Die Perry Rhodan-Silberbände fand ich immer toll. Der Name leitet sich von den silberfarbenen Umschlägen ab, die schön mit den blauen Schriftzügen harmonieren. In den Büchern erscheinen die ursprünglichen Heftromane der Perry Rhodan-Serie, meist sechs oder sieben Hefte in einem Buch, leicht bearbeitet und mit flüssigen Übergängen. Gelegentlich fallen dabei für die Gesamthandlung unwichtige Romane unter den Tisch. Von Anfang an gefallen haben mir die aufgeklebten 3-D-Titelbilder, ein echtes Schmankerl. Diese nette Idee hat bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren.
Der erste Silberband erschien im September 1978, also vor 40 Jahren. Band 1 mit Titel Die dritte Macht steht noch heute in meinem Bücherregal. In einem Teil der Auflage befanden sich Autogramme der Serienschöpfer Clark Darlton und Karl Herbert Scheer sowie des damaligen Exposé-Autors und Bearbeiters der Silberbände William Voltz. Ich finde es schön, eine solche Ausgabe in meinem Besitz zu haben. Willi Voltz gehörte und gehört bekanntlich zu meinen Lieblingsautoren, auch über Perry Rhodan hinaus.
Ich habe zwar längst nicht alle Bände im Regal stehen, aber immer mal wieder in dieses oder jenes Buch hineingeschaut. Beispielsweise brachte die Reihe mir den bis dahin von mir ungelesenen Zyklus um die Meister der Insel nahe. Kürzlich las ich mal wieder in den legendären Geschichten, die sich um die Sieben Mächtigen und die Kosmischen Burgen drehen. Die Handlung in den Heftromanen nach Heft 1000 habe ich damals verschmäht, und das tue ich auch in der Buchausgabe wieder, aber man kann ja nicht alles lesen. Ich warte auf Monos, die Herren der Straßen und die Cantaro. Dann bin ich wieder dabei.
Auf jeden Fall ist es schön, dass es die Silberbände nach 40 Jahren immer noch gibt. Glückwunsch zu diesem Jubiläum.
Mein Leben spielt sich ab zwischen Dom und Rhein. Zwischen Schreibtisch, Fußballplatz, Konzerthalle und Kneipe. Auf der Straße. Virtuell und in der Wirklichkeit. Und sogar in den Köpfen mancher Leute. Ein bißchen von alledem findet hier seinen Niederschlag.
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Montag, 24. September 2018
Samstag, 12. Mai 2018
Andreas Findig 1961 - 2018
Der österreichische Schriftsteller Andreas Findig war nur wenige Monate älter als ich. Er wurde am 4. August 1961 in Linz geboren und starb, wie ich eben erfuhr, am 10. Mai 2018 in seiner Wahlheimat Wien. Ich wusste nicht, dass er krank war, umso überraschender traf mich die Nachricht.
Andreas begann seine Autorenkarriere mit Kurzgeschichten, Erzählungen und Kinderbüchern. Er verfasste einen Gedichtband und mehrere Erzählbände, außerdem Hörspiele für den WDR und Rias Berlin. Als Journalist schrieb er für die Neue Zürcher Zeitung und die Wiener Zeitung.
Im Jahre 1999 veröffentlichte er ein Perry Rhodan-Kinderbuch mit Titel Lausbiber-Alarm, das sich um den Mausbiber Gucky drehte. In den folgenden beiden Jahr verfasste er vier Romane für die Perry Rhodan-Serie, nachdem ihm bereits 1991 der Deutsche Science Fiction Preis für seine Erzählung Gödel geht verliehen worden war.
Ich lernte Andreas auf dem ZielsternCon im Januar 2005 in Wien kennen. Wenn ich mich richtig erinnere, war es das einzige Mal, dass wir uns persönlich trafen. Von jenem Con habe ich ihn als freundlich, offenherzig und sehr sympathisch in Erinnerung. Ich erinnere mich daran, dass er mich und das Kölner Urgestein Helmut Freisinger nachts durch eine Reihe von Wiener Lokalen führte, in denen wir zusammen eine Menge Spaß hatten. Dass Andreas nun, mit gerade einmal 56 Jahren, gestorben ist, ist irgendwie unwirklich.
Andreas begann seine Autorenkarriere mit Kurzgeschichten, Erzählungen und Kinderbüchern. Er verfasste einen Gedichtband und mehrere Erzählbände, außerdem Hörspiele für den WDR und Rias Berlin. Als Journalist schrieb er für die Neue Zürcher Zeitung und die Wiener Zeitung.
Im Jahre 1999 veröffentlichte er ein Perry Rhodan-Kinderbuch mit Titel Lausbiber-Alarm, das sich um den Mausbiber Gucky drehte. In den folgenden beiden Jahr verfasste er vier Romane für die Perry Rhodan-Serie, nachdem ihm bereits 1991 der Deutsche Science Fiction Preis für seine Erzählung Gödel geht verliehen worden war.
Ich lernte Andreas auf dem ZielsternCon im Januar 2005 in Wien kennen. Wenn ich mich richtig erinnere, war es das einzige Mal, dass wir uns persönlich trafen. Von jenem Con habe ich ihn als freundlich, offenherzig und sehr sympathisch in Erinnerung. Ich erinnere mich daran, dass er mich und das Kölner Urgestein Helmut Freisinger nachts durch eine Reihe von Wiener Lokalen führte, in denen wir zusammen eine Menge Spaß hatten. Dass Andreas nun, mit gerade einmal 56 Jahren, gestorben ist, ist irgendwie unwirklich.
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Science Fiction,
Todesfälle
Mittwoch, 31. Januar 2018
Peter Griese - Die Weltraummenschen
Die Weltraummenschen, ursprünglich
Buhrlos oder auch die Gläsernen genannt, waren an Bord der SOL
geborene Menschen, die sich dank körperlicher Veränderungen ohne
Schutzanzug im Vakuum des Weltraums aufhalten konnten. Sie kamen in
nur ganz wenigen Perry Rhodan-Heften vor und nach Band 1000 vor und
schienen mir damals keinerlei Zweck zu erfüllen und ein
vernachlässigbarer Nebennebenzweig der Handlung zu sein, den man
getrost ignorieren kann. Ehrlich, ich machte mir gar nichts aus
ihnen. Viel wichtiger wurden sie wohl in den Atlan-Heften ab Band
500, die mir jedoch nicht bekannt sind.
1982 griff Peter Griese das Motiv für
Perry Rhodan-Taschenbuch 228 Die Weltraummenschen auf. Dieses
fiel mir kürzlich in die Hände, und der Untertitel „Die kosmische
Bestimmung der Buhrlos“ machte mich nun doch neugierig. Sollte mehr
dran sein an den Gläsernen, als von mir gedacht? Irgendeine
kosmische Bestimmung in Perry Rhodan vermochte mich schon immer zu
packen. Jedenfalls las ich jetzt den Roman des 1996 verstorbenen
Autors, der auf Cons häufig mit AC/DC-T-Shirt auftrat.
Die letzten 320 Buhrlos haben die SOL
verlassen und sind auf einer Reise durch die Tiefen des Weltalls
unterwegs. Angelockt von einer weit entfernten Energiequelle, halten
sie sich im sogenannten Limbus auf, dem Niemandsland zwischen den
Mächtigkeitsballungen der verfeindeten Superintelligenzen ES, dem
Mentor der Menschheit, und Seth-Apophis. Sie ahnen, dass eine Aufgabe
von großer Tragweite sie erwartet, kennen jedoch weder deren Inhalt
noch den Auftraggeber. Gegen ihren Willen wird der Flug der in einer
Metamorphose begriffenen Weltraummenschen unterbrochen. Eine mentale
Warnung weist auf eine nicht näher benannte Bedrohung hin, und wenig
später finden sich die Teilverpuppten an Bord eines fremden
Raumschiffs wieder. Das ist nur die Einleitung zu dem Roman, und die
klingt wirklich interessant.
Es folgen allerlei Irrungen und
Wirrungen, auf die ich gar nicht näher eingehen möchte, die mit der
Erwartungshaltung auf jene ominöse Bestimmung der Buhrlos spielen,
diese aber leider nicht zu erfüllen wissen. Es entwickelt sich eine
Fremde-treffen-auf-Fremde-Geschichte. Die einen, ohne technische
Ahnung, leben in der „Wiege der Götter“, von der sie nicht
wissen, dass es sich um ein Raumschiff handelt, und erhalten Befehle
vom „Tabuschrein“, der sich den anderen, nämlich den Buhrlos,
als eine terranische Hochleistungspositronik erschließt.
Streckenweise empfand ich Grieses Stil
beim Lesen als ein wenig hölzern, aus heutiger Sicht vielleicht auch
ein wenig antiquiert. Trotzdem ist die Geschichte spannend, und die
Handlung wirft durchaus ein paar Fragen auf, deren Antworten man
gespannt entgegensieht. Das gilt natürlich besonders für die heiß
erwartete kosmische Bestimmung der Weltraummenschen, der sie am Ende
auch tatsächlich entgegengehen. Leider jedoch entpuppt sich diese –
zumindest empfand ich es so – als kleiner Etikettenschwindel. Die
Buhrlos dienen zu nichts anderem als dazu, in dem Geistwesen ES
aufzugehen, um dieses zu stärken.
Ähnliches erlebten wir bereits in
Exodus der Mutanten, Perry Rhodan-Heftroman 968, als auf einen
Schlag zahlreiche bekannte und beliebte Mutanten aus der Serie
verschwanden. Sie mussten in ES aufgehen, um das Geistwesen zu
stärken und es aus einer bedrohlichen Lage zu retten. Dies war der
eine Grund für ihren Abgang – der andere war vermutlich die nicht
dauerhaft handelbare Einbringung so vieler Mutanten in die Handlung,
vielleicht auch der Überdruss einiger Autoren an diesen
Hinterlassenschaften der Vergangenheit, die wie Klötze am Bein
hängen konnten.
Dank Peter Gieses Roman weiß man jetzt zumindest, was aus den
letzten Buhrlos wurde. Sie sind nicht wirklich tot, sondern gehören
dem Geistesdepot von ES an. Aus dem könnten die Autoren sie ebenso
wie die Mutanten bei Bedarf also jederzeit wieder hervorkramen und in
die aktuelle Handlung einbauen. Was übrigens im vorliegenden Roman geschieht:
Mehrmals erscheint Altmutant Tako Kakuta, um den Buhrlos wichtige
Hilfestellung zu leisten. Das Wiederlesen mit dem Teleporter aus der
Anfangszeit der Serie fand ich einerseits nett, andererseits kam mir
der gute Tako bei seinen Auftritten aber vor wie der Deus ex Machina,
der immer dann da ist, wenn es ohne ihn nicht weitergeht.
Fazit: Leider wurden mit dem Romantitel
Die Weltraummenschen und vor allem mit dem Untertitel
Erwartungen auf eine Geschichte mit kosmischem Inhalt geschürt, die
nicht eingehalten werden konnten. Spannend zu lesen war der Roman
dennoch.
Peter Griese – Die
Weltraummenschen
Pabel-Moewig-Verlag
Rastatt 1982
Ca. 160 Seiten
4,80 DM
Labels:
Buchbesprechung,
Perry Rhodan,
Science Fiction
Mittwoch, 10. Mai 2017
Hundertster Geburtstag Kurt Brand
Der deutsche Schriftsteller Kurt Brand wurde am 10. Mai 1917 geborgen. Heute wäre der in Wuppertal geborene Mann, der zwei eigene Science Fiction-Serien erdachte und aus der Taufe hob, 100 Jahre alt geworden. Er starb jedoch 1991 im Alter von 74 Jahren in seiner Wahlheimat Kaltern in Südtirol.
Bevor Kurt Brands Laufbahn als Schriftsteller Fahrt aufnahm, baute er nach dem 2. Weltkrieg in Köln zunächst die größte private Leihbücherei Deutschlands auf. Nachdem er diese aus finanziellen Gründen aufgeben musste, veröffentlichte er bereits in den Fünfziger Jahren seine ersten Science Fiction-Romane, wodurch er heute zu den Pionieren der deutschen SF-Szene zählt. Daneben schrieb er aber auch zahlreiche Western, Krimis und Abenteuerromane unter einer ganzen Reihe von Pseudonymen.
In der Frühzeit der Perry Rhodan-Serie gehörte er zu deren Autorenteam und verfasste knapp vierzig Romane für den Erben des Universums. Zudem stammt ein Rhodan-Planetenroman aus seiner Feder, und er schnupperte in die neue Atlan-Heftserie hinein. Doch bereits 1965 schied er bei Perry Rhodan wieder aus - im Streit, wie es heißt.
Mit der SF-Erfahrung und seiner Reputation als Heftromanautor kam Kurt Brand danach auf die Idee, seine eigenen Serien zu gestalten. So schuf er Anfang der Siebziger Jahre Raumschiff Promet, zunächst unter dem Serientitel Arn Borul - Von Stern zu Stern. Die Promet fliegt noch heute, und zwar sowohl als Neuschreibung der klassischen Abenteuer als auch mit neuen Geschichten.
Kurt Brands größter Erfolg war jedoch die Ren Dhark-Serie, die von 1966 bis 1969 lief. Mit Band 98 stellte der Kelter-Verlag die Serie ein, obwohl noch eine Menge Potential vorhanden war, wie der heutige Erfolg der seit Jahren laufenden Ren Dhark-Fortsetzungen in Buchform zeigt. Doch damals sah es offenbar anders aus.
Später verfasste er noch zahlreiche Einzelromane und Mini-Zyklen im Bereich der Science Fiction. Er hinterließ Fußspuren bei Terra, der Zeitkugel, Professor Zamorra, Kommissar X, Fledermaus, Checkpart 2000, Geister-Krimi, Gespenster-Krimi, Mondstation 1999 und Jerry Cotton. Schätzungen zufolge schrieb und veröffentlichte Kurt Brand zwischen 900 und 1000 Romanen.
Wenn ich mich recht erinnere, sah ich Kurt Brand ein einziges Mal. Auf dem Perry Rhodan Weltcon in Karlsruhe muss das gewesen sein. Meine Verbindung zu ihm besteht natürlich in der Mitarbeit an den heutigen Fortsetzungen seiner beiden Serien. Für Raumschiff Promet habe ich rund zwei Dutzend Romane geschrieben, und bei Ren Dhark gehöre ich seit fünfzehn Jahren zum Autorenteam. Heute erhebe ich das Glas auf Kurt Brand, seine Produktivität und seine umfangreiche literarische Hinterlassenschaft.
Bevor Kurt Brands Laufbahn als Schriftsteller Fahrt aufnahm, baute er nach dem 2. Weltkrieg in Köln zunächst die größte private Leihbücherei Deutschlands auf. Nachdem er diese aus finanziellen Gründen aufgeben musste, veröffentlichte er bereits in den Fünfziger Jahren seine ersten Science Fiction-Romane, wodurch er heute zu den Pionieren der deutschen SF-Szene zählt. Daneben schrieb er aber auch zahlreiche Western, Krimis und Abenteuerromane unter einer ganzen Reihe von Pseudonymen.
