Mittwoch, 2. September 2015

Matula kehrt auf den Bildschirm zurück

Foto: picture alliance / dpa
"Sag niemals nie", das wusste schon Sean Connery. Nach mehr als einem Jahrzehnt Abwesenheit von James Bond kehrte er 1983 noch einmal als Geheimagent in den Dienst ihrer Majestät zurück.

Noch viel weiter trieb es Götz George als Tatort-Kommissar Horst Schimanski. Nach seinem Ausscheiden aus dem Tatort und damit aus dem Polizeidienst in Duisburg 1991 vergingen sechs Jahre, bis die ARD ihren bis heute beliebtesten Tatort-Ermittler wieder ins Rennen schickte. Er bekam eine eigene "Schimanski"-Reihe, von der die vorerst letzte Folge 2013 ausgestrahlt wurde.

Eine Blaupause für "Ein Fall für zwei"? Die Serie ist zweifellos ein Stück deutsche Fernsehkrimi-Geschichte, und Claus Theo Gärtner ist es ebenfalls. Von 1981 bis 2013 spielte er an der Seite wechselnder Anwälte den Privatdetektiv Hermann Josef Matula. Ein ruppiger Ermittler wie Schimanski war der smarte Matula, der genau so oft wie Schimi was aufs Maul bekam und das Herz doch immer auf dem rechten Fleck hatte.

Nach 300 Folgen des ZDF-Dauerbrenners machte Gärtner im Jahr 2013 Schluss. Mit 70 in TV-Rente zu gehen ist für einen Schauspieler nun sicherlich kein verfrühter Zeitpunkt. Da hatte ich ihn schon viele Jahre aus den Augen verloren. Zahlreiche der frühen Folgen habe ich mir angeschaut, als Günter Strack noch sein Partner war, und später Rainer Hunold. Danach war "Ein Fall für zwei" keiner mehr für mich. Doch als der Pressewirbel mich auf den Abschied von Matula aufmerksam machte, schaltete ich seinen letzten Auftritt als Privatdetektiv ein. "Ein Fall für zwei" war endgültig durch, das dachte nicht nur ich.

Doch weit gefehlt. Gärtners Figur Matula scheint sich beim Publikum nach wie vor großer Beliebtheit zu erfreuen. Wie anders ist zu erklären, dass er mit dem ZDF unter dem schlichten Produktionstitel "Matula" einen neunzigminütigen Film dreht, dessen Sendetermin allerdings noch nicht feststeht. "Wer Wind sät" soll der Film heißen, für den Gärtner ab September vor der Kamera steht.

Der Fall beginnt in Frankfurt und führt Matula an die Nordsee, verriet Gärtner der BZ. Er macht sich als Rentner mit einem Wohnmobil auf den Weg. Aber dann kommt ihm ein Auftrag dazwischen. Und weil Matula ständig Geldmangel hat, nimmt er den Auftrag an.

Dass ich mir den Film anschauen werde ist klar. Unklar ist mir hingegen, ob es bei der einen Produktion bleiben wird. "Schimanski" hat es als eigenständige Reihe auf bisher 17 Folgen gebracht. Mal sehen, wie weit es "Matula" bringt.

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