubert Haensels Agent für Terra.
Ich freute mich durchaus, nach vielen Jahren die eine oder andere Geschichte wiederlesen zu können. Ich denke beispielsweise an Robert Feldhoffs großartiges Werk Terra in Trance, das ich hier im Blog besprochen habe, oder an William Voltz' Meilenstein Invasion der Puppen. Andere, ich gebe es unumwunden zu, haben mich schlicht gelangweilt.
Gefreut hat mich natürlich auch, daß unter den Wiederveröffentlichungen Rückkehr nach Derogwanien war. Meine auf dem Planet der Puppen spielende Geschichte um Ganerc-Callibso trug dabei den leicht veränderten Titel Tod über Derogwanien. Das Taschenheft erschien mit der Nummer 11 im März 2011. Kaum zu glauben, daß seitdem auch schon wieder mehr als drei Jahre vergangen sind.
Jetzt gab VPM bekannt, daß die Taschenhefte nicht weitergeführt werden. Mit Band 30, SOS aus dem Weltall von Clark Darlton, ist Schluß. Als Grund gibt der Verlag stark schwankende Verkaufszahlen an. Ich hatte gehofft, es käme irgendwann Thomas Zieglers herrliche SF-Humoreske Der Narrenturm an die Reihe. Nicht nur aus diesem Grund finde ich die Einstellung sehr bedauerlich.
Mittwoch, 2. Juli 2014
Wo mer endlich Sommer hann
"... weil et Wedder ess ens schön hück. Un ich hann keine Bock op Arbeit für die läppsche paar Mark zehn hück." So sang Wolfgang Niedecken auf dem 1981er BAP-Album Für usszeschnigge. Ähnlich ging es mir heute, denn draußen - ich mochte es kaum glauben - war tatsächlich Sommer ausgebrochen. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und deutlich über 20 Grad. Endlich ein Tag ohne Regen. Ich entschied mich kurzerhand zu einem Spaziergang und ließ den Schreibtisch Schreibtisch sein.
Mein erster Weg führte mich auf den Südfriedhof, zum Grab meiner Großmutter. Blümchen aufgestellt, Kerze angezündet, ein wenig verweilt. Danach spazierte ich zum südlichen Zipfel Zollstocks, wo ein Bekannter von mir eine Tennisanlage besitzt. Ein eiskaltes Weizen genossen, während die Sportfanatiker auf den Plätzen den kleinen Filzball von einer Seite auf die andere kloppten.
Anschließend ging ich durch den verkehrsberuhigten Eisenbahntunnel, der Zollstock mit Klettenberg verbindet. Kein Auto fährt dort mehr durch. Eine leere und völlig stille Straße, auch ohne Passanten. Der verdreckte Tunnel mit zerstörten Leuchten und zugewucherten Gittertoren. In Köln eine befremdliche Atmosphäre. Wäre aus irgendeinem Kanal ein Zombie gekrochen und auf mich zugetorkelt, hätte ich mich nicht gewundert.
Ich hielt mich Richtung Militärring und setzte meinen Spaziergang im Grüngürtel fort. Vom Vereinsgelände des DJK Südwest wanderte ich Richtung Norden. Die scheinbar endlosen Wiesen werden in Klettenberg von ausgedehnten Kolonien wild wuchernden Getreides durchzogen. Eine neue Entdeckung. Ich erinnere mich nicht, daß das schon im vorigen Jahr so war. Das Schönste, weit und breit war kein Spaziergänger unterwegs. Ich hatte das Gefühl, der Grüngürtel gehöre mir allein.
Nach einer Weile überquerte ich die Luxemburger und später die Berrenrather Straße. Im Gegensatz zu der ruhigen Idylle davor erwarteten mich die typischen Verkehrsgeräusche der Innenstadt. Feierabendverkehr. Autolawinen wälzten sich sowohl aus Köln heraus als auch nach Köln hinein. Irgendwie erschließt sich mir das nicht.
Dann kam das Vereinsheim des 1. FC Köln in Sicht, der willkommene Platz für eine Rast. Das Geißbockheim erstrahlt in völlig neuem Glanz. Es wurde kürzlich umgebaut und präsentiert sich nun heller und moderner. Trotzdem ließ ich mich draußen auf der Terrasse nieder, mit Blick auf den Grüngürtel und den Decksteiner Weiher, und gönnte mir ein weiteres Weizen.
Das Zusammenspiel von Bier, Sonne und zu Fuß zurückgelegten Kilometern zeigte Wirkung in Form von Müdigkeit. Ich schlug einen Bogen zurück zum Klettenberger Park und ließ mich in Wassernähe auf der Wiese nieder. Ich schaffte es tatsächlich, für eine halbe Stunde völlig abzuschalten, an nichts zu denken und nur die Sonne und den sanften Wind zu genießen. Lange nicht mehr gemacht. Wunderbar. Morgen früh dürfte die Weiterarbeit am aktuellen Manuskript wie von selbst von der Hand gehen.
Mein erster Weg führte mich auf den Südfriedhof, zum Grab meiner Großmutter. Blümchen aufgestellt, Kerze angezündet, ein wenig verweilt. Danach spazierte ich zum südlichen Zipfel Zollstocks, wo ein Bekannter von mir eine Tennisanlage besitzt. Ein eiskaltes Weizen genossen, während die Sportfanatiker auf den Plätzen den kleinen Filzball von einer Seite auf die andere kloppten.
Anschließend ging ich durch den verkehrsberuhigten Eisenbahntunnel, der Zollstock mit Klettenberg verbindet. Kein Auto fährt dort mehr durch. Eine leere und völlig stille Straße, auch ohne Passanten. Der verdreckte Tunnel mit zerstörten Leuchten und zugewucherten Gittertoren. In Köln eine befremdliche Atmosphäre. Wäre aus irgendeinem Kanal ein Zombie gekrochen und auf mich zugetorkelt, hätte ich mich nicht gewundert.
Ich hielt mich Richtung Militärring und setzte meinen Spaziergang im Grüngürtel fort. Vom Vereinsgelände des DJK Südwest wanderte ich Richtung Norden. Die scheinbar endlosen Wiesen werden in Klettenberg von ausgedehnten Kolonien wild wuchernden Getreides durchzogen. Eine neue Entdeckung. Ich erinnere mich nicht, daß das schon im vorigen Jahr so war. Das Schönste, weit und breit war kein Spaziergänger unterwegs. Ich hatte das Gefühl, der Grüngürtel gehöre mir allein.
Nach einer Weile überquerte ich die Luxemburger und später die Berrenrather Straße. Im Gegensatz zu der ruhigen Idylle davor erwarteten mich die typischen Verkehrsgeräusche der Innenstadt. Feierabendverkehr. Autolawinen wälzten sich sowohl aus Köln heraus als auch nach Köln hinein. Irgendwie erschließt sich mir das nicht.
Dann kam das Vereinsheim des 1. FC Köln in Sicht, der willkommene Platz für eine Rast. Das Geißbockheim erstrahlt in völlig neuem Glanz. Es wurde kürzlich umgebaut und präsentiert sich nun heller und moderner. Trotzdem ließ ich mich draußen auf der Terrasse nieder, mit Blick auf den Grüngürtel und den Decksteiner Weiher, und gönnte mir ein weiteres Weizen.
Das Zusammenspiel von Bier, Sonne und zu Fuß zurückgelegten Kilometern zeigte Wirkung in Form von Müdigkeit. Ich schlug einen Bogen zurück zum Klettenberger Park und ließ mich in Wassernähe auf der Wiese nieder. Ich schaffte es tatsächlich, für eine halbe Stunde völlig abzuschalten, an nichts zu denken und nur die Sonne und den sanften Wind zu genießen. Lange nicht mehr gemacht. Wunderbar. Morgen früh dürfte die Weiterarbeit am aktuellen Manuskript wie von selbst von der Hand gehen.
