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Freitag, 20. Juli 2018

Die Sprechblase 238

Auch die 238. Ausgabe des Comicmagazins, das inzwischen im 43. Jahr erscheint, wartet wieder mit einer Materialfülle auf, die ihresgleichen sucht. Diesmal kommen nicht nur Comicfans auf ihre Kosten, sondern auch die Liebhaber von Romanheften, was mich freut. Doch der Reihe nach.
 
Ein Motiv des Tunga-Zeichners Edouard Aidans schmückt das Titelbild. Tunga kenne ich ebenso wie Tony Stark noch aus der Zack-Zeit der Achtziger Jahre. Dass Aidans über diese beiden Serien hinaus noch viel mehr gemacht hat, beleuchtet der erste von zwei Teilen der von Bernd Weckwert geschriebenen Biografie.
 
Der gleiche Autor befasst sich danach mit einem zeitlosen Klassiker der Comic-Kunst. QRN ruft Brezelburg ist politisch wie kein zweiter Spirou und nicht allein von daher für mich ein besonders bemerkenswertes Spirou-Abenteuer. Nicht von ungefähr besitzt das 1966 erschienene Album einen beinahe legendären Ruf. Weckwerts Artikel beleuchtet spannend die widrigen Umstände, unter denen dieses Kleinod entstand. Wusste ich gar nicht. Sehr Lesenswert!
 
Nicht weniger interessant ist Gerhard Försters elfseitiges Interview mit Helga Wäscher. Frau Wäscher erinnert sich nicht nur an ihr Leben mit Sigurd-Zeichner Hansrudi, sondern auch an die eigene Karriere, die durchaus auch in den Comicbereich hineinreichte. Neben zahlreichen Erinnerungen und Anekdoten gibt es eine Menge Bilder. Der Beitrag hätte meinetwegen noch länger sein dürfen.
 
Abermals Gerhard Förster befasst sich unter Mitarbeit von Stefan Meduna mit Heftromanheld Billy Jenkins, der derzeit bei Bastei neu aufgelegt wird. Und weiter geht es mit Heftromanen. Ein ausführliches Interview mit Florian Beck alias Jonny Pegg folgt, in dem der Westernautor über sein umfangreiches Werk seit den Sechziger Jahren Rede und Antwort steht.

Thematisch passend und mit zahlreichen Abbildungen werden gleich zwei Covermaler vorgestellt, die Titelbilder zu Pegg-Romanen lieferten. Dies ist zum einen der mir bis dato unbekannte Günther König und zum anderen der famose Rudolf Sieber-Lonati, dessen Science Fiction-Bilder auch schon einige meiner Werke schmückten. Tatsächlich ist an dieser Stelle das Titelbild eines meiner Promet-Romane zu sehen. Schick.

Sonntag, 26. März 2017

Sprechblase 236

Die 236. Ausgabe der Sprechblase legt den Schwerpunkt auf Michel Vaillant, den ich aus den Zack-Heften der Siebziger Jahre kenne. Die Rennfahrerserie, die Zeichner und Autor Jean Graton, heute 93 Jahre alt, 1957 schuf, umfasst mittlerweile über siebzig Alben und erfreut sich bis heute mit neuen Geschichten großer Beliebtheit. Auf dreißig Seiten befasst sich die Sprechblase mit dem bekannten, dem neuen und dem unbekannten Michael Vaillant und wartet dabei mit einer Fülle an Informationen und Bildmaterial auf. Interessant fand ich vor allem den Bericht über diverse Vaillant-Kurzgeschichten, die für die Werbebranche entstanden und nie auf Deutsch erschienen sind. Eins dieser Abenteuer, vierseitig, findet sich hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung.

Thematisch naheliegend ist die neue Welle der Rennfahrercomics im Windschatten von Michel Vaillant, eine mehrseitige Fleißarbeit, so dass das halbe Heft von diesem Thema beherrscht wird. Anderweitige Artikel fallen demzufolge eher kurz aus. Mit dem zur Verfügung stehenden Platz hat die Sprechblase bei dem stets vorliegenden Material ohnehin in jeder Ausgabe zu kämpfen. Stefan Meduna beschäftigt sich mit der Rückkehr des Corto Maltese, und Herbert Heinzelmann blickt zurück auf den 17. Erlanger Comic Salon. Eine Würdigung erfährt der im vergangenen Jahr verstorbene italienische Zeichner Gallieno Ferri, ebenso die Luxemburger Ikone Luke Haas durch die Worte seiner Tochter Natalie. Herausgeber Gerhard Förster beschäftigt sich mit Russ Mannings in Zeitungen erschienenen Tarzan Daily Strips, und Asterix erobert wieder einmal Rom.

