Die 236. Ausgabe der Sprechblase legt den Schwerpunkt auf Michel Vaillant, den ich aus den Zack-Heften der Siebziger Jahre kenne. Die Rennfahrerserie, die Zeichner und Autor Jean Graton, heute 93 Jahre alt, 1957 schuf, umfasst mittlerweile über siebzig Alben und erfreut sich bis heute mit neuen Geschichten großer Beliebtheit. Auf dreißig Seiten befasst sich die Sprechblase mit dem bekannten, dem neuen und dem unbekannten Michael Vaillant und wartet dabei mit einer Fülle an Informationen und Bildmaterial auf. Interessant fand ich vor allem den Bericht über diverse Vaillant-Kurzgeschichten, die für die Werbebranche entstanden und nie auf Deutsch erschienen sind. Eins dieser Abenteuer, vierseitig, findet sich hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung.
Thematisch naheliegend ist die neue Welle der Rennfahrercomics im Windschatten von Michel Vaillant, eine mehrseitige Fleißarbeit, so dass das halbe Heft von diesem Thema beherrscht wird. Anderweitige Artikel fallen demzufolge eher kurz aus. Mit dem zur Verfügung stehenden Platz hat die Sprechblase bei dem stets vorliegenden Material ohnehin in jeder Ausgabe zu kämpfen. Stefan Meduna beschäftigt sich mit der Rückkehr des Corto Maltese, und Herbert Heinzelmann blickt zurück auf den 17. Erlanger Comic Salon. Eine Würdigung erfährt der im vergangenen Jahr verstorbene italienische Zeichner Gallieno Ferri, ebenso die Luxemburger Ikone Luke Haas durch die Worte seiner Tochter Natalie. Herausgeber Gerhard Förster beschäftigt sich mit Russ Mannings in Zeitungen erschienenen Tarzan Daily Strips, und Asterix erobert wieder einmal Rom.
Opulente achtzehn Comicseiten schließen das neue Sigurd-Abenteuer um die Rätsel von Rothenstein ab. Anlässlich der auch bereits in Albumform publizierten Geschichte, die Gerhard Förster und Martin Frei auf die Beine gestellt haben, interviewt der eine den anderen. Der schöne zweiseitige Funny "Gefährliche Liebschaften" legt augenzwinkernd dar, wie Gerhard sich bei der Ausarbeitung der weiblichen Figuren in eben jene verliebt hat. Harrys bunter Medienmix und die Generation Lehning runden das Heft ab. Hundert proppevolle Magazinseiten bieten wieder einmal eine Menge, sodass die Sprechblase Pflichtlektüre und Lesevergnügen gleichermaßen bleibt.
Mein Leben spielt sich ab zwischen Dom und Rhein. Zwischen Schreibtisch, Fußballplatz, Konzerthalle und Kneipe. Auf der Straße. Virtuell und in der Wirklichkeit. Und sogar in den Köpfen mancher Leute. Ein bißchen von alledem findet hier seinen Niederschlag.
Sonntag, 26. März 2017
Montag, 20. März 2017
Dudelsack und roter Hut
Hansrudi Wäschers Ritter Falk von
Steinfeld und Bingo Della Rocca setzen ihre Reise in den Süden fort,
sowohl in ihrer als auch in unserer Realzeit. Den Winter über haben
sie gerastet und es sich in der Wärme einer Burg gutgehen lassen, da
der Weg über die Alpen unpassierbar war – und ich habe sie rasten
lassen. Nun, bei Frühjahrseinbruch, sind die Wege und Pfade
schneefrei und die Brücken und Steige im Gebirge wieder passierbar.
Wir erinnern uns: Bingo hat einerseits Sehnsucht nach seiner Heimat
und möchte sie endlich wieder einmal besuchen, und andererseits
braucht er neue Zutaten für seine Zaubertricks, die er nur im
Morgenland erhält.
Mit einem Lächeln im Gesicht habe ich
die Arbeit an einem weiteren Manuskript für die Falk-Buchreihe
beendet. Zumindest kam es mir so vor, denn es gab eine Menge witziger
Szenen, die nicht weniger Spaß gemacht haben als die spannenden und
actionreichen. Im Vergleich zu den ersten sechs Falk-Büchern sticht
ein Unterschied hervor. Es gibt keine stringente Romanhandlung, wie
der Leser es gewohnt ist, da es sich bei der Adaption nicht um eine
lange Wäscher-Geschichte handelt. Stattdessen umfasst die
Buchversion den Inhalt von fünf Falk-Sonderbänden. Ich würde es
vergleichen mit fünf Kurzgeschichten oder Erzählungen, die jeweils
in sich abgeschlossen sind, allerdings durch einen sie miteinander
verbindenden roten Faden durchaus auch als Roman gelesen werden
können. Erscheinen wird das Buch nach dem noch ausstehenden 6.
Abenteuer Eine Sage wird Wirklichkeit. Ein Titel steht derzeit
noch nicht fest.
Natürlich ist der Reiseweg – was
unsere Helden erfahren müssen und Autor und Leser gleichermaßen
freut – lang und steckt voller Gefahren. So ist die Überschrift
dieses Posts nicht willkürlich gewählt. In der Geschichte spielen
sowohl ein Dudelsack als auch ein markanter roter Hut wichtige
Rollen. In einer Burgruine sehen sich Falk und Bingo zudem
unvermittelt einem fliegenden Geist gegenüber. Ein alter Freund
Bingos scheint zum geldgierigen Vampir geworden zu sein, und die
Freunde treffen sogar auf einen Drachen und einen Drachentöter. Wenn
da mal alles mit rechten Dingen zugeht.
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Sonntag, 19. März 2017
Classic Rock 58
In der März-Ausgabe meines bevorzugten
Musik-Magazins beschäftigen sich Redakteure und Mitarbeiter mit den
„100 besten Alben der 80er“. Eine solche Aufstellung ist
natürlich subjektiv bis zum geht-nicht-mehr, und das ist das Gute
daran. Man mag zustimmen, man kann zweifeln, man darf sich daran reiben. Es gibt Konsens, es gibt Dissens. Wie schlimm wäre es doch, hätten alle den gleichen Geschmack. Ich mag
solche Contests, ähnlich wie die Jahresrückblicke im Best-of-Modus.
In den vorliegenden Top 100 findet sich alles: von Industrial
(Bauhaus) bis Punk (Dead Kennedys), von AOR (Foreigner) bis Heavy
Metal (Metallica), von Folk-Punk (The Pogues) bis zu
Singer/Songwriter-Folk (Bob Dylan), dazu ganz viel Pop und einige
Sachen, die ich nicht zuordnen kann – was man ja auch beileibe
nicht bei allem muss.
Auf dem Siegertreppchen tummelt sich
der Heavy Metal. Auf Platz 3 liegt High'n'Dry von Def Leppard, davor
rangiert Van Halen mit Women And Children First, und ganz oben steht
Black Sabbath mit dem durchaus epochalen Heaven And Hell. Sechzehn
der aufgeführten Alben sind in meinem Besitz, manche kenne ich
nicht, nicht einmal die Bands. Bei anderen wundere ich mich. Iron
Maidens Piece Of Mind statt Number Of The Beast? Springsteens Tunnel
Of Love statt des Jahrhundertwerks Born In The USA? Von den Großtaten
der Dire Straits gar nichts? Auch keine Guns'N'Roses? Die Regeln
könnten eine Erklärung dafür liefern, zum Beispiel: „Die
bekanntesten Alben sind tabu.“ Aha. Neil Youngs Freedom ist dabei
und wäre es bei mir auch. Aber Manowar mit Battle Hymns? Nun ja.
Aber wie gesagt, darüber kann man trefflich streiten, und das ist
schön.
Selbstverständlich hat die 58. Ausgabe
von CLASSIC ROCK auch darüber hinaus eine Menge zu bieten. Die
Rückblende dreht sich diesmal um Randy Rhoads. Ozzys Knappe starb
vor 35 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Kein Jahr zuvor war der
junge Ausnahmegitarrist vom Fachblatt Guitar Player als bestes neues
Talent ausgezeichnet worden. Eine Tragödie, fürwahr. Chris
Franzkowiak würdigt in seinem Artikel „Judas Priest – Zeitgeist
auf der Überholspur“ das vor 30 Jahren erschienene bahnbrechende
Album Turbo, und die Werkschau-Auslese widmet sich den
AOR-Urgesteinen Survivor. Dass die Wirklichkeit die Berichterstattung
zuweilen weit hinter sich lässt oder gar ad absurdum führt, beweist
der Tod von Rick Parfitt. Wurde in der vorigen Ausgabe noch
verkündet, der Status Quo-Gitarrist befinde sich nach schweren
gesundheitlichen Problemen auf dem Weg der Besserung, gibt es diesmal
einen Nachruf auf den jüngst Verstorbenen. Auch das tragisch.
