Mein Leben spielt sich ab zwischen Dom und Rhein. Zwischen Schreibtisch, Fußballplatz, Konzerthalle und Kneipe. Auf der Straße. Virtuell und in der Wirklichkeit. Und sogar in den Köpfen mancher Leute. Ein bißchen von alledem findet hier seinen Niederschlag.
Donnerstag, 28. Februar 2013
Fantastic Artzine
Die Hochzeit von Fanzines in der Science Fiction-Szene war in den Achtziger Jahren. Damals gab es zahlreiche der gedruckten Amateurpublikationen, in die ihre Herausgeber, Redakteure und Mitarbeiter viel Herzblut steckten. Ich selbst gab Denebola heraus, mischte mit bei Lonely Worlds und Agent Provocateur und hatte ein paar weitere Redaktionen inne. Sogar eine Ausgabe von Andromeda, dem Magazin des Science Fiction Club Deutschland, betreute ich redaktionell.
In den Folgejahren verschwanden die meisten dieser Zines, doch vor einiger Zeit hat es den Graphiker Lutz Buchholz wieder gepackt. Lutz, von dem ich seinerzeit einige Arbeiten in Denebola veröffentlichte, startete das im A5-Format daherkommende Fantastic Artzine. Dabei verzichtet er auf Stories und widmet sich, selbst ganz Künstler, dem graphischen Bereich. Inzwischen liegt bereits die dritte Ausgabe vor. Ich fand sie dieser Tage in meinem Briefkasten.
Schön gebunden, 64 Seiten Umfang und kartonierter Vierfarbumschlag, das sieht schon auf den ersten Blick gut aus. Jeder der vertretenen Zeichner wird vorgestellt. Im einzelnen sind das GreybearMH, Angelina Benedetti, Klaus G. Schimanski, Raven of Light, Jürgen Höreth, Norbert Reichinger, Maikel Das und Manfred Lafrentz, die stilistisch eine vielfältige Bandbreite bieten. Dazu gibt es einen schnuckeligen Drachen von Katja Braasch, und das Nachwort des Heftes stammt von einem gewissen Achim Mehnert.
Das Fantastic Artzine gefällt mir und ist auf jeden Fall ein unterstützenswertes Projekt. Wer sich für Phantastik und besonders für phantastische Kunst interessiert, ist hier bestens aufgehoben. Unter www.fantasticartzine.de gibt es weitere Informationen.
Mittwoch, 27. Februar 2013
Ein schmalbrüstiges Intra
Mit gerade einmal 40 Seiten Umfang kommt das neue Intravenös des Atlan Club Deutschland daher. Ganze drei Leserbriefe sind zu finden, und auch der Rest des Inhalts ist überschaubar. Entsprechend schnell hatte ich das Heft durch. Redakteurin Ernie findet's normal nach einer umfangreichen Lieferung wie beim letzten Mal. Dann schließe ich mich dem mal an.
Im Heftinneren wird das Atlanjahr verkündet - und das nach Einstellung der Atlan-Taschenbücher bei Ulisses. Und ein herrliches Zitat von Karl Valentin habe ich gefunden: »Es ist eigenartig, dass jeden Tag genau so viel passiert, wie in eine Zeitung passt.« Dem ist nun wirklich nichts mehr hinzuzufügen.
Im Heftinneren wird das Atlanjahr verkündet - und das nach Einstellung der Atlan-Taschenbücher bei Ulisses. Und ein herrliches Zitat von Karl Valentin habe ich gefunden: »Es ist eigenartig, dass jeden Tag genau so viel passiert, wie in eine Zeitung passt.« Dem ist nun wirklich nichts mehr hinzuzufügen.
Dienstag, 26. Februar 2013
Spiegel des Todes
Nicht nur der neue Sonderband von REN DHARK ist erschienen, wie ich gestern berichtete, sondern auch eine weitere Ausgabe in der Hauptreihe. Während ich mit dem Schreiben von Absturz im Eis beschäftigt war, verfaßten die Kollegen Ben B. Black, Jan Gardemann und Uwe Helmut Grave in Zusammenarbeit den Roman Spiegel des Todes.
Damit liegt bereits das 40. Buch von Weg ins Weltall vor und das vierte des laufenden Zyklus. Liegt die Autorenkonferenz, bei der wir die Weichen für diesen Zyklus stellten, schon wieder so lange zurück? Bei der Arbeit an den Büchern bekommt man es kaum mit.
Jedenfalls trifft Ren Dhark endlich auf eins jener sagenumwobenen Wesen, von denen er schon soviel gehört hat. Waren es einst die Worgun - oder Mysterious, wie die Menschen sie mangels besseren Wissens nannten -, denen er hinterherjagte, so sind es inzwischen die Balduren, die nicht weniger Rätsel aufgeben.
Damit liegt bereits das 40. Buch von Weg ins Weltall vor und das vierte des laufenden Zyklus. Liegt die Autorenkonferenz, bei der wir die Weichen für diesen Zyklus stellten, schon wieder so lange zurück? Bei der Arbeit an den Büchern bekommt man es kaum mit.
Jedenfalls trifft Ren Dhark endlich auf eins jener sagenumwobenen Wesen, von denen er schon soviel gehört hat. Waren es einst die Worgun - oder Mysterious, wie die Menschen sie mangels besseren Wissens nannten -, denen er hinterherjagte, so sind es inzwischen die Balduren, die nicht weniger Rätsel aufgeben.
Montag, 25. Februar 2013
Absturz im Eis
Der Postbote brachte ein dickes Paket mit Belegexemplaren. Denn mein neues Buch in der Unitall-Reihe von REN DHARK ist erschienen. Die 21. Ausgabe der Sonderbände, die neben der Dhark-Hauptreihe Weg ins Weltall abgeschlossene Abenteuer präsentieren, trägt den Titel Absturz im Eis. Obwohl, ganz abgeschlossen stimmt im vorliegenden Fall nicht, da es sich um den Abschluß eines Zweiteilers handelt. Absturz im Eis ist die Fortsetzung meines vorangegangenen Buchs Feind ohne Gnade.
Steven Trainor, der Spezialist für besondere Fälle, folgt der Spur der Verschwörer gegen die Menschheit. Mit Hilfe von Kollaborateuren versuchen die Kalamiten weiterhin, den terranischen Einflußbereich zu destabilisieren, um die Welten der Menschen zu übernehmen. Zu seinem Entsetzen muß Trainor feststellen, daß eins jener unheimlichen, energiefressenden Ungeheuer aus Band 20 auf die Erde gelangt ist. Die Spur führt weiter zu einer gigantischen Raumstation in den Tiefen der Galaxis. Dort treffen Trainor und seine Freunde auf ein salamanderähnliches Volk.
Steven Trainor, der Spezialist für besondere Fälle, folgt der Spur der Verschwörer gegen die Menschheit. Mit Hilfe von Kollaborateuren versuchen die Kalamiten weiterhin, den terranischen Einflußbereich zu destabilisieren, um die Welten der Menschen zu übernehmen. Zu seinem Entsetzen muß Trainor feststellen, daß eins jener unheimlichen, energiefressenden Ungeheuer aus Band 20 auf die Erde gelangt ist. Die Spur führt weiter zu einer gigantischen Raumstation in den Tiefen der Galaxis. Dort treffen Trainor und seine Freunde auf ein salamanderähnliches Volk.
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Sonntag, 24. Februar 2013
Fortuna trotzt dem Schnee
Zum ersten Mal in diesem Jahr fand ich den Weg ins Südstadion. Die letzten Spiele in der Regionalliga West fielen dem Wetter zum Opfer, doch die gestrige Partie von Fortuna Köln gegen die Spielvereinigung Velbert wurde angepfiffen. Eigenartig angesichts der äußeren Umstände. Mehr als 500 Zuschauer fanden den Weg auch nicht ins Stadion. Der Platz war weiß, und die gesamte Begegnung fand in dichtem Schneetreiben statt. Kurz vor dem Anpfiff und in der Halbzeitpause wurden die Seitenlinien und sonstige Markierungen von einem Gebläse freigelegt. Es war bitterkalt, und blöderweise trieb der Wind den Schnee genau in die Kurve, in der ich stand. Am Getränkestand gab es keinen Glühwein, sondern kaltes Bier. Darauf habe ich dankend verzichtet.