Opulente achtzehn Comicseiten schließen das neue Sigurd-Abenteuer um die Rätsel von Rothenstein ab. Anlässlich der auch bereits in Albumform publizierten Geschichte, die Gerhard Förster und Martin Frei auf die Beine gestellt haben, interviewt der eine den anderen. Der schöne zweiseitige Funny "Gefährliche Liebschaften" legt augenzwinkernd dar, wie Gerhard sich bei der Ausarbeitung der weiblichen Figuren in eben jene verliebt hat. Harrys bunter Medienmix und die Generation Lehning runden das Heft ab. Hundert proppevolle Magazinseiten bieten wieder einmal eine Menge, sodass die Sprechblase Pflichtlektüre und Lesevergnügen gleichermaßen bleibt.

Montag, 11. Juli 2016

Die Sprechblase 235

Das Comicmagazin „Die Sprechblase“ war Hansrudi Wäscher stets eng verbunden. Kein Wunder also, dass die aktuelle Ausgabe den Verstorbenen ausführlich würdigt. Mehr noch, das 100 Seiten dicke Heft entpuppt sich als Special rund um den Künstler, der verschiedene deutsche Comicklassiker wie Nick und Sigurd, Tibor und Falk, Roy Stark, Nizar, Bob & Ben schuf, für Bastei den Buffalo Bill ebenso zeichnete wie die Gespenstergeschichten.

Herausgeber Gerhard Förster geht dabei einen anderen Weg als gewohnt. Normalerweise versucht er soviel Text und Inhalt wie möglich auf kleinem Raum unterzubringen. Ohnehin liegt ihm meistens so viel Material vor, dass er nicht alles veröffentlichen kann, was er gern möchte, und oft genug Beiträge in die folgende Ausgabe verschieben muss. Diesmal jedoch gibt er Text und Bildern Raum zu atmen. Das stellt sich sowohl optisch gefällig als auch inhaltlich spannend, interessant und abwechslungsreich dar. Die meisten kleinen Geschichten und Anekdoten von und rund um HRW, die hier versammelt sind, sind mir neu und geben mir eine Menge mir bislang unbekannter Einblicke in das Leben des Künstlers, der nach dem Krieg maßgeblich dazu beitrug, den Comic in Deutschland populär zu machen, wenn auch gegen zahlreiche Widerstände.

„Wäschers Leben in kommentierten Bildern“, so die Überschrift des Ganzen, trifft es ausgezeichnet. Eine Fülle von Fotografien, Titelbildern und Comicauszügen vollzieht die Lebensgeschichte Wäschers vom kleinen Jungen bis zum mit diversen Preisen ausgezeichneten Idol einer ganzen Lesegeneration nach, von ersten öffentlichen Auftritten bis hin zum letzten Besuch der Intercomic. Dabei kommen interessante Details zutage. Wer weiß schon, dass HRW den Bill Cody, den er als Buffalo Bill zeichnete, unter anderem wegen dessen unmäßigen Büffeljagden als äußerst unsympathischen Menschen empfand? Genau wie ich, und das gefällt mir. Der Bogen spannt sich von Betrachtungen über Lehning und Hethke bis zum Ärger mit der Bundesprüfstelle und Wäschers Alterswerk.