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Donnerstag, 9. März 2017
Hubert Haensel - Unendliches All
Darauf muss ich an dieser Stelle natürlich unbedingt hinweisen, weil ich mich über die Veröffentlichung freue: Nun ist er da, der lang erwartete Nick-Roman von Hubert Haensel. Mit Band 7, Unendliches All, legt der bekannte Autor, der unter anderem für Perry Rhodan schreibt und für Ren Dhark schrieb, einen Gastbeitrag für die Nick-Reihe vor, auf den viele seiner Fans gewartet haben.
Fan war er selbst einmal. Als Jungen brachten ihn Hansrudi Wäschers Nick-Comics zur Science Fiction, und so schließt sich in gewisser Weise ein Kreis. Denn für Hubert war es eine Herzensangelegenheit, selbst einmal schriftstellerisch in Nicks Welt einzutauchen und dem Weltraumhelden aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts literarisches Leben einzuflößen. Das ist ihm mit seinem Roman in beeindruckender Weise gelungen.
Fan war er selbst einmal. Als Jungen brachten ihn Hansrudi Wäschers Nick-Comics zur Science Fiction, und so schließt sich in gewisser Weise ein Kreis. Denn für Hubert war es eine Herzensangelegenheit, selbst einmal schriftstellerisch in Nicks Welt einzutauchen und dem Weltraumhelden aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts literarisches Leben einzuflößen. Das ist ihm mit seinem Roman in beeindruckender Weise gelungen.
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Mittwoch, 8. März 2017
Michael H. Buchholz 1957 - 2017
Ich konnte es kaum glauben, als ich vor einer Stunde erfuhr, dass Michael H. Buchholz gestorben ist. Ich wusste nicht, dass er anscheinend schon länger schwer krank war. Kein Wunder, ich kannte ihn kaum.
Wir sind uns bei irgendwelchen Veranstaltungen zwei oder drei Mal persönlich über den Weg gelaufen, beispielsweise beim Perry Rhodan Weltcon 2011 in Mannheim, haben bei diesen flüchtigen Begegnungen aber nicht mehr als ein paar Sätze gewechselt.
Als Autor war Michael in der Science Fiction-Szene wohl schon länger aktiv, so schrieb er einige Beiträge zu den Atlan-Miniserien. Richtig bewusst wurde mir sein Name aber erst im Zuge der Atlan-Taschenbücher, als er, ich und Rüdiger Schaefer 2007 die Rudyn-Trilogie schrieben. Es war unsere erste und einzige Zusammenarbeit.
Zuletzt verfasste Michael die Exposés für Perry Rhodan Neo, die Neuschreibung der Perry Rhodan-Serie. Dies tat er seit etwa zwei Jahren gemeinsam mit Rüdiger Schaefer. Mit Michael verliert die Szene einen weiteren kreativen Kopf. Michael H. Buchholz starb am 6. März 2017, wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag.
Wir sind uns bei irgendwelchen Veranstaltungen zwei oder drei Mal persönlich über den Weg gelaufen, beispielsweise beim Perry Rhodan Weltcon 2011 in Mannheim, haben bei diesen flüchtigen Begegnungen aber nicht mehr als ein paar Sätze gewechselt.
Als Autor war Michael in der Science Fiction-Szene wohl schon länger aktiv, so schrieb er einige Beiträge zu den Atlan-Miniserien. Richtig bewusst wurde mir sein Name aber erst im Zuge der Atlan-Taschenbücher, als er, ich und Rüdiger Schaefer 2007 die Rudyn-Trilogie schrieben. Es war unsere erste und einzige Zusammenarbeit.
Zuletzt verfasste Michael die Exposés für Perry Rhodan Neo, die Neuschreibung der Perry Rhodan-Serie. Dies tat er seit etwa zwei Jahren gemeinsam mit Rüdiger Schaefer. Mit Michael verliert die Szene einen weiteren kreativen Kopf. Michael H. Buchholz starb am 6. März 2017, wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag.
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Dienstag, 7. März 2017
Teleportationstore und Unterwassermenschen
Nach dem dieser Tage erscheinenden siebten Nick-Roman - den Gastroman des bekannten Schriftstellers Hubert Haensel habe ich bereits früher erwähnt - habe ich wieder das Steuer von Nicks Sternenschiff übernommen. Inzwischen habe ich die Arbeit an der achten Romanadaption abgeschlossen. Sie ist recht umfangreich ausgefallen, mehr als zwei Heftromanlängen schlugen am Ende zu Buche.
Nick, der Weltraumfahrer, ist mit dem Kugelraumer in den Randbereichen der Milchstraße unterwegs. Dort, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist, gehen die Forscher von der Erde und der Marsianer Xutl ihrer Entdeckermission nach. Sie stoßen auf ein Sonnensystem, in dem gleich mehrere Planeten bewohnt sind oder einst bewohnt waren. Bei ihren Untersuchungen wirft der verschlagene Tierfänger Jack Hunter ihnen zahlreiche Knüppel zwischen die Beine. Zu spät erkennt Nick, dass Hunter hochtrabende Ambitionen hegt und vor keinem Mittel zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen.
Einmal mehr erweist sich Hansrudi Wäscher als Meister der großen, fast epischen Erzählung in Bilderform. Spannend und imposant, was er alles in sein achtes Nick-Abenteuer hineingepackt hat: ein Volk von Unterwasseratmern, die Hinterlassenschaften einer vor langer Zeit ausgestorbenen Zivilisation, die Romanze zwischen einem Menschen von der Erde und einer außerirdischen Sternenkönigin, eine interstellare Dunkelwolke, einen intriganten Mörder, skrupellosen Diktator und reichlich Action. Vor allem aber die legendären Teleportationstore, für mich eine der faszinierendsten Ideen Wäschers, Jahrzehnte vor Star Gate.
Folgende Nick-Piccolos sind in den Roman eingeflossen: 94 Wir wollen umkehren, 95 Der Tod hat einen langen Arm, 96 Der geheimnisvolle Bogen, 97 Wahnsinnig, 98 Spurlos verschwunden, 99 Eine Welt zu Füßen, 100 Gefährliches Experiment, 101 Die Dunkelwolke, 102 Hinter Mauern, 103 Landung bei Nacht, 104 Gier nach Macht, 105 Ein gewagtes Unternehmen, 106 Bei den Rebellen, 107 Verhängnisvoller Ehrgeiz, 108 Auge in Auge mit dem Tod, 109 Waffenlos, 110 Die Maus, 111 Überlistet, 112 Eine merkwürdige Entdeckung, 113 Kampf ohne Gnade, 114 Das Sternenschiff wird vernichtet, 115 Der Tod ist in der Luft, 116 Siebenfache Übermacht, 117 Flucht ins All, 118 Mit in die Tiefe gerissen, 119 Im Vorhof der Hölle.
Nick, der Weltraumfahrer, ist mit dem Kugelraumer in den Randbereichen der Milchstraße unterwegs. Dort, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist, gehen die Forscher von der Erde und der Marsianer Xutl ihrer Entdeckermission nach. Sie stoßen auf ein Sonnensystem, in dem gleich mehrere Planeten bewohnt sind oder einst bewohnt waren. Bei ihren Untersuchungen wirft der verschlagene Tierfänger Jack Hunter ihnen zahlreiche Knüppel zwischen die Beine. Zu spät erkennt Nick, dass Hunter hochtrabende Ambitionen hegt und vor keinem Mittel zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen.
Einmal mehr erweist sich Hansrudi Wäscher als Meister der großen, fast epischen Erzählung in Bilderform. Spannend und imposant, was er alles in sein achtes Nick-Abenteuer hineingepackt hat: ein Volk von Unterwasseratmern, die Hinterlassenschaften einer vor langer Zeit ausgestorbenen Zivilisation, die Romanze zwischen einem Menschen von der Erde und einer außerirdischen Sternenkönigin, eine interstellare Dunkelwolke, einen intriganten Mörder, skrupellosen Diktator und reichlich Action. Vor allem aber die legendären Teleportationstore, für mich eine der faszinierendsten Ideen Wäschers, Jahrzehnte vor Star Gate.
Folgende Nick-Piccolos sind in den Roman eingeflossen: 94 Wir wollen umkehren, 95 Der Tod hat einen langen Arm, 96 Der geheimnisvolle Bogen, 97 Wahnsinnig, 98 Spurlos verschwunden, 99 Eine Welt zu Füßen, 100 Gefährliches Experiment, 101 Die Dunkelwolke, 102 Hinter Mauern, 103 Landung bei Nacht, 104 Gier nach Macht, 105 Ein gewagtes Unternehmen, 106 Bei den Rebellen, 107 Verhängnisvoller Ehrgeiz, 108 Auge in Auge mit dem Tod, 109 Waffenlos, 110 Die Maus, 111 Überlistet, 112 Eine merkwürdige Entdeckung, 113 Kampf ohne Gnade, 114 Das Sternenschiff wird vernichtet, 115 Der Tod ist in der Luft, 116 Siebenfache Übermacht, 117 Flucht ins All, 118 Mit in die Tiefe gerissen, 119 Im Vorhof der Hölle.
