Der neue Ren Dhark ist erschienen, und meine Belegexemplare sind eingetroffen. Den Roman habe ich diesmal zusammen mit Jan Gardemann und Nina Morawietz geschrieben. Das Exposé zum 68. Band von Weg ins Weltall stammt von Ben B. Black, das Titelbild wie immer von Ralph Voltz. Wohin es Ren Dhark und die Point of im neuen Buch verschlägt, verrät der Titel Welt der Kenporim. Was es allerdings mit dieser Welt auf sich hat, müsst ihr selbst lesen.
Der Klappentext - der gar kein Klappentext ist, sondern ein Rückseitentext - offenbart über den Buchinhalt folgendes: "Die beiden GSO-Agenten Ömer Giray und Liv Sanders erfahren mehr und mehr über die Machenschaften der Vereinigung der Alten Völker. Allerdings kommen sie dabei auch einem nicht gerade zimperlichen Utaren sehr nahe, an dem sich schon andere die Zähne ausgebissen haben. Etwa zur selben Zeit werden Ren Dhark und seine Begleiter gezwungen, länger in der Galaxis Voktar zu verbleiben, als ihnen allen lieb ist. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, in die heimatliche Milchstraße zurückzukehren, stoßen sie auf die Welt der Kenporim."
Mein Leben spielt sich ab zwischen Dom und Rhein. Zwischen Schreibtisch, Fußballplatz, Konzerthalle und Kneipe. Auf der Straße. Virtuell und in der Wirklichkeit. Und sogar in den Köpfen mancher Leute. Ein bißchen von alledem findet hier seinen Niederschlag.
Sonntag, 23. April 2017
Donnerstag, 20. April 2017
William Voltz - Galaktische Station 17
Transmitterstationen durchziehen die
Milchstraße, die ein müheloses und weitgehend zeitverlustfreies
Reisen von einer Welt zur anderen ermöglichen. Allerdings sind sie
Völkern vorbehalten, die die sogenannte Allianz bilden, einen
Völkerbund, dem auch die Menschen angehören. Spezies, die wegen
Verfehlungen aus der Allianz ausgeschlossen werden, verlieren das
Privileg, die Transmitterverbindungen zwischen den galaktischen
Stationen benutzen zu dürfen. Für sie ist es wie ein Rückschritt
in die Steinzeit, und einige dieser Völker schließen sich zu den
Abtrünnigen zusammen.
Der Terraner Curd Seay ist seit acht
Jahren Wächter auf einer dieser Stationen, der Galaktischen Station
17, und er versieht seine Arbeit mit Hingabe. Es ist eine einsame
Aufgabe. Zwar kommt es zu häufigen, doch oberflächlichen Kontakten
mit den Reisenden. Seays einzige dauerhafte Gefährten sind ein
anhänglicher Hund und ein altersschwacher Roboter. Zu beiden
unterhält er eine emotionale Beziehung. Unwillkürlich musste ich an
Perry Rhodan-Roman 757 denken, ebenfalls von William Voltz
geschrieben, in dem Alaska Saedelaere auf die verwaiste Erde
zurückkehrt und sich mit einem herrenlosen Hund zusammentut, den er
Callibso nennt.
Eines Tages wird ein Planet der Allianz
von Raumschiffen überfallen, die eine irdische Kennung tragen.
Tatsächlich stecken die Abtrünnigen hinter dem Überfall, doch das
interessiert die Allianz nicht. Zur Strafe schließt sie Terra aus
dem Völkerbund aus. Sämtliche terranischen Wächter werden durch
Angehörige anderer Völker ersetzt. Lediglich Curd Seay darf
vorübergehend und nach eingehender Überprüfung seiner Loyalität
seinen Dienst weiter versehen. Dadurch und durch die exaltierte
Position der Galaktischen Station 17 steht er schon bald im
Brennpunkt der Ereignisse, die auf einen interstellaren Krieg
zusteuern. Als die Station besetzt wird, setzt Seay alles daran, den
drohenden Krieg zu verhindern.
William Voltz legte mit dem 1984 bei
Moewig erschienenen Roman ein klassisches Weltraumabenteuer vor. Die
stringent erzählte Geschichte entwickelt sich vom Alltagsleben des
Protagonisten, in das sich früh ein dramatischer Zwischenfall
mischt, zu einem Höhepunkt, in dem es um nicht weniger als Sein oder
Nichtsein geht. Die durchgehend spannende Handlung, flüssig und mit
beschwingter Feder geschrieben, packte mich über weite Strecken als
echter Pageturner mit einem äußerst sympathischen Handlungsträger.
Doch William Voltz belässt es nicht
bei einer spannenden und abenteuerlichen Geschichte. Er benutzt sie
als Vehikel, um für Verständnis und Toleranz zu werben.
Unterschiede zwischen den einzelnen Völkern sind selbstverständlich
und lassen sich nicht glattbügeln, und das sollen sie auch gar
nicht. Viel wichtiger ist es, so WiVos Credo, die Unterschiede zu
akzeptieren, auch wenn man sie aus der eigenen Sichtweise nicht
versteht. Im Gegensatz zu manch anderem – und das sehe ich in der
heutigen Politik und Gesellschaft stärker denn je – braucht Voltz
weder erhobenen Zeigefinger noch überhöhte Mahnung, sondern ordnet
diese Botschaft ganz unaufdringlich der Geschichte unter, die ich
tatsächlich mehr oder weniger in einem Zug durchgelesen hab.
Galaktische Station 17 ist auch über
dreißig Jahre nach Erscheinen noch ein empfehlenswerter Roman. Und
ich halte jetzt Ausschau nach den nächsten Voltz-Romanen, die mir
noch in meiner Sammlung fehlen. Denn WiVo zu lesen macht mir heute
noch genauso viel Spaß wie zu meiner Schul- und Jugendzeit.
William Voltz: Galaktische Station 17
Moewig Science Fiction 3828
Arthur Moewig Verlag 1984
Taschenbuch, ca. 160 Seiten, DM 8,80
Mit einem Vorwort von William Voltz.
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Buchbesprechung,
Science Fiction,
William Voltz
Mittwoch, 19. April 2017
Classic Rock 59
Vom Titelbild der April-Ausgabe schaut
einem ein grimmig dreinblickender Jim Morrison entgegen. Der
Aufmacher ist das vor 50 Jahren erschienene Debütalbum. Vierzehn
Seiten sind dem Quartett, das die Welt musikalisch auf den Kopf
stellte und bis heute tiefe Spuren hinterlassen hat, und seinem
ersten Album gewidmet. Ein paar Songs von ihnen gibt es, bei denen
brauche ich bloß die Augen zuzumachen, um das Gefühl zu haben, mich
schlagartig in einem anderen Universum aufzuhalten, und wenn The End
Apokalypse Now einen noch düstereren Anstrich verleiht, als ihn der
Film ohnehin hat, geht es kongenialer kaum. Doch mindestens ebenso
viel von den Doors hat sich mir nie erschlossen. Zum
Komplettverständnis hätten sie mir vielleicht den Weg in die
nächste Whiskybar zeigen müssen.
Ganz anders Deep Purple, die ich seit
Dekaden aufsauge und die bekanntlich zu meinen All Time Favourites
gehören. Sie sind inzwischen seit 50 Jahren dabei. Im Vorfeld des
neuen, des 20. Studioalbums sprossen die Spekulationen wie Krokusse
im Frühjahr, trägt das Album doch den reichlich
Interpretationsspielraum gewährenden Titel Infinite. Das letzte
Album? Okay. Das hörte man andeutungsweise. Aber darüber hinaus?
Womöglich das Ende der Band? Für mich unvorstellbar – obwohl mein
Glaube an das Unendliche in der Rockmusik nach Lemmys Tod und der
Final Tour von Black Sabbath doch arg ins Wanken geraten ist. Aber
ich will ja nicht das Schlimmste annehmen, sondern das Beste. Also
weitermachen, bitte. Zu diesem und anderen Themen interviewt Paul
Schmitz das einzig durchgängige Stammmitglied von Deep Purple Ian
Paice. Nach dem Lesen bin ich, wie ich gestehen muss, nicht viel
schlauer als vorher. Ein abruptes Ende der Band wird es zumindest
nicht geben, und das ist schon mal viel wert.
