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Sonntag, 12. August 2018

Noch ein Coloniacon-Plakat

Das offizielle Veranstalter-Plakat für den diesjährigen Coloniacon habe ich schon vor geraumer Zeit an dieser Stelle vorgestellt. Nun gibt es ein weiteres Plakat, und zwar eins aus dem Hause Perry Rhodan. Das finde ich toll. Schade ist zwar, dass das Bild das selbe Motiv zeigt wie vor zwei Jahren. Aber sei's drum.

Dass ich als Ehrengast mitaufgeführt werde, ist sicherlich nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich bin selbst überrascht - wenngleich positiv, das gebe ich gern zu. Wer die aufgeführten Namen zusammengestellt hat, weiß ich nicht.


 

Donnerstag, 23. November 2017

Der Fabylon-Verlag feiert Jubiläum

... und das gleich in doppelter Hinsicht. Der Verlag feiert nämlich zum einen sein dreißigjähriges Bestehen und veröffentlichte zum anderen just das 300. Buch. Dabei hat sich Fabylon voll und ganz der phantastischen Literatur verschrieben. Eine respektable Leistung der beiden Verleger Uschi Zietsch, die den meisten auch als Schriftstellerin ein Begriff sein dürfte, und Gerald Jambor-Zietsch.

In der Anfangszeit des Verlags erschien dort einmal eine Story von mir in einer Kurzgeschichtensammlung. Ich kann mich nicht an den Titel erinnern, weder an den der Story noch an den der Sammlung. Über Kurzgeschichten zur damaligen Zeit habe ich nicht besonders akribisch - nein, eigentlich gar nicht - Buch geführt. Ärgerlich. Das Belegexemplar befindet sich jedoch in den unergründlichen Tiefen meiner Privatsammlung.

Auf jeden Fall beglückwünsche ich Uschi und Gerald zu ihrem Durchhaltevermögen, ihrem Erfolg und dem tiefen Fußabdruck, den der Fabylon-Verlag bis heute in der deutschen Phantastik-Szene hinterlassen hat. Ich drücke die Daumen, dass es noch viele Jahre so weitergehen möge.

Die Verlagsseite findet sich hier:
http://www.fabylon-verlag.de/

Samstag, 7. Oktober 2017

Neue Literatur von Uwe Helmut Grave

Vor rund zweieinhalb Jahren stieg Uwe Helmut Grave wegen schwerer gesundheitlicher Probleme als Teamautor bei Ren Dhark aus. Er war von Beginn der Fortschreibung an dabei und zu diesem Zeitpunkt der Dienstälteste. Nach einem dramatischen Zwischenfall strengte es ihn zu sehr an, am Tag ein paar Zeilen oder Absätze in den Rechner zu bringen, und es war sogar zu befürchten, dass er nie wieder werde etwas schreiben können. Dies erwies sich als zum Glück nicht ganz zutreffend.

Uwe Helmut hat nun über einen längeren Zeitraum und in Muße doch noch einmal einen Roman geschrieben - sicherlich seinen persönlichsten. Er verarbeitet darin seine Krankheit und eine damit einhergehende Nahtoderfahrung und verknüpft beides mit und zu einer phantastischen Geschichte.

Mein alter Freund, Weggefährte und Kollege betont ausdrücklich, dass Mister Fitzgerald - Ist da wer? das definitiv letzte Werk aus seiner Feder sein wird. Nach den zahlreichen Ren Dhark-Büchern, die wir zusammen geschrieben, und all den Autorenkonferenzen, bei denen wir zusammengehockt haben, kommt Wehmut auf bei der Vorstellung, dass seine Laufbahn als Schriftsteller an diesem Punkt endet.

Doch hier ist uns Uwe noch einmal. Sein Roman ist just im Berliner Aavaa-Verlag erschienen und gestern bei mir eingetroffen. Sobald ich das Buch gelesen habe, was aber noch ein wenig dauern kann, werde ich es natürlich an dieser Stelle besprechen.

Interessenten darf ich folgenden Auszug aus einer Werbemail nahelegen:


Stell dir vor, du warst tot und hast es nicht einmal gemerkt.
 
So erging es mir am 27. Januar 2015 nachmittags im Städtischen Klinikum meiner Heimatstadt. Einige Zeit später erwachte ich wieder zum Leben und begriff gar nicht so richtig, was eigentlich passiert war – auch sonst hatte wohl niemand meinen zeitweiligen Aufenthalt „drüben“ bemerkt, mein Zimmernachbar dachte vermutlich, ich würde schlafen.
 
Nachdem ich mich später nach und nach an einige nebulöse Details erinnert und dieses seltsame Erlebnis seelisch verarbeitet hatte, begann ich daheim, alles ausführlich niederzuschreiben – unter dem vorläufigen Arbeitstitel: „Die auf der anderen Seite.“ Doch schon bald wurde mir klar:
Das glaubt mir kein Mensch!
 
Nicht, weil es sich so unwahrscheinlich anhört – Nahtoderlebnisse aller Art sind heutzutage nichts Außergewöhnliches mehr –, sondern weil ich bis zu meiner zwangsläufigen Frührente 33 Jahre lang als freiberuflicher Unterhaltungsautor tätig gewesen bin, unter anderem in den Bereichen Gespenstergeschichten und Science Fiction. Ich bin also in mystischer Hinsicht recht phantasiebegabt, weshalb niemand meinen wahren Erlebnisbericht wirklich ernst genommen hätte.
 
Daher erfand ich stattdessen eine schier unglaubliche Geschichte, die nur noch zu 50% der Wahrheit entspricht (wie ich bereits im Vorwort betone), ansonsten habe ich meiner Phantasie freien Lauf gelassen … einen seriösen Verlag gesucht und gefunden.
 
Der spirituelle Aspekt des Buchinhalts wirkt auf die Allgemeinheit sicherlich am Unglaubwürdigsten – doch gerade in jenen Textpassagen verbirgt sich die meiste Wahrheit; obwohl ich nie herausgefunden habe, wer „Mister Fitzgerald“ wirklich war, weiß ich seit meiner überaus seltsamen Nahtoderfahrung zumindest, dass die körperliche Weiterexistenz nach dem Tod real ist, was viele Menschen nicht wahrhaben oder worüber sie zumindest nicht ernsthaft reden wollen. Aus Furcht, ihnen könnten sich neue, ungewohnte Perspektiven öffnen?
usw.
 
Auslöschung kennt die Natur nicht – nur Verwandlung. Alles, was die Wissenschaft mich gelehrt hat, stärkt meinen Glauben an die Kontinuität unserer spirituellen Existenz nach dem Tode. Wernher von Braun 
 

Dienstag, 27. Juni 2017

Ren Dhark Konferenz 2017

Alle zwei Jahre trifft sich das Ren Dhark-Team zu einer Konferenz, bei der die Rahmenhandlung für die nächsten zwölf Bücher erarbeitet wird. Dieses Arbeitspapier dient als Grundlage für die Einzelexposés, die der Exposé-Autor Ben B. Black erstellt. Nach diesen wiederum verfassen die Autoren – namentlich Nina Morawietz, Andreas Zwengel, Jan Gardemann und Achim Mehnert – dann die Einzelromane, von denen immer drei ein Buch bilden.

Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit. Am Freitag kamen die fünf oben Genannten in einem Hotel in Bonn zusammen, um den nächsten Handlungsabschnitt im Epos um den nimmermüden Raumfahrer Ren Dhark und seinen Ringraumer POINT OF auszubaldowern. Wichtigste auf den Tischen stehende Arbeitsutensilien neben Notebooks, Papier und Bleistiften waren Kaffee, Cola, Wasser und Traubenzuckerlollis.
 
Der Freitag begann traditionell mit einem Brainstorming, bei dem Ideen, Figuren und Schauplätze in den Raum geworfen wurden. Dabei blickten wir durchaus kritisch auch noch einmal zurück auf die hinter uns und den Lesern liegenden Bücher. Was kam gut an, was weniger gut? Was wurde gelobt, was kritisiert? Wir überlegten, welche Figuren und Handlungselemente nach häufigem Einsatz eine Pause gebrauchen könnten und wer hingegen endlich wieder einmal auftauchen sollte.
 
Aus den zahlreichen Stichpunkten kristallisierten sich schließlich vier thematische Schwerpunkte heraus, auf die wir beschlossen, unser Augenmerk zu richten. Zudem kamen wir überein, dass die Erde stärker ins Bild rücken soll als im letzten Handlungsbogen, ebenso verschiedene andere von Menschen bewohnte Welten in der Milchstraße. Außerdem wird Ren Dhark selbst wieder eine Menge Platz eingeräumt, er ist nun einmal der Namensgeber der Serie. Doch auch auf die anderen beliebten Figuren brauchen die Leser in den kommenden zwölf Büchern nicht zu verzichten.
 
Abends begaben wir uns in eine nahegelegene Pizzeria, um ausgiebig zu tafeln. Die Pizza erwies sich als ausgesprochen lecker, das Kölsch dazu gab es leider nur aus Flaschen. Das änderte sich anschließend an der Hotelbar, wo Jan und ich Frischgezapftes vom Fass erhielten. Die anderen hielten sich an Pils, Wein und Cocktails – alles nur in bescheidenem Maße, schließlich waren wir nicht zum Vergnügen da (obwohl die Konferenz an sich schon ein Vergnügen ist) und beabsichtigten, am nächsten Morgen früh aufzustehen.
 
Am Samstag ging es nach einem reichhaltigen Frühstück, wie man so schön sagt, ans Eingemachte, nämlich an die inhaltliche Ausarbeitung jener Themen, die sich aus dem Ideenwust des Vortages durchgesetzt hatten. Gleich zu Beginn merkten wir, dass wir mit der Ausarbeitung nicht so schnell vorankamen wie gewünscht. Die veranschlagte Zeit wurde knapp, zumal auch jetzt immer wieder neue Namen in den Hut geworfen wurden. Anscheinend liefen die Gedanken noch ein wenig träge. Es kam mir vor wie bei einem alten Motor, der erst stotternd anspringen muss, um Betriebstemperatur zu erreichen. Ben wurde nicht müde, aufs Tempo zu drücken. Immer wieder forderte er: »Wir müssen Gas geben«, was später noch unterstützt wurde durch die Direktive: »Nicht allzu viele Details. Wir verzetteln uns!«
 
Mittags machten wir Gruppenbilder mit Dame, von denen ein paar auch gleich ins Netz gestellt wurden, bei Facebook beispielsweise. Dafür verzichteten wir auf ein Mittagessen, begnügten uns stattdessen mit belegten Brötchen, damit erst gar keine Trägheit mehr aufkommt. Das erwies sich als richtige Entscheidung, denn das Arbeitstempo erhöhte sich, ohne dass wir es merkten. Die Ideen sprudelten, die Bälle wurden einander zugespielt und weiterverarbeitet. Eine ungewöhnliche Figur, eine sehr ungewöhnliche sogar mit großem Konfliktpotential, wird in die Handlung zurückkehren, mehr darf ich hier allerdings noch nicht verraten.
 
Ben tippte wie ein Wilder, um die sich stetig weiterentwickelnde Rahmenhandlung festzuhalten. Der flapsige Einwurf »Waffen! Waffen! Amy muss weg!«, mit dem wohl nur Eingeweihte etwas anfangen können, wurde bei jeder passenden Gelegenheit aufgegriffen und entwickelte sich zum Running Gag. Fast ebenso häufig rief jemand scherzend: »Wir brauchen eine Raumschlacht!«, sobald sich Raumschiffe unterschiedlicher – oder auch gleicher – Herkunft begegneten, was jedoch nur sporadisch Einzug ins Rahmenexposé fand, nämlich nur dann, wenn die Situation eine solche Ballerei erfordert.
 
Entgegen unserer anfänglichen Befürchtungen waren wir mit den erarbeiteten Grundlagen am Abend mehr als zufrieden. So hatten wir uns das anschließende Essen im Hotel redlich verdient. Danach saßen wir in gemütlicher Runde beim Whisky-Tasting zusammen. Ben hatte zwei Flaschen des edlen Gesöffs im Gepäck, um die Kehlen des Teams zu kitzeln. Die einst vom damaligen Exposéautor Hajo F. Breuer eingeführte Verkostung ist längst zur Tradition geworden und wird auch unter Bens Expokratenschaft fortgeführt.
 
Ein tolles Erlebnis hatte ich persönlich auch noch. Unweit der Bar des Hotels steht ein Regal mit Prospekten, Flyern und ähnlichem – und rund einem Dutzend Büchern zum Lesen für die Hotelgäste. Ich hatte gar nicht darauf geachtet, aber Andreas sah die Bücher durch. Neben Dan Brown steht mein Roman Schlacht über Odour, Band 48 der Ren Dhark-Subserie Sternendschungel Galaxis. An dieser Stelle hätte ich wirklich keinen Dhark-Roman erwartet. Meine Begeisterung kann man sich vorstellen.
 
Am Sonntag ging es dann mit Elan auf die Zielgerade. Noch einmal wurden die geistigen Kapazitäten der Dame und der Herren auf die Probe gestellt, und noch einmal kam Erquickliches dabei heraus. Wir füllten den noch ausstehenden Handlungsteil mit Leben, bis wir auch mit diesem vollauf zufrieden waren.
 
Übereinstimmend durften wir feststellen, dass die Konferenz ein voller Erfolg war. Nach der Verabschiedung verstreuten wir uns in alle Winde, in Gedanken schon bei der Ausarbeitung des opulenten Rahmenexposés. Wir, die Autoren und Leser, können uns auf spannende und unterhaltsame, auf überraschende und abwechslungsreiche Romane freuen.

Das Ren Dhark Team 2017. V.l.n.r. Ben B. Black, Andreas Zwengel, Jan Gardemann, Nina Morawietz, Achim Mehnert.
 

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Abschied von Winfried Brand

Das Wetter hatte sich herausgeputzt. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein waren dabei, als die Trauergemeinde dem vor gut einer Woche verstorbenen Winfried Brand gestern das letzte Geleit gab. Es gibt Leute, die der Meinung sind, ein wolkenverhangener Himmel bilde die passende Rahmenbedingung für eine Beerdigung. Ich brauche aber keine Rahmenbedingungen, die aufs Gemüt drücken. Den Abschied von einem Menschen, den man eine lange Zeit kannte, ist trist und grau genug. Da darf gern die Sonne lachen.