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Mittwoch, 1. März 2017
Alltagsleben an Bord der POINT OF
Mit Ren Dhark ging es auch zu Beginn des Jahres eifrig weiter. So habe ich die Arbeit an meinem Manuskript für das 69. Buch von Weg ins Weltall rechtzeitig vor Karneval abgeschlossen, bin bisher aber noch nicht dazu gekommen, ein paar Worte darüber zu verlieren. Beabsichtigt war, mich nach Abgabe des Manuskripts die närrischen Tage über in den Kölner Karneval zu stürzen, was jedoch durch einen Unfall verhindert wurde. Zu meinem Betrüben fiel Karneval für mich komplett aus. Dem Unfall und seinen Nachwirkungen ist es auch geschuldet, dass ich erst jetzt zu diesem Post komme.
Worum geht es denn nun in meinem neuen Manuskript? Ren Dhark und die Raumfahrer von der Erde sind mit der Point of weiterhin in der Kleingalaxis NGK 3109 gestrandet, bei deren Völkern Voktar genannt. Während unsere Weltraumhelden weiterhin nach einer Möglichkeit suchen, die es ihnen erlaubt, den Abgrund zwischen den Galaxien zu überwinden und in die Milchstraße heimzukehren, werden sie von den Friedensstiftern und deren Häschern gejagt.
Während wir im laufenden Zyklus weiter voranschreiten, zeichnen sich auch immer weitere Verbindungen zwischen den einzelnen Handlungsebenen ab. Neue Informationen erschließen sich, und doch ist das Puzzle noch zu verworren, als dass Ren Dhark einen stimmigen Sinn erkennen könnte. Auf der Suche nach Erkenntnis über die Hintergründe der geheimnisvollen Vorgänge in NGK 3109 gelangt die Point of in ein Sonnensystem, das es so eigentlich gar nicht geben dürfte.
Für Band 68 habe ich übrigens damit begonnen, Alltagsszenen aus dem Bordleben der Point of zu schildern - natürlich nicht als Selbstzweck, sondern im Kontext der laufenden Handlung. Die entsprechenden Passagen einfach zu überlesen ist also nicht möglich. In Band 69, der übrigens den Titel Ein sicherer Hort? tragen wird, setze ich die Schilderung solcher Szenen fort. Wie immer bin ich gespannt auf die Reaktion der Leser.
Worum geht es denn nun in meinem neuen Manuskript? Ren Dhark und die Raumfahrer von der Erde sind mit der Point of weiterhin in der Kleingalaxis NGK 3109 gestrandet, bei deren Völkern Voktar genannt. Während unsere Weltraumhelden weiterhin nach einer Möglichkeit suchen, die es ihnen erlaubt, den Abgrund zwischen den Galaxien zu überwinden und in die Milchstraße heimzukehren, werden sie von den Friedensstiftern und deren Häschern gejagt.
Während wir im laufenden Zyklus weiter voranschreiten, zeichnen sich auch immer weitere Verbindungen zwischen den einzelnen Handlungsebenen ab. Neue Informationen erschließen sich, und doch ist das Puzzle noch zu verworren, als dass Ren Dhark einen stimmigen Sinn erkennen könnte. Auf der Suche nach Erkenntnis über die Hintergründe der geheimnisvollen Vorgänge in NGK 3109 gelangt die Point of in ein Sonnensystem, das es so eigentlich gar nicht geben dürfte.
Für Band 68 habe ich übrigens damit begonnen, Alltagsszenen aus dem Bordleben der Point of zu schildern - natürlich nicht als Selbstzweck, sondern im Kontext der laufenden Handlung. Die entsprechenden Passagen einfach zu überlesen ist also nicht möglich. In Band 69, der übrigens den Titel Ein sicherer Hort? tragen wird, setze ich die Schilderung solcher Szenen fort. Wie immer bin ich gespannt auf die Reaktion der Leser.
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Montag, 27. Februar 2017
Harry Messerschmidt 1947 - 2017
Harry Messerschmidts Interesse am
Zeichnen wurde durch die Comics der Fünfziger Jahre geweckt, und er
entwickelte eine große Liebe für Piccolos. Beides sollte ihn sein
Leben lang begleiten. Schon in jungen Jahren zeichnete er in der
Schule seine ersten Motive, Science Fiction, Fantasy,
Dschungelabenteuer, Western und Historie.
All diese Themen brachte er später in
seine Zeichnungen und Cartoons ein – und in seine eigenen Piccolos,
von denen weit über hundert Ausgaben erschienen. Daneben fertigte er
Innenillustrationen für verschiedene Science Fiction-Serien an,
unter anderem für Perry Rhodan.
Harry, am 14. Januar 1947 geboren,
starb vor wenigen Tagen. Persönlich kennengelernt habe ich ihn nie,
ich erinnere mich nur an zwei oder drei kurze, aber schon Jahre
zurückliegende Mail-Wechsel. Er wurde 70 Jahre alt, hatte aber noch
lange nicht ans Aufhören gedacht. Mit Harry Messerschmidt geht der
Szene ein begeisterter und kreativer Kopf verloren.
Sonntag, 26. Februar 2017
Sandelsmog
Mit dem Titelbild für Ren Dhark 68 hat Ralph Voltz einmal mehr ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Welchem Volk Sandelsmog angehört, verrate ich noch nicht.
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Titelbild
Montag, 13. Februar 2017
Rebellen gegen die Friedensstifter
Sechs Wochen sind schon rum im neuen Jahr, das so neu also gar nicht mehr ist. Diesmal hat es lange gedauert, bis meine ersten Belegexemplare eintrafen. Man bekommt ja Entzugserscheinungen, wenn man nicht hin und wieder ein eigenes neues Werk in Händen hält. Doch nun ist es endlich soweit.
Die druckfrische Ausgabe von Ren Dhark 67 ist angekommen. Das Buch trägt den Titel Rebellen gegen die Friedensstifter, die enthaltenen Romanbeiträge wurden von mir, Nina Morawietz und Andreas Zwengel geschrieben, das Exposé von Ben B. Black. Das Titelbild stammt wie gewohnt von Ralph Voltz. Ralphs Darstellung des Woniozell mit dem zungenbrecherischen Namen Dabophilorisoptyl gefällt mir immer noch ausgesprochen gut.
Die druckfrische Ausgabe von Ren Dhark 67 ist angekommen. Das Buch trägt den Titel Rebellen gegen die Friedensstifter, die enthaltenen Romanbeiträge wurden von mir, Nina Morawietz und Andreas Zwengel geschrieben, das Exposé von Ben B. Black. Das Titelbild stammt wie gewohnt von Ralph Voltz. Ralphs Darstellung des Woniozell mit dem zungenbrecherischen Namen Dabophilorisoptyl gefällt mir immer noch ausgesprochen gut.
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Veröffentlichung
Sonntag, 12. Februar 2017
Kölsche Mundart mit dem Drei Mann Quartett
Kölsch wie auch andere regionale
Mundarten wird immer weniger gesprochen, heißt es – und immer
weniger gesprochen werden. Es sei abzusehen, dass die Dialekte
aussterben. Bin ich in Köln in den Veedeln unterwegs, in der
Straßenbahn oder selbst in kölschen Kneipen, fällt mir auf, dass
die Behauptung stimmt. Oder zumindest bilde ich mir das ein. Kölsch
sprechen überwiegend noch die alten Kölner.
Anders ist das im Karneval, wo die
kölsche Sprache aus dem Liedgut nicht wegzudenken ist. Zu den
Gruppen, die dort seit Jahrzehnten auftreten (Bläck Fööss, Höhner,
Paveier, Räuber), gesellten und gesellen sich alljährlich neue
Bands (wie beispielsweise die Klüngelköpp, Kasalla, Cat Balou, Die
Domstürmer). Leider bekommt man sowohl von den Alteingesessenen als
auch den Neuen in ihren Liedern kaum einmal mehr richtig schöne
Geschichten erzählt, so wie es vor allem die Bläck Fööss in den
Siebziger Jahren machten. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel,
aber überwiegend muss für jede Session eine neue Hymne her, die
auch der letzte Depp noch mit drei Promille mitgrölen kann.
Glücklicherweise gibt es – abseits
der großen Bühnen und zumeist unbeachtet seitens eines feierwütigen
Publikums – Musiker, die sich der kölschen Mundart und den alten
Texten verschrieben haben. Sie pflegen sie bei ihren Auftritten mit
Begeisterung und erhalten sie am Leben. Zunächst fiel mir das vor
ein paar Jahren bei der Familich auf, auch bei Philipp Oebel und vor
geraumer Zeit bei Peter Schmitz-Hellwing. Und jetzt lernte ich eine
Band kennen, von der ich bis dato noch nie etwas gehört hatte. Noch
dazu geschah das, nachdem mir ein Flyer in die Hand gefallen war,
nicht in Köln, sondern in der mittelalterlichen Burg Mauel im
Windecker Ländchen.
