Donnerstag, 6. November 2014

Eckhard Schwettmann. 1957 - 2014

(c) Humboldt Verlag
Ich war fassungslos, als ich vorhin von Eckhard Schwettmanns plötzlichem Tod erfuhr. Was ist nur los derzeit? Ich habe keine Lust mehr, Nachrufe auf Leute aus der SF-Verlagsszene zu schreiben, die ich persönlich kannte oder mit denen ich sogar, wie im Falle Hajo F. Breuers, gut befreundet war.

Eckhard kannte ich noch aus seiner Zeit in Köln. Es muß Ende der Achtziger oder Anfang der Neunziger Jahre gewesen sein, als er für eine Kölner Stadt-Illustrierte arbeitete. Wir sind uns damals zwei oder drei Mal über den Weg gelaufen. Es gibt Fälle, in denen man sich auf Anhieb sympathisch ist, auch wenn man sich nur sehr sporadisch begegnet.

Bei uns war das so, und bei Eckhard war es wirklich nicht schwer, ihn zu mögen. Denn er war stets gut gelaunt, immer freundlich und hatte eine persönliche Art, die einen gleich für ihn einnahm. Und er war immer mit Begeisterung bei den Projekten, die er gerade anfaßte. Das waren einige. Eckhard war immer sehr rührig und hatte Ideen für neue Projekte in Petto.

Anno 1996 wechselte er zum Rastatter Pabel-Moewig-Verlag, wo er zunächst als Marketingleiter für Perry Rhodan und dann sogar als Verlagsleiter tätig war. Später wurde er Geschäftsleiter des Humboldt Verlages und war zudem für den Marlon-Verlag tätig.

In all den Jahren kam es immer mal wieder zu Zusammentreffen zwischen uns, meistens auf SF-Cons. Die besuchte Eckhard genauso gerne wie ich. Stets begrüßte er mich mit: "Ach, der kölsche Jung." Das hatte er noch aus der Kölner Zeit, und davon trennte er sich auch nicht.

So auch auf der Intercomic im Frühjahr 2013. Auf der Messe wurde ihm der Dark Star für seine Verdienste um die phantastische Romanszene in Deutschland verliehen. Im Folgejahr hielt er die Laudatio für Alfred Kelsner, der nun mit dem Dark Star geehrt wurde. Das war im Mai 2014, und zu diesem Anlaß sind wir uns zum letzten Mal begegnet.

Eckhard Schwettmann starb am 4. November 2014, gerade einmal 57 Jahre alt. Auch er ist viel zu früh gegangen. Mach es gut, Eckhard, wo auch immer du jetzt sein magst.

Kommentare:

  1. Oh Mann. Wir haben nie zusammen an einem Projekt gearbeitet und kannten uns nicht wirklich; darum werde ich auch selber keinen Nachruf schreiben. Aber wir haben immer gern miteinander gequatscht, zum Beispiel vorletztes Jahr auf der Perry-Party über besuchte Rockkonzerte und Drumrum ... Eckard hat mich auch regelmäßig damit aufgezogen, wie viel Arbeit ich in mein Blog stecke, "mich interessiert einfach, was hast du davon?" ... Und, und, und ... Ein angenehmer, frecher, freundlicher Verlagsmensch, an den ich nur gute Erinnerungen habe.

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  2. Erst vor kurzer Zeit übernahm er den BauKau Verlag seines überraschend verstorbenen Bruders. Er hatte noch viele Ideen, z.B. zu den jüngst übernommenen Atlan-Büchern. Jetzt ist wieder jemand gestorben den man gekannt hat und sich für die SF-Szene stark machte. SF-Autoren und Macher scheinen alle früh zu sterben.

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