Ralph Voltz hat das Titelbild für Ren Dhark 76 abgeliefert. In einer stimmungsvollen Szene sehen wir ein freundliches, liebenswertes Intelligenzwesen, das in diesem Buch eine tragende Rolle einnimmt. Der feurige Schweif im Hintergrund wird zum Schicksal für dieses Wesen werden. Der Roman mit Titel Makrito erscheint Mitte Juni.
Mein Leben spielt sich ab zwischen Dom und Rhein. Zwischen Schreibtisch, Fußballplatz, Konzerthalle und Kneipe. Auf der Straße. Virtuell und in der Wirklichkeit. Und sogar in den Köpfen mancher Leute. Ein bißchen von alledem findet hier seinen Niederschlag.

Mittwoch, 16. Mai 2018
Sonntag, 13. Mai 2018
Laudatio auf Rüdiger Schäfer
Vorgestern fandet ihr an dieser Stelle die erste der beiden Laudationen, die ich vergangenen Samstag auf der Intercomic 83 gehalten habe. Sie galt dem Preisträger für 2017, Hajo F. Breuer. Heute folgt nun meine Laudatio für Rüdiger Schäfer, den Preisträger des DARK STAR 2018.
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Rüdiger Schäfer wurde
1965 in Kassel geboren, lebte dort aber nicht lange, da er wegen des
beruflichen Werdegangs seines Vaters in seiner Kindheit und Jugend
mehrmals umziehen musste. Das scheint ein wenig auf Rüdiger
abgefärbt zu haben. Nach dem Abitur und einem
betriebswirtschaftlichen Studium in Göttingen verschlug es ihn nach
Leverkusen zu einem großen chemisch-pharmazeutischen Unternehmen.
Seine berufliche Tätigkeit brachte mehrjährige Auslandsaufenthalte
unter anderem in Polen und Australien mit sich. Seit dem Jahr 2000
lebt und arbeitet er für besagten Konzern wieder in Deutschland.
Was das alles mit Rüdiger
Schäfers Schreiberei und der Nominierung für den DARK STAR zu tun
hat? Gar nichts. Die Auszeichnung, die ihm auf der 83. Intercomic
verliehen wird, bekommt er für sein zweites Standbein, nämlich die
Tätigkeit als Science-Fiction-Autor.
Wie viele andere in der
deutschen Sciene Fiction-Szene Tätige ist auch Rüdiger ein Kind des
Fandoms. Schon in jungen Jahren, im Alter von Zehn, wurden die
Weichen für seine spätere Autorentätigkeit gestellt – nämlich
als seine Mutter dem erkrankten Jungen zwei Perry Rhodan-Hefte mit
nach Hause brachte. Unversehens wurde er von einer weiteren Krankheit
gepackt, denn das Virus des galaktischen Weltraumhelden Perry Rhodan
ließ ihn nicht mehr los. Rüdiger selbst drückt es folgendermaßen
aus: „Ich las, verstand kein Wort und war hellauf begeistert. Es
war der Beginn einer wunderbaren Leidenschaft.“
Eine Leidenschaft, die
dazu führte, dass der jugendliche Rüdiger mit dem Verfassen eigener
Geschichten begann – wie so viele andere aus der heutigen
Profiszene, denen das Lesen nicht mehr genügte. Die selbst
schreiben wollten. Er stieß auf das Science-Fiction-Fandom, die
organisierte Fan-Szene mit ihren Clubs und mit viel Herzblut
gemachten Fanmagazinen, den sogenannten Fanzines.
Rüdiger trat in den
Atlan-Club-Deutschland ein und erreichte erstmals eine größere
Leserschaft. Als Erklärung für diejenigen, die Atlan nicht kennen:
Atlan war eine seit 1969 laufende eigenständige Heftromanserie um
eben jenen unsterblichen Arkoniden, die im Perry-Rhodan-Kosmos
spielte und 1988 eingestellt wurde. Im Atlan-Club-Deutschland, kurz
ACD, gehörte Rüdiger rund 20 Jahre dem Vorstand an. Er wurde zudem
auf dem Coloniacon 2006 bei der Jahreshauptversammlung der
Perry-Rhodan-Fanzentrale e.V. zu deren Vorsitzendem gewählt.