Mit der SF-Erfahrung und seiner Reputation als Heftromanautor kam Kurt Brand danach auf die Idee, seine eigenen Serien zu gestalten. So schuf er Anfang der Siebziger Jahre Raumschiff Promet, zunächst unter dem Serientitel Arn Borul - Von Stern zu Stern. Die Promet fliegt noch heute, und zwar sowohl als Neuschreibung der klassischen Abenteuer als auch mit neuen Geschichten.
Kurt Brands größter Erfolg war jedoch die Ren Dhark-Serie, die von 1966 bis 1969 lief. Mit Band 98 stellte der Kelter-Verlag die Serie ein, obwohl noch eine Menge Potential vorhanden war, wie der heutige Erfolg der seit Jahren laufenden Ren Dhark-Fortsetzungen in Buchform zeigt. Doch damals sah es offenbar anders aus.
Später verfasste er noch zahlreiche Einzelromane und Mini-Zyklen im Bereich der Science Fiction. Er hinterließ Fußspuren bei Terra, der Zeitkugel, Professor Zamorra, Kommissar X, Fledermaus, Checkpart 2000, Geister-Krimi, Gespenster-Krimi, Mondstation 1999 und Jerry Cotton. Schätzungen zufolge schrieb und veröffentlichte Kurt Brand zwischen 900 und 1000 Romanen.
Wenn ich mich recht erinnere, sah ich Kurt Brand ein einziges Mal. Auf dem Perry Rhodan Weltcon in Karlsruhe muss das gewesen sein. Meine Verbindung zu ihm besteht natürlich in der Mitarbeit an den heutigen Fortsetzungen seiner beiden Serien. Für Raumschiff Promet habe ich rund zwei Dutzend Romane geschrieben, und bei Ren Dhark gehöre ich seit fünfzehn Jahren zum Autorenteam. Heute erhebe ich das Glas auf Kurt Brand, seine Produktivität und seine umfangreiche literarische Hinterlassenschaft.
Freitag, 5. Mai 2017
A.R. Penck 1939 - 2017
Der bekannte und bedeutende deutsche
Künstler A. R. Penck wurde 1939 in Dresden geboren. Sein
bürgerlicher Name lautete Ralf Winkler. Er war Maler, Grafiker,
Bildhauer und Jazzmusiker und benutzte auch die Pseudonyme Mike
Hammer, Mickey Spilane und Theodor Marx. Seine Werke stehen heute in
verschiedenen Museen und Kunstinstituten in Hamburg, Frankfurt,
Zürich, Amsterdam Straßburg und New York. A. R. Penck starb am 02.05.2017 in Zürich. Er wurde 77 Jahre alt.
Mir ist sein Name aus dem Umfeld der Perry Rhodan-Serie bekannt. Für die 1993 im Zsolnay-Verlag erschienene Perry Rhodan-Kunstedition entwarf Penck die Umschläge und weitere Illustrationen für die ersten fünf Bücher. Die dritte Macht, Das Mutanten-Korps, Der Unsterbliche, Der kosmische Lockvogel und Vorstoß nach Arkon erschienen in einer roten Holzkassette, die heute noch in meinem Bücherregal steht.
Mir ist sein Name aus dem Umfeld der Perry Rhodan-Serie bekannt. Für die 1993 im Zsolnay-Verlag erschienene Perry Rhodan-Kunstedition entwarf Penck die Umschläge und weitere Illustrationen für die ersten fünf Bücher. Die dritte Macht, Das Mutanten-Korps, Der Unsterbliche, Der kosmische Lockvogel und Vorstoß nach Arkon erschienen in einer roten Holzkassette, die heute noch in meinem Bücherregal steht.
Mittwoch, 8. März 2017
Michael H. Buchholz 1957 - 2017
Ich konnte es kaum glauben, als ich vor einer Stunde erfuhr, dass Michael H. Buchholz gestorben ist. Ich wusste nicht, dass er anscheinend schon länger schwer krank war. Kein Wunder, ich kannte ihn kaum.
Wir sind uns bei irgendwelchen Veranstaltungen zwei oder drei Mal persönlich über den Weg gelaufen, beispielsweise beim Perry Rhodan Weltcon 2011 in Mannheim, haben bei diesen flüchtigen Begegnungen aber nicht mehr als ein paar Sätze gewechselt.
Als Autor war Michael in der Science Fiction-Szene wohl schon länger aktiv, so schrieb er einige Beiträge zu den Atlan-Miniserien. Richtig bewusst wurde mir sein Name aber erst im Zuge der Atlan-Taschenbücher, als er, ich und Rüdiger Schaefer 2007 die Rudyn-Trilogie schrieben. Es war unsere erste und einzige Zusammenarbeit.
Zuletzt verfasste Michael die Exposés für Perry Rhodan Neo, die Neuschreibung der Perry Rhodan-Serie. Dies tat er seit etwa zwei Jahren gemeinsam mit Rüdiger Schaefer. Mit Michael verliert die Szene einen weiteren kreativen Kopf. Michael H. Buchholz starb am 6. März 2017, wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag.
Wir sind uns bei irgendwelchen Veranstaltungen zwei oder drei Mal persönlich über den Weg gelaufen, beispielsweise beim Perry Rhodan Weltcon 2011 in Mannheim, haben bei diesen flüchtigen Begegnungen aber nicht mehr als ein paar Sätze gewechselt.
Als Autor war Michael in der Science Fiction-Szene wohl schon länger aktiv, so schrieb er einige Beiträge zu den Atlan-Miniserien. Richtig bewusst wurde mir sein Name aber erst im Zuge der Atlan-Taschenbücher, als er, ich und Rüdiger Schaefer 2007 die Rudyn-Trilogie schrieben. Es war unsere erste und einzige Zusammenarbeit.
Zuletzt verfasste Michael die Exposés für Perry Rhodan Neo, die Neuschreibung der Perry Rhodan-Serie. Dies tat er seit etwa zwei Jahren gemeinsam mit Rüdiger Schaefer. Mit Michael verliert die Szene einen weiteren kreativen Kopf. Michael H. Buchholz starb am 6. März 2017, wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag.
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Samstag, 28. Januar 2017
Arndt Ellmer - Die Auris-Trilogie
Der BARDIOC-Zyklus gehörte für mich zu den Highlights der Perry
Rhodan-Serie. Das kosmische Ringen der beiden Superintelligenzen
Bardioc und Kaiserin von Therm erschien von 1976 bis 1978 in den
Heftromanen 800 bis 867. Im letzten Roman des Zyklus kam es zur
Vereinigung dieser auf phantastische Weise entstandenen Superwesen.
Das körperlose Gehirn eines der ehemaligen Sieben Mächtigen Bardioc
ging im Kristallgespinst der Kaiserin auf. Auch heute, vierzig Jahre
später, löst dieser Zyklus noch Faszination bei mir aus. Das liegt
am großen kosmischen Hintergrund der Geschichte, am Faszinosum der
Superintelligenzen, die damals noch nicht inflationär in der
Handlung auftauchten, an weiteren Figuren wie den Inkarnationen
Bardios, dem Forscher der Kaiserin Douc Langur (sicherlich eine meine
Lieblingsfiguren, genau wie die mitspielenden Ganerc und Alaska
Saedelaere) – und natürlich an der Tatsache, dass damals William
Voltz die Geschicke der Serie lenkte und die meisten Schlüsselromane
verfasste.
Mit Abschluss des Zyklus verschwanden Bardioc und die Kaiserin von Therm aus der Handlung, doch es wäre interessant gewesen zu erfahren, wie sich das weitere Schicksal der Vereinigung und der verwaisten Mächtigkeitsballung Bardiocs gestaltet. Das dachte sich wohl auch Arndt Ellmer, denn der 1983 ins Perry Rhodan-Team eingestiegene Autor griff das Thema 1987 in nicht nur einem Taschenbuch wieder auf, sondern er machte gleich eine Trilogie daraus. Und das war, soviel vorweg, eine gute Idee, wie das Resultat eindrucksvoll belegt.
Das Ende der Duuhrt setzt knapp hundert Jahre nach der vermeintlichen Vereinigung der beiden Superintelligenzen ein. Es zeigen sich zunehmende Komplikationen bei dem Vereinigungsprozess. Die Kristallintelligenz droht wahnsinnig zu werden, weshalb Bardioc anbietet, sich wieder aus der Verbindung zu lösen. Dies jedoch lehnt die Kaiserin ab, woraufhin sie mehr und mehr die Kontrolle über die Völker ihrer Mächtigkeitsballung verliert und es zu kriegerischen Konflikten der bis dato verbündeten Völker untereinander kommt. Im Zusammenspiel verschiedener Figuren gelingt es schließlich, insbesondere durch das Wirken Bardiocs, die Kaiserin von Therm zu retten. In der Folge verschmelzen beide endgültig zu der neuen Superintelligenz Thermioc. Eine schöne Überraschung bereitete Arndt Ellmer mit dem Auftritt der Kelosker, jener einerseits plumpen, körperlich unförmigen Wesen, die jedoch andererseits brillante Rechner, Mathematiker und logische Denker sind, deren Denkprozesse bis in den siebendimensionalen Bereich hinaufreichen. Auch deren Rechenmeister Dobrak gehörte seinerzeit zu meinen Lieblingsfiguren, schon im Aphilie-Zyklus.
Zu Beginn des zweiten Bandes der Trilogie Die Symbionten des Limbus sind weitere einhundert Jahre vergangen. Der Paradieseffekt hat die Mächtigkeitsballung der ehemaligen Kaiserin befriedet, jene Bardiocs liegt hingegen weiterhin brach und stellt ein Machtvakuum mit einem erheblichen Machtpotential dar. Die Symbionten des Limbus werden aktiv, und eine bisher unbekannte Superintelligenz namens Ulgenland tritt auf den Plan. Zudem erscheint Bulloc, die ehemalige Vierte Inkarnation Bardiocs, und die mit Abstand mächtigste. Ulgenland gefiel mir nicht besonders. Ich fand die aus einer Roboterzivilisation hervorgegangene Superintelligenz blass, zu kalt, im Vergleich zur Entstehungsgeschichte der beiden anderen sogar ein wenig banal. Geschmackssache, klar, aber alle später auftauchenden Superintelligenzen mussten sich an den beiden Paradebeispielen messen lassen. Ulgenland spielt im Verlauf der Ereignisse um die Symbionten zwar eine wichtige Rolle, wird anschließend aber von dem geheimnisvollen Roboter aus der Vergangenheit Vlission kurzerhand in die Luft gesprengt, damit sie nicht auf die Idee kommt, sich Bardiocs verwaiste Mächtigkeitsballung untertan zu machen. Wie im ersten Band Dobrak, so ist hier Bulloc das überraschend auftauchende Highlight. Von dieser abgrundtief bösen Kreatur Bardiocs, die seinerzeit nur als ein Flimmern beschrieben wurde und die sich im damaligen Zyklus gegen ihren Schöpfer stellte und ihn zu vernichten trachtete, wurde nie endgültig geklärt, ob sie noch existiert.
Sie existiert, und wie. In Metamorphose einer Superintelligenz wird Bulloc erst richtig aktiv. Er plant einen Angriff auf Thermioc, und es kommt zur entscheidenden Auseinandersetzung zwischen der Vierten Inkarnation und der jungen Superintelligenz. Im Abschlussband der Trilogie kommt es zu zahlreichen Irrungen und Wirrungen, in denen die dem Dreiteiler seinen Titel gebende Auris sowie erneut der Roboter Vlission wichtige Rollen inehaben. Im Verlauf der Handlung verschmelzen Bardioc und die Kaiserin von Therm endgültig zu einer neuen Entität, und Bulloc wird durch eine List vernichtet. Thermioc gibt die körperliche Existenz auf und wird zu einem reinen Geisteswesen, eine zwar nachvollziehbare Entwicklung, jedoch auch ein wenig schade. Dadurch geht einiges an Reiz verloren. Allerdings ist dieses Manko insofern Makulatur, als der Handlungsstrang damit endgültig abgeschlossen ist – wenngleich Arndt Ellmer das Thema in seinem Roman Vlission, der Roboter später erneut aufgreifen sollte.
Bei den zahlreichen Handlungselementen, die hier einen großen Themenkomplex abschließen, zieht sich ein Element unterschwellig durch die gesamte Handlung, nämlich das Schicksal der Forscher der Kaiserin. Von jenen Sitzkissen ähnelnden Wesen war nie bekannt, ob es sich um natürliche Lebewesen handelt oder ob sie künstlich erschaffen wurden. Auch ihnen selbst blieb die Natur ihrer Existenz verborgen. Deren Zweck schien es zu sein, entlang der Großen Schleife Informationen zu sammeln. Gerade dieses Rätsel machte den großen Reiz der Forscher aus, was William Voltz anhand der Zerrissenheit des Douc Langur seinerzeit so einfühlsam wie blendend darstellte. Arndt Ellmer gelingt das Kunststück, plausible Antworten auf die Fragen der Leser und der Forscher gleichermaßen zu liefern und jene in einen übergreifenden Kontext zu stellen, ohne dass es an den Haaren herbeigezogen oder banal wirkt. Der Autor hat den faszinierenden Forschern eine würdige Bestimmung zukommen lassen. Wenn auch im Schatten der Mächtigen agierend, so sind doch sie, die Einsamen und Verzweifelten, die Mutigen und Kühnen die wahren Helden dieser Geschichte, auch wenn sie nicht als Helden dargestellt werden. Das wird der Konzeption der Forscher gerecht und gefiel mir ganz ausgezeichnet.
Fazit: Die Auris-Trilogie besteht aus drei Romanen, die tief in den kosmologischen Background der Serie eintauchen, und das in einem Handlungskontext, der mir seinerzeit großen Spaß gemacht hat – und dies, wie ich jüngst beim Lesen feststellte, auch Jahrzehnte später noch tut. Sie besticht durch jenen Sense of Wonder, der mich einst an Perry Rhodan fesselte. Die drei Bücher haben mich durchgehend bestens unterhalten, hielten mich bis zum Ende gepackt und ließen mich in der großen Bardioc- und Kaiserin-Zeit schwelgen. Seltsam, dass der Dreiteiler bisher an mir vorbeigegangen ist.
Mit Abschluss des Zyklus verschwanden Bardioc und die Kaiserin von Therm aus der Handlung, doch es wäre interessant gewesen zu erfahren, wie sich das weitere Schicksal der Vereinigung und der verwaisten Mächtigkeitsballung Bardiocs gestaltet. Das dachte sich wohl auch Arndt Ellmer, denn der 1983 ins Perry Rhodan-Team eingestiegene Autor griff das Thema 1987 in nicht nur einem Taschenbuch wieder auf, sondern er machte gleich eine Trilogie daraus. Und das war, soviel vorweg, eine gute Idee, wie das Resultat eindrucksvoll belegt.