Ein gutes Fußballspiel oder gar technische Kunststückchen durfte man auf dem Untergrund natürlich nicht erwarten. Es ging nur über Einsatz und Kampf. In der ersten Halbzeit riß das Spiel wahrlich nicht vom Hocker. Kurz vor der Pause ging die Fortuna dennoch in Führung, es hätte aber durchaus auch andersrum passieren können. Nach dem Seitenwechsel erspielten oder besser erkämpften sich die Südstädter dann aber ein deutliches Übergewicht. Neben weiteren Chancen wurde zwei Mal die Latte getroffen. Am Ende blieb es bei dem knappen 1:0 und einem Arbeitssieg, doch der war hoch verdient.
Nach dem Schlusspfiff verdrückten wir uns schnell ins Vereinsheim. Dort war es mollig warm und der Glühwein heiß. Spätestens nach dem zweiten Becher lief der Körper wieder auf Betriebstemperatur. Da auch der FC gewonnen hat - nämlich 2:0 gegen Union Berlin -, war es ein gelungener Fußballsamstag.
Ein gutes Fußballspiel oder gar technische Kunststückchen durfte man auf dem Untergrund natürlich nicht erwarten. Es ging nur über Einsatz und Kampf. In der ersten Halbzeit riß das Spiel wahrlich nicht vom Hocker. Kurz vor der Pause ging die Fortuna dennoch in Führung, es hätte aber durchaus auch andersrum passieren können. Nach dem Seitenwechsel erspielten oder besser erkämpften sich die Südstädter dann aber ein deutliches Übergewicht. Neben weiteren Chancen wurde zwei Mal die Latte getroffen. Am Ende blieb es bei dem knappen 1:0 und einem Arbeitssieg, doch der war hoch verdient.
Nach dem Schlusspfiff verdrückten wir uns schnell ins Vereinsheim. Dort war es mollig warm und der Glühwein heiß. Spätestens nach dem zweiten Becher lief der Körper wieder auf Betriebstemperatur. Da auch der FC gewonnen hat - nämlich 2:0 gegen Union Berlin -, war es ein gelungener Fußballsamstag.
Freitag, 22. Februar 2013
Classic Rock 17
Auf dem Titelbild Mick und Keith, und der Artikel im Heftinneren kündet vom Sieg des Rock'n'Roll. Der Aufmacher der aktuellen Ausgabe von Classic Rock ist das fünfzigjährige Bestehen der Rolling Stones. Alle Achtung, die Herren. Wie oft habe ich die alten Haudegen eigentlich schon live gesehen? Ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall in Köln, Düsseldorf und Luxemburg. Ans Aufhören denken die Stones zum Glück nicht. Keith kann es sich sogar vorstellen, auf der Bühne zu sterben. Romantische Rock'n'Roller-Sichtweise, die mir gefällt. Neben dem Leitartikel finden sich kurze Interviews mit ihm, Charlie Watts und Ex-Stone Bill Wyman.
Nicht weniger interessant fand ich den Bericht über einen meiner Helden. In Heart of Gold geht es um das Zustandekommen von Neil Youngs erfolgreichstem Album. Harvest stammt auch schon von 1972. Heart of Gold war Youngs einziger Nummer Eins-Hit in den USA und wurde sogar von Johnny Cash und Willie Nelson gecovert. Sicher ein schöner Song, aber selbst der ist noch blass im Vergleich zu Hey Hey My My oder Rocking in the Free World. Was natürlich, wie meistens, Geschmackssache ist.
Und sonst? Ein Rückblick auf den 1977 veröffentlichten Motörhead-Knaller gleichen Namens. Für mich war es seinerzeit das Line Up schlechthin. Neben dem unverzichtbaren Lemmy Kilminster nämlich "Fast" Eddie Clarke und Phil "Philty Animal" Taylor. Soundgarden sind nach fünfzehnjähriger Trennung wieder da, und die Pogues existieren auch schon seit dreißig Jahren. Die Folk-Punker habe ich in ihrer Frühzeit, Mitte der Achtziger, in der Kölner Sporthalle gesehen. Ich glaube, damals habe ich mich sogar zum Pogo hinreißen lassen. Kinder, wie die Zeit vergeht.
Nicht weniger interessant fand ich den Bericht über einen meiner Helden. In Heart of Gold geht es um das Zustandekommen von Neil Youngs erfolgreichstem Album. Harvest stammt auch schon von 1972. Heart of Gold war Youngs einziger Nummer Eins-Hit in den USA und wurde sogar von Johnny Cash und Willie Nelson gecovert. Sicher ein schöner Song, aber selbst der ist noch blass im Vergleich zu Hey Hey My My oder Rocking in the Free World. Was natürlich, wie meistens, Geschmackssache ist.
Und sonst? Ein Rückblick auf den 1977 veröffentlichten Motörhead-Knaller gleichen Namens. Für mich war es seinerzeit das Line Up schlechthin. Neben dem unverzichtbaren Lemmy Kilminster nämlich "Fast" Eddie Clarke und Phil "Philty Animal" Taylor. Soundgarden sind nach fünfzehnjähriger Trennung wieder da, und die Pogues existieren auch schon seit dreißig Jahren. Die Folk-Punker habe ich in ihrer Frühzeit, Mitte der Achtziger, in der Kölner Sporthalle gesehen. Ich glaube, damals habe ich mich sogar zum Pogo hinreißen lassen. Kinder, wie die Zeit vergeht.
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Donnerstag, 14. Februar 2013
Karnevalssplitter im Kopf
Wie schrieb ich im letzten Eintrag? Ich habe den diesjährigen Karneval hinter mir gelassen? Weitgehend stimmt das, zur Gänze aber offenbar doch nicht, wie ich vorhin feststellte. Denn da ertappte ich mich selbst ...
Wenn ich den ganzen Tag am Schreibtisch sitze, mache ich eine Stunde vor Sonnenuntergang einen Spaziergang, meistens zum nur wenige hundert Meter entfernt gelegenen Volksgarten. So auch heute. Bei schönem Wetter ist der Park voll von Spaziergängern mit Hunden, flanierenden Pärchen und spielenden Kindern, im Sommer tummeln sich dort zudem Musikanten, Artisten und Griller. Auch der Biergarten ist dann geöffnet. Bei Schneegestöber wie heute ist niemand unterwegs.
Ich hatte den ganzen Park für mich allein. Würden nicht hin und wieder Verkehrsgeräusche von den umliegenden Straßen herüberdringen, könnte man denken, in irgendeine abgeschiedene Einöde versetzt worden zu sein. Bis auf eine kleine Ecke ist der Volksgartenweiher zugefroren. Dort versammeln sich die Enten, Gänse, Teichhühner, der letzte verbliebene Schwan und ein paar andere Vögel, die ich nicht klassifizieren kann. Ich nahm mir Zeit, die Tiere zu füttern, bis es dunkel wurde.
Und dann ertappte ich mich beim Nachhausegehen wie schon auf dem Hinweg dabei, Karnevalsmusik vor mich hin zu summen. Jetzt war es ein Stück von den Höhnern, die ich keine zwei Tage zuvor noch vehement für ihren Kommerz kritisiert hatte. Da bahnte sich der kleine Teufel in mir seinen Weg in die Freiheit und führte meine Kritik ad absurdum. Peinlich, peinlich.
Jedenfalls kriege ich den Karneval offenbar nicht ganz aus dem Kopf. Aber muß ja auch nicht sein. Was mich an die Frage eines Bekannten erinnert, ob wir in Köln nur an Karneval so bekloppt sind oder das ganze Jahr über. Für mich würde ich ja fast das zweite behaupten. Das mit dem "Alaaf!" verkneife ich mir jetzt trotzdem.
