Freitag, 15. Juli 2011

Black Country Communion in Bonn

Der Begriff der Super Group kommt immer sofort ins Spiel, wenn sich veritable und zuvor schon erfolgreiche Musiker zu einer neuen Band zusammenschließen. Er wurde in den Sechziger Jahren geprägt. Frühe Beispiele waren Cream, Crosby Stills Nash & Young und Blind Faith. Mittlerweile wird der Ausdruck, besonders im Bereich des Musikjournalismus, inflationär verwendet. Ich kann ihn nicht mehr hören.

Wenn aber Musiker wie Glenn Hughes, Jason Bonham, Joe Bonamassa und Derek Sherinian nicht nur auf CD kollaborieren, sondern auf Tour gehen, ist das Grund genug für einen Konzertbesuch. Die Black Country Communion, wie sie sich nennen, trat am gestrigen Abend, also erst vor wenigen Stunden in Bonn auf.

Und, um es kurz zu machen, es war richtig klasse. BCC machen Rockmusik, wie sie in den Siebziger Jahren gespielt wurde, solide, handwerklich - wen will's wundern - perfekt und mit Leidenschaft. Dazu kräftig in den Blues rein, schließlich bedient Blues-Ikone Bonamassa die Saiten. Ein paar Stücke singt er auch, Glenn Hughes die meisten. Ich war überrascht, wie gut Hughes bei Stimme ist. Zu seinem Bass unterhält er, wie er eindrucksvoll zelebrierte, eine ausgesprochen innige Beziehung. Wahrscheinlich schläft er mit dem guten Stück.

Der Auftritt ging nach anderthalb Stunden viel zu schnell vorbei. Das Material ist nach dem soeben erschienenen zweiten Album halt noch begrenzt. Dafür gab es als Zugabe die einzige Nicht-Eigenkomposition, nämlich Burn. Die stammt aus der Zeit, als Hughes Mitte der Siebziger Jahre bei Deep Purple den Baß zupfte.

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