Posts mit dem Label Hajo F. Breuer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hajo F. Breuer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 11. Mai 2018

Laudatio auf Hajo F. Breuer

Wie ich in meinem Bericht zur 83. Intercomic
https://achimmehnert.blogspot.de/2018/05/intercomic-83.html
schrieb, hielt ich dort die Laudationen für
die DARK STAR Preisträger 2017 und 2018,
Hajo F. Breuer und Rüdiger Schäfer.

Hier also die Laudatio für Hajo, die für Rüdiger folgt übermorgen.


--------------------


Hajo F. Breuer wurde 1954 in Düsseldorf geboren und verbrachte den größten Teil seines Lebens in seiner Wahlheimat Mönchengladbach. Bei den Verantwortlichen für die Verleihung des DARK STAR 2017, die aus organisatorischen Gründen erst in diesem Jahr stattfinden kann, stand er gleich aus mehreren Gründen als Preisträger auf der Agenda: für seine Verdienste um die deutsche Romanszene, für seine Verdienste um die deutschsprachige Science Fiction und für seine Verdienste auch in der Comicszene, in der er nämlich in der Frühzeit seines Schaffens tätig war.
 
Hajo studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie und war als Gymnasiallehrer qualifiziert. Sein Weg war jedoch der eines freischaffenden Künstlers, eines Autors, und den beschritt er zunächst als Übersetzer von Marvel-Comics für den deutschen Condor-Verlag. Ab 1983, also noch als Twen – ich gestatte mir, dieses neudeutsche Wort zu verwenden –, verfasste er für den Bastei-Verlag wöchentlich eine Ausgabe der Gespenster-Geschichten. Hierbei kam es zur Bekanntschaft und zur Zusammenarbeit mit dem im Februar 2018 verstorbenen Uwe Helmut Grave, den Hajo F. Breuer später mit zu Ren Dhark nehmen sollte.
 
Doch bis dahin sollten noch einige Jahre vergehen. Ende der Achtziger Jahre schrieb Hajo unter dem Titel Die neue Kultfigur MAX HEADROOM für den Bastei-Verlag eine Taschenbuchreihe zur gleichnamigen Fernsehserie. Zum gleichen Zeitpunkt wurde er zudem für den Hethke-Verlag tätig, wo er als Chefredakteur die DC-Comics betreute.
 
Was folgte, war und ist Hajos Opus Magnum, die Fortführung von Kurt Brands aus den Sechziger Jahren stammender Science-Fiction-Serie REN DHARK, die es seinerzeit auf 98 Heftromane brachte. Dann stellte der Kelter-Verlag die Serie kurzfristig ein. Zwar wurde Ren Dhark in den Folgejahren zweimal komplett neu aufgelegt, zu neuen Abenteuern kam es jedoch nicht.
 
Das änderte sich erst, als der HJB-Verlag eine weitere Neuauflage in Angriff nahm, allerdings nicht mehr in Heftform, sondern als repräsentative sechzehnbändige Buchausgabe. Wir sprechen heute vom Classic-Zyklus. Die Hardcover erwiesen sich jedenfalls als Glücksgriff, denn der Erfolg beim Publikum war so groß, dass eine Fortsetzung über die ursprünglichen 98 Romane hinaus schnell beschlossene Sache war.
 
Nun tat Verleger Hansjoachim Bernt, ohne es damals voraussehen zu können – vielleicht hat er es doch vorausgesehen –, einen noch größeren Glücksgriff. Zum Ende der Classics hin beauftragte er Hajo F. Breuer mit der Betreuung der Buchausgabe, für die Hajo ab Band 15 verantwortlich war. Für die Fortführung sollte Hajo dann sowohl als Exposé-Autor agieren als auch als Herausgeber – was dann, wie bekannt ist, auch geschah.
 
Insgesamt betreute Hajo die Ren Dhark-Serie von 1999 an über einen Zeitraum von 15 Jahren. Anfangs stützte er sich bei seinen Exposés für die neuen Abenteuer auf vorhandene Ideenskizzen von Kurt Brand, später erstellte er die Handlungsfortführung und die folgenden Zyklen bei den Redaktionskonferenzen mit seinem Autorenteam. Dabei führte er nicht nur die Hauptserie fort und übertraf dabei die 98 Heftromane Kurt Brands um ein Mehrfaches. Neben den abgeschlossenen Sonderbänden, ebenfalls gebundene Bücher, schuf er mehrere Ablegerserien, die als Paperbacks erschienen: namentlich Sternendschungel Galaxis, Forschungsraumer Charr sowie Der Mysterious.
 
Mich holte Hajo bereits 2000 ins Team, mein erster Dhark-Roman erschien 2001. Von Hajos Exposés war ich von Beginn an angetan. Ich merkte nämlich jedem von mir zu bearbeitenden Expo an, dass es nicht nur von einem Mann stammte, der seine Arbeit tut und seine Pflicht erfüllt, sondern der seiner Leidenschaft nachgeht. Er besaß die Gabe, nicht nur gute Exposés zu erstellen, sondern diese den einzelnen Autoren seines Teams gemäß ihren Vorlieben und Stärken maßgeschneidert auf den Leib zu schreiben.
 
Als Germanist legte Hajo Wert auf die deutsche Sprache. Anglizismen, wie jenes weiter oben von mir verwendete „Twen“, verabscheute er. „Für die meisten englischen Ausdrücke, die ihr einbaut“, sagte er zuweilen nach der Durchsicht eines Manuskripts, „könnte ihr auch ein deutsches Wort verwenden. Warum beispielsweise schwenkt die POINT OF in einen Orbit ein, wenn es doch eine Umlaufbahn gibt?“ Recht hatte er.
 
Hajo widmete sich der Ren Dhark-Serie mit Hingabe, mit Begeisterung, mit Euphorie. Dabei schaute er stets positiv in die Zukunft, und entschlossen. Von außen ließ er sich nicht in seine Arbeit hineinreden, auch nicht vom Verleger. Hajo zog seine Vorstellungen durch und hatte damit Erfolg. Wenn er einen eingeschlagenen Weg gewählt hatte und ihn für richtig hielt, verfolgte er ihn beharrlich, ging ihn konsequent weiter. Er konnte dann ein Dickkopf sein, aber im besten positiven Sinn.
 
Zu dieser Messe hier, der Intercomic, hatte Hajo übrigens eine besondere Beziehung – so wie sie auch zu ihm. Jahrelang fungierte er nämlich in Zusammenarbeit mit dem damaligen Veranstalter Norbert Hethke und mit Gerhart Renner als Messemoderator.
 
Verleger Hansjoachim Bernt bezeichnete Hajo F. Breuer einmal als den eigentlichen Boss der Ren Dhark-Serie, und ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass es Ren Dhark ohne Hajos unermüdliches Engagement nach innen und nach außen hin heute noch gäbe. Ren Dhark bis zur Rente machen, das war sein Traum. Leider war ihm die Erfüllung dieses Traums nicht vergönnt. Eine schwere Krankheit verhinderte es. Zum letzten Mal sahen wir uns bei der Ren Dhark-Konferenz 2014 in einem Bonner Hotel.