Das Ende der Duuhrt setzt knapp hundert Jahre nach der vermeintlichen Vereinigung der beiden Superintelligenzen ein. Es zeigen sich zunehmende Komplikationen bei dem Vereinigungsprozess. Die Kristallintelligenz droht wahnsinnig zu werden, weshalb Bardioc anbietet, sich wieder aus der Verbindung zu lösen. Dies jedoch lehnt die Kaiserin ab, woraufhin sie mehr und mehr die Kontrolle über die Völker ihrer Mächtigkeitsballung verliert und es zu kriegerischen Konflikten der bis dato verbündeten Völker untereinander kommt. Im Zusammenspiel verschiedener Figuren gelingt es schließlich, insbesondere durch das Wirken Bardiocs, die Kaiserin von Therm zu retten. In der Folge verschmelzen beide endgültig zu der neuen Superintelligenz Thermioc. Eine schöne Überraschung bereitete Arndt Ellmer mit dem Auftritt der Kelosker, jener einerseits plumpen, körperlich unförmigen Wesen, die jedoch andererseits brillante Rechner, Mathematiker und logische Denker sind, deren Denkprozesse bis in den siebendimensionalen Bereich hinaufreichen. Auch deren Rechenmeister Dobrak gehörte seinerzeit zu meinen Lieblingsfiguren, schon im Aphilie-Zyklus.
Zu Beginn des zweiten Bandes der Trilogie Die Symbionten des Limbus sind weitere einhundert Jahre vergangen. Der Paradieseffekt hat die Mächtigkeitsballung der ehemaligen Kaiserin befriedet, jene Bardiocs liegt hingegen weiterhin brach und stellt ein Machtvakuum mit einem erheblichen Machtpotential dar. Die Symbionten des Limbus werden aktiv, und eine bisher unbekannte Superintelligenz namens Ulgenland tritt auf den Plan. Zudem erscheint Bulloc, die ehemalige Vierte Inkarnation Bardiocs, und die mit Abstand mächtigste. Ulgenland gefiel mir nicht besonders. Ich fand die aus einer Roboterzivilisation hervorgegangene Superintelligenz blass, zu kalt, im Vergleich zur Entstehungsgeschichte der beiden anderen sogar ein wenig banal. Geschmackssache, klar, aber alle später auftauchenden Superintelligenzen mussten sich an den beiden Paradebeispielen messen lassen. Ulgenland spielt im Verlauf der Ereignisse um die Symbionten zwar eine wichtige Rolle, wird anschließend aber von dem geheimnisvollen Roboter aus der Vergangenheit Vlission kurzerhand in die Luft gesprengt, damit sie nicht auf die Idee kommt, sich Bardiocs verwaiste Mächtigkeitsballung untertan zu machen. Wie im ersten Band Dobrak, so ist hier Bulloc das überraschend auftauchende Highlight. Von dieser abgrundtief bösen Kreatur Bardiocs, die seinerzeit nur als ein Flimmern beschrieben wurde und die sich im damaligen Zyklus gegen ihren Schöpfer stellte und ihn zu vernichten trachtete, wurde nie endgültig geklärt, ob sie noch existiert.
Sie existiert, und wie. In Metamorphose einer Superintelligenz wird Bulloc erst richtig aktiv. Er plant einen Angriff auf Thermioc, und es kommt zur entscheidenden Auseinandersetzung zwischen der Vierten Inkarnation und der jungen Superintelligenz. Im Abschlussband der Trilogie kommt es zu zahlreichen Irrungen und Wirrungen, in denen die dem Dreiteiler seinen Titel gebende Auris sowie erneut der Roboter Vlission wichtige Rollen inehaben. Im Verlauf der Handlung verschmelzen Bardioc und die Kaiserin von Therm endgültig zu einer neuen Entität, und Bulloc wird durch eine List vernichtet. Thermioc gibt die körperliche Existenz auf und wird zu einem reinen Geisteswesen, eine zwar nachvollziehbare Entwicklung, jedoch auch ein wenig schade. Dadurch geht einiges an Reiz verloren. Allerdings ist dieses Manko insofern Makulatur, als der Handlungsstrang damit endgültig abgeschlossen ist – wenngleich Arndt Ellmer das Thema in seinem Roman Vlission, der Roboter später erneut aufgreifen sollte.
Bei den zahlreichen Handlungselementen, die hier einen großen Themenkomplex abschließen, zieht sich ein Element unterschwellig durch die gesamte Handlung, nämlich das Schicksal der Forscher der Kaiserin. Von jenen Sitzkissen ähnelnden Wesen war nie bekannt, ob es sich um natürliche Lebewesen handelt oder ob sie künstlich erschaffen wurden. Auch ihnen selbst blieb die Natur ihrer Existenz verborgen. Deren Zweck schien es zu sein, entlang der Großen Schleife Informationen zu sammeln. Gerade dieses Rätsel machte den großen Reiz der Forscher aus, was William Voltz anhand der Zerrissenheit des Douc Langur seinerzeit so einfühlsam wie blendend darstellte. Arndt Ellmer gelingt das Kunststück, plausible Antworten auf die Fragen der Leser und der Forscher gleichermaßen zu liefern und jene in einen übergreifenden Kontext zu stellen, ohne dass es an den Haaren herbeigezogen oder banal wirkt. Der Autor hat den faszinierenden Forschern eine würdige Bestimmung zukommen lassen. Wenn auch im Schatten der Mächtigen agierend, so sind doch sie, die Einsamen und Verzweifelten, die Mutigen und Kühnen die wahren Helden dieser Geschichte, auch wenn sie nicht als Helden dargestellt werden. Das wird der Konzeption der Forscher gerecht und gefiel mir ganz ausgezeichnet.
Fazit: Die Auris-Trilogie besteht aus drei Romanen, die tief in den kosmologischen Background der Serie eintauchen, und das in einem Handlungskontext, der mir seinerzeit großen Spaß gemacht hat – und dies, wie ich jüngst beim Lesen feststellte, auch Jahrzehnte später noch tut. Sie besticht durch jenen Sense of Wonder, der mich einst an Perry Rhodan fesselte. Die drei Bücher haben mich durchgehend bestens unterhalten, hielten mich bis zum Ende gepackt und ließen mich in der großen Bardioc- und Kaiserin-Zeit schwelgen. Seltsam, dass der Dreiteiler bisher an mir vorbeigegangen ist.
Arndt Ellmer - Auris-Trilogie
Band 1: Das Ende der Duuhrt (Perry Rhodan Planetenroman 293)
Band 2: Die Symbionten des Limbus (Perry Rhodan Planetenroman 295)
Band 3: Metamorphose einer
Superintelligenz (Perry Rhodan Planetenroman 297)
Alle 1987, Taschenbuch jeweils ca. 160 Seiten, 5,80 DM bzw.
6,80 DM
Pabel-Moewig-Verlag Rastatt
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Arndt Ellmer,
Buchbesprechung,
Perry Rhodan,
Science Fiction
Dienstag, 25. Oktober 2016
Klaus N. Frick schreibt über Thomas Ziegler
Und zwar anlässlich der gerade als
Doppelband wiederaufgelegten beiden Planetenromane Die Stadt der
Zukunft und Der Narrenturm. Das hätte ich fast übersehen,
aber zum Glück wurde ich durch Klaus N. Fricks Hinweis bei Facebook
noch darauf aufmerksam. Klaus schrieb auf der Perry Rhodan Homepage
in seiner Rubrik „Der Redakteur erinnert sich“ einen dreiteiligen
Artikel über die damalige Trauerfeier nach dem Tod von Thomas
Ziegler im Jahr 2004.
Nun, da ich Klaus N. Fricks Artikel las, sah ich mich tatsächlich in jene Friedhofskapelle zurückversetzt und den vorne aufgebahrten Sarg noch einmal vor meinem geistigen Auge. Klaus beschreibt nicht nur den Ablauf der Gedenkfeier, sondern lässt uns an seinen Thomas Ziegler – oder Rainer Zubeil, wie er mit bürgerlichem Namen hieß – geltenden Gedanken teilhaben. Ein warmer, ein anrührender Artikel, den ich mit einem Kloß im Hals las und den ich gern weiterempfehle. Zu finden sind die drei Teile hier:
Bei dem bewegenden Abschied auf dem
Westfriedhof in Köln waren neben Klaus und mir auch die SF-Autoren
Uwe Anton und Horst Pukallus zugegen. Meine Ziegler-Affinität ist
bekannt, und ich selbst äußerte mich vor zwei Jahren anlässlich
des zehnten Todestags des Kölner Autors, mit dem ich den einen oder
anderen Abend in Kneipen der Südstadt verbrachte. Nachzulesen ist
das hier:
Nun, da ich Klaus N. Fricks Artikel las, sah ich mich tatsächlich in jene Friedhofskapelle zurückversetzt und den vorne aufgebahrten Sarg noch einmal vor meinem geistigen Auge. Klaus beschreibt nicht nur den Ablauf der Gedenkfeier, sondern lässt uns an seinen Thomas Ziegler – oder Rainer Zubeil, wie er mit bürgerlichem Namen hieß – geltenden Gedanken teilhaben. Ein warmer, ein anrührender Artikel, den ich mit einem Kloß im Hals las und den ich gern weiterempfehle. Zu finden sind die drei Teile hier:
Teil 1:
Teil 2:
Teil 3:
Samstag, 15. Oktober 2016
Zweiteiliger Artikel über Nick
Kürzlich wurde die Überraschung gelüftet, dass der gleichermaßen bekannte wie beliebte Autor Hubert Haensel einen Gastroman für Nick geschrieben hat, der als Band 7 erscheinen wird. In Folge dessen erfuhr ich, dass Hubert, seit Kindesbeinen an Nick-Fan, vor rund drei Jahren im Perry Rhodan Report - Hubert war damals Redakteur des Reports - einen zweiteiligen Artikel über Nick hat schreiben lassen: Vor Perry gab es Hansrudi Wäschers Nick, der Weltraumfahrer. Nun war Hubert so freundlich, mir die beiden Perry Rhodan Ausgaben zu schicken. Sie sind gestern bei mir eingetroffen. Auch auf diesem Weg noch einmal vielen Dank dafür, Hubert.
Der erste Teil des Artikels mit Titel Ins Weltall für zwei Groschen erschien in Perry Rhodan 2720. Olaf Brill geht darin zurück bis in die Nachkriegszeit, ins Jahr 1953, als die ersten von Hansrudi Wäscher gezeichneten Sigurd-Piccolos in den Auslagen der Kioske lagen. Nach einer kurzen Erwähnung auch der anderen Wäscher-Serien dreht sich der weitere Fortlauf des Artikels dann explizit um Nick, den Weltraumfahrer. Olaf Brill liefert einen Handlungsabriss des Inhalts der Nick-Piccolos und schlägt den Bogen zu den später erschienenen Großbänden, beide im Walter-Lehning-Verlag publiziert.
Im zweiten Teil seines Artikels Seit 55 Jahren zu den Sternen in Perry Rhodan 2724 beschäftigt sich Olaf Brill mit den zahlreichen Nachdrucken und neuen Nick-Abenteuern, die zunächst wiederum von Hansrudi Wäscher stammten, später aber auch von anderen Zeichnern fortgeführt wurden - und immer noch werden. Auch würdigt Olaf Brill den Verleger Norbert Hethke, der Wäscher und den Wäscher-Comics ein zweites Leben bescherte und dessen Verdienste um die Comic-Nostalgie-Szene nicht hoch genug bewertet werden können. Die Nachdrucke, Faksimiles und Fortsetzungen des fast unüberschaubaren Nick-Kosmos gehen bis heute weiter.
Zu guter Letzt geht Hubert Haensel selbst auf die Nick-Romane ein, von denen zum Entstehungszeitpunkt des Artikels gerade zwei Ausgaben erschienen waren. Unter dem Titel Nick der Weltraumfahrer im Buch verrät Hubert, dass die Piccolo-Nachdrucke ebenso wie die gebundenen Ausgaben der bei Hethke erschienenen Großbände in seiner Sammlung stehen - und dass ihm Nick immer als Roman fehlte. Mit der Idee, solche ins Leben zu rufen, spielte er übrigens selbst einmal, auch wenn dann nichts daraus wurde. Da die Comics nun aber schon seit ein paar Jahren als Romane erscheinen und Hubert jetzt einen Gastroman beisteuert, schließt sich der Kreis auf gewisse Weise.
Wer bisher nicht mit Nick, der Weltraumfahrer in Berührung gekommen ist, sich aber vielleicht dafür interessiert, der ist bei Olaf Brills und Hubert Haensels Artikel bestens aufgehoben. Er bietet einen informativen, unterhaltsamen und anschaulichen Überblick über die deutsche Science Fiction-Serie Nick, die schon vor Perry Rhodan da war und erfreulicherweise bis heute da ist. Die Veröffentlichungspolitik im Zeitraum von fast sechs Jahrzehnten ist fast so spannend, wie es Nicks Weltraumabenteuer sind.
Der erste Teil des Artikels mit Titel Ins Weltall für zwei Groschen erschien in Perry Rhodan 2720. Olaf Brill geht darin zurück bis in die Nachkriegszeit, ins Jahr 1953, als die ersten von Hansrudi Wäscher gezeichneten Sigurd-Piccolos in den Auslagen der Kioske lagen. Nach einer kurzen Erwähnung auch der anderen Wäscher-Serien dreht sich der weitere Fortlauf des Artikels dann explizit um Nick, den Weltraumfahrer. Olaf Brill liefert einen Handlungsabriss des Inhalts der Nick-Piccolos und schlägt den Bogen zu den später erschienenen Großbänden, beide im Walter-Lehning-Verlag publiziert.
Im zweiten Teil seines Artikels Seit 55 Jahren zu den Sternen in Perry Rhodan 2724 beschäftigt sich Olaf Brill mit den zahlreichen Nachdrucken und neuen Nick-Abenteuern, die zunächst wiederum von Hansrudi Wäscher stammten, später aber auch von anderen Zeichnern fortgeführt wurden - und immer noch werden. Auch würdigt Olaf Brill den Verleger Norbert Hethke, der Wäscher und den Wäscher-Comics ein zweites Leben bescherte und dessen Verdienste um die Comic-Nostalgie-Szene nicht hoch genug bewertet werden können. Die Nachdrucke, Faksimiles und Fortsetzungen des fast unüberschaubaren Nick-Kosmos gehen bis heute weiter.
