Mittwoch, 29. Januar 2014

Der Tod des Bruders

Endlich kennen die Menschen Namen und Herkunft der vierbeinigen Hünen, endlich kennen sie auch deren Geschichte. Mit Parock, einem Angehörigen dieses Volkes, hat Ren Dhark sogar Freundschaft geschlossen. Dennoch bleibt die Unversöhnlichkeit der Kraval bestehen. Wer gedacht hat, es könne zu einem friedlichen Einvernehmen mit ihnen kommen, sieht sich gründlich getäuscht.

Das zeigt sich besonders in dem Manuskript, das ich heute in den frühen Morgenstunden abgeschlossen habe. Es ist REN DHARK 314, vorgesehen für das 46. Buch von WEG INS WELTALL. Der Titel steht auch schon fest. Er lautet "Geheimsache Schweres Wasser". Klingt ein wenig nach Karl Herbert Scheers ZBV-Serie.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Raumflotten, und die stehen sich nicht friedlich gegenüber. Laut Exposévorgabe durfte ich es in meinem Roman richtig knallen lassen, und das habe ich weidlich ausgenutzt. Das Manuskript ist einerseits ziemlich actionlastig geraten. Dennoch habe ich mir andererseits die Muße genommen, auf ein paar altgediente Figuren einzugehen. Und einige andere habe ich neu eingeführt. Ein paar Veteranen. Deren Schicksal allerdings ist schon geschrieben. Mehr möchte ich darüber noch nicht verraten.

Wohl aber kann ich sagen, daß der acht Kilometer große Goldene Mensch auf Babylon, der neuen Zentralwelt der Menschheit, eine wichtige Rolle spielt. Noch mehr gilt das für den Checkmaster, der eine ganz neue, bisher noch nicht dagewesene Fähigkeit offenbart und diese auch gleich munter einsetzt.

Nach durchgearbeiteter Nacht bin ich ein wenig erschlagen. Heute werde ich den gelungenen Abschluß meines Romans feiern, ein bißchen nur, und der morgige Tag soll dem Ausruhen und geistigen Regenerieren dienen. Das muß hin und wieder auch mal sein. So ist es zumindest geplant. Mal schauen, ob ich das hinkriege, ohne mich mit irgendeinem Expo oder einer Romanidee zu beschäftigen. Am Freitag lege ich dann mit dem nächsten Manuskript los. Wieder ein Sciene Fiction-Roman, aber für eine andere Serie.

Freitag, 24. Januar 2014

Ich un minge Weet

Mir wurde just ein Foto zugespielt, das aus der Nacht von Heiligabend auf den ersten Weihnachtsfeiertag 2013 stammt. Es wurde in der Alten Griechenschänke aufgenommen und zeigt den Wirt Dieter und mich beim finalen Kölsch. Wie bin ich bloß an die Mütze gekommen? Und wer stand da in der Tür und hat das Foto geschossen? Merkwürdig, um die Uhrzeit waren alle anderen Gäste schon nach Hause gegangen. Da ich das Bild mag und es nicht virtuell verstauben soll, lasse ich es hiermit das Licht der Welt erblicken.

Zuvor taten wir, was man an Heiligabend halt so tut: Es wurde gewürfelt, über Gott und die Welt sinniert und kölsche Musik gehört. Weniger weihnachtliche, mehr Karneval. Was hier ja auch irgendwie zusammengehört und darum genau so angenommen wurde. Besinnlichkeit? Aber ja. Reduziertes Licht mit Wunderkerzen? Das kam wunderbar an. Und dann gemeinschaftlich zu den Bläck Fööss und dem Veedel gesungen. Kölsche Weihnacht, wie sie sich gehört. Für Außenstehende zuweilen schwer zu verstehen, für kölsche Jecken ein Fest.


Dienstag, 21. Januar 2014

Ein farbenprächtiger Weltraumkalender für 2014

Ein großformatiger Umschlag im Briefkasten, der Absender laut PLZ 85... nahe Nürnberg. Aus dieser Region bekomme ich sonst nie Post. Beim Namen des Absenders fiel mir als erstes der GarchingCon ein. Zu dessen Veranstalterteam zählt der nette junge Mann nämlich, dem ich in der vergangenen Dekade des öfteren auf Cons über den Weg gelaufen bin. Und was schickt er mir?

Nach dem Aufreißen des Umschlags staunte ich nicht schlecht. Ein Kalender für 2014 im Format A4 lag darin, herausgegeben vom Archiv der Astronomie- und Raumfahrt-Philatelie e.V. Garching und dem Münchener Perry Rhodan Stammtisch Ernst Ellert. Als kleine Aufmerksamkeit, wurde mir im Begleitschreiben mitgeteilt, und im Kalender steht: "Vielen Dank für deinen Beitrag zum GarchingCon 9." Der fand im vergangenen Jahr statt, aber ich konnte leider aus persönlichen Gründen nicht daran teilnehmen. Einen Beitrag geleistet habe ich also nicht, mich über die Aufmerksamkeit aber dennoch gefreut.

Die Kalenderblätter mußte ich mir gleich anschauen. Es sind zwölf farbenprächtige, beeindruckend schöne Drucke von Weltraumaufnahmen. Sie zeigen die Erde aus dem All aufgenommen, einen ausgestiegenen Raumfahrer in oder außerhalb der Atmosphäre, den Mond Io auf Passage vor dem Riesenplaneten Jupiter. Dazu Nebel und Galaxien. Allesamt faszinierende Eindrücke von Raumfahrt und Weltraum.

Der erste Monat des neuen Jahres ist zwar bereits tüchtig vorangeschritten, aber für das Januarblatt bleibt ja noch die dritte Dekade. Wo der Kalender hinkommt, weiß ich schon. Nämlich an die Stelle in der Küche, wo 2013 der Jahreskalender des ACD seinen Platz fand. Meinen Dank und meine Grüße an Jürgen Müller und die gesamte GarchingCon-Truppe.

Montag, 20. Januar 2014

Von Schätzen und Geheimgängen

Immer noch ist der junge Ritter Falk dem Geheimnis seiner Herkunft auf der Spur. Um Licht in die düstere Vergangenheit zu bringen, muß er sich einem Gegner stellen, mit dem er sich früher schon auseinandergesetzt hat. Doch ihm bleibt kaum Zeit, sich um seine persönlichen Angelegenheiten zu kümmern, denn die Schwarzen Teufel überziehen das Land mit Raub und Mord.