Um ein Trio handelt es sich, das den im
ersten Moment merkwürdig anmutenden Namen Drei Mann Quartett trägt.
Verständlich wird er, wenn man erfährt, dass das Publikum als der
vierte Mann (oder die vierte Frau) gilt. Dass das dreiköpfige
Quartett bislang an mir vorbeiging, wundert mich, spielen die Jungs
doch bereits seit einigen Jahren zusammen. Freddie Böhmer und Martin
Hark spielen akustische Gitarre, Reinhold Schreiber zupft den E-Bass,
jedoch kommen im Laufe des Konzerts auch weitere Instrumente wie
beispielsweise die durch Hans Süper bekannt gewordene Flitsch zum
Einsatz. Das Bild oben habe ich von Facebook entliehen, dort ist das Drei Mann Quartett präsent.
Der Gewölbesaal der Burg Mauel bot
einen schönen Rahmen für den Auftritt. Wie lang mag er gewesen sein
(der Auftritt, nicht der Gewölbesaal)? Zwei Stunden bestimmt, ich
habe nicht auf die Uhr geschaut. Wozu auch, denn die Zeit verging wie
im Flug. Die Musiker konzentrierten sich auf Klassiker der kölschen
Mundart wie Willi Ostermanns (1876 – 1936) Die Mösch und
Kutt erop! oder Karl Berbuers (1900 – 1977) Heidewitzka,
Herr Kapitän sowie das von Hans Knipp (1944 – 2011)
komponierte und von Horst Muys (1925 – 1970) bekannt gemachte Ne
Besuch em Zoo. Alles wohlklingende Namen von Komponisten,
Textdichtern und Krätzchensängern. Diese klassischen Mundartlieder
ließen sich damals durchaus dem Karneval zurechnen, gehen für mich
aber viel weiter. Häufig liefern sie Alltagsbeobachtungen in
musikalisch aufbereiteter Form, worin besonders Willi Ostermann ein
Meister war. Ich bin ne kölsche Jung von Fritz Weber (1909 –
1984) kam ebenso zu Ehren wie De Pänz sin us dem Hus und
weitere Stücke der Bläck Fööss, kein Wunder, gelten zahlreiche
Leeder der Mutter aller kölschen Bands selbst längst als Klassiker. Noch viel mehr gab es, und manches kannte ich gar nicht.
Freddie Böhmer, Martin Hark und
Reinhold Schreiber singen alle. Jeder der drei hat offenbar seine
persönlichen Lieblingsstücke, und mit entsprechender Hingabe werden
sie vorgetragen. Man merkt den Musikern ihre Freude beim Vortrag an,
was noch unterstrichen wird durch die launigen Ansagen und die
kleinen Verzällcher zwischen den einzelnen Stücken. Dank Musikern
wie dem Drei Mann Quartett leben solche musikalischen Perlen in
kölscher Mundart weiter, was aller Ehren wert ist und nicht genug
anerkannt werden kann. Es war ein herrliches Konzert, und das
dreiköpfige Quartett wird mich wiedersehen. So kündigten die
Musiker bereits an, im kommenden August, und dann unter freiem
Himmel, erneut in der Burg Mauel aufzutreten. Dann fahre ich wieder
hin. Also, heißer Tip für alle Freunde von Krätzchen und kölschen Mundart-Evergreens: das Drei Mann Quartett!
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Samstag, 4. Februar 2017
Tibor im Wunderland?
Ein weiteres Titelbild ist da, das ich schon vorstellen kann. Der Roman steht zwar erst in den kommenden Monaten auf meiner Schreibagenda, aber das Covermotiv gibt schon einen kleinen Ausblick. Jagt da etwa ein Riesenkaninchen ein Zebra?
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Samstag, 28. Januar 2017
Arndt Ellmer - Die Auris-Trilogie
Der BARDIOC-Zyklus gehörte für mich zu den Highlights der Perry
Rhodan-Serie. Das kosmische Ringen der beiden Superintelligenzen
Bardioc und Kaiserin von Therm erschien von 1976 bis 1978 in den
Heftromanen 800 bis 867. Im letzten Roman des Zyklus kam es zur
Vereinigung dieser auf phantastische Weise entstandenen Superwesen.
Das körperlose Gehirn eines der ehemaligen Sieben Mächtigen Bardioc
ging im Kristallgespinst der Kaiserin auf. Auch heute, vierzig Jahre
später, löst dieser Zyklus noch Faszination bei mir aus. Das liegt
am großen kosmischen Hintergrund der Geschichte, am Faszinosum der
Superintelligenzen, die damals noch nicht inflationär in der
Handlung auftauchten, an weiteren Figuren wie den Inkarnationen
Bardios, dem Forscher der Kaiserin Douc Langur (sicherlich eine meine
Lieblingsfiguren, genau wie die mitspielenden Ganerc und Alaska
Saedelaere) – und natürlich an der Tatsache, dass damals William
Voltz die Geschicke der Serie lenkte und die meisten Schlüsselromane
verfasste.
Mit Abschluss des Zyklus verschwanden Bardioc und die Kaiserin von Therm aus der Handlung, doch es wäre interessant gewesen zu erfahren, wie sich das weitere Schicksal der Vereinigung und der verwaisten Mächtigkeitsballung Bardiocs gestaltet. Das dachte sich wohl auch Arndt Ellmer, denn der 1983 ins Perry Rhodan-Team eingestiegene Autor griff das Thema 1987 in nicht nur einem Taschenbuch wieder auf, sondern er machte gleich eine Trilogie daraus. Und das war, soviel vorweg, eine gute Idee, wie das Resultat eindrucksvoll belegt.
Das Ende der Duuhrt setzt knapp hundert Jahre nach der vermeintlichen Vereinigung der beiden Superintelligenzen ein. Es zeigen sich zunehmende Komplikationen bei dem Vereinigungsprozess. Die Kristallintelligenz droht wahnsinnig zu werden, weshalb Bardioc anbietet, sich wieder aus der Verbindung zu lösen. Dies jedoch lehnt die Kaiserin ab, woraufhin sie mehr und mehr die Kontrolle über die Völker ihrer Mächtigkeitsballung verliert und es zu kriegerischen Konflikten der bis dato verbündeten Völker untereinander kommt. Im Zusammenspiel verschiedener Figuren gelingt es schließlich, insbesondere durch das Wirken Bardiocs, die Kaiserin von Therm zu retten. In der Folge verschmelzen beide endgültig zu der neuen Superintelligenz Thermioc. Eine schöne Überraschung bereitete Arndt Ellmer mit dem Auftritt der Kelosker, jener einerseits plumpen, körperlich unförmigen Wesen, die jedoch andererseits brillante Rechner, Mathematiker und logische Denker sind, deren Denkprozesse bis in den siebendimensionalen Bereich hinaufreichen. Auch deren Rechenmeister Dobrak gehörte seinerzeit zu meinen Lieblingsfiguren, schon im Aphilie-Zyklus.
Zu Beginn des zweiten Bandes der Trilogie Die Symbionten des Limbus sind weitere einhundert Jahre vergangen. Der Paradieseffekt hat die Mächtigkeitsballung der ehemaligen Kaiserin befriedet, jene Bardiocs liegt hingegen weiterhin brach und stellt ein Machtvakuum mit einem erheblichen Machtpotential dar. Die Symbionten des Limbus werden aktiv, und eine bisher unbekannte Superintelligenz namens Ulgenland tritt auf den Plan. Zudem erscheint Bulloc, die ehemalige Vierte Inkarnation Bardiocs, und die mit Abstand mächtigste. Ulgenland gefiel mir nicht besonders. Ich fand die aus einer Roboterzivilisation hervorgegangene Superintelligenz blass, zu kalt, im Vergleich zur Entstehungsgeschichte der beiden anderen sogar ein wenig banal. Geschmackssache, klar, aber alle später auftauchenden Superintelligenzen mussten sich an den beiden Paradebeispielen messen lassen. Ulgenland spielt im Verlauf der Ereignisse um die Symbionten zwar eine wichtige Rolle, wird anschließend aber von dem geheimnisvollen Roboter aus der Vergangenheit Vlission kurzerhand in die Luft gesprengt, damit sie nicht auf die Idee kommt, sich Bardiocs verwaiste Mächtigkeitsballung untertan zu machen. Wie im ersten Band Dobrak, so ist hier Bulloc das überraschend auftauchende Highlight. Von dieser abgrundtief bösen Kreatur Bardiocs, die seinerzeit nur als ein Flimmern beschrieben wurde und die sich im damaligen Zyklus gegen ihren Schöpfer stellte und ihn zu vernichten trachtete, wurde nie endgültig geklärt, ob sie noch existiert.