Hajo F. Breuer verstarb am 17. Oktober 2014 in Mönchengladbach. Er ist der zweite Preisträger nach Verleger Walter Lehning, der den DARK STAR postum verliehen bekommt.
 

Mittwoch, 9. Mai 2018

Intercomic 83

(c) Detlef Köster
Am Samstag fand die 83. Intercomic statt, die Internationale Comic- und Romanmesse, wie immer in der Köln-Mülheimer Stadthalle. Diesmal traf ich etwas später ein als gewöhnlich, doch immer noch vor dem Publikumseinlass. Da hatte sich vor der Halle bereits eine lange Schlange gebildet. Ich huschte daran vorbei und begrüßte zunächst meine Verleger Jörg Kaegelmann und Peter Hopf, deren Stände wie üblich in bester Lage gleich rechts hinter dem Eingang lagen.
 
Eine erste Runde durch die Räumlichkeiten folgte, bevor der Besucherandrang einsetzte. Die Händler und Aussteller bauten auf, und ich sah bereits das eine oder andere bekannte Gesicht. Ich begrüßte Verleger Heinz Mohlberg, Sprechblase-Mastermind Gerhard Förster, Sammlerherz-Herausgeber Hans Simon, Romantruhe-Chef Joachim Otto, Wäscher-Nachlassverwalter Hartmut Becker, den gesundheitlich stark angeschlagenen Gerhart Renner und die Mannschaft am Stand des Hansrudi Wäscher Fanclubs.
 
Nach meinem Hineinschnuppern in die Atmosphäre begann sich die Stadthalle zu füllen. Der Einlass hatte geöffnet, und die Besucher strömten in Scharen herein. Bald führte ich erste Gespräche, als sich zunächst Szene-Urgestein Werner Fuchs hinzugesellte und später der unter Pseudonym tätige Autor Kurt Smid sowie Hajo F. Breuers Witwe Heike Breuer eintrafen. Schließlich trudelten auch der Kölner Autor Robert Corvus und die Leverkusener Frohnatur Rüdiger Schäfer ein. Keine Frage, ich fühlte mich wohl, und schon jetzt verging die Zeit wie im Flug.
 
Dann ging es auch schon los mit den Pflichtterminen. Das Blitzlichtgewitter des von Gerhart Renner anberaumten obligatorischen Fototermins überfiel die dazu Geladenen: die oben genannten Robert Corvus und Rüdiger Schäfer, den Künstler Toni Rohmen, den grandiosen türkischen Maler und Zeichner Ertugrul Edirne sowie meine Wenigkeit. Wie immer ging das Shooting in lockerer Atmosphäre über die Bühne; es wurde gescherzt und gelacht. Trotzdem komme ich mir da immer ein wenig deplatziert vor.
 
Für eine Pause danach blieb mir keine Zeit, denn es ging unmittelbar weiter mit Preisverleihungen, speziell mit der Verleihung des DARK STAR. In diesem Jahr gab es ihn gleich in doppelter Ausführung. Nachdem die Vergabe des DARK STAR 2017 aus organisatorischen Gründen verschoben werden musste, ging er diesmal an zwei Preisträger. Die Ehrung für 2017 wurde dem ehemaligen Ren Dhark-Herausgeber Hajo F. Breuer postum zuteil, und für 2018 erhielt ihn Rüdiger Schäfer. Ich hatte die Ehre, beide Laudationen zu schreiben und nun bei der durch Gerhart Renner organisierten Vergabe auch zu halten. Seit 2009 wird der DARK STAR an Personen, die sich um das Genre Roman verdient gemacht haben, vom Hansrudi Wäscher Fanclub in enger Kooperation mit den Verlagen Heinz Mohlberg und Romantruhe sowie der Astro-Firma Sternpate.de vergeben.

Ich war ganz schön nervös. Ich glaube, mir zitterten sogar ein wenig die Hände. Trotzdem brachte ich die Ansprache zur allgemeinen Zufriedenheit über die Bühne. Heike Breuer nahm den DARK STAR stellvertretend für ihren verstorbenen Mann in Empfang, Rüdiger Schäfer den seinen mit sichtlichem Stolz. Beide sind auf dem Foto oben zu sehen, und meine Laudationen werde ich in den kommenden Tagen an dieser Stelle veröffentlichen. Die Preisverleihung wurde schließlich mit Urkundenvergabe, Sterntaufe und Sektempfang besiegelt.
 
Noch einmal spazierte ich durch die Räumlichkeiten, um mich mit Lesestoff einzudecken. Ein Stapel mir fehlender Perry Rhodan-Taschenbücher wanderte in meine Tasche, zwei Jeremiah-Comics und einer von Marshall Blueberry, dazu neue Magazine: die Sprechblase, das Sammlerherz und das Hansrudi Wäscher Magazin.
 
Das war's dann auch schon wieder, der Tag war geradezu an mir vorbeigeflogen. Die 83. Intercomic ist Geschichte, ich freue mich auf die 84. am 3. November, bei der ich selbstverständlich wieder zugegen sein werde.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Markt des Verbrechens

Der neue Ren Dhark ist erschienen. Heute habe ich meine Belegexemplare erhalten. Weg ins Weltall 52 mit Titel Markt des Verbrechens ist nicht nur die letzte Dhark-Ausgabe in 2014, das Buch löst, da ich es in Händen halte, auch gemischte Gefühle bei mir aus.

Es war das letzte Dhark-Werk, an dem Hajo F. Breuer beteiligt war. Mitten im Schreiben der Exposés verschlimmerte sich seine Krankheit dramatisch, und notgedrungen sprang Ben B. Black ein, um die Expos zu komplettieren. Vorübergehend, dachten wir alle, bis der etatmäßige Expokrat aus dem Krankenhaus kommt und wieder auf dem Damm ist. Doch dazu kam es bekanntlich nicht mehr. Die Krankheit war stärker als Hajo.

"Ren Dhark folgt der Spur der uralten Worgun-Artefakte, die sich quer durch die Milchstraße zu ziehen scheint. Plötzlich sieht er sich einer Gefahr von völlig unerwarteter Seite gegenüber. Währenddessen sucht Danog ut Keltris weiterhin nach Selena. Dabei führt ihn die Information aus einem geheimen Datennetzwerk zum Markt des Verbrechens."

Das vorliegende Buch schrieb ich gemeinsam mit Jan Gardemann und Uwe Helmut Grave. Die Titelgraphik stammt wie gewohnt von Ralph Voltz.

Montag, 8. Dezember 2014

Per Handschlag in die Zukunft

Ich arbeite gerade an Unitall 27, dem nächsten Ren Dhark-Sonderband. Um welche Verborgene Erkenntnis - so der Romantitel - es sich handelt, verrate ich noch nicht. Wohl aber möchte ich schon die grandiose Graphik fürs Titelbild zeigen. Von wem anders als Ralph Voltz könnte sie stammen? Welche beiden Herren aus dem Dhark-Universum oder gar unserer Wirklichkeit zeigt das Motiv?