Zufällig wird Falk Zeuge eines Überfalls der Brandstifter, und schon steckt er mittendrin in seinem neuesten Abenteuer. Der jugendliche Held bekommt es mit einem finsteren Schurken zu tun, der aus dem Verborgenen heraus intrigiert und weitreichende Pläne verfolgt. Schon bald offenbaren sich Zusammenhänge. Kommt Falk dem Anführer der Schwarzen Teufel auf die Spur, kann er auch den Mörder seines Vaters und seines Ziehvaters überführen.

Beim ersten Manuskript, das ich im neuen Jahr abgeschlossen habe, handelt es sich um eine weitere Romanadaption eines Comic-Klassikers von Hansrudi Wäscher. Genauer gesagt um das zweite Abenteuer von Falk, dem Ritter ohne Furcht und Tadel. Der Roman wird wieder als gebundene Buchausgabe im Verlag Peter Hopf erscheinen, voraussichtlich im kommenden Sommer.

Insgesamt ist es bereits die 10. Geschichte, die ich nach einer Wäscher-Vorlage verfaßt habe. Die Tatsache war mir beim Schreiben gar nicht bewußt. Es ist mir eben aufgefallen, als ich in den Dateien geblättert habe. Man kann also durchaus von einem kleinen Jubiläum sprechen, auch wenn die zehn Romane zu drei verschiedenen Serien gehören, neben FALK nämlich zu TIBOR und NICK. Auf die nächste Geschichte um den Weltraumfahrer, die für Februar in meinem Terminkalender steht, freue ich mich schon ungemein.

Sonntag, 5. Januar 2014

Von Rosbach nach Schladern

So geht es einem, wenn man sich aus Köln ins Bergische Land verirrt. Denn für einen Großstädter wie mich ist Windeck ein wenig verwirrend. Von mir früher für einen Ort gehalten, handelt es sich um eine Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis, die aus mehreren Ortsteilen besteht. Diese sind jedoch nicht zusammenhängend, sondern räumlich verstreut. Als zersiedelt bezeichne ich so etwas.

Ich war gestern in Rosbach, einem dieser Ortsteile, um Jörg Kaegelmann einen Besuch abzustatten. Jörg kenne ich schon seit vielen Jahren. In seinem Blitz-Verlag erscheint unter anderem die neben REN DHARK zweite Science Fiction-Serie von Kurt Brand, nämlich RAUMSCHIFF PROMET aus den Siebziger Jahren. Zunächst legte Jörg die klassischen Abenteuer aus den Heftromanen des vorigen Jahrtausends als Paperbacks neu auf, dann folgten von Thomas Ziegler ersonnene Fortsetzungen, an denen ich gleich vom ersten Band an mitschrieb, und jüngst erscheinen die Klassiker als Neuschreibungen.

Auch nach Zieglers Tod steuerte ich weitere neue Geschichten bei, zuletzt einen fünfbändigen Zyklus, von dem zwei Bücher bereits erschienen sind. Die ausstehenden drei Romane werden im Laufe des Jahres publiziert. Einen Handlungsstrang, und zwar den um den Moraner Arn Borul, habe ich am Ende völlig offen gelassen. Daher besprachen der Herausgeber und ich, wie es neben den parallel laufenden Neo-Geschichten mit neuen Abenteuern weitergehen soll. Schlußendlich lief es darauf hinaus, daß Jörg mir bei der inhaltlichen Entwicklung völlig freie Hand läßt, so wie er es Anfang des Jahrtausends auch bei Thomas Ziegler tat.

Das freut mich. Ich kann die weitere Geschichte somit voll und ganz nach meinen Ideen und Vorstellungen gestalten. Ich werde in den nächsten Wochen das Szenario entwerfen und dabei festklopfen, wie viele Publikationen das Material füllen wird. Wann ich dann mit dem Schreiben der Romane beginne, weiß ich in der jetztigen Planungsphase noch nicht. Aber wie erwähnt, da ohnehin noch 3 Bücher ausstehen, muß ich nichts überstürzen.

Später wanderten wir durch Schlamm und Pfützen an der Sieg entlang in das wenige Kilometer entfernt liegende Schladern, einen weiteren Ortsteil von Windeck. Unterwegs gab es Pferde und Schafe zu sehen, Menschen nicht. Es ging vorbei an schmalen, hohen Eisenbahnbrücken. Die Anhöhen auf der anderen Seite der Sieg sehen zu dieser Jahreszeit mit ihren kahlen Baumgerippen ein wenig trostlos aus. Dann setzte auch noch leichter Nieselregen ein. Landidylle pur, so wie ich sie mir vorstelle.

Jörg und ich suchten das Alt-Schladern auf, die einzige Kneipe weit und breit, in der wir vor Jahren schon ein paarmal Einkehr hielten, die unter neuem Besitzer aber eine auffällige Neugestaltung erfahren hat. Alles ist viel heller angelegt, früher fand ich es gemütlicher. Leider eignete sich das Wetter nicht, um auf der erhöhten Terrasse zu sitzen, von der man auf den kleinen Bahnhof blickt und auf die beschauliche Landstraße 333. Verkehr? So gut wie Fehlanzeige.

Man ist in dieser Gegend ziemlich Köln-affin, wovon nicht nur das Zunft-Kölsch zeugte. Wir kamen mit Jupp ins Gespräch, einem zweiundsiebzigjährigen Musiker des Siegtaler Bläsercorps'. Jupp erzählte, zwischendurch immer wieder mit kölschsprachigen Brocken, daß er und seine Musikantenkollegen nicht nur seit vielen Jahren für die Blauen Funken spielen, sondern auch beim Kölner Rosenmontagszug mitgehen. So wurde aus der geplanten kurzen Einkehr eine mehrstündige, und ich machte mich erst einige Stunden später auf den Heimweg nach Köln.

