Montag, 12. Dezember 2016

Winfried Brand 1967 - 2016

Winy auf dem Coloniacon 1982
Es muss 1981 gewesen sein, als ich Winfried Brand kennenlernte, kurz nachdem drei Kölner Jungs einen Science Fiction-Club aus der Taufe gehoben hatten. Winy, wie er von allen genannt wurde, stieß schon wenig später dazu, wie dann auch bald sein jüngerer Bruder Wolfgang. Von da an war Winy für viele Jahre aktiver Bestandteil der Kölner SF-Szene. So auch in all seiner jugendlichen Frische auf dem ersten Coloniacon 1982, wie man auf dem Bild links sehen kann.

Bei den in den Achtziger Jahren noch jährlich stattfindenden Coloniacons tat er sich als Helfer hervor. Vor allem aber publizierte er das Rezensions-Zine Flash, das jahrelang erschien und dem er sich mit Herzblut verschrieb. Es war Winy, der mich eines Tages zum SF-Stammtisch in Zollstock mitschleppte. Ein Vierteljahrhundert dürfte das her sein. Ich habe ihn in der damaligen Zeit stets freundlich und meist gut gelaunt erlebt, gleichwohl er aber auch ein herber und gelegentlich hitziger Diskutant sein konnte. Der eine oder andere Stammtischteilnehmer dürfte ein Lied davon singen können.



Winy auf dem Coloniacon 2014
Irgendwann machte sich Winy dann rar. Zwei Kinder kamen, eine räumliche Veränderung folgte, und andere private Dinge bestimmten sein Leben. Der Kontakt brach ab, und auch von den anderen Stammtischlern konnte niemand sagen, was Winy trieb. Bis er auf dem Coloniacon 2014 plötzlich vor mir stand. Winy war wieder da, ich freute mich ihn zu sehen. Seitdem sind wir uns zu bestimmten Anlässen wieder regelmäßig über den Weg gelaufen. Er fuhr zum BuchmesseCon in Frankfurt, besuchte die Intercomic und war auch wieder auf dem diesjährigen Coloniacon zugegen.

Der Szene blieb er bis zuletzt verbunden. Für verschiedene Verlage führte er Textarbeiten durch und erstellte E-Books. Auf dem diesjährigen BuCon begegneten wir uns zum letzten Mal. Auf der Intercomic im November erschien er nicht, weil es ihm nicht gut ging. Eine Unpässlichkeit, die sicher bald hinter ihm liegen wird, dachten wir. Eine traurige Fehleinschätzung, leider.

Winfried Brand starb am 12. Dezember 2016 nach kurzer, schwerer Krankheit. Er wurde nur 49 Jahre alt. Winy hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Meine Gedanken sind bei seinen Familienangehörigen.

Kommentare:

  1. Lieber Achim, ich danke Dir! Mir selbst fällt es momentan sehr schwer, Worte dafür zu finden, was heute geschehen ist.

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  2. Ich bin sehr traurig und wünsche den Angehörigen viel Kraft. Marion Mader.

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  3. Andrea C. Schäfer13. Dezember 2016 um 11:31

    Oh nein, nun auch noch der Winy. Mach's gut und setz dich an den Perry-Stammtisch mit den bereits gegangenen Autoren.

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  4. Wie traurig ... machs gut, Winy, auf welch rauhen Pfaden du auch immer jetzt unterwegs sein wirst.

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  5. Ich kann mich erinnern, dass Winfried einst zu den Zimmerit-Stammkäufern gehörte und auch einige der nachfolgenen Bücher über mich bezogen hatte.

    Gut möglich, dass wir damals auch mal auf dem einen oder anderen Con miteinander geplaudert hatten. Traurig, traurig ...

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  6. Damals, zu Stammtischzeiten in den 90ern, habe ich mit Winy endlos über unsere gemeinsamen Lieblingsthemen „Perry“ und „Computer“ diskutieren können und dabei immer seine Sachkenntnis und sein Engagement bewundert. Sehr traurig. Danke für Deinen Nachruf, Achim.