Doch Rüdiger Schäfer war
und ist Atlan-Fan und Kenner gleichermaßen. Daher entwarf er nach
der Einstellung der Profi-Serie ein Konzept für eine Fan-Serie, die
von der damaligen Verlagsunion Pabel-Moewig abgesegnet wurde und die
es, geschrieben von einem Autorenteam, auf immerhin 23 Bände
brachte. Mit dem Erfolg der von ihm gesteuerten Fanserie im Rücken
stand Rüdiger der Sprung ins Profilager offen.
1998 kehrte Atlan mit
einer Reihe von jeweils zwölfbändigen Minizyklen offiziell ins
literarische Rampenlicht zurück. Nach mehreren im
Perry-Rhodan-Universum spielenden Kurzgeschichten schrieb und
veröffentliche Rüdiger Schäfer 2005 seinen ersten Profiroman,
einen, wie könnte es anders sein, Atlan-Roman mit Titel Fluchtpunkt
Craddyn. Ein weiterer Roman folgte schnell, und schon im
Folgejahr übernahm Rüdiger vorübergehend die redaktionelle
Bearbeitung der Leserkontaktseite der Atlan-Miniserien.
Später etablierte er sich
als einer der Hauptautoren der von 2006 bis 2012 zunächst bei
Fantasy Productions und anschließend bei Ulysses erscheinenden
Atlan-Taschenbücher. Rüdiger und ich lieferten uns ein
Kopf-an-Kopf-Rennen, wer die meisten Taschenbücher zu der Reihe
beisteuert. Ich musste mich Rüdiger mit 6:7 geschlagen geben. Als
2013 der Versuch unternommen wurde, die klassischen Atlan-Romane des
sogenannten Sol-Zyklus in Form von Taschenheften erneut zu
publizieren, war Rüdiger für deren Bearbeitung verantwortlich.
Ebenfalls 2013 steuerte er
seinen ersten Beitrag zu Perry Rhodan Neo bei, der Neuschreibung der
klassischen Perry Rhodan-Serie. Nach Band 100 übernahm er –
gemeinsam mit dem mittlerweile verstorbenen Michael H. Buchholz –
die Exposégestaltung, die Rüdiger bis zum heutigen Tage innehat.
Für Perry Rhodan Neo hat er mittlerweile 20 Romane geschrieben,
zudem einige Beiträge für die Stardust-Miniserie.
Der DARK STAR 2018 geht an
Rüdiger Schäfer für seine Verdienste um die deutsche Science
Fiction und die deutsche SF-Romanszene.
Labels:
Dark Star,
Intercomic,
Rüdiger Schäfer
Samstag, 12. Mai 2018
Andreas Findig 1961 - 2018
Der österreichische Schriftsteller Andreas Findig war nur wenige Monate älter als ich. Er wurde am 4. August 1961 in Linz geboren und starb, wie ich eben erfuhr, am 10. Mai 2018 in seiner Wahlheimat Wien. Ich wusste nicht, dass er krank war, umso überraschender traf mich die Nachricht.
Andreas begann seine Autorenkarriere mit Kurzgeschichten, Erzählungen und Kinderbüchern. Er verfasste einen Gedichtband und mehrere Erzählbände, außerdem Hörspiele für den WDR und Rias Berlin. Als Journalist schrieb er für die Neue Zürcher Zeitung und die Wiener Zeitung.
Im Jahre 1999 veröffentlichte er ein Perry Rhodan-Kinderbuch mit Titel Lausbiber-Alarm, das sich um den Mausbiber Gucky drehte. In den folgenden beiden Jahr verfasste er vier Romane für die Perry Rhodan-Serie, nachdem ihm bereits 1991 der Deutsche Science Fiction Preis für seine Erzählung Gödel geht verliehen worden war.
Ich lernte Andreas auf dem ZielsternCon im Januar 2005 in Wien kennen. Wenn ich mich richtig erinnere, war es das einzige Mal, dass wir uns persönlich trafen. Von jenem Con habe ich ihn als freundlich, offenherzig und sehr sympathisch in Erinnerung. Ich erinnere mich daran, dass er mich und das Kölner Urgestein Helmut Freisinger nachts durch eine Reihe von Wiener Lokalen führte, in denen wir zusammen eine Menge Spaß hatten. Dass Andreas nun, mit gerade einmal 56 Jahren, gestorben ist, ist irgendwie unwirklich.