Zu guter Letzt geht Hubert Haensel selbst auf die Nick-Romane ein, von denen zum Entstehungszeitpunkt des Artikels gerade zwei Ausgaben erschienen waren. Unter dem Titel Nick der Weltraumfahrer im Buch verrät Hubert, dass die Piccolo-Nachdrucke ebenso wie die gebundenen Ausgaben der bei Hethke erschienenen Großbände in seiner Sammlung stehen - und dass ihm Nick immer als Roman fehlte. Mit der Idee, solche ins Leben zu rufen, spielte er übrigens selbst einmal, auch wenn dann nichts daraus wurde. Da die Comics nun aber schon seit ein paar Jahren als Romane erscheinen und Hubert jetzt einen Gastroman beisteuert, schließt sich der Kreis auf gewisse Weise.
Wer bisher nicht mit Nick, der Weltraumfahrer in Berührung gekommen ist, sich aber vielleicht dafür interessiert, der ist bei Olaf Brills und Hubert Haensels Artikel bestens aufgehoben. Er bietet einen informativen, unterhaltsamen und anschaulichen Überblick über die deutsche Science Fiction-Serie Nick, die schon vor Perry Rhodan da war und erfreulicherweise bis heute da ist. Die Veröffentlichungspolitik im Zeitraum von fast sechs Jahrzehnten ist fast so spannend, wie es Nicks Weltraumabenteuer sind.
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Montag, 8. August 2016
Robert Feldhoff: Grüße vom Sternenbiest
Im Jahr 1997 versuchte die Verlagsunion Pabel
Moewig die Reihe "Space Thriller" am Markt zu etablieren. Sie wurde
eröffnet mit Robert Feldhoffs Roman Grüße vom Sternenbiest, dem
drei weitere Hardcover von Peter Terrid, H. G. Francis und Konrad
Schaef folgten. Danach war Schluss, also verkauften sich die Bücher
wohl nicht gut genug, um weitere zu publizieren. Sind die Folgebände
ähnlich gelungen wie Feldhoffs Opener, so ist diese Entscheidung zu
bedauern.
Die Geschichte beginnt mit dem Sturz eines
vierjährigen Jungen aus dem Fenster eines Hochhauses. Ein Unfall,
sollte man meinen, doch ein solcher Unfall ist ausgeschlossen, da auf
der hochtechnisierten Erde des 49. Jahrhunderts spezielle
Rückhaltevorrichtungen verhindern, dass jemand einfach so aus dem
Fenster fällt. Sholter Roog, ausgefuchster Agent des irdischen
Geheimdienstes TLD, vermutet hinter dem Kindstod nicht nur einen
Mord, für den er zunächst die Eltern verantwortlich macht, sondern
noch viel mehr. Roogs Problem ist nur, dass er wegen
überdurchschnittlicher Gewaltbereitschaft auf einen
Schreibtischposten abgeschoben wurde. Seine Vorgesetzte erlaubt ihm
zwar, seine Nachforschungen zu betreiben, stellt ihm aber mit Fee
Kellind eine Agenten-Anwärterin zur Seite.
Das passt Sholter Roog zwar nicht, doch er muss sich arrangieren, um nicht von dem Fall abgezogen zu werden. Dabei erweist er sich als ausgesprochener Kotzbrocken, und die Vorwürfe überdurchschnittlicher Gewaltbereitschaft sind nicht aus der Luft gegriffen, wie sich im Fortgang der Handlung zeigt, und zwar bei der Innenbetrachtung der Figur, bei ihrer Gedankenwelt und bei Übergriffen gegen Personen, die Roog unsympathisch sind. Zudem ist er ein Sexist, der sich, nachdem er mit Fee Kellind im Bett gelandet ist, ihr gegenüber erst recht widerlich verhält. Beide raufen sich jedoch immer wieder zusammen, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt.
Robert Feldhoff packt die Interaktion der beiden Agenten in einen spannenden Thriller, einen Agentenroman mit Nachforschungen und technischen Spielereien, die auch einem James Bond gut zu Gesicht stünden, mit Verfolgungsjagden, Kämpfen und Actionszenen, die jedoch allesamt die eigentliche Geschichte tragen und unterstützen. Denn Sholter Roogs Spürnase trügt ihn nicht. Es geht – als ob der nicht tragisch genug wäre – um viel mehr als den Tod eines Kleinkindes. Die galaktische Verbrecherorganisation Galactic Guardians plant einen folgenschweren Schlag gegen die Menschheit. Sie will sich in den Besitz eines Geheimcodes bringen, mit dem sich Nathan, der auf dem Mond ansässige Großrechner der Menschheit, manipulieren lässt, und Nathan steuert so ziemlich alles, was im Sonnensystem geschieht. Um dieses Ziel zu erreichen, hält sich unerkannt einer der führenden Köpfe der Galactic Guardians auf der Erde auf: Schelm.
Als Grüße vom Sternenbiest erschien, schrieb der
1962 geborene Robert Feldhoff bereits seit zehn Jahren für Perry
Rhodan. Er wurde nicht nur Exposé-Autor und einer der bei den Lesern
beliebtesten Autoren der Serie, sondern entwickelte sich zu einer
Speerspitze, wenn es galt, ein neues Produkt zu etablieren. So
schrieb er den ersten Band für Perry Rhodan Extra, den ersten Band
für Perry Rhodan Action, den ersten Band für die Atlan Miniserien
und halt auch für die Space Thriller.
Bei diesen handelte es sich um abgeschlossene
Science Fiction-Abenteuer, die zwar vor dem Hintergrund des
Rhodan-Kosmos angesiedelt, aber von der Serienhandlung völlig
losgelöst waren. Unabhängig zu lesende spannende Thriller sollten
es sein, auch für ein Lesepublikum, das sonst mit Perry Rhodan nicht
viel am Hut hat, nehme ich an.
Das passt Sholter Roog zwar nicht, doch er muss sich arrangieren, um nicht von dem Fall abgezogen zu werden. Dabei erweist er sich als ausgesprochener Kotzbrocken, und die Vorwürfe überdurchschnittlicher Gewaltbereitschaft sind nicht aus der Luft gegriffen, wie sich im Fortgang der Handlung zeigt, und zwar bei der Innenbetrachtung der Figur, bei ihrer Gedankenwelt und bei Übergriffen gegen Personen, die Roog unsympathisch sind. Zudem ist er ein Sexist, der sich, nachdem er mit Fee Kellind im Bett gelandet ist, ihr gegenüber erst recht widerlich verhält. Beide raufen sich jedoch immer wieder zusammen, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt.
Robert Feldhoff packt die Interaktion der beiden Agenten in einen spannenden Thriller, einen Agentenroman mit Nachforschungen und technischen Spielereien, die auch einem James Bond gut zu Gesicht stünden, mit Verfolgungsjagden, Kämpfen und Actionszenen, die jedoch allesamt die eigentliche Geschichte tragen und unterstützen. Denn Sholter Roogs Spürnase trügt ihn nicht. Es geht – als ob der nicht tragisch genug wäre – um viel mehr als den Tod eines Kleinkindes. Die galaktische Verbrecherorganisation Galactic Guardians plant einen folgenschweren Schlag gegen die Menschheit. Sie will sich in den Besitz eines Geheimcodes bringen, mit dem sich Nathan, der auf dem Mond ansässige Großrechner der Menschheit, manipulieren lässt, und Nathan steuert so ziemlich alles, was im Sonnensystem geschieht. Um dieses Ziel zu erreichen, hält sich unerkannt einer der führenden Köpfe der Galactic Guardians auf der Erde auf: Schelm.
Schelm, verborgen unter einem täuschenden
Schutzfeld, ist eine tolle Figur, deren wahre Natur sich
häppchenweise über den ganzen Roman erschließt. Nicht minder
interessant ist der Killer, der in Schelms Auftrag mordet. Es handelt
sich um den Tomopaten Felsenheimer, ein menschenähnliches Wesen, das
seine Arme jedoch mit einem Ghyrd, einer Art Zwangsjacke, bändigen
muss. Diese Arme besitzen nämlich ein mordlustiges Eigenleben und
lassen sich anders nicht unter Kontrolle halten. Öffnet Felsenheimer
den Ghyrd, beginnen die Arme ihr tödliches Werk, indem sie andere
Intelligenzen regelrecht frikassieren.
Dramaturgisch ist es fast unabdingbar, dass Schelm
seinen Killer Felsenheimer irgendwann auf Scholter Roog ansetzt,
und der Agent und Schelm schließlich sogar persönlich
aufeinandertreffen. Der Kotzbrocken Roog und seine Darstellung als
Unsympath, der doch nur das Richtige tun will und dafür auch sein
Leben einsetzt, ist mir durchaus sympathisch. Schließlich kriegen
nur die auf die Schnauze, die es verdient haben. Mancher Leser mag
das anders sehen, aber ich unterschreibe jede seiner Handlungen, auch
wenn er am Schluss suspendiert wird. Ganz am Ende des Romans hat
Robert Feldhoff für Sholter Roog dann noch eine richtig fiese
Gemeinheit in petto, die ich hier aber ebenso wenig verraten möchte
wie weitere Aspekte der Handlung.
Stattdessen empfehle ich die Lektüre von Grüße
vom Sternenbiest. Der Roman, der soweit ich weiß kürzlich als E-Book erschienen ist, hat Spaß gemacht und animiert mich dazu,
mal wieder ein paar andere Werke des 2009 verstorbenen Robert
Feldhoff zu lesen. Der frühe Tod des „großen Stillen aus dem
Norden“, wie Robert auch genannt wurde, ist bei Perry Rhodan ebenso
wenig zu kompensieren wie der von William Voltz oder Thomas Ziegler.
Robert Feldhoff: Grüße vom Sternenbiest
Verlagsunion Pabel Moewig, 1997
Hardcover, ca. 240 Seiten
Freitag, 2. Oktober 2015
Rainer Castor. 1961 - 2015
Obwohl es überall auf den einschlägigen Seiten und in den entsprechenden Foren zu lesen war, möchte ich es auch an dieser Stelle noch kurz vermelden. Rainer Castor ist am 22. September einem Herzinfarkt erlegen, gerade einmal 54 Jahre alt. Ich hatte das Ableben von Rolf Michael noch nicht ganz verdaut, da erfuhr ich von Rainers Tod.
Rainer war viele Jahre lang als Autor für Perry Rhodan und Atlan tätig. Er war zudem so etwas wie ein wandelndes Lexikon, was Hintergrundwissen und Datenrecherche anging. Wenn Kollegen Daten zu einem bestimmten Thema des Rhodan-Kosmos benötigten, war Rainer der Mann, auf den man sich verlassen konnte.
So ging es auch mir einmal. Bei den Atlan-Miniserien half er mir damals mit seinem schier unerschöpflichen Fundus. Ich weiß heute nicht mehr, für welchen Atlan-Roman und zu welchem Thema es war. Doch es dauerte nach einem Telefonat nicht lange, bis ich umfangreiches Material von ihm erhielt.
Persönlich sind wir uns einige Male über den Weg gelaufen, auf Cons, auf der Buchmesse. Das ist allerdings Jahre her, und für ein näheres Kennenlernen hat es nie gereicht. So halte ich Rainer Castor vor allem als die hilfreiche Instanz im Hintergrund in Erinnerung, sowie auch als den Atlan-Enthusiasten, der mir, was den alten Arkoniden angeht, manchmal mehr begeisterter Fan denn Profiautor zu sein schien. Allein das ist schon sympathisch.
Rainer war viele Jahre lang als Autor für Perry Rhodan und Atlan tätig. Er war zudem so etwas wie ein wandelndes Lexikon, was Hintergrundwissen und Datenrecherche anging. Wenn Kollegen Daten zu einem bestimmten Thema des Rhodan-Kosmos benötigten, war Rainer der Mann, auf den man sich verlassen konnte.
So ging es auch mir einmal. Bei den Atlan-Miniserien half er mir damals mit seinem schier unerschöpflichen Fundus. Ich weiß heute nicht mehr, für welchen Atlan-Roman und zu welchem Thema es war. Doch es dauerte nach einem Telefonat nicht lange, bis ich umfangreiches Material von ihm erhielt.
Persönlich sind wir uns einige Male über den Weg gelaufen, auf Cons, auf der Buchmesse. Das ist allerdings Jahre her, und für ein näheres Kennenlernen hat es nie gereicht. So halte ich Rainer Castor vor allem als die hilfreiche Instanz im Hintergrund in Erinnerung, sowie auch als den Atlan-Enthusiasten, der mir, was den alten Arkoniden angeht, manchmal mehr begeisterter Fan denn Profiautor zu sein schien. Allein das ist schon sympathisch.
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Sonntag, 20. September 2015
Im Gespräch mit Horst Hoffmann
Horst Hoffman war über drei Dekaden hinweg als Autor aus der Perry Rhodan-Serie nicht wegzudenken. Am 18. September 2009 erschien sein letzter Rhodan-Roman mit Titel Insel im Nebel. Sechs Jahre liegt diese Zäsur zurück, für Horst und für die Serie, für die er mit so viel Herzblut schrieb. Anlass genug, ihm einige Fragen zu stellen. Er gab mir Gelegenheit zu einem Interview, das für mich auch persönlich ein Anliegen war.
AM: Sechs Jahre sind seit deinem von vielen Lesern bedauerten Ausstieg bei Perry Rhodan vergangen. An mir sind diese sechs Jahre regelrecht vorbeigeflogen. Wie empfindest du diese Zeitspanne? War sie lang genug, um Abstand zu gewinnen?
HoHo: Ich hab’s ja versucht, lieber Achim, aber es geht einfach nicht. Das ist wie mit einer Frau oder Freundin, von der man sich enttäuscht fühlt – man behält sie trotzdem im Herzen. Am Anfang tobt man sich aus, bis man irgendwann kapiert, dass man sich selbst zum Idioten gemacht hat. Nein, Abstand zu PERRY werde ich nie gewinnen, will ich auch nicht. Heute, wo man als „Nur-Leser“ nicht weiß, wie‘s in der Handlung weitergeht … ist das fast wie in den alten, schönen Zeiten, als man voller Spannung auf den nächsten Band gewartet hat.
AM: Als du an Band 2509, Insel im Nebel, gearbeitet hast, wusstest du da schon, dass es nach 27 Jahren dein letzter Roman für die Erstauflage sein wird?
HoHo: Überhaupt nicht! Ich hatte ein Doppelexposé für 2509/2510 und es war so ein Hammerthema, dass ich mit Begeisterung wie lange nicht mehr ran gegangen bin. Als ich dann 2509 abgeschickt hatte, kam eine lange email von Klaus N. Frick, in der er mir den Roman um die Ohren gehauen hat. Wir hatten schon vorher unsere Differenzen, was das Schreiben anging, der Doppelband sollte – nach einem sehr netten Treffen in Rastatt – eine Art Neuanfang sein. Damals ging eine Welt für mich unter, heute glaube ich, ihn zu verstehen. Es war trotzdem der richtige Entschluss aufzuhören, obwohl ich mich auf den Folgeroman gefreut hatte. Irgendwann muss man einfach sehen, dass die Zeit der Dinosaurier vorbei ist und Platz gemacht werden muss für die neue Generation. Und die macht ihre Sache sehr gut, auch NEO finde ich – trotz anfänglichem Kopfschütteln – mittlerweile erfrischend und lesenswert. (Bei der Gelegenheit – uns PR-Dinos betreffend – wünsche ich Arndt Ellmer, dass es ihm bald wieder besser geht und er noch viele Romane schreiben kann.)