Auch neben dem Hauptartikel ist HRW das zentrale Thema der vorliegenden Ausgabe: Gerhard Förster interviewt Wäscher-Verleger Manfred Wildfeuer, Klaus Papendorf befasst sich in „Mit flacher Klinge“ mit des Meisters Werk, und Herbert Heinzelmann erinnert sich in „Die Kunst im Keller“ an die Entdeckungen, die er bei einem Wäscher-Besuch machte. Der ehemalige Ren Dhark-Autor Ewald Fehlau, jahrzehntelang für Bastei tätig und dort mit Wäscher zusammenarbeitend, wagt den „Versuch einer Annäherung an ein unvergessenes Phänomen“. Gerhard Förster erinnert sich daran, wie der Kaplan seinen geliebten Sigurd in die Badewanne warf, und „Das Beste aus 13 Interviews mit Hansrudi Wäscher“ lässt einen schmunzeln, nachdenken und fast ein wenig melancholisch werden.

Und abseits von Herrn Wäscher? Gibt es wie üblich Harrys bunten Medienmix und eine Besprechung des neuen Comic-Preiskatalogs, dazu einen Blick auf den Künstler Philippe Druillet und seinen Weltraumhelden Lone Sloane, auf den amerikanischen Superheldencomic Secret Wars und auf ASH, die Austrian Superheroes. Ich gebe zu, neben der geballten Wäscher-Ladung interessierte mich der ohnehin nur marginale Rest diesmal eher wenig, doch allein der reich bebilderte Hauptartikel macht Spaß. Fazit: Eine sehr gelungene und im Hinblick auf Hansrudi Wäschers Tod mehr als würdige Ausgabe der Sprechblase.

Freitag, 11. April 2014

You are Number Six

Hansrudi Wäschers SIGURD wie Sechzig. Kein Wunder, daß sich die aktuelle Ausgabe des Comic-Magazins Sprechblase mit diesem Jubiläum beschäftigt. Andreas C. Knigge, der Autor der Wäscher-Biographie "Allmächtiger", steht Gerhard Förster Rede und Antwort. Dazu gibt es einen mehrseitigen Sigurd-Comic. Nicht aus der Feder des Altmeisters, sondern von Förster und Martin Frei. Der blonde Held kann seine Ähnlichkeit zum Original nicht leugnen, kommt mir, wie andere Figuren auch, aber ein wenig kantiger vor als bei Wäschers Pinselstrich.

Zahlreiche Comic-Neuerscheinungen werden besprochen und obligatorisch die Generation Lehning abgehandelt. Ich bin stets aufs Neue verblüfft, wie viel Wäscher wiederveröffentlicht wird, sei es im Wildfeuer Verlag, bei Ingraban Ewald, dem Nostalgiker Verlag oder beim rührigen Heinz Mohlberg. Die Stan Lee-Story wird mit Teil 3 fortgesetzt, und Macher aus der Comic-Szene äußern sich zum neuen Asterix. Dem stehe ich immer noch gespalten gegenüber. Im Vergleich zum zuvor erschienen Murks bedeutet er zwar fast einen Quantensprung, hechelt aber dennoch angezählt den besten Werken von Goscinny und Uderzo hinterher.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die aus den Sechziger Jahren stammende britische Fernsehserie "The Prisoner", die in Deutschland unter dem nicht weniger passenden Titel "Nummer 6" ausgestrahlt wurde. Ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen, denn die Serie klingt ziemlich interessant. Sie scheint mit Patrick McGoohan nicht nur einen außerordentlich charismatischen Hauptdarsteller gehabt zu haben, sondern auch inhaltlich über einiges zu verfügen, was ich mag. Umso verwunderlicher, daß ich nie damit in Berührung gekommen bin.

Doch hoppla, so ganz stimmt das wiederum nicht. Schließlich höre ich seit über dreißig Jahren Iron Maiden. Das Musikstück The Prisoner auf dem Maiden-Album "Number of the Beast" beginnt mit einem mysteriös klingenden Dialog zwischen zwei Personen mit Namen Number Two und Number Six. Daß es sich dabei um ein Sample jenes Dialogs handelt, der in der Fernsehserie am Ende des Vorspanns gesprochen wird, war mir nicht bewußt.

Obwohl "The Prisoner" es lediglich auf 17 Folgen brachte, gilt die Serie heute als ein Meilenstein der Fernsehunterhaltung und wird mit ihren Mystery-Elementen gar als einer der frühen Vorläufer von Akte X genannt. Da weiß ich doch, was als nächstes auf meiner DVD-Liste steht.

