Sonntag, 30. September 2012

Ein Zamorra-Con in Wetzlar

Anläßlich des 1000. Heftes von Professor Zamorra veranstaltete Carl Holmes in der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar einen kleinen, gemütlichen Con. Zu dem hatte Carl, User des Zamorra-Forums bei Bastei, mich als ehemaligen Zamorra-Autor vor geraumer Zeit eingeladen.

Ich fuhr Freitag recht früh los, was mir Gelegenheit gab, in Limburg einen Aufenthalt einzulegen und den Limburger Dom zu besichtigen. Das der rheinischen Spätromanik zugerechnete Bauwerk mit gotischen Einschlägen liegt auf einer Anhöhe gleich oberhalb der Lahn mit einem schönen Ausblick. Der historische Stadtkern ist beeindruckend, was auch für die Kathedrale selbst gilt. An sie angeschlossen ist ein kleiner öffentlich zugänglicher Friedhof, auf dem zahlreiche Angehörige des Limburger Domkapitels beigesetzt sind. Viele Grabsteine stammen noch aus der Mitte des 19. Jahrunderts. Solche Anlagen sind für mich schon allein aus historischen Gründen erhaltenswürdig, doch leider waren die Zeichen des Verfalls unübersehbar.

Ebenfalls von historischer Pracht ist der Wetzlarer Stadtkern mit seinen zahlreichen mittelalterlichen Gebäuden, die vom 2. Weltkrieg verschont geblieben sind. Ich spazierte eine Weile umher und stieß überall auf seit Ende des 17. Jahrhunderts erhaltene Spuren des Reichskammergerichts, des damals höchsten deutschen Gerichts. Auch der unvollendete Wetzlarer Dom, ebenfalls romanisch und gotisch geprägt, liegt auf einer Anhöhe über der Stadt, und der Fußweg hinauf gestaltete sich recht anstrengend. Ich fühlte mich an wenig an meinen letzten Besuch auf dem Drachenfels erinnert, auch wenn es nicht ganz so steil hinaufgeht. Im Dominneren erlebte ich eine Überraschung, wurde ich doch mit der Tatsache konfrontiert, daß die Kirche von beiden christlichen Konfessionen benutzt wird. Sprich, sowohl Katholiken als auch Evangele halten darin unter anderem ihre Gottesdienste ab. Das kann ich mir im erzkatholischen Köln leider gar nicht vorstellen.

Das Hotel lag ganz in der Nähe, und nachdem ich eingecheckt hatte, traf ich mich abends mit Carl sowie Horst von Allwörden vom Online-Magazin Zauberspiegel und dessen Partner in einem italienischen Restaurant. Wir saßen bis spät in die Nacht zusammen und redeten über Gott und die Welt. Ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten trank ich kein Bier, sondern den einheimischen Apfelwein.

Der eigentliche Con fand am Samstag in der Phantastischen Bibliothek statt. In dem fünfstöckigen Gebäude ist die weltweit größte öffentliche Sammlung phantastischer Literatur mit rund 200.000 Titeln untergebracht. Der Autor, Herausgeber, Organisator der Wetzlarer Tage der Phantastik und nicht zuletzt Gründer der Bibliothek Thomas Le Blanc führte die Besucher zunächst herum. Ich fühlte mich sauwohl zwischen all den phantastischen Büchern und Heftromanen. Alles ist sauber, übersichtlich und hell. Ich hätte gleich einziehen können und war nicht der einzige, der das eine oder andere Buch aus dem Regal nahm, um es zu begutachten. Überaus bemerkenswert finde ich, daß die Phantastische Bibliothek nicht nur als Archiv dient. Sie ist für Publikumsverkehr geöffnet, und die zumeist doppelt vorhandenen Titel können ausgeliehen werden.

Nach der Führung wurde der Amateurfilm "Satans Todesschwadron" gezeigt. In dem Super 8-Streifen von 1983 waren Werner Kurt Giesa als Zamorra und Rolf Michael als sein Feind Asmodis zu sehen. Natürlich wirken heute viele Szenen unfreiwillig komisch, doch man muß den Film im zeitlichen Kontext und unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte betrachten. Es hat mich gefreut, Werner auf diese Weise - seinerzeit war er erst 29 Jahre alt und lief wie eine Elfe die Treppen hoch - noch einmal in bewegten Bildern zu sehen. Der anwesende Rolf Michael würzte die Vorführung mit den launigen Kommentaren und Anekdoten des Insiders, der damals dabei war.

Nach dem Mittagessen, von Carl perfekt organisiert wie alles andere auch, wurde Heft 1000 offiziell an Thomas Le Blanc übergeben. Das geschah durch die inzwischen eingetroffene Redakteurin Susanne Picard und die aktuellen Zamorra-Autoren Oliver Fröhlich und Christian Schwarz sowie Rolf und mich als ehemalige Mitstreiter. Später gesellte sich auch noch Manfred Rückert dazu.

Danach referierte Hermann von Allwörden über die legendären sogenannten Bierkonferenzen. Es war interessant und witzig, wie die Herren Michael, Giesa und von Allwörden vor Dekaden so manche Zamorra-Idee ausbrüteten. Was dann später aus vielen Überlegungen wurde, steht auf einem ganz anderen Blatt. Schließlich plaudete ich nachmittags darüber, wie ich seinerzeit als Autor zu Zamorra gestoßen bin, und danach war der Con leider schon vorbei.

Die ganze Truppe zog sich noch für eine Weile vor ein Cafe in der Altstadt zurück, wo wir das Treffen gemütlich ausklingen ließen. Mir hat der Con wirklich gut gefallen, und das war der allgemeine Tenor. Die Leute waren nett, die Stimmung prächtig, die Programmpunkte kurzweilig. Mein großer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an Carl Holmes, der das Treffen anläßlich Zamorra 1000 mit seinem Einsatz überhaupt erst möglich gemacht hat. Danke, Carl, du hast dir ein Amulett verdient.

