Sonntag, 25. März 2018

Uwe Helmut Grave 1955- 2018

Als ich anno 2001 fest zum Ren Dhark-Team stieß – mein erster Roman erschien im August 2001, eine Kurzgeschichte war bereits 2000 veröffentlicht worden –, bestand eben jenes Team aus Hajo F. Breuer, Manfred Weinland, Werner Kurt Giesa, Konrad Schaef und Uwe Helmut Grave. Altmeister Schaef war mir natürlich ebenso bekannt wie Zamorra-Mastermind Giesa und der umtriebige Weinland. Von allen drei Autoren hatte ich abseits von Ren Dhark schon den einen oder anderen Roman gelesen. Breuer und Grave hingegen waren mir völlig unbekannt.

Ich erfuhr, dass beide zuvor schon bei Bastei zusammengearbeitet hatten, als Geschichtenentwickler und Skriptautoren für die legendären Gespenstergeschichten. Als feststand, dass es nach der erfolgreichen Neuauflage Ren Dharks im HJB-Verlag mit neuen Abenteuern weitergeht und Hajo F. Breuer diese betreuen wird, nahm er Uwe Helmut Grave gleich mit ins Boot – eine gute Entscheidung, wie sich schnell zeigte, denn UHG, wie er von seinen Lesern meist genannt wurde, war aus der Serie schon bald nicht mehr wegzudenken.
 
Als Neuling im SF-Bereich schrieb Uwe gleich am ersten Buch mit, und von da an blieb er kontinuierlich dabei. Er leistete in den folgenden Jahren zu jedem Buch der Hauptserie seinen Beitrag. Eins seiner hervorstechenden Merkmale war sein teilweise skurriler Humor, der ihm so manchen Fan bescherte. Nicht selten diskutierten die Leser im Ren Dhark-Forum seine neuesten überbordenden humoristischen Kapriolen, zuweilen musste er diesbezüglich sogar vom Herausgeber gebremst werden.
 
Zum ersten Mal persönlich begegnete mir Uwe Helmut Grave 2001 in Mönchengladbach im Hotel Mercure beim großen Ren Dhark-Meeting, bei dem sich Macher und Leser trafen. Er saß damals mit den anderen Koryphäen auf der Bühne, ich noch im Publikum. Bei unseren folgenden Begegnungen saßen wir dann immer gemeinsam – entweder im Konferenzraum oder auf einem Podium. Dabei konnte er gleichermaßen ernst und nachdenklich sein wie auch augenzwinkernd humorig wie in seinen Geschichten.
 
In den ersten fünfzehn Jahren der Ren Dhark-Fortschreibung steuerte Uwe sagenhafte 90 Beiträge zur Hauptserie bei. Dazu kamen weitere 15 Romane für die Spin off-Serien in Paperback-Form, außerdem zwei abgeschlossene Ren Dhark-Sonderbände und 6 Kurzgeschichten. Dann, nur wenige Monate nach dem Tod von Exposé-Autor Hajo F. Breuer, traf ihn eine schwere Krankheit, die er nur knapp überlebte und die eine weitere regelmäßige schriftstellerische Tätigkeit unmöglich machte. Uwe schied daraufhin aus dem Autoren-Team aus. Zwar ging es ihm später besser, fest stand jedoch auch, dass er die Krankheit niemals ganz würde überwinden können.
 
Uwe Helmut Graves letzter Beitrag für Ren Dhark erschien im April 2015. Da ich diese Zeilen schreibe, kann ich kaum glauben, dass seitdem schon drei Jahre vergangen sind. Seinen Romananteil für Weg ins Weltall 54 Im Namen der Murip konnte er nicht mehr zu Ende führen – was ich dann schweren Herzens an seiner Stelle tat. Nach seinem Ausstieg aus dem Team verloren wir uns nie aus den Augen. Zwar trafen wir uns nicht mehr persönlich, blieben aber per Mail in Kontakt und führten (leider seltene) Telefonate.
 
Uwe Helmut Grave verstarb in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar, kurz nach seinem 63. Geburtstag. Von dem tollen Team, in das ich vor 18 Jahren aufgenommen wurde, hat uns nach Werner Kurt Giesa und Hajo F. Breuer mit Uwe bereits der dritte Autor verlassen. Für seine Leser bleibt UHG mit über einhundert Romanbeiträgen allein für Ren Dhark lebendig.

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