Dienstag, 1. Juli 2014
Wenn deutsche Jubelfans maulen
Da sind sie, die von mir erwarteten Kommentare zum gestrigen Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Algerien. "Gurkentruppe." - "Am besten alle auswechseln." - "Stromausfall wäre gut. Das kann man sich ja nicht länger anschauen." Nur drei von unzähligen Kommentaren, über die ich heute morgen zufällig bei Facebook gestolpert bin. Ich könnte Dutzende weitere mit ähnlichem Inhalt heranziehen. Negativ, abwertend. Kritisch.
Kritisch? Nein, halt, eben nicht kritisch. Denn es ist nicht der Ansatz qualifizierter und nachvollziehbarer Kritik vorhanden. Hier wird eine Mannschaft, von der man nicht das Erwartete bekommen hat, mit Schlagworten und Phrasen abgewertet. Deutschland hat gefälligst zu marschieren und jeden Gegner nach Belieben zu beherrschen und zu besiegen. Zu funktionieren wie eine Musicbox, in die man Geld wirft und von der man sich dann etwas wünschen darf.
Dieses Recht haben sie, finden sie, die Event-Fans, die das Spiel mit dem runden Leder pünktlich zu jeder Europa- oder Weltmeisterschaft wieder neu für sich entdecken. Dazwischen findet für sie kein Fußball statt. Aber jetzt wieder, zur WM 2014, haben sie sich das neue Trikot gekauft, dazu eine Deutschlandfahne und eine lustige schwarz-rot-gelbe Kopfbedeckung. Man muß ja schließlich demonstrieren, zu wem man hält. Und mit dem Zeigen der Mannschafts-Devotionalien zeigt man auch den eigenen Fußballsachverstand. Denkt man jedenfalls. Außerdem hat die Ausstattung Geld gekostet, da darf man natürlich Ansprüche anmelden. Und eine Erwartungshaltung an den Tag legen, die von den Spielern umzusetzen ist. Und wehe, wenn nicht. Dann werden aus den Jubel-Persern ... äh, Jubel-Deutschen ganz schnell Maulbrüder und Motzschwestern.
Nur begreifen viele Leute nicht, daß die deutsche Mannschaft nicht allein auf dem Platz steht. Da ist tatsächlich ein zweite, die ebenfalls gewinnen möchte. In den allerseltensten Fällen ist es eine, die nicht mit dem Ball umgehen kann. Oder die nicht mit Leidenschaft rennt, kämpft und dagegen hält. So wie es die Algerier gestern getan haben. Die haben für ihren Auftritt meinen höchsten Respekt, denn sie brachten die deutsche Mannschaft an den Rand einer Niederlage.
Aber eben nur an den Rand. Man mag den deutschen Spielern einiges vorwerfen: daß es ihnen nicht gelungen ist, ihr Kombinationsspiel aufzuziehen. Daß sie ihrer Favoritenrolle nicht gerecht wurden und zahlreiche Fehlpässe spielten. Daß die Spieleröffnung aus der Abwehr heraus viel zu selten gelang und man nicht in der Lage war, die nötigen Räume gegen die extrem gut und kompakt stehenden Algerier zu schaffen. Man kann sogar trefflich an Löws Aufstellung herumkritteln.
Aber auf keinen Fall kann man den Spielern vorwerfen, daß sie sich nicht reingehängt haben. Am Ende waren sie platt. Alle. Auf beiden Seiten. Das kann vielleicht nur jemand nachvollziehen, der selbst 120 Minuten dem Ball hinterher gerannt ist. Aber alles abzukanzeln ist natürlich einfacher. Am übelsten stoßen mir dann dumme Sprüche wie der auf, den ich gestern nach dem Spiel gehört habe: "Die werden schließlich dafür bezahlt." Ja, stimmt, aber manche Zeitgenossen werden offenbar nicht fürs Denken bezahlt.
Niemand sagt, daß alles toll war im gestrigen Spiel der Deutschen. Ich bin sicher, das wissen die Akteure selbst. Ebenso wie ihnen klar ist, daß sie gegen Frankreich anders auftreten müssen, wenn sie das Viertelfinale überstehen wollen. Doch keine Mannschaft der Welt kann jeden Tag ein rauschendes Ballfest abliefern. Das hat diese Weltmeisterschaft mehr als deutlich gezeigt. Die Niederlande haben sich nach ihrem Glanzauftritt gegen Spanien im Achtelfinale gegen Mexiko genauso schwer getan wie Frankreich gegen Nigeria oder gar Brasilien, das zum Weiterkommen ein Elfmeterschießen gegen Chile benötigte. Von England und Portugal oder gar den letzten beiden Weltmeistern Spanien und Italien ganz zu schweigen.
Kritik ist in Ordnung, aber bitte fundiert. Auf Phrasen, Beschimpfungen und despektierliche Äußerungen können die Spieler sicher liebend gern verzichten. Also, liebe Leute, mal schön die Kirche im Dorf lassen. Das gilt besonders für die lustige Hütchen tragenden Eventies, denen völlig unbekannt ist, daß es auch zwischen den Großturnieren Fußballveranstaltungen gibt.
Kritisch? Nein, halt, eben nicht kritisch. Denn es ist nicht der Ansatz qualifizierter und nachvollziehbarer Kritik vorhanden. Hier wird eine Mannschaft, von der man nicht das Erwartete bekommen hat, mit Schlagworten und Phrasen abgewertet. Deutschland hat gefälligst zu marschieren und jeden Gegner nach Belieben zu beherrschen und zu besiegen. Zu funktionieren wie eine Musicbox, in die man Geld wirft und von der man sich dann etwas wünschen darf.
Dieses Recht haben sie, finden sie, die Event-Fans, die das Spiel mit dem runden Leder pünktlich zu jeder Europa- oder Weltmeisterschaft wieder neu für sich entdecken. Dazwischen findet für sie kein Fußball statt. Aber jetzt wieder, zur WM 2014, haben sie sich das neue Trikot gekauft, dazu eine Deutschlandfahne und eine lustige schwarz-rot-gelbe Kopfbedeckung. Man muß ja schließlich demonstrieren, zu wem man hält. Und mit dem Zeigen der Mannschafts-Devotionalien zeigt man auch den eigenen Fußballsachverstand. Denkt man jedenfalls. Außerdem hat die Ausstattung Geld gekostet, da darf man natürlich Ansprüche anmelden. Und eine Erwartungshaltung an den Tag legen, die von den Spielern umzusetzen ist. Und wehe, wenn nicht. Dann werden aus den Jubel-Persern ... äh, Jubel-Deutschen ganz schnell Maulbrüder und Motzschwestern.
Nur begreifen viele Leute nicht, daß die deutsche Mannschaft nicht allein auf dem Platz steht. Da ist tatsächlich ein zweite, die ebenfalls gewinnen möchte. In den allerseltensten Fällen ist es eine, die nicht mit dem Ball umgehen kann. Oder die nicht mit Leidenschaft rennt, kämpft und dagegen hält. So wie es die Algerier gestern getan haben. Die haben für ihren Auftritt meinen höchsten Respekt, denn sie brachten die deutsche Mannschaft an den Rand einer Niederlage.
Aber eben nur an den Rand. Man mag den deutschen Spielern einiges vorwerfen: daß es ihnen nicht gelungen ist, ihr Kombinationsspiel aufzuziehen. Daß sie ihrer Favoritenrolle nicht gerecht wurden und zahlreiche Fehlpässe spielten. Daß die Spieleröffnung aus der Abwehr heraus viel zu selten gelang und man nicht in der Lage war, die nötigen Räume gegen die extrem gut und kompakt stehenden Algerier zu schaffen. Man kann sogar trefflich an Löws Aufstellung herumkritteln.
Aber auf keinen Fall kann man den Spielern vorwerfen, daß sie sich nicht reingehängt haben. Am Ende waren sie platt. Alle. Auf beiden Seiten. Das kann vielleicht nur jemand nachvollziehen, der selbst 120 Minuten dem Ball hinterher gerannt ist. Aber alles abzukanzeln ist natürlich einfacher. Am übelsten stoßen mir dann dumme Sprüche wie der auf, den ich gestern nach dem Spiel gehört habe: "Die werden schließlich dafür bezahlt." Ja, stimmt, aber manche Zeitgenossen werden offenbar nicht fürs Denken bezahlt.