Eine besondere Überraschung hielt Rolf Michael für mich bereit. Er brachte mir nämlich ein Buch mit, und zwar ein ganz besonderes. Es handelt sich um ein Leihbuch aus den Fünfziger Jahren, das damals in der mir völlig unbekannten Kölner Verlags K.G. Paul Steinebach erschienen ist. Der Roman "Aus Weltraumtiefen" stammt aus der Feder von Kurt Brand und trägt vorne im Buch folgende Signatur:
"Für dich signiert in Kaltern am 11.05.91
Dein Kollege Kurt Brand"
Ich habe mich sehr darüber gefreut, Rolf. Vielen Dank! Ich werde das signierte Buch des Schöpfers von Ren Dhark und Raumschiff Promet hüten wie meinen Augapfel.

Professor Zamorra wird 1000

Seit 1974 erscheint die Heftromanserie PROFESSOR ZAMORRA im Bastei-Verlag. Geprägt wurde sie in frühen Jahren durch Urgestein Rolf Michael und vor allem durch den 2008 verstorbenen Werner Kurt Giesa, der bis zu seinem Tod auch die meisten Romane verfaßte. Neben der eigentlichen Horrorhandlung enthält die Serie um den Meister des Übersinnlichen Elemente der Science Fiction und der Fantasy.

Vor ein paar Tagen ist nun Band 1000 erschienen, ein Jubiläum, auf das die Macher mit Fug und Recht stolz sein können. Ich gratuliere allen an diesem Projekt Beteiligten ganz herzlich. Alle zwei Wochen werden die Geschichten weiterhin fortgesetzt von einem Autorenteam unter der Leitung der Redakteurin Susanne Picard.

Vor ein paar Jahren - damals noch unter der Ägide Werner Kurt Giesas - habe ich ein paar Romane zu Zamorra beigesteuert. Um genau zu sein, waren es 6 Hefte und 2 im Zaubermond-Verlag erschienene Bücher. Darin ging es um die Dynastie der Ewigen, das Drachenland und andere phantastische Stätten und Handlungsträger, mit denen nur Zamorra-Leser etwas anfangen können.

Professor Zamorra ist eine bunte, abwechslungsreiche Geschichte, der ich weiterhin ein langes Leben wünsche. Möge der Meister des Übersinnlichen, dessen Vorname niemals genannt wurde, mit seinem Amulett Merlins Stern, seiner Partnerin Nicole und verschiedenen Mitstreitern seinen unermüdlichen Kampf gegen Dämonen und die Mächte der Finsternis noch lange fortsetzen.

Auf der Rückseite von Heft 1000 findet sich übrigens ein Portrait des verstorbenen Volker Krämer, eine schöne Hommage an den langjährigen Zamorra-Autor. Diese Ehre wurde in Heft 900 bereits Werner Kurt Giesa zuteil.

Dienstag, 25. September 2012

Im Dschungel entführt

In seinem vierten Abenteuer macht Tibor die Bekanntschaft ein paar ganz eigenartiger Leute. Eine Filmgesellschaft dreht im Dschungel einen Film um einen Dschungelhelden, der allerlei Gefahren trotzt. Die Wirklichkeit des Lebens im Urwald, wie Tibor sie kennt, bleibt dabei allerdings völlig auf der Strecke.

Was so scheinbar harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einem lebensgefährlichen Abenteuer. Der Sohn des Dschungels bekommt es nämlich nicht nur mit einem gewissenlosen Kindesentführer und Lösegelderpresser zu tun. Er sieht sich zudem konfrontiert mit einem aus dem Hintergrund agierenden Intriganten, für den das Leben eines Kindes zweitrangig ist. Bis zuletzt bleibt schleierhaft, wer die Fäden in diesem schmutzigen Spiel zieht.

Bereits die vierte Romanadaption nach den Tibor-Comicvorlagen Hansrudi Wäschers ist damit auf den Weg gebracht. Wieder hatte ich großes Vergnügen an der Umsetzung der Klassiker von Wäscher. Ich habe das Manuskript an den Verlag geschickt und bin auf die Reaktion des Verlegers gespannt. Neben Tibor ist selbstverständlich auch wieder sein Freund und Partner, der Gorilla Kerak, mit von der Partie. Der Roman trägt den Titel "Eine harte Schule".

Dienstag, 11. September 2012

Mit Steven Trainor auf Babylon

Am Ende überwog die Action. Denn wenn Steven Trainor, Liao Morei, Maximilian Berger und Aiko Kurosawa zum Showdown antreten, kann man gewöhnlich davon ausgehen, daß kein Auge trocken bleibt. Ebenfalls mit mischen die Herren Terence Wallis und Charles Norris sowie der Chef der Galaktischen Sicherheitsorganisation Bernd Eylers und der GSO-Agent Jos Aachten van Haag. Die Geschichte beginnt mit einem unheimlichen, fremden Raumschiff. Den Zuschauern einer gewissen SF-Serie im Fernsehen dürfte es aber nicht ganz so fremd sein.

Gestern habe ich den nächsten REN DHARK-Sonderband für die Unitall-Reihe fertiggestellt. Muß ich betonen, daß es einmal mehr großen Spaß gemacht hat, ein weiteres Kapitel in der Historie des Dhark-Kosmos aufzuschlagen? Eigentlich nicht. Steven Trainor hat sich in der Vergangenheit heimlich, still und leise zu einer meiner Lieblingsfiguren gemausert. Umso schöner war es, ihn wieder in den Einsatz zu schicken.

Im neuen Abenteuer haben die Protagonisten es mit einem Feind in den eigenen - menschlichen - Reihen zu tun. Und auch wieder nicht. Denn die Dinge gestalten sich kompliziert, und die eigentlichen Drahtzieher der erschreckenden Geschehnisse, mit denen unsere Helden konfrontiert werden, agieren aus dem Hintergrund und bleiben gesichtslos. Zudem muß sich Trainor einer für ihn persönlich schicksalhaften Frage stellen. Der Roman trägt den vielsagenden Titel "Feind ohne Gnade", und das ist inhaltlich nicht übertrieben.