Andreas begann seine Autorenkarriere mit Kurzgeschichten, Erzählungen und Kinderbüchern. Er verfasste einen Gedichtband und mehrere Erzählbände, außerdem Hörspiele für den WDR und Rias Berlin. Als Journalist schrieb er für die Neue Zürcher Zeitung und die Wiener Zeitung.
Im Jahre 1999 veröffentlichte er ein Perry Rhodan-Kinderbuch mit Titel Lausbiber-Alarm, das sich um den Mausbiber Gucky drehte. In den folgenden beiden Jahr verfasste er vier Romane für die Perry Rhodan-Serie, nachdem ihm bereits 1991 der Deutsche Science Fiction Preis für seine Erzählung Gödel geht verliehen worden war.
Ich lernte Andreas auf dem ZielsternCon im Januar 2005 in Wien kennen. Wenn ich mich richtig erinnere, war es das einzige Mal, dass wir uns persönlich trafen. Von jenem Con habe ich ihn als freundlich, offenherzig und sehr sympathisch in Erinnerung. Ich erinnere mich daran, dass er mich und das Kölner Urgestein Helmut Freisinger nachts durch eine Reihe von Wiener Lokalen führte, in denen wir zusammen eine Menge Spaß hatten. Dass Andreas nun, mit gerade einmal 56 Jahren, gestorben ist, ist irgendwie unwirklich.
Labels:
Perry Rhodan,
Science Fiction,
Todesfälle
Freitag, 11. Mai 2018
Laudatio auf Hajo F. Breuer
Wie ich in meinem Bericht zur 83. Intercomic
https://achimmehnert.blogspot.de/2018/05/intercomic-83.html
schrieb, hielt ich dort die Laudationen für
die DARK STAR Preisträger 2017 und 2018,
Hajo F. Breuer und Rüdiger Schäfer.
Hier also die Laudatio für Hajo, die für Rüdiger folgt übermorgen.
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https://achimmehnert.blogspot.de/2018/05/intercomic-83.html
schrieb, hielt ich dort die Laudationen für
die DARK STAR Preisträger 2017 und 2018,
Hajo F. Breuer und Rüdiger Schäfer.
Hier also die Laudatio für Hajo, die für Rüdiger folgt übermorgen.
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Hajo F. Breuer wurde 1954
in Düsseldorf geboren und verbrachte den größten Teil seines
Lebens in seiner Wahlheimat Mönchengladbach. Bei den
Verantwortlichen für die Verleihung des DARK STAR 2017, die aus
organisatorischen Gründen erst in diesem Jahr stattfinden kann,
stand er gleich aus mehreren Gründen als Preisträger auf der
Agenda: für seine Verdienste um die deutsche Romanszene, für seine
Verdienste um die deutschsprachige Science Fiction und für seine
Verdienste auch in der Comicszene, in der er nämlich in der Frühzeit
seines Schaffens tätig war.
Hajo studierte
Germanistik, Anglistik und Philosophie und war als Gymnasiallehrer
qualifiziert. Sein Weg war jedoch der eines freischaffenden
Künstlers, eines Autors, und den beschritt er zunächst als
Übersetzer von Marvel-Comics für den deutschen Condor-Verlag. Ab
1983, also noch als Twen – ich gestatte mir, dieses neudeutsche
Wort zu verwenden –, verfasste er für den Bastei-Verlag
wöchentlich eine Ausgabe der Gespenster-Geschichten. Hierbei kam es
zur Bekanntschaft und zur Zusammenarbeit mit dem im Februar 2018
verstorbenen Uwe Helmut Grave, den Hajo F. Breuer später mit zu Ren
Dhark nehmen sollte.
Doch bis dahin sollten
noch einige Jahre vergehen. Ende der Achtziger Jahre schrieb Hajo
unter dem Titel Die neue Kultfigur MAX HEADROOM für den
Bastei-Verlag eine Taschenbuchreihe zur gleichnamigen Fernsehserie.
Zum gleichen Zeitpunkt wurde er zudem für den Hethke-Verlag tätig,
wo er als Chefredakteur die DC-Comics betreute.
Was folgte, war und ist
Hajos Opus Magnum, die Fortführung von Kurt Brands aus den Sechziger
Jahren stammender Science-Fiction-Serie REN DHARK, die es seinerzeit
auf 98 Heftromane brachte. Dann stellte der Kelter-Verlag die Serie
kurzfristig ein. Zwar wurde Ren Dhark in den Folgejahren zweimal
komplett neu aufgelegt, zu neuen Abenteuern kam es jedoch nicht.