Freitag, 3. Januar 2014

AC/DC in Classic Rock

Am 31. Dezember 1973 wurde sie gegründet - oder trat doch zumindest erstmals ins Bewußtsein der Öffentlichkeit, nämlich bei ihrem ersten Auftritt in einem Club in Sydney. Die Rede ist von AC/DC, der australischen Band, die für mich wie kaum eine andere den Begriff Rock'n'Roll prägt. Zum ersten Mal habe ich sie 1986 in der alten Kölner Sporthalle gesehen, mit ihrem Fly on the Wall-Programm. Das war ein paar Jahre nach dem Tod von Bon Scott, an dessen Stelle sich seit 1980 Brian Johnson die Seele aus dem Leib singt. Danach erlebte ich AC/DC erst 2000 in der Kölnarena wieder live, bei ihrer legendären Stiff Upper Lip-Tour, und schließlich mit Black Ice 2009 im Müngersdorfer Stadion erneut.

Dem Jubiläum angemessen zeigt sich die Januarausgabe von CLASSIC ROCK. Auf 34 Seiten wird das vierzigjährige Bestehen gewürdigt, mit einem spannenden Streifzug durch die vier Schaffensdekaden der, wie sie in den einschlägigen Magazinen zuweilen genannt wird, größten Rockband der Welt. Mit solchen Bezeichnungen sind Musikjournalisten gelegentlich schnell bei der Hand, wie auch die Rolling Stones wissen. Daß ich vor wenigen Jahren die Tour verpaßt habe, bei der beide Bands auftraten, ist schade. Ich mag die Stones, hätte AC/DC unterbewußt aber als den Headliner wahrgenommen.

Ansonsten kommt die vorliegende Ausgabe meines liebsten Musikmagazins recht mau daher. Hat das opulente Special möglichen weiteren Artikeln die Luft zum Atmen genommen? Denn danach sucht man vergeblich. Die Macher erschöpfen sich in Kurzberichten wie etwa über Black Sabbath und Roger Taylor oder in Einseitern zu Rush oder Boston. Allenfalls der Bericht über Münchens Circus Krone, wo auch die Stones schon aufgetreten sind, sticht noch ein wenig heraus.

Keinesfalls erschließen will sich mir, wieso sich eine Hardrockband "Nashville Pussy" nennt. Vielleicht erklärt es eine Aussage des Sängers Blaine Cartwright: "Die einst so fruchtbare US-Rockszene ist wie eine überfickte Fotze ausgetrocknet. ... Es wäre großartig, wenn wir UP THE DOSAGE in den Arsch meines Heimatlandes stecken könnten ... zuerst würde ich es aber noch mit Chillisauce einpinseln! Hoffentlich hilft uns SPV, den verrottenden Kadaver des amerikanischen Rock'n'Roll zu retten!" Ah ja, verstehe. Dafür haben zwei der Pussys zusammen mit anderen Musikern zuletzt aber eine Gospel-CD namens HAIL JESUS aufgenommen. Sieht da etwa irgendwer einen Widerspruch?

Montag, 30. Dezember 2013

Begegnung auf dem Friedhof

Zuweilen ereignen sich die wunderlichsten Zufälle, wie ich gestern wieder einmal feststellen durfte. Sonntags gehe ich häufig spazieren, meistens irgendwo in der Südstadt, im Vringsveedel, in Zollstock oder Raderthal. Dabei mache ich nicht selten einen Abstecher auf den Südfriedhof, wo meine Großmutter liegt, zu der ich ein sehr inniges Verhältnis hatte. Ich nehme dann eine Blume mit oder zünde eine Kerze an. Die Krux an der Sache ist nur, daß ich an die Kerze zwar immer denke, die Streichhölzer oder ein Feuerzeug jedoch mit schöner Regelmäßigkeit vergesse. So auch gestern.

Zufällig kam ein Mann in meinem Alter vorbei, den ich um Feuer bat. Er schaute mich kurz an, dann fragte er: "Sind Sie nicht der bekannte Science Fiction-Autor Achim Mehnert?" Ich stutzte und antwortete ein wenig verlegen: "Bekannt zwar nicht wirklich, aber Achim Mehnert stimmt."

Daraufhin gab er sich als mein Mitabiturient Max zu erkennen. Ich war schlicht baff und mußte zugeben, ihn meinerseits nicht erkannt zu haben. Dennoch freuten wir uns beide, denn wir haben zu Oberstufenzeiten des öfteren zusammengehockt. Max war damals zwar nicht aktiv in der SF-Szene involviert, ließ sich aber wohl davon ein wenig mitnehmen. So war er eins der ersten Mitglieder des Kölner SF-Clubs "Die Terraner", und er besuchte anfangs auch den einen oder anderen Coloniacon.

Nach dem Humboldt-Gymnasium haben wir uns dann völlig aus den Augen verloren. Und nun plötzlich wärmten wir neben dem Grab meiner Großmutter ein paar Erinnerungen auf und verabredeten, demnächst mal zusammen ein Bier trinken zu gehen. Unverhofft kommt oft. Gegen derlei zufällige Zusammenstöße habe ich nicht das geringste einzuwenden.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Vorweihnachtliche Verlagstradition

So sicher wie das Amen in der Kirche sind zwei Postsendungen, die mich jedes Jahr wenige Tage vor Weihnachten erreichen. Die eine kommt vom Ren Dhark-Chefautor. Hajo F. Breuer läßt es sich nämlich nicht nehmen, jedem aus dem Autorenteam eine Flasche Single Malt zu schicken. Der Autorengaumen will ja verwöhnt sein. Die Flasche mit dem verlockend golden schimmernden Naß steht ungeöffnet und von Kerzen angestrahlt hinterm Adventskranz. Ich glaube, morgen werde ich eine Geschmacksprobe durchführen.

Die andere Sendung stammt aus der Perry Rhodan-Redaktion. Es ist eine hübsch bunte Karte mit jährlich wechselndem Motiv, die von allen Redaktionsangehörigen unterschrieben ist. Diesmal stammt die Graphik von dem Künstler Michael Vogt. Sie zeigt drei Personen, die aus einer Raumschiffluke springen und an einem riesigen Kristall runterrutschen, nämlich eine Frau, einen Mann und einen Außerirdischen. Der Mausbiber Gucky ist unverkennbar, und bei dem Mann handelt es sich vermutlich um den Sofortumschalter Rhodan höchstselbst. Ich habe jedoch keine Ahnung, wen die dunkelhaarige Frau darstellen soll.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Allen ein frohes Fest

Wieder ist ein Jahr vergangen, wieder ist die Zeit der Ruhe gekommen, um in sich zu kehren und verschiedene Dinge Revue passieren zu lassen. Das gehört für mich zum Weihnachtsfest dazu, ebenso wie die Besinnlichkeit, die sich bei mir von allein einstellt, ohne daß ich bewußt danach greifen muß. In der Tat, an den Weihnachtstagen gelingt es mir, völlig abzuschalten. Alles andere tritt in den Hintergrund.