Donnerstag, 6. September 2012

BAP auf der Loreley


Verdamp lang her, das kann man wirklich sagen. Denn erst 30 Jahre und 3 Tage nach dem legendären Konzert von 1982 im Rahmen des Rockpalastes stand BAP wieder auf der Freilichtbühne der Loreley. Immer wieder während des dreistündigen Auftritts kam Wolfgang Niedecken auf das damalige Ereignis zu sprechen. So merkte man, wie sehr es ihm laut Ansager Peter Rüchel eine Herzensangelegenheit war, musikalisch an diesen Ort zurückzukehren. Niedecken ließ das Publikum seine Begeisterung über den damaligen Auftritt und das ganze Drumherum spüren, besonders Rory Gallagher kennengelernt und sogar kurz auf dessen Gitarre gespielt zu haben.

Der Wettergott hatte ein Einsehen. Nach dem verregneten Vortag gab es blauen Himmel und Sonnenschein satt. Das Open Air Gelände war brechend voll. Die Loreley ist für mich ohnehin der schönste all jener Veranstaltungsorte, die ich schon zu Konzerten besucht habe. Gleich über dem Rhein gelegen, mit einem wunderschönen Ausblick und ringsum grün. Am späten Abend der Untergang der prallen gelben Sonne hinter den Hügeln auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Da hält nur die Berliner Waldbühne mit. Rund 10.000 Zuschauer waren zusammengekommen.

Vom Opener Stoppok bekam ich nur die letzten beiden Stücke mit, mit akustischer Gitarre und blueslastig. Hubert von Goisern, von dem ich zuvor wohl noch nie bewußt ein Lied gehört hatte, hatte ich bis dato immer als einen waschechten Bayern verortet. Die Österreicher mögen es mir verzeihen. Bei seinem Auftritt konnte ich nachvollziehen, wie sich BAP-Hörer fühlen, die des Kölschen nicht mächtig sind. Ich verstand nämlich bestenfalls ein Viertel der österreichischen Texte. Die Musik hat mir gut gefallen, ziemlich rockig mit Ausflügen zu ländlicher Folklore in elektrifizierter Form, mehrfach garniert mit minutenlangen Jodelattacken.


Ich und Freund Mathias, der BAP-Graphiker, nach dem Konzert.
(c) Foto by Adolf Kesseler
Als Intro läuteten die Glocken des Kölner Doms, was gleich heimatliche Klänge bescherte. BAP begann mit Halv su wild und hörte auf mit Songs sinn Dräume. Dazwischen lagen musikalische Erinnerungen aus den letzten 35 Jahren, darunter selbstverständnlich die Dauerbrenner Verdamp lang her und Do kanns zaubre, zum Glück auch wieder Ne schöne Jrooss sowie meine Lieblingsstücke vom aktuellen Album Chlodwigplatz und Verjess Babylon sowie All die Aurenblecke. Insgesamt gab es 27 BAP-Stücke, danach noch wie vor 30 Jahren Knockin' On Heavens Door, bei dem alle zusammen auf der Bühne standen, BAP, Stoppok, Hubert von Goisern.

Wolfgang Niedecken zog dabei alle Register, mal nachdenklich, mal kritisch, melancholisch oder vergnügt, mit der Rocktruppe im Rücken oder allein mit akustischer Gitarre und Mundharmonika. Bei alledem ehrlich, aufrichtig und authentisch. Und glücklich mit all den Leuten, die, wie er selbst sagt, nach all der langen Zeit immer noch zu seinen Auftritten kommen.

Es war ein schöner Abend, ein magischer Abend mit großen Momenten. Ich hätte ihn nicht verpassen mögen. Wie Wolfgang am Ende feststellte, wird er 91 sein, sollte es wieder 30 Jahre bis zum nächsten Auftritt auf der Loreley dauern. Das kriegt er hoffentlich viel schneller hin. Bis dahin werde ich andere Gelegenheiten nutzen, ihn und BAP live zu sehen. Immer wieder, und stets mit der gleichen Begeisterung wie beim ersten Mal.

Dienstag, 4. September 2012

Etwas Böses naht auf leisen Sohlen

So sieht die Titelbildgraphik für den kommenden Ren Dhark Sonderband aus, an dem ich derzeit arbeite. Sie stammt wie immer von Ralph Voltz.

Freitag, 31. August 2012

Runrig endlich wieder am Rhein

Wenn Aufnahmen der Highlands, von Möwen über gischtender Küste und einsamen Landstraßen inmitten grüner Hügel über die Leinwand flimmern, wenn im Publikum schottische Fahnen geschwenkt und Schals gehoben werden und wenn Männer in Kilts an einem vorbeilaufen, dann weiß man, daß Runrig auf der Bühne stehen. So wie gestern Abend auf dem Open Air Gelände des Kölner Tanzbrunnens, wo ich sie schon Mitte der Achtziger live gesehen habe. Nach einer achtzehnmonatigen Tourneepause sind die schottischen Folkrocker wieder unterwegs.

Los ging es mit Stamping Ground und zu Ende mit Loch Lomond und And We'll Sing. Dazwischen lagen rund zwei Stunden mit bekannten und weniger bekannten Songs. Es gab ein Wiederhören mit Alba, Protect and Survive, mit Everything You See, Skye und Beat The Drum. Mal wurde auf Gälisch gesungen, mal gab es einen akustischen Ausflug mit Gitarre oder Tasten. Zu einem Lied kamen sie mit umgeschnallten Trommeln auf die Bühne, zu einem anderen mit Akkordeons. Einige der alten Stücke waren zudem völlig neu arrangiert.

