Dienstag, 1. November 2016

2. Kitty Moan Convention in Langenfeld

Am vergangenen Wochenende ging in Langenfeld zum zweiten Mal der KittyCon über die Bühne. Dass dort bereits im vergangenen Jahr eine solche Veranstaltung stattfand, war mir nicht bewusst. Ich erfuhr davon, da Veranstalter Helmut Dunkel mich auf dem Coloniacon darauf hinwies. Also fuhr ich am Samstag hin, Langenfeld liegt ja gleich um die Ecke.
 
Die Halle – der Carl-Becker-Saal, anscheinend eine frühere Industriehalle – ist gut geeignet für einen Con wie diesen, bei dem unter anderem viel Wert auf Aussteller und Händler gelegt wird. Die Tische reihten sich entlang der Wände, und auch der Innenraum war durch die Aufteilung mit Stellwänden prima ausgenutzt. Durch die Gänge liefen gewandete Besucher, deren Kostüme ich dem Steampunk zurechne, sowie Piraten. Ja, tatsächlich Piraten. Ich gebe zu, das hatte ich zuvor auf einem Con noch nicht erlebt. Allerdings ist der KittyCon ja auch kein SF-Con, wie ich sie gemeinhin besuche. Er versteht sich vielmehr als Fantasy-Event für Erwachsene und umfasst inhaltlich die Bereiche Abenteuer, SciFi, Fantasy, Horror, Trash und Erotik. Traf es wirklich zu, dass der Einlass erst ab 18 gewährt wurde, wie mir jemand zuraunte? Ich weiß es nicht.
 
Das Organisationsteam stellte ein reichhaltiges Programmangebot auf die Beine. Zumeist liefen drei Programmschienen parallel: Vorträge, Autorenlesungen, Workshops und vieles mehr. Gewöhnungsbedürftig war zwar, dass sämtliche Programmpunkte außerhalb der Halle in zugigen Zelten stattfanden, doch zum Glück spielte das Wetter mit. Die große Hauptbühne im Saal nutzte Helmut lediglich für die Begrüßung, für Durchsagen und Hinweise aufs Programm. Von diesem bekam ich wie üblich so gut wie nichts mit. Einzig bei Robert Vogels launigem Vortrag „Rücksturz zur Erde: 50 Jahre Raumpatrouille“ nahm ich Platz.
 
Ansonsten unterhielt ich mich lieber mit Bekannten. Die meisten Zeit trieb ich mich bei Jörg Kaegelmanns Blitz-Verlag herum. Ich besuchte Uschi Zietsch und Gerald Jambor am Fabylon-Stand, plauderte mit Geisterspiegel-Macher Wolfgang Brand und mit Exodus-Mitherausgeber Olaf Kemmler, von dem ich die neue Ausgabe einsackte, die hier besprochen wird, sobald ich alle Kurzgeschichten gelesen habe. Für Aufsehen sorgte eine als Piraten verkleidete Gruppe, die nicht nur eine Piratenhochzeit zelebrierte und im Freien ein kleines Zeltlager aufgeschlagen hatte, sondern die sich zudem mit archaisch aussehenden und offenbar selbstgebauten Minifahrzeugen ein Bobbycar-Rennen quer durch die Halle lieferte. Mutig, verwegen und witzig. Respekt.
 
In Relation zum Aufwand, den die Veranstalter getrieben haben, und der Menge an Ausstellern war die Besucherzahl hingegen ernüchternd. Zumindest empfand ich es so. Der Andrang hätte deutlich höher ausfallen dürfen. Vielleicht sehen Helmut Dunkel und das Orga-Team das anders, ich kenne ja die Kalkulation und die Erwartungshaltung nicht. Auf jeden Fall wünsche ich ihnen, dass sie nicht die Lust verlieren und es im nächsten Jahr mit dem KittyCon weitergeht. Dann bin ich wieder dabei. Das Weizenbier an der Theke schmeckte übrigens, und das Conheft kommt ausgesprochen professionell daher. Vielleicht verliere ich darüber separat noch ein paar Worte.

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