Sonntag, 7. Dezember 2014

Das Geheimnis des Hyperkalkulators

Als ich mich gestern darüber echauffiert habe, auf welch verschlungenen Wegen die Belegexemplare des neuen Ren Dhark zu mir gelangt sind, habe ich es glatt versäumt, auf das Buch an sich einzugehen. Das möchte ich nachholen. Zumindest ein paar Worte zu Das Geheimnis des Hyperkalkulators sind nämlich zu verlieren.

Das gilt besonders für das Vorwort. Es ist das letzte aus der Feder von Hajo F. Breuer. Der langjährige Chef- und Exposéautor von Ren Dhark verfaßte es im Oktober, kurz vor seinem Tod. Zu diesem Zeitpunkt war er noch bester Dinge, bald wieder gesund zu werden, und ließ seine Lebensfreude in die Zeilen einfließen.

"Nun habe ich am letzten Sonntag einen Rundflug gemacht, und zwar mit einer Junkers Ju 52, gerne auch mal Tante Ju genannt. Das dreimotorige Flugzeug, mit dem ich unterwegs war (und das mir einen atemberaubenden Ausblick auf meine Heimat bot), ist am 6. September 1939 zugelassen worden, hat also mehr als 75 Jahre auf dem Wellblechbuckel. Und es flog zuverlässig wie eine Eins. Die Piloten starteten die drei Sternmotoren mittels elektrischem Anlasser, ließen sie kurz im Leerlauf arbeiten, bis die Öltemperatur im grünen Bereich war, rollten zur Startbahn und gaben Vollgas. Schon schwebten wir in der Luft."

Das würde mir sicher auch gefallen, aber meine Höhenangst macht mir bei einigen Dingen einen Strich durch die Rechnung. Über Raumschiffe zu schreiben fällt mir wesentlich leichter, als mich in ein Flugzeug zu setzen. Wahrscheinlich würde es mir sogar leichter fallen, mit der Point of einen Ausflug durchs Sonnensystem zu unternehmen, als mit der Ju 52 über Köln zu kreisen.

Doch zurück zum neuen Roman. In ihm werden die Raumfahrer von der Erde mit einem geheimnisvollen Hyperkalkulator konfrontiert, ganz wie der Titel es ausdrückt. Nicht weniger geheimnisvoll ist jener Unbekannte, der wie aus dem Nichts in der Point of auftaucht, eine eindringliche Warnung ausspricht und auf ebenso mysteriöse Weise wieder verschwindet. Dieses Wesen macht mir besonderen Spaß, und es wird im aktuellen Zyklus noch eine wichtige Rolle spielen.

Das vorliegende Buch wurde von Jan Gardemann, Uwe Helmut Grave und mir geschrieben, das Titelbild stammt wie gewohnt von Ralph Voltz. Beim Schmökern fiel mir wieder schmerzlich ein, daß unser Autorenteam beim Schreiben der Manuskripte noch aus fünf Leuten bestand, jetzt jedoch nur noch aus einem Quartett besteht.

Mittwoch, 19. November 2014

Post von Blacky

Sobald ich die Arbeit an einem Roman für Ren Dhark abgeschlossen habe - im Normalfall also alle zwei Monate -, schicke ich das Manuskript an den Verlag. Genauer, an den Exposéautor. Dann durchläuft mein Text Lektorat und Korrektorat, einschließlich zweier verlagsexterner Korrekturleser. Schließlich wird er mit den Beiträgen der Kollegen gesetzt und in druckfertigen Zustand gebracht.

Bevor das Buch gedruckt wird und lange bevor es erscheint, erhalte ich die Endfassung als Datei. In den bisherigen 13 Jahren meiner Mitarbeit an Ren Dhark kam sie immer von Hajo F. Breuer. Nun, für Weg ins Weltall 52, erreichte mich die Endfassung zum ersten Mal von Ben B. Black, der in Hajos Fußstapfen als Expokrat getreten ist. Das ist ein merkwürdiges Gefühl, auch wenn es sich nur um eine Marginalie bei der Entstehung des fertigen Buches handelt.

Ebenso war es Hajo F. Breuer, der stets das neueste Titelbild von Ralph Voltz auf der Fanseite von Ren Dhark online einstellte. (Bei der ihr gerne einmal vorbeischauen dürft. Wir würden uns freuen: www.rendhark-universe.net). Auch diese Aufgabe hat Blacky übernommen. Die Coverzeichnung für Band 53 ist wieder ein echtes Voltzsches Highlight. Zudem gewöhnungsbedürftig, wenn man die Form von Ren Dharks Raumschiff POINT OF im Kopf hat.


Montag, 10. November 2014

Eine Fahrt nach Mönchengladbach

Es war ein trauriger Anlaß, der mich gestern nach Mönchengladbach führte. Heike Breuer hatte zur Trauerfeier für ihren verstorbenen Mann Hajo eingeladen. Sie fand in gediegenem Ambiente statt, sehr geschmackvoll. Eine von Hajo geschätzte Lokalität, wie ich erfuhr.

Neben zahlreichen anderen Gästen war das komplette Team von Ren Dhark zugegen. Ich freue mich immer, die Kollegen zu sehen. Gestern waren es gemischte Gefühle. Es hätte unter anderen Umständen, unter glücklicheren, geschehen sollen. Im Frühjahr hatten wir uns noch zur Dhark-Autorenkonferenz getroffen. Da ging keiner von uns davon aus, den Rest der Bande so schnell wieder versammelt zu sehen. Schon gar nicht zu einem solchen Anlaß.

Eine schöne Bilderstrecke war aufgebaut. Hajo in typischen Situationen. Mit Frau und Schwiegermutter. Mit Autos. Mit seinen Hunden. So wie ich ihn kannte. Bilder mit den Dhark-Kollegen waren auch dabei, das hat mich gefreut. Klar, Heike kennt uns ja alle. Daneben lag ein Kondolenzbuch, auch darin enthalten ein Foto des Dhark-Teams. Es stammte von der letzten Autorenkonferenz. Hajo, Uwe, Blacky, Jan und ich. Es war das letzte Bild, das von uns Fünfen gemacht wurde. Ich war sehr berührt.

Während des Essens und in den Pausen lief in gedämpfter Lautstärke Hajos Lieblingsmusik. Vor allem von seiner Leib- und Magenband Status Quo. Freunde und Wegbegleiter Hajos sprachen ein paar Worte. Ich war dazu nicht fähig. Keine drei zusammenhängenden Sätze hätte ich herausbekommen. Dazu habe ich einfach zu nah am Wasser gebaut. Umso schöner war Uwes Ansprache, der knapp dreißig Jahre mit Hajo zusammengearbeitet hat, zunächst bei den Gespenstergeschichten im Bastei-Verlag und später bei Ren Dhark.

