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Samstag, 7. Juli 2018

Makrito bei phantastiknews

Robert Monners beleuchtet einmal mehr den aktuellen Ren Dhark-Roman. Im Online-Portal www.phantastik-news.de beschäftigt er sich mit Makrito.

Monners dazu: "Der titelgebende Makrito wird uns vorgestellt, über sein Leben, sein Leiden und seine Flucht an Bord eines Raumschiffes einer Maschinenzivilisation wird berichtet - was dies aber mit den Vorgängen auf Sahara zu tun hat, bleibt noch offen."

Und das war an dieser Stelle vom Autorenteam auch so beabsichtigt. Allerdings werden sich den Lesern die engen Zusammenhänge in den kommenden Bänden erschließen.

Die komplette Besprechung ist hier zu finden:


Montag, 26. März 2018

Malk Katuhl bei phantastiknews

Für das Online-Magazin phantastiknews hat sich Dauerrezensent - so kann man ihn wirklich mittlerweile nennen - Robert Monners Malk Katuhl vorgenommen, die 74. Buchausgabe von Ren Dhark - Weg ins Weltall.

"Nachdem in dem vorhergehenden Ren Dhark-Titel bereits einige handfeste Überraschungen auf den Leser warteten, setzen die Autoren vorliegend noch einen drauf", freut sich Monners, und: "Hier haben die Dame und die Herren wirklich Erstaunliches offenbart."

Das war unser Anliegen, sowohl beim Erstellen des Rahmenexposes als auch beim Ausarbeiten der einzelnen Romane. Bei seiner Besprechung geht Robert Monners nicht nur auf den aktuellen Band ein, sondern wirft noch mal ein paar Schlaglichter auf den hiermit zu Ende gehenden Zyklus. Finde ich gut.

So resümiert Monners: "Wir lernten faszinierende Fremdrassen kennen, wurden mit Mysterien konfrontiert, erhielten weitere Einblicke in die Geschichte der Worgun und näherten uns dem Wächter-Orden an."

Die komplette Rezension gibt es hier:

Freitag, 7. Juli 2017

Ren Dhark 69 im Auge des Kritikers

Ren Dhark sucht in der Kleingalaxis Voktar nach einem sicheren Hort für die Point of und für seine Leute, und Robert Monners bespricht im Online-Portal Phantastik-News das aktuelle Buch. Der Rezensent entwickelt sich immer mehr zum Ren Dhark-Experten. In schöner Regelmäßigkeit beschäftigt er sich mit den Neuerscheinungen.

Band 69 mit Titel Ein sicherer Hort bewertet Monners weitgehend positiv. Besonders die im Text lautwerdende Kritik an manchen bedenklichen Auswüchsen der sozialen Medien lobt Monners. So etwas würde er sich öfters wünschen. Aha.

Die ganze Rezension gibt es hier:
 

Mittwoch, 2. November 2016

Andromeda Nachrichten 255

Die aktuelle Ausgabe der Andromeda Nachrichten ist mit 152 Seiten im A4-Format ganz schön opulent ausgefallen. Das liegt daran, dass die 255. Nummer des SFCD-Magazins zugleich das Conheft des diesjährigen BuchmesseCons war und ist. So beschäftigt sich knapp ein Drittel des Umfangs mit einem Rückblick auf den BuCon des vergangenen Jahres inklusive zahlreichen Schnappschüssen sowie mit der diesjährigen Begleitveranstaltung zur Frankfurter Buchmesse.

Die diversen Referenten und Programmgestalter des BuCons 2016 werden in Wort und Text vorgestellt, von Behrend & Behrend bis Markus Heitz, vom Karl May Verlag bis Axel Kruse, von Thomas Le Blanc bis Christian Humberg und von Regina Schleheck bis Tommy Krappweis. Ich selbst blicke mir auch entgegen, gemeinsam mit meinen Ren Dhark-Kollegen und der Panel-Ankündigung zum aktuellen Zyklus "Die verlorene Galaxis".

Den Rest des Heftes stellen die obligatorischen Sparten, die die deutsche Phantastik-Szene in ihren verschiedenen Ausprägungen und Medien beleuchten: Science und Fantasy, Zwielicht und Cinema (Wieso nicht Kino?), Perry Rhodan und E-Games (Warum nicht Spiele?). Die Buch- und Fanzinebesprechungen fallen diesmal recht spärlich aus, finde ich, im Gegensatz zu den Filmbetrachtungen, bei denen man nicht nur von einer Fülle, sondern von einer Schwemme reden kann.

Dafür interessieren die Laudatios auf die Preisträger des Deutschen Science Fiction Preises 2016 für den besten Roman (Andreas Brandhorst: Das Schiff) und die beste Kurzgeschichte (Frank Böhmert: Operation Gnadenakt). Angelika Herzog berichtet vom MediKonOne in Oldenburg. In "Aliens - Das Fremde als extraterrestrische Projektion" liefert Raphael Morisco eine Analyse des Fremden in der Science-Fiction am Beispiel der Serie Stargate. Perry Rhodan-Kenner Robert Hector attestiert der Serie, in einer Sackgasse gelandet zu sein, und wirft ihr "Germanistengeschwurbel" vor. Aua!

Reichlich Sekundärmaterial also, mal unterhaltsam, mal informativ, mal kritisch, aber zuweilen auch ganz schön trocken. Als Infoquelle über die heimische Szene bleiben die Andromeda-Nachrichten mit ihrer umfassenden wie kompakten Berichterstattung ein gern genommenes Periodikum, und das umlaufende Titelbild des namhaften Künstlers Thomas Franke weiß zu gefallen.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Exodus 34

Eine weitere Ausgabe von EXODUS liegt vor, die Nummer 34 des Magazins für Science Fiction Stories & Phantastische Grafik. Auf 112 Seiten im A4-Format präsentieren die Herausgeber René Moreau und Olaf Kemmler, zu denen sich nun als dritter im Bunde Fabian Tomaschek gesellt hat, 11 Stories, die ausnahmslos auf die eine oder andere Art illustriert sind, dazu eine Galerie und eine Reihe von Karikaturen.