Das änderte sich erst,
als der HJB-Verlag eine weitere Neuauflage in Angriff nahm,
allerdings nicht mehr in Heftform, sondern als repräsentative
sechzehnbändige Buchausgabe. Wir sprechen heute vom Classic-Zyklus.
Die Hardcover erwiesen sich jedenfalls als Glücksgriff, denn der
Erfolg beim Publikum war so groß, dass eine Fortsetzung über die
ursprünglichen 98 Romane hinaus schnell beschlossene Sache war.
Nun tat Verleger
Hansjoachim Bernt, ohne es damals voraussehen zu können –
vielleicht hat er es doch vorausgesehen –, einen noch größeren
Glücksgriff. Zum Ende der Classics hin beauftragte er Hajo F. Breuer
mit der Betreuung der Buchausgabe, für die Hajo ab Band 15
verantwortlich war. Für die Fortführung sollte Hajo dann sowohl als
Exposé-Autor agieren als auch als Herausgeber – was dann, wie
bekannt ist, auch geschah.
Insgesamt betreute Hajo
die Ren Dhark-Serie von 1999 an über einen Zeitraum von 15 Jahren.
Anfangs stützte er sich bei seinen Exposés für die neuen Abenteuer
auf vorhandene Ideenskizzen von Kurt Brand, später erstellte er die
Handlungsfortführung und die folgenden Zyklen bei den
Redaktionskonferenzen mit seinem Autorenteam. Dabei führte er nicht
nur die Hauptserie fort und übertraf dabei die 98 Heftromane Kurt
Brands um ein Mehrfaches. Neben den abgeschlossenen Sonderbänden,
ebenfalls gebundene Bücher, schuf er mehrere Ablegerserien, die als
Paperbacks erschienen: namentlich Sternendschungel Galaxis,
Forschungsraumer Charr sowie Der Mysterious.
Mich holte Hajo bereits
2000 ins Team, mein erster Dhark-Roman erschien 2001. Von Hajos
Exposés war ich von Beginn an angetan. Ich merkte nämlich jedem von
mir zu bearbeitenden Expo an, dass es nicht nur von einem Mann
stammte, der seine Arbeit tut und seine Pflicht erfüllt, sondern der
seiner Leidenschaft nachgeht. Er besaß die Gabe, nicht nur gute
Exposés zu erstellen, sondern diese den einzelnen Autoren seines
Teams gemäß ihren Vorlieben und Stärken maßgeschneidert auf den
Leib zu schreiben.
Als Germanist legte Hajo
Wert auf die deutsche Sprache. Anglizismen, wie jenes weiter oben von
mir verwendete „Twen“, verabscheute er. „Für die meisten
englischen Ausdrücke, die ihr einbaut“, sagte er zuweilen nach der
Durchsicht eines Manuskripts, „könnte ihr auch ein deutsches Wort
verwenden. Warum beispielsweise schwenkt die POINT OF in einen Orbit
ein, wenn es doch eine Umlaufbahn gibt?“ Recht hatte er.
Hajo widmete sich der Ren
Dhark-Serie mit Hingabe, mit Begeisterung, mit Euphorie. Dabei
schaute er stets positiv in die Zukunft, und entschlossen. Von außen
ließ er sich nicht in seine Arbeit hineinreden, auch nicht vom
Verleger. Hajo zog seine Vorstellungen durch und hatte damit Erfolg.
Wenn er einen eingeschlagenen Weg gewählt hatte und ihn für richtig
hielt, verfolgte er ihn beharrlich, ging ihn konsequent weiter. Er
konnte dann ein Dickkopf sein, aber im besten positiven Sinn.
Zu dieser Messe hier, der
Intercomic, hatte Hajo übrigens eine besondere Beziehung – so wie
sie auch zu ihm. Jahrelang fungierte er nämlich in Zusammenarbeit
mit dem damaligen Veranstalter Norbert Hethke und mit Gerhart Renner
als Messemoderator.
Verleger Hansjoachim Bernt
bezeichnete Hajo F. Breuer einmal als den eigentlichen Boss der Ren
Dhark-Serie, und ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass es Ren Dhark
ohne Hajos unermüdliches Engagement nach innen und nach außen hin
heute noch gäbe. Ren Dhark bis zur Rente machen, das war sein Traum.