AM: Arndt hat gesundheitliche Probleme? Das wusste ich nicht. Dann an dieser Stelle auch von mir gute Besserung, damit er der Serie noch lange erhalten bleibt. Doch zurück zu dir. Bei Atlan bist du ja schon 1977 eingestiegen. Du warst also insgesamt sogar 32 Jahre im Perryversum tätig. Kann man diese mehr als drei Dekaden als einen der prägendsten oder gar wichtigsten Abschnitte deines Lebens bezeichnen?
HoHo: Den wichtigsten und schönsten überhaupt. Ich bin dankbar dafür, meine Leidenschaft zu meinem Beruf gemacht haben zu können.
AM: Und das hast du mit Herz und Seele getan. Du hast nicht nur für die Erstauflage geschrieben, sondern warst auch der erste Redakteur, der ausschließlich für die Serie verantwortlich war. Du haste die Leserkontaktseite ebenso betreut wie den Report, du hast die Silberbände bearbeitet und Innenillustrationen für Atlan angefertigt. Was hat dir am meisten Spaß gemacht? Und gibt es etwas, wovon du im Nachhinein lieber die Finger gelassen hättest?
HoHo: Ohne lange nachzudenken: die LKS! Die ATLAN-Innenillus dagegen … naja, damals war ich froh und auch stolz darauf, dass Willi Voltz mich dazu ermuntert hat. Heute sind sie mir eher peinlich …
AM: Bei der Aufzählung habe ich Mythor nicht erwähnt. Die Fantasy-Serie fand ja außerhalb des Perryversums statt, doch haben viele damalige und spätere Rhodan-Autoren daran mitgeschrieben, unter anderem auch du. Vor wenigen Tagen gab Pabel-Moewig bekannt, die gesamte Serie, immerhin 192 Heftromane, in Form von E-Books neu aufzulegen. Erinnerst du dich an deine damalige Mitarbeit? Wenn ich mich nicht irre, müsste es deine erste Zusammenarbeit mit Willi Voltz gewesen sein.
HoHo: Klaus N. Frick hat mit mir hinsichtlich der "Neuauflage" ein Interview geführt. Klar freue ich mich darüber, dass diese Serie nun wieder zu lesen sein wird. Zur Mitarbeit wurde ich vom damaligen Chefredakteur Kurt Bernhardt förmlich gezwungen, andererseits müsse ich mit einer Atombombe rechnen. Willi verfasste ja die ersten zwanzig Exposés, ich war eigentlich erst für den Doppelband 11/12 eingeplant, aber dann rief Bernhardt wieder an und meinte, dass ich (der von Fantasy-Schreibe null Ahnung hatte) jetzt Band 2 schreiben müsste, weil der dafür vorgesehene Hubert Strassl (Hugh Walker) lieber im Garten seine Mohrrüben zählte als seine Termine einzuhalten. Aber Willi kannte ich schon lange vorher, angefangen von meiner allerersten Leserstory "Blockierte Seelen" auf einer ATLAN-LKS. Dann kamen die Karikaturen und mein erster "Antrittsbesuch" bei ihm in Heusenstamm, wo wir etwa zehn Minuten über meinen bevorstehenden Einstieg bei ATLAN quatschten und ansonsten drei Stunden lang über Country-Musik - natürlich bei "einem" Bier. Willi Voltz war für uns junge Autoren eine absolute Leitfigur und immer anzusprechen, wenn's irgendein Problem gab. Er war Vorbild, Kollege und Freund und hat der PR-Serie einen neuen, sehr nötigen Kurs gegeben.
HoHo: War er nicht? Und ich hab mir solche Mühe gegeben, einen seriösen und ernsten Roman zu verfassen! Als Willi Voltz mir ihn am Telefon ankündigte (also das Expo), habe ich ihn gewarnt! „Willi, du weißt ja, was diese Zahl für uns Rheinländer bedeutet?“ – Er darauf: „Tu dir keinen Zwang an, frisch von der Leber weg.“ – Das Ergebnis ist bekannt: 453 Bände Besinnungspause, bis mein Nachfolger im Verlag, Dr. Florian Marzin, mir anbot, mit Band 1564 wieder einzusteigen. Davon mal abgesehen, hat mich der Pabel-Moewig Verlag auch in der Zeit dazwischen nie hängen lassen - ich durfte das 5-bändige Lexikon machen, die Kommissar X-Romane für die Neuauflage redigieren usw. usf.
AM: War denn wirklich Heft 1111 schuld daran, dass du danach so eine lange Pause einlegen musstest? Man feuert einen Autor doch nicht wegen eines einzigen Romans. Das wäre ja eine ähnliche Fehlentscheidung wie damals, als Hennes Weisweiler Heinz Flohe aus der FC-Mannschaft geworfen hat. Heute weiß man es ohnehin besser. Deine Doppelelf genießt bei vielen Perry Rhodan-Lesern Kultstatus.
HoHo: Doch, das war so. Das heißt, Willi rief an und bot mir den Roman 1154 an, aber da war ich stinksauer, weil zwischenzeitlich (ohne Bewährungsauflagen wie bei mir) Rainer Zubeil (Thomas Ziegler) als festes Mitglied der Autorencrew eingestellt wurde. Den 1154 schrieb dann Wolfgang Kehl (Arndt Ellmer). 1111 konnte auch nur deshalb so erscheinen, weil ich mit der Ablieferung so spät war, das er nicht mehr umgeschrieben werden konnte. Außerdem gab es damals ein aus Willi, Schelwokat und Bernhardt bestehendes "Triumvirat", wo manchmal der eine nicht wusste, was der andere tat. Ich liebte Willi, mochte Bernhardt und achtete Schelwokat als SF-Spezialisten, konnte als Mensch jedoch nie mit ihm warm werden. (Mehr zu diesem Thema hätte Kurt Brand zu sagen.) :-)
AM: Eine letzte Frage kann ich mir nicht verkneifen. Woran denkst du bei der Zahl 3333?
HoHo: An die geheimen Pläne, die Leo Lukas und ich geschmiedet haben. :-) Und wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wäre es ein „Versöhnungsbier“ mit Klaus (vielleicht auf dem nächsten Colonia-Con) so wie mit dem anderen Klaus (Mahn) seinerzeit im Rastatter Bahnhofslokal.
AM: Vielen Dank für das Gespräch, lieber Horst. Mit deinen Antworten hast du sicher nicht nur mit Freude bereitet.
AM: Sechs Jahre sind seit deinem von vielen Lesern bedauerten Ausstieg bei Perry Rhodan vergangen. An mir sind diese sechs Jahre regelrecht vorbeigeflogen. Wie empfindest du diese Zeitspanne? War sie lang genug, um Abstand zu gewinnen?
HoHo: Ich hab’s ja versucht, lieber Achim, aber es geht einfach nicht. Das ist wie mit einer Frau oder Freundin, von der man sich enttäuscht fühlt – man behält sie trotzdem im Herzen. Am Anfang tobt man sich aus, bis man irgendwann kapiert, dass man sich selbst zum Idioten gemacht hat. Nein, Abstand zu PERRY werde ich nie gewinnen, will ich auch nicht. Heute, wo man als „Nur-Leser“ nicht weiß, wie‘s in der Handlung weitergeht … ist das fast wie in den alten, schönen Zeiten, als man voller Spannung auf den nächsten Band gewartet hat.
AM: Als du an Band 2509, Insel im Nebel, gearbeitet hast, wusstest du da schon, dass es nach 27 Jahren dein letzter Roman für die Erstauflage sein wird?
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| Perry Rhodan Weltcon 1986. Horst Hoffmann und Karl Dall auf der Bühne. |
AM: Arndt hat gesundheitliche Probleme? Das wusste ich nicht. Dann an dieser Stelle auch von mir gute Besserung, damit er der Serie noch lange erhalten bleibt. Doch zurück zu dir. Bei Atlan bist du ja schon 1977 eingestiegen. Du warst also insgesamt sogar 32 Jahre im Perryversum tätig. Kann man diese mehr als drei Dekaden als einen der prägendsten oder gar wichtigsten Abschnitte deines Lebens bezeichnen?
HoHo: Den wichtigsten und schönsten überhaupt. Ich bin dankbar dafür, meine Leidenschaft zu meinem Beruf gemacht haben zu können.
AM: Und das hast du mit Herz und Seele getan. Du hast nicht nur für die Erstauflage geschrieben, sondern warst auch der erste Redakteur, der ausschließlich für die Serie verantwortlich war. Du haste die Leserkontaktseite ebenso betreut wie den Report, du hast die Silberbände bearbeitet und Innenillustrationen für Atlan angefertigt. Was hat dir am meisten Spaß gemacht? Und gibt es etwas, wovon du im Nachhinein lieber die Finger gelassen hättest?
HoHo: Ohne lange nachzudenken: die LKS! Die ATLAN-Innenillus dagegen … naja, damals war ich froh und auch stolz darauf, dass Willi Voltz mich dazu ermuntert hat. Heute sind sie mir eher peinlich …
AM: Bei der Aufzählung habe ich Mythor nicht erwähnt. Die Fantasy-Serie fand ja außerhalb des Perryversums statt, doch haben viele damalige und spätere Rhodan-Autoren daran mitgeschrieben, unter anderem auch du. Vor wenigen Tagen gab Pabel-Moewig bekannt, die gesamte Serie, immerhin 192 Heftromane, in Form von E-Books neu aufzulegen. Erinnerst du dich an deine damalige Mitarbeit? Wenn ich mich nicht irre, müsste es deine erste Zusammenarbeit mit Willi Voltz gewesen sein.
HoHo: Klaus N. Frick hat mit mir hinsichtlich der "Neuauflage" ein Interview geführt. Klar freue ich mich darüber, dass diese Serie nun wieder zu lesen sein wird. Zur Mitarbeit wurde ich vom damaligen Chefredakteur Kurt Bernhardt förmlich gezwungen, andererseits müsse ich mit einer Atombombe rechnen. Willi verfasste ja die ersten zwanzig Exposés, ich war eigentlich erst für den Doppelband 11/12 eingeplant, aber dann rief Bernhardt wieder an und meinte, dass ich (der von Fantasy-Schreibe null Ahnung hatte) jetzt Band 2 schreiben müsste, weil der dafür vorgesehene Hubert Strassl (Hugh Walker) lieber im Garten seine Mohrrüben zählte als seine Termine einzuhalten. Aber Willi kannte ich schon lange vorher, angefangen von meiner allerersten Leserstory "Blockierte Seelen" auf einer ATLAN-LKS. Dann kamen die Karikaturen und mein erster "Antrittsbesuch" bei ihm in Heusenstamm, wo wir etwa zehn Minuten über meinen bevorstehenden Einstieg bei ATLAN quatschten und ansonsten drei Stunden lang über Country-Musik - natürlich bei "einem" Bier. Willi Voltz war für uns junge Autoren eine absolute Leitfigur und immer anzusprechen, wenn's irgendein Problem gab. Er war Vorbild, Kollege und Freund und hat der PR-Serie einen neuen, sehr nötigen Kurs gegeben.
AM: Ich habe ein Bild von dir und der leider verstorbenen Marianne Sydow gefunden. Verrätst du uns, was es damit auf sich hat?
HoHo: Das Bild von Marianne und mir entstand ca. 1978 bei ihrem ersten Besuch bei mir.
AM: Bist du eigentlich über die aktuelle Handlung auf dem Laufenden, oder hast du völlig mit Perry Rhodan abgeschlossen?
HoHo: Wie schon gesagt – wäre PERRY eine Frau, dann wär sie die Liebe meines Lebens gewesen. Und die kann man nicht einfach „vergessen“. Ich lese (zeitbedingt) nicht mehr jeden Roman, aber solche Highlights wie 2800 von Michelle Stern lassen das alte Leserherz immer wieder höher schlagen. Und die Romane von Leo Lukas sind immer wieder ein Hochgenuss.
AM: Da du Leo Lukas ansprichst, du warst zuweilen selbst für humoristische oder satirische Untertöne in der Serienhandlung bekannt. Unvergessen ist dein Roman mit der kölschen Jubiläumsnummer 1111 mit dem Titel Die Macht der Elf. Anhand der Reaktionen darauf und der bis heute anhaltenden Wirkung bei den (damaligen) Lesern kann man von einem Meilenstein innerhalb der Serie sprechen. Was hat dich damals zu diesem Husarenstück getrieben? Es war ja nun fürwahr kein Roman wie alle anderen auch.
HoHo: Das Bild von Marianne und mir entstand ca. 1978 bei ihrem ersten Besuch bei mir.
AM: Bist du eigentlich über die aktuelle Handlung auf dem Laufenden, oder hast du völlig mit Perry Rhodan abgeschlossen?
HoHo: Wie schon gesagt – wäre PERRY eine Frau, dann wär sie die Liebe meines Lebens gewesen. Und die kann man nicht einfach „vergessen“. Ich lese (zeitbedingt) nicht mehr jeden Roman, aber solche Highlights wie 2800 von Michelle Stern lassen das alte Leserherz immer wieder höher schlagen. Und die Romane von Leo Lukas sind immer wieder ein Hochgenuss.
AM: Da du Leo Lukas ansprichst, du warst zuweilen selbst für humoristische oder satirische Untertöne in der Serienhandlung bekannt. Unvergessen ist dein Roman mit der kölschen Jubiläumsnummer 1111 mit dem Titel Die Macht der Elf. Anhand der Reaktionen darauf und der bis heute anhaltenden Wirkung bei den (damaligen) Lesern kann man von einem Meilenstein innerhalb der Serie sprechen. Was hat dich damals zu diesem Husarenstück getrieben? Es war ja nun fürwahr kein Roman wie alle anderen auch.
| 74. Intercomic im November 2013. Verleihung des DARK STAR an Horst Hoffmann. |
AM: War denn wirklich Heft 1111 schuld daran, dass du danach so eine lange Pause einlegen musstest? Man feuert einen Autor doch nicht wegen eines einzigen Romans. Das wäre ja eine ähnliche Fehlentscheidung wie damals, als Hennes Weisweiler Heinz Flohe aus der FC-Mannschaft geworfen hat. Heute weiß man es ohnehin besser. Deine Doppelelf genießt bei vielen Perry Rhodan-Lesern Kultstatus.