Wenn ich den ganzen Tag am Schreibtisch sitze, mache ich eine Stunde vor Sonnenuntergang einen Spaziergang, meistens zum nur wenige hundert Meter entfernt gelegenen Volksgarten. So auch heute. Bei schönem Wetter ist der Park voll von Spaziergängern mit Hunden, flanierenden Pärchen und spielenden Kindern, im Sommer tummeln sich dort zudem Musikanten, Artisten und Griller. Auch der Biergarten ist dann geöffnet. Bei Schneegestöber wie heute ist niemand unterwegs.
Ich hatte den ganzen Park für mich allein. Würden nicht hin und wieder Verkehrsgeräusche von den umliegenden Straßen herüberdringen, könnte man denken, in irgendeine abgeschiedene Einöde versetzt worden zu sein. Bis auf eine kleine Ecke ist der Volksgartenweiher zugefroren. Dort versammeln sich die Enten, Gänse, Teichhühner, der letzte verbliebene Schwan und ein paar andere Vögel, die ich nicht klassifizieren kann. Ich nahm mir Zeit, die Tiere zu füttern, bis es dunkel wurde.
Und dann ertappte ich mich beim Nachhausegehen wie schon auf dem Hinweg dabei, Karnevalsmusik vor mich hin zu summen. Jetzt war es ein Stück von den Höhnern, die ich keine zwei Tage zuvor noch vehement für ihren Kommerz kritisiert hatte. Da bahnte sich der kleine Teufel in mir seinen Weg in die Freiheit und führte meine Kritik ad absurdum. Peinlich, peinlich.
Jedenfalls kriege ich den Karneval offenbar nicht ganz aus dem Kopf. Aber muß ja auch nicht sein. Was mich an die Frage eines Bekannten erinnert, ob wir in Köln nur an Karneval so bekloppt sind oder das ganze Jahr über. Für mich würde ich ja fast das zweite behaupten. Das mit dem "Alaaf!" verkneife ich mir jetzt trotzdem.
Mittwoch, 13. Februar 2013
Un am Eng et Äschekrüz
Seit anderthalb Wochen liegt mein Blog still. Ich habe es ein wenig vernachlässigt, stimmt. Aber in Köln herrschte die 5. Jahreszeit, der Karneval. Meine Kritik daran wächst in mancherlei Hinsicht, dennoch habe ich ihn genossen. Man muß nicht dorthin gehen, wo sich die feierwütigen Horden alles anbaggernder Besoffener tummeln, für die es keinen Unterschied macht, ob sie ihr Proletengebaren am Ballermann oder im Kölschen Fastelovend austoben. Eben so wenig muß man in Lokalitäten verkehren, in denen genau diese Entwicklung durch das Abspielen tumber Ballermann-Musik, die weder mit kölscher Mundart noch mit Brauchtumspflege etwas zu tun hat, gefördert wird.
Jedenfalls war ich viel unterwegs, und da blieb für das Blog keine Zeit - was sich in den nächsten Tagen ändern wird. Weiberfachtnacht war ich im Vringsveedel, klar, mir die jährliche Aufführung von Jan und Griet am Severinstor anschauen, danach den Zug von Jan von Werth. Die Stadt war wie immer im Ausnahmezustand und fest in der Hand der Jecken. Wie jedes Jahr liefen die Tage rasend schnell an mir vorbei. Plötzlich war Rosenmontag. An Kölns guter Stube, dem Gürzenich, sah ich mir den Rosenmontagszug an, anschließend wurde kräftig gefeiert. Im Zoch, der in diesem Jahr weit über viereinhalb Stunden dauerte, gingen Spielmannszüge sogar aus Holland, der Schweiz und Schottland mit. Ich mag die Scotish Pipers mit ihren Dudelsackklängen.
Den Abend des Veilchendienstags und damit den Karnevalsausklang verbrachte ich in meiner Stammkneipe, der Griechenschänke im Griechenmarktviertel. Gemütlich, nur bekannte Leute aus dem Veedel und kölsche Musik. Nach der Pastorenrede und unter dem Wehklagen der Gemeinde wurde der Nubbel verbrannt, der traditionell an allem schuld ist. Danach gab es Schnittchen und ein paar Runden Freibier vom Griechenschänken-Wirt Dieter auf die abgelaufene Session. Du bess die Stadt wurde unter stimmungsvoller Zuhilfenahme zahlreicher Wunderkerzen intoniert, dann sangen alle gemeinsam den Klassiker In unserem Veedel, beides natürlich von den von mir so hoch geschätzten Bläck Fööss.
Die schönsten Lieder dieser Session stammen übrigens von zwei jungen Nachwuchsbands, nämlich Et jitt kei Wood von Cat Ballou und Immer noch do von Kasalla. Zu guter Letzt, bevor ich endlich nach Hause ging und den diesjährigen Karneval hinter mir ließ, bekam ich noch das Aschenkreuz auf die Stirn. Alaaf!
Jedenfalls war ich viel unterwegs, und da blieb für das Blog keine Zeit - was sich in den nächsten Tagen ändern wird. Weiberfachtnacht war ich im Vringsveedel, klar, mir die jährliche Aufführung von Jan und Griet am Severinstor anschauen, danach den Zug von Jan von Werth. Die Stadt war wie immer im Ausnahmezustand und fest in der Hand der Jecken. Wie jedes Jahr liefen die Tage rasend schnell an mir vorbei. Plötzlich war Rosenmontag. An Kölns guter Stube, dem Gürzenich, sah ich mir den Rosenmontagszug an, anschließend wurde kräftig gefeiert. Im Zoch, der in diesem Jahr weit über viereinhalb Stunden dauerte, gingen Spielmannszüge sogar aus Holland, der Schweiz und Schottland mit. Ich mag die Scotish Pipers mit ihren Dudelsackklängen.
Den Abend des Veilchendienstags und damit den Karnevalsausklang verbrachte ich in meiner Stammkneipe, der Griechenschänke im Griechenmarktviertel. Gemütlich, nur bekannte Leute aus dem Veedel und kölsche Musik. Nach der Pastorenrede und unter dem Wehklagen der Gemeinde wurde der Nubbel verbrannt, der traditionell an allem schuld ist. Danach gab es Schnittchen und ein paar Runden Freibier vom Griechenschänken-Wirt Dieter auf die abgelaufene Session. Du bess die Stadt wurde unter stimmungsvoller Zuhilfenahme zahlreicher Wunderkerzen intoniert, dann sangen alle gemeinsam den Klassiker In unserem Veedel, beides natürlich von den von mir so hoch geschätzten Bläck Fööss.
Die schönsten Lieder dieser Session stammen übrigens von zwei jungen Nachwuchsbands, nämlich Et jitt kei Wood von Cat Ballou und Immer noch do von Kasalla. Zu guter Letzt, bevor ich endlich nach Hause ging und den diesjährigen Karneval hinter mir ließ, bekam ich noch das Aschenkreuz auf die Stirn. Alaaf!
Sonntag, 3. Februar 2013
Fastelovend em Hännesche
Auch in diesem Jahr besuchte ich wieder die Kinderpuppensitzung des Hänneschen-Theaters. Wenige Tage vor Karneval ist sie immer eine schöne Einstimmung auf die närrische Zeit, die 2013 recht früh im Kalender liegt. Vom 11.11. bis zum Aschermittwoch ist es daher nur eine recht kurze Session. Die Karnevalisten hetzen von einem Auftritt zum nächsten. Für sie ist das purer Streß statt Entspannung und Geschäft statt Vergnügen. Sei's drum, mit dem organisierten Sitzungskarneval habe ich ohnehin nichts am Hut. Ich beschränke mich auf den Höhepunkt des traditionellen Straßenkarnevals zwischen Weiberfastnacht und der Nubbelverbrennung vor Aschermittwoch.