Ein katholischer Pfarrer hielt die Ansprache in der Trauerhalle des Longericher Friedhofs. Longerich, das ist der Stadtteil, aus dem Winy stammte. Der Bitte der Familie folgend, trat der Priester sehr leger auf. Er verzichtete, da Winy schon vor langer Zeit aus der Kirche ausgetreten war, weitgehend auf seine Tracht sowie auf Brimborium der katholischen Kirche. So gab es auch keine Messe mit irgendwelchen rituellen Abläufen. Die Trauerrede war einerseits weltlich gehalten, stand aber andererseits im Zeichen des Kreuzes und war Christentum und christlichen Werten verpflichtet. Der Spagat des Pfarrers gelang. Ich empfand seine Trauerrede als sehr angenehm. Ich denke, sie wäre in Winys Sinn gewesen.

Beim Trauerzug zur Grabstätte gingen mir verschiedene Erinnerungen an Begebenheiten mit Winfried durch den Kopf. Wiederholt sah ich das Bild des (fast noch kindlich) jungen Winy, den ich vor rund dreieinhalb Dekaden kennengelernt habe, vor meinem geistigen Auge. Dass ein Mensch auf einmal nicht mehr da ist, war für mich schon immer eine nur schwer begreifliche Situation, irgendwie unwirklich und bizarr. Als ich dann vor dem offenen Grab stand und ein paar Blütenblätter hineinwarf, benutzte ich die mir zum Mantra gewordene Formel, die ich bei Beerdigungen stets verwende. Ich verabschiedete mich mit "Tschüss, Winy."

Montag, 12. Dezember 2016

Winfried Brand 1967 - 2016

Winy auf dem Coloniacon 1982
Es muss 1981 gewesen sein, als ich Winfried Brand kennenlernte, kurz nachdem drei Kölner Jungs einen Science Fiction-Club aus der Taufe gehoben hatten. Winy, wie er von allen genannt wurde, stieß schon wenig später dazu, wie dann auch bald sein jüngerer Bruder Wolfgang. Von da an war Winy für viele Jahre aktiver Bestandteil der Kölner SF-Szene. So auch in all seiner jugendlichen Frische auf dem ersten Coloniacon 1982, wie man auf dem Bild links sehen kann.

Bei den in den Achtziger Jahren noch jährlich stattfindenden Coloniacons tat er sich als Helfer hervor. Vor allem aber publizierte er das Rezensions-Zine Flash, das jahrelang erschien und dem er sich mit Herzblut verschrieb. Es war Winy, der mich eines Tages zum SF-Stammtisch in Zollstock mitschleppte. Ein Vierteljahrhundert dürfte das her sein. Ich habe ihn in der damaligen Zeit stets freundlich und meist gut gelaunt erlebt, gleichwohl er aber auch ein herber und gelegentlich hitziger Diskutant sein konnte. Der eine oder andere Stammtischteilnehmer dürfte ein Lied davon singen können.



Winy auf dem Coloniacon 2014
Irgendwann machte sich Winy dann rar. Zwei Kinder kamen, eine räumliche Veränderung folgte, und andere private Dinge bestimmten sein Leben. Der Kontakt brach ab, und auch von den anderen Stammtischlern konnte niemand sagen, was Winy trieb. Bis er auf dem Coloniacon 2014 plötzlich vor mir stand. Winy war wieder da, ich freute mich ihn zu sehen. Seitdem sind wir uns zu bestimmten Anlässen wieder regelmäßig über den Weg gelaufen. Er fuhr zum BuchmesseCon in Frankfurt, besuchte die Intercomic und war auch wieder auf dem diesjährigen Coloniacon zugegen.

Der Szene blieb er bis zuletzt verbunden. Für verschiedene Verlage führte er Textarbeiten durch und erstellte E-Books. Auf dem diesjährigen BuCon begegneten wir uns zum letzten Mal. Auf der Intercomic im November erschien er nicht, weil es ihm nicht gut ging. Eine Unpässlichkeit, die sicher bald hinter ihm liegen wird, dachten wir. Eine traurige Fehleinschätzung, leider.

Winfried Brand starb am 12. Dezember 2016 nach kurzer, schwerer Krankheit. Er wurde nur 49 Jahre alt. Winy hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Meine Gedanken sind bei seinen Familienangehörigen.

Samstag, 30. Juli 2016

Steve Kups. 1970 - 2015

Der Tod von Steve Kups wäre ohne Horst Illmers Nachruf im SF-Magazin Phantastisch 62, das ich erst in den vergangenen Tagen gelesen habe, glatt an mir vorbeigegangen. Durchaus ein wenig befremdlich, dass man auf diese Weise vom Ableben eines Menschen erfährt, den man zumindest in bescheidenem Umfang kannte.
 
Wenn auch nicht persönlich, denn Steve und ich sind uns bei keiner Gelegenheit über den Weg gelaufen. Wir waren lediglich bei Facebook und dort seit ein paar Jahren miteinander verknüpft, da es zwischen der SF- und der Comicszene eine Menge Berührungspunkte gibt. Dort tauschten wir äußerst sporadisch und ebenso knapp den einen oder anderen Gedanken aus. Wie sporadisch dieser reine Online-Kontakt war, zeigt eben die Tatsache, dass ich mit dem traurigen Ereignis erst jetzt, Monate später, konfrontiert wurde.
 
Steve war Journalist und Comic-Übersetzer. Seit vielen Jahren betreute er vor allem die deutschen Ausgaben von Batman, übersetzte aber auch noch einige andere Serien von DC und Marvel, hauptsächlich für Panini.
 
Er starb bereits am 26. Dezember des vergangenen Jahres an den Folgen eines Herzinfarkts. Steve Kups wurde gerade einmal 45 Jahre alt.
 
Nachfolgend möchte ich Steve noch einmal persönlich zu Wort kommen lassen, und zwar mit einem Kommentar, den er im Oktober 2014 auf meinen Nachruf zu dem damals verstorbenen Hajo F. Breuer anfügte. Dieser Kommentar ist bestens dazu geeignet, einiges über Steve Kups selbst zu erfahren:

 