Die Meilensteine beleuchten Eddie
Cochrans tragisch-frühen Tod, des just verstorbenen Jaki Liebezeit
wird gedacht, und Steel Panther kommen mit einigen ihrer Aussagen
mehr als merkwürdig daher. Bonfire setzen noch immer volle Fahrt
voraus, in den Rock-Mythen gibt es mit dem Tod des Soul-Prinzen
Marvin Gaye eine weitere Tragik zu bedauern, und Blackberry Smoke,
von denen ich nichts bewusst kenne, muss ich mir wirklich mal zu
Gemüte führen. Nett der Blick auf alte Eintrittskarten, sammle ich
die meinen doch auch schon seit dreieinhalb Dekaden. Steve Hackett
gibt sich im Interview charmant und bleibt politisch-kritisch auf
Kurs, Wilko Johnson ist dem Tod von der Schippe gesprungen, und John
Watt und Fischer Z sind immer noch da. Hach ja, Red Skies Over
Paradise. Ein Highlight ist die Werkschau-Auslese von Judas Priest. Die Truppe um Rob Halford gehört für mich zu den Speerspitzen nicht nur der NWOBHM, sondern des Metal generell, des melodischen noch dazu.
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Freitag, 14. April 2017
Jimmy witzelt
Das tut der künstliche Scotchterrier diesmal ausgiebig. Er wird damit einmal mehr dem Kosenamen gerecht, mit dem ihn sein Erbauer Chris Shanton zuweilen belegt: Kodderschnauze. Ansonsten wird der kleine Roboterhund mit den zahlreichen Fähigkeiten zuweilen als Brikett auf Beinen bezeichnet, was seinem pechschwarzen Fell geschuldet ist.
Ich habe das nächste Manuskript für
Ren Dhark fertiggestellt. Die Akte Grovis läutet das letzte
Viertel des laufenden Zyklus ein. Beim Schreiben fiel mir auf, dass
sich Jimmy, ohne dass mir das bislang richtig aufgefallen wäre,
immer mehr zu einer meiner Lieblingsfiguren entwickelt. Als humoriges
Element muss er nicht immer mit dem Ernst zur Sache gehen wie
beispielsweise Ren Dhark selbst. Also können er und ich schon mal
Blödsinn machen.
Ren Dhark selbst steht in meinem neuen
Manuskript im Mittelpunkt der Handlung. Zusammen mit einem Außenteam
sucht er in einer merkwürdigen kosmischen Enklave nach
Informationen. Die könnten sich als lebenswichtig erweisen, denn
noch immer sitzen die Raumfahrer von der Erde als Gestrandete in der
Galaxis NGK 3109 fest, in Voktar, wie die Kleingalaxis von ihren Bewohnern genannt wird, und werden gejagt von den erbarmungslosen
Friedensstiftern und deren schießwütigen Vasallen. Auch meine
anderen Lieblingsfiguren Chris Shanton und Arc Doorn sind mit von der
Partie, ebenso wie der zur Künstlichen Intelligenz gewordene Roboter
Artus und einige Cyborgs.
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Manuskript,
Ren Dhark,
Science Fiction
Donnerstag, 13. April 2017
Waldemar Kumming 1924 - 2017
In der deutschen Science Fiction-Szene
gehörte Waldemar Kumming, geboren am 31. Juli 1924, zu den
Urgesteinen. Untrennbar verbunden ist sein Name mit dem Fanzine
Munich Round Up, das er 1958 mit einigen anderen Fans aus der
Taufe hob. MRU, wie es abgekürzt wurde, widmete er sich über
fünfzig Jahre lang. Ich erinnere mich daran, in den Achtziger Jahren
die eine oder andere Ausgabe in der Hand gehabt zu haben.
Überhaupt war Waldemar Kumming über Dekaden im nationalen wie im internationalen Fandom aktiv. So war er auf zahlreichen SF-Cons anzutreffen, beispielsweise auf den Jahrescons des Science Fiction Club Deutschland oder auf verschiedenen Worldcons. Ich habe ihn – auch das muss in den Achtziger Jahren gewesen sein – ein paar Mal gesehen, doch stets nur aus der Ferne. Zu einem persönlichen Kontakt kam es nie.
Waldemar Kumming wurde auf dem Worldcon 2005 mit dem Big Heart Award für seine internationalen Aktivitäten ausgezeichnet. Er starb, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am 5. April 2017. Waldemar wurde 92 Jahre alt.
Überhaupt war Waldemar Kumming über Dekaden im nationalen wie im internationalen Fandom aktiv. So war er auf zahlreichen SF-Cons anzutreffen, beispielsweise auf den Jahrescons des Science Fiction Club Deutschland oder auf verschiedenen Worldcons. Ich habe ihn – auch das muss in den Achtziger Jahren gewesen sein – ein paar Mal gesehen, doch stets nur aus der Ferne. Zu einem persönlichen Kontakt kam es nie.
Waldemar Kumming wurde auf dem Worldcon 2005 mit dem Big Heart Award für seine internationalen Aktivitäten ausgezeichnet. Er starb, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am 5. April 2017. Waldemar wurde 92 Jahre alt.
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Science Fiction,
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Todesfälle
Montag, 3. April 2017
Kölner Szenewirt Clemens Böll gestorben
Wenn in Zusammenhang mit Köln der Name Böll fällt, denkt man unwillkürlich an Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll. Doch auch dessen Neffe ist eine stadtbekannte Kölner Persönlichkeit. Clemens Böll hat sich über rund vier Dekaden einen Namen in der Kölner Kneipenszene gemacht.
Bekannte Namen haben die Läden, an deren Eröffnung er beteiligt war oder die er bewirtete, beispielsweise das Alcazar, das Tingel Tangel und am Barbarossaplatz der Rockschuppen Luxor. Und natürlich das Chlodwig-Eck, für mich ganz besonders das Chlodwig-Eck, nur einen Steinwurf entfernt vom Chlodwigplatz am Eingang zur Annostraße gelegen, gleich neben dem dortigen Obdachlosenasyl und mit Blick aufs Severinstor.
Ich lernte das Chlodwig-Eck in den frühen Achtziger Jahren kennen. Wenige Fußminuten weiter, im Humboldt-Gymnasium, kämpfte ich mich durch meine Oberstufenzeit. Statt dem Unterrichtsstoff zu folgen, begab ich mich oft genug schon vormittags ins Chlodwig-Eck, mit T. und O., und wir hingen dort ab, weil auch die BAP-Musiker zu Beginn ihrer Karriere dort ihr Wohnzimmer aufgeschlagen hatten.
Sicher hat uns Clemens damals so manches Kölsch serviert, wenn ich auch gestehen muss, mich heute nicht mehr an ihn hinter der Theke erinnern zu können. Nun ist Clemens Böll im Alter von 71 Jahren gestorben. Mit ihm geht ein Stück Kölner Kneipenkultur, obwohl das Chlodwig-Eck schon lange ohne ihn weiterbesteht. In Köln wurde schon zu Clemens Bölls Lebzeiten ein Bier nach ihm benannt, das Böll-Bier.
Sonntag, 26. März 2017
Sprechblase 236
Die 236. Ausgabe der Sprechblase legt den Schwerpunkt auf Michel Vaillant, den ich aus den Zack-Heften der Siebziger Jahre kenne. Die Rennfahrerserie, die Zeichner und Autor Jean Graton, heute 93 Jahre alt, 1957 schuf, umfasst mittlerweile über siebzig Alben und erfreut sich bis heute mit neuen Geschichten großer Beliebtheit. Auf dreißig Seiten befasst sich die Sprechblase mit dem bekannten, dem neuen und dem unbekannten Michael Vaillant und wartet dabei mit einer Fülle an Informationen und Bildmaterial auf. Interessant fand ich vor allem den Bericht über diverse Vaillant-Kurzgeschichten, die für die Werbebranche entstanden und nie auf Deutsch erschienen sind. Eins dieser Abenteuer, vierseitig, findet sich hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung.