Sie existiert, und wie. In Metamorphose einer Superintelligenz wird Bulloc erst richtig aktiv. Er plant einen Angriff auf Thermioc, und es kommt zur entscheidenden Auseinandersetzung zwischen der Vierten Inkarnation und der jungen Superintelligenz. Im Abschlussband der Trilogie kommt es zu zahlreichen Irrungen und Wirrungen, in denen die dem Dreiteiler seinen Titel gebende Auris sowie erneut der Roboter Vlission wichtige Rollen inehaben. Im Verlauf der Handlung verschmelzen Bardioc und die Kaiserin von Therm endgültig zu einer neuen Entität, und Bulloc wird durch eine List vernichtet. Thermioc gibt die körperliche Existenz auf und wird zu einem reinen Geisteswesen, eine zwar nachvollziehbare Entwicklung, jedoch auch ein wenig schade. Dadurch geht einiges an Reiz verloren. Allerdings ist dieses Manko insofern Makulatur, als der Handlungsstrang damit endgültig abgeschlossen ist – wenngleich Arndt Ellmer das Thema in seinem Roman Vlission, der Roboter später erneut aufgreifen sollte.
Bei den zahlreichen Handlungselementen, die hier einen großen Themenkomplex abschließen, zieht sich ein Element unterschwellig durch die gesamte Handlung, nämlich das Schicksal der Forscher der Kaiserin. Von jenen Sitzkissen ähnelnden Wesen war nie bekannt, ob es sich um natürliche Lebewesen handelt oder ob sie künstlich erschaffen wurden. Auch ihnen selbst blieb die Natur ihrer Existenz verborgen. Deren Zweck schien es zu sein, entlang der Großen Schleife Informationen zu sammeln. Gerade dieses Rätsel machte den großen Reiz der Forscher aus, was William Voltz anhand der Zerrissenheit des Douc Langur seinerzeit so einfühlsam wie blendend darstellte. Arndt Ellmer gelingt das Kunststück, plausible Antworten auf die Fragen der Leser und der Forscher gleichermaßen zu liefern und jene in einen übergreifenden Kontext zu stellen, ohne dass es an den Haaren herbeigezogen oder banal wirkt. Der Autor hat den faszinierenden Forschern eine würdige Bestimmung zukommen lassen. Wenn auch im Schatten der Mächtigen agierend, so sind doch sie, die Einsamen und Verzweifelten, die Mutigen und Kühnen die wahren Helden dieser Geschichte, auch wenn sie nicht als Helden dargestellt werden. Das wird der Konzeption der Forscher gerecht und gefiel mir ganz ausgezeichnet.
Fazit: Die Auris-Trilogie besteht aus drei Romanen, die tief in den kosmologischen Background der Serie eintauchen, und das in einem Handlungskontext, der mir seinerzeit großen Spaß gemacht hat – und dies, wie ich jüngst beim Lesen feststellte, auch Jahrzehnte später noch tut. Sie besticht durch jenen Sense of Wonder, der mich einst an Perry Rhodan fesselte. Die drei Bücher haben mich durchgehend bestens unterhalten, hielten mich bis zum Ende gepackt und ließen mich in der großen Bardioc- und Kaiserin-Zeit schwelgen. Seltsam, dass der Dreiteiler bisher an mir vorbeigegangen ist.
Mit Abschluss des Zyklus verschwanden Bardioc und die Kaiserin von Therm aus der Handlung, doch es wäre interessant gewesen zu erfahren, wie sich das weitere Schicksal der Vereinigung und der verwaisten Mächtigkeitsballung Bardiocs gestaltet. Das dachte sich wohl auch Arndt Ellmer, denn der 1983 ins Perry Rhodan-Team eingestiegene Autor griff das Thema 1987 in nicht nur einem Taschenbuch wieder auf, sondern er machte gleich eine Trilogie daraus. Und das war, soviel vorweg, eine gute Idee, wie das Resultat eindrucksvoll belegt.
Das Ende der Duuhrt setzt knapp hundert Jahre nach der vermeintlichen Vereinigung der beiden Superintelligenzen ein. Es zeigen sich zunehmende Komplikationen bei dem Vereinigungsprozess. Die Kristallintelligenz droht wahnsinnig zu werden, weshalb Bardioc anbietet, sich wieder aus der Verbindung zu lösen. Dies jedoch lehnt die Kaiserin ab, woraufhin sie mehr und mehr die Kontrolle über die Völker ihrer Mächtigkeitsballung verliert und es zu kriegerischen Konflikten der bis dato verbündeten Völker untereinander kommt. Im Zusammenspiel verschiedener Figuren gelingt es schließlich, insbesondere durch das Wirken Bardiocs, die Kaiserin von Therm zu retten. In der Folge verschmelzen beide endgültig zu der neuen Superintelligenz Thermioc. Eine schöne Überraschung bereitete Arndt Ellmer mit dem Auftritt der Kelosker, jener einerseits plumpen, körperlich unförmigen Wesen, die jedoch andererseits brillante Rechner, Mathematiker und logische Denker sind, deren Denkprozesse bis in den siebendimensionalen Bereich hinaufreichen. Auch deren Rechenmeister Dobrak gehörte seinerzeit zu meinen Lieblingsfiguren, schon im Aphilie-Zyklus.
Zu Beginn des zweiten Bandes der Trilogie Die Symbionten des Limbus sind weitere einhundert Jahre vergangen. Der Paradieseffekt hat die Mächtigkeitsballung der ehemaligen Kaiserin befriedet, jene Bardiocs liegt hingegen weiterhin brach und stellt ein Machtvakuum mit einem erheblichen Machtpotential dar. Die Symbionten des Limbus werden aktiv, und eine bisher unbekannte Superintelligenz namens Ulgenland tritt auf den Plan. Zudem erscheint Bulloc, die ehemalige Vierte Inkarnation Bardiocs, und die mit Abstand mächtigste. Ulgenland gefiel mir nicht besonders. Ich fand die aus einer Roboterzivilisation hervorgegangene Superintelligenz blass, zu kalt, im Vergleich zur Entstehungsgeschichte der beiden anderen sogar ein wenig banal. Geschmackssache, klar, aber alle später auftauchenden Superintelligenzen mussten sich an den beiden Paradebeispielen messen lassen. Ulgenland spielt im Verlauf der Ereignisse um die Symbionten zwar eine wichtige Rolle, wird anschließend aber von dem geheimnisvollen Roboter aus der Vergangenheit Vlission kurzerhand in die Luft gesprengt, damit sie nicht auf die Idee kommt, sich Bardiocs verwaiste Mächtigkeitsballung untertan zu machen. Wie im ersten Band Dobrak, so ist hier Bulloc das überraschend auftauchende Highlight. Von dieser abgrundtief bösen Kreatur Bardiocs, die seinerzeit nur als ein Flimmern beschrieben wurde und die sich im damaligen Zyklus gegen ihren Schöpfer stellte und ihn zu vernichten trachtete, wurde nie endgültig geklärt, ob sie noch existiert.
Sie existiert, und wie. In Metamorphose einer Superintelligenz wird Bulloc erst richtig aktiv. Er plant einen Angriff auf Thermioc, und es kommt zur entscheidenden Auseinandersetzung zwischen der Vierten Inkarnation und der jungen Superintelligenz. Im Abschlussband der Trilogie kommt es zu zahlreichen Irrungen und Wirrungen, in denen die dem Dreiteiler seinen Titel gebende Auris sowie erneut der Roboter Vlission wichtige Rollen inehaben. Im Verlauf der Handlung verschmelzen Bardioc und die Kaiserin von Therm endgültig zu einer neuen Entität, und Bulloc wird durch eine List vernichtet. Thermioc gibt die körperliche Existenz auf und wird zu einem reinen Geisteswesen, eine zwar nachvollziehbare Entwicklung, jedoch auch ein wenig schade. Dadurch geht einiges an Reiz verloren. Allerdings ist dieses Manko insofern Makulatur, als der Handlungsstrang damit endgültig abgeschlossen ist – wenngleich Arndt Ellmer das Thema in seinem Roman Vlission, der Roboter später erneut aufgreifen sollte.