Es war eine würdige und stimmungsvolle Abschiedsveranstaltung. Ich wünsche Heike alle Kraft der Welt.

Sonntag, 2. November 2014

Ren Dhark hart und kompromißlos

Wieder habe ich die Arbeit an einem Ren Dhark-Roman abgeschlossen. Sie gestaltete sich merkwürdig, richtiggehend unwirklich. Streckenweise kam ich nur sehr langsam voran. Bei einigen Passagen war ich wie gelähmt. Denn es war mein erster Roman für Dhark, den ich nicht nach einem Exposé von Hajo F. Breuer geschrieben habe. Die Trauer und der Schwermut sind noch da.


Hajo begleitete mich bei jedem Kapitel. Bei jedem Absatz und jeder Zeile. Irgendwie hat er mitgeschrieben, was es mir leicht und schwer zugleich machte. Ich fühlte mich innerlich wie zerrissen. Einerseits hätte ich gern mehr Abstand gewonnen, mehr zeitlichen Abstand. Andererseits war mir beim Schreiben die ganze Zeit über bewußt, daß ich den Roman nun wirklich richtig ordentlich hinbekommen muß. Ich schrieb gerade an Hajos Vermächtnis, was mir bei der Arbeit einfach nicht aus dem Kopf ging. Ich hoffe, der Roman ist gelungen, für dich, mein Freund.

Zum ersten Mal stammte das Expo aus der Feder von Ben B. Black, der auch künftig dafür verantwortlich sein wird. Blacky hat es gut hinbekommen, und das wird er auch in Zukunft. Das freut mich, und davon bin ich überzeugt. Ich bin sicher, auch Hajo wäre mit dem Ergebnis zufrieden.

Ren Dhark selbst steht im Mittelpunkt meiner Romanhandlung. Sie ist sehr actionlastig, was gewisse Handlungselemente mit sich bringen. Dhark agiert härter als gewohnt, kompromißlos, vielleicht sogar etwas düsterer und pessimistischer. Er hinterfragt seine Motivationen, wird von Selbstzweifeln geplagt. Und tut das, was eben getan werden muß, auch wenn es Opfer mit sich bringt.

Samstag, 18. Oktober 2014

Hajo F. Breuer. 1954 - 2014

Hajo F. Breuer 2014
Hajo F. Breuer wurde am 6. Dezember 1954 in Düsseldorf geboren. Er studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie. Sein Studium finanzierte er mit Jobs in einer Schlosserei, im Kaufhaus, als Gymnasiallehrer im Fach Deutsch und als Skriptautor für verschiedene Comics. Seine Autorenkarriere begann mit dem Übersetzen von Marvel Comics für den Condor-Verlag. Ab 1983 textete er für den Bastei-Verlag die Comicserie Gespenster Geschichten. Ab 1989 betreute er die DC Comics für den Hethke-Verlag. Von 1999 bis zu seinem Tod gab er für den HJB-Verlag die Science Fiction-Serie Ren Dhark heraus. Hajo F. Breuer starb am 17. Oktober 2014 in Mönchengladbach.

Du hast mich zu Ren Dhark geholt, Hajo, damals, im Jahr 2001. Anfangs wollte ich gar nicht, weil ich die Serie nicht kannte und mir eine Mitarbeit daran nicht zutraute. Doch du hast nicht locker gelassen und mich überzeugt. Was für ein Glück, daß ich mich habe umstimmen lassen. Unvorstellbar, was ich alles versäumt hätte, hätte ich nicht auf dich gehört.

Du hast größeres Vertrauen in meine Fähigkeiten als Autor gehabt als ich selbst. Das ist all die Jahre so geblieben. Du hast mir stets das Gefühl gegeben, wirklich gebraucht zu werden. Du hast mich immer wieder wissen lassen, wie sehr du meine Romane schätzt. Es war mir dann immer ein bißchen peinlich, stimmt schon, doch natürlich habe ich mich wahnsinnig darüber gefreut.


Dreizehn lange Jahre haben wir bei Ren Dhark zusammengearbeitet. Nun kommt mir diese Zeit kurz vor, viel zu kurz. Ich hätte gern bis ins hohe Alter zusammen mit dir weitergemacht. Einen größeren Fürsprecher als dich habe ich nie gehabt. Schatten über Babylon war das erste Dhark-Buch, an dem ich mitgeschrieben habe. Insgesamt habe ich es unter deiner Ägide als Exposéautor zu satten 100 Romanen gebracht. Fürwahr eine Wahnsinnszahl, die ich gern mit dir zusammen weiter ausgebaut hätte. Denn deine Exposés habe ich immer mit Begeisterung zu Romanen ausgearbeitet, das weißt du.

Nun bist du fort, hast dich davongemacht. Eine Tatsache, die zu begreifen mir schwerfällt. Sie macht mich traurig, betroffen und auch ein bißchen wütend. Wütend auf das Schicksal oder eine höhere Macht? Ich weiß es nicht. Es ist unwirklich, daß du nicht mehr hier bist. Daß ich nicht mehr zum Telefon greifen kann, um dich nach irgendetwas bezüglich Ren Dhark zu fragen. Liebe Güte, 59 Jahre, das ist doch kein Menschenalter. Zumal du der Meinung warst, daß es weitergeht, immer weiter.

Ren Dhark-Autorenkonferenz 2014. Beim Blödsinnmachen:
Die Herren Grave, Mehnert, Gardemann, Black und Breuer.
Es stimmt, auf unserer letzten Autorenkonferenz sahst du gut aus, fit und gesund, wenngleich ein wenig hagerer als gewohnt. Du warst dabei, deine schwere Krankheit zu besiegen. Man hat sie dir nicht angemerkt. Du warst mit demselben Arbeitseifer wie immer bei der Sache. So wie ich dich kannte. „Ich habe einfach noch keine Lust zu sterben«, hast du gesagt. Damit war für dich klar, daß es auch nicht passieren wird. Und wirklich, du hast sie besiegt. Mit deinem Lebenswillen und deinem wunderbaren Sturkopf, daß die Dinge schon so eintreten werden, wie sie sollen, wenn man nur fest genug davon überzeugt ist und sich nicht geschlagen gibt.

Doch als alles gut zu sein schien, kehrte die Krankheit zurück. Abermals schaffte sie es nicht, dich unterzukriegen. Du hast dich ihr mit dem gleichen Willen widersetzt wie zuvor, und du warst zuversichtlich. Du warst sogar dermaßen zuversichtlich, daß du mich und die Kollegen mit deiner Überzeugung angesteckt hast. Hajo ist unverwüstlich, das glaubten wir so sehr wie du selbst. Es war ein tragischer Irrtum, leider.

Dein Tod ist ein Verlust für die deutsche Science Fiction-Szene und besonders für Ren Dhark. Ohne dich hätte die Serie, hätten die neu geschriebenen Geschichten nicht einen solchen Aufschwung erlebt. Ren Dhark war für dich nicht einfach nur eine Arbeit. Sondern die Geschichte, die du geliebt und der du dich mit Begeisterung und Hingabe verschrieben hast. Eine Herzensangelegenheit. Das war immer zu spüren.

