Sonntag, 19. März 2017

Classic Rock 58

In der März-Ausgabe meines bevorzugten Musik-Magazins beschäftigen sich Redakteure und Mitarbeiter mit den „100 besten Alben der 80er“. Eine solche Aufstellung ist natürlich subjektiv bis zum geht-nicht-mehr, und das ist das Gute daran. Man mag zustimmen, man kann zweifeln, man darf sich daran reiben. Es gibt Konsens, es gibt Dissens. Wie schlimm wäre es doch, hätten alle den gleichen Geschmack. Ich mag solche Contests, ähnlich wie die Jahresrückblicke im Best-of-Modus. In den vorliegenden Top 100 findet sich alles: von Industrial (Bauhaus) bis Punk (Dead Kennedys), von AOR (Foreigner) bis Heavy Metal (Metallica), von Folk-Punk (The Pogues) bis zu Singer/Songwriter-Folk (Bob Dylan), dazu ganz viel Pop und einige Sachen, die ich nicht zuordnen kann – was man ja auch beileibe nicht bei allem muss.

Auf dem Siegertreppchen tummelt sich der Heavy Metal. Auf Platz 3 liegt High'n'Dry von Def Leppard, davor rangiert Van Halen mit Women And Children First, und ganz oben steht Black Sabbath mit dem durchaus epochalen Heaven And Hell. Sechzehn der aufgeführten Alben sind in meinem Besitz, manche kenne ich nicht, nicht einmal die Bands. Bei anderen wundere ich mich. Iron Maidens Piece Of Mind statt Number Of The Beast? Springsteens Tunnel Of Love statt des Jahrhundertwerks Born In The USA? Von den Großtaten der Dire Straits gar nichts? Auch keine Guns'N'Roses? Die Regeln könnten eine Erklärung dafür liefern, zum Beispiel: „Die bekanntesten Alben sind tabu.“ Aha. Neil Youngs Freedom ist dabei und wäre es bei mir auch. Aber Manowar mit Battle Hymns? Nun ja. Aber wie gesagt, darüber kann man trefflich streiten, und das ist schön.
 
Selbstverständlich hat die 58. Ausgabe von CLASSIC ROCK auch darüber hinaus eine Menge zu bieten. Die Rückblende dreht sich diesmal um Randy Rhoads. Ozzys Knappe starb vor 35 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Kein Jahr zuvor war der junge Ausnahmegitarrist vom Fachblatt Guitar Player als bestes neues Talent ausgezeichnet worden. Eine Tragödie, fürwahr. Chris Franzkowiak würdigt in seinem Artikel „Judas Priest – Zeitgeist auf der Überholspur“ das vor 30 Jahren erschienene bahnbrechende Album Turbo, und die Werkschau-Auslese widmet sich den AOR-Urgesteinen Survivor. Dass die Wirklichkeit die Berichterstattung zuweilen weit hinter sich lässt oder gar ad absurdum führt, beweist der Tod von Rick Parfitt. Wurde in der vorigen Ausgabe noch verkündet, der Status Quo-Gitarrist befinde sich nach schweren gesundheitlichen Problemen auf dem Weg der Besserung, gibt es diesmal einen Nachruf auf den jüngst Verstorbenen. Auch das tragisch.

Keine Kommentare:

Kommentar posten