Bei den zahlreichen Handlungselementen, die hier einen großen Themenkomplex abschließen, zieht sich ein Element unterschwellig durch die gesamte Handlung, nämlich das Schicksal der Forscher der Kaiserin. Von jenen Sitzkissen ähnelnden Wesen war nie bekannt, ob es sich um natürliche Lebewesen handelt oder ob sie künstlich erschaffen wurden. Auch ihnen selbst blieb die Natur ihrer Existenz verborgen. Deren Zweck schien es zu sein, entlang der Großen Schleife Informationen zu sammeln. Gerade dieses Rätsel machte den großen Reiz der Forscher aus, was William Voltz anhand der Zerrissenheit des Douc Langur seinerzeit so einfühlsam wie blendend darstellte. Arndt Ellmer gelingt das Kunststück, plausible Antworten auf die Fragen der Leser und der Forscher gleichermaßen zu liefern und jene in einen übergreifenden Kontext zu stellen, ohne dass es an den Haaren herbeigezogen oder banal wirkt. Der Autor hat den faszinierenden Forschern eine würdige Bestimmung zukommen lassen. Wenn auch im Schatten der Mächtigen agierend, so sind doch sie, die Einsamen und Verzweifelten, die Mutigen und Kühnen die wahren Helden dieser Geschichte, auch wenn sie nicht als Helden dargestellt werden. Das wird der Konzeption der Forscher gerecht und gefiel mir ganz ausgezeichnet.
Fazit: Die Auris-Trilogie besteht aus drei Romanen, die tief in den kosmologischen Background der Serie eintauchen, und das in einem Handlungskontext, der mir seinerzeit großen Spaß gemacht hat – und dies, wie ich jüngst beim Lesen feststellte, auch Jahrzehnte später noch tut. Sie besticht durch jenen Sense of Wonder, der mich einst an Perry Rhodan fesselte. Die drei Bücher haben mich durchgehend bestens unterhalten, hielten mich bis zum Ende gepackt und ließen mich in der großen Bardioc- und Kaiserin-Zeit schwelgen. Seltsam, dass der Dreiteiler bisher an mir vorbeigegangen ist.
Arndt Ellmer - Auris-Trilogie
Band 1: Das Ende der Duuhrt (Perry Rhodan Planetenroman 293)
Band 2: Die Symbionten des Limbus (Perry Rhodan Planetenroman 295)
Band 3: Metamorphose einer
Superintelligenz (Perry Rhodan Planetenroman 297)
Alle 1987, Taschenbuch jeweils ca. 160 Seiten, 5,80 DM bzw.
6,80 DM
Pabel-Moewig-Verlag Rastatt
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Buchbesprechung,
Perry Rhodan,
Science Fiction
Dienstag, 24. Januar 2017
Ein unheimliches Titelbild für Nick 9
Anfang Februar wird Nick 7 erscheinen, bei dem es sich bekanntlich um einen Gastroman von Hubert Haensel handelt. Ich schreibe derzeit an Band 8 - und das Titelbild für die Nummer 9 liegt auch schon vor. Warum also es lange zurückhalten? Für alle, die es nicht erwarten können, so sieht es aus:
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Comic,
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Titelbild
Freitag, 20. Januar 2017
Black Sabbath mit furiosem Finale
Sie gelten als die Gründerväter des
Heavy Metal und drückten dem Genre über annähernd fünf Dekaden
ihren Stempel auf, wenn auch mit wechselnden Besetzungen. Neben Ozzy
Osbourne sangen vorübergehend auch Ronnie James Dio sowie Ian Gillan
bei Black Sabbath. Zudem sah ich vor ein paar Jahren bei einem Open
Air in Bonn unter dem Bandnamen „Heaven and Hell“ die Besetzung
Dio, Tony Iommi, Geezer Butler und Vinny Appice.
Jetzt, fünfzig Jahre nach den ersten gemeinsamen musikalischen Gehversuchen von Osbourne, Iommi, Butler und Bill Ward, begab sich die Legende auf Abschiedstour. Das letzte Konzert in Deutschland, bevor dann in ihrer Heimatstadt Birmingham endgültig der Vorhang fällt, fand in Köln statt. Der einzige Wermutstropfen war das Fehlen von Bill Ward am Schlagzeug, der durch den zugegeben hervorragenden Trommler, einen echten Berserker hinter der Schießbude, Tommy Clufetos ersetzt wurde.
Jetzt, fünfzig Jahre nach den ersten gemeinsamen musikalischen Gehversuchen von Osbourne, Iommi, Butler und Bill Ward, begab sich die Legende auf Abschiedstour. Das letzte Konzert in Deutschland, bevor dann in ihrer Heimatstadt Birmingham endgültig der Vorhang fällt, fand in Köln statt. Der einzige Wermutstropfen war das Fehlen von Bill Ward am Schlagzeug, der durch den zugegeben hervorragenden Trommler, einen echten Berserker hinter der Schießbude, Tommy Clufetos ersetzt wurde.
Black Sabbath legten los mit Black
Sabbath, und gleich vom ersten Stück an kochte die Halle. In der
Bühnenmitte stand Ozzy am Mikrofonständer, an dem er das ganze
Konzert über hüpfte und wibbelte und den er nur zu gelegentlichen
Ausflügen losließ, um das Publikum unermüdlich zum rhythmischen
Klatschen zu animieren. Was aber gar nicht nötig war, denn die
15.000 Besucher in der KölnArena feierten ihre Helden noch einmal
frenetisch ab. Zur Linken (von den Zuschauern aus gesehen)
malträtierte Geezer Butler seinen Bass, und rechts glänzte Tony
Iommi an der Gitarre. Der von ihm produzierte schwere Gitarrensound
war schon immer eins der Markenzeichen von Black Sabbath, das ihrer
Musik einen ganz eigenständigen Sound verlieh, eine unverwechselbare
Note, in meinen Augen ein Alleinstellungsmerkmal,
ähnlich wie es bei Motörhead auf deren eigene Art der Fall war.
Was in den folgenden knapp zwei Stunden
folgte, war ganz großes Kino. Ich war schon bei zahlreichen
Konzerten, aber ich habe noch nicht erlebt, dass vier Männer einen
solchen Geräuschorkan erzeugen können – der übrigens anschaulich
demonstrierte, dass auch in der oft gescholtenen KölnArena eine
hervorragende Akustik möglich ist, wenn man die Technik entsprechend
präpariert. Jedenfalls fegte ein brachiales Hitfeuerwerk von Fairies
Wear Boots über War Pigs bis hin zu Dirty Woman
durch die Halle, das einen im Innenraum regelrecht von den Socken
haute. Iommis Gitarrenriffs kamen gewohnt düster daher, gewohnt
schwer und trugen den musikalischen Unterbau fast ebenso mit wie
Butlers donnernder Bass und der wie entfesselt trommelnde Clufetos.
Ozzy, der Fürst der Finsternis, war weitaus besser bei Stimme, als
ich das vorab gelesen hatte. Er wetteiferte mit Tonys Gitarreninferno
und schien geradezu besessen davon, sich nicht von dieser
Riffkanonade unterkriegen zu lassen.
Bei Iron Man und Children of
the Grave ging es dann dem heraufbeschworenen Ende entgegen. Spaß
hatten sie bis zuletzt, das sah man besonders dem lachenden Ozzy an,
und das Publikum war ohnehin aus dem Häuschen. Meinetwegen hätte
das Konzert gern noch zwei Stunden weitergehen können, aber die
älteren Herren auf der Bühne sind nun mal leider nicht mehr die
Jugendlichen, die sich vor einem halben Jahrhundert aus Birmingham
aufmachten, um die Welt zu erobern. Wehmut kam bei dem Konzert nicht
auf, dazu blieb überhaupt keine Zeit, doch davon verspüre ich jetzt
ein wenig, da ich diese Zeilen niederschreibe. Denn es ist wirklich
vorbei, das wurde endgültig besiegelt mit dem finalen Stück, das
kein anderes als Paranoid hätte sein können und bei dem Band und Publikum noch einmal durch die Decke gingen.
Danach war ich nicht nur zufrieden,
nein, ich war schlichtweg begeistert von einem Auftritt, der eine
Messlatte war, an die so schnell kein anderer herankommen dürfte.
Black Sabbath spielten als gäbe es kein Morgen, was in gewisser
Weise ja auch zutrifft. Dass dies das Ende gewesen sein soll, ist
trotz allem nur schwer vorstellbar. Die Musiker spielten mit einem
Elan und einer unbändigen Kraft, die, wüsste man es nicht besser,
vermuten ließe, die Band stände ganz am Anfang und würde gerade
jetzt erst so richtig loslegen.
Die komplette Setlist: 1. Black Sabbath - 2. Fairies Wear Boots - 3. Under the Sun/Every Day Comes and Goes - 4. After Forever - 5. Into the Void - 6. Snowblind - 7. War Pigs - 8. Behind the Wall of Sleep - 9. N.I.B. - 10. Hand of Doom - 11. Rat Salad - 12. Iron Man - 13. Dirty Women - 14. Children of the Grave - 15. Paranoid
Montag, 16. Januar 2017
Falk-Sonderbände
In der Hochzeit der Piccolo-Comics zeichnete Hansrudi Wäscher nicht nur die regelmäßig erscheinenden Fortsetzungsgeschichten, sondern parallel dazu abgeschlossene Abenteuer der einzelnen Helden. Diese erschienen ebenfalls als Piccolos, aber als "Sonderband" deklariert, und wurden später wie die regulären Geschichten als Großbände neu aufgelegt.