Das Bühnenbild auf der Puppenspielbühne ist schmuck wie immer. Daran hatte ich noch nie etwas auszusetzen. Es stellt diesmal das Martinsviertel in der Altstadt dar. Gleich unterhalb von St. Martin liegt das Schiff Diva Colonia auf dem Rhein, auf dem Schäl das Brückenkommando übernommen hat. Natürlich veranstalten die Pänz wieder ihre eigene Karnevalssitzung für Jung und Alt. Hänneschen und Bärbelchen werden dabei von Schäls Tochter Rösjen und Tünnes' Sohn Köbes unterstützt. Weil die ganze Bande mit dem Schiff nach Brasilien aufbrechen will, hat Schäl für die Pänz eine Privatlehrerin eingestellt, die sie unterwegs unterrichten soll. Die sehr an Mary Poppins angelehnte Dame bringt einen gewaltigen Koffer mit an Bord. Aus dem lassen sich, wie die Kinder feststellen, ihre Wunschpersonen - ebenfalls ausnahmslos Puppen, klar - hervorzaubern, die dann einen musikalischen Auftritt hinlegen.
Was im Grunde ein recht witziges Szenario ist, kommt leider wenig karnevalistisch daher. Karl Berbuers Gassenhauer Heidewitzka, Herr Kapitän aus den dreißiger Jahren zu bemühen, ist sicherlich eine schöne Idee. Ihn in verschiedenen Versionen aufzuführen, die mit Karneval nicht das geringste zu tun haben, halte ich jedoch für wenig einfallsreich, um nicht zu sagen grottenschlecht. Da ersteht Michael Jackson auf und bietet das Stück mit seinem Moonwalk dar, ebenso wird es im Gangnam-Style präsentiert und als türkischer Rap. Was ich von dieser Musikart halte, dürfte hinlänglich bekannt sein, zumal wenn sie auch noch in türkisch-deutschem Gestammel daherkommt.
Ich gebe zu, ich war zum ersten Mal von einer Hänneschen-Sitzung enttäuscht. Es macht sicherlich immer noch Spaß, dem Treiben der Puppen zuzuschauen, aber leider geht immer mehr vom traditionellen Brauchtum der Veranstaltung und damit auch von ihrem Charme verloren. Stampfende Deppenklänge haben im Karneval nichts verloren, und ich brauche sie auch sonst nicht. Zum Abschluß kam wie immer die Marie Luise Nikuta-Puppe auf die Bühne und sang ihr Mottolied. Da begab ich mich nach draußen, denn ein Auftritt der Mottoqueen Nikuta - ob als Puppe oder in Natura - ist immer ein guter Grund, den Saal zu verlassen.
Das Bühnenbild auf der Puppenspielbühne ist schmuck wie immer. Daran hatte ich noch nie etwas auszusetzen. Es stellt diesmal das Martinsviertel in der Altstadt dar. Gleich unterhalb von St. Martin liegt das Schiff Diva Colonia auf dem Rhein, auf dem Schäl das Brückenkommando übernommen hat. Natürlich veranstalten die Pänz wieder ihre eigene Karnevalssitzung für Jung und Alt. Hänneschen und Bärbelchen werden dabei von Schäls Tochter Rösjen und Tünnes' Sohn Köbes unterstützt. Weil die ganze Bande mit dem Schiff nach Brasilien aufbrechen will, hat Schäl für die Pänz eine Privatlehrerin eingestellt, die sie unterwegs unterrichten soll. Die sehr an Mary Poppins angelehnte Dame bringt einen gewaltigen Koffer mit an Bord. Aus dem lassen sich, wie die Kinder feststellen, ihre Wunschpersonen - ebenfalls ausnahmslos Puppen, klar - hervorzaubern, die dann einen musikalischen Auftritt hinlegen.
Was im Grunde ein recht witziges Szenario ist, kommt leider wenig karnevalistisch daher. Karl Berbuers Gassenhauer Heidewitzka, Herr Kapitän aus den dreißiger Jahren zu bemühen, ist sicherlich eine schöne Idee. Ihn in verschiedenen Versionen aufzuführen, die mit Karneval nicht das geringste zu tun haben, halte ich jedoch für wenig einfallsreich, um nicht zu sagen grottenschlecht. Da ersteht Michael Jackson auf und bietet das Stück mit seinem Moonwalk dar, ebenso wird es im Gangnam-Style präsentiert und als türkischer Rap. Was ich von dieser Musikart halte, dürfte hinlänglich bekannt sein, zumal wenn sie auch noch in türkisch-deutschem Gestammel daherkommt.
Ich gebe zu, ich war zum ersten Mal von einer Hänneschen-Sitzung enttäuscht. Es macht sicherlich immer noch Spaß, dem Treiben der Puppen zuzuschauen, aber leider geht immer mehr vom traditionellen Brauchtum der Veranstaltung und damit auch von ihrem Charme verloren. Stampfende Deppenklänge haben im Karneval nichts verloren, und ich brauche sie auch sonst nicht. Zum Abschluß kam wie immer die Marie Luise Nikuta-Puppe auf die Bühne und sang ihr Mottolied. Da begab ich mich nach draußen, denn ein Auftritt der Mottoqueen Nikuta - ob als Puppe oder in Natura - ist immer ein guter Grund, den Saal zu verlassen.
Donnerstag, 31. Januar 2013
Nick, der Weltraumfahrer
Als Autor freut man sich immer, wenn die Belegexemplare eines neuen Buchs ankommen. In diesem Fall ist die Freude besonders groß, denn heute erhielt ich Nick, der Weltraumfahrer, den ersten Band meiner Romanadaptionen von Hansrudi Wäschers legendären Comics. Wäscher zeichnete und textete den Klassiker deutscher Science Fiction in den Fünfziger und Sechziger Jahren. Nicks Geschichten erschienen zunächst in Form von Piccolo-Ausgaben und später als Großbände.
Den Roman schrieb ich bereits im Spätsommer. Da sieht man mal wieder, wie die Zeit vergeht, nicht nur für Weltraumfahrer Nick, dessen Comicabenteuer nun schon über fünfzig Jahre zurückliegen. Er umfaßt den Inhalt der ersten fünfzehn Piccolo-Heftchen und damit das komplette erste Abenteuer, in dem Nick und seine Freunde Tom Brucks und Professor Raskin zur Venus aufbrechen, wo sie unerwartet auf zwei fremde Völker treffen, die im Krieg miteinander liegen. Gegen ihren Willen werden die Raumfahrer und Entdecker in diese Wirren hineingezogen.
Nun liegt das Buch endlich vor, und es sieht prächtig aus. Vierfarbiger Schutzumschlag, Goldprägung, Innenillustrationen und die Abbildungen sämtlicher fünfzehn verarbeiteten Piccolos. Die Aufmachung gleicht damit jener meiner Romanumsetzungen von Wäschers Dschungelheld Tibor, die bekanntlich ebenfalls im Verlag Peter Hopf erscheinen. Der Herausgeber machte mir die freudige Mitteilung, daß die erste Auflage von Nick 1 zum Zeitpunkt des Erscheinens bereits annähernd vergriffen ist. Weiterführende Informationen zu den Büchern findet man auf Peter Hopfs Verlagsseite: http://www.verlag-peter-hopf.de/sortiment-abenteuer.php.
Dienstag, 29. Januar 2013
Dharks Zeit
Das Fanzine "Dharks Zeit" dreht sich, wie der Name verrät, um Ren Dhark. Der Dhark-Fan Thomas Martner brachte es bereits 1997 heraus, ich erfuhr aber erst jetzt von dieser Publikation. Zum Glück besitzt Thomas noch ein paar Hefte, von denen er mir dankenswerterweise ein Exemplar zur Verfügung stellte. Es ist sauber aufgemacht, mit Klebebindung versehen und im fanzineüblichen A5-Format gehalten.