Leider war ihm die Erfüllung dieses Traums nicht vergönnt. Eine
schwere Krankheit verhinderte es. Zum letzten Mal sahen wir uns bei
der Ren Dhark-Konferenz 2014 in einem Bonner Hotel.
Hajo F. Breuer verstarb am 17. Oktober 2014 in Mönchengladbach. Er ist der zweite Preisträger nach Verleger Walter Lehning, der den DARK STAR postum verliehen bekommt.
Hajo F. Breuer verstarb am 17. Oktober 2014 in Mönchengladbach. Er ist der zweite Preisträger nach Verleger Walter Lehning, der den DARK STAR postum verliehen bekommt.
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Hajo F. Breuer,
Intercomic,
Ren Dhark
Mittwoch, 9. Mai 2018
Intercomic 83
![]() |
(c) Detlef Köster |
Eine erste Runde durch die
Räumlichkeiten folgte, bevor der Besucherandrang einsetzte. Die
Händler und Aussteller bauten auf, und ich sah bereits das eine oder
andere bekannte Gesicht. Ich begrüßte Verleger Heinz Mohlberg,
Sprechblase-Mastermind Gerhard Förster, Sammlerherz-Herausgeber Hans
Simon, Romantruhe-Chef Joachim Otto, Wäscher-Nachlassverwalter
Hartmut Becker, den gesundheitlich stark angeschlagenen Gerhart
Renner und die Mannschaft am Stand des Hansrudi Wäscher Fanclubs.
Nach meinem Hineinschnuppern in die
Atmosphäre begann sich die Stadthalle zu füllen. Der Einlass hatte
geöffnet, und die Besucher strömten in Scharen herein. Bald führte
ich erste Gespräche, als sich zunächst Szene-Urgestein Werner Fuchs
hinzugesellte und später der unter Pseudonym tätige Autor Kurt Smid
sowie Hajo F. Breuers Witwe Heike Breuer eintrafen. Schließlich
trudelten auch der Kölner Autor Robert Corvus und die Leverkusener
Frohnatur Rüdiger Schäfer ein. Keine Frage, ich fühlte mich wohl,
und schon jetzt verging die Zeit wie im Flug.
Dann ging es auch schon los mit den
Pflichtterminen. Das Blitzlichtgewitter des von Gerhart Renner
anberaumten obligatorischen Fototermins überfiel die dazu Geladenen:
die oben genannten Robert Corvus und Rüdiger Schäfer, den Künstler
Toni Rohmen, den grandiosen türkischen Maler und Zeichner Ertugrul
Edirne sowie meine Wenigkeit. Wie immer ging das Shooting in lockerer
Atmosphäre über die Bühne; es wurde gescherzt und gelacht.
Trotzdem komme ich mir da immer ein wenig deplatziert vor.
Für eine Pause danach blieb mir keine
Zeit, denn es ging unmittelbar weiter mit Preisverleihungen, speziell
mit der Verleihung des DARK STAR. In diesem Jahr gab es ihn gleich in
doppelter Ausführung. Nachdem die Vergabe des DARK STAR 2017 aus
organisatorischen Gründen verschoben werden musste, ging er diesmal
an zwei Preisträger. Die Ehrung für 2017 wurde dem ehemaligen Ren
Dhark-Herausgeber Hajo F. Breuer postum zuteil, und für 2018 erhielt
ihn Rüdiger Schäfer. Ich hatte die Ehre, beide Laudationen
zu schreiben und nun bei der durch Gerhart Renner organisierten Vergabe auch zu
halten. Seit 2009 wird der DARK STAR an Personen, die sich um das Genre Roman verdient gemacht haben, vom Hansrudi Wäscher Fanclub in enger Kooperation mit den Verlagen Heinz Mohlberg und Romantruhe sowie der Astro-Firma Sternpate.de vergeben.
Ich war ganz schön nervös. Ich glaube, mir zitterten sogar ein wenig die Hände. Trotzdem brachte ich die Ansprache zur allgemeinen Zufriedenheit über die Bühne. Heike Breuer nahm den DARK STAR stellvertretend für ihren verstorbenen Mann in Empfang, Rüdiger Schäfer den seinen mit sichtlichem Stolz. Beide sind auf dem Foto oben zu sehen, und meine Laudationen werde ich in den kommenden Tagen an dieser Stelle veröffentlichen. Die Preisverleihung wurde schließlich mit Urkundenvergabe, Sterntaufe und Sektempfang besiegelt.
