Dienstag, 23. August 2016

Roy Stark und die Zeitmaschine

Vor einer Stunde habe ich die Arbeit an einem sehr umfangreichen Manuskript abgeschlossen, und zwar an einer weiteren Romanadaption nach Comics von Hansrudi Wäscher. Es handelt sich jedoch weder um Tibor, noch um Nick oder Falk, sondern um – Roy Stark. Ich berichtete an dieser Stelle schon vor längerer Zeit, dass Peter Hopf plant, neben den bei ihm erfolgreich laufenden Romanserien auch den Roy Stark zu bringen, aufgrund der überschaubaren Materialmenge allerdings nicht als Serie, sondern in einem abgeschlossenen Roman, so wie es bereits mit Bob & Ben aus der Feder von Thomas Knip geschehen ist.
 
Die Comicserie Roy Stark schuf Wäscher in den Sechziger Jahren wie so viele andere für den Walter Lehning Verlag. 1967 und 1968 erschienen insgesamt 18 Großbände. Es war die letzte Serie, die HRW für Lehning konzipierte und die schließlich dem Konkurs des Verlages zum Opfer fiel. Im neuen Jahrtausend wurden die Comics als Hardcover bei Hethke neu aufgelegt und mit zwei Heften fortgesetzt, die auf Telefonkarten-Motiven von Wäscher beruhten.
 
Roy Stark ist ein arbeitsloser Stuntman und Abenteurer, nicht ganz so der saubere Typ, wie man es gewöhnlich von Wäscher-Figuren kennt. So sorgt er sich mehr um seinen bei einem Unfall verschrotteten Sportwagen als um den Fahrer, der dabei den Tod findet. Im Grunde ist Roy Stark eine bloße Abenteuergeschichte – wäre da nicht ein lupenreines Science Fiction-Element, das nicht einmal bei dem in dieser Hinsicht sonst prägenden Weltraumfahrer Nick vorkam, nämlich eine Zeitmaschine. Roy erhält den Auftrag, mit diesem geheimen Wunderwerk der Technik in die Karibik des 18. Jahrhunderts zu reisen, um nach dem sagenhaften Schatz des Piraten Bloody Jack Henderson zu suchen.
 
Oh ja, das gestehe ich gern, die Piraten haben mir eine Menge Spaß gemacht. Ein wenig fühlte ich mich an die von mir so sehr gemochte Schatzinsel erinnert. So ließ ich es mir nicht nehmen, als kleine Reminiszenz Bloody Jacks Seeräuber Bones und Flint zu nennen, Silver und Gunn, Pew und Hands. Diese Namen dürften jedem, der die Schatzinsel kennt, bestens in Erinnerung sein. Außerdem verschlägt es den verwegenen Abenteurer ins Jahr 1864, in den Sezessionskrieg und in die Schlacht um Atlanta.
 
Passend zum Schauplatz der Handlung, der Halbinsel Yucatan, hat HRW zahlreiche Versatzstücke eingebaut, wie sie in jeden Tibor gepasst hätten und dort auch wiederholt zu finden waren: Dschungelatmosphäre und Urwaldriesen, Affen und andere wilde Tiere, Lianen als Fortbewegungsmittel, an denen sich Figuren von einem Baum zum nächsten schwingen, sowie Gruben mit angespitzten Pfählen, um wilde Tiere zu fangen.
 
Roy Stark ist mein bisher umfangreichstes Manuskript geworden, nicht nur bei den Wäscher-Adaptionen, sondern überhaupt. So übertrifft der Roman selbst die Atlan-Taschenbücher noch deutlich an Länge. Wann das Buch erscheinen soll, kann ich noch nicht sagen. Dieses Jahr voraussichtlich nicht mehr.

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