Jetzt liegen mir fünf Falk-Sonderbände vor, die die Grundlage für mein nächstes Falk-Buch bilden. Von einem Roman kann man in diesem Fall nicht reden, es sei denn, man sieht die einzelnen Stories als Romankapitel an. Die Großbände sind heute eingetroffen, und ich konnte es mir nicht verkneifen, mich gleich auf den Rücken zu legen und ein wenig zu schmökern. Die fünf vergleichsweise kurzen Abenteuer bieten gewohnt spannende Falk-Kost, auf deren literarische Umsetzung ich mich in Kürze mit Freude stürzen werde.
Jetzt liegen mir fünf Falk-Sonderbände vor, die die Grundlage für mein nächstes Falk-Buch bilden. Von einem Roman kann man in diesem Fall nicht reden, es sei denn, man sieht die einzelnen Stories als Romankapitel an. Die Großbände sind heute eingetroffen, und ich konnte es mir nicht verkneifen, mich gleich auf den Rücken zu legen und ein wenig zu schmökern. Die fünf vergleichsweise kurzen Abenteuer bieten gewohnt spannende Falk-Kost, auf deren literarische Umsetzung ich mich in Kürze mit Freude stürzen werde.
Sonntag, 15. Januar 2017
Sammlerherz 17
Das „Magazin für den Comic- und
Nostalgiefreund“, so der Untertitel, erscheint einmal im Jahr. Die
Ausgabe 17 habe ich von der letzten Intercomic mitgenommen. Seit ich
das Sammlerherz dort vor zwei Jahren entdeckte, gehört es neben der
Sprechblase und dem Hansrudi Wäscher-Magazin zu den Comic-Magazinen,
die ich regelmäßig lese.
Das dynamische Titelbild nimmt einen
auf den ersten Blick gefangen: ein sich aufbäumendes Pferd neben
einer bellenden Hundemeute, dazu im Hintergrund eine Figur, die an
einen Zauberer aus der einschlägigen Literatur erinnert und dem Bild
einen Hauch von Fantasy verleiht. Ich wurde auf Anhieb neugierig,
weil ich meinte, von dem Künstler noch nie etwas in einem Magazin
oder Fanzine gesehen zu haben. Kein Wunder, denn der Künstler
Hermann Vogel lebte von 1854 bis 1921. Im Heftinneren findet sich ein
Artikel samt Lebensgeschichte des Plaueners, der als einer der besten
und bekanntesten Illustratoren seiner Zeit galt. Unter anderem
illustrierte er Märchen von Christian Andersen. Noch heute stellt
das Vogtlandmuseum Plauen Werke von Vogel aus. Schöne Entdeckung
eines mir bis dahin völlig unbekannten Künstlers.
Ein anderer interessanter Mensch
scheint Luke Haas gewesen zu sein, „Den Toxkapp aus der Hiel“.
Was Toxkapp bedeutet, erschließt sich mir zwar nicht, aber Hiel ist
ein Stadtteil der Luxemburger Stadt Esch an der Alzette, die ich von
häufigen Durchfahrten mit dem Auto kenne. Luke, gebürtig Lucien,
Haas, dem Hans Simon einen längeren Nachruf widmet, war offenbar
eine bekannte Luxemburger Größe. Er gehörte als Sänger, Gitarrist
und Bassist verschiedenen Luxemburger Bands an, spielte dabei
Rock'n'Roll, Prog-Rock und Balladen nicht nur in Luxemburgisch,
sondern auch in Englisch, Französisch und Deutsch. Als
Schriftsteller verfasste er das „Luxemburger Rock-Lexikon“ und
den Bestseller „Luxemburger Rockstory“. Er war Comicsammler,
Comiczeichner und publizierte das schwergewichtige Comicbuch „Comics
in, aus und über Luxemburg“. Bemerkenswert ist, dass Luke Haas von
der Kultusministerin für seine Pionierarbeit gewürdigt wurde, das
kulturelle Leben in Luxemburg als Rockmusiker jahrzehntelang
mitbestimmt zu haben. Ein umtriebiger, kreativer Mann, der mir
bestimmt gefallen hätte, hätte ich ihn persönlich gekannt.
Zwei weitere Nachrufe finden sich in
der vorliegenden Ausgabe. Auch Sammlerherz gedenkt des verstorbenen
Hansrudi Wäscher, sowie zudem Dieter Lob, Sammler und profunder
Kenner der Szene. Um einen – allerdings schon lange –
Verblichenen geht es im Artikel „Georg Armstrong Custer – Die
Schlacht am Little Big Horn“ von Hans Erich Dingel, in dem der
Verfasser sich mit eben jenem Thema und Custers militärischer
Laufbahn beschäftigt. Was mich im ersten Moment verwunderte, ist so
erstaunlich gar nicht, dienten doch Custer, Crazy Horse und die
Schlacht am Little Big Horn nicht nur als Vorlage für diverse Filme,
sondern auch für eine Reihe von Comics. Erfreulich, dass Custers
Wirken – exemplarisch der Angriff und das Massaker an den Cheyenne
unter Black Kettle – durchaus kritisch betrachtet wird. Ein
lesenswerter Blick über den Tellerrand.
Ein wichtiger Bestandteil im
Sammlerherz ist die Fanszene. So findet sich ein Interview mit Detlef
Lorenz, dem Vater des „Logbuch des Robinson Crusoe“, sowie ein
weiteres mit dem Tarzan-Sammler Anton. Letzteren besuchte
Fragesteller Eckhardt Walter zudem zu Hause und berichtet samt
zahlreichen Bildern von einer Wohnung voller Tarzan-Schätze und
anderer Dinge.
Der erste Teil eines zweiteiligen
Artikels über – allerdings den neuen von Johann Kiefersauer –
Mecki führt mich zurück in meine Kindheit. Als kleiner Junge habe
ich auch Mecki gelesen, daran erinnere ich mich aber nur noch sehr
verschwommen. Thematisch verwandt ist die Erinnerung an Werbehefte
für Kinder in Comicform, wie sie vor einem halben Jahrhundert in
Geschäften verteilt wurden, sei es Rotkäppchen oder
Rumpelstilzchen, Der kleine Muck oder Max und Moritz. Wenn meine
Eltern mit mir Schuhe kaufen gingen, durfte das niemals in einem
anderen als in einem Salamander-Schuhgeschäft geschehen. Schließlich
gab es dort bei jedem Einkauf immer die kostenlosen Lurchi-Heftchen
dazu, sowie gelegentlich Gummifiguren von Lurchi oder seinen
Freunden. Leider hat bei mir nichts davon überlebt. Das Zeug dürfte
heute beim Verkauf einen ordentlichen Preis erzielen.
Neuland war für mich der Bericht über
„Saint-Tin und sein Freund Lou“, eine Persiflage auf Tim und
Struppi, die wegen Plagiatsverdachts sogar die französischen
Gerichte beschäftigte. Als selbst kreativ Schaffender stehe ich
dieser Tim und Struppi-Parodie äußerst skeptisch gegenüber.
Weitaus mehr erwärmen könnte ich mich vermutlich für das
französisch-belgische Comicepos „Hopfen und Malz“, das die
Geschichte einer Bierbrauer-Dynastie über einen Zeitraum von 150
Jahren erzählt.
Ein Comic darf nicht fehlen. Hier ist
es „Hauptmann Greko“ von Johannes Günther. Der Zeichenstil
gefällt mir sehr. Allerdings werfen die fünf Seiten der
Fortsetzungsgeschichte nicht mehr als ein kurzes Schlaglicht. Dies
dürfte jedoch, nehme ich zumindest an, dem für das Magazin
reichlich vorliegenden Material geschuldet sein. Gleiches gilt wohl
auch für die siebenseitige Romanfortsetzung „Arthur – Die
Odyssee“ von Hans Simon, illustriert ebenfalls von Johannes
Günther. Der Text kommt nämlich ziemlich gedrängt daher, der Satz
könnte durchaus ein wenig mehr Auflockerung und Struktur vertragen.
Aber bei der Fülle des Materials, das die Herausgeber in ihrem
Magazin unterbringen, ist das ein Jammern auf hohem Niveau.
Abgerundet wird die vorliegende Ausgabe
durch die Sammlerherz Extrablätter, einen launig-bebilderten Bericht
über die Bettelarmbänder Charms und eine Rezension zur
Trigan-Neuauflage bei Panini. Während ich Storm schon als
Jugendlicher klasse fand, habe ich zu Trigan nie einen Bezug
gefunden. Römer im Comic-Weltraum? Das passte für mich einfach
nicht zusammen.