Ich war ganz schön nervös. Ich glaube, mir zitterten sogar ein wenig die Hände. Trotzdem brachte ich die Ansprache zur allgemeinen Zufriedenheit über die Bühne. Heike Breuer nahm den DARK STAR stellvertretend für ihren verstorbenen Mann in Empfang, Rüdiger Schäfer den seinen mit sichtlichem Stolz. Beide sind auf dem Foto oben zu sehen, und meine Laudationen werde ich in den kommenden Tagen an dieser Stelle veröffentlichen. Die Preisverleihung wurde schließlich mit Urkundenvergabe, Sterntaufe und Sektempfang besiegelt.
Noch einmal spazierte ich durch die
Räumlichkeiten, um mich mit Lesestoff einzudecken. Ein Stapel mir
fehlender Perry Rhodan-Taschenbücher wanderte in meine Tasche, zwei
Jeremiah-Comics und einer von Marshall Blueberry, dazu neue Magazine:
die Sprechblase, das Sammlerherz und das Hansrudi Wäscher Magazin.
Das war's dann auch schon wieder, der
Tag war geradezu an mir vorbeigeflogen. Die 83. Intercomic ist
Geschichte, ich freue mich auf die 84. am 3. November, bei der ich
selbstverständlich wieder zugegen sein werde.
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Hajo F. Breuer,
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Rüdiger Schäfer
Samstag, 5. Mai 2018
Demon's Eye als achtbare Deep Purple Verwalter
Demon's Eye gelten als eine der besten
Deep Purple Tribute Bands, und Ian Paice, Jon Lord sowie der
ehemalige Rainbow-Sänger Doogie White spielten wiederholt mit ihnen.
Ihren Status belegte die ursprünglich aus Siegen stammende
fünfköpfige Truppe bei ihrem Konzert in der Kabelmetal-Halle in
Schladern eindrucksvoll. Zuvor hatte ich von der Gruppe noch nie
etwas gehört. Dabei gibt es Demon's Eye, wenn auch schon längst
nicht mehr in Urbesetzung, bereits seit zwanzig Jahren. Damit deckt
die aktuelle Tour gleich ein doppeltes Jubiläum ab: 50 Jahre Deep
Purple und 20 Jahre Demon's Eye.
Bei ihrem gut zweistündigen Auftritt
stellten Demon's Eye die Zeit von der Deep Purple-Gründung 1968 bis
zum 1993er Album The Battle Rages On in den Vordergrund. Gleich vom
ersten Purple-Album wurde Hush gespielt, das ich zuletzt auch
noch bei Deep Purple selbst erlebt habe, und früh kommt ein Highway
Star, das deutlich macht, dass Demon's Eye ihren positiven Ruf
völlig zurecht genießen. Sie spielen nicht nur mit Begeisterung und
Leidenschaft, sondern mit musikalischen Fähigkeiten, die erklären,
warum viele echte Purple-Fans sich auch dieser Tribute Band zugetan
fühlen.
Sänger Daniele Gelsomino beherrscht
die großen Gesten, Schlagzeuger Andree Schneider trommelte, was die
Stöcke hergeben, und Bassist Maik Keller zeigte sich auf der Bühne
wie Roger Glover als der ruhende Pol. Der formidable Gitarrist Mark
Zyk lieferte sich mit Organist und Keyboarder Gert-Jan Naus
ausschweifende Instrumentalpassagen. Zu einem regelrechten Duell
geriet das bei dem episch zelebrierten Child in Time, bei dem
sich die Beiden gegenseitig hochschaukelten. Grandios! Überhaupt
Child in Time – das habe ich bei Deep Purple seit vielen
Jahren nicht mehr live erlebt. Angeblich spielen Purple es nicht
mehr, weil Ian Gillans Stimme nicht mehr in die erforderliche Höhe
kommt. Zwar hatte auch Daniele Gelsomino bei diesem Stück zu kämpfen
– und wer hätte das nicht –, so zog er sich doch achtbarer aus
der Affäre, als ich erwartet hatte. Respekt!