Inhaltlich gibt es auf 120 Seiten nicht die Lobeshymnen, die von Serienanhängern zuweilen zu Papier gebracht werden. Im Gegenteil, der Herausgeber beleuchtet Ren Dhark trotz seiner Begeisterung für die Serie durchaus kritisch. Das fängt schon im ausführlichen Vorwort an, in dem er die Faszination, die ihn damals beim Lesen der Heftromane ereilte, ebenso schildert wie die nachvollziehbaren Kritikpunkte. Einer davon, der herausragende gar, ist die nur schwer zu durchschauende Zeitlinie in der Handlung. Auf Zeitangaben haben Kurt Brand und seine Mitautoren bei ihrem Parforceritt durch die Romanabenteuer nämlich weitgehend verzichtet.
Daran hatte Thomas Martner - und vermutlich nicht nur er - schwer zu knabbern, was sich in einer echten Fleißarbeit äußert. Denn Thomas hat in akribischer Arbeit versucht, die Handlung der Hefte 1 bis 49 in einen zeitlichen Kontext zu stellen. Ich kann mir gut vorstellen, mit welchen Schwierigkeiten er dabei zu kämpfen hatte, und ziehe den Hut vor dieser beachtlichen Leistung. Was dabei herausgekommen ist, dürfte für jeden Dhark-Fan interessant sein.
Nach diesen sehr umfangreichen Zeitangaben findet man einen Überblick über die Science Fiction-Heftromanszene der Nachkriegsjahre und die erschienenen Serien, gefolgt von einer kritischen Besprechung, in der der Herausgeber auf jeden der 49 Romane eingeht. Abgerundet wird das Zine durch drei Exposes von Kurt Brand, und zwar für die Romane 9, 31 und 49. Da ich selbst häufig nach Expose schreibe, bin ich damit bestens vertraut. Ich weiß aber, daß viele Serienleser neugierig sind, wie eine solche Vorgabe, aus der dann der eigentliche Roman entsteht, überhaupt aussieht.
Ich kann "Dharks Zeit" bedenkenlos empfehlen. Umso bedauerlicher ist es, daß kein Folgeband mit Aufarbeitung der Ren Dhark-Hefte 50 bis 98 erschienen ist.
Inhaltlich gibt es auf 120 Seiten nicht die Lobeshymnen, die von Serienanhängern zuweilen zu Papier gebracht werden. Im Gegenteil, der Herausgeber beleuchtet Ren Dhark trotz seiner Begeisterung für die Serie durchaus kritisch. Das fängt schon im ausführlichen Vorwort an, in dem er die Faszination, die ihn damals beim Lesen der Heftromane ereilte, ebenso schildert wie die nachvollziehbaren Kritikpunkte. Einer davon, der herausragende gar, ist die nur schwer zu durchschauende Zeitlinie in der Handlung. Auf Zeitangaben haben Kurt Brand und seine Mitautoren bei ihrem Parforceritt durch die Romanabenteuer nämlich weitgehend verzichtet.
Daran hatte Thomas Martner - und vermutlich nicht nur er - schwer zu knabbern, was sich in einer echten Fleißarbeit äußert. Denn Thomas hat in akribischer Arbeit versucht, die Handlung der Hefte 1 bis 49 in einen zeitlichen Kontext zu stellen. Ich kann mir gut vorstellen, mit welchen Schwierigkeiten er dabei zu kämpfen hatte, und ziehe den Hut vor dieser beachtlichen Leistung. Was dabei herausgekommen ist, dürfte für jeden Dhark-Fan interessant sein.
Nach diesen sehr umfangreichen Zeitangaben findet man einen Überblick über die Science Fiction-Heftromanszene der Nachkriegsjahre und die erschienenen Serien, gefolgt von einer kritischen Besprechung, in der der Herausgeber auf jeden der 49 Romane eingeht. Abgerundet wird das Zine durch drei Exposes von Kurt Brand, und zwar für die Romane 9, 31 und 49. Da ich selbst häufig nach Expose schreibe, bin ich damit bestens vertraut. Ich weiß aber, daß viele Serienleser neugierig sind, wie eine solche Vorgabe, aus der dann der eigentliche Roman entsteht, überhaupt aussieht.
Ich kann "Dharks Zeit" bedenkenlos empfehlen. Umso bedauerlicher ist es, daß kein Folgeband mit Aufarbeitung der Ren Dhark-Hefte 50 bis 98 erschienen ist.
Sonntag, 27. Januar 2013
Deutsche SF-Autoren in sechs Dekaden
Über das Online-Magazin Zauberspiegel berichtete ich bereits früher. Neben zahlreichen Artikeln erscheinen dort Buchbesprechungen und Filmkritiken. Mit großem Interesse verfolgte ich in der Vergangenheit Uwe Weihers Beiträge »Männer der Zukunft«. Nun kam man die komplette Reihe kostenlos downloaden.
Unter dem Titel »Männer der Zukunft - Eine Reise durch sechs Jahrzehnte Science Fiction in Deutschland« findet sich auf 236 Seiten Wissenswertes über jene Schriftsteller, die nach dem 2. Weltkrieg bis heute als SF-Autoren in Deutschland tätig waren und sind. Die Auflistung ihrer Werke wird illustriert von exemplarischen Titelbild-Abdrucken. Natürlich gibt es zahlreiche andere Quellen, wenn man nach einem bestimmten Autor sucht, doch Uwe Weiher liefert einen schönen Überblick von den Fünfziger Jahren bis in die Gegenwart.
Es geht los mit Pionieren wie Wolf Detlef Rohr, Karl Herbert Scheer und Kurt Brand, über Dirk Hess und P. Eisenhuth bis zu Autoren der jüngsten Generation wie Manfred H. Rückert und Jo Zybell. Einige jener, die heute nicht mehr unter uns weilen, habe ich im vergangenen Vierteljahrhundert noch mehr oder weniger gut persönlich kennengelernt, so meinen ehemaligen Ren Dhark-Kollegen Werner Kurt Giesa, Thomas Ziegler, der meine ersten Raumschiff Promet-Exposes schrieb und den ich zuweilen in der Kölner Südstadt besuchte, und Peter Terrid, der ebenfalls bis zu seinem Tod in Köln lebte.
Wer sich für deutsch(sprachig)e Science Fiction und deutsch(sprachig)e SF-Autoren interessiert, wird hier gut bedient:
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/facts-bibliothek-508/artikel/viewdownload/8/52
Unter dem Titel »Männer der Zukunft - Eine Reise durch sechs Jahrzehnte Science Fiction in Deutschland« findet sich auf 236 Seiten Wissenswertes über jene Schriftsteller, die nach dem 2. Weltkrieg bis heute als SF-Autoren in Deutschland tätig waren und sind. Die Auflistung ihrer Werke wird illustriert von exemplarischen Titelbild-Abdrucken. Natürlich gibt es zahlreiche andere Quellen, wenn man nach einem bestimmten Autor sucht, doch Uwe Weiher liefert einen schönen Überblick von den Fünfziger Jahren bis in die Gegenwart.
Es geht los mit Pionieren wie Wolf Detlef Rohr, Karl Herbert Scheer und Kurt Brand, über Dirk Hess und P. Eisenhuth bis zu Autoren der jüngsten Generation wie Manfred H. Rückert und Jo Zybell. Einige jener, die heute nicht mehr unter uns weilen, habe ich im vergangenen Vierteljahrhundert noch mehr oder weniger gut persönlich kennengelernt, so meinen ehemaligen Ren Dhark-Kollegen Werner Kurt Giesa, Thomas Ziegler, der meine ersten Raumschiff Promet-Exposes schrieb und den ich zuweilen in der Kölner Südstadt besuchte, und Peter Terrid, der ebenfalls bis zu seinem Tod in Köln lebte.
Wer sich für deutsch(sprachig)e Science Fiction und deutsch(sprachig)e SF-Autoren interessiert, wird hier gut bedient:
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/facts-bibliothek-508/artikel/viewdownload/8/52
Samstag, 26. Januar 2013
Die Sprechblase 226
Mit 80 prall gefüllten Seiten legt der Wiener Gerhard Förster wieder eine rappelvolle Ausgabe der Sprechblase vor. Es war, wie er anmerkt, so viel Material vorhanden, daß ein Teil auf die nächste Ausgabe verschoben werden mußte. Inhaltlich wird eine Menge geboten, die Qualität der zahlreichen Beiträge ist gewohnt hoch.
