Mittwoch, 10. Oktober 2018

Vierzig Jahre Sultans of Swing

Mitte der Siebziger Jahre hörte ich die Bands, die in den damaligen Radiocharts liefen und im Fernsehen in Ilja Richters Disco auftraten, also beispielsweise Smokie, Mud, Kenny, Suzie Quatro, Status Quo. Das war der Kram, der auch auf den damaligen Schulfeten und bei den Geburtstagen von Klassenkameraden lief. Darüber hinaus war ich aber, in der zweiten Hälfte der Siebziger, vor allem Hardrock und ein bisschen Punk zugetan. An Deep Purple, Golden Earring, Uriah Heep und Black Sabbath, aber auch an den Sex Pistols kam man einfach nicht vorbei. (Iron Maiden, Saxon, Judas Priest, Motörhead und AC/DC standen bei mir erst ab 1979 in den Startlöchern.)

Schon vor Letztgenannten kam ein Tag, es muss 1978 gewesen sein, als aus dem Radio völlig unbekannte Töne an mein Ohr drangen. Ich erinnere mich, dass mich schon das Intro des Lieds gefangen nahm. Das Stück haute mich um, und ich bekam es nicht mehr aus dem Kopf. Es hieß Sultans of Swing und stammte von einer mir bis dato völlig unbekannten Band namens Dire Straits. Eine solche Musik hatte ich noch nie gehört, sie ließ sich in keine Kategorie einordnen und berührte mich mehr als alles andere. Sie kreierten einen eigenen Sound, der meine Hörwahrnehmung veränderte - was mir damals freilich noch nicht bewusst war. Hinzu kam Mark Knopflers unglaubliches Gitarrenspiel, das später in meinem Kopf unverwechselbar wurde. Wann immer ich das Stück danach hörte, konnte ich nicht sitzen bleiben. Es trieb mich geradezu auf die Beine.

Das erste Album der Dire Straits war der Auftakt zu einem beispielhaften Triumphzug der Londoner Band. Als ihnen 1980 mit ihrem dritten Album Making Movies der endgültige Durchbruch gelang, nahmen sie in meinem persönlichen Musikuniversum längst einen hohen Rang ein, der in den folgenden Jahrzehnten, auch nach der Auflösung der Band, nicht enden sollte. Live sah ich sie erst 1985 in der Kölner Sporthalle, die es längst nicht mehr gibt, und ein zweites Mal 1992 im ausverkauften Müngersdorfer Stadion. Ein ganz großes und unvergessliches Konzerterlebnis!

Das Album Dire Straits erschien am 10. Oktober 1978, also heute vor vierzig Jahren. Die Band gehört immer noch zu meinen Lieblingsbands und Sultans of Swing vom Debutalbum unverändert zu meinen All Time Favourites. Wenn ich es mal wieder höre, unterbreche ich das, was ich gerade tue, weil ich mich dann einfach auf nichts anderes konzentrieren kann. Daran haben die vier Dekaden seit Erscheinen nichts geändert. Mein Anspieltipp neben dem Originalalbum ist - aber bitte Lautstärkeregler nach oben, die Augen schließen und genießen. Unerreicht! - die Version auf dem Livealbum Alchemy, dem für mich trotz Made in Japan und Live Rust, trotz Rainbow on Stage und No Sleep 'til Hammersmith besten Livealbum der Rockmusikgeschichte.

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