Möge es auch euch so gehen - so ihr dies wollt. Jedenfalls wünsche ich allen ein frohes und besinnliches, ein ruhiges und friedliches Fest. Und an dieser Stelle auch gleich einen guten Rutsch und ein glückliches neues Jahr. Wenn ihr mögt, bleibt meinem Blog auch 2014 treu. Ich freue mich über jeden Besucher und Leser.

Akustische Klassiker im Nox

Der Gastro-Szene ist Martin Quast hinter der Theke verloren gegangen, seine Musik macht er weiter. Zum Glück. Es wäre wirklich schade, wenn er seine Fähigkeiten als Sänger und Gitarrist dem Publikum nicht mehr nahe brächte. Am gestrigen Abend trat er im Nox auf, nur mit akustischer Gitarre, so wie man es von ihm kennt.

Martin kann singen und hat eine gute Gesangsstimme - die ich mit seiner Sprechstimme allerdings nie in Einklang bringe. Beide sind für mich, als stammten sie von zwei verschiedenen Menschen. Ich staune immer wieder darüber. Was sich nicht ändert, sind seine akustischen Interpretationen bekannter Stücke der Rockmusik. Aus den vorhandenen Juwelen macht er eigene kleine Perlen.

Sein Repertoire ist dabei breit gefächert, wie er im Nox einmal mehr unter Beweis stellte. Martin sprang zwischen Crosby Stills & Nash, Police und den Beatles hin und her, er wechselte von Neil Young zu U2 und von Bob Dylan zu Marillion. Daß er meinen Musikgeschmack trifft, wußte ich natürlich schon vor dem Konzert.

Als er ankündigte, der nächste Song werde einem im Publikum sicher gefallen, weil derjenige den Komponisten mag, und er mir dabei einen kurzen Blick zuwarf, ahnte ich, daß Bruce Springsteen folgen würde. So war es. Ich entspannte mich zu Youngstown vom 95er Boss-Album "The Ghost of Tom Joad". Als die ersten Akkorde von Wish You Were Here erklangen, schloß ich unbewußt die Augen und fühlte mich in die Achtziger Jahre zurückversetzt, zu den beiden Pink Floyd-Konzerten, die ich damals im Müngersdorfer Stadion gesehen habe.

Santanas Black Magic Woman folgte, Bob Marleys wunderbarer Redemption Song und  Hey Joe von Jimi Hendrix. Martin war in bester Spiellaune. Der sympathische Kerl mit seiner Gitarre wollte gar nicht aufhören. Für mich war es ein ausgesprochen entspannter und gemütlicher Abend, an dem ich einfach die Seele baumeln ließ. Die beste Einstimmung auf die besinnlichen Weihnachtstage.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Kasalla im Gloria

Sie sind die Senkrechtstarter der Kölner Musikszene, die fünf Jungs von Kasalla. Was soviel bedeutet wie Krawall oder Ärger. Sänger, Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger und Keyborder machen deutlich, wohin die Reise geht, dazu ausnahmslos mit kölschen Texten. Es ist beeindruckend, wie die junge Mundartband in den gerade einmal zwei Jahren ihres Bestehens und mit inzwischen zwei Alben durchgestartet ist. Nicht ganz schuldlos daran ist sicher der Einsteiger Pirate, ihre erste Single-Auskopplung, die 2012 mit gehißter Flagge, Totenkopf und roter Nase wie ein Donnerschlag in den Karneval Einzug hielt.

Ein wenig werden sie seitdem dem Karneval zugeordnet, und dort haben sie großen Erfolg. Ansonsten werden sie sowohl im Rock als auch im Pop verortet, beides sicher nicht zu Unrecht. Für mich fallen sie schlicht und einfach unter das weite Feld des Kölschrock. Belege dafür sind die aktuellen Stücke Kumm mer lääve und Der Fluss, die meilenweit vom Karneval entfernt sind, das erste geistreich-lebensbejahend und mit einem witzigen Video produziert, das zweite nachdenklich, besinnlich und melancholisch, fast schon sentimental, ohne in Kitsch abzugleiten.

Eine besondere Leistung von Kasalla ist es, bei Kritikern gleichermaßen gut anzukommen wie beim Publikum. Ebenso bei Jung und Alt. Entsprechend gemischt war das Publikum im Gloria-Theater, wo ich sie jetzt zum ersten Mal live gesehen habe. Nach ihrer ersten Tour im vergangenen Sommer, die in drei ausverkauften Konzerten in der Live Music Hall gipfelte, wollten sie sich im Gloria-Theater mit einem Jahresabschlußkonzert verabschieden. Daraus wurden gleich vier aufeinanderfolgende Abende, allesamt ausverkauft.

Es ging los mit einem halben Dutzend rockiger Stücke, um die Zuschauer anzuheizen - was aber nicht nötig war. Denn von Beginn an hatten Kasalla ihr textsicheres Publikum bestens im Griff. Offenbar haben sie sich bereits eine respektable Fanschar erspielt. Ich kannte im Grunde kaum mehr als die Stücke, die bei youtube zu finden sind, und unter denen gibt es keinen Ausfall. Ich hätte jedoch nicht erwartet, daß die Band in der Lage ist, ein zweieinhalbstündiges Programm mit Leben, Intensität und guter Musik zu füllen. Das tat sie aber, was mich nun richtig neugierig auf die beiden Alben macht.

Kasalla verfügen über ein Repertoire, das man nach nur zwei Scheiben nicht erwartet und das sich über verschiedene Musikstile erstreckt. Rock, Balladen, ein bißchen Tanzmusik ist auch dabei. Alles, wie schon erwähnt, auf Köln. Hochdeutsch scheint bei den Jungs zumindest in musikalischer Hinsicht verpönt zu sein. Das ist gut so, und ich hoffe, das bleibt auch so. Davon können die Höhner sich eine Scheibe abschneiden.

