Mittwoch, 13. Februar 2013

Un am Eng et Äschekrüz

Seit anderthalb Wochen liegt mein Blog still. Ich habe es ein wenig vernachlässigt, stimmt. Aber in Köln herrschte die 5. Jahreszeit, der Karneval. Meine Kritik daran wächst in mancherlei Hinsicht, dennoch habe ich ihn genossen. Man muß nicht dorthin gehen, wo sich die feierwütigen Horden alles anbaggernder Besoffener tummeln, für die es keinen Unterschied macht, ob sie ihr Proletengebaren am Ballermann oder im Kölschen Fastelovend austoben. Eben so wenig muß man in Lokalitäten verkehren, in denen genau diese Entwicklung durch das Abspielen tumber Ballermann-Musik, die weder mit kölscher Mundart noch mit Brauchtumspflege etwas zu tun hat, gefördert wird.

Jedenfalls war ich viel unterwegs, und da blieb für das Blog keine Zeit - was sich in den nächsten Tagen ändern wird. Weiberfachtnacht war ich im Vringsveedel, klar, mir die jährliche Aufführung von Jan und Griet am Severinstor anschauen, danach den Zug von Jan von Werth. Die Stadt war wie immer im Ausnahmezustand und fest in der Hand der Jecken. Wie jedes Jahr liefen die Tage rasend schnell an mir vorbei. Plötzlich war Rosenmontag. An Kölns guter Stube, dem Gürzenich, sah ich mir den Rosenmontagszug an, anschließend wurde kräftig gefeiert. Im Zoch, der in diesem Jahr weit über viereinhalb Stunden dauerte, gingen Spielmannszüge sogar aus Holland, der Schweiz und Schottland mit. Ich mag die Scotish Pipers mit ihren Dudelsackklängen.

Den Abend des Veilchendienstags und damit den Karnevalsausklang verbrachte ich in meiner Stammkneipe, der Griechenschänke im Griechenmarktviertel. Gemütlich, nur bekannte Leute aus dem Veedel und kölsche Musik. Nach der Pastorenrede und unter dem Wehklagen der Gemeinde wurde der Nubbel verbrannt, der traditionell an allem schuld ist. Danach gab es Schnittchen und ein paar Runden Freibier vom Griechenschänken-Wirt Dieter auf die abgelaufene Session. Du bess die Stadt wurde unter stimmungsvoller Zuhilfenahme zahlreicher Wunderkerzen intoniert, dann sangen alle gemeinsam den Klassiker In unserem Veedel, beides natürlich von den von mir so hoch geschätzten Bläck Fööss.

Die schönsten Lieder dieser Session stammen übrigens von zwei jungen Nachwuchsbands, nämlich Et jitt kei Wood von Cat Ballou und Immer noch do von Kasalla. Zu guter Letzt, bevor ich endlich nach Hause ging und den diesjährigen Karneval hinter mir ließ, bekam ich noch das Aschenkreuz auf die Stirn. Alaaf!

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