Freitag, 6. Oktober 2017

Vanessa Busse 1980 - 2017

Als ich gestern von Vanessa Busses Tod erfuhr, kam diese Nachricht nicht überraschend für mich, denn leider war damit zu rechnen gewesen. Das ändert jedoch nichts an der Betroffenheit, die sie bei mir auslöste. Es ist traurig, wenn ein Kollege oder eine Kollegin stirbt, mit der man, wenn auch nur kurzzeitig, eng zusammengearbeitet hat. Und es gibt einem richtig zu denken, wenn es sich wie im Fall von Vanessa um einen noch so jungen Menschen handelt.

Wenn ich eingangs schrieb, dass mich ihr Tod nicht überraschte, so soll das keinesfalls kaltherzig klingen. Es ist nur so, dass Vanessa bereits seit längerer Zeit gegen eine schwere Krankheit ankämpfte, mit der sie nach außen hin offen und ehrlich umging. Sie verkroch sich nicht in ein stilles Kämmerlein, sondern ließ die Öffentlichkeit mutig am Verlauf der Krankheit und den zahlreichen Behandlungen teilhaben, auch in jüngster Zeit, als ihr Gesundheitszustand sich dramatisch verschlechterte.

Ich lernte Vanessa, wenn auch anfangs nicht persönlich, kennen, als ich einwilligte, an der Neuschreibung der in Jörg Kaegelmanns Blitz-Verlag erscheinenden Serie Raumschiff Promet - Von Stern zu Stern mitzuarbeiten. Bei meinem Einstieg hatte Vanessa bereits einen Roman, die Nummer 3 mit Titel Dunkle Energie, verfasst, und auch das folgende vierte Taschenbuch stammte aus ihrer Feder. In der Folgezeit steuerte sie erst einmal keine weiteren Romane zur Serie bei, da sie für die anderen Autoren die Exposés erstellte. Exposés, die mir, wie ich dem Herausgeber damals schon sagte, gut gefielen. Taschenbuch Nummer 10, der kleine Jubiläumsband, stammte dann wieder aus ihrer Feder.

Persönlich begegnete ich Vanessa eine Weile nach ihren ersten beiden Promet-Romanen. Unser einziges Zusammentreffen fand im November 2013 statt, auf der 74. Intercomic-Messe in Köln, wo ihr im Verlag Peter Hopf geplanter Science Fiction-Roman Das Vermächtnis des Arun angekündigt wurde. Ich erinnere mich an sie als eine freundliche und begeisterte junge Frau, sympathisch und ständig lächelnd. Sie genoss das noch relativ neue Autorendasein.

Noch im gleichen Monat gab sie dem Online-Magazin Zauberspiegel ein Interview, das hier nachzulesen ist:
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/frage-antwort/im-gesprch-mit-mainmenu-179/22107-vanessa-busse-ueber-raumschiff-promet-science-fiction-und-kleinverlage

Vanessa freute sich darauf, künftig mehr schreiben zu können, sowohl allein als auch zusammen mit ihrem Lebensgefährten Alfred Wallon. Leider kam es anders. Die Krankheit machte Vanessa einen Strich durch die Rechnung. Oben genannter Band 10 mit Titel Entscheidung: Risiko blieb ihr letzter Roman für Promet. Die Krankheit machte sich bemerkbar, und das vehement. Obwohl Vanessa mit Begeisterung für die Serie arbeitete, musste sie massiv zurückstecken. Es war ihr weder möglich, weiterhin die Expos zu verfassen noch eigene Romane zu schreiben. Wie ihr Leben blieb auch ihre Laufbahn als Autorin viel zu kurz.

Vanessa Busse, am 1.10.1980 geboren, starb am 5.10.2017. Sie wurde nur 37 Jahre alt.




 

Kommentare:

  1. Diese Nachricht hat mich heute echt geschockt. Zwar kenne ich nur ihre Promet-Romane, aber die haben mir gut gefallen. Ich hatte mich schon gewundert, weshalb keine neuen Promets von ihr mehr kamen und sie auch nicht mehr für die Exposees genannt wurde. Jetzt weiß ich warum und es tut mir sehr leid. Schlimm, dass es so ein schweres Ende war -
    und das in so jungen Jahren! Mein Mitgefühl gilt auch ihren Angehörigen und Freunden. Und Danke für all ihre Ideen und Texte, die die Promet-Reihe bereichert haben.
    Gerd Lange

    AntwortenLöschen
  2. Es ist wirklich sehr traurig. In ihr steckten sicher noch viele gute Geschichten. Allen Angehörigen und Freunden drücke ich hiermit mein tiefstes Mitgefühl aus.

    AntwortenLöschen
  3. Eine wunderbare Zeit lang habe ich mit Vanessa an Raumschiff Promet gearbeitet. Sie war ausgesprochen kreativ, phantasievoll und voller Tatendrang. Darüber hinaus konnte sich Vanessa in meine Vorschläge akribisch einarbeiten. Ein seltener Glücksfall. Die Krankheit hat einen absolut positiven und talentierten Menschen gnadenlos aus dem Leben gerissen.

    AntwortenLöschen
  4. Ich kannte sie nicht, aber es ist schade um jeden verglühenden Stern; besonders, wenn er noch so jung ist...

    AntwortenLöschen