Sonntag, 11. August 2013

Die Sprechblase 227

Seit 1978 gibt es das Comicmagazin Die Sprechblase mittlerweile, seit stolzen 35 Jahren also, wie Herausgeber Gerhard Förster im Vorwort der aktuellen Ausgabe ausführt. Nach dem Tod Norbert Hethkes im April 2007 hat er das Magazin übernommen und Hethkes Arbeit mit fundierten Kenntnissen, großem Aufwand und viel Liebe fortgeführt. In jeder Ausgabe präsentiert Förster eine fast unüberschaubare Fülle an Informationen, Graphiken, Comics und mit Hintergrundwissen gespickten Artikeln.

So auch in der vorliegenden Nummer 227, die noch ein wenig umfangreicher ist als sonst und es auf satte 96 Seiten bringt. Ich gebe zu, ich habe nur einen Teil des Inhalts gelesen, den kleineren. Es ist einfach zu viel Material enthalten, als daß ich es mir zwischen den anderen Sachen, die ich lese, komplett zu Gemüte führen könnte. Zudem sind es für mich, der ich beileibe nicht der ausgemachte Comicfan bin - meine diesbezüglichen Vorlieben beziehen sich auf verschiedene Serien, die ich überwiegend noch aus den alten Zack-Zeiten kenne -, immer wieder nur Schlaglichter, die mich interessieren. Doch auch das spricht für und nicht gegen Die Sprechblase. Durch den breit gestreuten Inhalt dürfte jeder, der auch nur eine ansatzweise Affinität zu Comics hat, für sich etwas darin finden.

Mich sprach in der aktuellen Ausgabe vor allem der 1. Teil der Stan Lee-Story an. Der Mann, aus dessen Ideenschmiede Comic-Heroen wie Spider-Man und die X-Men stammen, die Fantastischen Vier, die Avengers, Daredevil, Thor, Hulk und Iron Man, ist mittlerweile 90 und immer noch vielseitig aktiv. Auf 12 Seiten, wie immer reichlich mit Illustrationen garniert, ist es einmal mehr Stefan Meduna, der einen gleichermaßen kompetenten wie lesenswerten Artikel liefert. Hier geht es explizit um Stanley Martin Liebers - so heißt Stan Lee nämlich mit Geburtsnamen - frühen Jahre, die für den späteren Comic-Superstar alles andere als ein Zuckerschlecken waren. Ich freue mich auf die Fortsetzungen in den kommenden Ausgaben.

Wie gesagt, es ist unmöglich, auf den gesamten Inhalt einzugehen. Da geht es um Walter Neugebauers bebilderten Winnetou, um das Lehning-Phantom Harry Ehrt, um Prinz Eisenherz, Tarzan und Capitan Terror. Es gibt ein Interview mit Émile Bravo, Material zu Don Camillo und Peppone sowie den 6. Teil der Lurchi-Chronik. Den habe ich mir wie den Stan Lee-Artikel vom Anfang bis zum Ende reingezogen. Schließlich gab es, als ich ein kleiner Junge war, für meine Eltern beim Schuhkauf eine unabdingbare Pflicht. Kein anderes als ein Salamander-Schuhgeschäft kam in Frage. Denn dort gab es nicht nur Schuhe, sondern immer auch den neuesten Comic mit Salamander Lurchi und seinen Freunden.

Samstag, 26. Januar 2013

Die Sprechblase 226

Mit 80 prall gefüllten Seiten legt der Wiener Gerhard Förster wieder eine rappelvolle Ausgabe der Sprechblase vor. Es war, wie er anmerkt, so viel Material vorhanden, daß ein Teil auf die nächste Ausgabe verschoben werden mußte. Inhaltlich wird eine Menge geboten, die Qualität der zahlreichen Beiträge ist gewohnt hoch.

Zwei Herzstücke finden sich diesmal. Das ist zum einen eine Hommage an den mir völlig unbekannten Künstler Josep Marti Capell, dessen Geschichten sich quer durch sämtliche Genres erstrecken. In Deutschland veröffentlichte er unter anderem in Fix und Foxy sowie Yps und lieferte sämtliche Zeichnungen für die Comic-Geschichten der TKKG-Romane. Anfang der Achtziger Jahre produzierte er zwei Episoden für den SF-Funnie Mischa. Als echte Raritäten finden sie sich in der zu dieser Sprechblase beigelegten 3. Ausgabe der Kleinen Sprechblase.