Niemand sagt, daß alles toll war im gestrigen Spiel der Deutschen. Ich bin sicher, das wissen die Akteure selbst. Ebenso wie ihnen klar ist, daß sie gegen Frankreich anders auftreten müssen, wenn sie das Viertelfinale überstehen wollen. Doch keine Mannschaft der Welt kann jeden Tag ein rauschendes Ballfest abliefern. Das hat diese Weltmeisterschaft mehr als deutlich gezeigt. Die Niederlande haben sich nach ihrem Glanzauftritt gegen Spanien im Achtelfinale gegen Mexiko genauso schwer getan wie Frankreich gegen Nigeria oder gar Brasilien, das zum Weiterkommen ein Elfmeterschießen gegen Chile benötigte. Von England und Portugal oder gar den letzten beiden Weltmeistern Spanien und Italien ganz zu schweigen.
Kritik ist in Ordnung, aber bitte fundiert. Auf Phrasen, Beschimpfungen und despektierliche Äußerungen können die Spieler sicher liebend gern verzichten. Also, liebe Leute, mal schön die Kirche im Dorf lassen. Das gilt besonders für die lustige Hütchen tragenden Eventies, denen völlig unbekannt ist, daß es auch zwischen den Großturnieren Fußballveranstaltungen gibt.
Montag, 30. Juni 2014
Zyklusübergang bewältigt
Vor lauter Fußballgucken und Begeisterung über die kickenden Sportskameraden aus aller Herren Länder habe ich nicht einmal vermeldet, die Arbeit am nächsten Manuskript für REN DHARK abgeschlossen zu haben. Schon am Freitag habe ich die letzten Zeilen aufs elektronische Papier gebracht und auf die Reise geschickt. Ich schrieb in diesem Blog ja schon, daß es weitergeht mit dem ersten Buch des neuen Zyklus - und mit der großen Bedrohung, die auf Ren Dhark, die Menschheit und die Milchstraße zukommt.
Und hier zieht Robert Monners einen völlig falschen Schluß. Für phantastik-news hat er just den Zyklus-Abschlußband Die Stunde der Synties rezensiert. Dabei kommt er zu dem Fazit: "Offen bleibt zunächst, wie es weitergehen wird. Die Konzentration auf Ren Dhark, von der Achim Mehnert in seinem Blog sprach, ist bekannt, doch scheint die Gefahr, die der Milchstraße durch das außer Gleichgewicht geratene schwarze Loch im Zentrum der Galaxis droht, schon wieder vorbei zu sein. Es bleibt somit zunächst die Frage: Quo Vadis, Ren Dhark?"
Bei der angekündigten großen Gefahr handelt es sich mitnichten um das aus dem Gleichgewicht geratene Super Black Hole, wie im kommenden Buch thematisiert wird. Dieses nämlich stabilisierte sich nach dem Ende der von den Kraval vorgenommenen Manipulation des Hyperraums. Ganz schuldlos ist es dennoch nicht an dem, was da auf Ren Dhark und seine Freunde zukommt. Davon abgesehen finde ich es schön, wenn Leser und Rezensenten spekulieren und ihre eigenen Überlegungen zum Handlungsfortlauf anstellen - und noch schöner, wenn sie dabei daneben liegen.
Die eigentliche Gefahr, die droht, ist schwarz und sieht geheimnisvoll aus. Was sie auch ist. Und zudem brandgefährlich. Ich hatte das Vergnügen, sie in dem hinter mir liegenden Manuskript einführen zu dürfen. Das neue Abenteuer fängt damit an, daß Ren Dhark auf der Erde unerwarteten Besuch erhält, mitten hinein in die Friedenskonferenz der Milchstraßen-Koalition und der Kraval. Alle sind ausgelassen und erleichtert, denn der Krieg ist vorbei und der Hyperraum funktioniert wieder wie gewohnt.
Alles gut also, sollte man meinen. Das denkt sich auch der ehemalige Commander der Planeten. Aber es wäre natürlich zu schön, wenn er es sich verdientermaßen mit seiner Freundin einfach einmal gut gehen lassen könnte, ohne irgendwelche galaktischen Kastanien aus dem Feuer holen zu müssen. Dhark freut sich auf eine Phase der Ruhe und Friedfertigkeit, doch das Schicksal meint es anders mit ihm und der Point of. Er wird von seinen Besuchern - die literarisch mal wieder zu bearbeiten mir übrigens großen Spaß gemacht hat, da ich die Figuren mag - regelrecht überfahren und auf besondere Weise mit der neuen Gefahr konfrontiert.
Mit der werden auch die Leser konfrontiert - im nächsten Buch, das Mitte August erscheint. Ich hingegen stecke mit dem Kopf schon wieder im Mittelalter. Da harrt ein sehr umfangreiches FALK-Abenteuer der Umsetzung in Romanform. Wie schon Sepp Herberger sagte: "Nach dem Roman ist vor dem Roman." Oder so ähnlich.
Wer die oben angesprochene Rezension von Robert Monners zum vorigen Band lesen möchte, kann dies hier tun: http://www.phantastiknews.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=9082%3Aren-dhark-weg-ins-weltall-48-die-stunde-der-synthies-hajo-f-breuer-hrsg-buch&catid=42%3Arezensionen&Itemid=62
Und hier zieht Robert Monners einen völlig falschen Schluß. Für phantastik-news hat er just den Zyklus-Abschlußband Die Stunde der Synties rezensiert. Dabei kommt er zu dem Fazit: "Offen bleibt zunächst, wie es weitergehen wird. Die Konzentration auf Ren Dhark, von der Achim Mehnert in seinem Blog sprach, ist bekannt, doch scheint die Gefahr, die der Milchstraße durch das außer Gleichgewicht geratene schwarze Loch im Zentrum der Galaxis droht, schon wieder vorbei zu sein. Es bleibt somit zunächst die Frage: Quo Vadis, Ren Dhark?"
Bei der angekündigten großen Gefahr handelt es sich mitnichten um das aus dem Gleichgewicht geratene Super Black Hole, wie im kommenden Buch thematisiert wird. Dieses nämlich stabilisierte sich nach dem Ende der von den Kraval vorgenommenen Manipulation des Hyperraums. Ganz schuldlos ist es dennoch nicht an dem, was da auf Ren Dhark und seine Freunde zukommt. Davon abgesehen finde ich es schön, wenn Leser und Rezensenten spekulieren und ihre eigenen Überlegungen zum Handlungsfortlauf anstellen - und noch schöner, wenn sie dabei daneben liegen.
Die eigentliche Gefahr, die droht, ist schwarz und sieht geheimnisvoll aus. Was sie auch ist. Und zudem brandgefährlich. Ich hatte das Vergnügen, sie in dem hinter mir liegenden Manuskript einführen zu dürfen. Das neue Abenteuer fängt damit an, daß Ren Dhark auf der Erde unerwarteten Besuch erhält, mitten hinein in die Friedenskonferenz der Milchstraßen-Koalition und der Kraval. Alle sind ausgelassen und erleichtert, denn der Krieg ist vorbei und der Hyperraum funktioniert wieder wie gewohnt.
Alles gut also, sollte man meinen. Das denkt sich auch der ehemalige Commander der Planeten. Aber es wäre natürlich zu schön, wenn er es sich verdientermaßen mit seiner Freundin einfach einmal gut gehen lassen könnte, ohne irgendwelche galaktischen Kastanien aus dem Feuer holen zu müssen. Dhark freut sich auf eine Phase der Ruhe und Friedfertigkeit, doch das Schicksal meint es anders mit ihm und der Point of. Er wird von seinen Besuchern - die literarisch mal wieder zu bearbeiten mir übrigens großen Spaß gemacht hat, da ich die Figuren mag - regelrecht überfahren und auf besondere Weise mit der neuen Gefahr konfrontiert.