Selten habe ich den Tanzbrunnen so gut gefüllt gesehen. Jung und Alt hatten ihre Freude an den Musikern, denen man wieder einmal anmerkte, welchen Spaß ihnen das macht, was sie auf der Bühne präsentieren. Schön war's, musikalisch klasse, frenetisch, ergreifend. Diesmal gefehlt haben mir nur die Dudelsäcke. Nächstes Jahr feiern Runrig ihr vierzigjähriges Bestehen. Dann bitte mit einer Jubiläumstour, liebe Schotten.

Freitag, 24. August 2012

Monster im Weltall

Die REN DHARK-Sonderbände in der Unitall-Reihe, die dreimal jährlich erscheinen, steuern auf ein kleines Jubiläum zu. Das Expose, das mich heute erreichte, trägt bereits die Nummer 20. Damit legt auch die Nachfolgereihe der früheren Sonderbände, die bis zur Nummer 29 gingen, eine schöne Erfolgsgeschichte hin. Ich habe das Vergnügen, den kommenden Roman schreiben zu dürfen.

Düster geht es los, mit einem gräuslichen Überfall in der Tiefe des Weltalls. Ich habe ganz konkrete Bilder im Kopf, wie ich die Einstiegsszene in die unheimliche Handlung anlegen werde. Gestaltete ich im vorangegangenen Band Der Atomkrieg findet statt die Handlung actionreich und handfest, gibt es diesmal einen schönen Horroreinschlag. Wie hieß es noch bei Alien? "Im Weltall hört dich niemand schreien." Von wegen. Die Kameraden im eigenen Schiff durchaus.

Donnerstag, 23. August 2012

Intravenös 212

Regelmäßig alle sechs Wochen flattert das Clubmagazin des Atlan Club Deutschland ins Haus. Bis zur Ausgabe 212 haben es die eifrigen Damen und Herren Atlan-Fans schon geschafft, und Ermüdungserscheinungen stellen sich nicht ein. Rüdiger Schäfer und Gero Grübler kündigen bereits den Atlan-Con 2013 an. Näheres wird allerdings nicht verraten. Die beiden Verschwörer machen ein großes Geheimnis darum. Nicht einmal der Veranstaltungsort wird genannt.

Neben den teilweise sehr umfangreichen Leserbriefen gibt es die üblichen Rubriken. Deutschstunde mit Rüdiger, Die besten TV-Serien aller Zeiten, Geistreiche Zitate, Wer nicht fragt ..., Klatsch und Tratsch aus Romanen und Stories. Auch der alte Arkonide selbst kommt nicht zu kurz. Irgendwie ist immer für jeden etwas dabei. Ich gebe es zu: Intravenös bleibt meine liebste Klolektüre, abwechslungsreich, kurzweilig, fannisch.


Mittwoch, 22. August 2012

Der Sohn des Dschungels startet durch


Heute hatte ich ein weiteres TIBOR-Belegexemplar im Briefkasten. Dabei ist gar keine neue Ausgabe erschienen. Stattdessen ist Band 1 in die 2. Auflage gegangen, was mich natürlich sehr freut. Im Gegensatz zur 1. Auflage ist sie unlimitiert.

Um dennoch eine Unterscheidung zu gewährleisten, gibt es optische Veränderungen. Die Titelbildzeichnung von Hansrudi Wäscher ist in anderen Farben gehalten. Auf die Goldprägung sowie das Lesebändchen wurde verzichtet. Finde ich gut. So fühlen sich die Abonnenten der limitierten Erstauflage nicht auf den Schlips getreten.

Im Anhang angekündigt wird bereits TIBOR 3, ebenso NICK 1. Beide erscheinen im November zur Intercomic-Messe in Köln. Inzwischen eingetroffen sind bei mir auch die nächsten Comic-Großbände, die als Vorlage für TIBOR 4 dienen. Ich werde mit dem Schreiben des Romans loslegen, sobald ich mein derzeitiges Projekt beendet habe.

Montag, 20. August 2012

Rückkehr ins Ungewisse


Denn eine Rückkehr ins Ungewisse ist es, die Ren Dhark erlebt, als er nach langer Abwesenheit aus der Galaxis Orn nach Hause zurückkehrt. Nicht nur, daß der terranische Raumfahrer ein unglaubliches Angebot zu verkraften hat, das sein Leben auf nachhaltige Weise verändern wird. Im ehemaligen Exspect am Rand der Milchstraße taucht zudem ein unsichtbarer Feind auf, der überraschend und unerkannt zuschlägt. Damit zeichnen sich hochdramatische Ereignisse ab, die wir auf der letzten Ren Dhark-Konferenz mit Genuß ersonnen haben.

Endlich ist er da, der erste Band des neuen Zyklus. Ich habe ihn heute erhalten. Mit Rückkehr ins Ungewisse beginnt ein ganz neuer Handlungsabschnitt. Daher ist für alle, die schon immer einmal hineinschnuppern wollten in Ren Dhark, ein Einstieg in die Serie jetzt problemlos möglich.

Den vorliegenden Roman habe ich übrigens gemeinsam mit den Kollegen Uwe Helmut Grave und Jan Gardemann verfaßt. Das grandiose Titelbild, das die Point of in einem klassischen SF-Motiv zeigt, stammt wie gewohnt von Ralph Voltz.

Freitag, 17. August 2012

Rolling Stone Magazin 214


Die August-Ausgabe des Rolling Stone wartet mit einem netten Special auf. Eine sechzigköpfige Jury aus Journalisten und Musikern hat die 100 besten Singer-Songwriter-Alben aller Zeiten gekürzt. Natürlich gelingt eine solche Auswahl nie objektiv, weil jeder seinem eigenen Geschmack folgt. Doch je mehr Leute die Auswahl treffen, umso repräsentativer wird sie. Ich mag solche Rankings.