Überraschungen gab es einige. Nach den anfänglichen elektrifizierten Fegern wurde mit klassischen Instrumenten in den Akustikmodus geschaltet. Kontrabaß, Cello, Xylophon statt Schlagzeug und die Quetsch. Sogar die durch Hans Süper populär gewordene Flitsch kam zum Einsatz, speziell beim Krätzchen Wenn ich Millionär wöhr, der ältesten sparsam instrumentierten musikalischen Vortragsform in Köln, wie man sie beispielsweise von Karl Berbuer oder Horst Muys kennt.

Gassenhauer wie Immer noch do haben Kasalla ebenso drauf wie irische Klänge oder ihren eigenen Beitrag zu Arsch huh. Auch auf musikalisch dicke Hose können sie machen. So geschehen bei den Einsätzen einer vierköpfigen Bläsersektion, bestehend aus zwei Trompeten, Posaune und Saxophon, oder bei der vokalen Unterstützung von drei Backgroundsängerinnen. Als zur Zugabe Pirate erklang, dachte ich, gleich hebt das Gloria ab. Das Programm war gleichermaßen gut wie abwechslungsreich. Ich erwähne es noch einmal: das alles nach erst zwei Jahren Bandbestehen und zwei Alben.

Dabei merkte man den fünf Musikern den Spaß an, den sie auf der Bühne und bei der Darbietung ihrer Lieder haben. Entwickelt Kasalla sich so weiter, bin ich gespannt, welche Hallen die Jungs in ein paar Jahren füllen werden. Gäbe es mehr neue, junge Bands wie sie - oder auch Cat Ballou - wäre mir um die Zukunft kölscher Mundartmusik nicht bange.

Dienstag, 17. Dezember 2013

Das Erwachen

Das Titelbild der Taschenbuch-Ausgabe
Das ist ja wirklich schon fast wie Weihnachten. Ein Paket nach dem anderen trudelt ein. Nach den Ren Dhark-Büchern gestern erhielt ich heute weitere Belegexemplare. Im Gegensatz zu Dhark ist die Umschlaggestaltung nicht schwarz, sondern grün, was der Reihe bei Fans den inoffiziellen Namen Grünbände beschert hat.

Richtig, es sind Atlan-Bücher. Mein Roman Das Erwachen erschien im Dezember 2009, also auch schon wieder vor vier Jahren. Kinder, wie die Zeit vergeht. Das Erwachen war der Mittelband der sogenannten Höllenwelt-Trilogie, eingerahmt von Rüdiger Schaefer und dem inzwischen verstorbenen Altmeister Hans - oder auch Hanns - Kneifel. Die ursprünglichen Taschenbuchausgaben werden bei BS Editionen jetzt als Hardcover neu aufgelegt.

Nach vier Jahren bekomme ich den Inhalt nur noch fragmentarisch zusammen. Ich werde in den nächsten Tagen in dem Buch schmökern, um ihn mir besser in Erinnerung zu rufen. Jedenfalls gibt es außer mit dem Arkoniden Atlan ein Wiedersehen mit dem Mutanten Fellmer Lloyd. Eine besondere Rolle in der Geschichte spielt die SolAb-Agentin Rhaen Tolsom, die das Titelbild ziert. Zudem hat der Vario-0C seinen ersten Auftritt, der Prototyp des später bei Perry Rhodan legendär werdenden Vario-Roboters.

Montag, 16. Dezember 2013

Parock

Wenige Tage vor Weihnachten erreichte mich das letzte in diesem Jahr erscheinende REN DHARK-Buch. Die 45. Ausgabe von Weg ins Weltall trägt den Titel Parock und enthält Romanbeiträge von Jan Gardemann, Uwe Helmut Grave und mir. Das Titelbild stammt wie gewohnt von Ralph Voltz, die Exposes zu den drei Romanen aus der bewährten Ideenschmiede von Hajo F. Breuer. Mit dem vorliegenden Buch liegen nun drei Viertel des laufenden Zyklus hinter uns.

Ren Dhark erlangt weitere Informationen über den geheimnisvollen Feind, der der Menschheit anscheinend so unversöhnlich gegenübersteht. Dabei erhält er einen Einblick in Ereignisse, die in ferner Vergangenheit stattfanden. Verantwortlich dafür ist Parock, das monströse, vier Meter große Wesen, mit dem der Commander der Planeten auf einem unbewohnten Planeten gestrandet ist.

Sonntag, 8. Dezember 2013

15. Todestag von Wolfpeter Ritter

Ich weiß noch, wie und wo ich von Wolfpeter Ritters Tod erfuhr. Ende der Neunziger Jahre arbeitete ich beim Bauhaus in Leverkusen, genauer gesagt leitete ich die dortige Elektroabteilung. An einem Dezembertag las ich in der Frühstückspause bei einem Brötchen und einer Tasse Kaffee die Tageszeitung Kölner Express. Auf einer der Seiten stach mir die Schlagzeile "Kölner Perry Rhodan-Autor gestorben" ins Auge. Mein Blick blieb an dem Bild von Wolfpeter hängen, dann las ich den Artikel.

Er war am 8. Dezember dort gestorben, wo er gelebt hatte, nämlich im rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Porz. Ich war wie vor den Kopf geschlagen, ich konnte es nicht fassen. Ich rief umgehend den Perry Rhodan-Redakteur in Rastatt an, keine Ahnung warum. Vielleicht trieb mich die abwegige Hoffnung, einem Irrtum aufzusitzen, einem geschmacklosen Scherz. Nur, es war nicht der 1. April, und natürlich erhielt ich die traurige Bestätigung von einem hörbar geknickten Klaus N. Frick.

Geschrieben hat Wolfpeter in meiner Erinnerung stets unter dem Pseudonym Peter Terrid, obwohl er noch weitere Künstlernamen benutzte. In der Hauptsache kannte ich ihn von Perry Rhodan, wo er gleichermaßen spannende wie intelligente Romane ablieferte. Ich kann mich kaum daran erinnern, daß mir einer seiner Rhodan-Beiträge einmal nicht gefiel. Unterhaltsam waren sie allemal. Er schrieb aber auch für diverse andere Serien und Reihen, darunter Atlan, Mythor, Terra Astra und Kommissar X.