Mit der werden auch die Leser konfrontiert - im nächsten Buch, das Mitte August erscheint. Ich hingegen stecke mit dem Kopf schon wieder im Mittelalter. Da harrt ein sehr umfangreiches FALK-Abenteuer der Umsetzung in Romanform. Wie schon Sepp Herberger sagte: "Nach dem Roman ist vor dem Roman." Oder so ähnlich.
Wer die oben angesprochene Rezension von Robert Monners zum vorigen Band lesen möchte, kann dies hier tun: http://www.phantastiknews.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=9082%3Aren-dhark-weg-ins-weltall-48-die-stunde-der-synthies-hajo-f-breuer-hrsg-buch&catid=42%3Arezensionen&Itemid=62
Mittwoch, 25. Juni 2014
Herzlichen Glückwunsch, Mondi
Drei Tage zuvor hatte er seinen 43. Geburtstag gefeiert, gestern Abend wurde er in der Begegnung zwischen Kolumbien und Japan eingewechselt. Somit ist er der älteste Fußballspieler, der jemals bei einer Weltmeisterschaft zum Einsatz kam. Für einen Feldspieler fast ein biblisches Alter, aber auch für den Mann zwischen den Pfosten ein Novum. Und dazu ein schöner Rekord. Die Rede ist vom kolumbianischen Torhüter Faryd Mondragon. Mondi lief von 2007 bis 2010 in Deutschland im Trikot des 1. FC Köln auf und stieg mit den Geißböcken von der zweiten Liga in die Bundesliga auf. Ich habe mich gefreut, ihn noch einmal im Tor stehen zu sehen.
Weniger gefreut habe ich mich über die Beißattacke des Uruguayers Luiz Suarez. Ein wenig erleichtert über das Ausscheiden der Italiener bin ich zwar durchaus. Denn gegen die Squadra Azzura konnte die deutsche Mannschaft bei einer WM noch nie gewinnen, auch wenn großartige Begegnungen darunter waren. Ich denke nur an das legendäre Jahrhundertspiel 1970 in Mexiko, das ich mir erst vor wenigen Wochen wieder einmal in ganzer Länge angeschaut habe. In einem nervenaufreibenden, hochklassigen Match verloren die Deutschen das dramatische Halbfinale erst nach Verlängerung mit 3:4. Welcher Fußballfan erinnert sich nicht an dieses wohl größte Fußballspiel aller Zeiten? Diesmal können wir nicht mehr auf die Italiener treffen, die für mich so etwas wie der Angstgegner der deutschen Mannschaft sind.
Doch die Art und Weise, wie die Azzuri gestern aus dem Turnier flogen, ist ein Skandal. Zunächst gab es eine rote Karte gegen einen Italiener, die keine war. Später sahen weder Schiedsrichter noch Linienrichter den Biß von Suarez in die Schulter von Giorgio Chiellini. Kurz darauf fiel das spielentscheidende Tor für die Urus. Wären beide Kartenentscheidungen richtig abgewickelt worden, hätte sich die Partie vermutlich anders entwickelt. Den Italienern hilft es zwar nicht mehr, aber ich hoffe, Suarez wird empfindlich gesperrt, und zwar nicht nur für das Achtelfinale gegen Kolumbien. Der Mann ist Wiederholungstäter, der sich zuvor schon zwei Mal als Vampir betätigte. Ganz ehrlich, wie bekloppt muß man als Fußballer sein, um drei Gegenspieler zu beißen?
Weniger gefreut habe ich mich über die Beißattacke des Uruguayers Luiz Suarez. Ein wenig erleichtert über das Ausscheiden der Italiener bin ich zwar durchaus. Denn gegen die Squadra Azzura konnte die deutsche Mannschaft bei einer WM noch nie gewinnen, auch wenn großartige Begegnungen darunter waren. Ich denke nur an das legendäre Jahrhundertspiel 1970 in Mexiko, das ich mir erst vor wenigen Wochen wieder einmal in ganzer Länge angeschaut habe. In einem nervenaufreibenden, hochklassigen Match verloren die Deutschen das dramatische Halbfinale erst nach Verlängerung mit 3:4. Welcher Fußballfan erinnert sich nicht an dieses wohl größte Fußballspiel aller Zeiten? Diesmal können wir nicht mehr auf die Italiener treffen, die für mich so etwas wie der Angstgegner der deutschen Mannschaft sind.
Doch die Art und Weise, wie die Azzuri gestern aus dem Turnier flogen, ist ein Skandal. Zunächst gab es eine rote Karte gegen einen Italiener, die keine war. Später sahen weder Schiedsrichter noch Linienrichter den Biß von Suarez in die Schulter von Giorgio Chiellini. Kurz darauf fiel das spielentscheidende Tor für die Urus. Wären beide Kartenentscheidungen richtig abgewickelt worden, hätte sich die Partie vermutlich anders entwickelt. Den Italienern hilft es zwar nicht mehr, aber ich hoffe, Suarez wird empfindlich gesperrt, und zwar nicht nur für das Achtelfinale gegen Kolumbien. Der Mann ist Wiederholungstäter, der sich zuvor schon zwei Mal als Vampir betätigte. Ganz ehrlich, wie bekloppt muß man als Fußballer sein, um drei Gegenspieler zu beißen?
Montag, 23. Juni 2014
Namensfindung für Romanfiguren
Kurz nachdem ich mit dem Schreiben am aktuellen Manuskript für Ren Dhark begonnen hatte, fiel mir auf, daß ich eine neue Figur einführen muß. Oder wollte, weil sie mir vom Storyaufbau her gut in den Kram paßte. Und zwar sollte es der Nachfolger sein für eine andere Figur, die aus gewissen dramaturgischen Gründen aus der Geschichte ausgeschieden war. Um das abzuklären, telefoniert ich kurz mit dem Exposé-Autor. Er war einverstanden und meinte nur: "Mach einen Holländer draus."
Gesagt getan. Nun habe ich schon seit langem eine Verfahrensweise, Namen für Figuren zu generieren, die zu deren Nationalität passen. Einen Spanier beispielsweise nenne ich eher Pedro als Pierre. Bei den Nachnamen wird es meist schwieriger als bei den Vornamen. Das gilt besonders für Namen aus skandinavischen Ländern oder dem osteuropäischen Raum. In solchen Fällen helfe ich mir auf ganz einfache Weise, indem ich eins mein Fußballalben zur Hand nehme und die Spieler eben jenes Landes durchschaue. Von einem nehme ich den Vornamen, von einem anderen den Nachnamen. Das mag nicht allzu phantasievoll sein, hat mich aber schon vor dem ein oder anderen Fallstrick bewahrt.
Doch in diesem Fall war das nicht nötig. "Mach einen Holländer draus." Na sicher, das war einfach. Wenige Tage zuvor hatte ich nämlich das erste Gruppenspiel der Holländer gegen Spanien gesehen. Ich war baff und hingerissen von der spielerischen Klasse, mit dem Oranje den amtierenden Weltmeister von der iberischen Halbinsel in seine Einzelteile zerlegt hatte. Zwei Spieler hatten dabei besonderen Eindruck bei mir hinterlassen, Arjen Robben und Robin van Persie. Robin Robben klingt doof, fand ich. Also entschied ich mich kurzerhand für Arjen van Persie. So simpel und doch praktisch geht das.
Gesagt getan. Nun habe ich schon seit langem eine Verfahrensweise, Namen für Figuren zu generieren, die zu deren Nationalität passen. Einen Spanier beispielsweise nenne ich eher Pedro als Pierre. Bei den Nachnamen wird es meist schwieriger als bei den Vornamen. Das gilt besonders für Namen aus skandinavischen Ländern oder dem osteuropäischen Raum. In solchen Fällen helfe ich mir auf ganz einfache Weise, indem ich eins mein Fußballalben zur Hand nehme und die Spieler eben jenes Landes durchschaue. Von einem nehme ich den Vornamen, von einem anderen den Nachnamen. Das mag nicht allzu phantasievoll sein, hat mich aber schon vor dem ein oder anderen Fallstrick bewahrt.