"Wir begegneten uns nur hie und da in unserem Leben und jeweils auch nur sehr kurz, aber haben uns dabei auf ganz komische Art jedes Mal wie die besten Freunde gefühlt und gegenseitig behandelt, die wir niemals waren.
Führte zu skurrilen Situationen wie der, dass er mir damals ohne dass wir uns überhaupt groß und lange kannten, einfach so einen Schreibjob für Ren Dhark und andere Projekte anbot, den ich zu jeder anderen Zeit auch sofort jubelnd angenommen hätte, da es die Erfüllung eines meiner ältesten Träume dargestellt hätte.
Aber gleichzeitig hatte ich meine früheren Autoren-Träume zu diesem Moment bereits auf andere Arten so erfüllt, dass mich der Weg dahin an einen neuen Punkt gebracht hatte, wo ich dies in dieser Form dann nicht mehr brauchte. Die Chance, die er mir darbot, war also etwas, was ich ganz am Anfang mal suchte, nun aber nicht mehr benötigte, aber noch als Bonus auf eine Art von ihm angeboten bekam, die gleichzeitig damals die Erfüllung meines Traums dargestellt hätte.
Falls das irgendeinen halbwegs verständlichen Sinn zu ergeben mag gerade für Dich.
Und so war ich ihm für die nicht mehr benötigte Chance endlos dankbar, hatte sie gleichzeitig als stetige Option weiter offen aber konnte auch meinen damaligen und auch noch heutigen Weg als Übersetzer weitergehen, ohne was zu verlieren.
Und all das was ich nun hier für mich aufzählte, hatte er bei sich selbst auf irgendeine Art, die nur er für sich zu beschreiben wusste und musste und bei der ich auf irgendeine Weise praktisch die Spiegelung dessen mit erfüllte.
Dieses schwer zu beschreibende Gefühl zog sich dann kreuz und quer durch unsere wenigen Begegnungen, aber war für jeden von uns von Anfang an immer auf diese Art irgendwie da, ohne dass wir peilten, was da überhaupt abgeht. Und durch die verrückte Art, wie es immer da war, auch niemals erforderte, dass wir mehr daraus machten.
Die wohl paradoxeste Art von Nicht-Freundschaft, die ich jemals nicht hatte.
Und das die ganze Zeit noch manifestiert in einem Gefühl von Dankbarkeit und Liebe zu einem Menschen, den ich darüber hinaus nie richtig kennengelernt habe, der dies aber jedes Mal automatisch von sich aus erwiderte, wenn sich unsere Wege mal wieder kreuzten.
Als ich gerade Deinen Nachruf las, habe ich erst an den Stellen bezüglich der Comics wieder erkannt, dass er es ja damals auch noch mit gewesen war, der mich durch sein eigenes Wirken motivierte, selbst mal Redakteur und Übersetzer von den Dingern zu werden. Und das lange, bevor ich ihn kennenlernte. Was eben den oben erwähnten neuen Weg darstellte, der mich vom Autorentraum hierher führte.
Und das dann auch noch auf die ebenso kuriose Weise gespiegelt mit Giesa, mit dem ich ebenfalls auf solch merkwürdige (und in seinem Fall auch noch so sehr viel schmerzhaftere Weise durch den von mir empfundenen Verlust und auch sein eigenes Leiden) verbunden war und der wiederum auf verschiedenste Art der Grund und auch der Weg war, wie ich den Autorentraum überhaupt erst zu erfüllen schaffte.
Zwei der wichtigsten Menschen in meinem Leben, die ich nie wirklich in meinem Leben hatte. Aber die auf irgendeine Art immer da waren. Von Anfang an und bis zu ihrem Ende und darüber hinaus. So fühlt sich das wohl an, wenn sich verschiedenste Multiversen in einer Realität wie dieser hier kreuzen und manifestieren, ohne dass man dabei begreifen kann oder muss, was dabei vor sich geht."
 

Mittwoch, 6. Juli 2016

Ren Dhark - Autorenkonferenz 2017

Die Ren Dhark-Autorenkonferenzen sind immer eine äußerst produktive Angelegenheit. Etwa alle zwei Jahre treffen sich die Dhark-Autoren, um den Handlungsablauf für den kommenden Zyklus festzulegen. Ein solcher Zyklus umfasst stets zwölf Bücher, also 36 Heftromane. Ein ganzes Wochenende, von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag, lassen wir dabei die Köpfe rauchen. Was im Laufe eines solchen Brainstormings und der daraus resultierenden intensiven Ausarbeitung herauskommt erstaunt mich im Nachhinein immer wieder.
 
Wenn ich mich recht erinnere, nahm ich zum ersten Mal 2005 an einer solchen Konferenz teil. Die letzte ging im vergangenen Jahr über die Bühne. Nun, mit einem Jahr Vorlaufzeit, wurde bereits der nächste Termin festgelegt. Ich glaube, so früh wie noch nie.
 
Im Sommer 2017 treffen wir uns in einem Hotel mit Tagungsraum, um gedanklich die nächste Episode in der Historie des Raumfahrers Ren Dhark aufzuschlagen. Ich weiß von Kollegen anderer Serien, dass sie solche Konferenzen als notwendiges Übel ansehen, das sich nicht umgehen lässt. Ich freue mich aber schon wieder darauf, mit den Kollegen und der Kollegin im Tagungsraum zu hocken und die Ideen fließen zu lassen. Macht nämlich echt Spaß.

Samstag, 23. April 2016

Malte Schulz Sembten 1965 - 2016

Am Vorabend des MarburgCons erfuhr ich, dass Malte Schulz Sembten gestorben ist. Eine erschreckende Vorstellung, denn Malte war gerade 50 Jahre alt, viel zu jung also, um von der künstlerischen Bühne und der Bühne des Lebens abzutreten. Die Gedankenassoziation zum anstehenden Con war sofort da, denn ich wusste, dass Malte gebürtiger Marburger war.

Persönlich begegnet sind wir uns nie. Ich kannte Malte von seinen Fußabdrücken in der deutschen Phantastik-Szene. Schon vor vielen Jahren fielen mir seine Zeichnungen und Illustrationen auf, anfangs im legendären Berliner Horrormagazin "Nachtschatten". Doch Malte war nicht nur als Graphiker tätig, sondern mehr noch als Autor, vorzugsweise als Verfasser von Kurzgeschichten. Sie erschienen in Magazinen, Anthologien und Storysammlungen. 1997 wurde Malte Schulz Sembten mit dem Kurd Lasswitz Preis ausgezeichnet.

Dienstag, 29. September 2015

Rolf Michael. 1948 - 2015

Rolf Michael ist tot. Als ich die Nachricht im Netz las, tat mir das sehr leid. Rolf war schwer krank, seit Jahren schon, das wusste ich. Beschwert hat er sich nie darüber, nur hin und wieder mal eine Bemerkung fallen lassen, beispielsweise warum er an dieser oder jener Veranstaltung nicht teilnehmen kann, obwohl er gern würde . Nämlich eben weil er in seinen körperlichen Bewegungen stark eingeschränkt war.

Als Autor machte Rolf Michael vor allem in den Achtziger Jahren auf sich aufmerksam, als er dank Werner Kurt Giesa zu "Professor Zamorra" stieß. Vor allem bei Zamorra machte er sich einen Namen, doch er schrieb auch Romane für "Der Magier", "Mitternachts-Roman", "Gaslicht", "Lassiter", "Trucker-King" und "Bastei-Fantasy". Hinzu kamen mehrere Lokalkrimis und Novellen aus der Zeit der Germanen.

Persönlich kannte ich Rolf nicht besonders gut. Wir sind uns nur einmal begegnet, das war vor etwa drei Jahren. Anlässlich des Erscheinens von Professor Zamorra Heft 1000 gab es einen kleinen Zamorra-Con in der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar. Bekanntlich habe auch ich einige Romane für die Serie geschrieben und war daher eingeladen. Ich weiß noch, dass Rolf mir auf Anhieb sympathisch war. Er war ruhig, freundlich und zugleich eloquent, doch allzu beweglich war er nicht. Das Gehen bereitete ihm Schwierigkeiten, doch er genoss seine Anwesenheit in der Zamorra-Runde. Er hatte eine Menge Geschichtchen aus der Vergangenheit auf Lager, die man sich gern anhörte.