Persönlich begegnet bin ich ihm zahlreiche Male. Vorwiegend aufs Cons, darunter natürlich immer wieder auf dem Coloniacon, der für Wolfpeter ein Heimspiel war und bei dem er einmal sogar den Mitveranstalter gab. Ich erinnere mich daran, wie ich ihn zu Hause in Porz besuchte und daß wir irgendwann mal in einer Kneipe beisammen hockten, obwohl er gesundheitliche Probleme mit den Füßen hatte und ihm das Gehen schwerfiel. Nach wenigen Schritten mußte er sich immer wieder hinsetzen, was er zwar beklagte, ohne sich jedoch davon verdrießen zu lassen. Er interessierte sich für alle möglichen Themen und besaß eine glänzende Allgemeinbildung. Er war ein charmanter und eloquenter Plauderer, weshalb er auf Cons stets ein gern gesehener Bühnengast war.

Eine witzige Anekdote ist mir unvergessen. Sie muß sich 1998 auf dem Garchingcon zugetragen haben, nur wenige Monate vor seinem Tod. Wolfpeter und ich hockten in einer Ecke zusammen, und er klagte scherzhaft über die Last der hinzugekommenen Pfunde. Ich versuchte ihn damit zu trösten, daß auch ich ein wenig zugelegt habe. Er winkte nur ab und meinte süffisant: "Das bißchen ist doch gar nichts. Warte erst einmal ab, wenn wir dich zum Team-Autor gemacht haben." Damit bezog er sich auf mein im Vorjahr erschienenes Perry Rhodan-Taschenbuch Rückkehr nach Derogwanien. Da ahnte ich noch nicht, daß es unser letztes Gespräch sein sollte.

Wenige Tage nach der traurigen Nachricht, daß er uns verlassen hatte, fuhr ich zu seiner Beerdigung nach Uerdingen. Dort war er geboren worden, und dort fand er nun seine letzte Ruhestätte. Es war ein grauer, düsterer Tag, dem Anlaß angemessen. Neben seiner Lebensgefährtin und weiteren Angehörigen waren auch einige seiner Leser zugegen, um sich auf diesem Weg von ihm zu verabschieden. Jemand hatte vor der Trauerfeier eine Autogrammkarte von Wolfpeter an den Sarg gelehnt. Ich sehe sie heute noch da stehen.

Samstag, 7. Dezember 2013

Unser Mann im All stand hinter Glas

In der ersten Hälfte der Siebziger Jahre wohnte ich in der Volksgartenstraße in der südlichen Kölner Innenstadt. Wie es der Name verrät, zieht sie sich entlang des Volksgartens, eines innerstädtischen Parks, in dem ich heute noch oft spazieren gehe. Eine nur hundert Meter lange Seitenstraße ist die Loreleystraße mit der Grundschule, die mein Bruder besuchte.

Gleich gegenüber der Schule gab es einen kleinen, begehbaren Kiosk. "Büdchen" sagt man in Köln dazu. Rechts der Glastür befand sich das Schaufenster mit allem möglichen Kram, an den ich mich nicht mehr erinnere. Links jedoch gab es eine abschließbare Glasvitrine, an der ich mir so manches Mal die Nase plattgedrückt habe. Denn in der Vitrine standen diverse Ausgaben der Comic-Reihe "Perry - unser Mann im All". Ich weiß heute gar nicht mehr, ob die bunten Heftchen wöchentlich oder zweiwöchentlich erschienen. Anscheinend schickte der Kioskbetreiber die nicht verkauften Hefte nicht zurück, sondern stellte sie in die Vitrine, um die Kinder aus der Gegend anzulocken. In mir hatte er ein williges Opfer gefunden, das regelmäßig sein Taschengeld dorthin trug.

Hinzu kam, daß es damals Dreierbände gab. Sprich, der Verlag packte drei ältere Hefte zusammen, versah sie mit einem zusätzlichen Umschlag und brachte sie abermals an die Kioske. Auch davon standen immer mehrere Ausgaben in der Vitrine. Dummerweise waren die drei enthaltenen Comics jedoch nie fortlaufend, was einen bei der Komplettierung der Sammlung vor riesige Probleme stellte. Ich habe einmal versucht, die drei Hefte aus dem Umschlag zu trennen. Es war das reinste Fiasko. Da sie eingeklebt waren, ging es nur mit Gewalt, und am Ende hielt ich lauter lose Blätter in der Hand.

Es war auch eben jener Kiosk, in dem mir mein erster Perry Rhodan-Roman in die Hände fiel. Allerdings im Ladeninneren, wo er in einem Ständer präsentiert wurde. Daß es sich um keinen Comic handelte, fiel mir erst auf, als ich wieder auf der Straße war und die Seiten umblätterte. Es war Band 600 der Romanausgabe, betitelt Die unsichtbare Grenze und mit dem doppelten Gucky auf dem Cover. Umgetauscht habe ich ihn nicht. Stattdessen las ich von Stund an neben den Comics auch die Romane.

Vor ein paar Tagen war ich wieder einmal im Volksgarten, und mein Weg führte mich durch die Loreleystraße. Die Grundschule gibt es noch, und auch das Büdchen. Die Aufteilung des kleinen Lädchens zeigt sich wie damals. Der Zahn der Zeit ist scheinbar spurlos daran vorbeigegangen. In der Glasvitrine stehen heute allerdings überwiegend Motorradmagazine und Frauenzeitschriften. Von Comics oder Heftromanen keine Spur. Schade eigentlich. Unsern Mann im All hätte ich doch gleich mitgenommen.

Freitag, 6. Dezember 2013

Thomas Knip über die Comicmesse

Über die letzte Intercomic habe ich bereits berichtet. Nun stieß ich auf einen lesenswerten Bericht des in Berlin lebenden Autors und Ebook-Verlegers Thomas Knip, der die Comicmesse im November ebenfalls besucht hat. In seinen Blog schaue ich ohnehin immer wieder hinein.