Nun muß die Point Of ohne dich weiterfliegen. Ren Dhark hat seinen wichtigsten Mann verloren, seinen besten Mann. Du jedoch kannst du auf ein reichhaltiges Werk zurückblicken, das unter deiner Tätigkeit als Dhark-Chefautor entstanden ist. Es wird uns alle überdauern, eine tröstliche Vorstellung.

Ich muß grade an die erste Konferenz denken, an der ich teilnahm. Tagsüber haben wir ordentlich malocht und gebrainstormt, nach dem Abendessen war der Tag aber noch lange nicht vorbei. Du packtest edle Zigarren aus und stelltest zwei Flaschen guten Whisky auf den Tisch. Zigarren, für einen überzeugten Nichtraucher wie mich? Oje! Gepafft habe ich trotzdem. Und ordentlich gehustet, wenn ich mich recht erinnere. Das Kratzen im Hals ließ sich prima mit dem Whisky runterspülen. Wie oft haben wir später eigentlich beides in die Romane eingebaut, den Whisky und die Zigarren? Das Motiv kehrte immer wieder, ein schöner Running Gag.

Die Verbundenheit wie an diesem Abend herrschte im Ren Dhark-Team immer, was ich erst nach und nach mitbekam. Du hast hinter deinem Team gestanden, jederzeit und vorbehaltlos. Du konntest dich auf uns verlassen, so wie wir uns auf dich. Das ging weit über ein gewöhnliches Arbeits- und Kollegenverhältnis hinaus. Wir sind Freunde geworden, und darauf bin ich stolz. Denn diese Bezeichnung war bei dir nicht nur dahergesagt. Wenn deine Hilfe gebraucht wurde, hast du nicht lange überlegt, sondern gehandelt. Mehr als einmal hast du mir bei persönlichen Problemen geholfen. Einmal hast du dich direkt nach unserem Telefonat ins Auto gesetzt und bist nach Köln gefahren. Das vergesse ich dir nicht, Hajo.

Ich denke daran, wie du und ich bei Center TV im Fernsehstudio saßen und vor laufenden Kameras über Ren Dhark plauderten. An die wunderbaren Fantreffen mit Dhark-Lesern in Mönchengladbach, Landshut und Oy. Und daß du bei den meisten Telefonaten vor dem Auflegen immer noch schnell einen Witz erzählen mußtest. "Kennst du den?"

Ich werde dich vermissen, als Mensch und als Autor, als Kollegen und als Freund. Besonders als Freund. Bei jedem neuen Dhark-Buch, bei der Arbeit an meinen Manuskripten, werde ich an dich denken. Erst recht bei möglichen weiteren Autorenkonferenzen, bei denen du dann nicht mehr dasitzt, um uns alle mit deinem Enthusiasmus und deinem Arbeitseifer anzustecken.

Ich hoffe, daß du nun irgendwo mit den Herren Kurt Brand und Werner Kurt Giesa zusammenhockst und neue Ren Dhark-Abenteuer ersinnst. Sie werden zwar nicht das Licht der Welt erblicken, aber vielleicht tragt ihr sie mir eines Tages vor, wenn ich an der Reihe bin. Bis dahin versuchen wir, das Team, dein Team, die Geschichten unseres wackeren Weltraumfahrers in deinem Sinne fortzusetzen. Ich hoffe, es möge lange klappen. Es wäre schön, wenn du uns dabei zuschauen würdest. Schick uns hin und wieder mal einen Geistesblitz, wenn uns die Ideen ausgehen.

Ich bin glücklich, dich gekannt zu haben. Und daß ich mich deinen Freund nennen durfte. Es war eine Ehre, mit dir zusammenzuarbeiten. Danke für alles, Hajo.

Samstag, 19. April 2014

Der 9. Zyklus

Ich schreibe gerade am Ende des Abschlußbandes des laufenden Ren Dhark-Zyklus. Da paßt es, daß mich heute das Rahmenexpose für den kommenden Zyklus erreichte. Den Handlungsfortgang haben wir bekanntlich vor wenigen Wochen auf der diesjährigen Autorenkonferenz erarbeitet. Nun hat Hajo F. Breuer unsere Arbeitsergebnisse fixiert und an Ben B. Black, Jan Gardemann, Uwe Helmut Grave und mich geschickt. Bevor es an die eigentlichen Romanexposes geht, ist das die letzte Gelegenheit, Einwände zu erheben. Ich habe keine.

Ich bin sogar erstaunt, welche Fülle an Material wir an einem Wochenende erarbeitet habe. Mit ein wenig zeitlichem Abstand kommt mir das erst richtig zu Bewußtsein. Der Fortgang der Geschichte strotzt vor Ideen, das darf ich ruhigen Gewissens postulieren. Es wird kosmisch, und auch manche Einzelschicksale werden uns und die Leser beschäftigen. Verrate ich zuviel, wenn ich ankündige, daß eine der Figuren aus dem erweiterten Feld der Hauptpersonen den Löffel abgibt? Neben neuen Charakteren wird ein altbekanntes Volk auftreten und eine tragende Rolle spielen. Ein Volk, mit dem - das behaupte ich einfach mal - niemand, aber wirklich niemand rechnen dürfte. Doch genug der Andeutungen.

Verwundert war ich, weil Hajo die kommenden Abenteuer in seinem Rahmenexpo als den 9. Zyklus ankündigte. Da bin ich wohl mit der Zählung durcheinander geraten und habe flugs recherchiert. Natürlich hat er recht. Ernsthaft daran gezweifelt habe ich sowieso nicht. Hier ein kurzer Überblick über die vorangegangenen Zyklen:

Classic-Bände:
1. Zyklus: Hope/Invasion der Erde
Buch 1 - 5, Handlungszeitraum 2051
2. Zyklus: G'Loorn
Buch 6 - 8, Handlungszeitraum 2052
3. Zyklus: Die Suche nach den Mysterious
Buch 9 - 16, Handlungszeitraum 2056

Drakhon:
4. Zyklus: Die galaktische Katastrophe
Buch 1 - 12, Handlungszeitraum 2057
5. Zyklus: Expedition nach Orn
Buch 13 - 24, Handlungszeitraum 2058

6. Zyklus: Bitwar
Buch 1 - 12, Handlungszeitraum 2062

Weg ins Weltall:
7. Zyklus: Eiswelt Terra
Buch 1 - 24, Handlungszeitraum 2064/2065
8. Zyklus: Notruf aus Orn
Buch 25 - 48, Handlungszeitraum 2066/2067

Und nun also sage und schreibe der 9. Zyklus. Ich freue mich, daß ich bei der Fortschreibung seit Drakhon dabei bin. Und ich freue mich mindestens genauso, es auch in Zukunft zu sein. Denn die Erfolgsgeschichte von Ren Dhark wird hoffentlich noch lange weitergehen. Meinetwegen kann der wackere Weltraumrecke mich eines Tages gern überleben. Es muß ja noch nicht so bald sein.