HoHo: Doch, das war so. Das heißt, Willi rief an und bot mir den Roman 1154 an, aber da war ich stinksauer, weil zwischenzeitlich (ohne Bewährungsauflagen wie bei mir) Rainer Zubeil (Thomas Ziegler) als festes Mitglied der Autorencrew eingestellt wurde. Den 1154 schrieb dann Wolfgang Kehl (Arndt Ellmer). 1111 konnte auch nur deshalb so erscheinen, weil ich mit der Ablieferung so spät war, das er nicht mehr umgeschrieben werden konnte. Außerdem gab es damals ein aus Willi, Schelwokat und Bernhardt bestehendes "Triumvirat", wo manchmal der eine nicht wusste, was der andere tat. Ich liebte Willi, mochte Bernhardt und achtete Schelwokat als SF-Spezialisten, konnte als Mensch jedoch nie mit ihm warm werden. (Mehr zu diesem Thema hätte Kurt Brand zu sagen.) :-)
AM: Eine letzte Frage kann ich mir nicht verkneifen. Woran denkst du bei der Zahl 3333?
HoHo: An die geheimen Pläne, die Leo Lukas und ich geschmiedet haben. :-) Und wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wäre es ein „Versöhnungsbier“ mit Klaus (vielleicht auf dem nächsten Colonia-Con) so wie mit dem anderen Klaus (Mahn) seinerzeit im Rastatter Bahnhofslokal.
AM: Vielen Dank für das Gespräch, lieber Horst. Mit deinen Antworten hast du sicher nicht nur mit Freude bereitet.
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Horst Hoffmann,
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Perry Rhodan,
Science Fiction
Freitag, 8. Mai 2015
Perry Rhodan Planetenromane werden fortgesetzt
Von 1964 bis 1998 erschienen Perry Rhodan-Taschenbücher mit abgeschlossenen Abenteuern, die so genannten Planetenromane. Ich habe sie damals gesammelt, und viele davon besitze ich noch heute. Nach 415 Ausgaben ging es nicht weiter. Ab 2009 wurden ausgewählte Titel aus der Reihe als Taschenhefte neu aufgelegt, wieder unter dem Namen Planetenromane. Darunter war auch mein Roman Tod über Derogwanien. Diese Edition lief bis 2014 und brachte es auf 30 Ausgaben, dann war abermals Schluss.
Ich bedauerte diese Entscheidung, hatte ich die Reihe doch gelesen. Zwar nicht alle Ausgaben, aber doch einige. Darunter waren die großartigen Werke Invasion der Puppen von William Voltz und Terra in Trance von Robert Feldhoff, beide Autoren längst verstorben. Die genannten Romane kann ich allen an der Phantastik im allgemeinen und an Science Fiction im speziellen Interessierten wärmstens empfehlen.
Jetzt, nach einem Jahr, werden die Neuauflagen beim Zaubermond-Verlag fortgesetzt, künftig als Taschenbücher. Dabei werden jeweils zwei Romane in einem Band erscheinen. Die Nummerierung wird beibehalten, was hoffentlich auch für das Format gilt. Man will die Romane schließlich schön nebeneinander ins Regal stellen. Los geht es mit Robert Feldhoff, dann folgen Klassiker von H. J. Frey und Rhodan-Serienbegründer Walter Ernsting alias Clark Darlton. Finde ich gut, und ich hoffe, dass auch die Werke des vor zehn Jahren verstorbenen Kölner Autors Thomas Ziegler zu ihrem Recht kommen. Speziell eine Wiederveröffentlichung von Der Narrenturm ist überfällig - was natürlich Geschmackssache ist.
Ich bedauerte diese Entscheidung, hatte ich die Reihe doch gelesen. Zwar nicht alle Ausgaben, aber doch einige. Darunter waren die großartigen Werke Invasion der Puppen von William Voltz und Terra in Trance von Robert Feldhoff, beide Autoren längst verstorben. Die genannten Romane kann ich allen an der Phantastik im allgemeinen und an Science Fiction im speziellen Interessierten wärmstens empfehlen.
Donnerstag, 11. September 2014
10. Todestag von Thomas Ziegler
| Rainer und ich auf dem Coloniacon 2004 |
Bestes Beispiel ist für mich bis heute sein Planetenroman Der Narrenturm. Die abgedrehten Figuren Lukas Lorrimer, Famos O'Hack, Karnegoris Pan und ein entlaufener Würgebaum namens Jack the Ripper zeigten einen Thomas Ziegler in Bestform. Bizarre Aliens, überkandidelte Einfälle und ein an Satire grenzender Humor waren sein Markenzeichen, das er nicht nur in die Science Fiction einfließen ließ, sondern auch in seine Kriminalromane wie beispielsweise Koks und Karneval.
Rainer verwendete in seiner Schriftstellerkarriere weitere Pseudonyme. Henry Quinn und Robert Quint. Helmut Horowitz, John Spider und Tommy Z. Neben Perry Rhodan schrieb er für Die Terranauten, schuf mit Flaming Bess seine eigene Serie und verfaßte diverse eigenständige Romane, sowohl im Bereich der Science Fiction und der Fantasy als auch im Krimigenre. In der SF wurde er mehrfach mit dem renommierten Kurt-Laßwitz-Preis ausgezeichnet.
Ich lernte Rainer im Vorfeld eines Coloniacons persönlich kennen. Ich weiß nicht mehr, in welchem Jahr das war. Manfred M. und ich veranstalteten den damaligen Con, und wir wollten Thomas Ziegler unbedingt als Gast gewinnen. Wir fanden heraus, daß er in der Südstadt lebte, und schafften es tatsächlich, uns mit ihm zu verabreden.
Wir trafen uns im Filos, einer Mischung aus Kneipe, Bistro und Restaurant. Er erwartete wohl zwei pickelgesichtige Nerds, deren Sozialkompetenz beim Lesen von Perry Rhodan endete, und wir wußten nicht recht, wie wir uns ihm nähern sollten. Ziegler? Quint? Zubeil? Oder sonstwie? Was wir ihm auch sagten. Er meinte in seiner unkompliziert-augenzwinkernden Art, es sei schon okay, wenn wir ihn schlicht und einfach mit Präsident anreden. Damit war das Eis gebrochen.
Ende der Neunziger Jahre beschloß Jörg Kaegelmann, in seinem Blitz-Verlag Kurt Brands alte Raumschiff Promet-Geschichten mit neuen Abenteuern fortzusetzen. Dazu verpflichtete er Thomas Ziegler als Exposéautor. Ich war nicht nur stolz wie Bolle, als ich gefragt wurde, ob ich Lust habe, an der neuen Serie mitzuschreiben, sondern es ergab sich, daß Rainer und ich öfter miteinander zu tun hatten. Beim Schreiben der Romane nach seinen Expos hatte ich zu so mancher Szene Fragen. Er meinte stets: "Mach es einfach so, wie du es für am besten hältst." Das funktionierte ausgezeichnet, und wir kamen gut zurecht. Die Zusammenarbeit mit ihm war ein weiter Beweis für seine völlig unkomplizierte Art.
In der Folgezeit trafen wir uns des öfteren privat. So manches Mal saßen wir in der Südstadt im Litho, einem griechischen Restaurant. Nicht zum essen, sondern zum trinken. Ich bestellte Kölsch, Rainer blieb bei seinem geliebten Vecchia Romagna. Meistens hatten wir viel Spaß, denn so humorig wie in seinen Romanen war er auch bei zwischenmenschlichen Kontakten. Ich mochte ihn gleichermaßen als Mensch und als Autor. Die meisten seiner serienunabhängigen Werle stehen in meinem Bücherregal.
2004 war er abermals Besucher des Coloniacons und gerade erst zu Perry Rhodan zurückgekehrt, was seine Fans freute. Einige Monate zuvor war er mit seiner Lebensgefährtin umgezogen, innerhalb der Südstadt. Er bewohnte nun eine Wohnung mit Dachterrasse, von der aus der Blick Richtung Rhein ging. Ich erinnere mich noch daran, wie wir das letzte Mal zusammen dort oben in der Sonne saßen. Wir tranken eiskaltes Kölsch aus Flaschen, und Rainer freute sich darauf, wieder stärker bei Perry Rhodan einzusteigen. Er war begeistert, zukunftsgewandt und bestens aufgelegt. Seine Pläne konnte er jedoch leider nicht mehr verwirklichen. Wenige Tage später ist er gestorben, gerade einmal 47 Jahre alt.
In Bezug auf unsere Lebensweise, die Lockerheit und all die uns offen stehenden Möglichkeiten sagte er einmal zu mir: "Der Westen ist für mich das Licht der Welt." Ein bißchen von diesem Licht war er mit seinen Werken selbst. Wenn ich heute, an seinem zehnten Todestag, mit reichlich Schwermut an Rainer denke, fällt mir eine Textpassage ein, die Wolfgang Niedecken in dem BAP-Lied Dreimohl zehn Johre singt. "E Glas ob die von uns, die't hinger sich han. Mir sinn uns widder, irjendwo, irjendwann." Das will ich aber auch schwer hoffen.
Dienstag, 19. August 2014
Robert Feldhoff kompakt
Vorhin stolperte ich darüber - und konnte es irgendwie nicht so richtig glauben. Robert Feldhoff ist auch schon fünf Jahre tot? Vor meinem geistigen Auge sehe ich ihn an allen möglichen Orten sitzen. Auf der Frankfurter Buchmesse, im Restaurant eines Conhotels, auf allen möglichen Conbühnen. Meistens hatte er ein Lächeln auf den Lippen, der große, sympathische Stille aus dem Norden. Nicht selten stand ein Rechner vor ihm auf dem Tisch, an dem er inmitten des Trubels an einem Manuskript arbeitete.
Er schrieb nicht nur zahlreiche Heftromane und Taschenbücher für Perry Rhodan, sondern war jahrelang auch als Exposéautor für die Geschicke der Serie verantwortlich. Von manchen Autoren hat man viele Jahre später noch den einen oder anderen Roman besonders in Erinnerung. So geht es mir mit Roberts faszinierendem Planetenroman Terra in Trance , den ich am 21.10.2011 an gleicher Stelle besprochen habe, und mit seinem spannenden Space Thriller Grüße vom Sternenbiest.
Würde ich im Rhodan-Kosmos der vergangenen zwei Dekaden einen Lieblingsautor benennen, so wäre es zweifellos Robert Feldhoff. Er starb nach schwerer Krankheit am 17. August 2009, gerade einmal 47 Jahre alt. Anläßlich des 5. Todestags erschien in E-Book-Form soeben der Sammelband "Perry Rhodan Kompakt", Ausgabe 4, der fünf Erstauflagenromane des Autors sowie zwei Planetenromane enthält. Zum Gedenktag eine schöne Würdigung von Roberts Werk.
Er schrieb nicht nur zahlreiche Heftromane und Taschenbücher für Perry Rhodan, sondern war jahrelang auch als Exposéautor für die Geschicke der Serie verantwortlich. Von manchen Autoren hat man viele Jahre später noch den einen oder anderen Roman besonders in Erinnerung. So geht es mir mit Roberts faszinierendem Planetenroman Terra in Trance , den ich am 21.10.2011 an gleicher Stelle besprochen habe, und mit seinem spannenden Space Thriller Grüße vom Sternenbiest.
Würde ich im Rhodan-Kosmos der vergangenen zwei Dekaden einen Lieblingsautor benennen, so wäre es zweifellos Robert Feldhoff. Er starb nach schwerer Krankheit am 17. August 2009, gerade einmal 47 Jahre alt. Anläßlich des 5. Todestags erschien in E-Book-Form soeben der Sammelband "Perry Rhodan Kompakt", Ausgabe 4, der fünf Erstauflagenromane des Autors sowie zwei Planetenromane enthält. Zum Gedenktag eine schöne Würdigung von Roberts Werk.
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Dienstag, 5. August 2014
Vor 50 Jahren erschien Planet der Mock
Im Jahr 1964 erschien Perry Rhodan, die deutsche Science Fiction-Romanserie im Heftformat, bereits im vierten Jahr. 1961 war das Unternehmen Stardust gestartet und erfreute sich schnell riesiger Beliebtheit. Der Erfolg war so groß, daß man sich seitens des herausgebenden Moewig-Verlags entschloß, parallel zu den Heften eine Taschenbuch-Reihe auf den Markt zu bringen.
Anfang September 1964 kam das erste Taschenbuch an die Kioske und in Bahnhofsbuchhandlungen. Es trug den Titel Planet der Mock und stammte aus der Feder von Clark Darlton, mit bürgerlichem Namen Walter Ernsting und neben Karl-Herbert Scheer einer der beiden Rhodan-Erfinder. Die so genannten Planetenromane waren geboren. Im Gegensatz zu den wöchentlich erscheinenden Heftromanen mit fortlaufender Handlungsführung gab es monatlich eine Taschenbuchausgabe mit einer abgeschlossenen Geschichte. Sie war an die Hauptserie angelehnt und führte zuweilen, besonders in späteren Jahren, offen gebliebene Handlungsstränge zu einem Ende.
Die bei Moewig gestarteten Taschenbücher erschienen danach bei Pabel, später bei Heyne und schließlich im Burgschmiet Verlag. Sie brachten es im Laufe der Jahre auf insgesamt 415 Ausgaben und mehrere Nachauflagen. Der letzte Roman erschien 1998 mit dem Titel Raumpiloten. Er stammte von dem 2009 in Oldenburg verstorbenen Robert Feldhoff. Zuletzt kamen einige ausgewählte Romane der ursprünglichen Reihe in Taschenheftform noch einmal in den Handel, ohne daß neue Geschichten darunter waren. Dieser Reihe war leider kein langes Leben beschieden. (Ich berichtete am 3. Juli darüber.)
Die Taschenbücher jedoch waren eine Erfolgsgeschichte, die sich sehen lassen kann. Viele der alten Ausgaben stehen heute noch in meinem Regal, und ich habe gerade erst wieder einen Roman aus der Reihe gelesen, nämlich Das Erbe der Pehrtus von dem ebenfalls verstorbenen Peter Griese. 50 Jahre ist es nun her, daß der Moewig-Verlag den Schritt zu einer Taschenbuchausgabe des Erben des Universums wagte. Herzlichen Glückwunsch dazu.
Anfang September 1964 kam das erste Taschenbuch an die Kioske und in Bahnhofsbuchhandlungen. Es trug den Titel Planet der Mock und stammte aus der Feder von Clark Darlton, mit bürgerlichem Namen Walter Ernsting und neben Karl-Herbert Scheer einer der beiden Rhodan-Erfinder. Die so genannten Planetenromane waren geboren. Im Gegensatz zu den wöchentlich erscheinenden Heftromanen mit fortlaufender Handlungsführung gab es monatlich eine Taschenbuchausgabe mit einer abgeschlossenen Geschichte. Sie war an die Hauptserie angelehnt und führte zuweilen, besonders in späteren Jahren, offen gebliebene Handlungsstränge zu einem Ende.
