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Mittwoch, 26. Oktober 2016

Thomas Le Blanc für sein Lebenswerk geehrt

Dies nachzureichen, möchte ich auf keinen Fall versäumen: Auf dem 31. BuchmesseCon am vergangenen Samstag wurde Thomas Le Blanc der BuCon-Ehrenpreis für sein Lebenswerk verliehen. Bei den Preisverleihungen, die erst am Abend stattfanden, war ich nach einem langen Tag bereits auf dem Heimweg, sodass ich die Ehrung Herrn Le Blancs nicht mehr mitbekam.
 
Thomas Le Blanc wurde 1951 in Wetzlar geboren und ist der Phantastik schon seit Jahrzehnten eng verbunden. Er war als freier Publizist und Kulturberater tätig, schrieb zahlreiche Artikel für Zeitungen und arbeitete sowohl als Autor als auch als Außenlektor für verschiedene Verlage. Er veröffentlichte eigene Kurzgeschichten und Essays zur Science Fiction und war Herausgeber zahlreicher Anthologien mit Kurzgeschichten deutschsprachiger Autoren. Ich erinnere mich an die sogenannten Sternenanthologien in der ersten Hälfte der Achtziger Jahre. Diese Storybände – zehn wurden es insgesamt – benannten sich alphabetisch fortlaufend nach Sternen wie Antares, Beteigeuze und so weiter.
 
Seit 1981 organisiert Thomas Le Blanc die Wetzlarer Tage der Phantastik, und er publiziert die Schriftenreihe und Materialien der Phantastischen Bibliothek Wetzlar. Eben jene Phantastische Bibliothek ist vielleicht sein wichtigstes Kind. Dies zu gewichten ist natürlich schwierig, und Herr Le Blanc sieht das vielleicht ganz anders als ich. Für mich ist sie jedenfalls eine wunderbare Einrichtung, die in Wetzlar zu besuchen ich einmal das Vergnügen hatte. Mit einem Bestand von 270.000 deutschsprachigen Titeln aus allen Bereichen der phantastischen Literatur ist sie in diesem Bereich die weltweit größte öffentlich zugängliche Genre-Bibliothek.
 
Nachdem ich das Gebäude bei meinem Besuch vor ein paar Jahren betreten hatte, wandelte ich fast wie verzaubert durch die Räume vom Erdgeschoss bis nach oben unters Dach. Bücher, Bücher und nochmals Bücher phantastischen Inhalts, darunter auch so manche meiner Werke. Ich hätte glatt in dem Haus einziehen können, so begeistert war ich. Selbstverständlich war Thomas Le Blanc persönlich zugegen und hatte gern ein offenes Ohr für die Fragen der Besucher. Ich gratuliere zu dem Ehrenpreis und hoffe, dass sein großes Kind, die Phantastische Bibliothek Wetzlar in seiner Heimatstadt, fortbesteht und uns alle überlebt.

Sonntag, 30. September 2012

Ein Zamorra-Con in Wetzlar

Anläßlich des 1000. Heftes von Professor Zamorra veranstaltete Carl Holmes in der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar einen kleinen, gemütlichen Con. Zu dem hatte Carl, User des Zamorra-Forums bei Bastei, mich als ehemaligen Zamorra-Autor vor geraumer Zeit eingeladen.

Ich fuhr Freitag recht früh los, was mir Gelegenheit gab, in Limburg einen Aufenthalt einzulegen und den Limburger Dom zu besichtigen. Das der rheinischen Spätromanik zugerechnete Bauwerk mit gotischen Einschlägen liegt auf einer Anhöhe gleich oberhalb der Lahn mit einem schönen Ausblick. Der historische Stadtkern ist beeindruckend, was auch für die Kathedrale selbst gilt. An sie angeschlossen ist ein kleiner öffentlich zugänglicher Friedhof, auf dem zahlreiche Angehörige des Limburger Domkapitels beigesetzt sind. Viele Grabsteine stammen noch aus der Mitte des 19. Jahrunderts. Solche Anlagen sind für mich schon allein aus historischen Gründen erhaltenswürdig, doch leider waren die Zeichen des Verfalls unübersehbar.