Thematisch naheliegend ist die neue Welle der Rennfahrercomics im Windschatten von Michel Vaillant, eine mehrseitige Fleißarbeit, so dass das halbe Heft von diesem Thema beherrscht wird. Anderweitige Artikel fallen demzufolge eher kurz aus. Mit dem zur Verfügung stehenden Platz hat die Sprechblase bei dem stets vorliegenden Material ohnehin in jeder Ausgabe zu kämpfen. Stefan Meduna beschäftigt sich mit der Rückkehr des Corto Maltese, und Herbert Heinzelmann blickt zurück auf den 17. Erlanger Comic Salon. Eine Würdigung erfährt der im vergangenen Jahr verstorbene italienische Zeichner Gallieno Ferri, ebenso die Luxemburger Ikone Luke Haas durch die Worte seiner Tochter Natalie. Herausgeber Gerhard Förster beschäftigt sich mit Russ Mannings in Zeitungen erschienenen Tarzan Daily Strips, und Asterix erobert wieder einmal Rom.
Opulente achtzehn Comicseiten schließen das neue Sigurd-Abenteuer um die Rätsel von Rothenstein ab. Anlässlich der auch bereits in Albumform publizierten Geschichte, die Gerhard Förster und Martin Frei auf die Beine gestellt haben, interviewt der eine den anderen. Der schöne zweiseitige Funny "Gefährliche Liebschaften" legt augenzwinkernd dar, wie Gerhard sich bei der Ausarbeitung der weiblichen Figuren in eben jene verliebt hat. Harrys bunter Medienmix und die Generation Lehning runden das Heft ab. Hundert proppevolle Magazinseiten bieten wieder einmal eine Menge, sodass die Sprechblase Pflichtlektüre und Lesevergnügen gleichermaßen bleibt.
Thematisch naheliegend ist die neue Welle der Rennfahrercomics im Windschatten von Michel Vaillant, eine mehrseitige Fleißarbeit, so dass das halbe Heft von diesem Thema beherrscht wird. Anderweitige Artikel fallen demzufolge eher kurz aus. Mit dem zur Verfügung stehenden Platz hat die Sprechblase bei dem stets vorliegenden Material ohnehin in jeder Ausgabe zu kämpfen. Stefan Meduna beschäftigt sich mit der Rückkehr des Corto Maltese, und Herbert Heinzelmann blickt zurück auf den 17. Erlanger Comic Salon. Eine Würdigung erfährt der im vergangenen Jahr verstorbene italienische Zeichner Gallieno Ferri, ebenso die Luxemburger Ikone Luke Haas durch die Worte seiner Tochter Natalie. Herausgeber Gerhard Förster beschäftigt sich mit Russ Mannings in Zeitungen erschienenen Tarzan Daily Strips, und Asterix erobert wieder einmal Rom.
Opulente achtzehn Comicseiten schließen das neue Sigurd-Abenteuer um die Rätsel von Rothenstein ab. Anlässlich der auch bereits in Albumform publizierten Geschichte, die Gerhard Förster und Martin Frei auf die Beine gestellt haben, interviewt der eine den anderen. Der schöne zweiseitige Funny "Gefährliche Liebschaften" legt augenzwinkernd dar, wie Gerhard sich bei der Ausarbeitung der weiblichen Figuren in eben jene verliebt hat. Harrys bunter Medienmix und die Generation Lehning runden das Heft ab. Hundert proppevolle Magazinseiten bieten wieder einmal eine Menge, sodass die Sprechblase Pflichtlektüre und Lesevergnügen gleichermaßen bleibt.
Montag, 20. März 2017
Dudelsack und roter Hut
Hansrudi Wäschers Ritter Falk von
Steinfeld und Bingo Della Rocca setzen ihre Reise in den Süden fort,
sowohl in ihrer als auch in unserer Realzeit. Den Winter über haben
sie gerastet und es sich in der Wärme einer Burg gutgehen lassen, da
der Weg über die Alpen unpassierbar war – und ich habe sie rasten
lassen. Nun, bei Frühjahrseinbruch, sind die Wege und Pfade
schneefrei und die Brücken und Steige im Gebirge wieder passierbar.
Wir erinnern uns: Bingo hat einerseits Sehnsucht nach seiner Heimat
und möchte sie endlich wieder einmal besuchen, und andererseits
braucht er neue Zutaten für seine Zaubertricks, die er nur im
Morgenland erhält.
Mit einem Lächeln im Gesicht habe ich
die Arbeit an einem weiteren Manuskript für die Falk-Buchreihe
beendet. Zumindest kam es mir so vor, denn es gab eine Menge witziger
Szenen, die nicht weniger Spaß gemacht haben als die spannenden und
actionreichen. Im Vergleich zu den ersten sechs Falk-Büchern sticht
ein Unterschied hervor. Es gibt keine stringente Romanhandlung, wie
der Leser es gewohnt ist, da es sich bei der Adaption nicht um eine
lange Wäscher-Geschichte handelt. Stattdessen umfasst die
Buchversion den Inhalt von fünf Falk-Sonderbänden. Ich würde es
vergleichen mit fünf Kurzgeschichten oder Erzählungen, die jeweils
in sich abgeschlossen sind, allerdings durch einen sie miteinander
verbindenden roten Faden durchaus auch als Roman gelesen werden
können. Erscheinen wird das Buch nach dem noch ausstehenden 6.
Abenteuer Eine Sage wird Wirklichkeit. Ein Titel steht derzeit
noch nicht fest.
Natürlich ist der Reiseweg – was
unsere Helden erfahren müssen und Autor und Leser gleichermaßen
freut – lang und steckt voller Gefahren. So ist die Überschrift
dieses Posts nicht willkürlich gewählt. In der Geschichte spielen
sowohl ein Dudelsack als auch ein markanter roter Hut wichtige
Rollen. In einer Burgruine sehen sich Falk und Bingo zudem
unvermittelt einem fliegenden Geist gegenüber. Ein alter Freund
Bingos scheint zum geldgierigen Vampir geworden zu sein, und die
Freunde treffen sogar auf einen Drachen und einen Drachentöter. Wenn
da mal alles mit rechten Dingen zugeht.
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Manuskript
Sonntag, 19. März 2017
Classic Rock 58
In der März-Ausgabe meines bevorzugten
Musik-Magazins beschäftigen sich Redakteure und Mitarbeiter mit den
„100 besten Alben der 80er“. Eine solche Aufstellung ist
natürlich subjektiv bis zum geht-nicht-mehr, und das ist das Gute
daran. Man mag zustimmen, man kann zweifeln, man darf sich daran reiben. Es gibt Konsens, es gibt Dissens. Wie schlimm wäre es doch, hätten alle den gleichen Geschmack. Ich mag
solche Contests, ähnlich wie die Jahresrückblicke im Best-of-Modus.
In den vorliegenden Top 100 findet sich alles: von Industrial
(Bauhaus) bis Punk (Dead Kennedys), von AOR (Foreigner) bis Heavy
Metal (Metallica), von Folk-Punk (The Pogues) bis zu
Singer/Songwriter-Folk (Bob Dylan), dazu ganz viel Pop und einige
Sachen, die ich nicht zuordnen kann – was man ja auch beileibe
nicht bei allem muss.