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  7. Och nee - das hör ich gar nicht gern. Machs gut, Winy.

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  8. ...und ich wunderte mich schon, warum auf seiner Verlagsseite seit Mitte November nichts mehr passierte ... R.I.P. Winy ;-(

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  9. Schockstarre. Die Nachricht musste ich erstmal verdauen. Winy ist nicht mehr unter uns. Ich kannte ihn zwar nur über den Wibra Verlag, aber trotzdem. Machs gut. Wir trauern um dich

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  10. Dabei haben wir noch auf dem diesjährigen ColoniaCon über seine Pläne gesprochen, 2018 mit seinem Verlag einen Stand auf dem Con zu haben - echt traurig.

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  11. Mich hat diese Nachricht heute auch völlig verwirrt.

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  12. Ich hab Winy und Heike als geistreiche und gewitzte Rezensenten meines Schreibkrams in bester Erinnerung. Wir sind uns persönlich nur einmal begegnet. Es war in Wuppertal. Schade um ihn.

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  13. Ich habe ihn nie gut gekannt, mich damals in der Distel aber gern mal mit ihm unterhalten. Dennoch trifft mich diese Nachricht völlig unerwartet. Mein Beileid seiner Familie :-(

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  14. Ich habe Winfried dieses Jahr auf der ColoniaCon kennengelernt und bin ihm leider nur zweimal begegnet, aber ich mochte ihn sofort. Sehr traurig.

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  15. Hier noch der Hinweis auf zwei Nachrufe von Klaus N. Frick, zum einen im Perry Rhodan-Blog, zum anderen in seinem privaten Blog:

    http://perry-rhodan.blogspot.de/2016/12/einige-worte-zu-winfried-brand.html

    http://enpunkt.blogspot.de/2016/12/winfried-brand-ist-tot.html

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  16. Rudi "Lambo" Ferrari14. Dezember 2016 um 12:57

    Habe es erst heutenacht erfahren und bin im Grunde immer noch sprachlos. Wir waren sehr gut befreundet in den mid-80er und 90er, verloren uns dann irgendwann aber aus den Augen. Wir haben gemeinsam viele Hochs (aber auch ein paar Tiefs) durchlebt und in dieser Zeit viel Spaß gehabt bei den verschiedenen Stammtischen (Schachtel, Schmeller, Distel), der "Kleinanzeigenbande" (Marktplatz, Announce, Kompost, Wie Bitte?!), Spieleabende und vieles mehr. Mach's gut alter Freund und danke für die schöne Zeit!

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    1. Hey, Lambo. Über sowas "sieht" man sich dann wieder. Ewig her und doch trifft's mich, Winy war schon jemand ganz spezielles.

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  17. Winfried kenne ich seit vielen Jahren. Sein Flash-Magazin besitze ich immer noch komplett. Vor langer Zeit erklärte Winfried mir, was ein E-Book-Reader ist. In den letzten Jahren haben wir dann in der E-Book-Sparte und im Satzbereich sehr eng zusammengearbeitet. Einige Projekte haben wir uns ausgedacht, die wir noch gemeinsam realisieren wollten. Für BLITZ ist Winfried einfach nicht zu ersetzen. Ich bin unendlich traurig und fühle mit seiner Familie!

    Jörg Kaegelmann für das gesamte Team vom BLITZ-Verlag

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  18. Danke für deinen Nachruf, Achim.
    Ich bin in Gedanken bei der Familie.

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  19. Lang, lang ist es her, dass ich mit ihm eine Diskussion über meinen Lieblingsautor R.A. Heinlein hatte und er meine Begeisterung für Starship Troopers ganz und gar nicht nachvollziehen konnte. Wir sehen uns wieder, wenn wir alle zu Sternenstaub geworden sind.

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  20. Unter anderem war Winfried für den Verlag in Farbe und Bunt tätig. Einen bewegenden Nachruf seiner Kollegen findet man auf der Verlagsseite. Hier der link:

    http://www.ifub-verlag.de/index.php/nachruf-winfried-brand

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