In #WeAreMedusa taucht Tino Falke einerseits in die Welt des Internetzes und seiner User ein und andererseits in die griechische Mythologie, mit er sich auszukennen scheint. Nette Verquickung von zwei Dingen, die scheinbar so gar nichts miteinander zu tun haben. Im Netz formiert sich Widerstand gegen die Willkür der Unsterblichen und Unterstützung für deren Opfer. Eins von letzteren ist die Protagonistin der ziemlich kurzen Geschichte, vergewaltigt von Poseidon und in Medusa verwandelt von Athene. Es geschieht, was man tatsächlich ständig in sozialen Netzwerken beobachten kann: die Unterstützung für das Opfer ruft schon bald eine Gegenbewegung ins Leben, die dem Opfer zumindest eine Mitschuld vorwirft. Nicht schlüssig erschließt sich mir allerdings, ob die Götter hier tatsächlich in der Welt der Menschen aktiv werden, oder ob sich das ganze Szenario letzten Endes nicht lediglich unter Nicks wie dem von Medusa in eben jenen sozialen Netzwerken abspielt. So lässt mich die kurze Story ein wenig ratlos zurück.
 
Hans Jürgen Kuglers Ich-Erzähler erwacht eines Morgens mitten im Sommer in seinem Bett, und es ist eiskalt. Er muss feststellen, dass sich die Bettdecke kaum bewegen lässt, dann wird er mit weiteren merkwürdigen Phänomenen konfrontiert. Er erkennt, dass etwas mit der Zeit nicht stimmt. Alles um ihn herum scheint stillzustehen, aber es bewegt sich doch, wenn auch kaum merklich. Entweder hat sich sein eigener Zeitablauf extrem beschleunigt oder jener der ihn umgebenden Welt extrem verlangsamt. Das schildert der Autor in seiner Geschichte Alles zu seiner Zeit ausführlich und mit Liebe zum Detail. Nach einigen Erkundungen in der Stadt verkehrt sich das Szenario ins Gegenteil. Alles um den Protagonisten herum gerät in rasende Schnelligkeit, sodass er kaum noch mehr als huschende Schemen wahrnimmt, bevor schließlich alles wieder normal wird. Auf das Ende der Story zugehend, fragte ich mich, wohin die Handlung wohl führen soll. Ich fürchtete ein offenes Ende, doch ein kluger Abschluss aus der Sicht eines Wissenschaftlers liefert eine nachvollziehbare, gar nicht so abwegige Erklärung. Clever gestrickt.
 
Ein Gespenst als Einstieg in eine Geschichte, die sich um den Krieg dreht. Der Aufbau von Die Stadt der XY erinnert über weite Strecken an ein Kammerspiel, denn die Story spielt überwiegend in der Wohnung eines jungen Paares. Durch dessen Interaktion und Gespräche erfährt der Leser, dass die beiden ihren alten räumlichen Lebensmittelpunkt verlassen haben und mit ihrer kleinen Tochter an diesen neuen Ort umgezogen sind, in eine Stadt, die in erobertem Territorium liegt. Überlebende des Feindes, dessen Name nicht ausgesprochen werden darf und der daher nur XY genannt wird, gibt es hier nicht, allerdings auch keine Schäden und Zerstörungen, wie ein Krieg sie in verschieden großem Umfang mit sich bringt. Denn es wurden keine Atombomben eingesetzt, sondern von Siegerseite Nanowaffen, die lediglich töten, aber keine Zerstörungen anrichten. Das wird als großer Fortschritt hervorgetan – wie das bei Siegern und Siegermächten nach Kriegen nun mal häufig der Fall ist. Es wurde halt nur getan, was getan werden musste, um den hier nicht näher beschriebenen Feind vollständig zu besiegen. Mir scheint, Dirk Alt griff bei seiner Idee das Konzept der Neutronenbombe auf. Düster und bedrückend kommt das rüber, zumal es sich bei dem eingangs erwähnten Gespenst um die Leiche eines kleinen Mädchens handelt, das von den Reinigungstruppen zu entsorgen vergessen wurde. Schön nachdenkliche Story.
 
Rolf Krohns Geschichte führt in den Weltraum hinaus, und zwar ins heimische Sonnensystem, das zum Handlungszeitpunkt der Geschichte weitgehend erkundet, wenn auch nicht besiedelt ist, und keine großen Überraschungen mehr bereithält. Zumindest nehmen die Menschen das an. Im Mittelpunkt der Handlung steht die kleine Besatzung eines Patrouillenschiffs, das Meteoriten wegräumt, die auf ihren Bahnen theoretisch einmal der Erde gefährlich werden könnten. Diesmal nehmen sie sich einen besonders dicken Brocken vor, der durch künstlich herbeigeführte Kursmanipulation zum Mars bugsiert und dort zu einem kontrollierten Absturz gebracht werden soll. Als die Raumfahrer aussteigen, um die erforderliche Technik auf dem fliegenden Felsbrocken zu installieren, erleben sie jedoch eine gewaltige Überraschung, entdecken sie doch ein nicht von der Erde stammendes Metallobjekt, der von ihnen selbst eingesetzten Technik durchaus ähnlich. Offenbar sitzen irgendwo im Sonnensystem – in der Glut der Venus, tief in den Marswüsten, in den Gashöllen von Jupiter oder Saturn oder wo auch immer sonst – andere Intelligenzen, die vergleichbare Methoden der Meteoritenumlenkung anwenden und die ihre Existenz durch die Maßnahmen der Menschheit bedroht sehen. Vielleicht war deshalb sogar beabsichtigt, den dicken Brocken mit der Erde kollidieren zu lassen. Man weiß es nicht. Die bislang unbemerkte Gefahr im eigenen Vorgarten, so etwas mag ich. Ein wenig fühlte ich mich bei den im Dunkeln bleibenden Fremden in Der Asteroid sogar an die Frogs aus Raumpatrouille erinnert.
 