Und Rolf brachte mir ein persönliches Geschenk mit, weil er wusste, dass ich ebenfalls zugegen sein werde. Es war ein altes Leihbuch aus den Fünfziger Jahren, erschienen im Kölner Verlag K.G. Paul Steinebach, ein Roman aus der Feder von Kurt Brand. Richtig, jenes Kurt Brand, der später Ren Dhark schaffen sollte. Das Buch war mit einer persönlichen Signatur versehen: "Für dich signiert in Kaltern am 11.05.91, dein Kollege Kurt Brand." Rolf war der Meinung, bei mir als heutigem Dhark-Autor seien Buch und Widmung besser aufgehoben als bei ihm. Natürlich habe ich mir sehr über dieses Geschenk gefreut.

Rolf war bis zuletzt ziemlich aktiv bei Facebook. Dort meldete er sich immer wieder mit Beiträgen und Kommentaren zu tagespolitischen Ereignissen. Vor allem aber beim Online-Portal Zauberspiegel gab er immer wieder Anekdoten und kleine Geschichten aus seiner aktiven Zeit zum besten. Die Leser werden die erhellenden Einblicke in die deutsche Heftromanszene der Siebziger und Achtziger Jahre vermissen.

Nach Werner Kurt Giesa und Volker Krämer ist mit Rolf Michael der dritte jener Autoren gegangen, die Professor Zamorra maßgeblich geprägt haben. Rolf wurde 67 Jahre alt.

Dienstag, 10. März 2015

Zwanzig Jahre Blitz-Verlag

Im Jahr 1995 gründete Jörg Kaegelmann den BLITZ-Verlag, irgendwo in einem verschlafenen Ort zwischen Siegerland und Westerwald. Damals war der gelernte Drucker der deutschen Science Fiction- und Phantastik-Szene schon seit vielen Jahren verbunden. Er war nicht nur begeisterter Leser, sondern druckte bereits seit Anfang der Siebziger Jahre Bücher für die bundesdeutsche Szene. Zum Beispiel Andromeda, Exodus, SF-Nachrichten und vieles mehr. Der Schritt, sich mit einem kleinen Phantastik-Verlag selbständig zu machen, war also schon fast ein zwangsläufiger.

So ging es bei der Verlagsgründung ursprünglich um die Publikation deutschsprachiger Phantastik. Kultserien wie Raumschiff Promet und Larry Brent wurden nicht nur wieder aufgelegt, sondern zudem mit neuen Geschichten fortgesetzt. Dazu gesellten sich phantastische Reihen wie Necroscope, Lovecrafts Bibliothek des Schreckens, Meisterwerke der dunklen Phantastik, Edgar Allan Poes Phantastische Bibliothek oder Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik.



Längst ist der BLITZ-Verlag jedoch auch in anderen Bereichen zu Hause. Neue Abenteuer von Sherlock Holmes haben ebenso ihre Fans, wie die Leser bedient werden mit Western (Arizona Legenden), Spionage-Thrillern (Snake) und Pater Brown. Nicht zu vergessen die Kult-Klassiker Der Butler und Die Schwarze Fledermaus. Ganz aktuell sind Karl Mays Kara ben Nemsi, Jules Vernes Kapitän Nemo und Edgar Wallace.

Auch folgt der Verleger den Zeichen der Zeit. Startete der BLITZ-Verlag einst mit Print-Versionen, hat sich das Angebot seit einer Weile ausgeweitet. Hörbücher gehören mittlerweile ebenso zum Standardprogramm wie Hörspiele und eBooks. Die oben genannten Serien und Reihen bilden aber nur einen Teil des Verlagsprogramms. Es ist viel zu umfangreich, um an dieser Stelle auf sämtliche Publikationen einzugehen. Wer sich dafür interessiert, sollte einmal auf die Verlagsseite schauen: www.blitz-verlag.de

Ich gratuliere Jörg Kaegelmann und seinem BLITZ-Verlag zu einem runden Jubiläum. Zwanzig Jahre hingebungsvolle Tätigkeit im Dienst der deutschen Phantastik, dazu weitgehend als Ein-Mann-Unternehmen, sind aller Ehren wert.

Montag, 23. Februar 2015

Promet-Planungen in Rosbach

Den gestrigen Sonntag nutzte ich für eine Fahrt nach Windeck-Rosbach. Den kleinen Ort an der Sieg besuche ich schon seit Jahren immer mal wieder, denn dort ist Jörg Kaegelmann mit seinem Blitz-Verlag ansässig. Es gibt eine direkte Bahnverbindung von Köln ohne lästiges Umsteigen.

Wir unterhielten uns ausgiebig über Raumschiff Promet und die beiden Promet-Reihen. Im Vordergrund stand dabei die Fortführung der neuen Abenteuer, die ich in den nächsten Tagen ausarbeiten werde. Im März erscheinen zwei Romane, in denen ich die Ereignisse nach der Rückkehr der Promet in den Katai-Sektor und die dramatischen Wirren um die Chronoskope abgeschlossen habe.

Der Handlungsstrang um Arn Borul ist dabei offen geblieben. Ihm werde ich mich im nächsten Roman beziehungsweise in den nächsten Romanen widmen. Die ursprüngliche Idee habe ich verworfen, weil sie mit dem Inhalt einer anderen SF-Serie kollidiert wäre. Daher muß ich eine neue ausarbeiten. Mir schwebt bereits etwas vor.

Donnerstag, 6. November 2014

Eckhard Schwettmann. 1957 - 2014

(c) Humboldt Verlag
Ich war fassungslos, als ich vorhin von Eckhard Schwettmanns plötzlichem Tod erfuhr. Was ist nur los derzeit? Ich habe keine Lust mehr, Nachrufe auf Leute aus der SF-Verlagsszene zu schreiben, die ich persönlich kannte oder mit denen ich sogar, wie im Falle Hajo F. Breuers, gut befreundet war.

Eckhard kannte ich noch aus seiner Zeit in Köln. Es muß Ende der Achtziger oder Anfang der Neunziger Jahre gewesen sein, als er für eine Kölner Stadt-Illustrierte arbeitete. Wir sind uns damals zwei oder drei Mal über den Weg gelaufen. Es gibt Fälle, in denen man sich auf Anhieb sympathisch ist, auch wenn man sich nur sehr sporadisch begegnet.

Bei uns war das so, und bei Eckhard war es wirklich nicht schwer, ihn zu mögen. Denn er war stets gut gelaunt, immer freundlich und hatte eine persönliche Art, die einen gleich für ihn einnahm. Und er war immer mit Begeisterung bei den Projekten, die er gerade anfaßte. Das waren einige. Eckhard war immer sehr rührig und hatte Ideen für neue Projekte in Petto.

Anno 1996 wechselte er zum Rastatter Pabel-Moewig-Verlag, wo er zunächst als Marketingleiter für Perry Rhodan und dann sogar als Verlagsleiter tätig war. Später wurde er Geschäftsleiter des Humboldt Verlages und war zudem für den Marlon-Verlag tätig.

In all den Jahren kam es immer mal wieder zu Zusammentreffen zwischen uns, meistens auf SF-Cons. Die besuchte Eckhard genauso gerne wie ich. Stets begrüßte er mich mit: "Ach, der kölsche Jung." Das hatte er noch aus der Kölner Zeit, und davon trennte er sich auch nicht.