Die Klassiker erfreuten das Herz, denn
man muss den Jungs von Demon's Eye attestieren, dass sie gar nicht so
weit weg sind von der Band, deren Lebenswerk sie verwalten und auf
ihre eigene, den Originalen sehr nahe Weise interpretieren. Weder
fehlte Woman From Tokyo noch Smoke on the Water. Für Perfect Strangers vom gleichnamigen Deep Purple-Comeback-Album bin ich immer zu haben. Auch
Rainbow beherrschen sie, wie beispielsweise Stargazer von Ritchie
Blackmores ehemaliger und wieder aktueller Band zeigten. Mit Soldier
of Fortune hatten Demon's Eye, wie ich meiner reizenden Begleiterin
zwinkernd ins Ohr raunte, sogar „etwas für Mädchen“ im Programm
– wofür ich auch prompt einen Ellbogen in die Rippen bekam.
Als Zugabe gab es ein Medley aus dem
von mir so geliebten Long Live Rock'n'Roll und Black
Night, womit Rainbow und Deep Purple schiedlich-friedlich vereint
waren. Es folgte Burn, das ich zuletzt bei einem schon länger
zurückliegenden Konzert von Black Country Communion aus der Röhre
von Glenn Hughes vernommen habe. Den Abschluss bildete ein Rockin'
in the Free World, bei dem Band und Besucher noch einmal durch
die Decke gingen. Von wem das Original stammt, brauche ich
sicher nicht zu erwähnen. Sehr wohl erwähnen kann ich aber,
dass ich Demon's Eye bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen habe.
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Deep Purple,
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Rockmusik
Freitag, 4. Mai 2018
Wolfgang Völz 1930 - 2018
Wolfgang Völz ist gestorben, wie ich
vorhin las. Mein erster Gedanke war: Wieder ist einer aus der
legendären Orion-Crew gegangen! Denn bei all seinen Film- und
Fernsehrollen, bei seinen Theaterauftritten und seiner Tätigkeit als
Synchron- und Hörspielsprecher, sehe ich Völz immer als Leutnant
Mario de Monti vor mir, den Armierungsoffizier des schnellen
Raumkreuzers Orion in der deutschen Science Fiction-Serie
Raumpatrouille aus den Sechziger Jahren. Wie habe ich die verwegene
Truppe als kleiner Junge geliebt. Ich weiß nicht, wie oft ich den
Siebenteiler bis heute gesehen habe. Die Orion und ihre Mannschaft
waren mitverantwortlich für meine SF-Leidenschaft.
Einmal begegnete ich Wolfgang Völz,
rein zufällig irgendwo auf der Straße. Ich bin mir gar nicht mehr
sicher, wo das war. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht,
geschah es 2010 während des Austriacons in Wien. Es könnte aber
auch ein paar Jahre davor bei einem Besuch in Prag gewesen sein. Völz
kam mir entgegen, und ich erkannte ihn sofort. Ich brachte es sogar
fertig, ihn anzusprechen. Es war ihm weder peinlich, noch fühlte er
sich genervt. Zumindest ließ er sich davon nichts anmerken. Es
folgte zwar nur ein kurzes Gespräch, aber ich konnte nicht anders,
als nach einer möglichen Orion-Fortsetzung zu fragen. Typisch Nerd
halt! Da allerdings schlug er, wenn auch nicht buchstäblich, die
Hände über dem Kopf zusammen und verzog das Gesicht. Völz
erwiderte irgendwas in der Art von: Die Zeiten sind endgültig
vorbei.
Mittwoch, 2. Mai 2018
FC vom Double zum wiederholten Abstieg
Vor vierzig Jahren, am 29. April 1978, dem letzten Spieltag der damaligen Bundesligasaison, machte der 1. FC Köln den Gewinn der Deutschen Meisterschaft perfekt. Soweit ich mich erinnere, stand ich damals bei jedem Heimspiel in der Südkurve. Punktgleich mit Borussia Mönchengladbach, aber mit dem deutlich besseren Torverhältnis zu Gunsten der Geißbock-Elf, ging es an jenem denkwürdigen Tag auf die Zielgerade. Eigentlich konnte man sich nur noch selbst schlagen.