Humanoid experiment entführt die Leser ebenfalls ins Weltall. Ein junges Wissenschaftlerpaar fliegt in Kryostase in den Asteroidengürtel. Rob und Eva, so die Namen der beiden, sollen dort Probebohrungen nach auf der Erde dringend benötigten Rohstoffen durchführen. Die Wochen vergehen, die Wissenschaftler werden fündig und beginnen sich im Zuge der eintönigen Routine Fragen zu stellen. Dann fällt ein Bohrer aus, und bei dem Versuch, ihn zu reparieren, kommt es zu einem tödlichen Unfall. Rob stirbt. Beziehungsweise er wird zerstört, denn Eva muss eine schockierende Entdeckung machen, die auch ihre eigene Existenz in Frage stellt. In ihrer Geschichte greift Jacqueline Montemurri ein klassisches Topic der Science Fiction und ein Kernthema beispielsweise Philip K. Dicks auf: Das Erkennen der Wirklichkeit hinter dem scheinbar Offensichtlichen sowie die Frage, wo das Menschsein beginnt. Die Idee ist sicherlich nicht neu, sie wurde eher schon häufig beschrieben – aber das ist ja wohl bei fast allem, was wir heute noch schreiben, der Fall. Die Autorin variiert die Idee in einer sehr gefälligen, atmosphärisch dichten Story mit tragischem Ende.
 
Wenn Wissenschaftler Experimente durchführen, dann tun sie das zuweilen, ohne sich um die möglichen Folgen zu scheren. Oder sie sehen generös darüber hinweg, so wie in Victor Bodens Schilderung einer Gruppe von Physikern, die ein Proton in die Vergangenheit schicken und davon ausgehen, dass dabei entweder ein Paralleluniversum entsteht oder sich unser bestehendes Universum verändert. Nur, wie die Veränderung dann mitbekommen? Das gelingt ihnen nämlich nicht, obwohl genau das passiert. So durchleben die Figuren in Vielleicht ein andermal skurril anmutende Szenen in immer neuen Beziehungen zueinander, ohne sich dessen bewusst zu sein, dass da auf einmal etwas ganz und gar nicht mehr stimmt. Schöne Geschichte, auch und gerade wegen des humorigen Tons.

Vor Probleme stellt mich Thomas Franke mit seinem Dialog zwischen Steinwälzer und Erbsenzähler. Etwas experimentell kommt mir der Zweiseiter vor, auch ein wenig skurril. Dafür ist Thomas ja bekannt. Geht es um Richtlinien und Gesetze, Erlässe und Vorschriften? Ist es Der Plan, die Menschen durch vollständig verordnete Gesundung in den Tod zu überantworten? Das hätte für mich dann etwas von feiner Kritik an so mancher Grünen-Doktrin. Vielleicht interpretiere ich aber auch in eine völlig falsche Richtung.

Die längste Geschichte stammt von Andreas Eschbach. Ist es dem Namen des Bestsellerautors geschuldet, wenn ich schreibe, dass mir Acapulco! Acapulco! in der vorliegenden Ausgabe am besten gefallen hat? Nein, denn es trifft zu. Der Autor beschreibt eine auf den ersten Blick im besten positiven Sinne utopische Gesellschaft, in der den Menschen keinerlei Verpflichtungen mehr auferlegt sind. Sie müssen nicht arbeiten, geben sich ihren Vergnügungen hin und bekommen alles, was sie benötigen, von Robotern geliefert. Sie altern nicht einmal, der Tod ist ein ihnen fremd gewordenes Konzept. Doch wo und von wem wird eigentlich alles, was sie zum Leben benötigen, produziert? Woher kommt es? Der Autor verrät es einer in der Story neugierig werdenden Figur, doch zu viel Neugier kann nicht nur das plötzliche Ende der scheinbaren Idylle bedeuten, sondern das Ende sämtlichen menschlichen Lebens. Fies und gemein, das mag ich, und deshalb mein Highlight im Heft.

Ein schönes Literaturstückchen kommt ganz zum Schluss. Obwohl sich Feenland nach Fantasy anhört, ist es eine lupenreine SF-Geschichte, und zwar eine, die den Leser trifft. Jason hat Ivory gerettet – wovor auch immer – und flieht mit ihr aus dem Raumbereich der Föderation. Früh wird durch Andeutungen klar, dass etwas sehr Schlimmes geschehen sein muss. Was Ivory als Mädchen angetan wurde, verdeutlicht Frank W. Haubold in einer düsteren Rückblende, in der die unmenschlichsten Anwendungen von Kloning und Bewusstseinstransfer beschrieben werden und in der der Autor aufzeigt, zu was Menschen fähig sind. Der Intrige zwischen Militär und Wirtschaft hätte es da nicht einmal bedurft, aber sie setzt noch eins drauf. Die düsterste Geschichte im Heft. Auch sehr stark.
 
EXODUS 34 ist wieder eine schöne und abwechslungsreiche Storysammlung. Davon und an SF-Magazinen jeglicher Couleur gibt es in Deutschland ja leider nicht allzu viele. Gut gefällt mir auch, dass es zu allen Geschichten Kurzbios der Autoren und Grafiker gibt. Viele von denen sind mir nämlich unbekannt. Bei den Illustratoren sticht für mich eindeutig Michael Vogt heraus. Seine Zeichnungen haben mir auf Anhieb durch ihren comichaften Stil sehr gut gefallen. Ein spezieller Dank an die Redaktion dafür, dass sie bei „Stories“ bleibt und sich von der eingedeutschten Schreibweise „Storys“ fernhält.

Freitag, 29. Juli 2016

Phantastisch 62

Gut möglich, dass Ausgabe 63 just erschienen ist, ich bin aber jetzt erst dazu gekommen, phantastisch 62 zu lesen. Macht aber nichts, denn das Magazin aus Guido Latz' Atlantis-Verlag, unter der Redaktion von Klaus Bollhöfener und mit einem Titelbild des aus der Szene längst nicht mehr wegzudenkenden Arndt Drechsler ist wieder einen näheren Blick wert.
 
Noch einmal Hansrudi Wäscher. Anlässlich Wäschers Tod beleuchtet Achim Schnurrer das Werk des Comic-Vorreiters, die von HRW entworfenen ersten popkulturellen Ikonen, als es diesen Begriff noch gar nicht gab, und den Weg zu einer neuen, einer eigenständigen Jugendkultur. Schnurrer skizziert Wäscher als künstlerischen Avantgardisten, schlägt den Bogen vom neuen Selbstverständnis der frühen Jugendkulturen, in dem Wäschers Helden hierzulande gar eine Speerspitze darstellten, hin zu popkulturellen Massenbewegungen und attestiert Wäschers Comics eine humanistische und aufklärerische Grundhaltung. Ein fesselnder Artikel, weit mehr als ein bloßer Nachruf, und für mich das Highlight der vorliegenden Ausgabe des vierteljährlich erscheinenden Magazins.
 