Ebenfalls von historischer Pracht ist der Wetzlarer Stadtkern mit seinen zahlreichen mittelalterlichen Gebäuden, die vom 2. Weltkrieg verschont geblieben sind. Ich spazierte eine Weile umher und stieß überall auf seit Ende des 17. Jahrhunderts erhaltene Spuren des Reichskammergerichts, des damals höchsten deutschen Gerichts. Auch der unvollendete Wetzlarer Dom, ebenfalls romanisch und gotisch geprägt, liegt auf einer Anhöhe über der Stadt, und der Fußweg hinauf gestaltete sich recht anstrengend. Ich fühlte mich an wenig an meinen letzten Besuch auf dem Drachenfels erinnert, auch wenn es nicht ganz so steil hinaufgeht. Im Dominneren erlebte ich eine Überraschung, wurde ich doch mit der Tatsache konfrontiert, daß die Kirche von beiden christlichen Konfessionen benutzt wird. Sprich, sowohl Katholiken als auch Evangele halten darin unter anderem ihre Gottesdienste ab. Das kann ich mir im erzkatholischen Köln leider gar nicht vorstellen.

Das Hotel lag ganz in der Nähe, und nachdem ich eingecheckt hatte, traf ich mich abends mit Carl sowie Horst von Allwörden vom Online-Magazin Zauberspiegel und dessen Partner in einem italienischen Restaurant. Wir saßen bis spät in die Nacht zusammen und redeten über Gott und die Welt. Ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten trank ich kein Bier, sondern den einheimischen Apfelwein.

Der eigentliche Con fand am Samstag in der Phantastischen Bibliothek statt. In dem fünfstöckigen Gebäude ist die weltweit größte öffentliche Sammlung phantastischer Literatur mit rund 200.000 Titeln untergebracht. Der Autor, Herausgeber, Organisator der Wetzlarer Tage der Phantastik und nicht zuletzt Gründer der Bibliothek Thomas Le Blanc führte die Besucher zunächst herum. Ich fühlte mich sauwohl zwischen all den phantastischen Büchern und Heftromanen. Alles ist sauber, übersichtlich und hell. Ich hätte gleich einziehen können und war nicht der einzige, der das eine oder andere Buch aus dem Regal nahm, um es zu begutachten. Überaus bemerkenswert finde ich, daß die Phantastische Bibliothek nicht nur als Archiv dient. Sie ist für Publikumsverkehr geöffnet, und die zumeist doppelt vorhandenen Titel können ausgeliehen werden.

Nach der Führung wurde der Amateurfilm "Satans Todesschwadron" gezeigt. In dem Super 8-Streifen von 1983 waren Werner Kurt Giesa als Zamorra und Rolf Michael als sein Feind Asmodis zu sehen. Natürlich wirken heute viele Szenen unfreiwillig komisch, doch man muß den Film im zeitlichen Kontext und unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte betrachten. Es hat mich gefreut, Werner auf diese Weise - seinerzeit war er erst 29 Jahre alt und lief wie eine Elfe die Treppen hoch - noch einmal in bewegten Bildern zu sehen. Der anwesende Rolf Michael würzte die Vorführung mit den launigen Kommentaren und Anekdoten des Insiders, der damals dabei war.

Nach dem Mittagessen, von Carl perfekt organisiert wie alles andere auch, wurde Heft 1000 offiziell an Thomas Le Blanc übergeben. Das geschah durch die inzwischen eingetroffene Redakteurin Susanne Picard und die aktuellen Zamorra-Autoren Oliver Fröhlich und Christian Schwarz sowie Rolf und mich als ehemalige Mitstreiter. Später gesellte sich auch noch Manfred Rückert dazu.

Danach referierte Hermann von Allwörden über die legendären sogenannten Bierkonferenzen. Es war interessant und witzig, wie die Herren Michael, Giesa und von Allwörden vor Dekaden so manche Zamorra-Idee ausbrüteten. Was dann später aus vielen Überlegungen wurde, steht auf einem ganz anderen Blatt. Schließlich plaudete ich nachmittags darüber, wie ich seinerzeit als Autor zu Zamorra gestoßen bin, und danach war der Con leider schon vorbei.

Die ganze Truppe zog sich noch für eine Weile vor ein Cafe in der Altstadt zurück, wo wir das Treffen gemütlich ausklingen ließen. Mir hat der Con wirklich gut gefallen, und das war der allgemeine Tenor. Die Leute waren nett, die Stimmung prächtig, die Programmpunkte kurzweilig. Mein großer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an Carl Holmes, der das Treffen anläßlich Zamorra 1000 mit seinem Einsatz überhaupt erst möglich gemacht hat. Danke, Carl, du hast dir ein Amulett verdient.

Eine besondere Überraschung hielt Rolf Michael für mich bereit. Er brachte mir nämlich ein Buch mit, und zwar ein ganz besonderes. Es handelt sich um ein Leihbuch aus den Fünfziger Jahren, das damals in der mir völlig unbekannten Kölner Verlags K.G. Paul Steinebach erschienen ist. Der Roman "Aus Weltraumtiefen" stammt aus der Feder von Kurt Brand und trägt vorne im Buch folgende Signatur:
"Für dich signiert in Kaltern am 11.05.91
Dein Kollege Kurt Brand"
Ich habe mich sehr darüber gefreut, Rolf. Vielen Dank! Ich werde das signierte Buch des Schöpfers von Ren Dhark und Raumschiff Promet hüten wie meinen Augapfel.