So auch auf der Intercomic im Frühjahr 2013. Auf der Messe wurde ihm der Dark Star für seine Verdienste um die phantastische Romanszene in Deutschland verliehen. Im Folgejahr hielt er die Laudatio für Alfred Kelsner, der nun mit dem Dark Star geehrt wurde. Das war im Mai 2014, und zu diesem Anlaß sind wir uns zum letzten Mal begegnet.

Eckhard Schwettmann starb am 4. November 2014, gerade einmal 57 Jahre alt. Auch er ist viel zu früh gegangen. Mach es gut, Eckhard, wo auch immer du jetzt sein magst.

Samstag, 18. Oktober 2014

Hajo F. Breuer. 1954 - 2014

Hajo F. Breuer 2014
Hajo F. Breuer wurde am 6. Dezember 1954 in Düsseldorf geboren. Er studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie. Sein Studium finanzierte er mit Jobs in einer Schlosserei, im Kaufhaus, als Gymnasiallehrer im Fach Deutsch und als Skriptautor für verschiedene Comics. Seine Autorenkarriere begann mit dem Übersetzen von Marvel Comics für den Condor-Verlag. Ab 1983 textete er für den Bastei-Verlag die Comicserie Gespenster Geschichten. Ab 1989 betreute er die DC Comics für den Hethke-Verlag. Von 1999 bis zu seinem Tod gab er für den HJB-Verlag die Science Fiction-Serie Ren Dhark heraus. Hajo F. Breuer starb am 17. Oktober 2014 in Mönchengladbach.

Du hast mich zu Ren Dhark geholt, Hajo, damals, im Jahr 2001. Anfangs wollte ich gar nicht, weil ich die Serie nicht kannte und mir eine Mitarbeit daran nicht zutraute. Doch du hast nicht locker gelassen und mich überzeugt. Was für ein Glück, daß ich mich habe umstimmen lassen. Unvorstellbar, was ich alles versäumt hätte, hätte ich nicht auf dich gehört.

Du hast größeres Vertrauen in meine Fähigkeiten als Autor gehabt als ich selbst. Das ist all die Jahre so geblieben. Du hast mir stets das Gefühl gegeben, wirklich gebraucht zu werden. Du hast mich immer wieder wissen lassen, wie sehr du meine Romane schätzt. Es war mir dann immer ein bißchen peinlich, stimmt schon, doch natürlich habe ich mich wahnsinnig darüber gefreut.


Dreizehn lange Jahre haben wir bei Ren Dhark zusammengearbeitet. Nun kommt mir diese Zeit kurz vor, viel zu kurz. Ich hätte gern bis ins hohe Alter zusammen mit dir weitergemacht. Einen größeren Fürsprecher als dich habe ich nie gehabt. Schatten über Babylon war das erste Dhark-Buch, an dem ich mitgeschrieben habe. Insgesamt habe ich es unter deiner Ägide als Exposéautor zu satten 100 Romanen gebracht. Fürwahr eine Wahnsinnszahl, die ich gern mit dir zusammen weiter ausgebaut hätte. Denn deine Exposés habe ich immer mit Begeisterung zu Romanen ausgearbeitet, das weißt du.

Nun bist du fort, hast dich davongemacht. Eine Tatsache, die zu begreifen mir schwerfällt. Sie macht mich traurig, betroffen und auch ein bißchen wütend. Wütend auf das Schicksal oder eine höhere Macht? Ich weiß es nicht. Es ist unwirklich, daß du nicht mehr hier bist. Daß ich nicht mehr zum Telefon greifen kann, um dich nach irgendetwas bezüglich Ren Dhark zu fragen. Liebe Güte, 59 Jahre, das ist doch kein Menschenalter. Zumal du der Meinung warst, daß es weitergeht, immer weiter.

Ren Dhark-Autorenkonferenz 2014. Beim Blödsinnmachen:
Die Herren Grave, Mehnert, Gardemann, Black und Breuer.
Es stimmt, auf unserer letzten Autorenkonferenz sahst du gut aus, fit und gesund, wenngleich ein wenig hagerer als gewohnt. Du warst dabei, deine schwere Krankheit zu besiegen. Man hat sie dir nicht angemerkt. Du warst mit demselben Arbeitseifer wie immer bei der Sache. So wie ich dich kannte. „Ich habe einfach noch keine Lust zu sterben«, hast du gesagt. Damit war für dich klar, daß es auch nicht passieren wird. Und wirklich, du hast sie besiegt. Mit deinem Lebenswillen und deinem wunderbaren Sturkopf, daß die Dinge schon so eintreten werden, wie sie sollen, wenn man nur fest genug davon überzeugt ist und sich nicht geschlagen gibt.

Doch als alles gut zu sein schien, kehrte die Krankheit zurück. Abermals schaffte sie es nicht, dich unterzukriegen. Du hast dich ihr mit dem gleichen Willen widersetzt wie zuvor, und du warst zuversichtlich. Du warst sogar dermaßen zuversichtlich, daß du mich und die Kollegen mit deiner Überzeugung angesteckt hast. Hajo ist unverwüstlich, das glaubten wir so sehr wie du selbst. Es war ein tragischer Irrtum, leider.

Dein Tod ist ein Verlust für die deutsche Science Fiction-Szene und besonders für Ren Dhark. Ohne dich hätte die Serie, hätten die neu geschriebenen Geschichten nicht einen solchen Aufschwung erlebt. Ren Dhark war für dich nicht einfach nur eine Arbeit. Sondern die Geschichte, die du geliebt und der du dich mit Begeisterung und Hingabe verschrieben hast. Eine Herzensangelegenheit. Das war immer zu spüren.

Nun muß die Point Of ohne dich weiterfliegen. Ren Dhark hat seinen wichtigsten Mann verloren, seinen besten Mann. Du jedoch kannst du auf ein reichhaltiges Werk zurückblicken, das unter deiner Tätigkeit als Dhark-Chefautor entstanden ist. Es wird uns alle überdauern, eine tröstliche Vorstellung.

Ich muß grade an die erste Konferenz denken, an der ich teilnahm. Tagsüber haben wir ordentlich malocht und gebrainstormt, nach dem Abendessen war der Tag aber noch lange nicht vorbei. Du packtest edle Zigarren aus und stelltest zwei Flaschen guten Whisky auf den Tisch. Zigarren, für einen überzeugten Nichtraucher wie mich? Oje! Gepafft habe ich trotzdem. Und ordentlich gehustet, wenn ich mich recht erinnere. Das Kratzen im Hals ließ sich prima mit dem Whisky runterspülen. Wie oft haben wir später eigentlich beides in die Romane eingebaut, den Whisky und die Zigarren? Das Motiv kehrte immer wieder, ein schöner Running Gag.