Sonja Stöhr geht dem Begriff Utopie auf den Grund und stellt die Frage, was im Zeitalter der heute allgegenwärtigen Dystopien von der Idee positiver Zukunftsutopien aus Thomas Morus' Erzählung „Utopia“ von 1516 übrig geblieben ist. Dazu äußern sich SF-Schaffende wie Heyne-Lektor und Herausgeber Sascha Mamczak, die walisisch-kanadische Autorin Jo Walton, der amerikanische Autor Kim Stanley Robinson und andere.
 
Dirk Berger interviewt den SF-Schriftsteller Gregory Benford. Benfords Name steht für fundierte Beschreibungen wissenschaftlicher Methoden und deren Auswirkungen auf Forscher, erfahre ich da. Womit der Autor nur bedingt etwas für mich sein dürfte. Auch wenn die Wissenschaft für viele untrennbar mit der SF verbunden ist, war ich doch immer mehr ein Anhänger der New Wave der Sechziger Jahre.
 
Weitaus mehr sprechen mich da die Bücher an, die Armin Möhle in „Vergessene Welten“ bespricht. Es handelt sich um Alternativweltromane, um Werke also, in denen ab einem bestimmten historischen Punkt ein alternativer Geschichtsverlauf eingeschlagen wird. Klassisches Beispiel ist für mich Philip K. Dicks „Das Orakel vom Berge“, in dem die Achsenmächte den zweiten Weltkrieg gewonnen haben, sowie auch Thomas Zieglers „Die Stimmen der Nacht“, einem düsteren Werk, das ein Deutschland schildert, in dem der Morgenthau-Plan verwirklicht wurde. Die Alternativweltromane von Harrison, Chandler, Silverberg, Amis, Aldiss und Stableford, die Armin Möhle vorstellt, klingen spannend, auch im historischen Kontext. Zumindest das eine oder andere davon sollte und werde ich mir zulegen.
 
Christian Endes interviewt den italienischen Zeichner und Zombiefanatiker Elia Bonetti, Achim Schnurrer porträtiert das Multitalent Holger Much, mit dessen grafischen Werken, ich gebe es zu, ich nicht viel anfangen kann, und Jan Niklas Meier sucht in George R.R. Martins Epos „A Song of Ice and Fire“ die realen Spuren des europäischen Mittelalters. Fand ich interessant, nicht nur als Gucker von „Game of Thrones“. Carsten Kuhr interviewt Daniel Suarez, der als Spezialist für Zukunftsthriller gilt und der packende Action mit aktuellen Problemen und der Warnung vor gewissen Entwicklungen verbindet. Bernd Jooß befasst sich mit der „Southern Reach“-Trilogie von Jeff VanderMeer, von dem auch eine sehr interessant aufgebaute und mich nachdenklich zurücklassende Kurzgeschichte im Heft enthalten ist.
 
Schließlich gibt es einen Blick auf neue südafrikanische Literatur und da besonders auf Lauren Beukes' „Moxyland“. Sonja Stöhr präsentiert „Phantastisches Lesefutter für junge Leser“, und Horst Illmer, der zudem Nachrichten vermeldet und Neuerscheinungen vorstellt, erinnert an den vor zwei Jahren verstorbenen Mythopoeten Patrick Woodroffe. Dessen phantastischer Realismus fiel mir tatsächlich schon auf, als ich begann, mich für SF und Phantastik zu begeistern, und nicht nur auf Titelbildern von Heyne, sondern auch auf verschiedenen LP-Covers.

Dienstag, 5. Juli 2016

Zehn Jahre Geisterspiegel

Ein schönes Jubiläum kann sich das Online-Portal Geisterspiegel auf die Fahne schreiben. Das phantastische Onlinemagazin, wie es sich nennt, feiert sein zehnjähriges Bestehen. Ich bin zwar kein regelmäßiger Leser, schaue aber immer mal wieder rein.

Der Geistspiegel berichtet über alle Spielarten phantastischer Literatur, veröffentlicht mit "Timetraveller" und "Paraforce" zwei eigene SF-Serien, dazu Kurzgeschichten, Kolumnen, Rezensionen, Szene-News und vieles mehr. Ein Blick lohnt sich also, und er kostet nichts.

Ich gratuliere den Machern des Zauberspiegels und wünsche weiterhin gutes Gelingen.

http://www.geisterspiegel.de/

Dienstag, 28. Juni 2016

Eine Rezi zu Nick 6

Anlässlich der Intercomic im Mai ist mein sechster NICK-Roman mit Titel Gefährlicher Ehrgeiz im Verlag Peter Hopf erschienen. Ich berichtete an dieser Stelle darüber. Nun gibt es bei phantastik-news eine Besprechung von Carsten Kuhr. Wie meist hat der Rezensent sich zeitnah nach Bucherscheinen dazu geäußert. Unabhängig vom Inhalt der Rezension gefällt mir das.
 
„SF der guten alten Zeit, so könnte man die Reihe um Nick und seine Freunde kurz und überaus treffend überschreiben“, so Carsten Kuhr, und weiter: „Zwar darf man die Logik getrost einpacken, dafür aber punktet der Text einmal mehr mit dem Sense of Wonder.“
 
Im Fazit steht zu lesen: „So wird man mit staunenden Augen und klopfendem Herzen die Roman-Umsetzung der genialen Comics lesen, wird sich vorstellen, in der überbrodelnden, riesenhaften Wildnis der Venus gestarndet zu sein und doch wird man sicher sein dürfen, dass am Ende der Schurke seine gerechte Strafe bekommt. Wenn es doch im wahren Leben ein wenig mehr so zuginge, die Welt wäre eine bessere.“
 
Die komplette Besprechung ist hier zu finden:

Dienstag, 7. Juni 2016

Programmbuch zum Coloniacon 22

Der 22. Coloniacon ist nun auch schon wieder Geschichte, aber ich habe eben noch einmal das Programmbuch in die Hand genommen und ein wenig darin geblättert. Mit 128 Seiten war es in diesem Jahr recht umfangreich. Redaktion und Layout lagen in den Händen von Bernd Robker, für das Lektorat war Regina Schleheck zuständig, und das Titelbild, das mir sehr gut gefällt, samt Con-Logo stammt von Dieter Bohn.

