Montag, 27. September 2010

Freibier mal anders

Vor ein paar Tagen war ich am Bahnhof, um Fahrkarten nach Frankfurt zur Buchmesse zu holen. Mir war beinahe entfallen, daß sie ja schon fast vor der Tür steht. Im vergangenen Jahr habe ich es zeitlich nicht zur Messe geschafft, doch diesmal will ich sie nicht verpassen. Der eine oder andere Gesprächstermin mit Verlagsangehörigen steht bereits fest.
Da ich um die Mittagszeit unterwegs und nach versäumtem Frühstück hungrig war, nutzte ich die Gelegenheit, in der Nähe etwas essen zu gehen. Verläßt man den Bahnhof rückseitig über den Breslauer Platz, braucht man nur über Eigelstein und Ebertplatz zu spazieren und ist schon in der Neusser Straße mitten im Herzen des Agnesviertels. Ich kehrte im Brauhaus Stüsser ein, wo ich den Geschäftsleiter Horst recht gut kenne, der früher im Brauhaus Reissdorf gleich bei mir um die Ecke tätig war.
An der Theke saßen diverse Gäste beisammen, von denen jeder einen dicken Stapel der Kölner Tageszeitung EXPRESS vor sich liegen hatte. Was ich zunächst für ein neues abstruses Gesellschaftsspiel hielt, entpuppte sich schnell als gewiefte Taktik. Dem EXPRESS lag an diesem Tag nämlich ein Gutschein für ein kostenloses Kölsch im Stüsser bei. Deshalb hatten die Schlauköpfe im ganzen Viertel in Geschäften, Kiosken und Zeitungsautomaten die Auflage aufgekauft und bestellten im Tausch gegen die beiliegenden Gutscheine ein Sion-Kölsch nach dem anderen.
Da das Glas Kölsch im Stüsser 1,25 kostet, ein EXPRESS hingegen nur 60 Cent, hat sich das für die durstigen Kehlen natürlich gelohnt. Auf diese Weise gab's stets zwei Bier zum Preis von einem. Zum Glück hatte ich mir vorgenommen, an diesem Tag kein Kölsch anzurühren, und daran habe ich mich auch gehalten. Gaffel-Faßbrause ist nicht nur eine süffige alkoholfreie Alternative, das Zeug schmeckt auch noch gut.
Das Nierengulasch war zudem ganz hervorragend.

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