Das andere Highlight ist ein umfangreicher Artikel mit dem Titel "Der unbekannte Asterix". Er beschäftigt sich mit so genannten Raubcomics, speziell am Beispiel von Asterix. Das hatte schon anarchistischen Charakter, was ein Künstler vor über dreißig Jahren tat. Er nahm Uderzos Asterix-Abenteuer, montierte die Bilder zu neuen Geschichten um und versah sie mit eigenen Texten, was Herrn Uderzo verständlicherweise gar nicht recht war. Das erfolgreichste dieser Werke war "Asterix und das Atomkraftwerk", das es Schätzungen zufolge auf dem Schwarzmarkt zu einer sechsstelligen Auflagenhöhe brachte. Ein höchst lesenswerter Beitrag, der mir an der einen oder anderen Stelle ein Grinsen ins Gesicht lockte, obwohl ich wahrlich kein Freund von Raubkopien, Plagiaten und unlizensierten Nachahmungen bin. Die Identität besagten Künstlers bleibt dem Publikum übrigens bis heute verborgen.

Ein weiterer mehrseitiger Schwerpunkt liegt auf der Piratengeschichte Der rote Korsar, die ich noch aus der Zack-Ära der Achtziger Jahre kenne. Abgerundet wird die vorliegende Ausgabe der SB durch den abschließenden 23. Teil eines Fenrir-Abenteuers von Hansrudi Wäscher.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Die Sprechblase 225

Auf 80 Seiten bietet die neue Ausgabe des Magazin für bunte Bilder wieder Artikel und zahlreiche Informationen zu aktuellen und klassischen Comics. Ein Drittel des Umfangs macht diesmal ein Special über Albert Weinberg aus. Die Sprechblase widmet sich dem im vergangenen Jahr verstorbenen Belgier und seiner bekanntesten Comicfigur, dem kanadischen Piloten Dan Cooper, in ausführlicher Manier. Sehr schön.

Einen netten, wenn leider auch nur einseitigen Artikel gibt es zu Rick Master, den ich wie Dan Cooper in den Siebziger und Achtziger Jahren in Zack gelesen habe. Comicadaptionen zu James Bond werden ebenso beleuchtet wie solche zu Karl May. Der Leser findet Besprechungen zu neu erschienenen Comics, einen Artikel über Pecos Bill und einen Bericht zum 15. Internationalen Comicsalon in Erlangen. Comics selbst gibt es ebenfalls, nämlich einen Michel Vaillant aus dem Jahre 1957, einen Pecos Bill und einen Fenrir von Hansrudi Wäscher.

Ich werde auch genannt. In der regelmäßigen Rubrik Generation Lehning geht Gerhard Förster auf meinen Band 1 der angekündigten Romanadaptionen von Wäschers Nick ein. »Mehnert ist übrigens auch ein etablierter Autor von Perry Rhodan und anderen Romanserien«, schreibt Förster. Das allerdings sehe ich anders. Ich mag durchaus ein etablierter Autor von Ren Dhark sein, nicht jedoch von Perry Rhodan. Etablierte Autoren von Rhodan sind für mich solche, die sich über Jahre in der Erstauflage verdient gemacht haben, jedoch keine die wie ich nur für Ableger wie Perry Rhodan Action und Nebenserien wie Atlan tätig sind oder die wie andere Perry Rhodan als Perry Rhodan Neo einen Neuaufguß geben.

Ich lese nicht die gesamte Sprechblase durch. Manche Artikel überfliege ich, andere überblättere ich gar. Der Großteil des Inhalts interessiert mich aber, und mir gefällt, daß das Magazin durchgehend reich bebildert ist. Als Beilage gibt es zum zweiten mal Die kleine Sprechblase, diesmal mit zwei Westernraritäten.

