Samstag, 30. Juli 2016

Steve Kups. 1970 - 2015

Der Tod von Steve Kups wäre ohne Horst Illmers Nachruf im SF-Magazin Phantastisch 62, das ich erst in den vergangenen Tagen gelesen habe, glatt an mir vorbeigegangen. Durchaus ein wenig befremdlich, dass man auf diese Weise vom Ableben eines Menschen erfährt, den man zumindest in bescheidenem Umfang kannte.
 
Wenn auch nicht persönlich, denn Steve und ich sind uns bei keiner Gelegenheit über den Weg gelaufen. Wir waren lediglich bei Facebook und dort seit ein paar Jahren miteinander verknüpft, da es zwischen der SF- und der Comicszene eine Menge Berührungspunkte gibt. Dort tauschten wir äußerst sporadisch und ebenso knapp den einen oder anderen Gedanken aus. Wie sporadisch dieser reine Online-Kontakt war, zeigt eben die Tatsache, dass ich mit dem traurigen Ereignis erst jetzt, Monate später, konfrontiert wurde.
 
Steve war Journalist und Comic-Übersetzer. Seit vielen Jahren betreute er vor allem die deutschen Ausgaben von Batman, übersetzte aber auch noch einige andere Serien von DC und Marvel, hauptsächlich für Panini.
 
Er starb bereits am 26. Dezember des vergangenen Jahres an den Folgen eines Herzinfarkts. Steve Kups wurde gerade einmal 45 Jahre alt.
 
Nachfolgend möchte ich Steve noch einmal persönlich zu Wort kommen lassen, und zwar mit einem Kommentar, den er im Oktober 2014 auf meinen Nachruf zu dem damals verstorbenen Hajo F. Breuer anfügte. Dieser Kommentar ist bestens dazu geeignet, einiges über Steve Kups selbst zu erfahren:

 

"Wir begegneten uns nur hie und da in unserem Leben und jeweils auch nur sehr kurz, aber haben uns dabei auf ganz komische Art jedes Mal wie die besten Freunde gefühlt und gegenseitig behandelt, die wir niemals waren.
Führte zu skurrilen Situationen wie der, dass er mir damals ohne dass wir uns überhaupt groß und lange kannten, einfach so einen Schreibjob für Ren Dhark und andere Projekte anbot, den ich zu jeder anderen Zeit auch sofort jubelnd angenommen hätte, da es die Erfüllung eines meiner ältesten Träume dargestellt hätte.
Aber gleichzeitig hatte ich meine früheren Autoren-Träume zu diesem Moment bereits auf andere Arten so erfüllt, dass mich der Weg dahin an einen neuen Punkt gebracht hatte, wo ich dies in dieser Form dann nicht mehr brauchte. Die Chance, die er mir darbot, war also etwas, was ich ganz am Anfang mal suchte, nun aber nicht mehr benötigte, aber noch als Bonus auf eine Art von ihm angeboten bekam, die gleichzeitig damals die Erfüllung meines Traums dargestellt hätte.
Falls das irgendeinen halbwegs verständlichen Sinn zu ergeben mag gerade für Dich.
Und so war ich ihm für die nicht mehr benötigte Chance endlos dankbar, hatte sie gleichzeitig als stetige Option weiter offen aber konnte auch meinen damaligen und auch noch heutigen Weg als Übersetzer weitergehen, ohne was zu verlieren.
Und all das was ich nun hier für mich aufzählte, hatte er bei sich selbst auf irgendeine Art, die nur er für sich zu beschreiben wusste und musste und bei der ich auf irgendeine Weise praktisch die Spiegelung dessen mit erfüllte.
Dieses schwer zu beschreibende Gefühl zog sich dann kreuz und quer durch unsere wenigen Begegnungen, aber war für jeden von uns von Anfang an immer auf diese Art irgendwie da, ohne dass wir peilten, was da überhaupt abgeht. Und durch die verrückte Art, wie es immer da war, auch niemals erforderte, dass wir mehr daraus machten.
Die wohl paradoxeste Art von Nicht-Freundschaft, die ich jemals nicht hatte.
Und das die ganze Zeit noch manifestiert in einem Gefühl von Dankbarkeit und Liebe zu einem Menschen, den ich darüber hinaus nie richtig kennengelernt habe, der dies aber jedes Mal automatisch von sich aus erwiderte, wenn sich unsere Wege mal wieder kreuzten.
Als ich gerade Deinen Nachruf las, habe ich erst an den Stellen bezüglich der Comics wieder erkannt, dass er es ja damals auch noch mit gewesen war, der mich durch sein eigenes Wirken motivierte, selbst mal Redakteur und Übersetzer von den Dingern zu werden. Und das lange, bevor ich ihn kennenlernte. Was eben den oben erwähnten neuen Weg darstellte, der mich vom Autorentraum hierher führte.
Und das dann auch noch auf die ebenso kuriose Weise gespiegelt mit Giesa, mit dem ich ebenfalls auf solch merkwürdige (und in seinem Fall auch noch so sehr viel schmerzhaftere Weise durch den von mir empfundenen Verlust und auch sein eigenes Leiden) verbunden war und der wiederum auf verschiedenste Art der Grund und auch der Weg war, wie ich den Autorentraum überhaupt erst zu erfüllen schaffte.
Zwei der wichtigsten Menschen in meinem Leben, die ich nie wirklich in meinem Leben hatte. Aber die auf irgendeine Art immer da waren. Von Anfang an und bis zu ihrem Ende und darüber hinaus. So fühlt sich das wohl an, wenn sich verschiedenste Multiversen in einer Realität wie dieser hier kreuzen und manifestieren, ohne dass man dabei begreifen kann oder muss, was dabei vor sich geht."
 

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