Zwei Herzstücke finden sich diesmal. Das ist zum einen eine Hommage an den mir völlig unbekannten Künstler Josep Marti Capell, dessen Geschichten sich quer durch sämtliche Genres erstrecken. In Deutschland veröffentlichte er unter anderem in Fix und Foxy sowie Yps und lieferte sämtliche Zeichnungen für die Comic-Geschichten der TKKG-Romane. Anfang der Achtziger Jahre produzierte er zwei Episoden für den SF-Funnie Mischa. Als echte Raritäten finden sie sich in der zu dieser Sprechblase beigelegten 3. Ausgabe der Kleinen Sprechblase.
Das andere Highlight ist ein umfangreicher Artikel mit dem Titel "Der unbekannte Asterix". Er beschäftigt sich mit so genannten Raubcomics, speziell am Beispiel von Asterix. Das hatte schon anarchistischen Charakter, was ein Künstler vor über dreißig Jahren tat. Er nahm Uderzos Asterix-Abenteuer, montierte die Bilder zu neuen Geschichten um und versah sie mit eigenen Texten, was Herrn Uderzo verständlicherweise gar nicht recht war. Das erfolgreichste dieser Werke war "Asterix und das Atomkraftwerk", das es Schätzungen zufolge auf dem Schwarzmarkt zu einer sechsstelligen Auflagenhöhe brachte. Ein höchst lesenswerter Beitrag, der mir an der einen oder anderen Stelle ein Grinsen ins Gesicht lockte, obwohl ich wahrlich kein Freund von Raubkopien, Plagiaten und unlizensierten Nachahmungen bin. Die Identität besagten Künstlers bleibt dem Publikum übrigens bis heute verborgen.
Ein weiterer mehrseitiger Schwerpunkt liegt auf der Piratengeschichte Der rote Korsar, die ich noch aus der Zack-Ära der Achtziger Jahre kenne. Abgerundet wird die vorliegende Ausgabe der SB durch den abschließenden 23. Teil eines Fenrir-Abenteuers von Hansrudi Wäscher.
Zwei Herzstücke finden sich diesmal. Das ist zum einen eine Hommage an den mir völlig unbekannten Künstler Josep Marti Capell, dessen Geschichten sich quer durch sämtliche Genres erstrecken. In Deutschland veröffentlichte er unter anderem in Fix und Foxy sowie Yps und lieferte sämtliche Zeichnungen für die Comic-Geschichten der TKKG-Romane. Anfang der Achtziger Jahre produzierte er zwei Episoden für den SF-Funnie Mischa. Als echte Raritäten finden sie sich in der zu dieser Sprechblase beigelegten 3. Ausgabe der Kleinen Sprechblase.
Das andere Highlight ist ein umfangreicher Artikel mit dem Titel "Der unbekannte Asterix". Er beschäftigt sich mit so genannten Raubcomics, speziell am Beispiel von Asterix. Das hatte schon anarchistischen Charakter, was ein Künstler vor über dreißig Jahren tat. Er nahm Uderzos Asterix-Abenteuer, montierte die Bilder zu neuen Geschichten um und versah sie mit eigenen Texten, was Herrn Uderzo verständlicherweise gar nicht recht war. Das erfolgreichste dieser Werke war "Asterix und das Atomkraftwerk", das es Schätzungen zufolge auf dem Schwarzmarkt zu einer sechsstelligen Auflagenhöhe brachte. Ein höchst lesenswerter Beitrag, der mir an der einen oder anderen Stelle ein Grinsen ins Gesicht lockte, obwohl ich wahrlich kein Freund von Raubkopien, Plagiaten und unlizensierten Nachahmungen bin. Die Identität besagten Künstlers bleibt dem Publikum übrigens bis heute verborgen.
Ein weiterer mehrseitiger Schwerpunkt liegt auf der Piratengeschichte Der rote Korsar, die ich noch aus der Zack-Ära der Achtziger Jahre kenne. Abgerundet wird die vorliegende Ausgabe der SB durch den abschließenden 23. Teil eines Fenrir-Abenteuers von Hansrudi Wäscher.
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Dienstag, 22. Januar 2013
Andromeda Nachrichten 240
In welchem Turnus erscheint das Periodikum des Science Fiction Club Deutschland eigentlich? Gefühlt vierteljährlich. Vermutlich. Ich bin ein wenig unsicher. Wie auch immer, die neue Ausgabe im A4-Magazinformat trägt die Nummer 240 und wartet mit einem umlaufenden Titelbild auf. Es raucht ganz ungemein aus einem Schornstein, der aussieht wie eine Gartenspritze. Steampunk offenbar, nicht meine Welt.
Dafür kommt das aktuelle Heft dank der Handschrift des Redakteurs Michael Haitel einmal mehr sauber und - das kann man guten Gewissens sagen - professionell daher. Ich habe das Arbeitspensum und den Ausstoß an Druckerzeugnissen des gebürtigen Düsseldorfers schon immer bewundert. Ich benutzte die Andromeda Nachrichten hauptsächlich, um mir einen Überblick über die Szene zu verschaffen, die mir immer weiter aus den Augen verloren geht, wie mir zuweilen scheint.
Neben (wissenschaftlichen) Artikeln und Rückblicken auf die Steampunk-Convention in Fond-de-Gras, den BuchmesseCon, den MucCon und die Frankfurter Buchmesse finden sich die üblichen Rubriken, und das ist auch gut so. Was gab es zuletzt im Kino, welche neuen eGames sind auf dem Markt, und was tut sich in der phantastischen Comicszene? Nationale und internationale Bucherscheinungen werden besprochen, und dankenswerterweise Magazine und Fanzines wie Paladin, Golem, Intravenös, Exodus und Xun.
In seiner LiteraTour listet Hermann Urbanek weiterhin sämtliche Szene-Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum auf, sei es in Buchform, als Taschenbuch, Heftroman oder Magazin. Hermanns Fleißarbeit studiere ich immer wieder gern. Wenn ich, wie im vorliegenden Fall, auf gleich sechs meiner eigenen Werke stoße, ist das doppelt schön und schmeichelt dem Ego
Dafür kommt das aktuelle Heft dank der Handschrift des Redakteurs Michael Haitel einmal mehr sauber und - das kann man guten Gewissens sagen - professionell daher. Ich habe das Arbeitspensum und den Ausstoß an Druckerzeugnissen des gebürtigen Düsseldorfers schon immer bewundert. Ich benutzte die Andromeda Nachrichten hauptsächlich, um mir einen Überblick über die Szene zu verschaffen, die mir immer weiter aus den Augen verloren geht, wie mir zuweilen scheint.
Neben (wissenschaftlichen) Artikeln und Rückblicken auf die Steampunk-Convention in Fond-de-Gras, den BuchmesseCon, den MucCon und die Frankfurter Buchmesse finden sich die üblichen Rubriken, und das ist auch gut so. Was gab es zuletzt im Kino, welche neuen eGames sind auf dem Markt, und was tut sich in der phantastischen Comicszene? Nationale und internationale Bucherscheinungen werden besprochen, und dankenswerterweise Magazine und Fanzines wie Paladin, Golem, Intravenös, Exodus und Xun.
In seiner LiteraTour listet Hermann Urbanek weiterhin sämtliche Szene-Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum auf, sei es in Buchform, als Taschenbuch, Heftroman oder Magazin. Hermanns Fleißarbeit studiere ich immer wieder gern. Wenn ich, wie im vorliegenden Fall, auf gleich sechs meiner eigenen Werke stoße, ist das doppelt schön und schmeichelt dem Ego
Montag, 21. Januar 2013
Rittergeschichten mit Falk
Nach den Dschungelabenteuern von TIBOR, den Science Fiction-Geschichten um den Weltraumfahrer NICK und den Erlebnissen der rasenden Reporter BOB UND BEN geht der Verlag Peter Hopf im Laufe des Jahres mit einer weiteren Romanadaption eines Comichelden von Hansrudi Wäscher an den Start. Darin geht die Reise ins Mittelalter, und im Mittelpunkt der Handlung steht der junge Ritter FALK.