Samstag, 16. Juni 2012

Die Kleine Sprechblase 1

Bei meiner Besprechung der SPRECHBLASE 224 am 7. Juni habe ich etwas unberücksichtigt gelassen, was ich aber auf keinen Fall unterschlagen möchte. Die Ausgabe war nämlich eingeschweißt, weil ein schönes Gimmick beilag. Dabei handelt es sich um die erste Ausgabe von DIE KLEINE SPRECHBLASE. Die soll laut Herausgeber Gerhard Förster künftig öfter beiliegen und Comicraritäten enthalten. Ob die Kleine nun jeder Sprechblase-Ausgabe beiliegen wird oder nur gelegentlich, konnte ich dem Vorwort der SB nicht entnehmen.

Die Kleine liefert Comic Pur. Auf diesmal 12 Seiten gibt es zwei Raritäten zu bestaunen. Zum einen ist dies Old Shatterhand auf heißer Spur, übersetzt von dem in der Science Fiction Szene bekannten Willi Diwo. Der von Juan Arranz gezeichnete Comic erschien vor vielen Jahren in einem Comicbuch in Belgien, darf also mit Fug und Recht als Rarität bezeichnet werden.

Nicht anders verhält es sich mit dem zweiten enthaltenen Beitrag. Dabei handelt es sich um "Perry - unser Mann im All". Die Kurzgeschichte erschien in den Bravo-Ausgaben 32 bis 35 des Jahres 1972. Zu jener Zeit las ich zwar die Perry-Comics, die Bravo aber nicht. Daher ist die Geschichte Die Kidnapper für mich völlig neu. Geschrieben wurde sie von Dirk Hess, der auch für die literarische Version von Perry Rhodan tätig war.

Die Kleine Sprechblase ist ein schmuckes Beiwerk - kostenlos, wohlgemerkt - zum großen Bruder. Ich bin gespannt, was für Raritäten Gerhard Förster in Zukunft noch auftreiben wird.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Ein bunter Bilderbogen - Die Sprechblase 224


Die Zeiten, in denen ich Comics gesammelt habe, sind lange vorbei. Auf dem laufenden bin ich schon gar nicht mehr. In das Comic-Magazin DIE SPRECHBLASE schaue ich trotzdem immer wieder gerne hinein. Auch wenn ich längst nicht alles lese, finde ich immer wieder Artikel, die mich interessieren. So auch in der aktuellen Ausgabe, die sich einmal mehr als 80 Seiten dicke, rappelvolle Wundertüte präsentiert.

Natürlich gibt es einen Nachruf auf den kürzlich verstorbenen Jean Giraud alias Moebius. Bis heute ist sein Leutnant Blueberry mein unangefochtener Lieblingscomic. Die Alben, teilweise noch aus der ZACK-Zeit, stehen bei mir im Schrank. Allerdings habe ich auch den Südstaaten-Offizier aus den Augen verloren, seit andere Zeichner Girauds Werk fortsetzen.

Überrascht war ich, daß es den Lurchi noch immer gibt, der sogar mit einer eigenen Chronik vertreten ist. Ich kann mich ganz dunkel erinnern, daß ich dessen Abenteuer als kleiner Junge gelesen habe. Oder vorgelesen bekam? Damals war Lurchi ein Werbeinstrument der Salamander-Schuhgeschäfte. Wenn meine Eltern neue Schuhe für mich kauften, mußte das unbedingt bei Salamander sein. Denn da gab es als Zugabe stets den neuesten Lurchi-Comic. Auch bekam man ihn und seine Freunde dort als Spielfiguren, aus Gummi, wenn ich mich nicht irre. Es freut mich, daß der Bursche die Zeit überlebt hat, obwohl es die Salamander-Schuhläden schon lange nicht mehr gibt.

Es finden sich Comic-Abdrucke neben einem längeren Artikel zu den Fernsehfilmen von Sandokan. Gerhard Förster bespricht die neue DVD-Collection mit Filmen John Waynes. Einige Western mit Wayne finde ich ganz großartig. Sie werden heute nicht von ungefähr als Klassiker genannt. Daß der Duke ein erzreaktionärer Knochen war, dessen politische Ansichten mir äußerst suspekt sind, steht auf einem anderen Blatt.