Samstag, 21. Juli 2012

32. Wetzlarer Tage der Phantastik

Das literarische Symposium der Phantastischen Bibliothek Wetzlar geht in die 32. Runde. Wie jedes Jahr flatterte mir das Programmheft ins Haus. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto: Aliens und Orks - Das Bestiarium der deutschen Fantasy und Science Fiction. Veranstaltungszeitraum ist der 6. bis 9. September.

Von Donnerstag bis Sonntag gibt es wieder ein abwechslungsreiches, literaturorientiertes Programm. Neben verschiedenen Vorträgen werden Lesungen geboten, in deren Anschluß Gespräche mit den Autoren stattfinden. Unter anderem vertreten sind die Erfolgsautoren Kai Meyer und Bernhard Hennen.

Im Rahmen des Symposiums wird zudem der mit 4.000,- Euro dotierte Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar verliehen. Weitere Informationen zur Phantastischen Bibliothek sowie das vollständige Programm der diesjährigen Veranstaltung findet man unter http://www.phantastik.eu/.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Zamorra-Con in Vorbereitung

Dieser Tage erreichte mich eine mail von Carl Holmes. Der Fan von Professor Zamorra organisiert für Ende September einen Zamorra-Con in Wetzlar. Er lud mich, der ich ein paar Romane zu der Serie beigetragen habe, ein, den Con zu besuchen. Ich war ziemlich überrascht, hatte ich bis dato von einer solchen Veranstaltung nämlich noch gar nichts mitbekommen.

Dabei liegt die Idee nahe, denn es geht mit Riesenschritten auf Heft 1000 der zweiwöchentlich erscheinenden Serie zu. Seit 1974 erscheint sie im Bastei-Verlag, hat also schon fast vierzig Jahre auf dem Buckel. Eintausend Ausgaben sind eine stolze Leistung, die in Deutschland nur ganz wenige Heftserien geschafft haben.

Ich habe vor ein paar Jahren auf Initiative des leider inzwischen verstorbenen Werner Kurt Giesa ein paar Romane für Zamorra geschrieben. Ich kannte Werner durch unser gemeinsames Schaffen für Ren Dhark. Bei Zamorra sehr eingespannt, kriegte Werner damals kaum etwas anderes auf die Reihe, auch nicht für Ren Dhark. Als ich ihn auf einem Coloniacon fragte, wann er denn endlich wieder einen Dhark schreibe, antwortete er schmunzelnd: "Wenn du mir mal einen Zamorra schreibst." Das tat ich, und aus dem einen wurden immerhin sechs Heftromane und zwei Bücher.

Die phantastische Bibilothek in Wetzlar ist für einen Con zweifellos ein geeigneter Veranstaltungsort. Denn seit ihrer Eröffnung 1989 hat sie sich zur weltweit größen öffentlich zugänglichen Bibliothek für phantastische Literatur gemausert. In der Wikipedia ist zu lesen:
Die Einrichtung sammelt aufgrund ihres Archivauftrags alles, was in den phantastischen Literaturgenres Science-Fiction, Fantasy, klassische Phantastik, Horror, Utopie, Reise- und Abenteuerliteratur, Märchen, Sagen und Mythen in deutscher Sprache erschienen ist. Dabei bezieht sie auch die entsprechende Sekundärliteratur sowie Zeitschriften, Zeitungsausschnitte, Examensarbeiten und Autorennachlässe in ihre Sammlung ein und stellt ihre Bestände für wissenschaftliche und publizistische Zwecke in einem Präsenzbestand zur Verfügung.
Der Buchbestand umfasst auch einige Spezialsammlungen wie etwa den kompletten Bestand der utopisch-phantastischen Literatur der DDR, die documenta-Sammlung aus dem Orwell-Jahr 1984 sowie Raritäten aus dem Bereich der klassischen deutschsprachigen Phantastik und der Reise- und Abenteuerliteratur.

Bisher ist es mir noch nicht gelungen, die phantastische Bibliothek zu besuchen. Der Zamorra-Con ist eine geeignete Gelegenheit, das nachzuholen. Vor allem aber freue ich mich auf einen gemütlichen Con mit Zamorra-Lesern und anderen Zamorra-Autoren. Wer sich für den Con und weitere Informationen interessiert, wird auf der Bastei-Seite auf dem Laufenden gehalten:

http://www.bastei.de/forum/thread.html?bwthreadid=2420&bwpage=46