Sonntag, 27. März 2011

Tschüß, Manni

Für alle, die ihn kannten, war Manfred Lennartz einfach nur der Manni. Seit vielen Jahren betrieb er Mannis Rästorang im Kölner Studenten- und Kneipenviertel Kwartier Latäng. In seinem Lokal fühlte der liebenswerte, sympathische Griechenland-Freund sich zu Hause. Dort stand er hinter und vor der Theke, dort legte er Musik auf, dort traten irische und andere Musiker live auf und spielten in gemütlicher kleiner Runde. Paddy Schmidt habe ich im Mannis gesehen, und zum ersten Mal De Familich.
Und Manni spielte selbst. Legendär sind die Nächte, in denen man dachte, nun sei Feierabend. Doch Manni ging nur nach oben, in seine über dem Rästorang gelegene Wohnung, holte seine Gitarre und fing an zu spielen und griechische Lieder zu singen.
Seinen Urlaub verbrachte er stets in Griechenland, und dort wird er nun seine letzte Ruhe finden. Seine Asche soll über der Insel ausgestreut werden, die er häufig besuchte. Denn mit 61 Jahren verlor er den Kampf gegen die schwere Krankheit, mit der er sich seit längerer Zeit herumschlug.
Wie beliebt und geliebt Manni war, zeigte sich bei der Trauerfeier auf dem Melatenfriedhof. Viele hundert Menschen - Freunde, Stammgäste und Wegbegleiter - kamen zusammen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.
Wenn ich das nächste Mal in Mannis Rästorang essen oder ein Bier trinken gehe, werde ich immer noch nicht richtig glauben können, daß er nun nicht mehr da steht. Maach et joot, Manni.

Kommentare:

  1. Manni (wir kannten ihn auch als Moby) wird mir sehr fehlen. Ich habe herrliche Fahrten in unserer Jugendzeitz mit ihm erlebt, in den lappischen Urwald, in die Randgebiete der Sahara in Marokko, ...
    Ich denke an Dich, Manni!
    Hermes

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  2. Ich bin unglaublich traurig, doch ich muss jetzt etwas schreiben, obwohl es vielleicht sehr unaufgeräumt klingt. Kennengelernt habe ich Familie Lennartz 1986 in Griechenland, zur Fußball-WM Zeit, ihn, Manni, seine Frau und seine knapp 10-jährige Tochter. An die Namen kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Die Wochen waren einmalig. So ganz nebenbei sprach man über die Kölsche Kneipe, Musik wurde jeden Abend gemacht, Griechische Musiker kamen, die Terrasse war gerammelt voll. Manni spielte Gitarre, köllsch und auch griechisch, seine Frau war wundervoll gelassen an diesen Abenden. Wir sind dann auch nach Köln gefahren, um die Kneipe kennenzulernen... mit der Option nachts zurückzufahren. Wir konnten bei ihnen übernachten. Ich habe gerade in diesem Moment damit begonnen, den Kontakt wieder herzustellen, ohne allerdings zu wissen, ob Familie Lennartz mich wiedererkannt hätte. Ich jedenfalls habe ihn zu keiner Zeit meines Lebens vergessen. Ich war zwar kein Wegbegleiter, nur Freund von ihm wäre ich gern gewesen. Lieber Achim, der du ja diese Seite eingerichtet hast, ich würde gern Manni auf dem Melatenfriedhof besuchen, vielleicht kann man sich ja an seinem Grab treffen. Da ich aus dem Raum Paderborn komme, würde ich mich freuen, wenn du dich einige Zeit vorher melden könntest!

    Gruß
    Erhard Redeker
    erhard.redeker@t-online.de

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  3. Danke für die schöne Erinnerung.

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