Die Verbundenheit wie an diesem Abend herrschte im Ren Dhark-Team immer, was ich erst nach und nach mitbekam. Du hast hinter deinem Team gestanden, jederzeit und vorbehaltlos. Du konntest dich auf uns verlassen, so wie wir uns auf dich. Das ging weit über ein gewöhnliches Arbeits- und Kollegenverhältnis hinaus. Wir sind Freunde geworden, und darauf bin ich stolz. Denn diese Bezeichnung war bei dir nicht nur dahergesagt. Wenn deine Hilfe gebraucht wurde, hast du nicht lange überlegt, sondern gehandelt. Mehr als einmal hast du mir bei persönlichen Problemen geholfen. Einmal hast du dich direkt nach unserem Telefonat ins Auto gesetzt und bist nach Köln gefahren. Das vergesse ich dir nicht, Hajo.

Ich denke daran, wie du und ich bei Center TV im Fernsehstudio saßen und vor laufenden Kameras über Ren Dhark plauderten. An die wunderbaren Fantreffen mit Dhark-Lesern in Mönchengladbach, Landshut und Oy. Und daß du bei den meisten Telefonaten vor dem Auflegen immer noch schnell einen Witz erzählen mußtest. "Kennst du den?"

Ich werde dich vermissen, als Mensch und als Autor, als Kollegen und als Freund. Besonders als Freund. Bei jedem neuen Dhark-Buch, bei der Arbeit an meinen Manuskripten, werde ich an dich denken. Erst recht bei möglichen weiteren Autorenkonferenzen, bei denen du dann nicht mehr dasitzt, um uns alle mit deinem Enthusiasmus und deinem Arbeitseifer anzustecken.

Ich hoffe, daß du nun irgendwo mit den Herren Kurt Brand und Werner Kurt Giesa zusammenhockst und neue Ren Dhark-Abenteuer ersinnst. Sie werden zwar nicht das Licht der Welt erblicken, aber vielleicht tragt ihr sie mir eines Tages vor, wenn ich an der Reihe bin. Bis dahin versuchen wir, das Team, dein Team, die Geschichten unseres wackeren Weltraumfahrers in deinem Sinne fortzusetzen. Ich hoffe, es möge lange klappen. Es wäre schön, wenn du uns dabei zuschauen würdest. Schick uns hin und wieder mal einen Geistesblitz, wenn uns die Ideen ausgehen.

Ich bin glücklich, dich gekannt zu haben. Und daß ich mich deinen Freund nennen durfte. Es war eine Ehre, mit dir zusammenzuarbeiten. Danke für alles, Hajo.

Samstag, 11. Oktober 2014

Ziegler und Böhmert zum Rezensieren

Den Tipp gab es von dem Berliner Autor und Übersetzer Frank Böhmert. Oder Böhmi, wie ich ihn seit über 30 Jahren zu nennen pflege. Nachdem ich an dieser Stelle kürzlich ein paar Gedanken zum 10. Todestag von Thomas Ziegler niederschrieb, wies er mich auf eine nette Neuigkeit hin.

Ziegler wird gewissermaßen grad wiederentdeckt. Seine Romane - oder zumindest einige davon - erscheinen nach und nach im Berliner Golkonda-Verlag. Das freut mich, ist es doch eine willkommene Gelegenheit, die Werke des Kölner Autors in den Neuausgaben wieder einmal zu lesen.

Zumal neben dem Glanzstück Stimmen der Nacht bereits Sardor erschienen ist. Die Fantasy-Saga um den Jagdflieger Dietrich von Warnstein, den es aus den Wirren des Ersten Weltkrieges in eine fremdartige Welt mit magischen Geschöpfen verschlägt, hatte Ziegler als Trilogie angelegt. Die ersten beiden Bände sind seinerzeit erschienen, den abschließenden brachte der Autor leider nicht fertig. Er wurde von dem Berliner Autor Markolf Hoffmann zu Ende geführt, sodaß die Trilogie nun endlich vollständig vorliegt.

Golkonda war so freundlich, mit sowohl Sardor als auch Stimmen der Nacht als Rezensionsexemplare zur Verfügung zu stellen. Was mich ebenfalls freut, Bloß weg hier! von Frank Böhmert gab es obendrauf. In letzterem habe ich bereits zu schmökern begonnen. Die Besprechungen zu allen oben genannten Büchern gibt's dann auf absehbare Zeit. Hier und wahrscheinlich auch an anderer Stelle.

Montag, 3. März 2014

Erfolgreiche Ren Dhark Autorenkonferenz

Der laufende Zyklus des Ren Dhark-Epos um die Kraval geht dem Ende entgegen. Im Sommer erscheint der abschließende Band. Somit höchste Eisenbahn also für das Autorenteam, sich Gedanken über den Handlungsfortgang zu machen. So trafen sich die Macher am vergangenen Wochenende in einem Hotel in Bonn. Während draußen der Karneval tobte, ging ich mit Hajo F. Breuer, Uwe Helmut Grave, Jan Gardemann und Ben B. Black in Klausur.

Schon am Freitag zeichnete sich ab, daß wir vor Tatendrang nur so sprühen. Erste mitgebrachte Ideen wurden vorgetragen und diskutiert, bevor wir den Abend mit einem guten Single Malt beschlossen. Samstag war der Hauptkampftag. Dies war meine fünfte Ren Dhark-Autorenkonferenz in den vergangenen zehn Jahren, und ich staune immer wieder über die Produktivität, die sich entfaltet, wenn man auf engem Raum kreativ zusammenhockt und dann ein Kollege die Ideen des anderen aufgreift, weiterentwickelt und variiert. Natürlich wird auch vieles verworfen. Um Wolfgang Niedecken in abgewandelter Form zu zitieren: Keine Idee ist unersetzlich.

Nach dem gemütlichen Abendessen in einem nahe gelegenen Restaurant waren wir sicher, eine Menge geschafft und wesentliche Grundlagen für den kommenden Zyklus gelegt zu haben. Er wird spannend, abenteuerreich und reichlich bunt werden. Neue Völker werden ebenso in Erscheinung treten wie altbekannte Freunde und Feinde. Konflikte sind vorprogrammiert, und eine große Gefahr kommt auf die Menschheit und die Milchstraße zu, verbunden mit einem noch größeren Rätsel. Die Wächter, sehr beliebt bei den Lesern, werden eine wichtige Rolle bei den kommenden Ereignissen spielen. Jemand aus dem erweiterten Kreis der Hauptfiguren muß sogar sein Leben opfern. Es darf also spekuliert werden.

Sonntag erarbeiteten wir weitere Einzelheiten sowohl für die Hauptserie als auch für die Sonderbände. Als wir gegen Mittag die Arbeit einstellten, war ich ziemlich kaputt. Solch ein zweitägiges Brainstorming hinterläßt seine Spuren. Wir gingen in dem Bewußtsein auseinander, einen weiteren tollen Zyklus für die Leser ersonnen haben. Für den wackeren Raumfahrer Ren Dhark kann die Zukunft kommen. Wie man so schön sagt: Wir sind gut aufgestellt.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Vorweihnachtliche Verlagstradition

So sicher wie das Amen in der Kirche sind zwei Postsendungen, die mich jedes Jahr wenige Tage vor Weihnachten erreichen. Die eine kommt vom Ren Dhark-Chefautor. Hajo F. Breuer läßt es sich nämlich nicht nehmen, jedem aus dem Autorenteam eine Flasche Single Malt zu schicken. Der Autorengaumen will ja verwöhnt sein. Die Flasche mit dem verlockend golden schimmernden Naß steht ungeöffnet und von Kerzen angestrahlt hinterm Adventskranz. Ich glaube, morgen werde ich eine Geschmacksprobe durchführen.