In der Auswahl tummelt sich einiges, was Rang und Namen hat. Der Großteil der Interpreten ist mir bekannt, von den hundert Alben kann ich das weniger behaupten. Die einzigen, von denen ich Platten bzw. CDs besitze, sind Bob Dylan, Neil Young und Bruce Springsteen. Daß Blonde On Blonde und Harvest die beiden vorderen Plätze belegen, wundert mich nicht. Von den platzierten Dylan-Alben besitze ich immerhin satte acht Stück, von Young fünf und von Springsteen drei. Darunter ist meine Lieblingsscheibe Born To Run. Der Rest der vertretenen Interpreten - Pustekuchen.

Der ansonsten für mich interessanteste Beitrag trägt den Titel "Die letzten Aufrechten" und dreht sich um das derzeitige Schaffen von Lynyrd Skynyrd. Leider begnügt er sich mit gerade einmal zwei Seiten. Da wäre mehr drin gewesen. Noch mauer sieht es bei anderen Artikeln aus. Rushs neues Album Clockwork Angels ist im Grunde ein zwölfteiliger Science Fiction-Roman, angesiedelt im Steampunk. Hermann Hesses Todestag jährte sich zum fünfzigsten Mal. Green Day veröffentlichen in den nächsten Monaten gleich drei neue Alben, und Ridley Scott ist mit Prometheus selbstverständlich auch vertreten. Zu schade, daß keiner dieser Artikel über eine Seite hinausgeht. Ich beklagte es schon anderenorts. Auch der Rolling Stone wird oberflächlicher und bedient mittlerweile verstärkt den kleinen Hunger zwischendurch, statt opulente Mahlzeiten zu kredenzen.

Aufhorchen läßt eine Aussage, die Ridley Scott auf die Frage nach einem weiteren Blade Runner Abenteuer tätigt. Das Problem sei zwar, daß Blade Runner eigentlich eine abgeschlossene Geschichte ist - womit ich ihm vorbehaltlos zustimme -, er sich aber dennoch in Kürze mit dem damaligen Drehbuchautor Hampton Fancher treffe. Man habe eine zündende Idee und werde daran arbeiten. Da bin ich mal gespannt. Bitte bloß keinen schalen Aufguß des Meisterwerks.

Donnerstag, 16. August 2012

Geek 1 hinterläßt Ratlosigkeit


Als ich erfuhr, daß ein neues Magazin für Science Fiction auf den deutschen Markt kommt, war ich sehr gespannt auf die erste Ausgabe. In den Zeitschriftenläden in meiner Nähe war Geek 1 nicht zu bekommen, aber im Bahnhofshandel wurde ich fündig. Das zweimonatlich erscheinende Periodikum widmet sich, wie ich dann erfuhr, nicht nur der Science Fiction, sondern zudem Fantasy und Horror. Verwandte Genres mit einzubeziehen finde ich auf jeden Fall gut.

Was habe ich von dem neuen Magazin erwartet? Schwer zu sagen. Aber, um es vorweg zu nehmen, auf jeden Fall etwas anderes als das, was ich schließlich in der Hand hielt. Das liegt vor allem an den Artikeln, die mit einer gewissen Substanzlosigkeit daherkommen. Ich habe den Eindruck, man scheut sich, thematisch in die Tiefe zu gehen, statt nur an der Oberfläche zu kratzen. Das ist übrigens eine Entwicklung, die ich seit geraumer Zeit auch bei anderen Zeitschriften feststelle, beispielsweise beim Rolling Stone, den ich seit vielen Jahren lese. Ist das nun dem oberflächlichen Zeitgeist geschuldet oder der defizitären Aufmerksamkeitsspanne der Leser?

Geek 1 legt los mit Prometheus. Kein Wunder, Ridley Scotts neues Werk - ist Prometheus nun das ursprünglich geplante Prequel zu Alien, oder ist es eine eigenständige Produktion? - ist derzeit omnipräsent. Hier geht es schon los. Es gibt eine Menge Abbildungen, Fotographien und Portraits der Darsteller, doch der Artikeltext macht zusammengenommen kaum mehr eine halbe Seite aus. Dieses Manko wird zum Glück ein wenig relativiert durch das anschließende Interview mir Ridley Scott. Zum Thema passend, folgt als Dossier Alien eine Betrachtung rund um die vier Alien-Filme. Auf sage und schreibe 17 Seiten findet sich so gut wie nichts Neues, und daß es Aliens zum Spielen und Liebhaben gibt, läßt mich nun wirklich kalt.

Überhaupt ist Geek 1 sehr filmlastig. Gibt es dafür nicht schon Cinema und ähnliche Hefte? Spiderman folgt auf The Dark Knight Rises, Reality XL auf The Avengers. Sogar John Carter muß dann noch einmal herhalten, um zu erfahren, wie man einen Flop dreht. Auf den zwei Seiten dieser Kolumne hatte ich erneut den Eindruck, daß der Text die Bilder auflockern soll und nicht umgekehrt.

Der Relaunch der DC-Superhelden ist ebenso wenig mein Thema wie Star Trek im Comic oder Online-Spiele wie die Angry Birds. Der Bericht zur diesjährigen FedCon besteht dann einmal mehr zu drei Vierteln aus Bildern. Geradezu peinlich ist die Doppelseite, die als Interview mit Jamie Bamber verkauft wird. Unter "5 Fragen, nix sagen" antwortet Bamber, der Lee "Apollo" Adama aus Battlestar Galaktika wortlos, nämlich nur mit Gesten und recht dümmlichen Gesichtsentgleisungen. Das hat etwas von einem Fotoroman in der Bravo.