Die ersten vier Innenseiten enthalten Fotos sämtlicher am Con teilnehmenden Autoren, Künstler und Verleger. Wie viele von denen in diesem Jahr anwesend waren, fällt mir erst jetzt bei der Durchsicht auf. Jedenfalls ist bei jedem Bild Platz für ein Autogramm, und ich sah auf dem Con wiederholt, dass Besucher auf der Jagd nach Unterschriften waren. Eine schöne Sache, die man beibehalten sollte.

Darüber hinaus bietet das Programmbuch einen bunten, abwechslungsreichen Inhalt und wird eingeleitet durch ein Vorwort der beiden Veranstalter Daniel von Euw und Bernd Robker. In seinem Werkstattbericht bietet Dieter Bohn Einblicke in die Entstehung des Titelmotivs, Lars Adler berichtet über die Science in der Fiction, und Ulf Fildebrandt beleuchtet den Weltenbau in der Science Fiction. Bettina Petrik plaudert über das Corona-Magazin, Bernd Krosta bringt uns das Rezept für Vurguzz-Pralinen nahe, Norbert Mertens beschäftigt sich mit den Perry Rhodan-Planetenromanen, und Rainer Nagel stellt sich vor, wie ein dieser Tage erneut aufgelegter Roman von William Voltz wohl unter der Ägide anderer Rhodan-Autoren verlaufen wäre. Michael Pfrommer setzt sich in Hinblick auf die Fanromane mit den Meistern der Insel und ihrer Unsterblichkeit auseinander, und Ju Honisch erzählt über Filk-Gesänge. Ich gebe zu, damit konnte ich noch nie etwas anfangen. Bernd Robker stellt den Kölner Phantastik-Stammtisch vor, und Roman Schleider liefert eine Vorschau auf den in diesem Jahr noch stattfindenden Austria-Con in Wien.

Auch literarisch hat das Conbuch eine Menge zu bieten. Es bietet Kurzgeschichten von Dennis Mathiak (Auf der Suche), Christina Hacker (Vor dem Ende der Hoffnung), zwei Mal Regina Schleheck (Tonspur sowie Totkäppchen und der Rolf), Ben B. Black (Das Verhör), Uwe Schimunek (Krasser Kontakt), Ute Raasch (Die Rückkehr der Vako), Gerhard Huber (Ein wahrer Freund), Dieter Bohn (Fast nicht mehr wahr), Aki Alexandra Nofftz (Bier? Fett!) sowie zwei Romanauszüge von Jott Fuchs (Alles auf Anfang) und Robert Corvus (Gottes Ebenbilder).

Als besonderes Schmankerl liegt dem Conbuch eine CD mit Elektronikmusik von Singh Boncard bei. Etwas fürs Auge bieten die zahlreichen Graphiken von Thomas Rabenstein, und Hans Knößlsdorfers Blue, der die Rückseite schmückt, muss man selbst sehen. Er ist eine Augenweide.

Montag, 6. Juni 2016

Großes Interview rund um Ren Dhark

Darauf muss ich doch hinweisen, auch wenn ich nicht selbst beteiligt bin: Ren Dhark-Exposéautor Ben B. Black hat dem Online-Portal Deutsche Science Fiction ausführlich Rede und Antwort gestanden. Fragesteller war der in der deutschen Szene nicht ganz unbekannte Uwe Post.

Ben B. Black spricht über die Anfänge der Serie und die aktuelle Handlung, über Figuren und Hintergründe, über Team-Zusammenarbeit und persönliche Befindlichkeiten der Serienhelden sowie über die Intention, die uns Autoren beim Schreiben des Klassikers antreibt.

Für die Dhark-Schaffenden bietet das Interview natürlich nichts Neues, für Dhark-Leser und generell für an der Science Fiction Interessierte hingegen umso mehr. Das Interview ist hier zu finden:

http://deutsche-science-fiction.de/?p=3934

Dienstag, 31. Mai 2016

Eine Rezension zu Tibor 8

"Hier propagieren Ideengeber und Autor ein gerade in der Trivialliteratur seltenes humanistisches Gedankengut, das sich von der Konkurrenz wohltuend abhebt."

Das schreibt Carsten Kuhr in seinem Fazit zu meinem aktuellen Tibor-Roman. Mit dem Ideengeber ist natürlich Hansrudi Wäscher gemeint, der Autor bin ich. Der letzte Satz der Besprechung geht mir also runter wie Öl, und auch der Rest ist nicht von schlechten Eltern.

Vorgenommen hat sich Carsten Kuhr den Roman einmal mehr für das Online-Portal phantastik-news. Freut mich, und wer neugierig ist, findet die komplette Rezi hier:
http://www.phantastiknews.de/index.php/rezensionen/11978-tibor-8-expedition-in-die-urzeit-achim-mehnert-buch

Dienstag, 10. Mai 2016

Zwei Jahre später - Schlomo wird Dreizehn

Zum dreizehnten Mal beschäftigt sich Schlomo in seiner Kolumne im Online-Magazin Zauberspiegel mit Ren Dhark. Ich lese sie immer gern, deshalb habe ich schon mehrmals darauf hingewiesen - was hiermit abermals getan sei.

Diesmal nimmt sich Schlomo Band 61 vor, Einsatz auf Blue Star. Es ist der erste Band des neuen Zyklus, und seit den dramatischen Ereignissen in Band 60 sind in der Handlung zwei Jahre vergangen. Schlomo beleuchtet die Handlung des Buches in seiner unnachahmlichen Art, die man sich am besten selbst zu Gemüte führt. Doch Vorsicht, dabei wird kräftig gespoilert.