Doch in diesem Fall war das nicht nötig. "Mach einen Holländer draus." Na sicher, das war einfach. Wenige Tage zuvor hatte ich nämlich das erste Gruppenspiel der Holländer gegen Spanien gesehen. Ich war baff und hingerissen von der spielerischen Klasse, mit dem Oranje den amtierenden Weltmeister von der iberischen Halbinsel in seine Einzelteile zerlegt hatte. Zwei Spieler hatten dabei besonderen Eindruck bei mir hinterlassen, Arjen Robben und Robin van Persie. Robin Robben klingt doof, fand ich. Also entschied ich mich kurzerhand für Arjen van Persie. So simpel und doch praktisch geht das.
Sonntag, 22. Juni 2014
Ein schönes Falk-Titelbild
Das Titelbild für den zweiten Falk-Roman habe ich, glaube ich, noch gar nicht gezeigt. Dabei liegt es bereits vor. Das Buch wird übrigens noch in diesem oder dem nächsten Monat erscheinen.
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Donnerstag, 19. Juni 2014
Radir kommt nicht mehr
Die Weltmeisterschaft kostet viel Zeit. Bisher habe ich mir alle Spiele angeschaut. Das geht zu Lasten anderer Dinge. Meine täglichen Spaziergänge müssen derzeit weitgehend pausieren. Nach dem Sieg Kolumbiens gegen die Elfenbeinküste und vor der Begegnung zwischen Uruguay und England zog es mich trotzdem raus an die frische Luft. Nach zehn Stunden am Schreibtisch wäre mir sonst die Decke auf den Kopf gefallen. Der Volksgarten, mein Lieblingsziel, liegt nur wenige Fußminuten entfernt.
Wie üblich spazierte ich um den Weiher herum und ließ mich auf der Parkbank nieder, die seit Jahren meine Anlaufstelle ist, um mich am Wasser niederzulassen und abzuschalten. Ich kam mir vor wie im Herbst. Es ist kühl im Volksgarten, und über den Weiher weht ein scharfer Wind. Ich war froh, eine Jacke dabei zu haben. Wo sich sonst die Sonnenanbeter tummeln, waren nur wenige andere Spaziergänger unterwegs. Ganz allein war ich dennoch nicht. Ein Schwan besuchte mich in der Hoffnung, etwas zu fressen zu bekommen, und am Ufer tummelte sich eine Ente mit einem Schwarm Küken.
Ein wenig abseits steht eine einzelne Laterne. Unter der habe ich sogar im Winter schon gesessen und in ihrem Licht gelesen. Jetzt klebt ein Zettel daran: Laterne außer Betrieb. Ich konnte nicht anders, als den Kopf zu schütteln. Eine Notiz anzupappen ist natürlich einfacher, als das Leuchtmittel in fünf Metern Höhe auszuwechseln. Eigentlich ein Armutszeugnis für die zuständige Behörde, welche auch immer das sein mag. Ich bin gespannt, wie lange die Stadt braucht, um dieses logistische Problem zu lösen.
Vergeblich wartete ich darauf, daß Radir vorbeikommt. Radir ist ein Kurde türkischer Herkunft, den ich vor etwa zwei Jahren an gleicher Stelle kennengelernt habe. Wie ich fand er sich zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter dort ein. Anfangs saßen wir auf zwei Bänken nebeneinander, grüßten und verabschiedeten uns. Dann kamen wir ins Gespräch. So erfuhr ich einiges über ihn. Er ist Mitte Sechzig, seit über dreißig Jahren in Deutschland und nach der ganzen Zeit als Arbeiter jetzt in Rente. Er erzählte mir über seine Familie, seine drei erwachsenen, in Köln lebenden Söhne und vieles mehr. Meistens erzählte er, und ich hörte zu. Radir plaudert gern, ohne dabei aufdringlich zu sein oder zu nerven.
Und er liebt die Tiere am und im Weiher. Die Enten, Sumpfhühner, Schwäne und Gänse, die Schildkröten und Fische. Stets hatte er Brot dabei, um das Federvieh zu füttern. Vor einem guten halben Jahr saß er betrübt da, als ich vorbeischaute. Er war beim Füttern erwischt worden und hatte von patrouillierenden Ordnungskräften eine saftige Geldstrafe aufgebrummt bekommen. Denn die Tierfütterung dort ist verboten.
Der Hintergrund ist allerdings, kein Futter in den Weiher zu werfen, weil sich in dem stehenden Gewässer sonst Algen bilden. Radir fütterte die Tiere jedoch am Ufer. Sie kannten ihn und kamen zu ihm. Das freute ihn und war so etwas wie ein kleines Quantum Lebenselixier. Als umso schmerzhafter empfand er die Bestrafung seitens der übereifrigen Behörden. Er kam dann seltener, und wir sahen uns nicht mehr so oft wie zuvor.
Nun sind wir uns schon länger nicht mehr begegnet. Auch heute war er nicht im Volksgarten. Ich hoffe, es geht ihm gut. Ich würde mich freuen, ihm demnächst wieder am Wasser auf "unserer" Bank zu begegnen.
Wie üblich spazierte ich um den Weiher herum und ließ mich auf der Parkbank nieder, die seit Jahren meine Anlaufstelle ist, um mich am Wasser niederzulassen und abzuschalten. Ich kam mir vor wie im Herbst. Es ist kühl im Volksgarten, und über den Weiher weht ein scharfer Wind. Ich war froh, eine Jacke dabei zu haben. Wo sich sonst die Sonnenanbeter tummeln, waren nur wenige andere Spaziergänger unterwegs. Ganz allein war ich dennoch nicht. Ein Schwan besuchte mich in der Hoffnung, etwas zu fressen zu bekommen, und am Ufer tummelte sich eine Ente mit einem Schwarm Küken.
Ein wenig abseits steht eine einzelne Laterne. Unter der habe ich sogar im Winter schon gesessen und in ihrem Licht gelesen. Jetzt klebt ein Zettel daran: Laterne außer Betrieb. Ich konnte nicht anders, als den Kopf zu schütteln. Eine Notiz anzupappen ist natürlich einfacher, als das Leuchtmittel in fünf Metern Höhe auszuwechseln. Eigentlich ein Armutszeugnis für die zuständige Behörde, welche auch immer das sein mag. Ich bin gespannt, wie lange die Stadt braucht, um dieses logistische Problem zu lösen.
Vergeblich wartete ich darauf, daß Radir vorbeikommt. Radir ist ein Kurde türkischer Herkunft, den ich vor etwa zwei Jahren an gleicher Stelle kennengelernt habe. Wie ich fand er sich zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter dort ein. Anfangs saßen wir auf zwei Bänken nebeneinander, grüßten und verabschiedeten uns. Dann kamen wir ins Gespräch. So erfuhr ich einiges über ihn. Er ist Mitte Sechzig, seit über dreißig Jahren in Deutschland und nach der ganzen Zeit als Arbeiter jetzt in Rente. Er erzählte mir über seine Familie, seine drei erwachsenen, in Köln lebenden Söhne und vieles mehr. Meistens erzählte er, und ich hörte zu. Radir plaudert gern, ohne dabei aufdringlich zu sein oder zu nerven.
Und er liebt die Tiere am und im Weiher. Die Enten, Sumpfhühner, Schwäne und Gänse, die Schildkröten und Fische. Stets hatte er Brot dabei, um das Federvieh zu füttern. Vor einem guten halben Jahr saß er betrübt da, als ich vorbeischaute. Er war beim Füttern erwischt worden und hatte von patrouillierenden Ordnungskräften eine saftige Geldstrafe aufgebrummt bekommen. Denn die Tierfütterung dort ist verboten.