Immerhin gibt es einen fünfseitigen Romanblock, freute ich mich. Doch zu früh gefreut. Die ersten beiden Seiten beschäftigen sich mit der Bastei-Heftromanserie Maddrax. Wie kommt Geek ausgerechnet auf Maddrax? Die Erklärung findet sich ganz hinten im Heft. Mit Claudia Kern und Sascha Vennemann gehören eine ehemalige und ein aktueller Maddrax-Autor dem Redaktionsteam von Geek an. Ist ja nicht schlimm, denn nichts gegen Maddrax. Ich habe zwar nur einige wenige Hefte gelesen, aber die haben mir gut gefallen. Doch statt mit einem schönen Artikel aufzuwarten, gibt es einen überschaubaren Text, der auch als Pressemitteilung hätte durchgehen können. Muß ich noch erwähnen, daß auch hier die Hälfte des zur Verfügung stehenden Platzes für Illustrationen draufgeht? Auf den verbleibenden drei Seiten werden aktuelle Bucherscheinungen der phantastischen Genres vorgestellt. Gute Sache - eigentlich. Pro Magazinseite gibt es aber gleich sechs Romane. Daß man in solcherlei Besprechungen nicht mehr unterbringen kann als in einem Klappentext dürfte einleuchten. Als Überblick nett, zumindest eine oder zwei ausführliche Rezensionen würden Kompetenz der Redaktion und mein Lesevergnügen aber gewaltig aufwerten.

Man sieht, ich bin mit der Debutausgabe des neuen Magazins nicht warm geworden. Liegt das nun am mangelhaften Inhalt des Erstlings, an meiner eigenen, anscheinend falschen Erwartungshaltung oder schlicht daran, daß ich doch nicht zum Zielpublikum gehöre? Ich denke, nach der zweiten oder dritten Ausgabe werde ich es wissen. Auf jeden Fall wünsche ich Geek viel Erfolg und ein langes Bestehen.

Mittwoch, 15. August 2012

Harry Harrison 1925 - 2012

Wieder ist einer der großen alten Männer der Science Fiction gestorben. Am heutigen 15. August ist Harry Harrison von uns gegangen, dessen Romane ich schon vor über dreißig Jahren gelesen habe.

Unvergessen sind seine Abenteuer um die Edelstahlratte Jim DiGriz. Ebenso natürlich sein Roman Make Room! Make Room!, der auch verfilmt wurde. Es gibt einige Sequenzen aus Jahr 2022 ... die überleben wollen, die bis heute in meinem Kopf präsent sind. Den Ausdruck Soylent Green höre ich zuweilen im normalen Leben. Er ist in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.

Samstag, 11. August 2012

Alte Bilder von Köln

Durch Zufall entdeckte ich vor ein paar Tagen die Zeitung MEIN KÖLN an einem Kiosk. Das Foto auf der Titelseite erregte gleich meine Aufmerksamkeit. Die Schwarzweißfotographie zeigt den alten Heumarkt, auf dem damals zu beiden Seiten noch Straßenbahnen fuhren. Da ich historische Aufnahmen von Köln liebe, habe ich die Zeitung gleich mitgenommen. Zu meiner Überraschung handelt es sich bereits um die 4. Ausgabe dieser Reihe. Der "Express", die "Kölnische Rundschau" und der "Kölner Stadt-Anzeiger" haben MEIN KÖLN gemeinsam mit ihren Lesern erstellt.

Der Untertitel BILDER ZEIGEN GESCHICHTE(N) ist Programm. Der Inhalt besteht nämlich aus von den Lesern obiger Zeitungen eingesandten Fotos früherer Zeiten. Die Themen sind "Hufschmied, Küfer, Klüttenmann", "Der Tradition verpflichtet: Kölner Familienunternehmen" sowie "Im Herzen des Veedels". Daß es sich aufgrund des Alters ausschließlich um schwarz-weiße Bilder handelt dürfte einleuchten. In den meisten Fällen liefern die Einsender einen kurzen erklärenden Text, der auf das Motiv und die abgebildeten Personen eingeht. Das Schöne ist, daß es sich nicht um hinlänglich bekannte Stadtansichten handelt, sondern um Szenen und Darstellungen aus dem Umfeld der Menschen, die sie in Bildern festgehalten haben.

Einige der Orte sind mir bekannt, ich würde sie aufgrund der baulichen Gegebenheiten heute aber nicht wiedererkennen. Kein Wunder, entstanden die Fotos doch größtenteils vor dem 2., ein paar sogar vor dem 1. Weltkrieg. Umso faszinierender sind sie. Da findet sich die heute lärmende Zülpicher Straße noch ohne Verkehr. Im Klettenbergpark habe ich als Kind gespielt. Gleich neben der Severinskirche, in der Straße Im Ferkulum, aus der meine Großmutter stammt und wo ich zuweilen spazieren gehe, gab es Gänse, Kaninchen und Hühner.

Daß die ersten drei Ausgaben unbemerkt an mir vorbeigegangen sind, wundert mich. Heft 1 wartete mit "Köln in alten Fotografien", "Der Dom: Beliebtes Motiv" und "Köln in der NS-Zeit" auf. Band 2 beschäftigte sich fotodokumentarisch mit den Themen "Köln und seine Brücken", "Kaiserreich und Weimarer Republik" sowie "Kölle Alaaf - Karneval in alten Zeiten". In der 3. Ausgabe ging es dann um "Hochwasser und Eisgang", "Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder" und "Freizeitvergnügen und Sport." Da im Impressum kein Veröffentlichungsrhythmus angegeben ist, gehe ich davon aus, daß MEIN KÖLN unregelmäßig erscheint. Die drei ersten Hefte werde ich mir auf jeden Fall noch besorgen.

