Samstag, 2. Januar 2016

Poster an der Wand

Nachdem ich eben vom Einkauf nach Hause kam und die Wohnungstür geöffnet hatte, fiel mein erster Blick auf das Jahr des Pferdes. Year of the Horse ist ein Film von Jim Jarmusch über den Musiker Neil Young und dessen Band Crazy Horse, den ich, wenn ich mich recht erinnere, in irgendeinem kleinen Programmkino gesehen habe. Das Kinoplakat hängt im A1-Format in meinem Flur.

Ich drückte die Tür hinter mir zu, und mein Blick blieb an dem auf seiner Gitarre schrammelnden Neil Young hängen. Beziehungsweise an der Gitarre, denn sie steht als Motiv im Mittelpunkt der Abbildung. Dass es Onkel Neil ist, der sie spielt, ist nicht erkennbar, sondern erschließt sich nur aus dem Kontext, wenn man mit der Musik oder dem Film vertraut ist.

Auf einmal fiel mir ein, dass mich Poster an den Wänden schon seit meinen jungen Jahren begleiten. Das war bereits in meinem Kinderzimmer in der elterlichen Wohnung so. Damals stammten die Poster, wen wundert’s, aus der Bravo oder diesem anderen Ding, dessen Name verschwommen ist. PopRocky oder so hieß die Jugendzeitschrift. Die Motive? Es dürften Smokie und Kim Wilde gewesen sein, Kenny, Sweet und sogar Deep Purple. Ganz sicher bin ich mir heute nicht mehr.

Jahre später zog ich von zu Hause aus und mit meiner damaligen Freundin zusammen. Natürlich kamen keine Poster an die Wände. Viel zu infantil! Was hätte sie denn von mir denken sollen? Ich war schließlich kein pubertierender Jugendlicher mehr, sondern ein ernst zu nehmender Erwachsener. Doch das änderte sich im Laufe der Zeit wieder, und ein paar Fußballplakate schmückten die Wand. Danach war es für viele Jahre eine großformatige, ja riesenhafte Fotographie von Köln: der Rhein mit der Altstadt, der Hohenzollernbrücke und dem Kölner Dom. Das klassische Motiv eben.

Gehe ich heute durch den Flur, flankieren mich drei Plakate von Konzerten, die ich besucht habe: The Eagles 2001 in der KölnArena, Crosby Stills & Nash 2009 in Bonn auf dem Museumsplatz sowie im selben Jahr an gleicher Stelle Heaven & Hell – das war die damalige Neuauflage von Black Sabbath, noch mit dem stimmgewaltigen, mittlerweile leider verstorbenen Ronnie James Dio als Sänger.

Neben diesen drei Plakaten hängt halt Jim Jarmuschs A Tale About 4 Guys Who Like To Rock, wie der Untertitel des Films über Neil Young and Crazy Horse lautet. Irgendwann werde ich auch diese Poster wieder austauschen. Gegen welche anderen, das weiß ich nicht, aber sie werden mit Musik zu tun haben, soviel steht fest.

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