Sammlerherz 17, herausgegeben von Hans
Simon und Eckhardt Walter, kommt ausgesprochen abwechslungsreich
daher und berührt auch Themen, die ich nicht unbedingt erwarte, die
aber dennoch oder gerade deshalb zum Schmökern einladen. Die
vollgepackten 68 Seiten im Magazinformat sind professionell
aufgemacht, wunderbar bebildert und durchgängig lesenswert.
Weitere
Informationen findet der Interessierte hier: www.sammlerherz.com.
Dort kann man das Magazin auch bestellen.
Sonntag, 8. Januar 2017
Goguls Armee im Zauberspiegel gelobt
Schon seit längerem bespricht der Fan Schlomo die Ren Dhark-Neuerscheinungen im Online-Magazin Zauberspiegel. Zu diesem Zweck wurde dort eigens eine Ren Dhark-Kolumne eingeführt, was Dhark-Macher und Leser gleichermaßen freut.
In seinem bereits 20. Beitrag - Respekt dafür, Schlomo. Alle Achtung! - befasst er sich mit Goguls Armee, dem aktuellen Sonderband aus meiner Feder. Er bespricht den Roman sehr ausführlich, geht Kapitel für Kapitel vor, und das in der ihm eigenen unterhaltsamen Art. Das geschieht unter der Überschrift: Achim Mehnert in Top Form. Ich gebe zu, das geht runter wie Öl.
Goguls Armee hat Schlomo gefallen, soviel kann ich der Besprechung also vorwegnehmen. Mehr noch, bei deren Überschwang kommt hoffentlich niemand auf die Idee, ich habe Schlomo für seinen Artikel bezahlt. Ich habe sogar kurz gezögert, die Besprechung an dieser Stelle zu verlinken - doch sonst tue ich es ja auch regelmäßig. Warum also nicht auch diesmal?
Den kompletten Kolumnenbeitrag findet man hier:
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/zauberstern-kolumnen-mainmenu-75/ren-dhark-das-all/29701-februar-schlomos-zwanzigste-Kolumne
In seinem bereits 20. Beitrag - Respekt dafür, Schlomo. Alle Achtung! - befasst er sich mit Goguls Armee, dem aktuellen Sonderband aus meiner Feder. Er bespricht den Roman sehr ausführlich, geht Kapitel für Kapitel vor, und das in der ihm eigenen unterhaltsamen Art. Das geschieht unter der Überschrift: Achim Mehnert in Top Form. Ich gebe zu, das geht runter wie Öl.
Goguls Armee hat Schlomo gefallen, soviel kann ich der Besprechung also vorwegnehmen. Mehr noch, bei deren Überschwang kommt hoffentlich niemand auf die Idee, ich habe Schlomo für seinen Artikel bezahlt. Ich habe sogar kurz gezögert, die Besprechung an dieser Stelle zu verlinken - doch sonst tue ich es ja auch regelmäßig. Warum also nicht auch diesmal?
Den kompletten Kolumnenbeitrag findet man hier:
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/zauberstern-kolumnen-mainmenu-75/ren-dhark-das-all/29701-februar-schlomos-zwanzigste-Kolumne
Freitag, 6. Januar 2017
Schönes Titelbild für Nick 8
An dem Roman schreibe ich derzeit, das Titelbild habe ich heute erhalten. Das ausgewählte Motiv gefällt mir sehr gut. Man beachte vor allem den Torbogen. Er spielt in der Geschichte nämlich eine wichtige Rolle. Der Romantitel steht, wie man sieht, auch schon fest. Erscheinen wird das Buch voraussichtlich zur Jahresmitte.
Labels:
Comics,
Hansrudi Wäscher,
Nick,
Titelbild
Donnerstag, 5. Januar 2017
William Voltz - Die letzten Menschen der Erde
Die Menschen haben einen zwanzig Jahre
währenden Krieg gegen die Torrels verloren, die Menschheit wurde
dabei fast vollständig ausgerottet. Die wenigen hundert Überlebenden
wurden auf eine lebensfeindliche Ödwelt deportiert, auf der ständige
Staubstürme herrschen und man kaum einmal das Tageslicht zu sehen
bekommt. Im Laufe der Zeit wird den Menschen immer klarer, dass sie
auf diesem lebensfeindlichen Planeten endgültig zum Aussterben
verurteilt sind. Eine Rückkehr zur Erde ist ihnen jedoch verboten,
und Wachschiffe sorgen dafür, dass sie ihre Gefängniswelt nicht
verlassen.
Dennoch starten die Überlebenden ein
verzweifeltes Unternehmen. Sie wollen bei dem Versuch, ihre
Heimatwelt zu erreichen, lieber sterben, als in der Ödnis des
Staubplaneten elendiglich zu Grunde zu gehen. Mit einer Handvoll
alter Raumer und einem Täuschungsmanöver gelingt ihnen tatsächlich
die Flucht, doch von nun an werden sie von den überlegenen
Streitkräften der Torrels gejagt, die unter allen Umständen
verhindern wollen, dass die Überlebenden einen Fuß auf Terra
setzen.
Martin Dennister, der sich mehr und
mehr als Führungsgestalt der Menschen herauskristallisiert, sieht
sich dabei zwei Anführern der Torrels gegenüber. Der junge, in der
Militärhierarchie aufstrebende Heiiti Jaason, der die Menschen am
liebsten ganz ausrotten würde, steht dabei dem erfahrenen, alten
Kriegsveteranen Tiit Pootsepp gegenüber. Pootseep begegnet den
Terranern nicht nur respektvoll, er hegt sogar Sympathie für diese
Wesen. Als sich die meisten Raumer der Menschen opfern, damit ein
einziges Schiff bis zur Erde vordringen kann, rettet Pootsepp Martin
Dennister vor dem Tod im Weltall.
Während sich zwischen den beiden
ehemaligen Feinden eine Freundschaft entwickelt, führen die Umstände
dazu, dass sie gemeinsam zurück auf die Staubwelt fliegen müssen,
wo sie ihr weiteres einsames Dasein fristen. Indes wiederholt sich
die Geschichte, wenn auch mit anderen Vorzeichen. In einem weiteren
Krieg besiegen die Burl die Torrels und jagen deren Überlebende in
alle Richtungen davon.
Bei Die letzten Menschen der Erde
handelt es sich um ein Frühwerk des 1938 in Offenbach geborenen und
1984 verstorbenen Science Fiction Autors William Voltz, dessen erste
Fassung 1966 erschien. Der überzeugte Humanist Voltz, der über mehr
als zwei Jahrzehnte die Geschicke der Perry Rhodan-Serie lenken
sollte, thematisiert in seinem serienunabhängigen Roman die
Unterdrückung von Minderheiten und mögliche daraus resultierende
Folgen, die bis zum Völkermord gehen können.
Der vorliegende Roman ist ein
tragischer, was umso deutlicher wird, wenn man weiß, auf welchem
realen Vorbild die Handlung basiert. Von jeher erschütterte William
Voltz nämlich das Schicksal der Cheyenne-Indianer, die man um ihre
Heimat gebracht und fast ausgerottet hatte. Er griff dieses traurige
Schicksal auf und versetzte die Handlung in die Zukunft und ins
Weltall. Die Figuren des Romans, allen voran Martin Dennister, der
sich nach den Wirren der Ereignisse als einsamer Mensch in einer
verhassten Umwelt wiederfindet, nehmen viel von jenen Charakteren
vorweg, die der Autor später für Perry Rhodan schuf, besonders den
im Kosmos verlorenen Alaska Saedelaere.
Die Geschichte ist weitgehend stringent
geschrieben, abwechselnd erzählt aus den Perspektiven von Martin
Dennister, Heiiti Jaason und Tiit Pootsepp. Sie verzichtet auf Bögen
und Umwege und konzentriert sich auf den verzweifelten Versuch der
letzten Menschen, zur Erde zu gelangen. Bei aller Tragik gestaltet
Voltz das Ende versöhnlich. Als Dennister nach vielen Jahren und als
alter Mann mit Hilfe seines Freundes Pootsepp doch noch den Weg nach
Hause findet, wenn auch nur für einen Augenblick, trifft er auf den
Kern einer neuen menschlichen Zivilisation. Terra und die Terraner
können hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.
Als William Voltz den Roman in den
frühen Achtziger Jahren, damals schon schwer krank, noch einmal
überarbeitete, verfasste er dazu ein Vorwort, dessen Botschaft
leider auch heute noch traurige Gültigkeit besitzt: „Die
Gewalt, die unsere Welt überflutet, Rücksichtslosigkeit und Haß
sind letztlich nur Zeichen von Angst. Sie muß überwunden werden,
bevor eines Tages wirklich die letzten Menschen der Erde vor den
Trümmern unserer Zivilisation stehen."
William Voltz: Die letzten Menschen der
Erde
Utopische Klassiker Band 1
HJB-Verlag 1996, herausgegeben von Gerd
Rottenecker
Hardcover, ca. 176 Seiten, DM 16,80
Labels:
Buchbesprechung,
Science Fiction,
William Voltz
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