Der Hintergrund ist allerdings, kein Futter in den Weiher zu werfen, weil sich in dem stehenden Gewässer sonst Algen bilden. Radir fütterte die Tiere jedoch am Ufer. Sie kannten ihn und kamen zu ihm. Das freute ihn und war so etwas wie ein kleines Quantum Lebenselixier. Als umso schmerzhafter empfand er die Bestrafung seitens der übereifrigen Behörden. Er kam dann seltener, und wir sahen uns nicht mehr so oft wie zuvor.
Nun sind wir uns schon länger nicht mehr begegnet. Auch heute war er nicht im Volksgarten. Ich hoffe, es geht ihm gut. Ich würde mich freuen, ihm demnächst wieder am Wasser auf "unserer" Bank zu begegnen.
Mittwoch, 18. Juni 2014
Tschüß, Spanien
Der Weltmeister ist raus, der Weltmeister fährt nach Haus. Wer hätte das gedacht? Ich nicht. Nein, die Spanier gehörten für mich vor dem Turnier beileibe nicht zu den Top-Favoriten, ebenso wenig wie die in den Himmel gelobten Brasilianer. Vor der WM sagte ich jedem, der es hören wollte oder auch nicht hören wollte, daß Spanien nicht Weltmeister wird. Nicht, weil die Spieler angeblich zu alt seien. Auch nicht, weil die Mannschaft zu satt ist. Sondern weil es jeder Wahrscheinlichkeit widersprochen hätte.
Sicher, der Titel wurde schon zweimal verteidigt. 1938 gelang dieses Kunststück Italien, 1962 den Brasilianern. Und die Kombination aus den beiden großen Turnieren gab es ebenfalls. 1972 wurde Deutschland Europameister und holte zwei Jahre später den WM-Titel. Andersrum machten es die Franzosen. 1998 holten sie den WM-Pokal, 2000 ließen sie den Europameistertitel folgen. Daß die Spanier gleich 3 Titel hintereinander holten, war für mich sensationell, aber dann den vierten Triumph folgen lassen? Beim besten Willen nicht.
Dennoch gehörten sie für mich zum erweiterten Kandidatenkreis. Daß sie schon nach den ersten beiden Vorrundenauftritten die Segel streichen müssen, ist für mich immer noch unglaublich. Da kommt mir den Sinn, was jemand nach dem ersten Deutschlandspiel sagte: "Portugiesen und Spanier können sich nach der Vorrunde einen Flieger teilen. Sie müssen ja in die selbe Richtung."
Allerdings halte ich Häme nach dem Ausscheiden der Spanier für fehl am Platz. Eben wegen dem, was Spieler und Mannschaft 2008, 2010 und 2012 geleistet haben. Das muß ihnen erst mal eine andere Nation nachmachen. Da standen großartige Spieler auf dem Platz, die eine große Mannschaft bildeten. Nun ist es vorbei, aber die errungenen Titel bleiben. Und die Namen der Spieler bleiben in Erinnerung. Daß der amtierende Weltmeister nach der Vorrunde ausscheidet, gab es übrigens schon mehrmals, zuletzt 2010, als die Italiener als Titelträger nach Hause fahren mußten.
Ein bißchen schade finde ich das Ausscheiden Spaniens aus deutscher Sicht. Ich hatte gehofft, es käme zu einer Neuauflage zwischen beiden Mannschaften und diesmal hätten wir die Nase vorn. Hat aber nicht sollen sein. Überhaupt die deutsche Mannschaft. Ich bin von einigen Leuten verlacht wurden, als ich vor der WM meine Überzeugung bekundete, es gäbe einen lockeren Durchmarsch durch die Vorrunde mit drei Siegen und neun Punkten. Dabei bleibe ich. Aber mal sehen, vielleicht gibt es ja einen kleinen Bonus für Jürgen Klinsmann und seine US-Boys.
Sicher, der Titel wurde schon zweimal verteidigt. 1938 gelang dieses Kunststück Italien, 1962 den Brasilianern. Und die Kombination aus den beiden großen Turnieren gab es ebenfalls. 1972 wurde Deutschland Europameister und holte zwei Jahre später den WM-Titel. Andersrum machten es die Franzosen. 1998 holten sie den WM-Pokal, 2000 ließen sie den Europameistertitel folgen. Daß die Spanier gleich 3 Titel hintereinander holten, war für mich sensationell, aber dann den vierten Triumph folgen lassen? Beim besten Willen nicht.
Dennoch gehörten sie für mich zum erweiterten Kandidatenkreis. Daß sie schon nach den ersten beiden Vorrundenauftritten die Segel streichen müssen, ist für mich immer noch unglaublich. Da kommt mir den Sinn, was jemand nach dem ersten Deutschlandspiel sagte: "Portugiesen und Spanier können sich nach der Vorrunde einen Flieger teilen. Sie müssen ja in die selbe Richtung."
Allerdings halte ich Häme nach dem Ausscheiden der Spanier für fehl am Platz. Eben wegen dem, was Spieler und Mannschaft 2008, 2010 und 2012 geleistet haben. Das muß ihnen erst mal eine andere Nation nachmachen. Da standen großartige Spieler auf dem Platz, die eine große Mannschaft bildeten. Nun ist es vorbei, aber die errungenen Titel bleiben. Und die Namen der Spieler bleiben in Erinnerung. Daß der amtierende Weltmeister nach der Vorrunde ausscheidet, gab es übrigens schon mehrmals, zuletzt 2010, als die Italiener als Titelträger nach Hause fahren mußten.
Ein bißchen schade finde ich das Ausscheiden Spaniens aus deutscher Sicht. Ich hatte gehofft, es käme zu einer Neuauflage zwischen beiden Mannschaften und diesmal hätten wir die Nase vorn. Hat aber nicht sollen sein. Überhaupt die deutsche Mannschaft. Ich bin von einigen Leuten verlacht wurden, als ich vor der WM meine Überzeugung bekundete, es gäbe einen lockeren Durchmarsch durch die Vorrunde mit drei Siegen und neun Punkten. Dabei bleibe ich. Aber mal sehen, vielleicht gibt es ja einen kleinen Bonus für Jürgen Klinsmann und seine US-Boys.
Montag, 16. Juni 2014
Startschuß für den nächsten Zyklus
Ich habe es gern, wenn der nächste Auftrag auf dem Tisch liegt, bevor ich mit dem aktuellen fertig bin. Das gibt eine gewisse Planungssicherheit und schützt mich vor dem süßen Müßiggang. Womit nicht gesagt ist, daß ich wirklich immer gleich mit der neuen Aufgabe anfange, wenn die vorangegangene beendet ist. Nicht selten lasse ich nach dem befreienden "Ende" unter einem Manuskript einen oder zwei Tage mit Nichtstun verstreichen, mit ziellosen Spaziergängen durch die Stadt oder gar ausschweifenden Exkursionen von einer Kneipe in die andere. Das hängt von meiner Motivation ab, vor allem aber von der zur Verfügung stehenden Zeit und der Nähe des nächsten Abgabetermines. Manchmal muß ich auch einfach nur den Kopf frei bekommen, um mich literarisch ins nächste Abenteuer stürzen zu können.
Momentan schreibe ich an der dritten FALK-Romanadaption. Heute war ein Expose für REN DHARK im elektronischen Briefkasten, und in diesem Fall mache ich es ganz anders. Ich unterbreche die Arbeit an Falk und widme mich dem Dhark, denn der Ritter hat noch Zeit, der Raumfahrer hingegen drängt sehr. Da Dhark in einem wesentlich dichteren Rhythmus erscheint, ist die Zeitspanne vom Expose-Eingang bis zur Dead Line dort generell wesentlich kürzer. Was nicht tragisch ist, da ich dermaßen im Dhark-Universum präsent bin, daß ich zum Verfassen eines Romans nur ein paar Tage brauche. Jetzt kommt wegen der bedauerlichen Krankheit des werten Expo-Schreibers ein zusätzlicher Zeitdruck hinzu. Ist aber kein Problem.