Montag, 3. März 2014

Erfolgreiche Ren Dhark Autorenkonferenz

Der laufende Zyklus des Ren Dhark-Epos um die Kraval geht dem Ende entgegen. Im Sommer erscheint der abschließende Band. Somit höchste Eisenbahn also für das Autorenteam, sich Gedanken über den Handlungsfortgang zu machen. So trafen sich die Macher am vergangenen Wochenende in einem Hotel in Bonn. Während draußen der Karneval tobte, ging ich mit Hajo F. Breuer, Uwe Helmut Grave, Jan Gardemann und Ben B. Black in Klausur.

Schon am Freitag zeichnete sich ab, daß wir vor Tatendrang nur so sprühen. Erste mitgebrachte Ideen wurden vorgetragen und diskutiert, bevor wir den Abend mit einem guten Single Malt beschlossen. Samstag war der Hauptkampftag. Dies war meine fünfte Ren Dhark-Autorenkonferenz in den vergangenen zehn Jahren, und ich staune immer wieder über die Produktivität, die sich entfaltet, wenn man auf engem Raum kreativ zusammenhockt und dann ein Kollege die Ideen des anderen aufgreift, weiterentwickelt und variiert. Natürlich wird auch vieles verworfen. Um Wolfgang Niedecken in abgewandelter Form zu zitieren: Keine Idee ist unersetzlich.

Nach dem gemütlichen Abendessen in einem nahe gelegenen Restaurant waren wir sicher, eine Menge geschafft und wesentliche Grundlagen für den kommenden Zyklus gelegt zu haben. Er wird spannend, abenteuerreich und reichlich bunt werden. Neue Völker werden ebenso in Erscheinung treten wie altbekannte Freunde und Feinde. Konflikte sind vorprogrammiert, und eine große Gefahr kommt auf die Menschheit und die Milchstraße zu, verbunden mit einem noch größeren Rätsel. Die Wächter, sehr beliebt bei den Lesern, werden eine wichtige Rolle bei den kommenden Ereignissen spielen. Jemand aus dem erweiterten Kreis der Hauptfiguren muß sogar sein Leben opfern. Es darf also spekuliert werden.

Sonntag erarbeiteten wir weitere Einzelheiten sowohl für die Hauptserie als auch für die Sonderbände. Als wir gegen Mittag die Arbeit einstellten, war ich ziemlich kaputt. Solch ein zweitägiges Brainstorming hinterläßt seine Spuren. Wir gingen in dem Bewußtsein auseinander, einen weiteren tollen Zyklus für die Leser ersonnen haben. Für den wackeren Raumfahrer Ren Dhark kann die Zukunft kommen. Wie man so schön sagt: Wir sind gut aufgestellt.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Vorweihnachtliche Verlagstradition

So sicher wie das Amen in der Kirche sind zwei Postsendungen, die mich jedes Jahr wenige Tage vor Weihnachten erreichen. Die eine kommt vom Ren Dhark-Chefautor. Hajo F. Breuer läßt es sich nämlich nicht nehmen, jedem aus dem Autorenteam eine Flasche Single Malt zu schicken. Der Autorengaumen will ja verwöhnt sein. Die Flasche mit dem verlockend golden schimmernden Naß steht ungeöffnet und von Kerzen angestrahlt hinterm Adventskranz. Ich glaube, morgen werde ich eine Geschmacksprobe durchführen.

Die andere Sendung stammt aus der Perry Rhodan-Redaktion. Es ist eine hübsch bunte Karte mit jährlich wechselndem Motiv, die von allen Redaktionsangehörigen unterschrieben ist. Diesmal stammt die Graphik von dem Künstler Michael Vogt. Sie zeigt drei Personen, die aus einer Raumschiffluke springen und an einem riesigen Kristall runterrutschen, nämlich eine Frau, einen Mann und einen Außerirdischen. Der Mausbiber Gucky ist unverkennbar, und bei dem Mann handelt es sich vermutlich um den Sofortumschalter Rhodan höchstselbst. Ich habe jedoch keine Ahnung, wen die dunkelhaarige Frau darstellen soll.

Montag, 17. Juni 2013

Steven Trainor auf den Spuren von Indiana Jones

Bel Air ist eine Welt mit heilsamen Eigenschaften. Ganz besondere Aromen in der Luft wirken sich wohltuend auf den Organismus von Bewohnern und Besuchern aus. Verantwortlich dafür sind spezielle Kristalle im Boden. Doch welches Geheimnis steckt eigentlich hinter ihnen? Es ist kein Wunder, daß nicht nur die Menschen sich diese Frage stellen. Ebenso wenig verwunderlich ist, daß die heilende Wirkung Begehrlichkeiten bei anderen Völkern weckt.

Dies ist erst der Anfang einer phantastischen Geschichte, die nicht nur durch Raum und Zeit führt, sondern an einen Ort, den niemand jemals für möglich gehalten hätte. Es beginnt ein Spiel mit unterschiedlichen Zeitabläufen. Unversehens gerät Steven Trainor in einen Konflikt, mit dem eigentlich weder er zu tun hat, noch die Menschheit. Eigentlich, denn zuweilen entstehen Freundschaften, mit denen man niemals gerechnet hätte.