Erwähnen möchte ich lediglich Schlomos Fazit: "Ideal für Neueinsteiger. Man kommt praktisch ohne Vorwissen aus, da eigentlich alles was man wissen muss, geschickt in die Geschichten eingeflochten ist." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Den vollständigen Artikel findet man hier: http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/zauberstern-kolumnen-mainmenu-75/ren-dhark-das-all/28414-2-jahre-spaeter-ein-neuer-zyklus-schlomos-dreizehnte-kolumne

Montag, 11. Januar 2016

Schlomo zum Neunten

Schlomo hat wieder zugeschlagen. Bereits zum neunten Mal beschäftigt sich der Ren Dhark-Enthusiast in seiner Zauberspiegel-Kolumne in unnachahmlicher Weise mit Dhark und dem Weltall. Diesmal hat Schlomo sich das im Dezember erschienene 59. Buch (Verfasser: Gardemann, Morawietz und Mehnert) vorgenommen. Im Gegensatz zu seinen letzten Kolumnen lässt er dabei weniger aus seinem persönlichen Leben und Umfeld einfließen, was einige Leser begrüßen und andere bedauern werden. Doch letztere seien beruhigt, ganz ohne geht es natürlich nicht.

Ausführlich, nämlich Kapitel für Kapitel, beschäftigt Schlomo sich mit Kampf um das Miniuniversum. Er lässt seiner Begeisterung freien Lauf. Fein. Ungereimtheiten fallen ihm ebenso auf. Auch fein. In der vorliegenden Ausgabe geht es mit großen Schritten auf das Zyklusende zu. Bei Schlomos Besprechung wird natürlich kräftig gespoilert. Die Dhark-Leser, die den Roman noch vor sich haben, sollten Schlomos Ausführungen daher erst nach der Lektüre des Buches lesen. Ich lese seine Kolumne weiterhin mit Vergnügen. Ach ja, quasi en passant nimmt er sich auch noch Perry Rhodan Heftroman 2837 vor.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Andromeda Nachrichten 251

Die Andromeda Nachrichten des Science Fiction Club Deutschland erscheinen mittlerweile im 46. Jahr. Auf dem BuchmesseCon ist mir nach längerer Zeit mal wieder eine Ausgabe in die Hände gefallen. Anlässlich des diesjährigen BuCons gab es AN 251. Natürlich wäre die Ausgabe ohnehin erschienen, aber sie stellt so etwas wie das Programmbuch des Cons dar. Oder dieses ist in die AN mit eingearbeitet. Das kann man nennen, wie man will.

Das macht sich an einem Teil des Inhalts bemerkbar. Es wird einiges über das Programm verraten - das natürlich, da ich diese Zeilen schreibe, schon hinter uns liegt. Ebenso die Verleihung des Deutschen Phantastik Preises, dessen Finalisten in sämtlichen Kategorien hier aufgeführt sind. Passend dazu ist ein Bericht über den BuCon 2014, erweitert um einen Bilderreigen von der letztjährigen Veranstaltung.

Darüber hinaus enthält die vorliegende AN-Ausgabe eben das, was AN immer enthält: Conberichte, Neu- und Wiederveröffentlichungen, eine Kino-Sparte, Buch-, Fanzine- und Magazinbesprechungen und das eine oder andere mehr. Eine Menge sekundärliterarisches Material zur SF-Szene halt, präsentiert auf 72 blitzsauberen Magazinseiten. Am interessantesten fand ich das Interview mit meinem alten Kumpel Michael "My" Haitel, seit gut dreieinhalb Dekaden ein fannischer Hansdampf in allen Gassen und seit ein paar Jahren zudem rühriger Verlagsleiter.

Wieso im Inhaltsverzeichnis nicht aufgeführt ist, von wem das gelungene Cover stammt, erschließt sich mir allerdings nicht. Hätte mich interessiert. Vielleicht ist es an anderer Stelle vermerkt, aber danach suche ich dann doch nicht. Holla, dafür gibt es eine ganzseitige Werbeanzeige für den ColoniaCon 2016. Nett. Die Andromeda Nachrichten animieren mich irgendwie dazu, endlich mal wieder in den SFCD einzutreten. Sollte ich wirklich mal machen.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Mampf und Maschinen - Schlomos sechste Kolumne

Schlomos Ren Dhark-Kolumne beim Zauberspiegel geht bereits in die sechste Runde. Er spoilert munter weiter zu Band 55. Diesmal nimmt er sich den noch ausstehenden Buchteil von Vereinigung der alten Völker vor, nämlich meinen. Als ich Schlomos Besprechung las, musste ich gedanklich erst wieder in die Handlung hineinfinden. Schließlich habe ich den Roman bereits im März verfasst und danach noch drei weitere Dhark-Manuskripte geschrieben.

Wie immer bleibt der wackere Schlomo in seinen Ausführungen nicht allein bei dem Roman. Ganz nebenbei geht es um Experimente an Rattengehirnen, Fix und Foxi, den Petersdom und Apfelstrudel mit Sahne. Wieso Apfelstrudel mit Sahne? Das "Mampf" steht nicht von ungefähr in der Überschrift. Wer mehr darüber wissen will, muss die Kolumne lesen. Intensiv setzt sich Schlomo zudem mit dem Gigantismus in Ren Dhark und Perry Rhodan auseinander. Ich finde seine Ansichten zu dem Thema lesenswert und interessant.

Ach ja, eigentlich geht es in Schlomos Kolumne ja um meinen Roman. Doch, darüber lässt er sich ebenfalls ausführlich aus. Ich zitiere dazu jetzt aber nichts. Das sähe nämlich ziemlich peinlich nach Selbstbeweihräucherung aus. Trotzdem habe ich mir ein Loch in den Bauch gefreut, ist ja klar. Und bei einem von Schlomo gezogenen Vergleich zwischen Ren Dhark und Perry Rhodan war mein amüsiertes Schmunzeln vermutlich doch mehr ein breites Grinsen.

Wie gesagt, das Lesen der Kolumne lohnt sich. Und zwar hier:
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/zauberstern-kolumnen-mainmenu-75/ren-dhark-das-all/26891-mampf-und-maschinen-schlomos-sechste-kolumne

Freitag, 18. September 2015

Nick kommt ohne übertriebene Gewalt aus

"Achim Mehnert setzt nur das textlich um, was Wäscher in seinen genialen Comics vorgegeben hat. Und beide bemühen sich, jeder auf seine Art erfolgreich, die Leser an die Seiten zu bannen."

