Samstag, 11. August 2012

Alte Bilder von Köln

Durch Zufall entdeckte ich vor ein paar Tagen die Zeitung MEIN KÖLN an einem Kiosk. Das Foto auf der Titelseite erregte gleich meine Aufmerksamkeit. Die Schwarzweißfotographie zeigt den alten Heumarkt, auf dem damals zu beiden Seiten noch Straßenbahnen fuhren. Da ich historische Aufnahmen von Köln liebe, habe ich die Zeitung gleich mitgenommen. Zu meiner Überraschung handelt es sich bereits um die 4. Ausgabe dieser Reihe. Der "Express", die "Kölnische Rundschau" und der "Kölner Stadt-Anzeiger" haben MEIN KÖLN gemeinsam mit ihren Lesern erstellt.

Der Untertitel BILDER ZEIGEN GESCHICHTE(N) ist Programm. Der Inhalt besteht nämlich aus von den Lesern obiger Zeitungen eingesandten Fotos früherer Zeiten. Die Themen sind "Hufschmied, Küfer, Klüttenmann", "Der Tradition verpflichtet: Kölner Familienunternehmen" sowie "Im Herzen des Veedels". Daß es sich aufgrund des Alters ausschließlich um schwarz-weiße Bilder handelt dürfte einleuchten. In den meisten Fällen liefern die Einsender einen kurzen erklärenden Text, der auf das Motiv und die abgebildeten Personen eingeht. Das Schöne ist, daß es sich nicht um hinlänglich bekannte Stadtansichten handelt, sondern um Szenen und Darstellungen aus dem Umfeld der Menschen, die sie in Bildern festgehalten haben.

Einige der Orte sind mir bekannt, ich würde sie aufgrund der baulichen Gegebenheiten heute aber nicht wiedererkennen. Kein Wunder, entstanden die Fotos doch größtenteils vor dem 2., ein paar sogar vor dem 1. Weltkrieg. Umso faszinierender sind sie. Da findet sich die heute lärmende Zülpicher Straße noch ohne Verkehr. Im Klettenbergpark habe ich als Kind gespielt. Gleich neben der Severinskirche, in der Straße Im Ferkulum, aus der meine Großmutter stammt und wo ich zuweilen spazieren gehe, gab es Gänse, Kaninchen und Hühner.

Daß die ersten drei Ausgaben unbemerkt an mir vorbeigegangen sind, wundert mich. Heft 1 wartete mit "Köln in alten Fotografien", "Der Dom: Beliebtes Motiv" und "Köln in der NS-Zeit" auf. Band 2 beschäftigte sich fotodokumentarisch mit den Themen "Köln und seine Brücken", "Kaiserreich und Weimarer Republik" sowie "Kölle Alaaf - Karneval in alten Zeiten". In der 3. Ausgabe ging es dann um "Hochwasser und Eisgang", "Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder" und "Freizeitvergnügen und Sport." Da im Impressum kein Veröffentlichungsrhythmus angegeben ist, gehe ich davon aus, daß MEIN KÖLN unregelmäßig erscheint. Die drei ersten Hefte werde ich mir auf jeden Fall noch besorgen.

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