Mittwoch, 14. Oktober 2015

Erfolgreiche Autorenkonferenz

Jetzt sind schon wieder drei Tage vergangen, und ich bin noch nicht dazu gekommen, mich zur Ren Dhark-Autorenkonferenz zu äußern, die am vergangenen Wochenende stattfand. Ein paar Anmerkungen möchte ich dazu auf jeden Fall loswerden, also wird es Zeit. Die Konferenz fand in Bonn an gleicher Stelle statt wie die letzte vor anderthalb Jahren.

Ich checkte am Freitag als erster im Hotel ein. Als dann nach und nach die Kollegen eintrafen - Ben B. Black, Jan Gardemann, Andreas Zwengel und Nina Morawietz als Küken und einzige Frau im Team - war das für mich ein merkwürdiges Gefühl. Seit meiner ersten Dhark-Konferenz hatten immer Hajo F. Breuer als Exposé-Autor und Uwe Helmut Grave dazugehört. Diesmal fehlten beide. Hajo ist bekanntlich verstorben, und Uwe ist aus gesundheitlichen Gründen aus dem Team ausgeschieden. An beide habe ich im Verlauf der Konferenz noch des öfteren gedacht.

Überhaupt die Dhark-Konferenzen. Zum ersten Mal nahm ich 2005 an seiner solchen teil. Damals gehörten Werner Kurt Giesa, Manfred Weinland und Konrad Schaef dem Autorenteam an. Am vergangenen Wochenende fiel mir erstmals auf, dass ich von den damaligen Autoren der letzte Mohikaner bin. Der Serien-Dienstälteste zu sein, ist einerseits cool, hat aber andererseits auch etwas Erschreckendes. Besonders wenn ich an die ehemaligen Kollegen denke, die nicht mehr unter uns sind.

Jedenfalls setzten wir uns am Freitag zu einem mehrstündigen Brainstorming zusammen, bei dem grundsätzliche Ideen und Themenstränge für die nächsten zwölf Bücher zusammengetragen wurden. Schnell zeichnete sich ab, in welche Richtung der kommende Zyklus gehen wird. Zwei Eckpfeiler, die über viele Jahre hinweg immer wieder wichtig waren, werden im Vordergrund stehen. Beide haben unmittelbar miteinander zu tun. Der eine ist sogar mehr oder weniger für die Existenz des anderen verantwortlich. Selbstverständlich nenne ich keinen von beiden, aber Dhark-Leser dürfen gern spekulieren.

Am Samstag wurden die Grundideen sortiert und intensiv ausgearbeitet. Hierbei ging es richtig ans Eingemachte, und der Konferenz-Samstag hat sich dabei einmal mehr als Hauptkampftag bestätigt. Wir saßen annähernd elf Stunden zusammen, ohne eine größere Pause einzulegen. Dementsprechend rauchten die Köpfe, und der Kaffeekonsum war höher, als ich ihn gern habe. Es ist für mich immer wieder faszinierend, wie eine Idee die nächste nach sich zieht und die Autoren sich gegenseitig ergänzen und antreiben.

Abends ging die ganze Truppe wie schon am Vortag samt Verleger essen. Mein Lammfilet war ausgezeichnet, aber Kölsch zapfen können die Bonner nicht, und Viertellitergläser sind generell eine unentschuldbare Sünde. Nach der Rückkehr ins Hotel setzten wir uns gemütlich zusammen und huldigten einer alten Tradition, die Hajo schon bei der ersten Konferenz eingeführt hatte. Zwei verschiedene Single Malts kamen zur Verkostung auf den Tisch. Diese schöne Tradition werden wir sicherlich nie aufgeben.

Am Sonntag folgte dann der Endspurt. Wir stürzten uns auf offen gebliebene Lücken im Handlungsgerüst und erweiterten Stränge, von denen wir meinten, sie müssten noch etwas mehr Fleisch auf die Rippen bekommen. Am Ende, da übertreibe ich nicht, waren wir alle hochzufrieden. Der kommende Zyklus wird Geheimnisse aus der Vergangenheit des Ren Dhark-Kosmos aufgreifen und die Leser mit so mancher Überraschung beglücken. Allerdings ist es dabei nicht erforderlich, jene Dhark-Historie zu kennen. Neuleser werden sich ebenso zurechtfinden wie alte Hasen.

Ich selbst bin schon sehr gespannt darauf, wie die Kollegen - und ich selbst natürlich auch - die Exposévorgaben ausarbeiten werden. Ich bin zuversichtlich, dass ein toller Zyklus dabei herauskommt. Das ganze Wochenende und die Zusammenarbeit mit den Kollegen haben mir jedenfalls großen Spaß gemacht. Ich denke, Blacky, Jan, Andreas und Nina geht es nicht anders, und unsere gemeinsame Begeisterung wird sich hoffentlich in Form der fertigen Romane auf die Leser übertragen.

Kommentare:

  1. Erklär mal einem Nichtkölner und vornehmlichen Pilstrinker wie mir, was an Viertellitergläsern verkehr ist, bitte. :-)

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  2. Kein Mensch in Köln trinkt Kölsch aus einem solchen Glas. Kölsch gehört traditionell in eine 0,2-Liter-Stange. Die 0,25er sind eine Beleidigung für die Augen und verursachen bei einem Kölschtrinker Magengrimmen. Dat määt mer nit.

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