Die näheren Umstände finden sich in Hundert Jahre Krieg. Am Wochenende habe ich die Arbeit am nächsten Sonderband für Ren Dhark abgeschlossen und das Manuskript an den Verlag geschickt. Mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Hajo F. Breuer, der ein spannendes und selbst unter philosophischen Gesichtspunkten interessantes Vorwort zu meinem Roman beigesteuert hat, präsentiere ich den Freunden von Ren Dhark schon mal einen kurzen Textauszug.
»Sie huschten wie Gespenster durch den dichten Wald, kaum mehr als Schatten ihrer Selbst. Nicht nur die Bäume boten Deckung, auch das Unterholz erschwerte die Sicht. Durch das fast vollständig geschlossene Blätterdach fiel wenig Licht ein. An manchen Stellen stachen Sonnenstrahlen wie Lanzen durch das Grün, an wenigen anderen fielen flirrende Lichtvorhänge bis zum Boden. Sie schufen eine unwirkliche Atmosphäre, lieferten märchenhafte Anklänge, welche sie aus einer Traumsequenz in die Wirklichkeit transportierten.
Die Freunde umgingen eine Kolonie doppelt mannshoher Farn­gewächse, aus der vielstimmiges Zirpen erklang. Ganz un­bewohnt war der Wald also doch nicht. Das bestätigte sich, als ein unterarmlanges Pelzbündel, einem Opossum ähnlich, ihren Weg kreuzte. Es hielt kurz inne, betrachtete die Zweibeiner aus schwarzglänzenden Knopfaugen und wieselte weiter. Mit den Händeln der Menschen wollte es nichts zu schaffen haben.
Trainor bewegte sich an der Spitze der Gruppe. Er hatte sei­nen Multikarabiner geschultert und hielt nach möglichen Wach­posten Ausschau. Es schien keine zu geben. Weit abseits jegli­cher Zivilisation fühlten sich die unbekannten Gräber sicher. Schließlich lagen Tausende Kilometer zwischen ihnen und der nächsten Ansiedlung, und die Ruinenstadt war der planetaren Bevölkerung nicht bekannt. Das dachten sie zumindest – ohne von den Satellitenaufnahmen Kenntnis zu haben. 
Zwischen den Bäumen erhob sich wie gewachsen eine stei­nerne Stele. Ornamente bedeckten den oberen Teil, auf dem sich Grünspan abgesetzt hatte. Dämonische Fratzen mit leeren Au­genhöhlen starrten den Besuchern entgegen. Die meisten waren insektoiden Charakters. Die Feuchtigkeit des Waldes vermittelte den Eindruck von Eigenleben, das sich jeden Moment in Bewe­gungen ausdrücken konnte. Offenbar war der Eindruck beab­sichtigt gewesen. Die steinernen Monumente hatten furchtsame Gemüter in die Flucht schlagen sollen. Am Fuß des uralten Ar­tefakts rankte Dornengestrüpp, das in Fugen und im vom Zahn der Zeit angenagten Material Halt fand. Ein paar Meter weiter erhoben sich weitere Hinterlassenschaften des unbekannten uralten Volkes. Die Ruinenlandschaft war ausgedehnter als zunächst angenommen.
Für einen Augenblick glaubte Trainor statt des Multikarabi­ners eine Peitsche über seiner Schulter hängen zu haben. Er vermochte die Assoziation nicht zu greifen. Vermutlich stammte die Sequenz aus einem uralten Film, den er als Kind gesehen hatte, doch ihm gelang keine Zuordnung. Er wischte den Gedanken beiseite und griff, wie um in die Wirklichkeit zurückzukehren, nach dem Handstück des Karabiners. Denn Stimmen drangen durch den Wald, vom Wind herübergetragene Wortfetzen, die keinen Sinn ergaben.«

Freitag, 26. April 2013

Besuch aus Feindesland

Oder besser gesagt, vom Niederrhein. Denn das mit dem Feindesland bezieht sich auf die Fußballrivalität zwischen Köln und Mönchengladbach und sollte jetzt, bitte schön, nicht so ernst genommen werden. Zumal mein Besucher mit Fußball wenig bis gar nichts am Hut hat. Mit Autos dafür umso mehr. So holte er mich mit seinem 1956er Rolls Royce ab, mit dem ich dann durch die Kölner Innenstadt kutschiert wurde.

Die Rede ist von Hajo F. Breuer, dem Chefautor und Exposeschreiber von Ren Dhark. Hajo erwies sich wieder einmal als guter Freund, denn er war extra aus Mönchengladbach hergekommen, um mir in einer kniffligen Angelegenheit Beistand zu leisten. Sowohl direkt als auch indirekt hatte es etwas mit unserer gemeinsamen Arbeit an Ren Dhark zu tun.

In Sachen Dhark gibt es sowieso immer etwas zu besprechen. So auch diesmal, schließlich werden derzeit die Beiträge für das 42. Buch geschrieben. Mit dessen Erscheinen im Juni ist die erste Hälfte des laufenden Zyklus dann schon wieder vorbei. Grund genug, sich allmählich Gedanken über den Fortgang der Handlung danach zu machen. Der Zyklus-Abschlußband wird übrigens im kommenden Sommer etwa zur Zeit des Coloniacons erscheinen. Anlaß genug für ein Ren Dhark-Panel, das mein Kollege Ben B. Black und ich auf dem Con abhalten werden.

Mittwoch, 10. April 2013

Ren Dharks Freunde trafen sich im Allgäu



Schon am vergangenen Wochenende fanden einige aktive Teilnehmer des Ren Dhark-Forums in Oy im Allgäu zusammen. Es war bereits das vierte Treffen dieser Art, aber das erste, das am Freitag begann und bis Sonntag dauerte. In früheren Jahren war ich in Mönchengladbach und Landshut dabei, die letzte Zusammenkunft in Tübingen habe ich aus Zeitgründen leider verpaßt. Umso mehr freute ich mich, diesmal wieder dabei sein zu können. Neben den im Forum aktiven Fans war mit Hajo F. Breuer, Ben B. Black und meiner Wenigkeit auch das halbe Dhark-Team zugegen. Nach der Oy umgebenden Bergkulisse hielt ich allerdings vergeblich Ausschau. Rings um den Ort war alles im Nebel versunken. Ein wenig fühlte ich mich wie bei Welt am Draht.

Bereits am Freitagabend saßen wir bei einem gemütlichen Diner zusammen. Wie bei solchen Veranstaltungen üblich, dauerte es nicht lange, bis die ersten Fragen über den Fortgang der Serienhandlung gestellt wurden. Wir haben ein paar kryptische Brocken preisgegeben, unter denen man sich - auch das ist bei solchen Zusammentreffen üblich, schließlich will man nicht zu viel verraten und dadurch die Spannung reduzieren - alles und nichts vorstellen kann. Ren Dhark war jedoch nur ein Thema unter vielen, über das gesprochen wurde. Irgendwie hatte ich das Gefühl, daß der Freitag vorüber war, kaum daß er begonnen hatte. Das ist ein prima Indikator dafür, daß es nie langweilig wurde.

Das gilt genauso für den Samstag. Im Autokorso fuhren wir durch verschneite Landschaft nach Oberstdorf. Zu meinem großen Bedauern waren auch dort keine Berge zu sehen. Mehr und mehr kam ich zu dem Schluß, daß sie überhaupt nicht da sind, sondern als Werbelüge dazu dienen, gutgläubige Touristen anzulocken. Der einzige Hinweis darauf, daß sie doch existieren könnten, war eine Seilbahn, die nahe der Skisprungschanze hinauf fuhr, dann aber im Nebel verschwand und nicht mehr gesehen wurde. Dabei fiel mir dann spontan die Axte X-Folge Seilbahn zu den Sternen ein. Unseren Spaß hatten wir dennoch, besonders beim nachmittäglichen Kuchen. Auf den Kaffee verzichtete ich zugunsten eines Obstlers.

Abends gab es im Hotel für die versammelte Truppe ein sechsgängiges Candle Light Diner. Das Essen war klasse, das Weißbier nicht minder - ich weiß, wäre ich weniger Banause, hätte ich zu jedem Gang den passenden Wein bestellt - und die Stimmung sowieso. Es hat wirklich Spaß gemacht mit so einem Haufen netter Leute. Entsprechend spät kam ich ins Bett.