Die bei Moewig gestarteten Taschenbücher erschienen danach bei Pabel, später bei Heyne und schließlich im Burgschmiet Verlag. Sie brachten es im Laufe der Jahre auf insgesamt 415 Ausgaben und mehrere Nachauflagen. Der letzte Roman erschien 1998 mit dem Titel Raumpiloten. Er stammte von dem 2009 in Oldenburg verstorbenen Robert Feldhoff. Zuletzt kamen einige ausgewählte Romane der ursprünglichen Reihe in Taschenheftform noch einmal in den Handel, ohne daß neue Geschichten darunter waren. Dieser Reihe war leider kein langes Leben beschieden. (Ich berichtete am 3. Juli darüber.)
Die Taschenbücher jedoch waren eine Erfolgsgeschichte, die sich sehen lassen kann. Viele der alten Ausgaben stehen heute noch in meinem Regal, und ich habe gerade erst wieder einen Roman aus der Reihe gelesen, nämlich Das Erbe der Pehrtus von dem ebenfalls verstorbenen Peter Griese. 50 Jahre ist es nun her, daß der Moewig-Verlag den Schritt zu einer Taschenbuchausgabe des Erben des Universums wagte. Herzlichen Glückwunsch dazu.
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Samstag, 5. Juli 2014
20. Todestag von Hans Peschke
Ich habe nicht gesehen, daß es irgendwo erwähnt wurde, auch nicht auf den einschlägigen Internet-Seiten. Ist der Mann schon in Vergessenheit geraten? Gestern vor 20 Jahren, am 4. Juli 1994, verstarb in Köln der Science Fiction-Autor Hans Peschke, der vorwiegend als Harvey Patton publizierte, aber auch unter weiteren Pseudonymen.
Peschke begann mit Veröffentlichungen in Fanzines, dann folgten in den Sechziger Jahren erste professionelle Romane. Anfang der Siebziger holte ihn Kurt Brand als Mitautor zu dessen neuer Serie Raumschiff Promet. Es folgten Terra Astra, Atlan, Perry Rhodan, Commander Scott. Und natürlich die Orion. Für die Rhodan-Hauptserie lieferte er nur einen einzigen Beitrag. Den habe ich seltsamerweise, ohne nachschauen zu müssen, noch heute im Kopf. Es war der Roman Die Körperlosen von Grosocht, Heft 747.
Ich sehe Hans Peschke noch da stehen, auf der Bühne im Jugendpark. Ein wenig gebeugt und körperlich nicht mehr ganz auf der Höhe. Es war der Coloniacon 1993, zu dem wir ihn als Gast eingeladen hatten. Er war nicht mobil und nicht mehr allzu gut auf den Beinen. Am Samstag Morgen fuhren wir mit dem Auto nach Köln-Porz, um ihn aus seiner bescheidenen kleinen Mietwohnung abzuholen. Wirtschaftlich ging es ihm nicht allzu gut. Ich glaube, er lebte im Alter von Sozialhilfe.
Hans Peschke zeigte sich als ruhiger, bescheidener Mann. Eher unauffällig, wie er sich im Publikum und auf der Bühne bewegte. Aber auch einer, dem es gut tat, noch einmal ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen. Das Schreiben fiel ihm schwer, mit dem Sprechen klappte es nicht mehr allzu gut. Um seine motorischen Fähigkeiten stand es nicht zum besten.
Ich ließ mir ein Autogramm von ihm geben. "Hans Pe." schrieb er mit zittriger Hand. Mehr bekam er nicht mehr zustande. Er wollte, doch es gelang ihm nicht. Das versetzte mir einen kleinen Stich. Daß Hans Peschke an seinem 20. Todestag kaum irgendwo Erwähnung findet, finde ich bedauerlich. Umso mehr freue ich mich über den folgenden Gastbeitrag seines ehemaligen Kollegen Horst Hoffmann. Vielen Dank dafür, lieber Horst.
Horst Hoffmann
Um Hans Peschke zu charakterisieren, gibt es für mich nur ein Wort: der Science-Fiction-Gentleman. Ich traf Hans zum ersten Mal im Zug nach Offenbach, von wo es weiter ging nach Heusenstamm zu meiner ersten Autorenkonferenz anlässlich des ATLAN-Zyklus ab Band 300. Ich hatte Muffensausen ohne Ende, denn bald würde ich den großen Idolen meiner Leseleidenschaft gegenüberstehen oder sitzen, von denen ich – bis auf Willi Voltz – alle bisher nur vom Schmökern oder Schreiben/telefonieren kannte. Johnny Bruck, Hans Kneifel, Clark Darlton … und und und …
Zur Beruhigung der Nerven tigerte ich, in Ergänzung zu den vorsorglich mitgenommenen Bierdosen, im Zug (der damals noch den schönen Rhein mit den tollen Burgen entlang fuhr) von Abteil zu Abteil, und in einem dieser Abteile saß ein kleiner, schmächtiger Mann, der mir von den wenigen Bildern, die es damals von ihm gab, bekannt vorkam. Ich schob die Tür auf und fragte, ob er Hans Peschke sei. Er war es, und von da an flatterten uns gemeinsam die Nerven, denn es war auch Hans‘ erste Konferenz. Wir waren schnell im Gespräch und ich lernte ihn als einen überaus liebenswürdigen, netten und bescheidenen Menschen kennen, der eigentlich gar nicht wusste, warum er eigentlich eingeladen war, denn ihm stand – im Gegensatz zu mir nach einem mehr als peinlichen „Wettbewerb“ mit Roland Rosenbauer um eine ATLAN-Chance – gar keine konkrete Aussicht auf einen Serieneinstieg in Aussicht.
Die bekam er auch erst einmal nicht, jedenfalls was ATLAN betraf. Hans hielt sich dann auch, als wir zuerst bei Johnny und Walter Ernsting am Tisch saßen, die bereits mindestens eine Whiskyflasche auf Walters Hotelzimmer erfolgreich vernichtet hatten, sowie beim anschließenden Essen mit der nach und nach eintreffenden Autorenmeute und erst recht beim damals noch üblichen Besäufnis meist still und vor sich hin schmunzelnd zurück und war auch als erster aufs Zimmer verschwunden, während ich vom gefürchteten und allmächtigen Cheflektor Kurt Bernhardt ins Verhör genommen wurde („Was arbeiten Sie denn so, Herr Hoffmann?“ – „Ich hab VWL studiert, aber abgebrochen.“ – „Das ist gut, dann können wir Sie gebrauchen.“).
Als wir am anderen Morgen beim Frühstück saßen, Marianne Sydow hatte mir mit ihren vorsorglich mitgeführten Alka Seltzer das Leben gerettet, war Hans wohl der einzige ohne Kater und verzog auch keine Miene, als er in Sachen ATLAN leer ausging – dafür aber ins brandneue Team für die bevorstehende ORION-Serie unter der Regie von H.G.Ewers berufen wurde, die bald legendäre 4-H-Crew: Horst Gehrmann, Hans Kneifel, Horst Hoffmann und … Harvey Patton! Hans-Harvey war selig und sprühte auf seine bescheidene Art schon auf unserer Rückfahrt vor Ideen.
Unsere zweite Begegnung war der Kleve-Con 1977 mit wiederum fast der gesamten PR-Prominenz, K.H.Scheer war auch da und … naja, jedenfalls teilten wir uns ein Zimmer im Con-Hotel, was insofern für ihn etwas unglücklich war, weil er sich wieder schon relativ früh von unserer geselligen Runde zum Schlafen zurückgezogen hatte und recht spät in der Nacht von dem damals recht prominenten SFCDler Frank Flügge und meiner Wenigkeit in Begleitung einer überaus attraktiven jungen Fännin aus allen Träumen geweckt wurde, mit der wir, nach Schließung der Bar, unbedingt noch einen Absacker aus der Minibar trinken mussten. Dass daraus nicht mehr wurde, war ein Verdienst, das ihm gar nicht hoch genug angerechnet werden konnte. Hans ertrug und meisterte die Situation mit dem Lächeln und Schweigen des Gentlemans.
Danach haben wir uns leider nie wieder gesehen, doch im Rahmen der ORION-Arbeit oft telefoniert oder geschrieben. Auf Hans Peschke war immer Verlass und er ging in der 4-H-Crew auf, hatte ständig neue Ideen und entwickelte diese auch nach der Einstellung der Serie weiter, seine Gedanken fanden ihren Niederschlag in Form einer „inoffiziellen“ Fortführung durch talentierte Fan-Autoren, die ihm auf diese Weise ein Denkmal setzten.
Hans Peschke war ein wundervoller Mensch, von dem wir uns alle noch viel mehr Romane gewünscht hätten. Dass er, nach einem einzigen Roman, nicht in der Verschleißmaschinerie von PERRY RHODAN verbraten wurde, hat ihm zu schaffen gemacht, was er aber nie offen zeigte. So gesehen, war er zwar ein kleiner Verlierer, aber ein großer Mensch, der sich den Spaß und die Freude am Schreiben nie hat nehmen lassen. Ich bin froh, dass ich ihn kennen lernen und mit ihm arbeiten durfte.
Horst Hoffmann
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Donnerstag, 3. Juli 2014
Planetenromane werden eingestellt
Die sogenannten Perry Rhodan-Planetenromane waren ursprünglich Taschenbücher mit abgeschlossenen Geschichten aus dem Rhodan-Universum. Häufig brachten sie Handlungsstränge zu Ende, die in der Hauptserie keinen befriedigenden Abschluß gefunden hatten. Ich hatte das Vergnügen, mit Band 405 Rückkehr nach Derogwanien einen Roman beisteuern zu dürfen. Insgesamt 415 Ausgaben erschienen in den Jahren von 1964 bis 1998. Dann war leider Schluß.
Ab 2009 gab es ein Wiedersehen mit den Planetenromanen. Zwar veröffentlichte der Verlag keine neuen Abenteuer, legte aber in zweimonatlichem Turnus ausgewählte Romane wieder auf, in einem anderen als dem ursprünglichen Format. Nun nicht mehr als Taschenbuch, sondern in Form von Taschenheften. Den Anfang machte Hubert Haensels Agent für Terra.
Ich freute mich durchaus, nach vielen Jahren die eine oder andere Geschichte wiederlesen zu können. Ich denke beispielsweise an Robert Feldhoffs großartiges Werk Terra in Trance, das ich hier im Blog besprochen habe, oder an William Voltz' Meilenstein Invasion der Puppen. Andere, ich gebe es unumwunden zu, haben mich schlicht gelangweilt.
Gefreut hat mich natürlich auch, daß unter den Wiederveröffentlichungen Rückkehr nach Derogwanien war. Meine auf dem Planet der Puppen spielende Geschichte um Ganerc-Callibso trug dabei den leicht veränderten Titel Tod über Derogwanien. Das Taschenheft erschien mit der Nummer 11 im März 2011. Kaum zu glauben, daß seitdem auch schon wieder mehr als drei Jahre vergangen sind.
Jetzt gab VPM bekannt, daß die Taschenhefte nicht weitergeführt werden. Mit Band 30, SOS aus dem Weltall von Clark Darlton, ist Schluß. Als Grund gibt der Verlag stark schwankende Verkaufszahlen an. Ich hatte gehofft, es käme irgendwann Thomas Zieglers herrliche SF-Humoreske Der Narrenturm an die Reihe. Nicht nur aus diesem Grund finde ich die Einstellung sehr bedauerlich.
Ab 2009 gab es ein Wiedersehen mit den Planetenromanen. Zwar veröffentlichte der Verlag keine neuen Abenteuer, legte aber in zweimonatlichem Turnus ausgewählte Romane wieder auf, in einem anderen als dem ursprünglichen Format. Nun nicht mehr als Taschenbuch, sondern in Form von Taschenheften. Den Anfang machte Hubert Haensels Agent für Terra.
Ich freute mich durchaus, nach vielen Jahren die eine oder andere Geschichte wiederlesen zu können. Ich denke beispielsweise an Robert Feldhoffs großartiges Werk Terra in Trance, das ich hier im Blog besprochen habe, oder an William Voltz' Meilenstein Invasion der Puppen. Andere, ich gebe es unumwunden zu, haben mich schlicht gelangweilt.
Gefreut hat mich natürlich auch, daß unter den Wiederveröffentlichungen Rückkehr nach Derogwanien war. Meine auf dem Planet der Puppen spielende Geschichte um Ganerc-Callibso trug dabei den leicht veränderten Titel Tod über Derogwanien. Das Taschenheft erschien mit der Nummer 11 im März 2011. Kaum zu glauben, daß seitdem auch schon wieder mehr als drei Jahre vergangen sind.
Jetzt gab VPM bekannt, daß die Taschenhefte nicht weitergeführt werden. Mit Band 30, SOS aus dem Weltall von Clark Darlton, ist Schluß. Als Grund gibt der Verlag stark schwankende Verkaufszahlen an. Ich hatte gehofft, es käme irgendwann Thomas Zieglers herrliche SF-Humoreske Der Narrenturm an die Reihe. Nicht nur aus diesem Grund finde ich die Einstellung sehr bedauerlich.
Mittwoch, 26. März 2014
Ein altersarmer Romanleser
In letzter Zeit stoße ich allenthalben auf den Begriff "Altersarmut". Ich kenne persönlich Menschen, die sich davor fürchten, ihr Seniorendasein dereinst in Armut verbringen zu müssen. Obwohl traurige Aussicht, ist das aber keine neue Entwicklung in der angeblich so wohlhabenden Bundesrepublik. Ich erinnere mich an eine Begebenheit aus den frühen Achtziger Jahren, als ich den Begriff weder kannte, noch etwas mit ihm hätte anfangen können.
Damals - und heute immer noch, nehme ich an - gab es in den Perry Rhodan-Heften alle paar Wochen einen mehrseitigen Beihefter, den sogenannten Report. Darin waren unter anderem Informationen und kleine Artikel rund um die Szene zu finden. Auch gehörten dazu die Kontaktnachrichten. Leser und Fans wandten sich an Gleichgesinnte, um Nachrichten auszutauschen, Clubs zu gründen und was der Dinge mehr sind.
Eines Tages stach mir eine Notiz ins Auge. Sie stammte von einem ehemaligen Perry Rhodan-Leser, der in Rente war und nun in den Riehler Heimstätten lebte. Die Riehler Heimstätten sind das größte mir bekannte Seniorenzentrum, bestehend aus mehreren einzelnen Wohnhäusern inmitten einer idyllischen Parklandschaft, gelegen im Kölner Stadtteil Riehl, mit Rheinblick und nur wenige Fußminuten vom Colonia-Hochhaus entfernt, in dem ich damals wohnte.