Die andere Sendung stammt aus der Perry Rhodan-Redaktion. Es ist eine hübsch bunte Karte mit jährlich wechselndem Motiv, die von allen Redaktionsangehörigen unterschrieben ist. Diesmal stammt die Graphik von dem Künstler Michael Vogt. Sie zeigt drei Personen, die aus einer Raumschiffluke springen und an einem riesigen Kristall runterrutschen, nämlich eine Frau, einen Mann und einen Außerirdischen. Der Mausbiber Gucky ist unverkennbar, und bei dem Mann handelt es sich vermutlich um den Sofortumschalter Rhodan höchstselbst. Ich habe jedoch keine Ahnung, wen die dunkelhaarige Frau darstellen soll.

Montag, 16. April 2012

Ein arbeitsintensives Wochenende mit Ren Dhark

Links zu sehen: Den Herren Black, Breuer, Mehnert und Gardemann rauchen die Köpfe.


Übers Wochenende traf sich das Team von Ren Dhark in einem Koblenzer Hotel. Auf der Konferenz sollte die Rahmenhandlung für die nächsten 2 Jahre festgelegt werden. Leider waren gleich zwei Kollegen aus gesundheitlichen Gründen verhindert. Das tat der Kreativität der übrigen Anwesenden jedoch nicht den geringsten Abbruch. Neben Chefautor und Expokrat Hajo F. Breuer waren meine Wenigkeit und die Kollegen Jan Gardemann und Ben B. Black zugegen.

Bereits am Freitag entwickelten wir eine Reihe von Ideen. Welche neuen Völker werden auftauchen, welche altbekannten wieder mitmischen? Wohin steuert die Handlung generell? Was geschieht auf Terra, was auf Babylon und Eden? Wie entwickeln sich die Hauptfiguren? Lassen wir gar irgendwen über die Klinge springen? Erste Notizen wurden gemacht, die Stichwortlisten wuchsen.

Am Samstag ging es dann ans Eingemachte. Der Wust der Ideen wollte sortiert und zu einem sinnvollen Ganzen zusammengefügt werden. Es ist immer wieder schön zu verfolgen, wie sich der kreative Prozeß verselbständigt, wenn mehrere Leute sich ergänzen, die Vorschläge der Kollegen kommentieren, aufgreifen und weiterentwickeln. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, daß wir vor Ideen nur so sprühten. Handlungstechnich werden viele Fragen geklärt und zugleich neue aufgeworfen. Der kommende Zyklus wird sehr spannend, eine Menge Überraschungen beinhalten und - davon bin ich überzeugt - die Leser von Ren Dhark begeistern. Von zwei kurzen Pausen abgesehen, arbeiteten wir von morgens um 9.00 Uhr bis abends gegen 20.00 Uhr. Die Zeit verging dabei wie im Flug.

Mit dem Abendessen begann der gemütliche Teil, der mit zwei Flaschen Whisky, die Hajo Breuer mitgebracht hatte, spät in der Nacht ausklang. Für meinen Geschmach zu spät, wie ich am nächsten Morgen feststellen mußte. Allerdings wurden Sonntag nur noch ein paar letzte lose Enden zusammengefügt, danach machten wir uns auf den Heimweg.

Das Wochenende war sehr gelungen. Die Arbeit und überhaupt das ganze Zusammentreffen hat riesigen Spaß gemacht. Der kommende Zyklus steht komplett. Wir alle waren mit dem Erarbeiteten vollauf zufrieden. Ich freue mich schon auf die ersten Exposes und die daraus resultierenden Romane.

Samstag, 18. Dezember 2010

Ausflug zu Fantasy Productions

Werner Fuchs' Verlag Fantasy Productions hat neue Räumlichkeiten in Erkrath bezogen. Zu diesem Anlaß lud Werner in die neuen heiligen Hallen zur Weinverkostung ein. Trotz Schneeverwehungen und des zu erwartenden Verkehrschaos machten Bernd Robker, der bereits einige Romane für die Reihe DAS SCHWARZE AUGE geschrieben hat, und ich uns auf den Weg nach Erkrath. Die meisten Fernzüge hatten teils stundenlange Verspätung, doch wir kamen fast fahrplanmäßig durch.
Werners neues Verlagsdomizil ist praktisch aufgeteilt. Gleich neben drei geräumigen Büros findet sich die Lagerhalle, in die ich einen ausgiebigen Blick werfen konnte. Dort stapeln sich die FanPro-Produkte, Bücher, Bücher und nochmals Bücher. Klasse und ziemlich beeindruckend.
Der eigentliche Empfang fand eine Etage tiefer im Keller statt, in einem großen Partyraum mit Bar, diversen zur Verkostung vorbereiteten Weinen und einer reichhaltigen Käseplatte mit Baguettes. Für einen Biertrinker, der, ich gebe es zu, keine Ahnung von Wein hat, ist es schwierig, die Unterschiede herauszuschmecken. Ich versuchte mich tapfer zu schlagen, was vermutlich nicht allzu gut gelang.
Nachdem alle anderen Besucher gegangen waren, verzogen wir uns zu dritt noch eine ganze Weile in Werners Büro. Gesprächsthemen waren natürlich ATLAN, DAS SCHWARZE AUGE, ein wenig Musik, Werners internationale Verbindungen, Verlage und Projekte und sogar das in einer Raumecke stehende Tip-Kick-Spiel.
Zu guter Letzt nahm ich die mir noch fehlenden Atlan-Taschenbücher mit, und Bernd und ich traten den Heimweg nach Köln an.

Samstag, 9. Oktober 2010

Galaktisches Forum


Seit ein paar Jahren veranstaltet die Perry Rhodan-Redaktion am Freitagabend jeder Frankfurter Buchmesse das sogenannte Galaktische Forum. Bei dem gemütlichen Zusammensein treffen sich Autoren, Zeichner und Verlagsleute aus dem Bereich der Science Fiction und dem Umfeld der Phantastik.
Bestimmt an die hundert Leute fanden sich in diesem Jahr im Euro Deli ein, einer schmucken Bar im Frankfurter Geschäftsviertel unweit der Messe. Bei der Vielzahl an Besuchern ist es leider kaum möglich, neue Bekanntschaften zu schließen. Ich war schon froh, mich mit dem einen oder anderen alten Bekannten unterhalten zu können, den ich, wie zum Beispiel Gerd Rottenecker, nur einmal im Jahr treffe.
Hinzu kam, dass im Fernsehen das Europameisterschafts-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und der Türkei lief, was nicht nur bei mir für Ablenkung vom eigentlichen Sinn des Treffens sorgte. Es waren auch noch andere Fußballfans unter den geladenen Gästen. Außerdem mußte ich gegen 22.30 aufbrechen, um den letzten Zug nach Köln zu erwischen. Zu der Zeit hatten sich die Räumlichkeiten der Bar richtig gefüllt.
Schade, ich wäre gern länger geblieben, aber es ging halt nicht. Trotzdem war das Galaktische Forum einmal mehr eine tolle Veranstaltung, die im kommenden Jahr hoffentlich ihre Fortsetzung findet.