Samstag, 26. Juli 2014

Classic Rock 32

Als Roger Waters über den "verrückten Diamanten" schrieb, war der, nämlich Crazy Diamond Syd Barrett, längst kein Bandmitglied mehr bei Pink Floyd, sondern ein abgestürztes Drogenwrack. Waters hatte sämtliche Macht bei Floyd und machte was draus. DARK SIDE OF THE MOON und der Nachfolger WISH YOU WERE HERE gehören für mich zu den herausragenden Meilensteinen der Rockmusik. Doch danach begann der Zerfall, mit der stetig größer werdenden Einflußnahme David Gilmours und dem späteren Ausstieg von Waters.

Eine Lobpreisung für das Große, für das Elegische, das diese Band in den Siebziger Jahren geleistet hat, aber auch eine offenlegende Abrechnung mit der Entfremdung der Bandmitglieder untereinander, mit dem Zerwürfnis und aufkommender Hybris, die möglicherweise - trotz THE WALL - weitere unsterbliche Alben verhindert hat. Laabs Kowalskis Auseinandersetzung mit Pink Floyd war für mich das Highlight der aktuellen Ausgabe von Classic Rock.

Als ich Pink Floyd in den Achtziger Jahren auf ihren Tourneen zwei Mal bei gigantischen Auftritten im Müngersdorfer Stadion sah, lag die schöpferische Hochzeit mit kreativen Himmelsstürmen rund eine Dekade hinter der Band. Ich war von den Auftritten, gleichermaßen von Musik wie von optischer Darbietung, fast erschlagen, doch ich wußte, es waren nicht mehr die ursprünglichen Floyd. Ohne den kreativen Genius Waters. Ohne Syd Barrett sowieso. Missen möchte ich diese Highlights meiner Konzerterlebnisse dennoch auf keinen Fall.

Zwei weitere Artikel im vorliegenden Heft genossen meine weitere ungeteilte und ungeteilt positive Aufmerksamkeit. Zum einen Tom Petty, der mit Gitarre und Sonnenbrille das Cover ziert. Zusammen mit den Heartbreakers - und im Kreise der Traveling Wilburys erst recht - ist er einer der wirklich großen Rock'n'Roller, die diese Bezeichnung verdienen. Zum anderen Judas Priest, die mich auch im hohen Metal-Alter noch ungleich mehr mitreißen als sämtliche Jungspunde musikalisch artverwandter Couleur. Rob Halford ist als Frontmann nicht weniger Kultfigur als Lemmy, Ozzy oder Biff.

Darüber hinaus gab es ein bißchen was von diesem und ein bißchen was von jenem. Yes und Saga, Manic Street Preachers und Chicago. Das meiste habe ich diesmal nur quergelesen, oder auf dem Klo. Außer der Rückblende, die die Entstehung von Deep Purples The Mule beleuchtet. Auch so was Unvergängliches. Trotz grundsätzlichen Interesses an all den neuen Bands bleibe ich den alten Haudegen treu.

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