Mit dem vor mir liegenden Roman startet Ren Dhark übrigens in den nächsten Zyklus. Der dramatische Handlungsabschnitt um die vier Meter großen Kraval wurde im just erschienenen Buch abgeschlossen, ein neuer beginnt. Gleich in meinem ersten Manuskript beschäftige ich mich mit vier Wesen, die mich in ihrer Erscheinungsform schon immer fasziniert haben. Spaß an der Arbeit ist also garantiert.
Momentan schreibe ich an der dritten FALK-Romanadaption. Heute war ein Expose für REN DHARK im elektronischen Briefkasten, und in diesem Fall mache ich es ganz anders. Ich unterbreche die Arbeit an Falk und widme mich dem Dhark, denn der Ritter hat noch Zeit, der Raumfahrer hingegen drängt sehr. Da Dhark in einem wesentlich dichteren Rhythmus erscheint, ist die Zeitspanne vom Expose-Eingang bis zur Dead Line dort generell wesentlich kürzer. Was nicht tragisch ist, da ich dermaßen im Dhark-Universum präsent bin, daß ich zum Verfassen eines Romans nur ein paar Tage brauche. Jetzt kommt wegen der bedauerlichen Krankheit des werten Expo-Schreibers ein zusätzlicher Zeitdruck hinzu. Ist aber kein Problem.
Mit dem vor mir liegenden Roman startet Ren Dhark übrigens in den nächsten Zyklus. Der dramatische Handlungsabschnitt um die vier Meter großen Kraval wurde im just erschienenen Buch abgeschlossen, ein neuer beginnt. Gleich in meinem ersten Manuskript beschäftige ich mich mit vier Wesen, die mich in ihrer Erscheinungsform schon immer fasziniert haben. Spaß an der Arbeit ist also garantiert.
Freitag, 13. Juni 2014
Die Stunde der Synties
Der neue Ren Dhark ist erschienen. Der Titel Die Stunde der Synties deutet es an: einmal mehr greifen die Synties, die Energiewesen und alten Freunde der Menschheit, ins galaktische Geschehen ein. Wie immer nach einem Expose von Hajo F. Breuer, wurde der Roman von mir und den Kollegen Ben B. Black und Uwe Helmut Grave geschrieben.
Das Buch markiert gleich in doppelter Hinsicht einen Meilenstein in der Erfolgsgeschichte des dharkschen Kosmos. Zum einen schließt es den laufenden Zyklus ab. Mit dem Folgeband in zwei Monaten beginnt also ein neuer Handlungsabschnitt. Zum anderen ist es das sage und schreibe 100. Buch in der Hauptserie von Ren Dhark, sprich: die Sonderbände und Ableger-Reihen sind dabei nicht mitgezählt.
Einhundert Bände, das ist eine beachtliche Anzahl, auf die, wie ich finde, alle ehemaligen und aktuellen Beteiligten stolz sein dürfen. Ich jedenfalls freue mich, dem Autorenteam anzugehören, und hoffe, daß es mit der Serie noch lange weitergeht. Ich hätte nichts dagegen, wenn sie mich ins Rentenalter begleiten würde.
Das Buch markiert gleich in doppelter Hinsicht einen Meilenstein in der Erfolgsgeschichte des dharkschen Kosmos. Zum einen schließt es den laufenden Zyklus ab. Mit dem Folgeband in zwei Monaten beginnt also ein neuer Handlungsabschnitt. Zum anderen ist es das sage und schreibe 100. Buch in der Hauptserie von Ren Dhark, sprich: die Sonderbände und Ableger-Reihen sind dabei nicht mitgezählt.
Einhundert Bände, das ist eine beachtliche Anzahl, auf die, wie ich finde, alle ehemaligen und aktuellen Beteiligten stolz sein dürfen. Ich jedenfalls freue mich, dem Autorenteam anzugehören, und hoffe, daß es mit der Serie noch lange weitergeht. Ich hätte nichts dagegen, wenn sie mich ins Rentenalter begleiten würde.
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Veröffentlichung
Donnerstag, 12. Juni 2014
Der Rat der alten Meister
Es gibt acht von jenen in der Überschrift genannten alten Meistern, wenn auch in anderer als körperlicher Form. Wer die alten Raumschiff Promet-Abenteuer kennt, der weiß, wovon ich rede. Allen anderen werde ich nicht zu viel verraten. Nur das: Der Rat der alten Meister war einer der möglichen fünf Titel, die ich mir überlegt hatte. Die Entscheidung für den schlußendlichen Romantitel fiel jedoch auf eine der vier Alternativen.
Wovon ich rede? Vom neunten Band der Taschenbuchreihe, die unter dem Seriennamen "Raumschiff Promet - Von Stern zu Stern" erscheint. Als "Raumschiff Promet Neo" bezeichnet Herausgeber Jörg Kaegelmann sie auch, da es sich um Neuschreibungen der klassischen Ausgaben handelt. Die Exposes für die moderne Fassung stammen übrigens von der ebenso rührigen wie hinreißenden Kollegin Vanessa Busse.
Ich habe das Manuskript für Band 9 schon vor einigen Tagen fertiggestellt, vor dem Coloniacon. Jetzt bin ich gerade mit der abschließenden Durchsicht beschäftigt. Einige Kollegen nehmen diese am liebsten am Stück vor, weil sie dann den besten und zeitnahesten Überblick haben. Ich hingegen bevorzuge es häppchenweise, da ich festgestellt habe, daß ich dann am stärksten konzentriert und fokussiert bin. Je weniger Lektorat und Korrektorat später mit einem Manuskript zu tun haben, umso zufriedener bin ich.
Wovon ich rede? Vom neunten Band der Taschenbuchreihe, die unter dem Seriennamen "Raumschiff Promet - Von Stern zu Stern" erscheint. Als "Raumschiff Promet Neo" bezeichnet Herausgeber Jörg Kaegelmann sie auch, da es sich um Neuschreibungen der klassischen Ausgaben handelt. Die Exposes für die moderne Fassung stammen übrigens von der ebenso rührigen wie hinreißenden Kollegin Vanessa Busse.
Ich habe das Manuskript für Band 9 schon vor einigen Tagen fertiggestellt, vor dem Coloniacon. Jetzt bin ich gerade mit der abschließenden Durchsicht beschäftigt. Einige Kollegen nehmen diese am liebsten am Stück vor, weil sie dann den besten und zeitnahesten Überblick haben. Ich hingegen bevorzuge es häppchenweise, da ich festgestellt habe, daß ich dann am stärksten konzentriert und fokussiert bin. Je weniger Lektorat und Korrektorat später mit einem Manuskript zu tun haben, umso zufriedener bin ich.
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Mittwoch, 11. Juni 2014
Ein Besucher bespricht den Coloniacon
"So geriet der ColoniaCon 2014 zur Fackelübergabe: Schon bei der offiziellen Begrüßung durch Achim Mehnert wurden die kommenden Con-Macher vorgestellt. Und damit war der ColoniaCon gleich mit einer ‚positiven Zukunftsvision’ eingeleitet."
Obige Worte schreibt Ben Calvin Hary in seiner ausführlichen Besprechung über den diesjährigen Coloniacon. Ihm hat der Con gefallen - das merkt man, und das freut mich natürlich. Den kompletten Artikel auf der Seite des Perry Rhodan Online Clubs findet man hier:
http://www.proc.org/2014/06/10/fackeluebergabe-beim-colonia-con/
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Coloniacon,
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Science Fiction
Dienstag, 10. Juni 2014
Nach dem Coloniacon schaute der Weltuntergang vorbei
Wenn der Dom einst fertig sei, ginge die Welt unter, sagt man in Köln. Nach dem Tod des letzten Ritters der Tiefe werden gar die Sterne verlöschen, heißt es ein paar Etagen höher. Ersteres Szenario ist nicht zu befürchten, da der Kölner Dom ohnehin niemals fertig werden wird, und zweiteres entstammt der Welt der Literatur und Mythologie. Daß der Weltuntergang zuweilen schon mal an die Tür klopft, haben wir gestern erlebt.
