Sonntag, 20. Dezember 2015

Classic Rock 46

Das ELO-Ufo hat mir schon in meinen jungen Jahren gefallen, nun schmückt es das Titelbild der Dezember-Ausgabe von Classic Rock. Anlass ist das neue Album des Electric Light Orchestra und die damit verbundene Titelstory im aktuellen Heft. Ein Artikel über die Band, die Millionen und Abermillionen Alben verkaufte, wird garniert mit einem Interview mit ELO-Mastermind Jeff Lynne. Der Mann ist ein Könner an der Gitarre und als Songwriter, doch gab es über Dekaden hinweg nicht wirklich viel von ELO, was mich vom Hocker riss. Zwei oder drei Alben, einige tolle Stücke, doch oft genug war mir die ELO-Musik gar zu sehr pop-lastig, oder sie behinderte sich selbst durch Lynnes klangakustische Extravaganzen. Mehr sagte mir seine Partizipation bei den Traveling Wilburys zu, wo er  in einem Geflecht von Musikern wie Bob Dylan, George Harrison, Tom Petty und Roy Orbinson eingebunden war, das ohne jegliche Starallüren auskam.

Dazu gibt es Interviews mit Bartmann Billy Gibbons, der abseits seines Hauptjobs ZZ Top neuerdings mit Zweitband seiner Liebe zu kubanischer Latino-Musik frönt, mit Cockney-Rebel-Frontmann Steve Harley und mit Bryan Adams. ZZ Top, die ja nun wirklich einige Kracherstücke aufweisen können, habe ich vor rund 20 Jahren bei einem Open Air mal als Opener für Neil Young gesehen, und sie haben mich einfach nur gelangweilt, weil einfach gar nichts rüberkam. Steve Harley, ich gebe es zu, ist für mich gleichbedeutend mit einem Song, und Bryan Adams hätte ich zu gern mal in den Achtzigern live gesehen, zur Zeit von »Reckless« und Summer of 69.

Interessant finde ich, das Def Leppard wieder da sind, und anscheinend mit einem verdammt guten Album. Das ist nun wahrlich kein zweiter Frühling mehr, sondern ein Dritter. Der Artikel liest sich gut, die neue Scheibe klingt vielversprechend, ja, da muss ich reinhören. Jedwedes Fitzelchen über den rastlosen Rebellen Neil Young verschlinge ich ohnehin, und die Rückblende auf die Entstehung von David Bowies Heroes bringt mich gefühlsmäßig in der Zeit weit zurück. War ein großer Song in Zusammenarbeit mit Brian Eno und Robert Fripp, vor allem im Kontext mit Berlin, aber auch in dem mit den Kindern vom Bahnhof Zoo. Das Stück mag ich heute noch.

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