In diesem Jahr jährt sich Karl Mays Todestag zum 100. Mal. Stefan Meduna widmet sich den zahlreichen Comicadaptionen von Mays Romanen. Ich war nie ein großer May-Leser, doch Meduna interessiert mit seinem fundierten Wissen. Das ist mir schon vor einigen Ausgaben bei seinem umfangreichen Artikel über REN DHARK aufgefallen. Ebenfalls mit Karl May beschäftigt sich Werner Fleischer. Werner, nicht nur langjähriger Veranstalter der Perry Rhodan Tage Rheinland-Pfalz in Sinzig, sondern zudem ein veritabler May-Kenner, stellt die Neuerscheinungen vor, die sich mit dem deutschen Volksschriftsteller befassen.

Sehr interessant fand ich einen Beitrag von Karl Nagel, der sich mit den frühen Perry-Comics beschäftigt. Nagel ist Initiator der heute erscheinenden Perry-Comichefte der Alligatorfarm. In den Sechziger Jahren gab es zunächst PERRY RHODAN IM BILD, bis die bunten Heftchen dann in schlicht PERRY umbenannt wurden. Bisher hatte ich keine Ahnung, weshalb diese Namensänderung vorgenommen wurde. Nun weiß ich es. Es steckten keine wirtschaftlichen Gründe dahinter, sondern eine Initiative von einigen Autoren der PERRY RHODAN-Romanheftserie. Sie betrachteten die Comics als Schund und fürchteten einen Imageschaden für die Romane. Deshalb wollten sie den Rhodan aus dem Titel der Comics heraushaben - was dann auch geschah. Nett in diesem Zusammenhang ist ein abgedrucktes Schreiben des Moewig-Verlags, das ein gewisser W. Hauck am 9. Februar 1968 an Willi Voltz richtete. Durchaus also etwas für Rhodan-Historiker.

Ein bißchen bin auch ich in der neuen Ausgabe vertreten, sogar mit Foto. Peter Hopf und ich gaben dem Herausgeber ein kurzes Interview zum Erscheinen von TIBOR 1.

Alles in allem ist die aktuelle Sprechblase wieder eine runde Sache. Wer sich auch nur marginal für Comics und verwandte Randgebiete interessiert, ist hier bestens aufgehoben.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Schöner Ren Dhark-Artikel in der Sprechblase

Das Comic-Magazin DIE SPRECHBLASE erscheint mittlerweile im 36. Jahr. Das Din A4-Magazin berichtet vorwiegend über die bunte Welt der Comics, über die Szene, über Neuerscheinungen und Zeichner, und bietet ein reiches Füllhorn an Artikeln, Hintergrundinformationen und Interviews. Auch Comicabdrucke selbst finden ihren Platz, diesmal unter anderem eine FENRIR-Episode von Hansrudi Wäscher.

Gelegentlich gibt es aber auch Ausflüge in andere Bereiche. In der September-Ausgabe, nämlich der Nummer 222, findet sich in der Reihe TV Klassiker ein nostalgisch angehauchter Artikel über die Westernserie Die Leute von der Shiloh Ranch. Ich lese DIE SPRECHBLASE normalerweise nicht, doch mein Kollege Uwe Helmut Grave machte mich auf einen anderen Artikel aufmerksam, den ich an dieser Stelle wirklich nicht erwartet hätte.

Ausführlich beschäftigt sich nämlich Stefan Meduna in 45 Jahre REN DHARK mit der Science Fiction-Serie, für die ich regelmäßig schreibe. Der Autor wartet mit allerlei Hintergrundwissen auf, angefangen bei Kurt Brand und der Entstehungsgeschichte von Dhark über die verschiedenen Neuauflagen bis zu der anhaltend erfolgreichen Fortschreibung in Buchform. Garniert wird der mehrseitige Artikel mit zahlreichen Abbildungen und einem Gruppenfoto des aktuellen Autorenteams. Sogar für einen Dhark-Insider wie mich war der Artikel interessant zu lesen. Allen Science Fiction-Interessierten kann ich ihn nur wärmstens empfehlen.

Denn wie lautet doch Stefan Medunas Fazit? "Allen Unkenrufen der paradoxerweise meistens sehr zukunftspessimistisch eingestellten deutschen SF-Szene zum Trotz - gerade eine Serie wie REN DHARK beweist: die deutsche Science Fiction lebt, und sie ist gut." Dem ist nichts hinzuzufügen.