Ein paar Besucher des Coloniacons haben das Pfingstwochenende genutzt, um länger in Köln zu bleiben. Daher trafen wir uns Montag am späten Nachmittag zum Essen im Reissdorf Brauhaus. Die Hitze bei Temperaturen um die 35 Grad war lähmend, und es regte sich kein Lüftchen. In der Hoffnung, dass es am Wasser etwas erträglicher sei, beschlossen wir, hinunter zum Rhein zu gehen. Der Spaziergang entwickelte sich zur kleinen Sightseeing-Tour. Wir bestiegen die Aussichtsplattform auf dem Schokoladen-Museum, und ich führte unsere Gäste durch den neugestalteten Rheinauhafen und vorbei am Yachthafen zu den Kranhäusern, die begeistert fotographiert wurden. Ich mag sie bekanntlich nicht, aber beeindruckend sind sie allemal. Dann ging auf einmal alles ganz schnell.
Binnen Minutenfrist wurde es nachtschwarz. Wo bei schönstem Sommerwetter eben noch ausgelassenes Treiben geherrscht hatte, brach Chaos aus. Von Südwesten her rauschte eine düstere, brodelnde Front heran, wie ich sie zuweilen schon in Manuskripten beschrieben, mit eigenen Augen aber noch nicht gesehen habe. Zumindest nicht in dieser rasenden Schnelligkeit. Der Anblick war unheimlich, richtiggehend bedrohlich. Wir überlegten, ob es nicht besser sei, irgendwo Unterschlupf zu suchen, als auch schon die ersten Sturmböen über die Uferpromenade peitschten, Laub und Sand aufwirbelten und sich an den Fassaden der Häuser austobten. Bäume wurden vom Sturm geschüttelt wie Spielzeuge, die jeden Augenblick durchbrechen konnten.
Dann setzte der Regen ein, in wahren Sturzbächen, und mir fiel ein, daß ich zu Hause sämtliche Fenster in Kippstellung hatte. In der neunten Etage kann sich das bei einem solchen Unwetter fatal auswirken. Also ignorierte ich den Sturm und die Wassermassen mit Todesverachtung. Die Verabschiedung fiel kurz und herzlich aus, um rasch ein Taxi zu entern. Da war die Rheinuferstraße teilweise schon überspült. Ich gelangte jedoch nach Hause, ohne daß dort eine Katastrophe eingetreten war, und knallte sämtliche Fenster zu. Auf den Schreck ging ich mit dem verbliebenen Bernd Gemm ein paar kalte Kölsch trinken. Das Unwetter brachte einen großen Vorteil in Form eines gehörigen Temperatursturzes mit sich, und der war dringend nötig.
Ein paar Besucher des Coloniacons haben das Pfingstwochenende genutzt, um länger in Köln zu bleiben. Daher trafen wir uns Montag am späten Nachmittag zum Essen im Reissdorf Brauhaus. Die Hitze bei Temperaturen um die 35 Grad war lähmend, und es regte sich kein Lüftchen. In der Hoffnung, dass es am Wasser etwas erträglicher sei, beschlossen wir, hinunter zum Rhein zu gehen. Der Spaziergang entwickelte sich zur kleinen Sightseeing-Tour. Wir bestiegen die Aussichtsplattform auf dem Schokoladen-Museum, und ich führte unsere Gäste durch den neugestalteten Rheinauhafen und vorbei am Yachthafen zu den Kranhäusern, die begeistert fotographiert wurden. Ich mag sie bekanntlich nicht, aber beeindruckend sind sie allemal. Dann ging auf einmal alles ganz schnell.
Binnen Minutenfrist wurde es nachtschwarz. Wo bei schönstem Sommerwetter eben noch ausgelassenes Treiben geherrscht hatte, brach Chaos aus. Von Südwesten her rauschte eine düstere, brodelnde Front heran, wie ich sie zuweilen schon in Manuskripten beschrieben, mit eigenen Augen aber noch nicht gesehen habe. Zumindest nicht in dieser rasenden Schnelligkeit. Der Anblick war unheimlich, richtiggehend bedrohlich. Wir überlegten, ob es nicht besser sei, irgendwo Unterschlupf zu suchen, als auch schon die ersten Sturmböen über die Uferpromenade peitschten, Laub und Sand aufwirbelten und sich an den Fassaden der Häuser austobten. Bäume wurden vom Sturm geschüttelt wie Spielzeuge, die jeden Augenblick durchbrechen konnten.
Dann setzte der Regen ein, in wahren Sturzbächen, und mir fiel ein, daß ich zu Hause sämtliche Fenster in Kippstellung hatte. In der neunten Etage kann sich das bei einem solchen Unwetter fatal auswirken. Also ignorierte ich den Sturm und die Wassermassen mit Todesverachtung. Die Verabschiedung fiel kurz und herzlich aus, um rasch ein Taxi zu entern. Da war die Rheinuferstraße teilweise schon überspült. Ich gelangte jedoch nach Hause, ohne daß dort eine Katastrophe eingetreten war, und knallte sämtliche Fenster zu. Auf den Schreck ging ich mit dem verbliebenen Bernd Gemm ein paar kalte Kölsch trinken. Das Unwetter brachte einen großen Vorteil in Form eines gehörigen Temperatursturzes mit sich, und der war dringend nötig.
Sonntag, 8. Juni 2014
Wachablösung auf dem Coloniacon 2014
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| Links die Noch-Veranstalter Zimmermann und Mehnert, rechts die künftigen Organisatoren von Euw und Robker. |
Das beendeten Ralf und ich gleich bei unserer Eröffnungsansprache an die zahlreichen Besucher. Schluß mit der Organisation. Wir hören auf, das stand schon vorher fest. Doch zum Glück haben sich zwei Nachfolger gefunden, in deren Händen die Geschicke des Cons künftig liegen werden. Bernd Robker und Daniel von Euw führen die traditionsreiche Veranstaltung im Kölner Jugendpark fort, das freut mich. Die beiden waren folgerichtig bei der Begrüßung mit auf der Bühne, damit sich das Publikum gleich an die neuen Gesichter gewöhnen konnte. An die neuen Gesichter in diesem Kontext, meine ich. Denn unbekannt in der Szene sind Daniel und Bernd ja nun beileibe nicht.
Gleich anschließend an die Eröffnung blieb ich auf der Bühne, und mein Kollege Ben B. Black gesellte sich dazu. Wir plauderten über Ren Dhark, die aktuelle Handlung, die Ursprünge und gaben einen kleinen Ausblick in die Zukunft, inklusive einer Leseprobe aus dem nächsten Buch. Der Programmpunkt war gut besucht und das Publikum wißbegierig. Das hat Spaß gemacht.
Doch das war es für mich auch, was das Programm anging. Danach blieb mir keine Zeit mehr, irgendwo hinzuschauen, weil es - das Schicksal eines Veranstalters - immer etwas zu tun gab. Das Schleppen von Tischen und Stühlen war zwar erst zum Conende wieder angesagt, aber tagsüber hievte ich einige Hektoliter Getränke aus dem Kühlwagen hinter die Theke. Eine schweißtreibende Tätigkeit bei Temperaturen oberhalb der 30 Grad. Außerdem sind zwischendurch geschätzte tausend weitere Kleinigkeiten zu erledigen. Nach den beiden Tagen bin ich ziemlich geschafft.
Diese Zeilen schreibe ich gerade im Reissdorf Brauhaus, wo der kleine Nachcon stattfindet. Wir sitzen in gemütlicher Runde zusammen, lassen uns das kalte Kölsch schmecken und warten auf das bestellte Essen. Im Nachhinein merke ich so richtig, was ich verpaßt habe. Das ist mir früher nie so richtig aufgefallen - oder ich habe es gleichgültiger in Kauf genommen. Es waren viele Besucher da, die ich seit Jahren kenne und über deren Anwesenheit ich mich gefreut habe. Leider blieb es dabei, ihnen die Hand zu schütteln und ein paar wenige Worte zu wechseln. Für Unterhaltungen blieb mir einfach keine Zeit. Schade.
Beim nächsten Coloniacon wird das anders werden. Versprochen.
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