Auch diese Serie schuf Hansrudi Wäscher1960 für den Lehning-Verlag. Bis 1963 kämpfte FALK in 164 Piccolo-Heften gegen üble Schurken und allerlei Ungerechtigkeiten, bevor von 1963 bis 1967 insgesamt 119 Großbände folgten, anfangs Nachdrucke der Piccolos und ab Band 86 neue Geschichten.
Nun erhält also auch FALK ein literarisches Gesicht. Ich habe das Vergnügen, nach TIBOR und NICK auch dessen Abenteuer in Romanform adaptieren zu dürfen. Genaue Terminplanungen gibt es derzeit zwar noch nicht, sehr wohl aber schon das Titelbild für den ersten Roman.
Auch diese Serie schuf Hansrudi Wäscher1960 für den Lehning-Verlag. Bis 1963 kämpfte FALK in 164 Piccolo-Heften gegen üble Schurken und allerlei Ungerechtigkeiten, bevor von 1963 bis 1967 insgesamt 119 Großbände folgten, anfangs Nachdrucke der Piccolos und ab Band 86 neue Geschichten.
Nun erhält also auch FALK ein literarisches Gesicht. Ich habe das Vergnügen, nach TIBOR und NICK auch dessen Abenteuer in Romanform adaptieren zu dürfen. Genaue Terminplanungen gibt es derzeit zwar noch nicht, sehr wohl aber schon das Titelbild für den ersten Roman.
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Sonntag, 20. Januar 2013
Bunte Bilder von Ralph Voltz
Ralph Voltz ist bekanntlich der Haus- und Hofgraphiker von Ren Dhark. Immer wieder staune ich über die tollen Titelbilder, die der in Charlotte/USA lebende Künstler für die Hauptserie Weg ins Weltall und die Sonderbände abliefert. Die Graphiken für die beiden Mitte Februar erscheinenden Bücher sind einmal mehr sehr gelungen.
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| Weg ins Weltall 40 - Spiegel des Todes |
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| Unitall Sonderband 21 - Absturz im Eis |
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Freitag, 18. Januar 2013
Das Miljöh schließt seine Pforten
In den späten Achtziger Jahren war ich im Miljöh für die Musik zuständig. Am Wochenende legte ich in der Kölschkneipe im Studentenviertel Kwartier Latäng Platten auf. An den Einsatz von Computern zur musikalischen Beschallung war zu jener Zeit noch nicht zu denken. Zwar kamen bereits CDs zum Einsatz, aber überwiegend drehten sich noch Vinylscheiben auf den Plattentellern. Bis Mitte der Neunziger war ich im Miljöh tätig, nach der anfänglichen DJ-Zeit auch als Bierzapfer hinterm Tresen. Damals war der Laden an den Wochenendabenden immer rappelvoll. Die nächtlichen Sausen bei guter Rockmusik oder kölschen Klängen ließen sich nicht zählen, einen Anlaß gab es immer.
Nun gingen in der Kneipe, die drei Dekaden auf dem Buckel hat, die Lichter aus. Ein letztes Mal betrat ich das Miljöh. Mit Wirt Erich, der das Miljöh ein Vierteljahrhundert lang betrieb, und ein paar anderen, die ebenfalls dort tätig waren, begab ich mich an den letzten Akt. Der Laden und die angeschlossene Küche mußten ausgeräumt werden. Ein bißchen war es noch mal wie ein Eintauchen in die alte Zeit, und etwas Sentimentalität kam auch auf. Die wurde nach getaner Arbeit aber weggespült. Denn im Kühlkeller lagen noch zwei Pittermännchen, und die mußten, wie Erich feststellte, auf jeden Fall geleert werden. Was wir dann zu guter Letzt auch noch erfolgreich hinter uns brachten.
Nun gingen in der Kneipe, die drei Dekaden auf dem Buckel hat, die Lichter aus. Ein letztes Mal betrat ich das Miljöh. Mit Wirt Erich, der das Miljöh ein Vierteljahrhundert lang betrieb, und ein paar anderen, die ebenfalls dort tätig waren, begab ich mich an den letzten Akt. Der Laden und die angeschlossene Küche mußten ausgeräumt werden. Ein bißchen war es noch mal wie ein Eintauchen in die alte Zeit, und etwas Sentimentalität kam auch auf. Die wurde nach getaner Arbeit aber weggespült. Denn im Kühlkeller lagen noch zwei Pittermännchen, und die mußten, wie Erich feststellte, auf jeden Fall geleert werden. Was wir dann zu guter Letzt auch noch erfolgreich hinter uns brachten.
Mittwoch, 16. Januar 2013
Rolling Stone 219
Meine Leib- und Magen-Postille kommt diesmal mit mehr Artikeln denn je daher, habe ich das Gefühl. Kein Wunder, wenn sie immer kürzer werden und sich damit begnügen, Themen anzureißen, statt sie erschöpfend zu beleuchten. Eine Entwicklung, die ich im vergangenen Jahr zuhauf beobachtet und mehrfach kritisiert habe. Ich hoffe, sie setzt sich nicht weiter fort. Musikalische Oberflächlichkeit findet sich anderenorts genug.
Ein bißchen von dem alten Rolling Stone-Gefühl vermittelt der Artikel "Ziemlich beste Bärte". Über wen wohl? Ich sage nur: texanische Rauschebärte. Den zweitmeisten Platz in der vorliegenden Ausgabe bekommen Tocotronic eingeräumt. Mit denen konnte ich noch nie etwas anfangen, aber dafür kann ja der Rolling Stone nichts.
Das Highlight ist, keine Frage, der Rückblick auf das Jahr 2012. Derlei lese ich immer gern. Einschätzungen, Listen, Rankings, Leser-Polls. Und gleiche sie mit denen in meinem Kopf ab. Daß unter den zehn besten Alben des Jahres die just veröffentlichten meiner Heroen Dylan, Young und Springsteen vertreten sind, gibt mir zu denken. Zeugt das nun von meinem guten Musikgeschmack, oder bin ich in der Hinsicht doch massenkompatibel? Speziell bei Neil Youngs anderthalbstündigem Werk Psychedelic Pill stimme ich der hohen Platzierung voll und ganz zu. Mit seinen mittlerweile 67 Lenzen legt Young mit Crazy Horse wieder mal ein Meisterwerk hin, das sich an der Vergangenheit orientiert und sich einen Dreck um irgendwelche zeitgenössischen Klänge schert. Anbiedern war seine Sache noch nie, und wer außer ihm wagt es heute noch, ein 27 Minuten dauerndes und drei weitere ziemlich lange Stücke auf ein Album zu packen? Großartig.
Daß die Leser Bruce Springsteen mit seiner E Street Band (für den Boss so etwas wie Crazy Horse für Neil Young) zum Live Act des Jahres küren, kann ja nur richtig sein. Auf der Bühne spielt Springsteen sämtliche Mitbewerber in Grund und Boden. Ich freue mich auf das Konzert im Juli, selbst wenn ich dafür ins Gladbacher Stadion fahren muß.
Ein bißchen von dem alten Rolling Stone-Gefühl vermittelt der Artikel "Ziemlich beste Bärte". Über wen wohl? Ich sage nur: texanische Rauschebärte. Den zweitmeisten Platz in der vorliegenden Ausgabe bekommen Tocotronic eingeräumt. Mit denen konnte ich noch nie etwas anfangen, aber dafür kann ja der Rolling Stone nichts.
