Samstag, 6. Oktober 2018

Der Coloniacon 23 - und es geht weiter



Einen Science-Fiction-Con wollten wir ausrichten, in Köln natürlich. Das war 1982, als wir noch Schulflausen im Kopf hatten. Der Name Coloniacon war damals ebenso schnell gefunden wie als Veranstaltungsort der Jugendpark in Köln-Deutz. Einen SF-Con wollten wir ausrichten, einen einzigen. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2018, seit unserem Erstling sind sage und schreibe 36 Jahre ins Land gezogen, und am vergangenen Wochenende ging der nunmehr 23. Coloniacon über die Bühne, selbstverständlich wieder im Jugendpark.
 
Das Orga-Team traf sich bereits am Freitag Mittag im Conlokal, um den Saal zu bestuhlen, Tische aufzubauen und die Conbücher in die Taschen zu packen. Für das ganze Wochenende war schönes Wetter angesagt, was sich tatsächlich bestätigte. Für mich ist es immer wie ein Jahrzehnte währendes Dauer-Deja-Vu, wenn ich den Jugendpark betrete, durch die Räume schlendere, die Theke in Augenschein nehme, kurz auf die Bühne steige und auf den Rhein hinunterblicke. So auch diesmal. Ich fühlte mich gleich wieder wie zu Hause.
 
Anschließend fuhren wir vom rechtsrheinischen Stadtteil Deutz in die linksrheinisch gelegene Innenstadt. Im Brauhaus Reissdorf im Griechenmarktviertel fand nicht zum ersten Mal der abendliche Vor-Con stattfand. Nach und nach trafen die ersten Besucher aus allen Winkeln der Republik ein, und die erwartete Conatmosphäre stellte sich. Die Stimmung war gut, die Leute waren bester Laune. Es wurde geredet und gescherzt, gegessen und getrunken. Spätestens jetzt hatte mich das Confieber gepackt, und die über zweijährige Pause nach dem Coloniacon 22 war wie weggewischt.
 
Am Samstag Morgen war ich früh im Jugendpark, und schon bald reihten sich Besucher am Eintritt. Da hatten die Händler den Aufbau ihrer Stände bereits hinter sich. Dann hielten Ralf Zimmermann und ich die Eröffnungsrede – merkwürdig eigentlich, schließlich haben wir beide vor vier Jahren unseren Rücktritt als Veranstalter erklärt. Anscheinend ist es wie bei verschiedenen alten Rockbands wie den Stones, die einfach nicht aufhören können. Und so alt wie Mick, Keith etc. sind wir ja noch lange nicht.
 
Der Samstag war dann angefüllt mit Programmpunkten, die neben dem Hauptsaal zudem in mehreren weiteren Räumen stattfanden. Perry Rhodan punktete dabei gleich mehrfach, kein Wunder angesichts unseres Ehrengastes Uschi Zietsch. Zudem gab es Beiträge zu Star Wars, zu Science vs. Fiction, sogar ein Konzert von Singh Boncard und die Phileasson-Abendshow von Robert Corvus und Bernhard Hennen. Parallel dazu lasen einige Autoren aus ihren aktuellen Werken.
 
Auch ich selbst musste bzw. durfte noch einmal auf die Bühne. Eingerahmt von den Promet-Autoren Andreas Zwengel und Oliver Müller plauderte ich über die SF-Serie Raumschiff Promet, angefangen bei Kurt Brands Romanen aus den frühen Siebziger Jahren über die Wiederbelebung durch Jörg Kaegelmann und Thomas Ziegler Ende der Neunziger Jahre bis hin zur aktuellen Entwicklung mit zwei parallel erscheinenden Promet-Serien. Dazu lasen vor einem interessierten und aufmerksamen Publikum Andreas und Oli aus ihren Promet-Romanen.
 
Abends wurde im Freien gegrillt, eine Institution seit den Anfängen des Coloniacons. ET stand wie gewohnt am Grill und verwöhnte die Leute mit Steaks und Bratwurst. Die Getränke, ob nun Kölsch, Softdrinks oder Wasser, standen kistenweise daneben. Als Feuerteufel, der das große Feuer in der Mitte des Grillplatzes in Gang hielt, betätigte sich wie seit vielen Jahren der Münchener Händler Reinhard Rauscher. Der Abend verging wie im Flug, genau wie der vorangegangene Tag.
 
Am Sonntag Morgen ging die Orgie weiter. Unweit der Theke wurde gemeinsam gefrühstückt, auch das eine Tradition auf dem Coloniacon. Die Brötchen gehen wortwörtlich weg wie die Semmeln, und nach der kurzen Nacht erwies sich der Kaffee in so manchem Fall als reinstes Lebenselixier.
 
Im Vergleich zum Samstag ist am Sonntag immer recht wenig los, was sich auch in diesem Jahre bestätigte. Dennoch folgten nach dem Frühstück noch einige Programmpunkte. Die Krimiautorin Regina Schleheck brachte den Besuchern phantastische Köln-Geschichten nahe, und Aki Nofftz schilderte, wie Perry Rhodan das Internet entdeckte. Danach lasen Stellaris-Autor Dieter Bohn sowie der Erfolgsautor Robert Corvus, vor zwei Jahren selbst noch Coloniacon-Veranstalter.
 
Schließlich führten wieder Ralf und ich die Verabschiedung durch und gaben ein paar Ausblicke auf den Coloniacon 24. Jetzt kamen dazu aber dankenswerterweise die anderen Organisatoren mit auf die Bühne: Aki, Regina, Dieter und Daniel von Euw, sodass jeder noch einige Worte an die Besucher richten konnte. Damit war der 23. Coloniacon schon – fast – Geschichte.
 
Nur fast – denn nach dem Abbau und den Aufräumarbeiten folgte ja noch der kleine Nach-Con für diejenigen, sich noch nicht gleich auf den Heimweg machen wollten. Wie bereits der Vor-Con führte er uns wieder ins Reissdorf-Brauhaus, wo wir bis spät in die Nacht bei leckerem Essen, leckerem Reissdorf-Kölsch und gemütlichem Plausch beisammen saßen.
 
Der Coloniacon 23 hat mir viel Freude bereitet. Er ging leider viel zu schnell vorbei, und von den Programmpunkten bekam ich immer nur Ausschnitte mit. Dafür traf ich viele nette Leute, alte Bekannte und neue Bekannte.
 
Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Organisatoren und den Helfern bedanken, bei den Gästen und Programmgestaltern, den Ausstellern und Händlern, auch bei Petra und Thomas vom Jugendpark sowie bei Mathy, Björn und dem Reissdorf-Team. Vor allem aber bei den Besuchern, denn ohne euch, ihr Lieben, gäbe es den Coloniacon nach über dreieinhalb Dekaden längst nicht mehr. Vielen Dank!
 
Und wie es schon in der Überschrift steht: Die Geschichte ist noch nicht zu Ende, der Coloniacon geht weiter. Die 24. Ausgabe findet am 23. und 24. Mai 2020 statt. Sogar an das große, das vierzigjährige Jubiläum 2022 wird schon gedacht, wie die unten abgebildeten Bierdeckel verraten.


 

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