Freitag, 10. August 2012

Kurzauftritt im österreichischen Fernsehen

Auch bei unseren Nachbarn in Österreich gibt es diverse Privatsender. SERVUS TV bespielsweise ist in Salzburg ansässig. Der Sender beschäftigte sich in einem Bericht mit Zugriffsmöglichkeiten auf Daten und Leseverhalten von eBook-Nutzern seitens Verlagen und Anbietern. Ich erhielt dazu vorab folgenden Pressetext:
"Konnte das Interesse an den Büchern bisher nur im Nachhinein aus Verkaufszahlen und Rezensionen ausgelesen werden, stehen mit E-Books nun eine Vielzahl von Echtzeitdaten und -statistiken bereit. „Der jahrhundertealte private, zurückgezogene Akt des Lesens ist durch das Aufkommen elektronischer Bücher zu einer messbarem und quasiöffentlichen Aktivität geworden“, so das „WSJ“.

Denn E-Reader zeichnen jede Menge Daten zu Vorlieben und Gewohnheiten ihres Nutzers auf. Wie lange braucht der Leser für das ganze Buch? Wie oft macht er Pause bzw. wo wird am häufigsten abgebrochen? Wird es ein zweites Mal gelesen? Wo und wie oft werden Notizen eingetragen oder Passagen an Freunde weitergeleitet? Welche Stichwörter werden bei der Suche nach neuer Lektüre verwendet? Dank integrierter WLAN- oder UMTS-Verbindung gehen all diese Informationen in regelmäßigen Intervallen zurück an die Hersteller.

Amazon weiß, was du letzten Sommer gelesen hast

Amazon (Kindle), Barnes & Noble (Nook), Apple (iBookstore) und Google (Google Books) erheben über ihre E-Reader und die Apps für Tablets und Smartphones derart Daten ihrer Nutzer. Amazon listet auf seiner Website zum Beispiel die meistmarkierten Textpassagen der Kindle-User auf. Die Buchhandelskette Thalia erklärte auf Anfrage von ORF.at, dass man in ihren E-Readern (Cybook und Oyo) derzeit auf Techniken zur Userverhaltensanalyse verzichte."
Von derlei Praktiken war mir nichts bekannt. Da ich, der ich ein Buch immer noch als Printausgabe in der Hand halten muß, aber keine eBooks lese, habe ich mich mit dem Thema noch nicht beschäftigt. Ein Anruf aus Salzburg veranlaßte mich, das zu ändern. Um es klar zu sagen: ich halte eine solche Datenerfassung für äußerst bedenklich, besonders wenn der Leser nicht vorab darüber in Kenntnis gesetzt wird. Wie erwähnt, ich wußte nichts von dieser Praktik. Ich bin sicher, daß es vielen Nutzern von eBook-Readern ebenso geht.

Ronnie Hitz von SERVUS TV beabsichtigte, in den Bericht ein kurzes Statement eines Schriftstellers einzubauen. Da wir uns persönlich kennen - er stammt aus Köln und ist erst im vergangenen Jahr nach Österreich gezogen - und er für CENTER TV schon einen Bericht über meine Schreiberei gemacht hatte, verfiel er auf mich. Da der Bericht noch am gleichen Tag auf Sendung gehen sollte und es eilte, hatte ich nichts dagegen einzuwenden. Der Dreh sollte auch schnell über die Bühne gehen, also nicht mehr als ein paar Minuten in Anspruch nehmen.

Letztendlich dauerte er rund anderthalb Stunden, was aber nicht tragisch war. Ich traf mich keine zwei Stunden nach dem Telefonat mit einem Aufnahmeteam in der Grünanlage von Sankt Pantaleon, für mich gleich auf der anderen Straßenseite gelegen. Dabei erhielt ich einen Einblick in die Schwierigkeiten, mit denen sich Fernsehteams herumschlagen. Die Sonne verschwand hinter den Wolken, die Sonne kam wieder hervor. Von der Straße drang Autolärm herüber. Im Park nebenan bellte plötzlich ein Hund. Ein Passant lief durchs Bild. Im Aufnahmebereich der Kamera stand etwas, das dort nichts zu suchen hatte. All das sind Dinge, die einen Abbruch und Neustart beziehungsweise eine Wiederholung erforderlich machen.

Die Sendung lief noch am selben Abend bei SERVUS TV, und ich bin nicht länger als eine halbe Minute zu sehen. Witzig war der Dreh dennoch. Als ich mich dann selbst in der Glotze sah, kam ich mir schon ein wenig peinlich vor. Ronnie Hitz versicherte mir aber, das ginge jedem so, der es nicht gewohnt ist, sich selbst im Fernsehen zu sehen, und ich käme durchaus gut rüber. Na schön, ich nehme das mal so hin.

Sonntag, 5. August 2012

Dat Hätz vun d'r Südstadt

Das Severinsviertel ist für mich das Herz der Südstadt. Dort gehe ich gern und oft spazieren und lasse die Eindrücke auf mich wirken. Man findet alte Gebäude, die den Krieg überstanden haben, und alte Seitenstraßen und Gassen, die nicht wie in der Altstadt von Touristen überlaufen sind. Das Vringsveedel zieht mich immer wieder an. Gestern habe ich wieder einmal einen gemütlichen Spaziergang im wohl kölschesten aller kölschen Viertel unternommen.

Wie immer schritt ich durch die Severinstorburg, den Eingang zum Viertel. Ein Straßenmusikant mit akustischer Klampfe und Mundharmonika empfing mich mit Neil Young. Danke für den netten Willkommensgruß. Ich wanderte durch das Ferkulum, die enge Parallelstraße der Severinstraße, aus der meine Großmutter stammt. In der Kirche St. Severin stellte ich eine Kerze auf, bevor ich mich auf die Vringsstrooß begab und beim alt eingesessenen Fischhaus Klöppel einen frischen Matjes und ein Lachsbrötchen zu mir nahm. Vorbei ging es an der Ecke gleich gegenüber der Torburg mit einem Blick auf das Eckhaus, in dem heute ein Reisebüro untergebracht ist. Vor vielen Jahren hing dort ein Schild mit der Aufschrift "Feinkost Niedecken" über der Tür. In dem Laden, der einst seinen Eltern gehörte, ist Wolfgang Niedecken laut eigenem musikalischen Bekunden groß geworden.