Auf dem Siegertreppchen tummelt sich
der Heavy Metal. Auf Platz 3 liegt High'n'Dry von Def Leppard, davor
rangiert Van Halen mit Women And Children First, und ganz oben steht
Black Sabbath mit dem durchaus epochalen Heaven And Hell. Sechzehn
der aufgeführten Alben sind in meinem Besitz, manche kenne ich
nicht, nicht einmal die Bands. Bei anderen wundere ich mich. Iron
Maidens Piece Of Mind statt Number Of The Beast? Springsteens Tunnel
Of Love statt des Jahrhundertwerks Born In The USA? Von den Großtaten
der Dire Straits gar nichts? Auch keine Guns'N'Roses? Die Regeln
könnten eine Erklärung dafür liefern, zum Beispiel: „Die
bekanntesten Alben sind tabu.“ Aha. Neil Youngs Freedom ist dabei
und wäre es bei mir auch. Aber Manowar mit Battle Hymns? Nun ja.
Aber wie gesagt, darüber kann man trefflich streiten, und das ist
schön.
Selbstverständlich hat die 58. Ausgabe
von CLASSIC ROCK auch darüber hinaus eine Menge zu bieten. Die
Rückblende dreht sich diesmal um Randy Rhoads. Ozzys Knappe starb
vor 35 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Kein Jahr zuvor war der
junge Ausnahmegitarrist vom Fachblatt Guitar Player als bestes neues
Talent ausgezeichnet worden. Eine Tragödie, fürwahr. Chris
Franzkowiak würdigt in seinem Artikel „Judas Priest – Zeitgeist
auf der Überholspur“ das vor 30 Jahren erschienene bahnbrechende
Album Turbo, und die Werkschau-Auslese widmet sich den
AOR-Urgesteinen Survivor. Dass die Wirklichkeit die Berichterstattung
zuweilen weit hinter sich lässt oder gar ad absurdum führt, beweist
der Tod von Rick Parfitt. Wurde in der vorigen Ausgabe noch
verkündet, der Status Quo-Gitarrist befinde sich nach schweren
gesundheitlichen Problemen auf dem Weg der Besserung, gibt es diesmal
einen Nachruf auf den jüngst Verstorbenen. Auch das tragisch.
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Donnerstag, 9. März 2017
Hubert Haensel - Unendliches All
Darauf muss ich an dieser Stelle natürlich unbedingt hinweisen, weil ich mich über die Veröffentlichung freue: Nun ist er da, der lang erwartete Nick-Roman von Hubert Haensel. Mit Band 7, Unendliches All, legt der bekannte Autor, der unter anderem für Perry Rhodan schreibt und für Ren Dhark schrieb, einen Gastbeitrag für die Nick-Reihe vor, auf den viele seiner Fans gewartet haben.
Fan war er selbst einmal. Als Jungen brachten ihn Hansrudi Wäschers Nick-Comics zur Science Fiction, und so schließt sich in gewisser Weise ein Kreis. Denn für Hubert war es eine Herzensangelegenheit, selbst einmal schriftstellerisch in Nicks Welt einzutauchen und dem Weltraumhelden aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts literarisches Leben einzuflößen. Das ist ihm mit seinem Roman in beeindruckender Weise gelungen.
Fan war er selbst einmal. Als Jungen brachten ihn Hansrudi Wäschers Nick-Comics zur Science Fiction, und so schließt sich in gewisser Weise ein Kreis. Denn für Hubert war es eine Herzensangelegenheit, selbst einmal schriftstellerisch in Nicks Welt einzutauchen und dem Weltraumhelden aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts literarisches Leben einzuflößen. Das ist ihm mit seinem Roman in beeindruckender Weise gelungen.
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Mittwoch, 8. März 2017
Michael H. Buchholz 1957 - 2017
Ich konnte es kaum glauben, als ich vor einer Stunde erfuhr, dass Michael H. Buchholz gestorben ist. Ich wusste nicht, dass er anscheinend schon länger schwer krank war. Kein Wunder, ich kannte ihn kaum.
Wir sind uns bei irgendwelchen Veranstaltungen zwei oder drei Mal persönlich über den Weg gelaufen, beispielsweise beim Perry Rhodan Weltcon 2011 in Mannheim, haben bei diesen flüchtigen Begegnungen aber nicht mehr als ein paar Sätze gewechselt.
Als Autor war Michael in der Science Fiction-Szene wohl schon länger aktiv, so schrieb er einige Beiträge zu den Atlan-Miniserien. Richtig bewusst wurde mir sein Name aber erst im Zuge der Atlan-Taschenbücher, als er, ich und Rüdiger Schaefer 2007 die Rudyn-Trilogie schrieben. Es war unsere erste und einzige Zusammenarbeit.
Zuletzt verfasste Michael die Exposés für Perry Rhodan Neo, die Neuschreibung der Perry Rhodan-Serie. Dies tat er seit etwa zwei Jahren gemeinsam mit Rüdiger Schaefer. Mit Michael verliert die Szene einen weiteren kreativen Kopf. Michael H. Buchholz starb am 6. März 2017, wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag.
Wir sind uns bei irgendwelchen Veranstaltungen zwei oder drei Mal persönlich über den Weg gelaufen, beispielsweise beim Perry Rhodan Weltcon 2011 in Mannheim, haben bei diesen flüchtigen Begegnungen aber nicht mehr als ein paar Sätze gewechselt.
Als Autor war Michael in der Science Fiction-Szene wohl schon länger aktiv, so schrieb er einige Beiträge zu den Atlan-Miniserien. Richtig bewusst wurde mir sein Name aber erst im Zuge der Atlan-Taschenbücher, als er, ich und Rüdiger Schaefer 2007 die Rudyn-Trilogie schrieben. Es war unsere erste und einzige Zusammenarbeit.
Zuletzt verfasste Michael die Exposés für Perry Rhodan Neo, die Neuschreibung der Perry Rhodan-Serie. Dies tat er seit etwa zwei Jahren gemeinsam mit Rüdiger Schaefer. Mit Michael verliert die Szene einen weiteren kreativen Kopf. Michael H. Buchholz starb am 6. März 2017, wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag.
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Dienstag, 7. März 2017
Teleportationstore und Unterwassermenschen
Nach dem dieser Tage erscheinenden siebten Nick-Roman - den Gastroman des bekannten Schriftstellers Hubert Haensel habe ich bereits früher erwähnt - habe ich wieder das Steuer von Nicks Sternenschiff übernommen. Inzwischen habe ich die Arbeit an der achten Romanadaption abgeschlossen. Sie ist recht umfangreich ausgefallen, mehr als zwei Heftromanlängen schlugen am Ende zu Buche.
Nick, der Weltraumfahrer, ist mit dem Kugelraumer in den Randbereichen der Milchstraße unterwegs. Dort, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist, gehen die Forscher von der Erde und der Marsianer Xutl ihrer Entdeckermission nach. Sie stoßen auf ein Sonnensystem, in dem gleich mehrere Planeten bewohnt sind oder einst bewohnt waren. Bei ihren Untersuchungen wirft der verschlagene Tierfänger Jack Hunter ihnen zahlreiche Knüppel zwischen die Beine. Zu spät erkennt Nick, dass Hunter hochtrabende Ambitionen hegt und vor keinem Mittel zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen.
Einmal mehr erweist sich Hansrudi Wäscher als Meister der großen, fast epischen Erzählung in Bilderform. Spannend und imposant, was er alles in sein achtes Nick-Abenteuer hineingepackt hat: ein Volk von Unterwasseratmern, die Hinterlassenschaften einer vor langer Zeit ausgestorbenen Zivilisation, die Romanze zwischen einem Menschen von der Erde und einer außerirdischen Sternenkönigin, eine interstellare Dunkelwolke, einen intriganten Mörder, skrupellosen Diktator und reichlich Action. Vor allem aber die legendären Teleportationstore, für mich eine der faszinierendsten Ideen Wäschers, Jahrzehnte vor Star Gate.