Beim Schmökern liefen zahlreiche Bilder der Veranstaltung noch einmal in meinem Kopf ab. Eine schöne Erinnerung aus dem Blickwinkel eines anderen. Ich war ein wenig erstaunt, wie sehr manche Dinge, die Thomas ausführte, für mich zur Normalität geworden sind. Oder geworden zu sein scheinen. Sollten sie aber nicht.

http://thomas-knip.blogspot.de/2013/11/auge-in-auge-mit-dem-leser-auf-der.html#more

Mittwoch, 27. November 2013

Ren Dhark Neo

"Neo" nennen es die einen, "Reboot" die anderen. Perry Rhodan macht es, Raumschiff Promet macht es. Beide Begriffe bezeichnen den Neustart einer Serie - beziehungsweise die Neuschreibung darin erschienener Romane. Andere als die früheren Autoren schreiben ein Werk noch einmal neu, aus heutiger Sicht, in aktualisiertem, modernen Gewand.

Die aus den Sechziger Jahren stammenden Ren Dhark-Abenteuer wurden nach einer jahrzehntelangen Pause im März 2000 fortgesetzt. Das geschah nicht mehr als Heftroman, sondern in Form schmucker Buchausgaben. Unter der Herausgeberschaft von Hajo F. Breuer zeichneten Manfred Weinland, Ewald Fehlau, Uwe Helmut Grave und Werner Kurt Giesa für die vier Teilromane im ersten Buch verantwortlich. Weinland und Fehlau sind schon vor Jahren aus der Serie ausgeschieden, Giesa ist 2008 verstorben. Längst sind andere Autoren, zu denen auch ich gehöre, federführend. Aus der Anfangszeit der neuen Abenteuer sind nur Hajo F. Breuer, dessen Exposés ich schätze wie keine anderen, und Uwe Helmut Grave übrig geblieben.

Während die Bücher ungebremst weiterlaufen, hat Ren Dhark mittlerweile auch den Weg ins Ebook-Format gefunden. Seit wenigen Monaten erscheinen die klassischen Geschichten aus der Ära von Kurt Brand, und in Kürze startet der erste Zyklus der Fortschreibungen als digitale Ausgabe. Es ist der sogenannte "Drakhon-Zyklus", in den ich seinerzeit beim 7. Buch als Autor eingestiegen bin.

Die Printausgaben werden für die Ebooks so übernommen, wie sie ab dem Jahr 2000 erschienen sind. Eine Ausnahme gibt es allerdings. Der allererste Roman mußte aus verlagsinternen Gründen neu geschrieben werden - womit ich den Bogen geschlagen habe zu meinen einleitenden Sätzen. Ein Ren Dhark-Neo, aber nicht irgendeiner, sondern die erste Geschichte der Fortschreibung, die die Überleitung bildete von der klassischen Ära der Sechziger Jahre ins beginnende 3. Jahrtausend. Und ausgerechnet ich hatte das Vergnügen, diesen Roman zu schreiben.

Schon bevor ich die ersten Zeilen niederschrieb, war ich begeistert von der Tatsache an sich. Es war wie eine kleine Zeitreise, die mich dreizehn Jahre in die Vergangenheit führte. Zeitweise war es ein eigenartiges Gefühl, die alte Geschichte zum zweiten Mal zu erzählen, aus meiner Warte, mit meinem vermutlich ganz anderen Stil, als es der ursprüngliche Autor getan hat. Dessen Roman habe ich bewußt nicht gelesen, um keiner Beeinflussung zu unterliegen, sondern mich ausschließlich auf meine Interpretation des Exposé-Inhalts konzentrieren zu können.. Halt so, wie es bei den laufenden neuen Romanen ohnehin der Fall ist.

Die Arbeit ging mir schnell und flüssig von der Hand. Ich war mit ausgesprochener Begeisterung bei der Sache. Jedes Dhark-Manuskript, an dem ich arbeite, macht mir Spaß. Diesmal jedoch war es etwas ganz Besonderes, eine einmalige Angelegenheit. Die Möglichkeit, den Einstiegsroman für die neuen Abenteuer eines sich über Dekaden erstreckenden Klassikers wie Ren Dhark zu verfassen, läßt sich nun mal nicht beliebig reproduzieren. Ich hoffe, meine Freunde beim Schreiben merkt man dem Ebook später an.

Übrigens wird es bei dieser einen Neuschreibung nicht bleiben. Aus ebenfalls verlagsinternen Gründen wird es für die Ebooks eine weitere Neo-Ausgabe geben. Wie es der Zufall will, betrifft sie das 7. Buch des Drakhon-Zyklus. Das ist eben jene Ausgabe, die für mich den Dhark-Einstieg bedeutete, und auch diesen Roman werde ich schreiben, voraussichtlich im Januar. Damit schließt sich für mich ein kleiner Kreis.

Samstag, 23. November 2013

Straßentaufe zu Ehren von Jean Jülich

Jean Jülich war ein Hansdampf-in allen-Gassen, ein Mahner, der sich bis zuletzt im sozialen Bereich und für ein lebenswertes Miteinander engagierte. Er war denen ein Helfer, die Hilfe brauchten, und damit ein kleines Stück Gewissen von Köln. Der "Schang", wie er genannt wurde, war Komponist und Musiker, Gastronom, Karnevalist und Zeitzeuge des Dritten Reichs. Über viele Jahre hinweg sammelte er Geld für die Waad-Pänz im Sülzer Kinderheim, für Kinder also, die auf Adoption warten. Dafür stampfte er sogar eine eigene Karnevalssitzung aus dem Boden. Bis zu seinem Tod vor gut zwei Jahren, damals 82jährig, blieb er in all diesen Bereichen aktiv.

Mir war er immer vor allem als Edelweißpirat im Kopf, als einer jener nur lose organisierten Jugendlichen also, die sich unter ständiger Lebensgefahr dem Nationalsozialismus verweigerten und von denen einige wie Bartholomäus Schink hingerichtet wurden. Jean Jülich blieb dieses Schicksal erspart. Erst 2005 wurden er und die anderen Edelweißpiraten rehabilitiert, endlich als Widerstandskämpfer anerkannt und nicht länger als Kriminelle diskriminiert. Das geschah insbesondere durch den engagierten Einsatz des damaligen Regierungspräsidenten und heutigen Oberbürgermeisters Jürgen Roters. Im Zuge dessen findet im Kölner Friedenspark seit 2005 jährlich das Edelweißpiratenfestival statt.