Natürlich hielt ich Einkehr in den beiden Brauhäusern Früh em Veedel und Zum alten Brauhaus Reissdorf und genehmigte mir ein paar herrlich kalte Kölsch. Im Reissdorf saß ich an der Theke, als mich auf seinem Weg nach draußen ein Mann ansprach. Er meinte im Vorbeigehen: "Hallo, Jerry Cotton." Ich schaute ihm leicht verdattert hinterher und fragte: "Wieso Jerry Cotton?" Er meinte nur: "Du schreibst doch so was" und war mit diesen Worten auch schon durch die Tür. Ich trank mein Kölsch und fragte mich amüsiert, mit welchem Science Fiction-Helden er Jerry Cotton wohl verwechselt hatte.

Freitag, 3. August 2012

Andromeda Nachrichten 238

Vor vielen Jahren war ich Mitglied im SFCD, dem Science Fiction Club Deutschland. Damals (wie heute immer noch) publizierte der Verein Andromeda und die Andromeda Nachrichten. Andromeda ist das literarische, zumeist Din A4-formatige Magazin, die Andromeda Nachrichten waren der in A5 gehaltene, sekundärliterarische kleine Bruder. Die AN erschienen seinerzeit in schöner Regelmäßigkeit alle zwei Monate, Andro immer dann, wenn einer der von Ausgabe zu Ausgabe wechselnden Redakteure eine Ausgabe fertig hatte, so drei bis vier Mal im Jahr. Dabei kam es zuweilen zu enormen Verspätungen, und manches Heft war erst nach einer Reihe anderer fertig, die in der numerischen Zählung eigentlich lange nach ihm hätten erscheinen sollen.

Wie es heute mit Andro aussieht, weiß ich nicht. Aber nach langer Zeit habe ich mal wieder eine Ausgabe der Andromeda Nachrichten in die Hände bekommen. Mittlerweile im A4-Format gehalten, 120 Seiten dick und mit Vierfarbcover ausgestattet, kommt sie optisch voll und ganz überzeugend daher. Die Gestaltung zeigt die große Routine, die Herausgeber und Chefredakteur Michael Haitel sich im Laufe von dreißig Jahren und bei der redaktionellen Betreuung zahlreicher Fanzines, Magazine und Bücher angeeignet hat.

Inhaltlich wird die 238. Nummer von AN seinem sekundärliterarischen Anspruch gerecht. Karl E. Aulbach nimmt sich in seiner Bücherecke der Flut von Fantasyromanen an, Perry Rhodan kommt - ein wenig überrepräsentiert, wie ich fand - zu seinem Recht, und Hermann Urbanek listet akribisch die phantastischen Neuerscheinungen in den deutschsprachigen Verlagen auf. Dazu gibt es weitere Rezensionen deutschsprachiger und internationaler Phantastik in Buchform, in Magazinen und Fanzines. Comics, Spiele und die aktuellen Kinoproduktionen werden beleuchtet, und Daniel Krinke widmet sich in seinem Review der Verfilmung von 1984. Robert Hector steuert mit Sternenstaub einen wissenschaftlichen Artikel über den Kreislauf galaktischer Materie bei. Thomas Harbach, der mir immer wieder als Rezensent begegnet, nimmt sich - in seinen Arbeiten jederzeit fundiert und kenntnisreich - des großen Schriftstellers Brian W. Aldiss an. Neues aus der Asimov-Kellerbar gibt es auch. Klaus Marion nähert sich in seinem Zerrspiegel nämlich auf humorige Weise dem Thema Facebook.

Es ist abwechslungsreiches Material, das Redakteur Michael Haitel und die Mitarbeiter der vorliegenden Ausgabe zusammengetragen haben. Ganz Andromeda Nachrichten-untypisch, zumindest in früheren Zeiten, findet sich sogar eine Kurzgeschichte im Heft.

Montag, 23. Juli 2012

Phantastisch! wechselt den Verlag

Seit Januar 2001 gibt es das Magazin "phantastisch!" nun schon. Das vierteljährlich erscheinende Periodikum trägt den Untertitel "Neues aus anderen Welten" und versteht sich als Magazin für Science Fiction, Fantasy und Wissenschaft. Nach gut zwölf Jahren wechselt es mit der 47. Ausgabe vom Verlag Achim Havemann zum rührigen Atlantis-Verlag.

Trotzdem bleibt Kontinuität gewahrt, denn die redaktionelle Betreuung verbleibt in den bewährten Händen von Klaus Bollhöfener. Eine positive Überraschung bringt der neue Verleger Guido Latz gleich auf den Weg. Von nun an ist das Magazin durchgängig vierfarbig gestaltet. Zudem gibt es eine digitale Ausgabe. Ich alter Papierfetischist halte weiterhin lieber die gedruckte Version in Händen.

Inhaltlich wird Vielfältiges geboten. Dirk van den Boom interviewt den amerikanischen Schriftsteller Kevin J. Anderson, und Horst Illmer beschäftigt sich mit dem Berliner Autor Benjamin Stein. Es gibt einen Rückblick auf Rolf Ulricis Science Fiction-Jugendbücher, von denen ich vor Jahrzehnten tatsächlich das eine oder andere gelesen habe, und von Heiko Langhans einen schönen, fundierten und mit Hintergrundwissen gespickten Nachruf auf den im März verstorbenen Hanns Kneifel. In einem weiteren Nachruf ehrt Christian Endres den großen Jean Giraud alias Moebius. Natürlich finden sich auch Beiträge, mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann, so zum Beispiel mit den Masters of the Universe. Dafür macht Andreas Wolfs Besprechung des neuen Stephen King-Romans mich richtig neugierig auf "Der Anschlag".

Ich finde es gut und wichtig, daß die Zukunft von phantastisch! im Atlantis-Verlag gesichert ist. Ich lese das Magazin immer wieder gern.