Folgende Nick-Piccolos sind in den Roman eingeflossen: 94 Wir wollen umkehren, 95 Der Tod hat einen langen Arm, 96 Der geheimnisvolle Bogen, 97 Wahnsinnig, 98 Spurlos verschwunden, 99 Eine Welt zu Füßen, 100 Gefährliches Experiment, 101 Die Dunkelwolke, 102 Hinter Mauern, 103 Landung bei Nacht, 104 Gier nach Macht, 105 Ein gewagtes Unternehmen, 106 Bei den Rebellen, 107 Verhängnisvoller Ehrgeiz, 108 Auge in Auge mit dem Tod, 109 Waffenlos, 110 Die Maus, 111 Überlistet, 112 Eine merkwürdige Entdeckung, 113 Kampf ohne Gnade, 114 Das Sternenschiff wird vernichtet, 115 Der Tod ist in der Luft, 116 Siebenfache Übermacht, 117 Flucht ins All, 118 Mit in die Tiefe gerissen, 119 Im Vorhof der Hölle.
Nick, der Weltraumfahrer, ist mit dem Kugelraumer in den Randbereichen der Milchstraße unterwegs. Dort, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist, gehen die Forscher von der Erde und der Marsianer Xutl ihrer Entdeckermission nach. Sie stoßen auf ein Sonnensystem, in dem gleich mehrere Planeten bewohnt sind oder einst bewohnt waren. Bei ihren Untersuchungen wirft der verschlagene Tierfänger Jack Hunter ihnen zahlreiche Knüppel zwischen die Beine. Zu spät erkennt Nick, dass Hunter hochtrabende Ambitionen hegt und vor keinem Mittel zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen.
Einmal mehr erweist sich Hansrudi Wäscher als Meister der großen, fast epischen Erzählung in Bilderform. Spannend und imposant, was er alles in sein achtes Nick-Abenteuer hineingepackt hat: ein Volk von Unterwasseratmern, die Hinterlassenschaften einer vor langer Zeit ausgestorbenen Zivilisation, die Romanze zwischen einem Menschen von der Erde und einer außerirdischen Sternenkönigin, eine interstellare Dunkelwolke, einen intriganten Mörder, skrupellosen Diktator und reichlich Action. Vor allem aber die legendären Teleportationstore, für mich eine der faszinierendsten Ideen Wäschers, Jahrzehnte vor Star Gate.
Folgende Nick-Piccolos sind in den Roman eingeflossen: 94 Wir wollen umkehren, 95 Der Tod hat einen langen Arm, 96 Der geheimnisvolle Bogen, 97 Wahnsinnig, 98 Spurlos verschwunden, 99 Eine Welt zu Füßen, 100 Gefährliches Experiment, 101 Die Dunkelwolke, 102 Hinter Mauern, 103 Landung bei Nacht, 104 Gier nach Macht, 105 Ein gewagtes Unternehmen, 106 Bei den Rebellen, 107 Verhängnisvoller Ehrgeiz, 108 Auge in Auge mit dem Tod, 109 Waffenlos, 110 Die Maus, 111 Überlistet, 112 Eine merkwürdige Entdeckung, 113 Kampf ohne Gnade, 114 Das Sternenschiff wird vernichtet, 115 Der Tod ist in der Luft, 116 Siebenfache Übermacht, 117 Flucht ins All, 118 Mit in die Tiefe gerissen, 119 Im Vorhof der Hölle.
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Manuskript,
Nick
Mittwoch, 1. März 2017
Alltagsleben an Bord der POINT OF
Mit Ren Dhark ging es auch zu Beginn des Jahres eifrig weiter. So habe ich die Arbeit an meinem Manuskript für das 69. Buch von Weg ins Weltall rechtzeitig vor Karneval abgeschlossen, bin bisher aber noch nicht dazu gekommen, ein paar Worte darüber zu verlieren. Beabsichtigt war, mich nach Abgabe des Manuskripts die närrischen Tage über in den Kölner Karneval zu stürzen, was jedoch durch einen Unfall verhindert wurde. Zu meinem Betrüben fiel Karneval für mich komplett aus. Dem Unfall und seinen Nachwirkungen ist es auch geschuldet, dass ich erst jetzt zu diesem Post komme.
Worum geht es denn nun in meinem neuen Manuskript? Ren Dhark und die Raumfahrer von der Erde sind mit der Point of weiterhin in der Kleingalaxis NGK 3109 gestrandet, bei deren Völkern Voktar genannt. Während unsere Weltraumhelden weiterhin nach einer Möglichkeit suchen, die es ihnen erlaubt, den Abgrund zwischen den Galaxien zu überwinden und in die Milchstraße heimzukehren, werden sie von den Friedensstiftern und deren Häschern gejagt.
Während wir im laufenden Zyklus weiter voranschreiten, zeichnen sich auch immer weitere Verbindungen zwischen den einzelnen Handlungsebenen ab. Neue Informationen erschließen sich, und doch ist das Puzzle noch zu verworren, als dass Ren Dhark einen stimmigen Sinn erkennen könnte. Auf der Suche nach Erkenntnis über die Hintergründe der geheimnisvollen Vorgänge in NGK 3109 gelangt die Point of in ein Sonnensystem, das es so eigentlich gar nicht geben dürfte.
Für Band 68 habe ich übrigens damit begonnen, Alltagsszenen aus dem Bordleben der Point of zu schildern - natürlich nicht als Selbstzweck, sondern im Kontext der laufenden Handlung. Die entsprechenden Passagen einfach zu überlesen ist also nicht möglich. In Band 69, der übrigens den Titel Ein sicherer Hort? tragen wird, setze ich die Schilderung solcher Szenen fort. Wie immer bin ich gespannt auf die Reaktion der Leser.
Worum geht es denn nun in meinem neuen Manuskript? Ren Dhark und die Raumfahrer von der Erde sind mit der Point of weiterhin in der Kleingalaxis NGK 3109 gestrandet, bei deren Völkern Voktar genannt. Während unsere Weltraumhelden weiterhin nach einer Möglichkeit suchen, die es ihnen erlaubt, den Abgrund zwischen den Galaxien zu überwinden und in die Milchstraße heimzukehren, werden sie von den Friedensstiftern und deren Häschern gejagt.
Während wir im laufenden Zyklus weiter voranschreiten, zeichnen sich auch immer weitere Verbindungen zwischen den einzelnen Handlungsebenen ab. Neue Informationen erschließen sich, und doch ist das Puzzle noch zu verworren, als dass Ren Dhark einen stimmigen Sinn erkennen könnte. Auf der Suche nach Erkenntnis über die Hintergründe der geheimnisvollen Vorgänge in NGK 3109 gelangt die Point of in ein Sonnensystem, das es so eigentlich gar nicht geben dürfte.
Für Band 68 habe ich übrigens damit begonnen, Alltagsszenen aus dem Bordleben der Point of zu schildern - natürlich nicht als Selbstzweck, sondern im Kontext der laufenden Handlung. Die entsprechenden Passagen einfach zu überlesen ist also nicht möglich. In Band 69, der übrigens den Titel Ein sicherer Hort? tragen wird, setze ich die Schilderung solcher Szenen fort. Wie immer bin ich gespannt auf die Reaktion der Leser.
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Montag, 27. Februar 2017
Harry Messerschmidt 1947 - 2017
Harry Messerschmidts Interesse am
Zeichnen wurde durch die Comics der Fünfziger Jahre geweckt, und er
entwickelte eine große Liebe für Piccolos. Beides sollte ihn sein
Leben lang begleiten. Schon in jungen Jahren zeichnete er in der
Schule seine ersten Motive, Science Fiction, Fantasy,
Dschungelabenteuer, Western und Historie.
All diese Themen brachte er später in
seine Zeichnungen und Cartoons ein – und in seine eigenen Piccolos,
von denen weit über hundert Ausgaben erschienen. Daneben fertigte er
Innenillustrationen für verschiedene Science Fiction-Serien an,
unter anderem für Perry Rhodan.
Harry, am 14. Januar 1947 geboren,
starb vor wenigen Tagen. Persönlich kennengelernt habe ich ihn nie,
ich erinnere mich nur an zwei oder drei kurze, aber schon Jahre
zurückliegende Mail-Wechsel. Er wurde 70 Jahre alt, hatte aber noch
lange nicht ans Aufhören gedacht. Mit Harry Messerschmidt geht der
Szene ein begeisterter und kreativer Kopf verloren.