Der alte Herr schrieb, er habe viele Jahre Rhodan gelesen, könne sich von seiner schmalen Rente aber keine Romane mehr leisten. Er bat darum, falls jemand seine Hefte loswerden wolle, sie ihm kostenlos zukommen zu lassen. Dabei legte er keinen Wert auf Aktualität. Es konnten ruhig auch alte Hefte sein. Wie gesagt, unter Altersarmut hätte ich mir seinerzeit nichts vorstellen können, aber allein dieser Hilferuf bewegte mich irgendwie. Und nicht nur mich.
Thomas K. und ich packten also stapelweise Rhodan-Romane zusammen und marschierten kurzentschlossen zu den Heimstätten. Es gelang uns, den alten Herrn ausfindig zu machen, der, soweit ich mich erinnere, in einem kleinen Zimmer lebte und sich, wie offensichtlich zu sehen war, keine großen Sprünge erlauben konnte. Er war überglücklich und dankbar für das Lesematerial, das wir ihm tütenweise anschleppten.
Ich habe ihn danach nie wieder gesehen. Ich weiß nicht einmal mehr, wie er aussah, geschweige denn seinen Namen. Aber ich habe, ohne es damals zu ahnen, einen Vorgeschmack auf diesen Begriff bekommen, der mittlerweile in aller Munde ist.
Damals - und heute immer noch, nehme ich an - gab es in den Perry Rhodan-Heften alle paar Wochen einen mehrseitigen Beihefter, den sogenannten Report. Darin waren unter anderem Informationen und kleine Artikel rund um die Szene zu finden. Auch gehörten dazu die Kontaktnachrichten. Leser und Fans wandten sich an Gleichgesinnte, um Nachrichten auszutauschen, Clubs zu gründen und was der Dinge mehr sind.
Eines Tages stach mir eine Notiz ins Auge. Sie stammte von einem ehemaligen Perry Rhodan-Leser, der in Rente war und nun in den Riehler Heimstätten lebte. Die Riehler Heimstätten sind das größte mir bekannte Seniorenzentrum, bestehend aus mehreren einzelnen Wohnhäusern inmitten einer idyllischen Parklandschaft, gelegen im Kölner Stadtteil Riehl, mit Rheinblick und nur wenige Fußminuten vom Colonia-Hochhaus entfernt, in dem ich damals wohnte.
Der alte Herr schrieb, er habe viele Jahre Rhodan gelesen, könne sich von seiner schmalen Rente aber keine Romane mehr leisten. Er bat darum, falls jemand seine Hefte loswerden wolle, sie ihm kostenlos zukommen zu lassen. Dabei legte er keinen Wert auf Aktualität. Es konnten ruhig auch alte Hefte sein. Wie gesagt, unter Altersarmut hätte ich mir seinerzeit nichts vorstellen können, aber allein dieser Hilferuf bewegte mich irgendwie. Und nicht nur mich.
Thomas K. und ich packten also stapelweise Rhodan-Romane zusammen und marschierten kurzentschlossen zu den Heimstätten. Es gelang uns, den alten Herrn ausfindig zu machen, der, soweit ich mich erinnere, in einem kleinen Zimmer lebte und sich, wie offensichtlich zu sehen war, keine großen Sprünge erlauben konnte. Er war überglücklich und dankbar für das Lesematerial, das wir ihm tütenweise anschleppten.
Ich habe ihn danach nie wieder gesehen. Ich weiß nicht einmal mehr, wie er aussah, geschweige denn seinen Namen. Aber ich habe, ohne es damals zu ahnen, einen Vorgeschmack auf diesen Begriff bekommen, der mittlerweile in aller Munde ist.
Dienstag, 25. März 2014
Hallo, Terraner
Wenn man sich nach Jahren noch an Romane erinnert, nach Jahrzehnten gar, dazu an solche aus einer Heftromanserie, und wenn diese Erinnerung uneingeschränkt positiv ausfällt, dann ist das Bewertung dieser Werke genug. Mir geht es beispielsweise so bei Planet der Puppen und bei Welt ohne Menschen, bei Der Zeitlose, bei Laire, bei Die Kaiserin von Therm und dem fulminanten Doppelband Bardioc und Kosmischer Alptraum. All diese Romane haben etwas gemeinsam. Sie alle wurden in der Perry Rhodan-Serie veröffentlicht und - was viel bemerkenswerter ist - sie stammen aus der Feder ein und desselben Mannes. Nämlich aus der von William Voltz.
Als WiVo am 24. März 1984 starb, war er gerade einmal 46 Jahre alt. Ich war damals glühender Voltz-Anhänger, wofür oben aufgeführte Romane maßgeblich mitverantwortlich sind. Willis Tod bedeutete für einen jungen Leser und Fan wie mich einen schmerzhaften Schlag. Ich hatte ihm mal einen Brief an die Redaktion geschrieben, fragte neugierig und spekulierte, wie sich wohl dieser Themenstrang weiterentwickeln und wie jener enden würde. Ich erhielt wirklich ein Antwortschreiben, in dem er auf alle Punkte einging, wenn verständlicherweise auch äußerst vage. Unterschrieben war der Brief von Willi Voltz - ich glaube, er schrieb immer Willi statt William -, und ich war stolz wie Oskar.
Es waren diese, seine großen kosmischen Romane, die mich in den Bann schlugen. Doch generell gelang William Voltz immer wieder dieser Spagat in seinen Geschichten. Er schilderte Ereignisse mit gewaltigen, nahezu unüberschaubaren kosmischen Zusammenhängen und baute diese häufig um den kleinen Mann herum auf, der sich unversehens in Geschicke verstrickt sah, die nicht für ihn gemacht zu sein schienen, in denen er sich in einem übergeordneten Interesse aber behaupten mußte - und häufig genug tatsächlich behauptete. Was aber nicht selten dazu führte, daß diese "Kleinen Helden", wie Wolf Maahn solche Menschen besingt, am Ende daran zugrunde gingen. Diesbezüglich ziehe ich immer gerne die Parallele zu Philip K. Dicks Protagonisten, ordinary people, ganz normalen Menschen, die sich in einem unüberschaubaren Kosmos zurechtfinden müssen.
Ein weiterer in der Reihe dieser kosmischen Romane war der Meilenstein Band 1000, der, wie ich mich heute noch zu erinnern glaube, bei der Leserschaft wie eine Bombe einschlug. Deutlich wie nie trat in Der Terraner Voltz' humanistisches Weltbild in den Vordergrund, welches zweites großes Thema war neben seiner Vision, die er in Perry Rhodan als roten Faden verwendete. Die Vision von einer geeinten Menschheit, die nicht lediglich existiert und irgendwann vergeht, sondern die in einem kosmischen Plan eine Aufgabe hat, eine Bestimmung. Diese Vorstellung gefällt mir bis heute.
Willi Voltz war mein Lieblingsautor bei Perry Rhodan, an dessen beste Romane die seiner Kollegen um Längen nicht herankamen - was sich bis heute und in meiner Nachbetrachtung übrigens nicht geändert hat, auch wenn es danach einen Thomas Ziegler gab und viel später einen Robert Feldhoff, sowie auch die von mir geschätzten Kölner Recken Horst Hoffmann und Peter Terrid, ebenso Hubert Haensel.
Nur einmal hat WiVo mich erschüttert. Ich war geradezu vernarrt in Ganercs Puppenzivilisation auf der Welt Derogwanien. In Heft 944 wurde am Ende das Aussterben der Puppen angedeutet. Ich war dermaßen entrüstet, daß ich für ein Fanzine eine Kurzgeschichte schrieb, in der dieser Umstand abgeändert wurde. Die Puppen sollten weiterexistieren. Sie mußten weiterexistieren. Ich hielt es für meine hehre Aufgabe, dafür Sorge zu tragen.
Jahre später entstand aus dieser Fan Fiction der Roman Rückkehr nach Derogwanien, der als Perry Rhodan-Taschenbuch in der Reihe der Planetenromane erschien und später als Taschenheft mit dem abgeänderten Titel Tod über Derogwanien wiederveröffentlicht wurde. Zweifellos ist WiVo einer jener Autoren meiner Kindheit und Jugend, die mich zum Schreiben gebracht haben, Voltz mit obiger Geschichte sogar in ganz besonderer Weise.
Ich habe gestern ein Foto von Willi veröffentlich und füge heute ein weiteres hinzu. Beide sind irgendwann in den Siebziger Jahren entstanden. Mein Lieblingsautor gab in Köln eine Autogrammstunde, in der im Kellergeschoß untergebrachten, längst nicht mehr existenten Buchhandlung eines längst nicht mehr existenten Kaufhauses am Neumarkt. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich noch zu klein, um allein hinzugehen, sodaß meine Mutter mich begleitete. Mit meiner kleinen Ritsch-Ratsch-Kamera machte ich jede Mengen Aufnahmen von meinem Idol, das plötzlich vor mir saß. Zwei dieser Fotos habe ich dann Jahre später mit zu einem Con genommen, um sie mir von Willi signieren zu lassen. Es dürfte mein erster Con überhaupt gewesen sein, der Weltcon 1980 im Rosengarten in Mannheim. Die beiden Fotos mit Autogramm werden verständlicherweise gehütet wie mein Augapfel.
Eine Trivia am Rande sei noch erwähnt. William Voltz schrieb gelegentlich unter zwei Pseudonymen. Eins davon lautete Ralph Steven. Dies sind die Vornamen seiner beiden Söhne. Mit Ralph arbeite ich heute und schon seit Jahren zusammen. Er liefert nämlich sämtliche Titelbilder für Ren Dhark. Steven freue ich mich auf dem kommenden Coloniacon zum wiederholten Mal in Köln begrüßen zu dürfen. Und Willi wird immer mein liebster Rhodan-Autor bleiben.
Als WiVo am 24. März 1984 starb, war er gerade einmal 46 Jahre alt. Ich war damals glühender Voltz-Anhänger, wofür oben aufgeführte Romane maßgeblich mitverantwortlich sind. Willis Tod bedeutete für einen jungen Leser und Fan wie mich einen schmerzhaften Schlag. Ich hatte ihm mal einen Brief an die Redaktion geschrieben, fragte neugierig und spekulierte, wie sich wohl dieser Themenstrang weiterentwickeln und wie jener enden würde. Ich erhielt wirklich ein Antwortschreiben, in dem er auf alle Punkte einging, wenn verständlicherweise auch äußerst vage. Unterschrieben war der Brief von Willi Voltz - ich glaube, er schrieb immer Willi statt William -, und ich war stolz wie Oskar.
Es waren diese, seine großen kosmischen Romane, die mich in den Bann schlugen. Doch generell gelang William Voltz immer wieder dieser Spagat in seinen Geschichten. Er schilderte Ereignisse mit gewaltigen, nahezu unüberschaubaren kosmischen Zusammenhängen und baute diese häufig um den kleinen Mann herum auf, der sich unversehens in Geschicke verstrickt sah, die nicht für ihn gemacht zu sein schienen, in denen er sich in einem übergeordneten Interesse aber behaupten mußte - und häufig genug tatsächlich behauptete. Was aber nicht selten dazu führte, daß diese "Kleinen Helden", wie Wolf Maahn solche Menschen besingt, am Ende daran zugrunde gingen. Diesbezüglich ziehe ich immer gerne die Parallele zu Philip K. Dicks Protagonisten, ordinary people, ganz normalen Menschen, die sich in einem unüberschaubaren Kosmos zurechtfinden müssen.
Ein weiterer in der Reihe dieser kosmischen Romane war der Meilenstein Band 1000, der, wie ich mich heute noch zu erinnern glaube, bei der Leserschaft wie eine Bombe einschlug. Deutlich wie nie trat in Der Terraner Voltz' humanistisches Weltbild in den Vordergrund, welches zweites großes Thema war neben seiner Vision, die er in Perry Rhodan als roten Faden verwendete. Die Vision von einer geeinten Menschheit, die nicht lediglich existiert und irgendwann vergeht, sondern die in einem kosmischen Plan eine Aufgabe hat, eine Bestimmung. Diese Vorstellung gefällt mir bis heute.
Willi Voltz war mein Lieblingsautor bei Perry Rhodan, an dessen beste Romane die seiner Kollegen um Längen nicht herankamen - was sich bis heute und in meiner Nachbetrachtung übrigens nicht geändert hat, auch wenn es danach einen Thomas Ziegler gab und viel später einen Robert Feldhoff, sowie auch die von mir geschätzten Kölner Recken Horst Hoffmann und Peter Terrid, ebenso Hubert Haensel.
Nur einmal hat WiVo mich erschüttert. Ich war geradezu vernarrt in Ganercs Puppenzivilisation auf der Welt Derogwanien. In Heft 944 wurde am Ende das Aussterben der Puppen angedeutet. Ich war dermaßen entrüstet, daß ich für ein Fanzine eine Kurzgeschichte schrieb, in der dieser Umstand abgeändert wurde. Die Puppen sollten weiterexistieren. Sie mußten weiterexistieren. Ich hielt es für meine hehre Aufgabe, dafür Sorge zu tragen.
Jahre später entstand aus dieser Fan Fiction der Roman Rückkehr nach Derogwanien, der als Perry Rhodan-Taschenbuch in der Reihe der Planetenromane erschien und später als Taschenheft mit dem abgeänderten Titel Tod über Derogwanien wiederveröffentlicht wurde. Zweifellos ist WiVo einer jener Autoren meiner Kindheit und Jugend, die mich zum Schreiben gebracht haben, Voltz mit obiger Geschichte sogar in ganz besonderer Weise.
Ich habe gestern ein Foto von Willi veröffentlich und füge heute ein weiteres hinzu. Beide sind irgendwann in den Siebziger Jahren entstanden. Mein Lieblingsautor gab in Köln eine Autogrammstunde, in der im Kellergeschoß untergebrachten, längst nicht mehr existenten Buchhandlung eines längst nicht mehr existenten Kaufhauses am Neumarkt. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich noch zu klein, um allein hinzugehen, sodaß meine Mutter mich begleitete. Mit meiner kleinen Ritsch-Ratsch-Kamera machte ich jede Mengen Aufnahmen von meinem Idol, das plötzlich vor mir saß. Zwei dieser Fotos habe ich dann Jahre später mit zu einem Con genommen, um sie mir von Willi signieren zu lassen. Es dürfte mein erster Con überhaupt gewesen sein, der Weltcon 1980 im Rosengarten in Mannheim. Die beiden Fotos mit Autogramm werden verständlicherweise gehütet wie mein Augapfel.
Eine Trivia am Rande sei noch erwähnt. William Voltz schrieb gelegentlich unter zwei Pseudonymen. Eins davon lautete Ralph Steven. Dies sind die Vornamen seiner beiden Söhne. Mit Ralph arbeite ich heute und schon seit Jahren zusammen. Er liefert nämlich sämtliche Titelbilder für Ren Dhark. Steven freue ich mich auf dem kommenden Coloniacon zum wiederholten Mal in Köln begrüßen zu dürfen. Und Willi wird immer mein liebster Rhodan-Autor bleiben.
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