Als ich mich am Sonntag auf den Heimweg nach Köln machte, schien das Wochenende wie im Flug vergangen zu sein. Ich bin schon gespannt, wo und wann das nächste Ren Dhark-Treffen stattfinden wird. Gelernt habe ich übrigens auch etwas. Hielt ich das Kfz-Kennzeichen OA bisher als dem Oberammergau zugehörig, ließ ich mich belehren, daß es für das Oberallgäu steht. Und das in jener Region gleichfalls vertretene OAL bezeichnet das Ostallgäu. Da sieht man mal wieder, wie sehr Reisen bildet. Zumal wenn man herausfindet, daß es sich bei den angeblich vorhandenen Bergen nur um Hirngespinste handelt.

Sollte jemand Lust haben, mal einen Blick ins Ren Dhark-Forum zu werfen, so ist er oder sie herzlich dazu eingeladen: www.rendhark-universe.net.

Freitag, 5. April 2013

300

Ich habe mal wieder die Bibel zur Hand genommen und in den Psalmen geschmökert. Das mache ich immer dann, wenn in meinem Romanteil für das kommende REN DHARK-Buch General Thomas J. Jackson mitspielt. Jackson ist der Oberkommandierende der Raumflotte von Eden, einer von Menschen besiedelten, paradiesischen Welt in M53, und er ist ein gläubiger Mensch, der ständig mit Bibelsprüchen um sich wirft. Besonders in den Psalmen werde ich oft fündig, wenn ich nach einem Ausspruch suche, der zu der Handlungsszene paßt, an der ich jeweils schreibe.

Die Menschheit sucht weiterhin nach einem Mittel, mit dem man die überlegenen Schiffe und Schutzschirme jener Unbekannten knacken kann, die mehrere Stationen der interstellaren Transmitterstrecke vernichtet haben. Endlich scheint es zu einem Durchbruch zu kommen. Währenddessen wird ein perfides Attentat auf Terence Wallis verübt. Oder zeigt das Unsterblichkeitsprogramm, dem nicht nur Wallis sich unterworfen hat, sondern auch Ren Dhark, unerwartete Nebenwirkungen? Die Antwort liefert das nächste Ren Dhark-Buch, das den Titel Das Geheimnis des Feindes trägt.

Das mir vorliegende Expose war übrigens das sage und schreibe 300. der Fortschreibung unseres kühnen Weltraumfahrers. Jedes Buch enthält drei aufeinander aufbauende Romane von annähernd Heftromanlänge. Serienerfinder Kurt Brand hat seinen Helden in den Sechziger Jahren Abenteuer in 98 Heften erleben lassen, das heutige Team um Chefautor Hajo F. Breuer ist dem Dhark-Gründer damit um Längen enteilt. Ich bin sicher, es würde dem 1991 verstorbenen Kurt Brand gefallen, daß seine Schöpfung sich heute noch so großer Beliebtheit erfreut.

Donnerstag, 19. April 2012

Die Point of im Anflug auf Terra

Ren Dhark Autorenkonferenz 2012 in Koblenz: Den Blick in die Zukunft gerichtet haben Jan Gardemann, Achim Mehnert, Ben B. Black und Hajo F. Breuer. Die Kollegen Uwe Helmut Grave und Konrad Schaef fehlten leider aus gesundheitlichen Gründen.

Montag, 16. April 2012

Ein arbeitsintensives Wochenende mit Ren Dhark

Links zu sehen: Den Herren Black, Breuer, Mehnert und Gardemann rauchen die Köpfe.


Übers Wochenende traf sich das Team von Ren Dhark in einem Koblenzer Hotel. Auf der Konferenz sollte die Rahmenhandlung für die nächsten 2 Jahre festgelegt werden. Leider waren gleich zwei Kollegen aus gesundheitlichen Gründen verhindert. Das tat der Kreativität der übrigen Anwesenden jedoch nicht den geringsten Abbruch. Neben Chefautor und Expokrat Hajo F. Breuer waren meine Wenigkeit und die Kollegen Jan Gardemann und Ben B. Black zugegen.

Bereits am Freitag entwickelten wir eine Reihe von Ideen. Welche neuen Völker werden auftauchen, welche altbekannten wieder mitmischen? Wohin steuert die Handlung generell? Was geschieht auf Terra, was auf Babylon und Eden? Wie entwickeln sich die Hauptfiguren? Lassen wir gar irgendwen über die Klinge springen? Erste Notizen wurden gemacht, die Stichwortlisten wuchsen.

Am Samstag ging es dann ans Eingemachte. Der Wust der Ideen wollte sortiert und zu einem sinnvollen Ganzen zusammengefügt werden. Es ist immer wieder schön zu verfolgen, wie sich der kreative Prozeß verselbständigt, wenn mehrere Leute sich ergänzen, die Vorschläge der Kollegen kommentieren, aufgreifen und weiterentwickeln. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, daß wir vor Ideen nur so sprühten. Handlungstechnich werden viele Fragen geklärt und zugleich neue aufgeworfen. Der kommende Zyklus wird sehr spannend, eine Menge Überraschungen beinhalten und - davon bin ich überzeugt - die Leser von Ren Dhark begeistern. Von zwei kurzen Pausen abgesehen, arbeiteten wir von morgens um 9.00 Uhr bis abends gegen 20.00 Uhr. Die Zeit verging dabei wie im Flug.

Mit dem Abendessen begann der gemütliche Teil, der mit zwei Flaschen Whisky, die Hajo Breuer mitgebracht hatte, spät in der Nacht ausklang. Für meinen Geschmach zu spät, wie ich am nächsten Morgen feststellen mußte. Allerdings wurden Sonntag nur noch ein paar letzte lose Enden zusammengefügt, danach machten wir uns auf den Heimweg.

Das Wochenende war sehr gelungen. Die Arbeit und überhaupt das ganze Zusammentreffen hat riesigen Spaß gemacht. Der kommende Zyklus steht komplett. Wir alle waren mit dem Erarbeiteten vollauf zufrieden. Ich freue mich schon auf die ersten Exposes und die daraus resultierenden Romane.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Zu Weihnachten einen Single Malt

Inzwischen ist es längst Tradition. Jedes Jahr zwei oder drei Tage vor Heiligabend erreicht mich ein Päckchen aus Mönchengladbach von REN DHARK-Herausgeber Hajo F. Breuer. Hajo läßt es sich nicht nehmen, allen Dhark-Autoren zu Weihnachten eine Flasche Single Malt Whisky zu bescheren.

Interessant, was für Sorten ich dadurch im Lauf der vergangenen Jahre schon kennengelernt habe. Nachdem es zuletzt verschiedene mir völlig unbekannte Glens waren, ist diesmal Glenfiddich an der Reihe. Den zumindest kannte ich auch schon vorher.

Irgendwie ist es bei mir ebenfalls Tradition, daß die Flasche erst nach Neujahr angebrochen wird. Um die Weihnachtszeit herum wird durch Einladungen und Weihnachtsfeiern ohnehin unvernünftig viel gevöllert, und das zieht sich meist bis ins neue Jahr hin. Da darf der Whisky ruhig noch ein paar Tage unangetastet bleiben.