Sonntag, 26. Februar 2017
Sandelsmog
Mit dem Titelbild für Ren Dhark 68 hat Ralph Voltz einmal mehr ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Welchem Volk Sandelsmog angehört, verrate ich noch nicht.
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Montag, 13. Februar 2017
Rebellen gegen die Friedensstifter
Sechs Wochen sind schon rum im neuen Jahr, das so neu also gar nicht mehr ist. Diesmal hat es lange gedauert, bis meine ersten Belegexemplare eintrafen. Man bekommt ja Entzugserscheinungen, wenn man nicht hin und wieder ein eigenes neues Werk in Händen hält. Doch nun ist es endlich soweit.
Die druckfrische Ausgabe von Ren Dhark 67 ist angekommen. Das Buch trägt den Titel Rebellen gegen die Friedensstifter, die enthaltenen Romanbeiträge wurden von mir, Nina Morawietz und Andreas Zwengel geschrieben, das Exposé von Ben B. Black. Das Titelbild stammt wie gewohnt von Ralph Voltz. Ralphs Darstellung des Woniozell mit dem zungenbrecherischen Namen Dabophilorisoptyl gefällt mir immer noch ausgesprochen gut.
Die druckfrische Ausgabe von Ren Dhark 67 ist angekommen. Das Buch trägt den Titel Rebellen gegen die Friedensstifter, die enthaltenen Romanbeiträge wurden von mir, Nina Morawietz und Andreas Zwengel geschrieben, das Exposé von Ben B. Black. Das Titelbild stammt wie gewohnt von Ralph Voltz. Ralphs Darstellung des Woniozell mit dem zungenbrecherischen Namen Dabophilorisoptyl gefällt mir immer noch ausgesprochen gut.
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Veröffentlichung
Sonntag, 12. Februar 2017
Kölsche Mundart mit dem Drei Mann Quartett
Kölsch wie auch andere regionale
Mundarten wird immer weniger gesprochen, heißt es – und immer
weniger gesprochen werden. Es sei abzusehen, dass die Dialekte
aussterben. Bin ich in Köln in den Veedeln unterwegs, in der
Straßenbahn oder selbst in kölschen Kneipen, fällt mir auf, dass
die Behauptung stimmt. Oder zumindest bilde ich mir das ein. Kölsch
sprechen überwiegend noch die alten Kölner.
Anders ist das im Karneval, wo die
kölsche Sprache aus dem Liedgut nicht wegzudenken ist. Zu den
Gruppen, die dort seit Jahrzehnten auftreten (Bläck Fööss, Höhner,
Paveier, Räuber), gesellten und gesellen sich alljährlich neue
Bands (wie beispielsweise die Klüngelköpp, Kasalla, Cat Balou, Die
Domstürmer). Leider bekommt man sowohl von den Alteingesessenen als
auch den Neuen in ihren Liedern kaum einmal mehr richtig schöne
Geschichten erzählt, so wie es vor allem die Bläck Fööss in den
Siebziger Jahren machten. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel,
aber überwiegend muss für jede Session eine neue Hymne her, die
auch der letzte Depp noch mit drei Promille mitgrölen kann.
Glücklicherweise gibt es – abseits
der großen Bühnen und zumeist unbeachtet seitens eines feierwütigen
Publikums – Musiker, die sich der kölschen Mundart und den alten
Texten verschrieben haben. Sie pflegen sie bei ihren Auftritten mit
Begeisterung und erhalten sie am Leben. Zunächst fiel mir das vor
ein paar Jahren bei der Familich auf, auch bei Philipp Oebel und vor
geraumer Zeit bei Peter Schmitz-Hellwing. Und jetzt lernte ich eine
Band kennen, von der ich bis dato noch nie etwas gehört hatte. Noch
dazu geschah das, nachdem mir ein Flyer in die Hand gefallen war,
nicht in Köln, sondern in der mittelalterlichen Burg Mauel im
Windecker Ländchen.
Um ein Trio handelt es sich, das den im
ersten Moment merkwürdig anmutenden Namen Drei Mann Quartett trägt.
Verständlich wird er, wenn man erfährt, dass das Publikum als der
vierte Mann (oder die vierte Frau) gilt. Dass das dreiköpfige
Quartett bislang an mir vorbeiging, wundert mich, spielen die Jungs
doch bereits seit einigen Jahren zusammen. Freddie Böhmer und Martin
Hark spielen akustische Gitarre, Reinhold Schreiber zupft den E-Bass,
jedoch kommen im Laufe des Konzerts auch weitere Instrumente wie
beispielsweise die durch Hans Süper bekannt gewordene Flitsch zum
Einsatz. Das Bild oben habe ich von Facebook entliehen, dort ist das Drei Mann Quartett präsent.
Der Gewölbesaal der Burg Mauel bot
einen schönen Rahmen für den Auftritt. Wie lang mag er gewesen sein
(der Auftritt, nicht der Gewölbesaal)? Zwei Stunden bestimmt, ich
habe nicht auf die Uhr geschaut. Wozu auch, denn die Zeit verging wie
im Flug. Die Musiker konzentrierten sich auf Klassiker der kölschen
Mundart wie Willi Ostermanns (1876 – 1936) Die Mösch und
Kutt erop! oder Karl Berbuers (1900 – 1977) Heidewitzka,
Herr Kapitän sowie das von Hans Knipp (1944 – 2011)
komponierte und von Horst Muys (1925 – 1970) bekannt gemachte Ne
Besuch em Zoo. Alles wohlklingende Namen von Komponisten,
Textdichtern und Krätzchensängern. Diese klassischen Mundartlieder
ließen sich damals durchaus dem Karneval zurechnen, gehen für mich
aber viel weiter. Häufig liefern sie Alltagsbeobachtungen in
musikalisch aufbereiteter Form, worin besonders Willi Ostermann ein
Meister war. Ich bin ne kölsche Jung von Fritz Weber (1909 –
1984) kam ebenso zu Ehren wie De Pänz sin us dem Hus und
weitere Stücke der Bläck Fööss, kein Wunder, gelten zahlreiche
Leeder der Mutter aller kölschen Bands selbst längst als Klassiker. Noch viel mehr gab es, und manches kannte ich gar nicht.
Freddie Böhmer, Martin Hark und
Reinhold Schreiber singen alle. Jeder der drei hat offenbar seine
persönlichen Lieblingsstücke, und mit entsprechender Hingabe werden
sie vorgetragen. Man merkt den Musikern ihre Freude beim Vortrag an,
was noch unterstrichen wird durch die launigen Ansagen und die
kleinen Verzällcher zwischen den einzelnen Stücken. Dank Musikern
wie dem Drei Mann Quartett leben solche musikalischen Perlen in
kölscher Mundart weiter, was aller Ehren wert ist und nicht genug
anerkannt werden kann. Es war ein herrliches Konzert, und das
dreiköpfige Quartett wird mich wiedersehen. So kündigten die
Musiker bereits an, im kommenden August, und dann unter freiem
Himmel, erneut in der Burg Mauel aufzutreten. Dann fahre ich wieder
hin. Also, heißer Tip für alle Freunde von Krätzchen und kölschen Mundart-Evergreens: das Drei Mann Quartett!
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Samstag, 4. Februar 2017
Tibor im Wunderland?
Ein weiteres Titelbild ist da, das ich schon vorstellen kann. Der Roman steht zwar erst in den kommenden Monaten auf meiner Schreibagenda, aber das Covermotiv gibt schon einen kleinen Ausblick. Jagt da etwa ein Riesenkaninchen ein Zebra?
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Samstag, 28. Januar 2017
Arndt Ellmer - Die Auris-Trilogie
Der BARDIOC-Zyklus gehörte für mich zu den Highlights der Perry
Rhodan-Serie. Das kosmische Ringen der beiden Superintelligenzen
Bardioc und Kaiserin von Therm erschien von 1976 bis 1978 in den
Heftromanen 800 bis 867. Im letzten Roman des Zyklus kam es zur
Vereinigung dieser auf phantastische Weise entstandenen Superwesen.