Im April 2011, ein halbes Jahr vor Jeans Jülichs Tod, erhielten er und vier weitere noch lebende Edelweißpiraten das Bundesverdienstkreuz, wiederum aus den Händen von Jürgen Roters. Bis dahin war es ein langer Weg gewesen. In der Öffentlichkeit wurden die Gruppenangehörigen noch bis in die Achtziger Jahre als Kraaten angesehen, als Dreck und Pöbel, worüber der Schang sogar ein Lied schrieb. Dann endlich setzte ein Umdenken ein, und Jean Jülich und einige weitere Mitglieder der Kölner Edelweiß-Gruppe wurden 1984 in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt.

Eine weitere Ehrung wurde dem Schang gestern in der Kölner Südstadt zuteil. Da, wo er seit Jahrzehnten gelebt hatte, nämlich in dem Wohnviertel, das auf dem Gelände der ehemaligen Stollwerck-Schokoladenfabrik steht, wurde auf Initiative des SPD-Ortsvereins ein ruhiger baumgesäumter Weg nach ihm benannt. Durch den war er viele Jahre lang täglich spaziert, mitten durch den Stollwerckshof, um seine Runde zu machen. Von zu Hause zur Severinstorburg, die er in seiner Eigenschaft als Gastronom gepachtet hatte, zu ein paar Kölsch und wieder zurück nach Hause.

Die Straßentaufe erfolgte im Beisein seiner Familie, von Freunden, Weggefährten, Politikern und Musikern, die einige von Schangs Liedern spielten. Rolli Brings verlor ein paar Worte über seinen Freund, sang und zupfte die Gitarre. Die singenden Hollunder und De Familich erinnerten ebenfalls auf musikalische Weise an Jean Jülich. Bei dem besonders zu Herzen gehenden Du Paradies am Rhing Colonia mußte ich ein Kölsch kippen, um den Kloß in der Kehle loszuwerden.

Zuvor hatte Innenstadt-Bezirksbürgermeister Andreas Hupke eine gleichermaßen besinnliche wie augenzwinkernde Rede gehalten, die mir gefiel und bestimmt auch dem Geehrten gefallen hätte. Auch der Laudator hatte einen dicken Kloß im Hals und war sichtlich nervös, was er nicht verleugnete. Auf diese Weise lernte ich also auch mal den für meine Gegend zuständigen Bezirksbürgermeister persönlich kennen, mit dem ich mich später noch eine Weile unterhielt und der mir spontan das "Du" anbot.

Als die Kölner Fahne von dem Mast gezogen und das neue Straßenschild "Jean-Jülich-Weg", auch stellvertretend für seine Mit-Edelweißpiraten, sichtbar wurde, brandete der Applaus der zahlreichen Augenzeugen auf. Irgendwer meinte: "Jetzt sitzt der Schang da oben, beobachtet uns und lacht sich über die Jecken kaputt." Eine nette Vorstellung.

Donnerstag, 21. November 2013

Schwerter im Briefkasten

Als ich den großformatigen Umschlag öffnete, der heute in der Post war, glaubte ich beinahe das Klirren von Schwertern zu vernehmen, das Wiehern von Pferden, die Flüche der Rittersleut, das Gelächter der Burgfräuleins und die Minnegesänge der Barden. Tatsächlich war es jedoch nur das Rascheln von Papier, das mich in die Wirklichkeit zurückholte. Denn es war kein kalter Stahl, den ich dem Umschlag entnahm, sondern ein Packen Comics.

Fans von Hansrudi Wäscher ist an dieser Stelle natürlich längst klar, was mir ins Haus flatterte. Es ist ein Stapel Falk-Großbände, die als Vorlage für den nächsten Roman dienen. Vom Titelbild des obersten Heftes lächelt mir Falk entgegen, der kühne Ritter. Er steht inmitten eines Talkessels, und sein Schwert ist zum Himmel erhoben. Ein schönes, dynamisches Wäscher-Motiv.

Noch bin ich mit einem anderen Projekt beschäftigt, dem ersten Roman für eine Science Fiction-Serie. Schätzungsweise ab Anfang, spätestens aber ab Mitte Dezember werde ich dann die zweite Falk-Romanadaption in Angriff nehmen.

Dienstag, 19. November 2013

Gertie - Dat Buch!

Im Internet ist dat Gertie längst Kult. Die rheinische Frohnatur mit der frechen Schnüss ist eine literarische Schöpfung von H. P. Beatnikk - und hinter diesem Pseudonym versteckt sich kein geringerer als der bekannte Science Fiction-Autor Horst Hoffmann. Die aus Alltagssituationen entstehenden Geschichten, durch die Horst seine Kunstfigur Gertie stolpern läßt, sind witzig, locker-flockig und gelegentlich skurril, aber immer ein spaßiges Lesevergnügen.

Seit kurzem nun gibt es GERTIE - DAT BUCH, ein schönes, auch bei Amazon erhältliches Hardcover, das der Autor im Eigenverlag vorlegt. Darin sind auf über 200 Seiten "dreißig von mein beste Geschichten" versammelt, wie Gerties Kodderschnaue einen wissen läßt. Doch damit nicht genug. Gelungene Innenillustrationen gibt es auch, beispielsweise von Elvis oder von Gerties meist bekifftem Nachbarn Jochen. Schon vor vielen Jahren hat Horst Hoffmann bekanntlich Illustrationen zu Atlan-Romanen beigesteuert. In GERTIE sind sie witzig und gefallen mir sehr gut.

Jetzt fand ich das Buch in meinem Briefkasten vor. Horst Hoffmann hat es sich nicht nehmen lassen, mir ein Exemplar zu verehren, quasi als kleinen Dank für meine Laudatio, die ich auf der Intercomic anläßlich der Verleihung des DARK STAR zu seinen Ehren gehalten habe. Und diese Ausgabe hat es fürwahr in sich. Zusätzlich zum normalen Inhalt enthält sie nämlich einen von Horst gezeichneten und colorierten Cartoon, der sich mit meiner Person beschäftigt. Genauer: mit meiner Nervosität, bevor ich die Laudatio hielt.

Klasse getroffen, wunderbar gezeichnet! Ich erkenne mich in dem dargestellten Jeck prima wieder, auch auf der beigelegten Urkunde mit meinem gezeichneten Konterfei. Ein wunderschönes, persönliches Geschenk, das ich hüten werde wie meinen Augapfel. Vielen Dank, Horst!