Das Highlight ist, keine Frage, der Rückblick auf das Jahr 2012. Derlei lese ich immer gern. Einschätzungen, Listen, Rankings, Leser-Polls. Und gleiche sie mit denen in meinem Kopf ab. Daß unter den zehn besten Alben des Jahres die just veröffentlichten meiner Heroen Dylan, Young und Springsteen vertreten sind, gibt mir zu denken. Zeugt das nun von meinem guten Musikgeschmack, oder bin ich in der Hinsicht doch massenkompatibel? Speziell bei Neil Youngs anderthalbstündigem Werk Psychedelic Pill stimme ich der hohen Platzierung voll und ganz zu. Mit seinen mittlerweile 67 Lenzen legt Young mit Crazy Horse wieder mal ein Meisterwerk hin, das sich an der Vergangenheit orientiert und sich einen Dreck um irgendwelche zeitgenössischen Klänge schert. Anbiedern war seine Sache noch nie, und wer außer ihm wagt es heute noch, ein 27 Minuten dauerndes und drei weitere ziemlich lange Stücke auf ein Album zu packen? Großartig.
Daß die Leser Bruce Springsteen mit seiner E Street Band (für den Boss so etwas wie Crazy Horse für Neil Young) zum Live Act des Jahres küren, kann ja nur richtig sein. Auf der Bühne spielt Springsteen sämtliche Mitbewerber in Grund und Boden. Ich freue mich auf das Konzert im Juli, selbst wenn ich dafür ins Gladbacher Stadion fahren muß.
Montag, 7. Januar 2013
Science Fiction Notizen
Vor vielen Jahren las ich gelegentlich die Science Fiction Notizen, das Blatt eines in Bremen und der Science Fiction-Szene beheimateten Aktivisten. Herrn Kurt S. kam es bei den SFN stets weniger auf die Aufmachung an als auf den Inhalt. Er plauderte über SF, die Szene, persönliche Dinge und alle möglichen anderen Themen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und zuweilen mit äußerst spitzer Zunge. Unter anderem bezeichnete man solche Druckerzeugnisse als Ego-Zine, wenn ich mich recht erinnere. Irgendwann habe ich die SF Notizen dann völlig aus den Augen verloren.
Kürzlich fiel mir nach langer Zeit wieder eine Ausgabe in die Hände, erschienen am 13. Dezember. Ja, tatsächlich, die Science Fiction Notizen gibt es also noch, stellte ich ganz erstaunt fest, und das im 38. Jahrgang. Die vorliegende Ausgabe trägt sage und schreibe die Nummer 724. Ich rechnete kurz zurück und kam zu dem Ergebnis, daß Herr Kurt S. im Jahr 1974 mit den SFN begonnen haben muß. 1974, das war das Jahr, in dem Helmut Schmidt Bundeskanzler und Walter Scheel Bundespräsident wurde. In den USA trat Richard Nixon aufgrund der Watergate-Affäre zurück. Ich war ein kleiner Junge, der bei Rot Weiß Zollstock Fußball spielte, Perry Rhodan las und die Zack-Comics sammelte. In New York gründeten sich die Ramones, Fortuna Köln stieg nach nur einem Jahr Zugehörigkeit in der obersten deutschen Spielklasse wieder aus der Fußball-Bundesliga ab, und Deutschland wurde Weltmeister.
Diese Rückbesinnung macht mir deutlich, wie lange und mit welcher Leidenschaft der fleißige Herr Kurt S. die Science Fiction Notizen schon am Leben hält. Mehr noch, ich nehme an, sie sind zu einem Bestandteil seines Lebens geworden. Ich finde das klasse und habe höchsten Respekt vor dieser Leistung. Ich bin gespannt, welche Nummer mich erwartet, wenn mir irgendwann wieder einmal eine Ausgabe der SFN in die Finger fällt.
Kürzlich fiel mir nach langer Zeit wieder eine Ausgabe in die Hände, erschienen am 13. Dezember. Ja, tatsächlich, die Science Fiction Notizen gibt es also noch, stellte ich ganz erstaunt fest, und das im 38. Jahrgang. Die vorliegende Ausgabe trägt sage und schreibe die Nummer 724. Ich rechnete kurz zurück und kam zu dem Ergebnis, daß Herr Kurt S. im Jahr 1974 mit den SFN begonnen haben muß. 1974, das war das Jahr, in dem Helmut Schmidt Bundeskanzler und Walter Scheel Bundespräsident wurde. In den USA trat Richard Nixon aufgrund der Watergate-Affäre zurück. Ich war ein kleiner Junge, der bei Rot Weiß Zollstock Fußball spielte, Perry Rhodan las und die Zack-Comics sammelte. In New York gründeten sich die Ramones, Fortuna Köln stieg nach nur einem Jahr Zugehörigkeit in der obersten deutschen Spielklasse wieder aus der Fußball-Bundesliga ab, und Deutschland wurde Weltmeister.
Diese Rückbesinnung macht mir deutlich, wie lange und mit welcher Leidenschaft der fleißige Herr Kurt S. die Science Fiction Notizen schon am Leben hält. Mehr noch, ich nehme an, sie sind zu einem Bestandteil seines Lebens geworden. Ich finde das klasse und habe höchsten Respekt vor dieser Leistung. Ich bin gespannt, welche Nummer mich erwartet, wenn mir irgendwann wieder einmal eine Ausgabe der SFN in die Finger fällt.
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Sonntag, 6. Januar 2013
Atlan macht Pause
Seit 2006 erschienen die Abenteuer des beliebten Arkoniden Atlan als Lizenzausgaben in Taschenbuch-Form bei Fantasy Productions, zumeist als Trilogien. Es gab aber auch einen Einzelroman und den Monolith-Sechsteiler. Nachdem Werner Fuchs bei FanPro nicht weitermachte, wechselten die Bücher bei gleichbleibender Aufmachung zu Ulisses. Dort erschien im vergangenen Jahr die von Expose-Autor Götz Roderer konzeptionell erstellte Polychora-Trilogie.
Nicht ganz von Anfang an, aber doch seit der zweiten Trilogie bei FanPro, Rudyn betitelt, gehörte ich zu den Mitarbeitern. Insgesamt schrieb ich sechs Romane für die Reihe, zuletzt Die geträumte Welt für Ulisses. Die Arbeit an Atlan hat immer großen Spaß gemacht, doch damit ist es nun erst einmal vorbei.
Wie Klaus N. Frick im Blog der Perry Rhodan-Redaktion berichtet, legen die Abenteuer des Arkoniden eine Pause ein. Zumindest 2013 werden keine neuen Romane erscheinen. Was danach kommt, steht derzeit in den Sternen. Um ein endgültiges Aus soll es sich aber nicht handeln. Das fände ich auch sehr schade, als Atlan-Autor und als Atlan-Leser gleichermaßen. Ich hoffe daher, daß Atlan in der Spur bleibt und es auf absehbare Zeit neue Geschichten geben wird.
Die Mitteilung des Perry Rhodan-Redakteurs findet ihr hier:
http://perry-rhodan.blogspot.de/2013/01/atlan-im-jahr-2013.html
Nicht ganz von Anfang an, aber doch seit der zweiten Trilogie bei FanPro, Rudyn betitelt, gehörte ich zu den Mitarbeitern. Insgesamt schrieb ich sechs Romane für die Reihe, zuletzt Die geträumte Welt für Ulisses. Die Arbeit an Atlan hat immer großen Spaß gemacht, doch damit ist es nun erst einmal vorbei.
Wie Klaus N. Frick im Blog der Perry Rhodan-Redaktion berichtet, legen die Abenteuer des Arkoniden eine Pause ein. Zumindest 2013 werden keine neuen Romane erscheinen. Was danach kommt, steht derzeit in den Sternen. Um ein endgültiges Aus soll es sich aber nicht handeln. Das fände ich auch sehr schade, als Atlan-Autor und als Atlan-Leser gleichermaßen. Ich hoffe daher, daß Atlan in der Spur bleibt und es auf absehbare Zeit neue Geschichten geben wird.
Die Mitteilung des Perry Rhodan-Redakteurs findet ihr hier:
http://perry-rhodan.blogspot.de/2013/01/atlan-im-jahr-2013.html
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