Das körperlose Gehirn eines der ehemaligen Sieben Mächtigen Bardioc
ging im Kristallgespinst der Kaiserin auf. Auch heute, vierzig Jahre
später, löst dieser Zyklus noch Faszination bei mir aus. Das liegt
am großen kosmischen Hintergrund der Geschichte, am Faszinosum der
Superintelligenzen, die damals noch nicht inflationär in der
Handlung auftauchten, an weiteren Figuren wie den Inkarnationen
Bardios, dem Forscher der Kaiserin Douc Langur (sicherlich eine meine
Lieblingsfiguren, genau wie die mitspielenden Ganerc und Alaska
Saedelaere) – und natürlich an der Tatsache, dass damals William
Voltz die Geschicke der Serie lenkte und die meisten Schlüsselromane
verfasste.
Mit Abschluss des Zyklus verschwanden Bardioc und die Kaiserin von Therm aus der Handlung, doch es wäre interessant gewesen zu erfahren, wie sich das weitere Schicksal der Vereinigung und der verwaisten Mächtigkeitsballung Bardiocs gestaltet. Das dachte sich wohl auch Arndt Ellmer, denn der 1983 ins Perry Rhodan-Team eingestiegene Autor griff das Thema 1987 in nicht nur einem Taschenbuch wieder auf, sondern er machte gleich eine Trilogie daraus. Und das war, soviel vorweg, eine gute Idee, wie das Resultat eindrucksvoll belegt.
Das Ende der Duuhrt setzt knapp hundert Jahre nach der vermeintlichen Vereinigung der beiden Superintelligenzen ein. Es zeigen sich zunehmende Komplikationen bei dem Vereinigungsprozess. Die Kristallintelligenz droht wahnsinnig zu werden, weshalb Bardioc anbietet, sich wieder aus der Verbindung zu lösen. Dies jedoch lehnt die Kaiserin ab, woraufhin sie mehr und mehr die Kontrolle über die Völker ihrer Mächtigkeitsballung verliert und es zu kriegerischen Konflikten der bis dato verbündeten Völker untereinander kommt. Im Zusammenspiel verschiedener Figuren gelingt es schließlich, insbesondere durch das Wirken Bardiocs, die Kaiserin von Therm zu retten. In der Folge verschmelzen beide endgültig zu der neuen Superintelligenz Thermioc. Eine schöne Überraschung bereitete Arndt Ellmer mit dem Auftritt der Kelosker, jener einerseits plumpen, körperlich unförmigen Wesen, die jedoch andererseits brillante Rechner, Mathematiker und logische Denker sind, deren Denkprozesse bis in den siebendimensionalen Bereich hinaufreichen. Auch deren Rechenmeister Dobrak gehörte seinerzeit zu meinen Lieblingsfiguren, schon im Aphilie-Zyklus.
Zu Beginn des zweiten Bandes der Trilogie Die Symbionten des Limbus sind weitere einhundert Jahre vergangen. Der Paradieseffekt hat die Mächtigkeitsballung der ehemaligen Kaiserin befriedet, jene Bardiocs liegt hingegen weiterhin brach und stellt ein Machtvakuum mit einem erheblichen Machtpotential dar. Die Symbionten des Limbus werden aktiv, und eine bisher unbekannte Superintelligenz namens Ulgenland tritt auf den Plan. Zudem erscheint Bulloc, die ehemalige Vierte Inkarnation Bardiocs, und die mit Abstand mächtigste. Ulgenland gefiel mir nicht besonders. Ich fand die aus einer Roboterzivilisation hervorgegangene Superintelligenz blass, zu kalt, im Vergleich zur Entstehungsgeschichte der beiden anderen sogar ein wenig banal. Geschmackssache, klar, aber alle später auftauchenden Superintelligenzen mussten sich an den beiden Paradebeispielen messen lassen. Ulgenland spielt im Verlauf der Ereignisse um die Symbionten zwar eine wichtige Rolle, wird anschließend aber von dem geheimnisvollen Roboter aus der Vergangenheit Vlission kurzerhand in die Luft gesprengt, damit sie nicht auf die Idee kommt, sich Bardiocs verwaiste Mächtigkeitsballung untertan zu machen. Wie im ersten Band Dobrak, so ist hier Bulloc das überraschend auftauchende Highlight. Von dieser abgrundtief bösen Kreatur Bardiocs, die seinerzeit nur als ein Flimmern beschrieben wurde und die sich im damaligen Zyklus gegen ihren Schöpfer stellte und ihn zu vernichten trachtete, wurde nie endgültig geklärt, ob sie noch existiert.
Sie existiert, und wie. In Metamorphose einer Superintelligenz wird Bulloc erst richtig aktiv. Er plant einen Angriff auf Thermioc, und es kommt zur entscheidenden Auseinandersetzung zwischen der Vierten Inkarnation und der jungen Superintelligenz. Im Abschlussband der Trilogie kommt es zu zahlreichen Irrungen und Wirrungen, in denen die dem Dreiteiler seinen Titel gebende Auris sowie erneut der Roboter Vlission wichtige Rollen inehaben. Im Verlauf der Handlung verschmelzen Bardioc und die Kaiserin von Therm endgültig zu einer neuen Entität, und Bulloc wird durch eine List vernichtet. Thermioc gibt die körperliche Existenz auf und wird zu einem reinen Geisteswesen, eine zwar nachvollziehbare Entwicklung, jedoch auch ein wenig schade. Dadurch geht einiges an Reiz verloren. Allerdings ist dieses Manko insofern Makulatur, als der Handlungsstrang damit endgültig abgeschlossen ist – wenngleich Arndt Ellmer das Thema in seinem Roman Vlission, der Roboter später erneut aufgreifen sollte.
Bei den zahlreichen Handlungselementen, die hier einen großen Themenkomplex abschließen, zieht sich ein Element unterschwellig durch die gesamte Handlung, nämlich das Schicksal der Forscher der Kaiserin. Von jenen Sitzkissen ähnelnden Wesen war nie bekannt, ob es sich um natürliche Lebewesen handelt oder ob sie künstlich erschaffen wurden. Auch ihnen selbst blieb die Natur ihrer Existenz verborgen. Deren Zweck schien es zu sein, entlang der Großen Schleife Informationen zu sammeln. Gerade dieses Rätsel machte den großen Reiz der Forscher aus, was William Voltz anhand der Zerrissenheit des Douc Langur seinerzeit so einfühlsam wie blendend darstellte. Arndt Ellmer gelingt das Kunststück, plausible Antworten auf die Fragen der Leser und der Forscher gleichermaßen zu liefern und jene in einen übergreifenden Kontext zu stellen, ohne dass es an den Haaren herbeigezogen oder banal wirkt. Der Autor hat den faszinierenden Forschern eine würdige Bestimmung zukommen lassen. Wenn auch im Schatten der Mächtigen agierend, so sind doch sie, die Einsamen und Verzweifelten, die Mutigen und Kühnen die wahren Helden dieser Geschichte, auch wenn sie nicht als Helden dargestellt werden. Das wird der Konzeption der Forscher gerecht und gefiel mir ganz ausgezeichnet.
Fazit: Die Auris-Trilogie besteht aus drei Romanen, die tief in den kosmologischen Background der Serie eintauchen, und das in einem Handlungskontext, der mir seinerzeit großen Spaß gemacht hat – und dies, wie ich jüngst beim Lesen feststellte, auch Jahrzehnte später noch tut. Sie besticht durch jenen Sense of Wonder, der mich einst an Perry Rhodan fesselte. Die drei Bücher haben mich durchgehend bestens unterhalten, hielten mich bis zum Ende gepackt und ließen mich in der großen Bardioc- und Kaiserin-Zeit schwelgen. Seltsam, dass der Dreiteiler bisher an mir vorbeigegangen ist.
