Sonntag, 26. März 2017

Sprechblase 236

Die 236. Ausgabe der Sprechblase legt den Schwerpunkt auf Michel Vaillant, den ich aus den Zack-Heften der Siebziger Jahre kenne. Die Rennfahrerserie, die Zeichner und Autor Jean Graton, heute 93 Jahre alt, 1957 schuf, umfasst mittlerweile über siebzig Alben und erfreut sich bis heute mit neuen Geschichten großer Beliebtheit. Auf dreißig Seiten befasst sich die Sprechblase mit dem bekannten, dem neuen und dem unbekannten Michael Vaillant und wartet dabei mit einer Fülle an Informationen und Bildmaterial auf. Interessant fand ich vor allem den Bericht über diverse Vaillant-Kurzgeschichten, die für die Werbebranche entstanden und nie auf Deutsch erschienen sind. Eins dieser Abenteuer, vierseitig, findet sich hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung.

Thematisch naheliegend ist die neue Welle der Rennfahrercomics im Windschatten von Michel Vaillant, eine mehrseitige Fleißarbeit, so dass das halbe Heft von diesem Thema beherrscht wird. Anderweitige Artikel fallen demzufolge eher kurz aus. Mit dem zur Verfügung stehenden Platz hat die Sprechblase bei dem stets vorliegenden Material ohnehin in jeder Ausgabe zu kämpfen. Stefan Meduna beschäftigt sich mit der Rückkehr des Corto Maltese, und Herbert Heinzelmann blickt zurück auf den 17. Erlanger Comic Salon. Eine Würdigung erfährt der im vergangenen Jahr verstorbene italienische Zeichner Gallieno Ferri, ebenso die Luxemburger Ikone Luke Haas durch die Worte seiner Tochter Natalie. Herausgeber Gerhard Förster beschäftigt sich mit Russ Mannings in Zeitungen erschienenen Tarzan Daily Strips, und Asterix erobert wieder einmal Rom.

Opulente achtzehn Comicseiten schließen das neue Sigurd-Abenteuer um die Rätsel von Rothenstein ab. Anlässlich der auch bereits in Albumform publizierten Geschichte, die Gerhard Förster und Martin Frei auf die Beine gestellt haben, interviewt der eine den anderen. Der schöne zweiseitige Funny "Gefährliche Liebschaften" legt augenzwinkernd dar, wie Gerhard sich bei der Ausarbeitung der weiblichen Figuren in eben jene verliebt hat. Harrys bunter Medienmix und die Generation Lehning runden das Heft ab. Hundert proppevolle Magazinseiten bieten wieder einmal eine Menge, sodass die Sprechblase Pflichtlektüre und Lesevergnügen gleichermaßen bleibt.

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