Doch was dann geschah, war an Dramatik wohl kaum mehr zu übertreffen. Unvergessen bleibt der 12:0-Sieg der Gladbacher gegen eine Horde Schlachtlämmer von Borussia Dortmund - in meinen Augen noch heute ein Skandal, der Dortmunds damaligem Trainer Otto Rehhagel den Spitznamen Otto Torhagel einbrachte. Da der FC, trainiert vom legendären Hennes Weisweiler und angetrieben von einem glänzenden Mannschaftskapitän Heinz Flohe, in Hamburg beim FC St. Pauli aber ebenfalls deutlich mit 5:0 gewann, wanderte die Deutsche Meisterschaft nach Köln.
Da der FC wenige Tage zuvor bereits den DFB-Pokal gewonnen hatte, holte diese wirklich große Mannschaft das verdiente Double in die Domstadt. Danach reichte es nur noch für einen einzigen Titel: 1983 errang der FC abermals den DFB-Pokal, und das ausgerechnet gegen den Stadtrivalen Fortuna Köln.
Zwanzig Jahre später folgte die Katastrophe, mit der kein FC-Fan jemals gerechnet hatte. Das Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga stieg ab und musste den bitteren Gang in die Zweite Liga antreten. Was von den Verantwortlichen damals wie ein Betriebsunfall abgetan wurde, entwickelte sich von 1998 an jedoch fast schon zur Normalität. Zwanzig Jahre lang wechselten sich Aufstiege und Abstiege ab.
Im vergangenen Jahr schien diese für jeden Anhänger grauenvolle Zeitspanne endlich vorüber zu sein, als die Teilnahme am internationalen Fußballgeschäft gesichert wurde. Meine Zuversicht erhielt jedoch bereits in der desaströs verlaufenden Hinrunde einen Dämpfer nach dem anderen.
Inzwischen ist der sechste Abstieg besiegelt. Fast könnte man fatalistisch sagen: Man hat sich daran gewöhnt. Umso schöner ist es, dass Leistungsträger wie Timo Horn und Nationalspieler Jonas Hector, zwei echte Gesichter der Geißböcke, sich zu ihrem FC bekannt haben und trotz aussichtsvoller Alternativen mit dem Verein in die Zweite Liga gehen.
Doch was dann geschah, war an Dramatik wohl kaum mehr zu übertreffen. Unvergessen bleibt der 12:0-Sieg der Gladbacher gegen eine Horde Schlachtlämmer von Borussia Dortmund - in meinen Augen noch heute ein Skandal, der Dortmunds damaligem Trainer Otto Rehhagel den Spitznamen Otto Torhagel einbrachte. Da der FC, trainiert vom legendären Hennes Weisweiler und angetrieben von einem glänzenden Mannschaftskapitän Heinz Flohe, in Hamburg beim FC St. Pauli aber ebenfalls deutlich mit 5:0 gewann, wanderte die Deutsche Meisterschaft nach Köln.
Da der FC wenige Tage zuvor bereits den DFB-Pokal gewonnen hatte, holte diese wirklich große Mannschaft das verdiente Double in die Domstadt. Danach reichte es nur noch für einen einzigen Titel: 1983 errang der FC abermals den DFB-Pokal, und das ausgerechnet gegen den Stadtrivalen Fortuna Köln.
Zwanzig Jahre später folgte die Katastrophe, mit der kein FC-Fan jemals gerechnet hatte. Das Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga stieg ab und musste den bitteren Gang in die Zweite Liga antreten. Was von den Verantwortlichen damals wie ein Betriebsunfall abgetan wurde, entwickelte sich von 1998 an jedoch fast schon zur Normalität. Zwanzig Jahre lang wechselten sich Aufstiege und Abstiege ab.
Im vergangenen Jahr schien diese für jeden Anhänger grauenvolle Zeitspanne endlich vorüber zu sein, als die Teilnahme am internationalen Fußballgeschäft gesichert wurde. Meine Zuversicht erhielt jedoch bereits in der desaströs verlaufenden Hinrunde einen Dämpfer nach dem anderen.
Inzwischen ist der sechste Abstieg besiegelt. Fast könnte man fatalistisch sagen: Man hat sich daran gewöhnt. Umso schöner ist es, dass Leistungsträger wie Timo Horn und Nationalspieler Jonas Hector, zwei echte Gesichter der Geißböcke, sich zu ihrem FC bekannt haben und trotz aussichtsvoller Alternativen mit dem Verein in die Zweite Liga gehen.
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