Mit Abschluss des Zyklus verschwanden Bardioc und die Kaiserin von Therm aus der Handlung, doch es wäre interessant gewesen zu erfahren, wie sich das weitere Schicksal der Vereinigung und der verwaisten Mächtigkeitsballung Bardiocs gestaltet. Das dachte sich wohl auch Arndt Ellmer, denn der 1983 ins Perry Rhodan-Team eingestiegene Autor griff das Thema 1987 in nicht nur einem Taschenbuch wieder auf, sondern er machte gleich eine Trilogie daraus. Und das war, soviel vorweg, eine gute Idee, wie das Resultat eindrucksvoll belegt.
Das Ende der Duuhrt setzt knapp hundert Jahre nach der vermeintlichen Vereinigung der beiden Superintelligenzen ein. Es zeigen sich zunehmende Komplikationen bei dem Vereinigungsprozess. Die Kristallintelligenz droht wahnsinnig zu werden, weshalb Bardioc anbietet, sich wieder aus der Verbindung zu lösen. Dies jedoch lehnt die Kaiserin ab, woraufhin sie mehr und mehr die Kontrolle über die Völker ihrer Mächtigkeitsballung verliert und es zu kriegerischen Konflikten der bis dato verbündeten Völker untereinander kommt. Im Zusammenspiel verschiedener Figuren gelingt es schließlich, insbesondere durch das Wirken Bardiocs, die Kaiserin von Therm zu retten. In der Folge verschmelzen beide endgültig zu der neuen Superintelligenz Thermioc. Eine schöne Überraschung bereitete Arndt Ellmer mit dem Auftritt der Kelosker, jener einerseits plumpen, körperlich unförmigen Wesen, die jedoch andererseits brillante Rechner, Mathematiker und logische Denker sind, deren Denkprozesse bis in den siebendimensionalen Bereich hinaufreichen. Auch deren Rechenmeister Dobrak gehörte seinerzeit zu meinen Lieblingsfiguren, schon im Aphilie-Zyklus.
Zu Beginn des zweiten Bandes der Trilogie Die Symbionten des Limbus sind weitere einhundert Jahre vergangen. Der Paradieseffekt hat die Mächtigkeitsballung der ehemaligen Kaiserin befriedet, jene Bardiocs liegt hingegen weiterhin brach und stellt ein Machtvakuum mit einem erheblichen Machtpotential dar. Die Symbionten des Limbus werden aktiv, und eine bisher unbekannte Superintelligenz namens Ulgenland tritt auf den Plan. Zudem erscheint Bulloc, die ehemalige Vierte Inkarnation Bardiocs, und die mit Abstand mächtigste. Ulgenland gefiel mir nicht besonders. Ich fand die aus einer Roboterzivilisation hervorgegangene Superintelligenz blass, zu kalt, im Vergleich zur Entstehungsgeschichte der beiden anderen sogar ein wenig banal. Geschmackssache, klar, aber alle später auftauchenden Superintelligenzen mussten sich an den beiden Paradebeispielen messen lassen. Ulgenland spielt im Verlauf der Ereignisse um die Symbionten zwar eine wichtige Rolle, wird anschließend aber von dem geheimnisvollen Roboter aus der Vergangenheit Vlission kurzerhand in die Luft gesprengt, damit sie nicht auf die Idee kommt, sich Bardiocs verwaiste Mächtigkeitsballung untertan zu machen. Wie im ersten Band Dobrak, so ist hier Bulloc das überraschend auftauchende Highlight. Von dieser abgrundtief bösen Kreatur Bardiocs, die seinerzeit nur als ein Flimmern beschrieben wurde und die sich im damaligen Zyklus gegen ihren Schöpfer stellte und ihn zu vernichten trachtete, wurde nie endgültig geklärt, ob sie noch existiert.
Sie existiert, und wie. In Metamorphose einer Superintelligenz wird Bulloc erst richtig aktiv. Er plant einen Angriff auf Thermioc, und es kommt zur entscheidenden Auseinandersetzung zwischen der Vierten Inkarnation und der jungen Superintelligenz. Im Abschlussband der Trilogie kommt es zu zahlreichen Irrungen und Wirrungen, in denen die dem Dreiteiler seinen Titel gebende Auris sowie erneut der Roboter Vlission wichtige Rollen inehaben. Im Verlauf der Handlung verschmelzen Bardioc und die Kaiserin von Therm endgültig zu einer neuen Entität, und Bulloc wird durch eine List vernichtet. Thermioc gibt die körperliche Existenz auf und wird zu einem reinen Geisteswesen, eine zwar nachvollziehbare Entwicklung, jedoch auch ein wenig schade. Dadurch geht einiges an Reiz verloren. Allerdings ist dieses Manko insofern Makulatur, als der Handlungsstrang damit endgültig abgeschlossen ist – wenngleich Arndt Ellmer das Thema in seinem Roman Vlission, der Roboter später erneut aufgreifen sollte.
Bei den zahlreichen Handlungselementen, die hier einen großen Themenkomplex abschließen, zieht sich ein Element unterschwellig durch die gesamte Handlung, nämlich das Schicksal der Forscher der Kaiserin. Von jenen Sitzkissen ähnelnden Wesen war nie bekannt, ob es sich um natürliche Lebewesen handelt oder ob sie künstlich erschaffen wurden. Auch ihnen selbst blieb die Natur ihrer Existenz verborgen. Deren Zweck schien es zu sein, entlang der Großen Schleife Informationen zu sammeln. Gerade dieses Rätsel machte den großen Reiz der Forscher aus, was William Voltz anhand der Zerrissenheit des Douc Langur seinerzeit so einfühlsam wie blendend darstellte. Arndt Ellmer gelingt das Kunststück, plausible Antworten auf die Fragen der Leser und der Forscher gleichermaßen zu liefern und jene in einen übergreifenden Kontext zu stellen, ohne dass es an den Haaren herbeigezogen oder banal wirkt. Der Autor hat den faszinierenden Forschern eine würdige Bestimmung zukommen lassen. Wenn auch im Schatten der Mächtigen agierend, so sind doch sie, die Einsamen und Verzweifelten, die Mutigen und Kühnen die wahren Helden dieser Geschichte, auch wenn sie nicht als Helden dargestellt werden. Das wird der Konzeption der Forscher gerecht und gefiel mir ganz ausgezeichnet.
Fazit: Die Auris-Trilogie besteht aus drei Romanen, die tief in den kosmologischen Background der Serie eintauchen, und das in einem Handlungskontext, der mir seinerzeit großen Spaß gemacht hat – und dies, wie ich jüngst beim Lesen feststellte, auch Jahrzehnte später noch tut. Sie besticht durch jenen Sense of Wonder, der mich einst an Perry Rhodan fesselte. Die drei Bücher haben mich durchgehend bestens unterhalten, hielten mich bis zum Ende gepackt und ließen mich in der großen Bardioc- und Kaiserin-Zeit schwelgen. Seltsam, dass der Dreiteiler bisher an mir vorbeigegangen ist.
Arndt Ellmer - Auris-Trilogie
Band 1: Das Ende der Duuhrt (Perry Rhodan Planetenroman 293)
Band 2: Die Symbionten des Limbus (Perry Rhodan Planetenroman 295)
Band 3: Metamorphose einer
Superintelligenz (Perry Rhodan Planetenroman 297)
Alle 1987, Taschenbuch jeweils ca. 160 Seiten, 5,80 DM bzw.
6,80 DM
Pabel-Moewig-Verlag Rastatt
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Arndt Ellmer,
Buchbesprechung,
Perry Rhodan,
Science Fiction
Dienstag, 24. Januar 2017
Ein unheimliches Titelbild für Nick 9
Anfang Februar wird Nick 7 erscheinen, bei dem es sich bekanntlich um einen Gastroman von Hubert Haensel handelt. Ich schreibe derzeit an Band 8 - und das Titelbild für die Nummer 9 liegt auch schon vor. Warum also es lange zurückhalten? Für alle, die es nicht erwarten können, so sieht es aus:
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