Den Leser an die Seiten zu bannen, das ist sicherlich eine Absicht, die man als Autor verfolgt. Mit dem vorliegenden Buch scheint es mir gelungen zu sein, und das freut mich natürlich. Auf die noch aus dem Juli stammende Rezension bin ich erst jetzt gestoßen. Carsten Kuhr hat bei phantastiknews den aktuellen Nick-Roman besprochen. Das macht er eigentlich immer recht zeitnah, ich hätte also schon mal früher reinschauen können. Jedenfalls ist es schön, dass dem Rezensenten der Roman gefallen hat. Auf explizite Gewaltdarstellungen bei Nick scheint Carsten Kuhr ebenso gut verzichten zu können wie ich - auch wenn ich es in anderen Serien schon mal ordentlich krachen lasse. Sein Fazit:

"Es geht dabei gegen böse Diktatoren, es gibt Schlachten zu schlagen und Geheimnisse aufzudecken – und dies, ohne dass den Gewaltschilderungen sonderlich viel Raum eingeräumt wird. So geht es immer menschlich zu, achten insbesondere unsere Helden immer darauf, ihre Gegner am Leben zu lassen und nicht alttestamentarisch vorzugehen. Das mag ein wenig antiquiert wirken, liest sich aber nach wie vor durchaus interessant und spannend auf einen Rutsch durch."

Was will man mehr als Autor? Wer die ganze Rezension lesen möchte, der kann das hier tun:
http://www.phantastiknews.de/index.php/rezensionen/10862-nick-eine-phantastische-entdeckung-achim-mehnert-buch

Montag, 14. September 2015

Phantastisch 59

Mit schöner Regelmäßigkeit erscheint phantastisch mit vier Ausgaben jährlich. Wie immer unter der redaktionellen Ägide von Klaus Bollhöfener, liegt mittlerweile die 59. Ausgabe des vom Atlantis-Verlag herausgegebenen und beispielsweise in der Buchhandlung des Kölner Hauptbahnhofs erhältlichen Phantastik-Magazins vor.

"Patrick Rothfuss dem Fantasy-Fan vorzustellen, hieße Eulen nach Athen zu tragen." Mit diesem Satz wird ein Interview eingeleitet, das Carsten Kuhr mit ebenjenem Autor führte. Ich kenne Rothfuss nicht, habe nie von ihm gehört. "Der aufstrebende Fantasy-Autor" ist er also. Na gut, ich lese keine Fantasy, und High Fantasy schon gar nicht, muss ihn daher also auch nicht kennen. Trotzdem fände ich es nicht schlecht, einen Autor, von dem ein mehrseitiges Interview abgedruckt wird, dem geneigten Magazinleser zumindest mit ein paar Eckdaten nahe zu bringen.

Ungleich intensiver auf das literarische Objekt seines Interesses geht Bernd Jooß ein. Auf gleich sieben Seiten nähert er sich Stephen King in einem persönlichen Erfahrungsbericht an. Seit er 14 war, liest Jooß King und wurde zu einem King-Fan. Das merkt man seinem Artikel an, und zwar ausgesprochen positiv. Locker-flockig geht er die Romane durch, die er im Laufe der Jahre gelesen hat, erzählt, wie er sie entdeckte, was er im Vorhinein von ihnen erwartete und was er beim und nach dem Lesen selbiger schließlich empfand. Der kleine Parforceritt durch das Schaffen des Meisters, dessen ES bei mir noch heute ganz hoch im Kurs steht, liest sich leicht, angenehm und äußerst unterhaltsam. Das mag zum einen an Jooß' Stil liegen und zum anderen an der Thematik King, die mich interessiert.

Alternativweltromane besitzen eine ganz eigene Faszination. Die Vorstellung des "Was wäre, wenn sich die Geschichte der Menschheit ab einem bestimmten Punkt in eine andere als die uns bekannte Richtung entwickelt hätte" dürfte in den meisten Epochen ein reizvolles Thema sein. Bestes Beispiel ist für mich Philip K. Dicks Dystopie Das Orakel vom Berge, im amerikanischen Original The Man in the High Castle, in der die Achsenmächte den Zweiten Weltkrieg gewonnen und Deutschland und Japan die USA unter sich aufgeteilt haben. Was läge nach einem Vierteljahrhundert deutscher Wiedervereinigung näher als ein Roman mit einer Alternative zu eben jener historischen Zäsur? Christopher Dröge befasst sich gleich mit vier Romanen, die die Wiedervereinigung oder auch Nicht-Wiedervereinigung zum Thema haben, und zwar mit alternativen Geschichtsfortschreibungen. In Simon Urbans Plan D und Marcus Staigers Die Hoffnung ist ein Hundesohn existieren beide deutschen Staaten weiterhin nebeneinander, in Christian von Ditfurths Die Mauer steht am Rhein sowie in Marcus Hammerschmitts PolyPlay übernimmt gar die DDR die BRD. Interessante fiktive Möglichkeiten.

Überhaupt ist das Magazin prall gefüllt und bunt. Rezensionen und Vorstellungen von Neuveröffentlichungen dominieren dabei. Christian Endes interviewt den britischen Comic-Künstler Carl Critchlow, und Horst Illmer beschäftigt sich mit der amerikanischen SF-Autorin Ann Leckie. Es wird "Phantastisches Lesefutter für junge Leser" vorgestellt und "Die phantastischen Designs des Ken Adams" beleuchtet. Bernd Robker stellt sich und den Lesern die Frage "Wie funktioniert interstellare Raumfahrt?" und wirft Schlaglichter auf die verschiedenen genretypischen Möglichkeiten ebenjener, ohne dabei in schwer zu goutierendes Techno-Blabla abzudriften. Sogar eine Kurzgeschichte der in Wales geborenen und in Kanada lebenden Jo Walton gibt es. Die ist wirklich kurz, kaum mehr als zwei Seiten, knackig, nett und witzig, auch wenn sie ohne echten Plot auskommt. Dazu  finden sich Nachrufe auf Terry Pratchett, Günter Grass und Leonard Nimoy

Es ist nicht nur erfreulich, dass es ein sekundärliterarisches Genre-Magazin wie phantastisch überhaupt gibt, sondern auch, dass es bereits seit so vielen Jahren existiert, vor allem Dank des Chefredakteurs Klaus Bollhöfener. Ich muss zugeben, dass ich phantastisch für eine Weile aus den Augen verloren hatte, doch ich gelobe, künftig wieder zur Kategorie "regelmäßiger Leser" zu gehören.

Dienstag, 8. September 2015

Roboter sind auch nur Menschen - Schlomos fünfte Kolumne

Schlomo legt sich Zurückhaltung auf. In seiner aktuellen Kolumne für den Zauberspiegel spoilert er er weiter an Ren Dhark 55 Vereinigung der alten Völker herum. In der Tat fasst er sich diesmal wesentlich kürzer als sonst, weil er, wie er beklagt, mit Arbeit zugemüllt wurde.
"Und das Schlimme daran: Ich bin selbst schuld. Seit ich Anfang August auf ein megaschräges Teilgebiet der Mathematik gestoßen bin, stell ich einen Satz oder ein Lemma nach dem anderen auf und beweis ihn/es - da es darüber noch überhaupt nix gibt. Aber was macht man nicht alles ..."
Sich weiterhin mit Ren Dhark beschäftigen zum Glück schon. Diesmal nimmt Schlomo sich den Teilroman von Nina Morawietz, unserer neuen, festen Teamautorin, vor. Er zieht Vergleiche zu Filmen Quentin Tarantinos, zu Mary Shelleys Frankenstein und zu der Hörspielumsetzung von Per Anhalter durch die Galaxis. Ninas Roman hat Schlomo begeistert, das merkt man, und das finde ich gut.

Erst durch seine aktuelle Kolumne erfuhr ich übrigens, dass ein Roboter durch die Welt getrampt ist. Durch diese Welt hier, durch unsere reale. Sachen gibt's. Diese jedenfalls ist völlig an mir vorbeigegangen. Schlomo vergleicht Hitchbot, so der Name des putzigen Kerlchens, mit Artus aus Ren Dhark.

Artus war ursprünglich ein simpler Roboter, der aber durch einen sogenannten Turing-Sprung zu einer Künstlichen Intelligenz wurde und als vollwertiges Besatzungsmitglied an Bord von Ren Dharks Raumschiff Point of fungiert. Ein bisschen so wie Data also. Als Artus vor einigen Jahren in die Serienhandlung eingeführt wurde, geschah das auch bei ihm trampenderweise. Eine schöne Analogie also.

Freitag, 4. September 2015

Mangelnder Handlungsfortschritt?

"Erstaunt und erfreut haben mich ... die unauffällig eingestreuten, durchaus kritischen Passagen und Aussagen zu Fremdenfeindlichkeit in Jan Gardemanns Beitrag."

Das schreibt Robert Monners in seiner Besprechung des neuen Ren Dhark-Buchs Feind der Wächter. Da musste ich schmunzeln, denn das wurde vor längerer Zeit auch schon mal anders ausgelegt und der Serie vorgeworfen. Was damals natürlich totaler Unsinn war.

Wie immer rezensiert Monners den aktuellen Ren Dhark-Roman für das Online-Portal phantastik-news.de. Spannend und angenehm zu lesen findet er das Buch, wenngleich ihm der rote Faden fehlt. Und weiter:

"So bleibt als Fazit, dass dieses Mal viel Sense of Wonder auf die Leser wartet, ohne dass die Handlung wirklich merklich vorankommen würde."

Da allerdings muss ich dem Rezensenten vehement widersprechen. Meiner Meinung nach kommt die Handlung deutlich voran, und zwar in allen drei Handlungsebenen. Trotzdem ist es interessant zu sehen, wie unterschiedlich Leser die Geschichte aufnehmen.

Die komplette Besprechung gibt es hier:
http://www.phantastiknews.de/index.php/rezensionen/11012-ren-dhark-weg-ins-weltall-56-feind-der-waechter-ben-b-black-hrsg-buch

Dienstag, 18. August 2015

Schlomo zum Vierten - Trivialliteratur? Ja klar!

Schlomo hat wieder zugeschlagen. Beim Zauberspiegel erschien just der vierte Teil seiner Kolumne zum Thema Ren Dhark. Diesmal widmet Schlomo sich den beiden aktuellen Büchern, nämlich Band 55 der Hauptserie und dem Unitall-Sonderband 28, also Vereinigung der alten Völker und Das Geheimnis von Iondru. Doch halt, Schlomo wäre nicht Schlomo, wenn das so einfach wäre oder gar linear geschähe.

Zunächst einmal geht es darum, warum Schlomo auf Trivialliteratur abfährt und sie gar für die bedeutendste Richtung der Literatur insgesamt ansieht. Aber dann geht es um sein Labor und Musik, um Anagramme und Geheimcodes, um T'Pol, Lethal Weapon und Transsylvanien, um NCIS, Perry Rhodan und Andreas Eschbach, um eine Gasmaskentasche der US Army, Zeitreisegeschichten und Energieunschärfe, die Dekohärenz der Quantenmechanik, Interferenzmuster und die Weltenwahrscheinlichkeitsfunktion. Hier bricht dann endgültig der Physiker in Schlomo durch. Und natürlich dreht sich immer wieder alles um Kippen und Kaffee. Wie Schlomo selbst anmerkt, schreibt er sämtliche Gedanken einfach so runter, wie sie ihm durch den Kopf rauschen.

Auch hat Schlomo Mess-Skalen mit eigenen Einheiten. So ist "H" die Einheit "Hajo" für die Genialität eines Exposés und "Me" die Einheit "Mehnert" für geniale Ideen in einer Geschichte. Da fühle ich mich nicht nur gebauchpinselt, ich lache mich auch schlapp. Das völlig irre Kaleidoskop Schlomoscher Gedankengänge kommt rüber wie ein erratischer Bildersturm und macht Spaß. Ich lese seine Kolumne mit Vergnügen, und diesmal hat er sich selbst übertroffen. Ach ja, eingangs erwähnte Bücher hat er en passant auch besprochen, 28 ausführlich, 55 zur Hälfte. Der Rest folgt in der nächsten Kolumne. Ich freue mich schon drauf.

Schlomos Artikel gibt es hier: http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/zauberstern-kolumnen-mainmenu-75/ren-dhark-das-all/26434-arbeitstitel-trivialliteratur-ja-klar-schlomos-vierte-kolumne